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[Q] Das Land Gorthar (Südland) # 3
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10.05.2003, 15:26 #1
Engardo
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Das Land Gorthar (Südland) #3a
Die ist ein rekonstruierter Thread nach einem Crash, der das Original gefressen hat.

Dies ist ein ständiger Quest-Thread. Um dies zu verdeutlichen, hat er den Vorsatz [GM] vor dem Namen. Hier können Figuren auftauchen, die im sonstigen RPG nicht zulässig sind. Und zwar nur hier!
10.05.2003, 15:27 #2
Engardo
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Erstellt von Superluemmel on 18.03.2003 16:30:
Das Land Gorthar (Südöstlich von Khorinis) #2

Im Südosten der Insel von Khorinis erhebt sich ein weiteres Mal der dunkle Schatten einer Landmasse aus den dunklen Fluten, die uns allgemein als das myrthanische Meer bekannt sind.
Durch den Fjord von seiner Schwesterninsel Khorinis getrennt, liegt dort das Land Gorthar. Dort tobte vor etlichen Monaten ein grausamer Krieg, als sich die Freiheitskämpfer der Minenkolonie gegen den Herzog des Landes auflehnten, welcher die Kontrolle über das khorinische Erz zu erlangen versuchte.
Doch nach dem Ende des Krieges stand die Zeit in Gorthar nicht still. Vieles hat sich geändert, einiges zum Guten, einiges zum Schlechten. Die Hauptstadt selbst hat den Krieg gut überstanden, nur die Feste wurde von dem Sphärenlord Valentoth schwerst beschädigt. Inzwischen erstrahlt jedoch selbst die Festung wieder in ihrem alten Glanz. Die Bürger haben sich von dem patriarchalischen Regime ihres Herzogtums gelöst und einen Rat gegründet, der sowohl das Wohl der Stadt wie auch der verbleibenden Armee im Auge behält.
In den Weiten von Gorthar ist währenddessen jedoch ein weiterer Kampf entbrannt.
Der Kampf ums Überleben.
Um die Sicherheit der Hauptstadt zu garantieren, kann die Armee nur noch schwer den sich häufenden Überfällen von Orks oder Banditen und Plünderern nachkommen. Die Peripherie des Reiches ist in Anarchie verfallen.
Auch hat der Krieg seine Narben im Landschaftsbild hinterlassen. Westlich des großen Stromes liegt die Schlachtenebene, jenes sanft gewellte Land, in der die schicksalshafte Schlacht zwischen den Freiheitskämpfern und der gorthanischen Armee tobte. Tiefe, schwarzverbrannte Furchen durchziehen das Erdreich, selbst am hellichten Tage scheint eine geheimnisvolle Dunkelheit über dem Lande zu liegen. Niemand weiß, welche Schrecken sich in diesem menschenverlassenen Landstrich verbergen mögen....
Lasst euch dies eine Warnung sein, geehrter Wanderer.
So friedlich die Hauptstadt im sanften Grün der umliegenden Wälder und Ebenen liegen mag, so tödlich ist das Land außerhalb des von der Armee kontrollierten Gebietes.
Dieses Land beherbergt unzählige Schätze und Gelegenheiten, an Reichtum und Ruhm zu gelangen. Vergesst jedoch nie, dass seine Gefahren weitaus zahlreicher sind.
10.05.2003, 15:29 #3
Engardo
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Erstellt von Sven S. on 18.03.2003 19:20:

Schlaftrunken wachte Sven S. auf, er rieb sich die Augen und schaute sich dann nach seinen Begleitern um. Aber es war nur noch Krieger da. Wo war der andere, da kam der Wirt, "Wo ist den unserer anderer Gefährte?" fragte Sven. "Der hat beschlossen alleine loszuziehen,er hat mir dann noch gesagt das ihr und euer Freund noch für das Geld das er gegeben hat ein Frühstück bekommen sollt." antwortete er. "Nadan nur her damit! Mein Gefährte kriegt dann sein Frühstück wenn er aufwacht."erwiderte Sven.Der Wirt eilte davon und kam wenig später mit einem kargen MAhl wieder, das Sven sofort hungrig hinunterschlang.
10.05.2003, 15:30 #4
Engardo
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rstellt von Sven S. on 18.03.2003 19:35:

Als er fertig gegessen hatte beschloß Sven
den Ort zu erkunnden während Krieger noch schlief. Also ging Sven hinaus und wurde dabei von einer Frau angerempelt so das er beinahe hinfiel, als die Frau weg war bemerkte Sven, das ihm etwas in die Tasche gefallen war: Ein schmaler Lederbeutel mit 20Münzen ,"Na besser als garnichts" sagte Sven zu sich und beschloß das Geld zu behalten und ging weiter die Gassen entlang.
10.05.2003, 15:32 #5
Engardo
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Erstellt von Sven S. on 18.03.2003 19:45:

Kurz danach wurde er von wildem Geschrei
hellhörig: "Ach, diese Haare bringen mich noch um!" und es kam aus einem der Häuser ein Mann mit langen strupigen Haaren an denen er zog das er in Trennen vor Schmerz ausbrach. "Aber,aber, doch nicht gleich verzagen und z.b. mich einem Barbier fragen!" sagte Sven reimerrisch. "Barbiere?! Zu teuer Barbiere verlangen mindestens 50 und ich habe nur 5Goldmünzen!"sagte er traurig."Mir genügen schon 5." erwiderte Sven. "Nagut.Wenn ich nur diese Haare wegkriege!"sagte er.
"Ich nehme lieber gleich eine Glatze als mich noch mal mit denen rumzuschlagen."
Also holte Sven S. ein Rasiermesser,ein Erbstück seines Großvaters raus und schnitt ihm langsam eine Glatze, wobei Sven immer auf die Haut des Mannes achten musste um sie nicht zu verletzen.
10.05.2003, 15:33 #6
Engardo
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Erstellt von Sven S. on 18.03.2003 20:00:

Endlich war Sven fertig, mit der Glatze und ließ seinen Kunden das Werk bewundern "Fantastisch!" rief er, und befummelte eifrig die Glatze. "Hier das Geld!"er drückte Sven 5Münzen in die Hand und rannte dann jubelnd durch die Gassen.Solangsam gefiel Sven dieses Land, wenn alle Leute hier so sind.Nach dem Erfolg dachte ich es wäre auch mal Sinnvoll die Welt drausen zu erkunden und lief zum Stadtor hinaus, in die Wildnis.
10.05.2003, 15:34 #7
Engardo
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Erstellt von Angroth on 18.03.2003 20:47:

Der gestrige Tag war in Frieden ausgeklungen, die Nacht hatte ihre schützenden Hände doch über sein Haupt gelegt, und an dem rauschenden Fluss waren sie eingenickt. Ihre Ruhe endete nun an diesem Sonnigen Tag, wo sehr wenig von ihr zu sehen war. Denn die Rauchsäulen der Ebene – schon nahe – verdeckten große Teile des Himmels, als wollte sie die Götter im Unklaren darüber lassen was dort drunten geschah. Von dem provisorischen Nachtlager erhob er sich, atmete die kalte und rauchig schmeckende Luft ein, krauste die Nase. Etwas Staub - oder war es Asche? – hatte sich auf das Fell über der Rüstung gelegt, gab ihr einen Grauton. Da sicher noch weit mehr Staub auf ihn fallen würde ließ er von der Reinigung ab. Bevor er weiterwandern wollte nahm er sich seinen Wasserschlauch von der Hüfte, trank ein wenig und füllte das Wasser an dem reißenden Strom wieder auf. So lange er sich hier entlang bewegen würde, würde es auch keinen Wassermangel geben. Vielmehr machte ihm der Nahrungsmangel hier zu schaffen. Doch davon ließ sich bei gegebener Zeit sicher abhelfen. Derweil knurrte sein Magen klagend, doch es gab nun wichtigeres als den Sieg über Hunger. Nicht lange nach ihm erwachte die kleine Wölfin und reckte sich, ging an das Ufer und erfrischte ihren Geist an dem kühlen Nass. Auch Angroth gönnte sich eine kleine Erfrischung, säuberte sein Gesicht und beschloss dann nach kurzer Überlegung heute in Richtung „Ebene der Schlachten“ abzuwandern, sich dort einmal umzusehen. Sicher würde er dort etwas finden, wenn nicht gar jemanden.

Sein Weg führte ihn aber weiter Richtung Gletscher, denn es konnte ja sein das er so am ehesten zu der Ebene gelangen könnte. Von dem Fluss hatte er ohnehin nichts gewusst, hätte er doch ahnen können das Gletscher auch abfließen müssen. Nun musste er dem ihm unbekannten Verlauf folgen und hoffen auf der richtigen Seite zu sein um nicht einen Weg hinüber zu suchen. Schwimmen war mit dem Eisenbeschlag um die Brust nicht wirklich eine Möglichkeit, er hatte zu hoffen auf nichts ungewöhnliches zu treffen was einen Uferwechsel erzwingen würde. Weitere wanderte er, immer dunkler wurde die Rauchdecke unter der er entlangwanderte, in der Ferne immer die Säulen vor Augen wie sie sich dunkel und Aschespeiend empor wanden. So weit er dem Fluss folgen konnte kam er dicht an der Ebene vorbei, möglicherweise reichte das. Sein Weg führte ihn weiter, kaum eine Pflanze, kaum ein Baum. Nicht einmal Fische waren in dem Fluss zu sehen, geschweige denn ein anderes Tier. Die Schlachten die dies Land heimgesucht hatten haben wahrlich einen hohen Zoll verlangt, das ward dem jungen Krieger gewiss. Um einen Teil dieser Vergangenheit auszulöschen war er hier, um alles zu rächen was verloren war, seine Familie, seinen Clan. So vieles hatten sie verloren, und nichts bekamen sie zurück. Das Land auf dem er sich befand war leer, es würde nicht wieder Heimat der Ruchká werden, sollte er auch scheitern. Doch sollte dies so sein wollte er Ehrenhaft fallen, den Ruhm weitergeben und doch nicht sterben, im Geiste und im Worte der andren weiterlebend. Die Rucká würden leben, würde er hier zu Ruhm kommen. Doch wollte er keinen Ruhm, er wollte Rache!

Cara hatte ihre Nase in den Boden gesteckt und schnüffelte neugierig hin – und her. Sie war so auf das schnüffeln konzentriert das es ihr gar nicht auffiel das sich Leute näherten, Fremde! Auch Angroth bemerkte es nicht, er war dem Bann seiner Gedanken verfallen und lief Achtlos den Fluss entlang. Mit einem Mal schwirrte ein Pfeil seines Wegs, dicht an dem Körper des Schwertmeisters vorbei! Der Reflex seiner kam zu spät, doch war der Pfeil eh fehlgegangen. Er schreckte zurück, weit hinter ihm bohrte sich der Eisenkopf in den unfruchtbaren Boden. “Wieder ein Kampf mehr auf diesen Blutgetränkten Feldern!“ Schoß es ihm durch den Kopf, instinktiv wanderte seine Hand an den Knauf der „Mondklinge“. Das eisige zischen erscholl als der Stahl seinen Weg aus dem Gurt fand, geschickt in eine lockere Handposition gebracht ward. Just wandte er sich zu allen Seiten, suchte die Landschaft ab. Weit konnte der feige Schütze nicht sein, soviel stand fest! Unmittelbar schoss ein weiterer Pfeil heran, Angroth sah ihn kommen, doch auch dieses Mal entdeckte er den Ursprung nicht. Ein fluchen ging über seine Lippen, Cara hatte ebenfalls die feindselige Lage bemerkt und war verwirrt umhergedackelt, unwissend was zu tun. Schreie erklangen, von der schweren Luft um ein vielfaches reflektiert und wiederholt, das Echo kam hundertfach wider. Immer noch hatte Angroth seinen Feind nicht ausgemacht, er war damit beschäftigt den unsichtbar wirkenden Bogenschützen zu lokalisieren.

Endlich sah er einen in Felle gekleideten Krieger auf sich zurennen, mit einer schwer wirkenden Keule. Der Mann sah wild aus, entschlossen sein Blick – selbst auf diese Entfernung. Ein weiterer Pfeil sauste heran, das tödliche Singen der schnellenden Todesfinger warnte ihn vor dem Aufprall. Wieder ein Fehlschuss! Angroth betete zu seinem Gott während er sich offen seinem herannahenden Gegner zuwandte. Wenn der Angriff aussehen würde wie er ankam würde der Kampf ein schnelles Ende finden. Doch wo war der Bogenschütze?
Da! Ein Schatten! Hinter dem Baum!
Der Feind war gefunden. Eine verwelkte und morsch scheinende Esche bedeckte mit ihrem Schatten einen ebenfalls recht wild wirkenden Mann. Mit wem er es zu tun hatte wusste er nicht, doch die anfänglichen Verdachte er habe Erfolg mit seiner Suche stellten sich als ungewiss heraus. Im innern traute er solch unzivilisiert anmutenden Menschen nicht zu eine komplizierte Wasserreise zu unternehmen, und das sogar zweimal.

Der Keulenträger rannte unvermindert heran, Cara suchte das Heil in der Flucht und Angroth breitete fordernd die Arme aus, sein Mantel wehte im Winde. Sein Blick war ebenfalls entschlossen, der schreiende Wilde würde ein schnelles Ende haben. Da war er auch schon angekommen, seine Keule raste mit brutaler Gewalt hinab! Geschickt wich Angroth aus, ließ den Kämpfer auslaufen und stand hinter ihm. Überrascht wandte sich der Angreifer um, sah den hämisch grinsenden Sumpfler dastehen als ob er durch ihn hindurchgelaufen wäre. Die Verwirrung wandelte sich in Wahnsinn, wieder brüllend stürmte der Wilde vor, doch wieder war der Schwertmeister schneller, seine Klinge dürstete es immer noch. Endlich sah der Ankömmling ein das es nichts brachte blind anzurennen. Die neue Taktik war vielversprechender, doch immer noch nicht dem überlegenen hohen Novizen gewachsen. Der andere Wilde sah ein das der Bogen keine geeignete Waffe war um einen Nahkampf zu stören, so kam auch er aus der Ferne schreiend heran. Um eine Überzahl zu vermeiden machte Angroth nun ein Ende mit dem ersten, er blockte die Keule und hackte sie entzwei mit einem beidhändigen Gewaltschlag, sah dem verzweifelten Wilden noch einmal in das junge Gesicht bevor er ihm das Schwert in die Brust jagte und ihn zu Boden schickte. „Mondklinge“ hatte endlich getrunken! Der trauernde aber trotzdem angreifende zweite wurde noch vor seinem ersten Schlag getötet als er an Angroth vorbeirannte, er war ihm ausgewichen, hatte ihm einen Fuß hingehalten und als er den Boden berührte auch schon mit dem finalen Stoß erlöst. Der Kampf dieser zwei Räuber und Wilden war hiermit beendet, sie würden nicht mehr um Nahrung streiten müssen. An der Kleidung des einen Toten reinigte er sein Schwert und steckte es zurück an den Gurt.
Sein Weg führte weiter entlang des Flusses, doch nun hatte er ein offenes Auge für die Gefahren die hier lauerten, ebenso musste er Cara wiederfinden. Am Horizont ging der Mond auf, noch zu niedrig um von der Rauchdecke versteckt zu werden, es war ein riesiger Mond. “Töten und getötet werden, das ist hier das Gesetz!“ Murmelte er als er über die zwei nachdachte.
10.05.2003, 15:36 #8
Engardo
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Erstellt von Krieger-BP on 18.03.2003 22:54:

Ein hartes drücken auf Kriegers linken Gesichtshälfte empfing ihn, während er erwachte. Wie lange hatte er schon in dieser Taverne gefristet? Hätte er den Abdruck des Tisches auf seinem Gesicht gesehen, würde er es eventuell erraten können, doch zum einen bedeckte seine Haar dies nun und zum anderen hatte er keinen Spiegel. Nun wieder aufrecht sitztend schaute Krieger sich um. Niemand war da, außer dieser struppige, rustikale Wirt, der schon auf ihn zugelaufen kam, mit warmer Speis und einem großen Krug Bier. „Was gibt mir die Ehre, diese Schmacht zu bekommen, ohne danach verlangt zu haben?“, fragte Krieger in höflicher Form den alten Wirt. „Dein Kumpane, der hier noch vor 2 Tagen schlief hat mich dafür bezahlt! Der alte Mann mit den langen grauen Bart hat das gleiche bekommen, also halt das Maul und iss gefälligst. Andere wären froh über so ein Mahl!“ Ohne ein weiteres Wort zog Krieger den Teller mit der warmen Suppe und dem Stück Fleisch, sowie den Krug Bier zu sich heran und machte sich daran zu schaffen. Genüsslich ließ er das köstliche Essen in sich gleiten. Wie lange hatte er nicht mehr gegessen? Die Überfahrt schien wirklich anstrengend gewesen zu sein. Nach dem Krieger all sein Essen und Trinken heruntergebracht hatte, kontrollierte er noch einmal seine Ausrüstung. Schwert, Gold, sowie der Verpflegungsbeutel war noch am Gurt befestigt. Die Rüstung hatte auch keine Schäden genommen. Nun wandte er sich wieder dem genervten Wirt zu. „Wenn ich fragen darf, wo ist der jüngere von den Beiden hin verschwunden?“, fragte er abermals höflich. „Der hat die Stadt verlassen, mit dem komischen Hund und ist in Richtung der misteriösen Ebene! Der ist wenigstens ordentlich und haut schon am ersten Tag ab und besetzt nicht ewig meinen Tisch und geht mir nicht andauernd auf die Nerven. Du solltest ihm nacheifern und zwar flott!“ Krieger bedankte sich nicht. Er wendete den Blick von dem Alten und ging aus der Taverne. „Wenn Angroth hier draussen alleine unterwegs ist, dann wird ihm bestimmt bald die fürchterliche Kreatur fressen, oder verhungert oder erfriert!“ Krieger dachte sich den Rest und verschwand aus der Stadt, auf der Suche nach seinem Freund Angroth.

Die Spuren der Beiden außerhalb der Stadt waren kaum zu übersehen. Man konnte in dem Matsch Schnee Gemisch eindeutig die Füße eines Menschen und die Tapsen eines Wolfes erkenne. Krieger rüttelte sich noch einmal am Gurt und bereitete sich auf einen lange Lauf vor. Er sah, das es hier vom Schnee genug Wasser gab, so leerte er den Inhalt seiner Wasserflasche um Gewicht gut zu machen. Sein lockerer Lauf begann. Mit etwa doppelter Gehgeschwindigkeit lief er nun den Spuren hinterher. Angroth war ihm 2 Tage voraus, so konnte er ihn vielleicht in einem Tag oder etwas mehr einholen. Locker hob Krieger seine Knie und ließ den unteren Beinbereich auspendel um sich dann wieder kraftvoll abzustoßen und das ganze mit den Armbewegungen unterstütze. Zweimal einatmen und einmal ausatmen war die beste Technik für lange Läufe. Die Luftbedingung war perfekt, nur die Schuhe nicht. Er würde sich bei passender Gelegenheit mal neue machen lassen. Die Landschaft zog an ihm vorbei, zwar langsam, aber stetig und gleichmäßig. Nach einer weile des Gehens kam er an einen Fluss. Die Spuren waren nun nicht mehr ganz so deutlich zu sehen, da Wasser an das Ufer plätscherte und so die Oberfläche immer und immer wieder veränderte. Doch war der Fluß mächtig breit und transportierte eine Menge Schutt mit sich. Krieger kontrolierte mit seiner Hand die Wassertemperatur, doch da würde sich doch kein normaler Mensch hineintrauen. Sie war um den Gefrierpunkt, wenn nicht sogar etwas drunter. Nein, den Fluss überquert haben konnte Angroth keines Wegs. So blieb Krieger nur die Möglichkeit am Ufer entlang zu laufen. Der Fluss sah wahrlich gigantisch aus und riss sich wie ein Blitz durch die Schneebedeckte Ebene. Krieger schaute auf die endlose Fläche, die mit dem Gletscher endete. Der sich bis hoch zum Himmel erstreckte. Doch was sah er da auf der anderen Seite. Drei Schwarze Punkte, die sich bewegten. Konnte das denn sein. Die Sonne lugte nur noch kurz über den Gletscher und ließ alles in einen feinen Rot Ton erscheinen. Als die Punkte sich aus dem Schatten machten und sich ins Licht wagten kam auch der restliche Körper zum vorscheinen. Das Rot ließ das Weiße Fell in einem leichten Orange-Rot Mix scheinen und so konnte man die Bewegungen des Tiers beobachten. Die drei Punkte waren zwei große schwarze Knopf Augen, sowie eine Nase. Es sah aus wie ein Fuchs, doch komplett in weiß. Ein Schneefuchs oder ähnliches. Wie der sich nur hier hin verirrt haben konnte? Er lief Krieger nach, doch nur am anderen Flussufer. Sich über den neuen Reisepartner freuend, legte Krieger noch einen Zahn drauf und lief so lange, bis er wahrlich nicht mehr konnte und nahe am Ende seiner Kräfte war. Schnaufend ließ er sich auf einem großen Felsen nieder und legte sich mit dem Rücken auf den Stein. Sein Herz bebte und seine Oberkörper senkte und hebte sich in rasender Geschwindigkeit. Sein Atem entrann in weißer rauchartiger Form aus seinem Mund und verbreitete sich in der Umgebung. Wie Menschen rennen können, wenn es darauf ankommt ist erstaunlich. Nach dem Krieger seine Gliedmaßen wieder einigermaßen Bewegen konnte ging er zum Fluss und füllte seine Flasche.

Der Aufbau des Nachtlager folgte. Der Stein war zwar nicht der bequemste Untergrund, aber der trockenste und so breitete Krieger eine seiner zwei Stoffdecken auf dem Stein aus. Die dickere nutze er um sich zuzudecken. Eingemummelt in seine Sachen und den Verpflegungsbeutel als Kopfkissen benutzend, nahm er einen Schluck aus seiner Flasche und beobachtete den endlosen Sternenhimmel, mit all seiner Schönheit. Er griff in seine Tasche und zog einen Stängel hervor, ihn einen Moment später anzündend. Kriegers Geist öffnete sich. Seine Muskeln entkrampften sich und er war voll dabei sich zu entspannen. Den Blick immer noch auf den Himmel gerichtet schoß ihn eine Frage durch den Kopf. „Wo waren die blauen Blitze, die den Himmel früher andauernd durchzuckten. Sie waren wahrlich schön“ Doch um auf die Antwort der Frage zu kommen war es zu spät. Krieger war bereits ins Reich der Träume versunken und träumte vom Fall der Barriere, von Kreaturen des Bösen und schönen Frauen. Er fand die Ruhe in sich und vergas die Kälte, die um ihn herum jeden zu schaffen machte. Wieder ging ein Tag zu Ende, wie viele es wohl noch werden?
10.05.2003, 15:38 #9
Engardo
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Erstellt von Sven S. on 19.03.2003 16:14:

Sven S. war den ganzen Tag und Nacht durchgelaufen und brach erschöpft an einem Baum zusammen, aber sofort fuhr er wieder hoch. Er war auf etwas hartem gelandet das unter dem Sand der Einöde vergraben sein musste. Also fing Sven wie verrückt an zu buddeln, Und er fand einen Haufen Gold der schön Gestapelt unter dem Sand gelegen hatte."Gold! Ich scheine das Glück ja geradezu gepachtet zu haben." sagte Sven freudig und ließ das Gold durch seine Finger gleiten. Er fing gerade an schub für schub das Gold in seine Taschen zu füllen als er hinter sich ein Knurren hörte. Sven drehte sich erschrocken um und sah etwas wie einen Schneeweißen Fuchs der wie ein Wolf langsam um mich herumschlich.
Sven schluckte und fing wie verückt an zu rennen als dieser Schneefuchs oder was er war bedrohlich näherkam, schließlich wollte er nicht als Mittagessen eine Wesens enden das er nicht einmal kannte. Als er so durch die Einöde richtung Gletscher floh sah er zwei wild aussehende Männer die tot auf dem Boden lagen." Hatte diese Bestie diese Männer auch getötet?! So ein Monstrum!" dachte sich Sven im rennen.
10.05.2003, 15:39 #10
Engardo
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Erstellt von Sven S. on 20.03.2003 18:02:

Endlich hatte Sven das Biest abgehängt und war am Fuß des Gebirges angekommen.
Als er sich gerade auf den Boden fallen lassen wollte. bemerkte er einen kleinen Höhleneingang aus dem frische kühle Luft strömte. Also ging Sven hinein und staunte
vor ihm erhob sich eine riesige aber spärlich beleuchtete Halle, es führte eine große Treppe zu einem großen Kreis in dem ein großes blaues Pntagramm war. An jedem der enden war eine Säule mit jeweils einer Rune bestückt.
Langsam ging Sven durch den schlecht beleuchteten Raum und besah sich Runensteine die alle richtung des großen blauen Pentagramms deuteten.
da bemerkte Sven das an jedem der Runen ein Hebel war. Also betätigte Sven alle Hebel nacheinander und an der Rune an der ein Hebel umgelegt wurde fing die Rune an zu leuchten. Als er dann alle Hebel umgelegt hatte und nichts passiert war, wollte er wieder gehen und war gerade dabei das Pentagramm zu durchqueren als ein summen anhob. Erschrocken schaute sich Sven um, er stand nun in der mitte des Pentagramms.die Runensteine fingen an stärker zu glühen als vorher und blaue Flammen umschloßen das Pentagramm. Da zuckte von jedem der Runen ein Blitz und traffen Sven ,sodass er ohnmächtig zusammensank.
10.05.2003, 15:41 #11
Engardo
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Erstellt von Angroth on 20.03.2003 18:08:

Ein weiterer Tag war ins Land gegangen und es war nichts passiert, die endlosen Flächen und Ödlande Gorthars wurden langsam aber sicher zu einer Geißel für seine Füße und sein Bewusstsein. Stetig lief er den Fluss entlang, fragte sich was Krieger wohl machen würde. Sein verschwinden war nicht gerade das was man als feine Art betrachtete, doch wollte er seine Bürde doch alleine tragen. Cara war Begleitung genug. Ausserhalb des Inlands müsste sicher ein schöner Tag sein, mit einer fröhlich-warmen Sonne und viel faszinierender Natur, nicht aber hier. Die Aschesäulen verdeckten mit ihrer immensen Größe den Himmel, sie hatten ein künstliches, wahrscheinlich magisches Dach aus Schmutz erzeugt. Je dichter diese Decke wurde und je mächtiger die Ursprünge in Erscheinung traten umso genauer wusste Angroth er war der Ebene nicht mehr fern.
Ein Problem aber hatte sich gezeigt, denn der Fluss beschrieb eine starke Krümmung, weg von dem Ort den er zu besuchen und untersuchen gedachte. Seit einem ganzen Tag nun schon suchte er einen Übergang, eine Furt oder auch nur eine schmale Stelle, doch je mehr er sich dem Gletscher näherte umso breiter und reißender wurde das gefährliche Gletscherwasser. Cara trippelte unbekümmert ob des Riesen - Gassiganges umher, schnüffelte fröhlich und genoß die spärliche Umgebung, auch wenn es doch eine Tierfeindliche Landschaft war.

Mit der Zeit und den verstrichenen Tagen verfluchte sich der hohe Novize dafür nicht für ausreichend Verpflegung und Vorbereitung gesorgt zu haben, nun brauchte er Essen ohne welches zu besitzen. Da in dem Fluss keine Fische zu sehen waren konnte man meinen die Lage wurde prekär und er würde sich zurückziehen, doch ein solcher Mensch kannte einen Ruchká schlecht! Er hatte sein Ziel halbwegs erreicht, und ein läppisches Hungerproblem - das sich auch auf Cara ausweitete - würde ihn nicht mehr stoppen. Sein Ziel schien nahe, desgleichen er nicht von einer Spur reden konnte die es zu verfolgen sich lohnend erachten würde. Er spürte es einfach, er musste weitermachen. Der Blick auf den Gletscher wurde ebenfalls langsam unangenehm überwältigend, ja, es war als ob man in seinem Schatten wandern würde, einem bedrohlichen Schatten voller Gefahren.
Es war nicht die Absicht Angroths sich in Gefahr zu begeben, vielmehr wollte er sie in das Land tragen! Er wollte die Gefahr für die Mörder sein die schon viel zu lange unbekümmert überlebten. Es war an der Zeit für Rache.
Das Rauschen des Stromes war das einzige Geräusch das bedeutend in das Ohr des Mannes drang, auch Cara schien nichts anderes zu bemerken, es war auch keine Unmittelbare Gefahr erwartet - was nichts zu bedeuten hatte. Der Vorfall mit den Wilden hatte ihn Misstrauen und Wachsamkeit gelehrt, denn wenn der Bogenschütze ein fähiger Mann gewesen wäre, so würden die Fußstapfen Angroth´s sich nicht mehr weiter fortbewegen, sein Weg wäre zu Ende. Doch es herrschte hier nun einmal das Recht des Stärkeren, nicht zu unterscheiden mit dem Technisch überlegeneren. Und er war ein Starker Kämpfer, lange nicht ausgereift aber doch schon mächtig genug seinen eigenen Weg zu gehen.

Immer weiter gelangte er voran, immer weiter entfernte er sich wieder von der magischen Ebene. Sein Auge wanderte wachsam über das Ödland, doch war nichts und niemand zu erkennen. Langsam gab er es auf, einen Weg über den Strom zu finden, er gedachte schon seiner frisch erworbenen Rüstung, sie zurückzulassen um den Weg zu schwimmen. Doch auch dieser Plan wurde von der eisigen Kälte des hinderlichen Wassers verhindert. Da endlich - er wollte seinen Augen nicht trauen - sah er eine Brücke! "Eine Brücke!" stieß er überrascht hervor, seine Wölfin hob sogleich aufmerksam den Kopf und sah hinüberm folgte dem Blick ihres Herrchens. Tatsächlich stand da eine Brücke, im Nichts der Umgebung, kein daherführender Weg, einfach eine Brücke. Etwas ungläubig ging er näher heran, förmlich flog er trotz der schweren Last hinüber, musterte die steinerne Baut. Kleine Gargoyle, möglicherweise auch Harpyien waren in steinernen Skulpturen auf die Standsockel gehauen. Drohend hatten sie die Klauen erhoben, die Flügel ausgespannt und ein Hauch purer Bosheit blitzte in ihren granitenen Augen. Dieses doch lebendig anmutende Detail machte den Sumpfler etwas stutzig, nur zögerlich betrat er den dunklen Übergang.
Cara, ängstlich wie immer traute sich nur in sehr geschwindtem Lauf auf die andere Seite, und war immer noch stark damit beschäftigt die Brücke zu "beschwichtigen". Beinahe war der hohe Novize herüber, da erhob sich ein Teil der Brücke, ihm wurde klar es war eine schon lange zerfallene Brücke, nur von einem Golem benutzt sie als Falle für Opfer zu benutzen und sich als Teil zu tarnen. Nun, die Falle war ihm gelungen, denn schon schlossen sich die massiven Arme um den Eisern geschützten Brustkorb seiner selbst, er spürte wie der Boden unter den Füßen davonwehte und ihm langsam Sterne vor die Augen traten, es wurde dunkel.
10.05.2003, 15:42 #12
Engardo
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Erstellt von Sven S. on 20.03.2003 18:55:

Sven wachte aus seiner Ohnmacht auf und
stellte sich auf die Flammen und Blitze sowie das leuchten der Steine hatte ein Ende gefunden. Langsam ging er nach draußen, und wollte sich in draußen vom Schock erholen. Als er sich dann draußen in den Sand hockte, und langsam mit der Hand nach seinem langem Bart griff wie er es immer machte wenn er überlegte. Bermerkte er das der Bart weg war.Überhaupt war Sven ziemlich verändert die Falten waren aus seinem Gesicht verschwunden. Die Haare waren nun kurz und braun, und er fühlte sich wie um Jahrzente verjüngt das nach dem muskelbepackten jungen Körper zu schließen schien auch stimmte. Erfreut wieder "jung" zu sein, und endlich hatte Sven auch die möglichkeit alle verschwendete Zeit wieder sinnvoll zu nutzen. Neugierig mehr zu erfahren, ging er noch einmal in die riesige Halle. Als er wieder in die mitte des Pentagramms angekommen war schaute er sich die mitte mal genauer an. Dort war ein Schwert in den Bodenbelag gelegt worden. Hastig zog er wie verrückt am Schwert um es irgendwie rauszukriegen. Es war ein altes Langschwert in das Kleine Symbole reingeritzt worden waren.Mit einem Rug war es draußen und Sven lag mal wieder auf den Boden, er richtete sich wieder auf und betrachtete das Schwert. Aber er war enttäuscht es war ein ganz normales Langschwert keine mächtige Waffe wie er sich gedacht hatte. Also begang er damit das Schwert nach den alten Symbolen zu deuten. Aber es war ein Name der kaum noch leserlich war. Or.ri.t Sven hockte sich hin und dachte darüber nach was der Name wohl bedeuten sollte. Aber er wurde von seinem Magen unterbrochen der schon vor Hunger schrie , also nahm Sven das Schwert und steckte es in den Gürtel und lief nicht ohne seinen alten Wanderstock aufzusammeln wieder los richtung Stadt oder Kaff jenachdem wie man es fand.


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Erstellt von Sven S. on 20.03.2003 19:38:

Als Sven schließlich mit sprindtempo durch das Stadtor lief. Schloßen die Verdutztend Wachen das Stadtor und luden ihre Armbrust und spähten geduckt in den Horizont, "Ihr könnt aufatmen da kommt nichts!!!" rief Sven und freute sich abermals denn auch seine Stimme hatte sich passent verändert.
Schnell lief Sven in die Tarverne und setzte sich auf einen der vielen freien Plätze. "Wow, wie schnell man vom Hunger getrieben werden kann, so schnell bin ich ja nicht mal gerannt als ich noch "alt" war, und vor diesem verrücktem Schneefuchs weggerannt bin." keuchte er. Da kam auch schon der Wirt und fragte was ich den bestellen wollte ich hätte gerne einmal das Tagesmenü einen Krug Wein und würde dann noch gerne hier übernachten, aber diesmal bitte in einem Bett." erwiederte Sven auf die Frage. Der Wirt schaute etwas verwirrt und fragte sich wahrscheinlich ob Sven schonmal übernachtet hatte. Dann eilte er davon und kam wenig später mit einem großen Teller Schweinebraten wieder. Sofort haute Sven gierig alles weg, so das man es schon als eine Schweinerei bezeichnen konnte. Dafür hatte Sven dann die Höflichkeit sich mit der Serviette fein säuberlich abzutupfen.Dann bezahlte er mit dem angesammelten Geld, und ließ sich den Schlüßel für ein Zimmer aushändigen. Danach wollte er noch die Stadt erkunden, und ging hinaus.


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Erstellt von Sven S. on 20.03.2003 19:59:

Nun stand Sven draußen vor der Tarverne. Meinen ersten halt wollte er bei der Schneiderin machen, dort verkaufte er den Mantel und Hut und kaufte dafür sich andere Sachen die ihm auch Richtig passten.
Danach verließ er die Schneiderin und wurde vor der Tür von einem Mann angerempelt: "Aus dem Weg!Der große Fondor
geht hier lang!"
"Fondor? Nie gehört." dachte ier sich. Aber das ist ja wohl kein Grund ihn so anzurempeln. Also wollte er einen kleinen Racheackt starten, langsam ging Sven hinter ihm her bis er kurz hinter ihm war. Holte das alte Rasiermesser raus und schnitt damit unbemerkt das Band durch das den fröhlich klimpernden Geldbeutel hielt.
Den steckte er in seine Tasche und spazierte diesmal in die gegengesetzte Richtung weiter.Diesmal kherte er zurück in Tarverne und verschanzte er sich in seinem Zimmer.Dort leerte er sein Gold über einen Tisch aus und auch den gestohlenen Lederbeutel. Ergebnis nach ausführlichen Zählen: 204 fröhlich klimpernde Münzen. Diese Packte Sven in den Lederbeutel nachdem er diesen gewaschen und ausgebürstet hatte. Diesen Wiederum steckte er an den Gürtel aber mit einer Kette befestigt, er würde nicht denselben Fehler begehen wollen wie der Rüpel der durch die Strßen wandert. Dann endlich legte er sich ins Bett und schlief wenig später ein.
10.05.2003, 15:43 #13
Engardo
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Erstellt von Krieger-BP on 20.03.2003 20:42:

Wie aus dem Nichts schoss Krieger in Richtung der Brücke, vollkommen durchgeschwitzt und heißer. Die langen Haar klebten nass am Kopf und einige Strähnen hatten Krieger die Sicht verschlossen. Mit einem schnellen Fingerstreich war das Problem beseitigt und die Strähne wieder hinters Ohr geklemmt. Krieger spürte seine Herz bereits auf der Stirn schlagen. Unaufhaltsam, wie blitzschnelle Trommelschläge schlug es, ohne Anstalten zu machen aufzuhören. Noch ein paar weitere Sätze und Krieger würde sie erreichen. Näher, immer näher kam das Ziel, doch Krieger konnte nicht schreien, seine Kehle war wie ausgetrocknet. Nur das stöhnen der Anstrengungen kam noch über ihn.

Ohne Worte packte Krieger die Hand, die nach Hilfe suchte und schleuderte den dazugehörigen Körper aufs Festland, um kurz danach ein paar kleine Tatzen zu um fassen und auch diesen dazugehörigen Körper aufzunehmen und auf sicheren Boden zu bringen. Nur ein paar Sekunden später brach die Brücke zusammen. Platschend fiel das Geröll in den reisenden Fluss und verschwand unter der Wasseroberfläche. Krieger wandte den Blick ab von diesem Specktackel, sackte auf den Boden und lag nun keuchend auf dem Rücken. Es drang immer noch kein laut von seinen Lippen, wie versiegelt, von den andauernden Läufen der letzten Tage. Seine letzte Rast war auf dem Stein gewesen, auf dem er eine Nacht blieb, am nächsten Morgen jedoch mit blaugefrorenen Füßen, sowie Händen aufwachte und von da an beschloss nicht mehr so schnell halt zu machen, denn die Kälte erst einmal wieder loszuwerden war eine Qual, die alles, was er bisher erlebt hatte überstieg. Er musste mit seinen nicht mehr Spürbaren Füßen rennen, die vor Kälte schmerzenden Glieder bewegen und den fast erstarten Atem wieder anfachen. So ran er schneller als sonst, nur um die Qualen los zu werden und seinen Freund Angroth einzuholen, um ihn gerade in diesem Augenblick das Leben zu retten.

Immer noch keuchend lag Krieger am Boden. Ein leises, „habt ihr es überstanden“, kam über seine Lippen. Doch nur eine warme Zunge im Gesicht Kriegers antwortete auf seine Frage. Die tapfere Wölfin Carra stand schon wieder auf den Beinen und fing an Krieger zu begrüßen. „hey Carra“, brachte Krieger flüsternd hervor und Strich sie kurz am Bauch, um die Hand einen Augenblick später wieder zu kraftlos zu Boden sinken zu lassen. Mit aller Kraft drehte Krieger seinen Körper auf die Seite um den ebenfalls liegenden Angroth zu beobachten. Doch dieser regte sich nicht! Kein zucken, nichts. Voller schreck vergas Krieger seine Schmerzen und beugte sich über seinen Freund. Er hatte aufgehört zu atmen. Mit weitgeöffneten Augen, vollkommen starr beobachtete Krieger ihn, war er tot? Langsam senkte er den Kopf auf Angroths Brust. Nichts. Kein Herzschlag, einfach nichts. Zu entsetzt um irgendetwas zu tun ließ Krieger den Kopf auf dem Brustkorb liegen. Tränen entwichen seinen Augen und flossen an der Nase herunter. „Wie konnte er den sterben?“, war das einzige was Krieger durch den Kopf ging. So lag er, auf Angroth und Cara kam hinzu um sich ebenfalls auf ihr Herrchen zu legen und zu wimmern. Stille, nichts als Stille.

Krieger glitt schon über in die Welt des Jenseits, als sich plötzlich sein Kopf hob. Kurz danach senkte er sich wieder. Doch nicht aus eigener Kraft. Fassungslos hob er den Kopf und schaute auf die Brust Angroths, die sich schon wieder hob. „Angroth“ Krieger holte seine Decke heraus und umwickelte ihn damit und nahm in die Arme. „Angroth, wach auf!“ Ein stöhnen entwich ihm. Langsam öffnete Angroth die Augen. „Wo bin ich?“ sprach er. „In Sicherheit! In Sicherheit. Mach dir keine Sorgen.“ Krieger holte seine Flasche herraus und gab den erwachenden frisches Wasser. Erst langsam, dann immer gieriger schlang Angroth das Wasser herunter. Genauso kontinuierlich schien auch seine Energie wieder zurück zu kommen. Doch ein Knurren schoss hervor. „Cara sei still, Angroth muss sich erholen!“, sprach Krieger schnell, doch das Knurren kam nicht von Cara, sondern von Angroth selbst. Sein Magen meldete sich zu Wort. Den Ernst der Lager erkennend, zauberte Krieger aus seinem Beutel ein frisches Brot hervor. „Iss, stärke dich!“ Auch dieses Geschenk nahm Angroth dankend an. Seine Backen glühten mittlerweile, woran man sehen konnte, dass sein Körper wieder am arbeiten war. Langsam erhob er sich aus Kriegers Armen, sich auf die Knie stützend und dann wieder vollkommend stehend, sah man, dass es wieder bei vollen Kräften war. Wahrscheinlich war der Schock zu groß gewesen.

Auf Krieger starrend stand Angroth nun da. Auch Krieger richtete sich wieder auf und stellte sich hin. Durch diese Augenblicke waren Müdigkeit, sowie Erschöpfung eigentlich dahin. Krieger starte zurück und brachte seine Frage hervor. „Wieso stürzt denn eine Brücke einfach so ein? So schwer seit ihr doch wahrlich nicht!“ Angroth war immer noch still. Mit großen Augen blickte er nicht auf Krieger sondern auf den Fluss, in den sich die Trümmer der Brücke bewegte. Doch nicht einfach kreuz und quer, sondern direkt auf sie zu, währen sie eine Golemartige Form annahmen. Krieger folgte den Blicken Angroths und sah ebenfalls das Unfassbare. Irgendwoher kannte er diese Form. Nicht nur Irgendwoher, sonder aus dem Pyramidental. Dort hatte er auch schon mit diesem Dingern zu tun, doch viel Erfolg hatte er ohne die richtige Waffe nicht gehabt. Gebannt stand er da, das Schicksal abwartend, ob es nun um Tode oder zum Leben führte....


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Erstellt von Krieger-BP on 21.03.2003 23:13:

Langsam hob sich die Gestallt vom Wasser ab, da sie sich langsam, aber kraftvoll daraus hob.
Zwei kräftige Arme griffen nach dem Ufer um den restlichen Körper mit heraus zu ziehen. Ein steiniger Kopf war zu sehen, mit Andeutungen von Augen, die Angroth, sowie Krieger scharf ansahen. Sie hatten bereits ihre Opfer gefunden. Nun kam auch der Rest zum Vorschein, der ganze 5 Meter hohe Ausmaße hatte, komplett aus Stein. Ein wahrlich prächtiger Steingolem baute sich vor ihnen auf, beugte sich vor und ließ einen markerschütternden Schrei von sich, der Lawinen am Gletscher auslöste und wieder zurückhalte. Nur langsam verlor er an Lautstärke, bis es vollkommen Still war.

Der Golem zog polternd ein Bein nach dem anderen nach vorn. „Was nun, schrie Krieger entsetzt. Das werden wir niemals Überleben! Wir werden alle sterben.“ Krieger stürzte sich auf sein Bündel und steckte alle seine Sachen hinein, um sofort abhauen zu können. „Angroth komm, renn der Gegner ist zu stark! Beile dich!“ Doch Angroth stand immer noch wie angewurzelt da, vollkommen regungslos, ohne Anzeichen auf irgendwelche Emotionen wie Angst oder Mut. Sich der Lage bewusst, ran Krieger zu Angroth und zerrte ihm am Arm weg. Eine Sekunde länger und ein Fausthieb hätte ihn zerschmettert. Aus dem Koma erwacht ran nun auch Angroth. Am Fluss entlang. Weiter immer weiter, nur weg von diesem unbezwingbarem Gegner.

Doch auch der Golem kann rennen und so nahm er Lauftempo an. Den Boden erschütternd prasselte jeder seiner Schritte zum Erdmittelpunkt. Die Füße bohrten sich in die Erde und ein weiterer kreischender Schrei verließ die steinere Kehle, denn von der Statur her war er nicht der beste im laufen. Doch er war in Sachen Kondition überlegen. Er hatte keine Organe, die es zu versorgen galt, keine Muskeln, die arbeiten mussten. Er bestand aus magischen Dingen, die Unergründlich für die beiden Sumpfler waren. So waren sie zwar schneller, doch konnte sie nicht so lange laufen wie er vor allem nach den Antrengungen der letzten Tage. Ihnen blieb keine andere Wahl, als so schnell wie möglich zu laufen und so viel Abstand zu gewinnen, wie es ihr Laufvermögen zulassen würde.

So rannten sie, bestimmt schon den halben Tag Fluss abwärts, waren dem Riesen schon einiges an Weg überlegen, als Krieger an einer Wurzel hängen blieb. Kraftlos sackte er zu Boden. Ein alter Baum hatte sich hier in dieser lebensfeindlichen Umgebung sein Plätzchen gesucht und vegetierte so vor sich hin. Blätter hatte er nicht, nur kleine Dornen und der war von innen leicht ausgehölt. Kriegers Gesicht lag nun genau neben dieser kleinen Baumhöhle, die wahrscheinlich früher mal ein Unterschlupf für kleine Tiere gewesen war, doch nun hauste niemand mehr drinnen. Obwohl, Kriegers Augen sahen einen leicht Goldenen Schimmer, der aus der Höhle trat, doch nichts im inneren. Langsam fuhr seine Hand in die Baumwölbung und bekam etwas zu fassen. Es war glatt und leicht rund. Daneben stand noch so etwas. Mit einer schnellen Handbewegung beförderte Krieger die beiden, wie es sich herausstellte, Fläschchen hervor, mit einer komisch leuchtenden Flüssigkeit drinnen.

„Was ist das?“, fragte sich Krieger. Interessiert entfernte er den Pfropfen, der sich mit einem dumpfen Ton beschwerte. Er roch daran, doch dieses Getränk war geruchlos. Einen tropfen ließ er zu Boden fallen, doch nichts passierte. Ein weitere Tropfen fiel auf seine Hand, doch wieder passierte nichts. Schließlich nahm er einen Schluck davon. Doch es passierte wieder nichts. Langsam richtete Krieger sich auf und sprach zu Angroth, „lass und weiter laufen“
Krieger begann zu laufen, doch nicht im normalen Tempo, sondern viel viel schneller. „Warte“ , schrie Angroth, denn Krieger hatte sich bereits um die hundert Fuss von ihm entfernt. Der Trank war kein normaler Trank, sondern ein Zaubertrank, der eine schneller laufen ließ.

Freudig schaute Krieger zu Angroth, „jetzt kommen wir super schnell nach Hause!“ Angroths Gesicht verdunkelte sich. Das Gesicht sank gegen den Boden. „Ich kann nicht, ich habe noch etwas zu erledigen“ „aber..“ „kein ABER! Ich muß einfach. Lass mich meinen Weg gehen, auch wenn es meinen Tod bedeutet.“ Angroths Gesicht wendete sich nun vom Boden ab und sah direkt auf Krieger. In seinen Augen spiegelte sich ein eisener Wille, der jemanden eindeutig zu erkennen gab, was Sache war und was nicht. Krieger sah in diese Augen, überlegend ob sie sich wirklich das richtige dachten, denn mit dem Tod spielt man nicht. Einen langen Augenblick herrschte Stille zwischen den beiden Freunden. Krieger wusste, dass er in dieser Sache keines Falls hätte mitspielen konnte, so übergab er Angroth eine der beiden Wunderfläschchen und ran hinfort, in Gedanken die Hoffnung, dass Angroth heil wieder zurück kommen würde. Es bestand mittlerweile ein kleines magisches Band zwischen den Beiden, den genau in diesen Moment wusste jeder die Gedanken des anderen einzuschätzen.

So rann Krieger wieder zurück, immer am Fluss entlang, genau den gleichen Weg, wie er hingekommen war. Vorbei an den 2 toten Urmenschen, an seinem Stein, den er als Schlafplatz nutzte und auch den Fuchs, der komplett weiß war, rannte er vorbei. Dank des Zaubertrankes, weswegen er sich noch einmal an einen Gelehrten wenden müsse, kam er nach nur einer Stunde des Marsches wieder in der Stadt an, die von stolzen Soldaten bewacht wurde. Lange machte er nicht halt, denn er wollte die Wirkung des Trankes soweit wie möglich ausnutzen. So kam es nur zu einem kurzen Besuch in der Taverne, um sich ein kühles Bierchen zu gönnen und noch einmal an den Freund zu denken, der immer noch an diesem schrecklichen Ort war. Kurz nach der Pause schritt er zu seinem Schiff und hüpfte hinein, band das Seil ab und paddelte aus dem Hafen aus, aufs offene Meer. Auch hier half der Trank ungemein und so schwamm das Schiff mindestens doppelt so schnell wie auf der Hinfahrt übers Meer, vorbei an den netten Fischchen und der Insel und nach nicht alt zu langer Zeit waren die Lichter von Khorinis zu sehen, die sich stetig näherten. Auch dieses Ziel erreichte Krieger und fuhr so in den Hafen von Khorinis....
10.05.2003, 15:45 #14
Engardo
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Erstellt von Sven S. on 22.03.2003 13:10:

Endlich nach einem langen und erholsamen Schlaf wachte Sven S. auf. Zog seine Sachen an und ging hinunter zum Wirt um denSchlüssel abzugeben. Als er den Schlüssel abgegeben hatte dachte sich Sven das es an der Zeit wäre mal endlich von diesem Land runterzukommen. Also machte er sich auf zum Hafen zum Boot, doch als er gerade Einsteigen wollte packte ihn das schlechte Gewissen, er konnte doch kein Boot von Bekannten stehlen die dann hier festsitzen. Also stieg Sven in ein Fischerboot da er sicher war das der Fischer hier wenigstens lebt und nicht nach Khorinis ging legte er ab und segelte hinaus auf die See.


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Erstellt von Angroth on 23.03.2003 16:52:

Da war Krieger schon davongelaufen, Angroth war endlich alleine, der Golem weit fort von ihm. Es war unangenehm warm heute, selbst die Aschewolke die sich über das Land legte vermochte die drückende Wärme nicht zu dämpfen. Ein weiteres Problem war aber nicht die Wärme an sich, vielmehr das er sich schon fast wieder an der Stadt befand und den ganzen Weg ein weiteres Mal zurücklegen musste. Cara neben ihm hatte das viele Laufen ebenfalls etwas ermüdet, es war für sie die Zeit gekommen erst einmal zu schlafen. So übernachteten sie an Ort und Stelle, missachteten jede drohende oder mögliche Gefahr und schliefen selig.

Der neue Morgen nun brachte kein kühleres Wetter, im Gegenteil. Es war wärmer als je zuvor - so fühlte Angroth sich. Ein dumpfes Krachen und Donnern erscholl von dem Landesinnern, wahrscheinlich die Aschefontänen. Sie ragten immer noch bedrohlich und mahnend empor, doch der Gletscher wirkte noch viel gefährlicher, in seinem dunklen Weiß und der schieren Masse.
Wieder liefen die zwei Wanderer den Fluss entlang, wieder suchten sie nach einem Übergang, dieses Mal in der Gewissheit ihn auch überqueren zu müssen. In gutem Tempo kamen sie voran, aber immer blieb er wachsam um nicht dem unliebsamen Golem auf den Leim zu gehen. Immerhin rannte das Monstrum möglicherweise immer noch hinter ihm her, und das war nicht gerade das was er gebrauchen konnte jetzt wo Krieger auch weg war. Wenigstens sorgte das gute Wetter für eine weite Sicht, er war also frühzeitig gewarnt sollte er sich nähern.

Das Flusswasser glitzerte fröhlich und reflektierte die paar Sonnenstrahlen die es trotz aller Isolation geschafft hatten zu der öden Erde vorzudringen. Das Rauschen war beruhigend, die Reise verlief ruhig. Kaum Wind blies hier unten, so sah er manche Fußstapfen die er vor einer halben Woche getreten hatte, erstaunt verfolgte er seine eigenen Spuren. Lange dauerte es bis er wieder an der Stelle war, wo die Brücke ihn beinah das Leben gekostet hatte, aber der Golem war nicht da. Würde dies noch auswirkungen haben? Der Gegner der ihn nun verfolgen konnte war nicht gerade ungefährlich, es würde einen erbitterten Kampf geben, den der hohe Novize wohl auch verlieren würde, denn einen Hammer oder dergleichen besaß er nicht mehr, er hatte ihn Cifer an die Schmiede gelegt. Da fiel ihm ein er musste noch Holz besorgen, Stein alleine würde nicht reichen. Aber da der Paladin ohnehin sehr verletzt war dauerte es wohl noch etwas bis er zurückkehrte in sein Heim. Und sollte alles schlecht laufen müsste er den Baumeister erst einmal ausfindig machen, Gorthar war groß!
Sie passierten die Brücke, liefen weiter voran, immer in Richtung Gletscher, unfreiwillig allerdings.

Immer tiefer, noch tiefer als er je war, drang er in das gefolterte Land ein, auch die Sonnenstrahlen scheuten sich allem Anschein nach hier ihre Anwesenheit deutlich zu machen, es war dunkel. Nur die dunkelgraue Asche und einige rot leuchtende Blitze in ihrem Innern waren noch zu sehen. Beinahe wie bei Nacht. Magische Ladungen, scheinbar auch Blut der Erde - Lava - entluden sich in lautem Getöse in den Wolken, an manchen Stellen kam auch glühender Regen zu Boden.
Unmerklich hatte der Fluss doch noch eine Beuge gemacht und am Rande der Ebene seinen Lauf genommen. Auf der anderen Uferseite sah man eine schwarz verkohlte Landschaft, ein unnatürlicher Wind wirbelte kleine Tornados einige Fuß in den Himmel. Angroth war da, wo er hinwollte, nur auf der falschen Seite! Innerlich platzte er vor Spannung und Zorn, wollte hinüber doch fand keinen Weg! Wutentbrannt stürtzte er sich in den reißenden Strom, das letzte was er hörte bevor das Wasser ihn verschlang war ein Jaulen seiner kleinen Begleiterin. Viel früher als der hohe Novize angenommen hatte schlug er auf dem Grunf auf, hart erwischte es seinen Arm. Verdutzt schrie er auf, doch so verlor er nur Luft, mächtige Luftblasen schossen gen Wasseroberfläche und zerplatzten dort. Mit einem Ruck katapultierte er sich hoch, seine Rüstung aber war dabei sehr hinderlich, zog ihn so stark sie konnte wieder hinunter.
In einem Kraftakt den er selbst nicht für möglich gehalten hatte, die aber vom Schläfer gegeben sein musste schaffte er es sich aufzurichten, bemerkte wie flach der Fluss hier doch war. Bis zu den Oberschenkeln stand er im kühlen Nass, atmete tief und befreit ein. Endlich war er drüben, er hatte einen Weg gefunden. Die drängelnde aber glückliche Cara nahm er auf den Arm und trug sie an das andere Ufer, folgte ihr auf dem Fuße. Triefend stand er da, seine Haare hafteten an Wangen und Schultern. Er stieß hervor: "Du bist verdammt schwer geworden kleine!" dann musste er lächeln und knuddelte sie liebenswürdig.

Kurz darauf aber wurde er wieder ernst, sein Blick fiel in die dunkle und verbrannte Ebene vor ihm. Unweit seiner Position rumpelte es enorm, er fiel von dem Beben auf ein Knie und auch die Wölfin musste sich zu Boden werfen um nicht geworfen zu werden. Dann gab es einen Ohrenbetäubenden Knall, die Asche des Bodens raste gen Himmel und Teile der Erde flogen hoch durch die Luft, zerschmetterten in viele hundert Teile als sie erneut aufprallten. Cara winselte ein wenig ängstlich, Angroth beruhigte sie aber wieder. Da waren sie nun in der Ebene der Schlachten, begrüßt von einer Aschesäule und vorsichtig wie es nur möglich war. Langsam tasteten sie sich vor in jenem unnatürlichen Halbdunkel und gestreift von den magischen Winden.


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Erstellt von Angroth on 25.03.2003 19:54:

Wieder waren einige Tage ins Land gegangen, die Suche nach Hinweisen oder versteckten Bewohnern die nicht gestört werden wollten war erfolglos vonstatten gegangen. Nur Säulen von Aschewolken waren zu finden, und eine Ascheschicht auf dem Boden zeugte von der kriegerischen Vergangenheit und des magischen Potenzials der Landschaft, durch den Kampf von unnatürlichen Dämonen ausgelöst. Auch rieselte stetig weiterer Staub und Asche hinab, die Wolken am Himmel blitzten Magmafarben in ihrem innern. Und stets ein Donnern im Hintergrund.
Die Natur hier war vollkommen zerstört oder magisch, kein Baum, keine Wiese, nichts. Tiere waren ebenfalls keine zu sehen, nur hin und wieder ein schneller Schatten, der kaum nachvollziehbar über die Ebene huschte. Gestern Nacht hatte der hohe Novize auch Klagen vernommen, klagen wie von hunderten gequälter Seelen, die um Erlösung schrieen. Aber viel beunruhigender war, dass sie nicht lange nach ihrem ersten klagen anfingen seinen Namen zu rufen, immer wieder langgezogen als wenn ihre Stimmen durch mehrere Dimensionen reisen mussten, verzerrt und Bizarr: "Angroth! Angroth, komm zu uns! Wir brauchen dich. Bitte, hilf uns!" Völlig starr lag er da, unfähig die Augen zu schließen weil seine innersten Instinkte ihn warnten sich dem Schlaf hinzugeben derweil Geister und Wesen zu ihm sprachen. So war er liegengeblieben, die Augen offen, die Worte im Ohr und schweißnass. Vollkommen grotesk und verwirrend in seinen Augen war, das Cara neben ihm lag und ruhig bis ins letzte Glied ihren Schlaf ausübte. Fast dankbar das die völlige Dunkelheit dem halbdunkel des Tages wich, war er an diesem Morgen aufgestanden, suchte interessiert nach Quellen der Stimmen, aber es gab keine.
Glauben wollte er aber nicht recht das Wesen aus einer anderen Dimension oder gar magische Gefangene zu ihm gesprochen hatten, vielmehr musste ihm seine Fantasie einen Streich gespielt haben. Angst gehabt zu haben leugnete er nicht, Angst war ein gutes Gefühl, sie machte dich wissend das du noch lebst, eben so wie Schmerzen. Um sein erhitztes Gemüt abzukühlen öffnete er seinen Wasserschlauch und goss sich den Rest Wasser in die Kehle, um den Schlauch zu füllen war er zu weit von dem Fluss entfernt als dass er dorthin zurückwollte. Der neue Tag begann mit einer zaghaften Suche und Umrundung mancher Erdspalten und Kluften. Keine Stimmen, nur Donnern. Die Wolken aber waren heute wieder etwas anders als gestern, sie schienen beinahe zu rotieren, fast von selbst. Am Morgen war es fast unmerklich, doch nun, da es beinahe Abend ward, war das Kreiseln schon sehr fortgeschritten und stark. Der Ascheregen hatte sich verstärkt und vom Boden wirbelte weiter Staub auf, der Boden begann sachte zu beben und viele neue Fontänen suchten sich ihren feurig - magischen Weg gen Himmelsdach.
Cara fing wieder an beunruhigt zu winseln, und zum ersten Mal seit er sie hatte fuhr Angroth die kleine an sie solle nicht flennen wie ein Bauernweib auf der Flucht vor einer Fleischwanze! Erstaunlicherweise wirkte das Gemecker, sie bekam sich unter Kontrolle. Doch langsam wurde auch der hohe Novize unsicher, die Magie des Ortes schien ihre Kraft zu entfalten.
Dann, ganz plötzlich und hart schlug es zu! Mit einem überraschten Stöhnen riß es ihn von den Füßen, der Himmel drehte sich und der Boden nahm seinen Platz ein, hart schlug er auf. Staub und Asche wirbelte auf, durch einen magischen Wind emporgetragen. Er spuckte die Asche aus, wischte sich über die Lippe und sah sich um, Schmerz schoss durch seinen Nacken. Cara sah ihn konfus an, zwischen wegrennen und beschützen in einem heftigen Konflikt. Wie als wenn die Wolken platzen würden krachte es unbeschreiblich, die Wirbel lösten sich und kleine glühende Brocken fielen vom Himmel, zischend verbrannten sie die Erde die sie trafen. Immer mehr Steinchen prasselten zu Boden, dann fingen die Stimmen wieder an zu schreien - dringlicher und warnender als zuvor dröhnten ihre Stimmen zu tausenden in seinem Kopf: "Pass auf! Er kommt, er ist fast da! Ruchká, pass auf! Angroth Ruchká, er naht um dich zu vernichten, schütze dich und damit uns!"
Angroth kniff die Augen zusammen, angestrengt suchte sein Blick um ihn, dann streckte ihn etwas nieder. Nur kurz war der Moment in dem er schwarz sah, dann kehrte er zurück, sah einen Dämonen vor sich, schwer mit den Flügeln schlagend. Ein kehliges und gurgelndes Knurren hauchte er hervor, seine tiefschwarzen Augen die sogar die Dunkelheit zu verschlingen drohten trafen die gegensätzlichen, Eisblauen des hohen Novizen Angroth Ruchká. Der fuhr ein wenig auf, robbte auf den Rücken mit den Ellenbogen ein Stück zurück, durch Magische Hand gehalten. Die Augen bohrten sich ineinander, dann erst bemerkte Angroth dass das Wesen Cara in der Klaue hielt! Wutentbrannt und mit flammendem Blick befahl er dem unnatürlichen Wesen die kleine loszulassen, sie quiekte auch voller Todesangst laut auf. Doch dem Dämon entrang sich nur eine hämische Fratze, die man auch als Grinsen ansehen konnte. Dann erscholl ein kurzes aber entschiedenes Knacken, gefolgt von einem Todesschrei und dann Stille.
Innerlich wurde der Sumpfler leer, sein Blick ging fehl und er fiel auf den Rücken. Die kleine war tot! Nie mehr Fleischwanzen jagen, keine Sumpfhaiprügeleien, kein heiteres Spielen um sich fallenzulassen. Die leere nahm zu, ein Schmerz in seinem Herzen war alles was er fühlte. In der Stille dann ertönte eine grimmige, brutale Stimme, viele viele Jahrhunderte Erfahrung klangen in ihr mit: "Du erbärmliches Wesen willst ein Ruchká sein? Deine Vorfahren waren eindeutig mächtiger und nicht so kindlich! Ich hatte mir mehr von dir versprochen, wo du doch mein Versteck entdeckt hast! Willst du mich nun töten, dann versuche es. Doch ich verspreche dir, dir wird es genau so ergehen wie diesem Haufen Elend in meinen Händen!" Mit diesen Worten glitt der erschlaffte und zerschmetterte Körper aus den blutigen Klauen des Wesens, er untermalte dessen Sturz mit einem grausamen Lachen, unerträglich scholl es durch die Ebene als das dumpfe Klatschen davon kündete das Cara ihren Ruheplatz gefunden hatte. Der hohe Novize hatte die Worte gehört, doch hinsehen wollte er nicht mehr, er wusste auch das er einem Kampf nicht gewachsen war, nicht jetzt. Fest wurde er auf die Füße geholt, nicht aus eigener Kraft allerdings. All seine Versuche fortzuschauen wurden magisch unterbunden und die Kraft die er so verabscheute zwang ihn einmal mehr zu etwas feigem: der Flucht!
Die Blicke fanden sich doch noch einmal, und wahnsinn war in den Augen Angroth´s zu sehen als er der Schwärze entgegensah. Voller Verachtung und Hass sprach er: "Du wirst mich nicht töten, niemals! Und was du gerade getan hast wirst du bereuen, wer auch immer du bist!" Einige Feuersteine landeten unweit von ihnen auf dem Boden, der Wind ward stärker geworden. Das unbekannte Wesen entgegnete: "Wenigstens bist du willens dich zu wehren! Andernfalls hätte ich dich hier und jetzt töten können, doch ich respektiere dein Angebot mich zur Reue zu bewegen. Ob dies von Erfolg gekrönt sein wird wage ich zu bezweifeln, doch dürfen wir nicht alle einmal träumen?" Wieder lachte er unheilvoll, er provozierte den unfähigen Ruchká bis aufs Blut, doch der wusste ob seiner Schwäche angesichts jener Magischen Kreatur. Dann verschwand er mit einem blauen Lichtblitz, ließ nur eine Wolke von magischer Energie zurück.
Langsam und traurig stapfte er auf die tote Hülle seiner Gefährtin zu, einziges Zeugnis des Wesens. Denn der Himmel war wieder wie vorher, die Steine waren mit dem Boden verschmolzen und die Asche rieselte unvermindert weiter, Windstille. Der Ruchká kniete nieder und senkte das Haupt, wieder hatte er jemanden verloren den er liebte. Heiße Tränen rollten seine Wangen hinab und er schwor bei seinem Leben Rache für die kleine, auch für seine Familie, deren Mörder er nun gefunden hatte. Seine Hand spreizte er, führte sie langsam und mit geschlossenen Augen auf das tote Tier zu, das beinahe ein Teil seiner geworden war. Sachte schloss sich seine Hand um das Fell, er ballte behutsam eine Faust und öffnete dann die Augen, rot von den Tränen, sah sie an. Er sprach leise ein Gebet zu seinem Gott, dem Schläfer, ihre Seele aufzunehmen und ihr einen Platz an seiner Seite zu geben, auch wenn sie manchmal vielleicht etwas umständlich sein konnte. Dann öffnete er die Faust und spreizte die Hand wieder, führte sie langsam und mit gesenktem Haupt zu seiner Brust, setzte sie dort auf und sprach ein weiteres Gebet der Kraft. Das Ritual war beendet, ihre Kraft war auf ihn übergegangen, sie würde in ihm weiterleben während ihre Seele dem Schläfer Gesellschaft leiste.
Noch mehr Rachegedanken plagten ihn nun als zuvor, er war sich sicher er musste eine Expedition zusammenstellen die ihm bei seiner Rache helfen konnte. Er wusste, Hostis wollte ihm helfen, doch hatte er ihn schon lange nicht mehr gesehen, ob er noch lebte? Bevor es noch dunkel ward, hatte er die Furt überquert und machte sich auf den Weg zurück in die Stadt um nach Khorinis zurückzukehren, Cara wollte er auf See bestatten, er konnte sie nicht herumliegen lassen. Um schneller voranzukommen bediente er sich des Trankes, doch auch mit fliegendem Schritt war es ihm noch zu langsam. Ihm war nicht klar das es dauern konnte eine Gruppe zusammenzustellen, er wollte nur zurück, um jeden Preis. Nichts würde ihn abhalten seine Rache zu bekommen, niemand! Die Wolken und das Donnern rückte in die Ferne, die Säulen verloren an bedrückender Atmosphäre und langsam hatte ihn der wahre Abendhimmel wieder. Irgendwann endlich kam die Stadt in Sicht, die Soldaten an den Mauern sahen ein wenig misstrauisch als der Sumpfler mit einer Wolfsleiche auf der Schulter eintrat. Als er sie fragte ob er ein Boot haben konnte wurde ihm gesagt er könne mit dem Versorgungsschiff aus Khorinis mitfahren, es lege morgen früh ab und würde im Laufe des Tages im Hafen von Khorinis ankommen. Beinahe dauerte Angroth dies zu lange, doch konnte er es sich nicht leisten ein eigenes Boot zu kaufen, so nahm er das Angebot an, gab einem Matrosen das Gold und bat ihn ihm bescheid zu geben. Von seinem Restgeld betrank er sich in der Taverne, die ganze Zeit wollte er Cara nicht loslassen. Der Wirt sagte nichts, aus Angst vor einer Überreaktion auf ihn ließ er gewähren.
Der Abend kam, dann die Nacht. In die Taverne drang das Rauschen der Brandung, und bald ertönte das unruhige Schnarchen eines erschöpften Mannes der alles verloren hatte.
10.05.2003, 15:46 #15
Engardo
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Erstellt von Lord_Xardas - N on 14.04.2003 00:31:

Dies ist was geschah seitdem Nek über den Fjord segelte um seine Frau wieder zu sehen, unwissend das sie ihm bereits einen Sohn schenkte.

Zusammenfassung start:

Der Druide überquerte eines Nachts den Fjord mit dem gekauften Schiff des Händlers, dieses liegt nun in einem kleinerem Steg irgendwo in Gorthar.

Nach einer eintägigen Wanderung quer tief in das Land stand er wieder dort wo er schon ein Jahr zuvor auch stand. Auf einer Anhöhe über dem Dorf in dem seine geliebte lebte. Es dämmerte bereits und Nek machte sich mit langsamen schritten auf, ging sehnsüchtig seiner geliebten entgegen die er solange nicht gesehen hatte. Auch schmerz spiegelte sich in seinem Herzen wieder und auch die innige Freude…

Als er das Haus erreichte hörte er bekannte stimmen. Ein Klopfen lies den alten Anaxorgares aufhorchen. Er marschierte zur Tür und öffnete dem Druiden, ohne ihn erst zu erkennen. Erst der unverkennbarer Blick aus den im Licht der Fackeln und Kerzen schimmernden Augen verriet dem alten Mann wer da vor ihm stand. Mit einer Umarmung von ihm wurde Nek willkommen geheißen. Und auch seine Frau Orphelia war schon gleich an der Tür des großen Hauses…

Sie schaute ihm in die Augen, es war ein stechender und fragender Blick. Dann… klatsch… und Nek hatte die Handfläche seiner geliebten in seinem Gesicht. Die getroffene stelle wurde sofort rot. Zugleich glitt Orphelias andere Hand auf die anderen Wange, zärtlich zog sie ihn zu sich und verpasste dem geliebten einen Kuss der seines gleichen suchte.

An diesem Abend gab es viel zu erzählen. Das ganze Haus war erfüllt von freude als der Druide seinen Sohn das erste mal sah. Einige tränen verlor Nek auch in dieser Nacht…

Zusammenfassung ende:

Mein Sohn, mein Gesetz vergiß nicht, und meine Gebote möge dein Herz beobachten, denn Länge der Tage und Jahre des Lebens und Frieden werden dir hinzugefügt werden. Liebende Güte und Wahrhaftigkeit mögen dich nicht verlassen. Binde sie um deinen Hals. Schreibe sie auf die Tafel deines Herzens, und finde so Gunst und gute Einsicht in den Augen des wahren und des Erdenmenschen. Vertraue auf den einzigen mit deinem ganzen Herzen, und stütze dich nicht auf deinen eigenen Verstand. Beachte ihn auf all deinen Wegen, und er selbst wird deine Pfade gerademachen.
Werde nicht weise in deinen eigenen Augen. Fürchte ihn, und weiche vom Bösen. Möge es Heilung werden für deinen Nabel und Erquickung für deine Gebeine.
Seine Zucht, o mein Sohn, verwirf nicht, und seine Zurechtweisung widere dich nicht an, denn wen er liebt, den weist er zurecht, ja wie ein Vater einen Sohn, an dem er Gefallen findet.
Glücklich ist der Mensch, der Weisheit gefunden hat, und der Mensch, der Unterscheidungsvermögen erlangt, denn sie als Gewinn zu haben ist besser, als Gewinn an Silber zu haben, und sie als Ertrag zu haben besser als selbst Gold. Sie ist kostbarer als Korallen, und alle anderen Dinge, an denen du Lust hast, können ihr nicht gleichkommen. Länge der Tage ist in ihrer Rechten; in ihrer Linken sind Reichtum und Herrlichkeit. Ihre Wege sind Wege der Lieblichkeit, und all ihre Pfade sind Frieden. Sie ist ein Baum des Lebens für die, die sie ergreifen, und die sie festhalten, sind glücklich zu nennen.
Der Gott deines Vaters selbst hat in Weisheit die Erde gegründet. Er hat die Himmel mit Unterscheidungsvermögen fest erstellt. Durch seine Erkenntnis wurden sogar die Wassertiefen gespalten, und die Wolkenhimmel träufeln fortwährend leichten Regen herab. Mein Sohn, mögen sie nicht von deinen Augen weichen. Bewahre praktische Weisheit und Denkvermögen, und sie werden sich als Leben für deine Seele und als Anmut für deinen Hals erweisen. In diesem Fall wirst du auf deinem Weg in Sicherheit wandeln, und selbst dein Fuß wird nicht an irgendetwas anstoßen. Wann immer du dich niederlegst, wirst du keinen Schrecken empfinden; und du wirst dich gewiß niederlegen, und dein Schlaf soll angenehm sein. Du wirst dich nicht zu fürchten brauchen vor irgendeinem plötzlichen Schrecknis noch vor dem Sturm über die Bösen, weil er kommt. Denn er selbst wird sich in Wirklichkeit als deine Zuversicht erweisen, und er wird deinen Fuß bestimmt vor dem Fang bewahren.
Enthalte das Gute nicht denen vor, denen es gebührt, wann immer es in der Macht deiner Hand liegt, es zu tun. Sprich nicht zu deinem Mitmenschen: „Geh und komm wieder, und morgen werde ich geben“, wenn du etwas bei dir hast.
Schmiede nichts Böses gegen deinen Mitmenschen, wenn er mit einem Gefühl der Sicherheit bei dir wohnt. Zanke nicht mit einem Menschen ohne Ursache, wenn er dir nichts Böses angetan hat.
Werde nicht neidisch auf den Mann der Gewalttat, noch erwähle irgendeinen seiner Wege. Denn wer auf Abwegen geht, ist für ihn etwas Verabscheuungswürdiges, aber SEIN trauter Umgang ist mit den Rechtschaffenen. Der Fluch Innos ist auf dem Haus des Bösen, aber den Aufenthaltsort der Gerechten segnet er. Wenn es sich um Spötter handelt, wird er seinerseits spotten; aber den Sanftmütigen wird er Gunst erweisen. Ehre ist das, was die Weisen besitzen werden, aber die Unvernünftigen erhöhen Unehre…

Nach diesen Zeilen setzte Nek seine Feder ab von dem Stück Papier das vor ihm lag. Es war bereits tief dunkle Nacht als er durch das Fenster nach draußen schaute. Dieser Text würde der erste sein den der Druide für seinen Sohn schreiben würde… Endlich hatte er eine Familie. Würde er sich endlich niederlassen können?!

Doch nun wartete Orphelia schon im warmen Bett mit dem kleinen…


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Erstellt von Tak on 23.04.2003 14:21:

Tak blies den grünlichen Rauch seines Trauchrufes in die stickige Luft und schob gelangweilt den Becher vor sich hin und her. Er hatte sich einen Tisch im hintersten Winkel der Taverne gesucht, wobei Taverne eigendlich noch viel zu nett war für diese schmierige Hafenspelunke. Scheinbar hatte er den Treffpunkt des miesesten Packs erwischt, das in Gorthar zu finden war...
Am Tag war hier allerdings nicht viel los. Ein paar Matrosen und Hafenarbeiter saßen an den Tischen, unterhielten sich in fast schon gesitteter Lautstärke und ließen sich von der hier arbeitenden, ziemlich leicht bekleideten jungen frau ein Bier nach dem anderen bringen. Tak zweifelte nicht daran, dass sie gegen Bares auch andere Dienste anzubieten hatte...
Der Besitzer der Kneipe war ein fettleibiger, unrasierter und ständig nach Schweiß stinkender Kerl, der allerdings ein geschickter Geschäftsmann war und mit den hier ein und ausgehenden Halunken gut umgehen konnte. Und dann gab es da noch den Rausschmeißer, ein Kerl wie ein Bulle und scheinbar ungefähr genauso intelligent. Der saß eigendlich den ganzen Tag in einer Ecke, soff ein Bier nach dem anderen, ohne dass es ihm etwas auszumachen schien und klatschte der Schankmaid ab und zu debil grinsend auf den Hintern. Diese schien das allerdings schon garnicht mehr mitzubekommen, sie ignorierte den Typen einfach.

Tja, nun stellte sich die Frage, was Tak ausgerechnet in einer solchen Kneipe suchte (woher er plötzlich Geld hatte, konnte ein mit gebrochenem Genick im Sumpf vor der Stadt liegender Wanderer beantworten...). Nun, die Antwort war recht einfach - Informationen. Vielleicht war ja etwas interessantes darunter...
Ein schmächtiger Kerl in abgerissenen Klamotten kam in die Taverne spaziert und grüßte den Wirt mit einem flüchtigen Kopfnicken, das dieser nicht erwiederte. Der Neuankömmling sah sich kurz um und steuerte dann direkt auf Taks tisch zu. Er schnappte sich einen Stuhl, setzte sich vor den Druiden, stützte seinen Kopf auf seine Arme und sah Tak eindringlich an.
Der Gildenlose hob kurz den Kopf, um seinem Tischgesellen eine Rauchwolke ins Gesicht zu pusten, dann widmete er sich wieder dem hin und herschieben des vor ihm stehenden Bechers.
"Hey, geiles Zeug..." meinte der andere Typ und sog den Rauch ein. "Wo hast'n das her?"
"Sumpflager." knurrte Tak, ohne sein Gegenüber anzusehen.
"Hey, wenn du was willst - ich hab da Krautstengel anzubieten. Aus Gorthar, hehehe. Ja ja, auch hier läuft so langsam die Krautproduktion an, hehehe. Ach ja, mein Name ist übrigends Wiesel. Na ja, mein Spitzname... Und deiner?"
Wiesel begann in seiner Gürteltasche herumzukramen und hielt Tak etwas später einen Krautstengel unter die Nase. Der Druide nahm den Stengel entgegen und schnupperte daran.
"Hehehehe, beste Qualität!", versicherte Wiesel, "Nur fünf Goldstücke pro Stück!"
"Mist.", stellte Tak trocken Fest, "Sonen Scheiß wollte mir ja noch nichtmal Fortuno zu seinen besten Zeiten andrehen." geringschätzig ließ er den Krautstengel in die Hand des entgeisterten Dealers fallen.
"Ey Mann, das ist das Beste was wir hier haben..." begann Wiesel, aber Tak brachte ihn mit einem eiskalten Blick zum Schweigen.
"Euch fehlt noch ne Menge Erfahrung, mein Junge. Mit den Dingern landest du vielleicht bei den Trotteln die hier rumlaufen, aber garantiert nicht bei mir."
Wiesel zuckte die Schultern und wollte aufstehen, als Tak ihn zurückhielt.
"Warte mal - du bekommst doch sicherlich ne Menge mit von dem, was hier so passiert?"
Wiesel nickte und setzte ein kaufmännisches Grinsen auf.
"Fünfzehn Goldstücke."
Tak kramte in seiner Tasche herum, förderderte einen Lederbeutel zu Tage und zählte das Gold auf den Tisch. Ziemlich teuer, dieser Typ. Aber nun ja, wenn er glaubte, Tak würde ihm letztendlich auch nur ein einziges Goldstück bezahlen, dann hatte er sich getäuscht...
"Fein, fein.", meinte Wiesel und strich zufrieden das Geld ein, 2Also, was gibt es neues zu berichten? In der letzten Zeit ne Menge. Die obrigkeit ist beunruhigt wegen eines sonderbaren Kultes, der hier schon seit längerer Zeit sein Unwesen treibt. Was genau es mit dem Kult auf sich hat weiß niemand so genau, und auch wer sein Anführer ist, ist den Behörden ein Rätsel. Vor ein paar Tagen ist ein Inquisitor aus Torin hier eingetroffen, zusammen mit ein paar Gefolgsleuten. Offiziell ist der Grund des Besuches ein diplomatischer, aber ich Zweifle nicht daran, dass der eigendliche Grund dieser Kult ist. Außerdem nimmt die Orkpräsenz in diesem Gebiet ständig zu, die Bauern draußen vor der Stadt berichten von immer mehr Überfällen. Die Armee hat die Gebiete außerhalb der Stadtmauern schon seit dem Krieg gegen die Sträflinge nicht mehr im Griff, und nach dem fall der Barriere wurde das alles nur noch schlimmer. Und auch innerhalb der Stadt verliert der Rat so langsam aber sicher die Kontrolle."
Tak nickte, Wiesel schwieg ungefähr eine halbe Minute und überlegte, ob es noch irgend etwas wichtiges gab, dann erhob er sich. Nun, zumindest hatte er das vor, als ihn der druide am Oberarm packte und wieder auf seinen Stuhl zurückdrückte.
"Und jetzt das Geld bitte, Wieselchen..." knurrte der Gildenlose und hielt die Hand auf, Wiesel starrte ihn nur perplex an. Dann wanderte seine Hand zu seiner Tasche - doch statt des Geldes riss Wiesel einen langen Dolch heraus, die Klinge blitzte kurz im Schein der Fackeln, dann bohrte sich sich in den Tisch genau an der Stelle, an der sich eben noch Taks Hand befunden hatte. Der Druide schüttelte nur langsam den Kopf.
"Junge, das war ein Fehler..."
Plötzlich sprang Tak auf, stützte sich mit einer Hand auf den Tisch und rammte Wiesel seine schweren Kampfstiefel ins Gesicht. Der Krautverkäufer wurde nach hinten geschleudert und landete auf dem Boden, im nächsten Augenblick stand Tak schon vor ihm. Jetzt war allerdings der Rausschmeißer aufgesprungen und hatte eine Brutale Keule aus seinem Gürtel gerissen, mit der er auf den Druiden zustürmte. Tak wartete bis ihn der Kerl fast erreicht hatte, dann sprang er hoch. Mit Hilfe seiner Magie war es ihm ein Leichtes, einfach über den Kerl drüberzuspringen, dessen Keule pfeifend die Luft zerteilte. Tak kam hinter ihm auf und als sich der Rausschmeißer perplex umdrehte, krachte auch schon der Stiefel des gildenlosen gegen seinen Unterkiefer...
Der bullige Kerl taumelte zurück, Wiesel war allerdings aufseprungen und versuchte aus der Kneipe zu entkommen. Tak griff unter seinen Umhang, einen Herzschlag später wirbelte ein silbriges etwas durch die Luft und blieb im Bein des Krautverkäufers stecken. Dieser schrie auf, als das Wurfmesser ihn traf und stürzte, schon war Tak bei ihm und hielt ihm die offene Hand unter die Nase.
"Das Geld bitte..."
Die Stimme des Gildenlosen klang fast gönnerhaft, Wiesel fluchte leise.


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Erstellt von Die Inquisition on 23.04.2003 21:13:

"Inquisitor Heinrich Tannenberg..."
Der Ratsvorsitzende hielt das Schritstück ziemlich nah vor sein Gesicht, seine Augen waren wohl nicht mehr die besten. Tannenberg ließ sich auf den Stuhl nieder, den ihm der Diener bereitstellte, sein Blick wanderte prüfend von einem der Ratsmitglieder zum nächsten.
"27 Jahre im Dienst als Hexenjäger des Ordo Haereticus. Verandwortlich für das Aufspüren und die Bestrafung von 158 erwiesenen und 323 vermuteten* Ketzern. Mehrfach belobigt durch Großinquisitor van Ebonhardt. Einen Nachfolger ausgebildet, Inquisitor Gregor Dorrien, der wohl vor nicht allzu langer Zeit auf Khorinis verschwunden ist."
Der Ratsvorsitzende legte das Schriftstück zur Seite und sah eindringlich den Inquisitor selbst an, den das ziemlich kalt ließ.
"Also, meine sehr geehrten Ratsherren, dies ist die Situation. Dieser Kult bereitet uns immer mehr Probleme. Obwohl Engor schon seit einigen Wochen versucht, die Bedrohung einzudämmen, und sogar Auftragsmörder, die wir normalerweise einsperren würden, auf die kultisten ansetzt, weitet diese Organisation ihre Tätigkeiten immer weiter aus. Wir wissen praktisch nichts über sie, wir kennen ihre Ziele nicht, ihre Herkunft und ihre Anführer. Wir wissen nur, dass diese Kultisten sehr einflussreiche Freunde zu haben scheinen - wen genau, das wissen wir natürlich wieder nicht..."
Der Vorsitzende hiellt inne und schüttelte niedergeschlagen den Kopf, die Situation in Gorthar war einfach nicht mehr feierlich.
"Wir wissen, dass sie eine akute Bedrohung darstellen für die öffendliche Sicherheit und Ordnung. Ich danke dem Hohen Rat von Torin, dass er uns Unterstützung zugesichert und dieses Versprechen auch gehalten hat. Ich heiße Euch hier in Gorthar Willkommen, Inquisitor Tannenberg!"
Ein Murmeln ging durch den Saal, als der Hexenjäger sich erhob. Heinrich Tannenberg gehörte zu den erfahrensten und erfolgreichsten Mitgliedern des Ordo Haereticus, was nicht zuletzt auf seine schonungslosen - böse Zungen würden sagen rücksichtslosen - Aufklärungsmethoden zurückzuführen war. Der Inquisitor war ein großer, breit gebauter Mann mit wettergegerbtem, narbigem Gesicht und kleinen, eiskalten Augen. Sein Haar war schon früh grau geworden und jetzt, im Alter von 58 Jahren, fast schneeweiß, aber noch immer dicht. Er trug eine prunkvolle, schwere Rüstung, ein teures Schattenläuferfell bildete den Kragen seines langen roten Umhangs. Ein hochwertiges Breitschwert steckte in der an seinem Gürtel hängenden reich verzierten Lederscheide, neben einigen Dolchen und auch Runen, mit denen er die Macht der Magie entfesseln konnte.
"Ich freue mich, Gorthar helfen zu können, diese Plage zu beseitigen.", erhob der Hexenjäger seine feste Stimme, "Ich und meine Gefährten werden diese Klutisten schon kriegen. Alles, was ich brauche, ist die Bedingungslose Zusammenarbeit dieses Rates und der gortharianischen Armee und Polizei."
"Die habt Ihr, Inquisitor, die habt ihr." versicherte der Ratsvorsitzende, Tannenberg nickte zufrieden.
"Dann werde ich mich nun zurückziehen, ich habe eine beschwerliche Reise hinter mir und muss noch das Material sichten, welches ich bekommen habe. Ich wünsche den Herren noch einen angenehmen Abend..."
Mit einer kurzen, nicht allzu tiefen Verbeugung verabschiedete sich der Inquisitor und verließ den Saal, ein Diener schloss hinter ihm die Tür. Ratsherr Marcus Defay starrte finster die eichenhölzerne Tür an.
"Und ich sage, es war ein Fehler..." knurrte er, doch zu leise, als dass es jemand anderes hätte mitbekomen können...

* vermutete Ketzer: meist Unschuldige
10.05.2003, 15:47 #16
Engardo
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Erstellt von Lehna on 24.04.2003 02:43:

"Und es ist wirklich keiner zu Hause?"
Auf ihre Frage hin grinste Roland breit. Wären die Ohren nicht im Weg gewesen, hätte er im Kreis grinsen können.
"Wenn ich es dir doch sage, Süße... Meine Frau ist in Khorinis, und jemand anderes lebt nicht bei mir. Wir haben alle Zeit der Welt..."
Lehna lächelte zurück. Dieser Kerl war doch einfach widerlich. Ein emporkömmling, ein Neureicher, der mit irgendwelchen zwielichtigen Geschäften sein Geld verdiente und sich jetzt einbildete, er sei der Größte. Er hielt ihre Hüfte fest umschlungen und zerrte sie fast mit sich zu seinem Haus. Sie wusste, dass er es kaum noch erwarten konnte. Ihr ging es genauso - auch wenn sie wohl an etwas ziemlich anderes dachte als Roland...
Recht bald hatten sie Rolands Haus erreicht, nur so kurz wie möglich ließ er Lehna los, nicht länger als er brauchte um die Tür zu öffnen. Dann zog er sie wieder an sich. Kaum fiel die Tür hinter ihnen ins Schloss, rammte der Geschäftsmann seiner 'Eroberung' die Zunge in den Hals, seine Hand wandere langsam hoch zu ihren Brüsten. Lehna kannte soetwas, und obwohl sie den Kerl nicht ausstehen konnte, erwiederte sie den Kuss ebenso leidenschaftlich...
Nach einer Ewigkeit wie es ihr schien drückte sie Roland von sich und setzte ein geheimnisvolles Lächeln auf, als sie begann, ihren Rock zu heben. Roland grinste erst zufrieden, dann überrascht, als zwei Dolche darunter zum Vorschein kamen...
"Was..." stammelte er und starrte perplex auf die Waffen.
"Schönen Gruß von Manfred, Arschloch!" fauchte Lehna, mit einer blitzartigen Bewegung riss sie die Dolche aus ihren Halterungen. Die Klingen blitzten kurz auf, im nächsten Augenblick schrie Roland auf und stolperte zurück. Entsetzt befühlte er seine Schultern und starrte auf das Blut, das langsam sein Hemd durchtränkte.
"Du... Du bist eine Auftragsmörderin..." brachte er mühsam hervor, er konnte es wohl noch immer nicht fassen. Lehna setzte ein wölfisches Grinsen auf.
"Ganz recht, Süßer..."
Sie wirbelte die Dolche in ihren Händen herum, feine Blutspritzer lösten sich von den klingen und hinterließen winzige Flecken auf der weißen Wand...
Plötzlich warf sich Roland mit einem Schrei gegen sie, und obwohl sie ihm dabei die Dolche in die Hüften rammte, wurde sie doch zur Seite geschleudert. Lehna wurde unsanft gegen die Wand gestoßen, Roland stolperte an ihr vorbei, gerade so konnte er sich auf den Beinen halten und schleppte sich wimmernd in weg von ihr. Die junge Frau lächelte hämisch, und ging ihm ohne Eile hinterher. Roland hinkte bis in die Küche, wo er sich ein Messer griff. Er verzog sich in eine ecke und hielt ihr seine 'Waffe' entgegen, seine Hand zitterte dabei als würde sie unter Strom stehen, Tränen liefen seine Wangen hinab. Lehna lachte böse, langsam kam sie auf ihn zu.
"Sieh an, unser Kleiner hat doch nicht etwa genug?"
Blitzartig stieß sie zu, ein Klirren ertönte, Rolands Messe viel zu Boden, dann zog Lehna ihre Dolche aus dem Hals ihres Opfers. Roland sackte leblos zusammen und rutschte wie Wand hinunter, eine dünne Bluspur auf selbiger hinterlassend. Fast schon fasziniert beobachtete die Meuchlerin dieses kurze Schauspiel, dann wischte sie ihre Klingen an Rolands Hemd ab und ließ sie wieder unter ihrem Kleid verschwinden. Einen geringschätzigen Blick warf sie ihrem Opfer noch zu, bevor sie das Haus verließ und in den nächtlichen Gassen Gorthars verschwand...


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Erstellt von Lehna on 24.04.2003 16:58:

"Das ist er." flüsterte der Wirt und deutete auf die dunkle Gestalt in der Ecke.
"Der Typ sitzt jetzt schon seit gestern hier, er kauft kaum was, und wenn doch, dann bezahlt er nicht. Und Paul hat irgendwie keine Chance gegen ihn..."
Paul, der bullige Rausschmeißer, nickte bestätigend.
"Er ist einfach verflucht schnell. Und springen kann er... Ich sag euch, mit dem stimmt was nicht. Und deswegen will ich ihn endlich loswerden. Wenn die Versprechen eures Kultes nicht nur leere Phrasen sind, dann kümmert euch darum."
Der Anführer der kleinen Gruppe nickte nur. Es waren fünf Kultisten, gekleidet in dunkle Mäntel und Roben, sowie Lehna, die nun schon seit einiger Zeit für den Kult arbeitete. Sie schloss sich ihm nicht an, aber Aufträge gab es zur genüge. So wie diesen hier...
Die junge Frau musterte den Kerl, den sie rausschmeißen sollten, misstrauisch. Die ganze Zeit schon sah er zu ihnen hinüber, sein Blick war eiskalt und berechnend. Seine aschfahle Haut bildete einen Gegensatz zu der nachtschwarzen Rüstung, die er trug. Und unbewaffnet war er auch nicht, sie erkannte mindestens ein Schwert und einen Dolch, und neben ihm lehnte eine sonderbare Waffe an der Wand. Eine Stange mit brutal aussehenden Klingen an beiden Enden...
Karl, der Anführer der Gruppe, ging langsam auf den Tisch des dunklen Gastes zu, die anderen postierten sich hinter ihm, ihre Hände lagen auf den Griffen ihrer Schwerter. Lehna hielt sich noch nicht ganz so offensichtlich bereit, die Waffen zu ziehen, dennoch konnte sie im Bruchteil einer Sekunde zu ihren Dolchen greifen...
"Der Wirt meinte, du würdest Ärger machen?" sprach Karl den Fremden mit bedrohlichem Tonfall an, dieser allerdings blieb vollkommen ruhig, er musterte den Kultisten nur kühl und schien nicht vorzuhaben, zu antworten. Nachdem Karl eine halbe Minute gewartet hatte, wurde es ihm dann doch zu bunt, ein kurzes Kopfnicken war das Signal, dann zogen die Kultisten ihre Schwerter. Der Gast reagierte allerdings wesendlich schneller als sie es erwartet hätten, ein stählernes Etwas wirbelte durch die Luft. Plötzlich ließ Karl sein Schwert fallen und umklammerte röchelnd seinen Hals, aus dem der dunkle Griff eines Wurfmessers ragte...
Der Gast sprang auf, vollführte mal eben einen Salto über den Tisch und die Köpfe der restlichen Leute hinweg und zog in der Luft sein Schwert. Die Klinge stieß nach vorn und bohrte sich in den Hinterkopf eines weiteren Kultisten, noch bevor der Kämpfer wieder auf dem Boden aufkam. Lehna riss ihre Dolche aus den Halterungen und griff nun an, die beiden Klingen schnitten pfeifend durch die Luft, der Gast wich zurück. Jedoch etwas zu langsam, einer der Dolche hinterließ einen kleinen Schnitt in seinem Hals...
Plötzlich ließ sich der dunkle Kämpfer nach hinten fallen, stützte sich mit einer Hand auf den Boden und rammte Lehna seine Kampfstiefel in den Bauch. Sie schrie überrascht auf, die Kraft, die hinter diesem Tritt steckte, war nicht von dieser Welt. Fast zwei Meter wurde sie nach hinten geschleudert, bis sie gegen die Wand prallte und zu Boden stürzte. Ein kurzes, trockenes Husten, ein Gefühl des Erstickens, sie krümmte sich zusammen und hielt ihre Arme schützend vor ihrem Bauch verschlungen. Sie schnappte nach Luft, doch sie bekam keine, zumindest schien es ihr so, der kuperne Geschmack von Blut lag ihr auf der Zunge. Sie sah nichts mehr von dem Kampf, und angesichts dessen, was sie hörte, war sie schon fast froh darüber...

Stille. Nur ihren eigenen Atem hörte sie noch. Dann Schritte, die eisenbeschlagenen Sohlen schwerer Kampfstiefel polterten recht gut hörbar auf dem Holzboden der Taverne. Die Schritte kamen genau auf sie zu...
Panisch versuchte Lehna, sich aufzurichten, doch ihre Versuche scheiterten schon im Ansatz. Sie brauchte... Luft...
Der Mann, der sich ihr genähert hatte, blieb stehen, sie starrte genau auf die leicht blutverschmierten Stiefel. Es waren die selben, die sie getroffen hatten. Eine Träne löste sich aus ihrem Auge und fiel auf die Bretter des Bodens. Sie wusste, was jetzt kommen würde, der Krieger hielt noch immer das schwert in seiner Hand, mit dem er die Kultisten getötet hatte. Sie selbst hatte niemals Mitleid gehabt mit ihren opfern, und sie wusste, dass auch dieser Mann keines ihr gegenüber haben würde. Hoffendlich machte er es wenigstens schnell...
Der dunkle Kämpfer packte sie an der Schulter und zog sie unsanft hoch, drückte sie gegen die Wand. Sie spürte das Bedürfnis, einfach wieder umzufallen, doch ihr Gegenüber hielt sie eisern fest, bis sie selbst wieder stehen konnte...
Sie sah über seiner Schulter die Taverne. Was sie sah, schockte selbst sie. Er hatte nicht nur die Kultisten umgebracht - er hatte alle getötet. Den Wirt, den Rausschmeißer, die junge Kellnerin und auch die drei Gäste, die zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen waren. Sein Blick war vollkommen kalt und gefühllos. Als er das Schwert hob, schloss Lehna die Augen...
...und hörte, wie der dunkle Kämpfer die Waffe in die Scheide zurückgleiten ließ. Vielleicht wollte er sie ja mit ihren eigenen Dolchen töten, oder er hatte noch unangenehmere Dinge mit ihr vor. Ja, das würde es sein. Sie erwartete, dass er jetzt anfangen würde, ihr die Kleider vom Leib zu reißen...
Aber auch das geschah nicht. Sie wartete eine Ewigkeit wie es ihr schien, aber der Mann tat nichts. Garnichts. Schließlich öffnete sie vorsichtig die Augen. Er hielt ihr ihre Dolche hin...
Vollkommen perplex nahm sie die Waffen an sich, der Mann drehte sich um und ging ohne Eile zurück zu seinem Tisch. Dort nahm er den an der Wand lehnenden Speer und zog sein Wurfmesser aus Karls Hals, bevor er gemessenen Schrittes der Tür entgegenstrebte. Mit der Hand gebot er Lehna, ihm zu folgen...


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Erstellt von Superluemmel on 24.04.2003 17:08:

"So mein Freund, wenn du jetzt so freundlich wärst, mir dein gesamtes Geld zu geben, wird sogar niemand verletzt werden."
Unter dem Mantel des Mannes brach sich ein einzelner Sonnenstrahl auf blankem Stahl. Auffordernd streckte er seine geöffnete Hand aus.
"Da muss ich euch leider enttäuschen."
Obwohl sich Frost innerlich spannte, war seine Stimme so ruhig als ob er mit einem alten Freund plaudern würde.
"Denn selbst wenn ich im Besitz von auch nur einer Münze wäre, so würde ich sie nicht mit einem lausigen Strauchdieb teilen."
Die Mundwinkel seines Gegenübers verzogen sich zu einem hämischen Grinsen.
"Komm mir doch nicht so. Du kannst mir doch nicht erzählen, dass ein Krieger wie ihr ohne Geld unterwegs seid."
Nun war es an Frost, ein wölfisches Grinsen aufzusetzen. Das waren nicht die ersten Diebe, die sich von seinem Äußeren hatten täuschen lassen. Und es würden mit Sicherheit auch nicht die Letzten gewesen sein.
"So ist es."
Für den Bruchteil einer Sekunde mischte sich ein erstaunter Ausdruck in die Augen des Räubers. Dann fasste er sich und setzte erneut sein bösartiges Grinsen auf.
"Nun gut, du hast es so gewollt. Eigentlich verletze ich nur ungern Leute, vor allem wenn sie verletzt sind. Aber wer mein gutmütiges Angebot ausschlägt, lässt mir keine andere Wahl."
Im selben Moment, in dem der Anführer der Bande seinen Langdolch unter dem Mantel hervorzog, traten zwei weitere Gestalten aus den Schatten der Hauswände. Auch in ihren Händen blitzte kalter Stahl.
Frost brauchte sich nicht umzudrehen, um zu wissen, dass es in seinem Rücke nicht anders aussah. Er hörte das leise Schlurfen von ledernen Sohlen auf dem rauhen Pflaster.
Langsam kamen die Räuber näher. Doch dabei machten sie einen nicht zu verachtenden Fehler : Anstatt sich zusammen auf den Waffenmeister zu stürzen, begannen sie ihn einzukreisen.
Sie stützten sich zu sehr auf das zweifelhafte Wissen, dass Frost verwundet war und deshalb hilflos erschien. Nun, in gewisser Weise hatten sie auch recht.
Doch ließen sie dabei zwei wichtige Aspekte außer Acht.
Zum Einen ging es Frosts geschienten Bein dank der Heilkünste der Donnrapriesterin besser als es den Anschein hatte. Eigentlich hatte er die Schiene nur noch nicht abgelegt, um den Knochen noch etwas zu schonen.
Zum Anderen unterschätzten sie die Reichweite des momentan als Gehilfe dienenden Eisbrechers. Da die Räuber fast ausschließlich mit kurzen Klingen bewaffnet waren, verfügte Frost um einen Reichweitenvorteil von fast einer ganzen Armeslänge.
Und diesen wusste er auch auszunutzen.
"Ich habe euch gewarnt", seufzte Frost und fasste unmerklich den Griff seines Schwertes fester.
Ein Windhauch strich durch die Gasse und spielte einige Herzschläge lang mit den langen Haarsträhnen des Kriegers.
Sein Blick ruckte nach links, dann nach rechts.
Zu seiner Rechten war die Formation um eine Kleinigkeit lockerer.
Ohne Vorwarnung sprang der Eisbrecher nach oben, wurde in einem schnellen Ausfallschritt in einem sirrenden Halbkreis auf den alleine stehenden Straßenräuber zugetragen und schmetterte ihm den Dolch aus der Hand. Ein gellender Schrei hallte durch die Gasse. Mit vor Schmerzen verzerrtem Gesicht umklammerte der Bandit seine geprellte Waffenhand.
Bevor die Bewegung zu ihrem Ende kam, hob Frost das rechte Bein leicht an um es zu entlasten, ließ die Klinge frei fahren um neuen Schwung zu schöpfen und schwang sie in einem blitzenden Hieb herum.
Scharrend rutschte sein Absatz auf den Pflastersteinen, als der Krieger herumfuhr. Geschmeidig bog er seinen Oberkörper nach hinten um einem weiteren Dolchstoß zu entgehen, stützte sich mit der freien Hand auf der Straße ab und schmetterte dem zweiten Angreifer die Klinge in die ungeschützte Seite.
Im nächsten Moment stieß er sich kraftvoll mit dem unverletzten Bein vom Boden ab, schwang sich über seine stützende Hand hinweg und entging somit den Attacken der verbleibenden drei Räuber. Die Hauswand stoppte das Ausweichmanöver abrupt, als sein Stiefel an der Wand abfederte, seinen Körper schwungvoll in die entgegengesetzte Richtung katapultierte und kurz darauf knirschend mit dem Kieferknochen des Bandenanführers kollidierte.
Endlich drückte sich der Waffenmeister mit der Stützhand vom Boden hoch, vollführte eine blitzartige Drehung und kam in Begleitung eines weiteren Schwertstreiches auf die Beine.
Mit einem dumpfen Knallen barst der Degen eines weiteren Angreifers, als der Bandit versuchte, Frosts Waffe mit der eigenen, dünnen Klinge abzufangen. Ungebremst vollendete der Eisbrecher seine Kreisbewegung, schnitt durch Kleidung und Haut des Räubers und hinterließ einen blutigen, aber nicht sonderlich tiefen Schnitt in seiner Brust.
Geschockt starrte der Mann auf seine blutbesudelten Hände, dann bracht er wimmernd in die Knie. Der letzte Dieb blickte Frost mit einem Ausdruck zutiefsten Entsetzens an.
Dann fuhr er mit einem lauten Schrei herum und stürzte Hals über Kopf davon.
Frost ließ ihn laufen.
Sollte sich die Stadtgarde um diesen armseligen Haufen kümmern. Doch als er an dem Anführer der Bande vorbeischritt, blieb er stehen. Die Spitze seines Schwertes hob sich und verharrte dicht unter der Kehle des zitternden Mannes. Den Tritt würde er wohl nicht mehr so schnell vergessen....
"Ihr lasst euch zu schnell von Äußerlichkeiten täuschen. Ich wünsche euch noch viel Spass mit der Garde."
Der Räuber zuckte zusammen, als der Eisbrecher ruckartig an seiner Seite vorbeischnitt und seinen Geldbeutel vom Gürtel trennte. Mit der Spitze des Schwertes hob Frost den Beutel auf, betrachtete ihn kritisch einige Sekunden lang und ließ ihn dann die Klinge hinunterrutschen, um ihn mit der freien Hand aufzufangen.
"Den nehme ich mal besser mit. Ist ohnehin nicht euer Geld. Seht es als Entschädigung, dass ich euren Gestank ertragen musste."
Klimpernd verschwand der Beutel in Frosts Tasche, dann setzte er seinen Weg fort. Er hatte noch einiges zu erledigen....
10.05.2003, 15:49 #17
Engardo
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Erstellt von Tak on 24.04.2003 22:24:

Nachdem er die Taverne verlassen hatte, erhöte Tak die Geschwindigkeit etwas, er hatte keine Lust sich noch mit der Stadtgarde rumzuschlagen, wenn diese hier aufkreuzte. Lehna trottete ihm einfach hinterher, als er in eine der zahlreichen engen Seitengassen einbog...
Nach einer Weile zog Tak ein Amulett aus seiner Tasche und warf es seiner unfreiwilligen Begleiterin hin, die es geschickt auffing und einen kurzen Blick darauf warf. Das Amulett war einfach gearbeitet, eine matt silbrige, runde Metallplatte mit einer symbolischen Sonne darauf.
"Was ist das? Jeder von den Typen hatte so ein Amulett."
Tak drehte sich weder um noch wurde er langsamer, seine Stimme klang kalt und gefühllos, keinen Widerspruch zulassend.
"Das Erkennungszeichen des Kultes der erneuernden Sonne..."
"Was ist das für ein Kult?"
"Der Kult existiert noch nicht lange, aber er ist sehr schnell ziemlich einflussreich geworden. Die Mitglieder glauben, dass eines Tages - und dieser Tag soll nicht mehr fern sein - der heilige Erlöser kommen wird, um das Unrecht dieser Welt in heiligem Feuer zu verbrennen und 'ne neue, gerechte Weltordnung zu schaffen."
"Du bist nicht Mitglied des Kultes nehme ich an?"
"Nein... Ich arbeite freiberuflich, allerdings schon seit gewisser Zeit für den Kult. Er zahlt recht gut..."
"Hattest du einen anderen Kontaktmann oder blutet der grad den Tavernenboden voll?"
Lehna schwieg, nach einer halben Minute wiederholte Tak die Frage und verband sie mit der Feststellung, dass er eine Menge aua machender Todesarten kannte und keinerlei Skrupel hatte, ihr sein Wissen auf diesem Gebiet zu demonstrieren. Aufgrund der Vorstellung in der Taverne glaubte sie es dem Druiden dann auch...
"Er heißt Manfred...", begann sie zögerlich und stockte kurz, "Er lebt in der Taverne 'Zum einäugugen Butt' am Hafen. Hinter der Theke ist eine Geheimtür in der Wand eingebaut, dort geht es zu seinem Versteck."
Tak nickte, allerdings noch immer ohne sich umzusehen.
"Gut. Und ich warne dich - wenn du mir Lügen erzählt hast, werde ich dich finden und töten. Du kasst vielleicht wegrennen, aber du kannst dich nie im Leben vor mir verstecken..."
"Warum hast du mich eigendlich nicht schon längst umgebracht?" fragte sie plötzlich, Tak blieb unvermittelt stehen und drehte sich langsam um. Sein Blick traf den ihren und schien sich in ihren Kopf bohren zu wollen.
"Soll ich's nachholen?", knurrte der Gildenlose, Lehna wich verunsichert einen Schritt zurück.
"Weil du Talent hast, deswegen habe ich dich nicht getötet. Du musst zwar noch eine Menge lernen, aber du hast Talent..."
Lehna zog fragend die Augenbrauen hoch, so eine Antwort war so ziemlich das Letzte was sie erwartet hatte.
"Du könntest mir eines Tages nützlich sein. Doch nun entschuldige mich, ich habe ein paar Kehlen aufzuschlitzen."
Urplötzlich katapultierte sich Tak in die Höhe und landte mit einem einzigen Sprung auf dem Dach des nächststehenden Hauses, wobei es wirkte, als wäre es das natürlichste der Welt, dass man einfach mal so auf Häuser hüpfte - mal abgesehen davon, dass die Luft um seine Füße herum zu wabern schien als wäre sie erhitzt worden. Lehna sah ihm endgültig verwirrt nach, man konnte ja nicht gerade behaupten, dass ihr bisheriges Leben ruhig verlaufen war, aber soetwas war ihr noch nie untergekommen...


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Erstellt von Lehna on 25.04.2003 00:10:

Lehnas Blick streifte über den ruhig daliegenden Hafen, keine Menschenseele war um diese zeit noch hier draußen zu sehen. Um so besser, allzu viel Aufmerksamkeit könnte sie jetzt ohnehin nicht gebrauchen. Sie musste weg aus Gorthar, diese Stadt war einfach zu heißes Pflaster geworden. Dass der Rat wegen des Kultes einen Inquisitor angeheuert hatte ging ja noch, aber wenn jetzt schon Typen wie dieser finstere Krieger aus der Taverne begannen, Jagd auf die Kultisten zu machen, dann war ihr das doch ein wenig zu viel. Talent... Was dieser Typ damit wohl gemeint hatte? Und das sie ihm vielleicht noch nützlich sein konnte... Eigendlich hoffte sie viel mehr, dass sie ihm nie wieder über den Weg laufen würde. Allerdings war ihr irgendwie so, als ob sie wüsste, dass sie ihn wiedersehen würde, ob sie nun wollte oder nicht. Sie bezweifelte nicht, dass stimmte was er sagte - dass sie sich nicht vor ihm verstecken könnte. Warum auch immer...

Sicherheishalber warf sie noch ein paar Blicke in die Runde, doch es war nach wie vor niemand zu sehen, also sprang sie leichtfüßig in eines der kleinen Fischerboote, die hier vertäut lagen. Mit einem ihrer dolche durchtrennte sie das Seil und stieß sich vom Kai ab, bevor sie das Segel setzte und das Boot langsam aber sicher auf den Fjord hinaus steuerte, in Richtung der Insel Khorinis...


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Erstellt von Tak on 25.04.2003 17:26:

Tak drückte die Klinke herunter und rüttelte kurz an der Tür. Verschlossen. Und das zur Mittagszeit... Mochten ihn die Leute hier vielleicht nicht?
Der Druide sah sich kurz um, niemand in der Nähe. Gut. Einen Fußtritt später flog die Tür dann doch auf, Tak betrat die Taverne 'Zum einäugigen Butt' und sah sich kurz um. Im Vergleich zu den anderen Tavernen war diese fast schon luxuriös eingerichtet, insbesondere in hinblick auf die Möbel. Allerdings war keine Menschenseele zu sehen...
Der Gildenlose schloss die Tür hinter sich, nicht dass ihn noch jemand störte, und ging dann zielstrebig hinter die Theke. Die Untersuchung der Wand dauerte nicht lange, dann hatte er gefunden was er suchte - ein paar hauchdünne Spalten verrieten die Geheimtür. Tak klopfte an, eigendlich hatte er nicht wirklich mit einer Reaktion gerechnet, doch es gab sogar eine. Die Tür wurde aufgerissen, der dahinterstehende Wächter stieß mit einem Langschwert zu. Tak reagierte sofort, schlug die Klinge mit seinem Unterarm zur Seite und rammte dem Wachposten die Stahlkuppe seines rechten Stiefels in die Weichteile. Wie zu erwarten ging der Mann wimmernd zu Boden, etwas später hatte er sein eigenes Schwert im Rücken stecken...
Tak drehte den Toten um und tatsächlich, um seinen Hals hing dieses Amulett, dass ihn als Anhänger des Kultes auszeichnete. Scheinbar war er hier richtig...
Der Druide stieg über die Leiche hinweg und betrat den hinter der Geheimtür liegenden Gang, der bald in einer nach unten führenden Treppe endete. Ohne Eile ging er die Treppe hinunter, unten stand ein weiterer Wächter, doch bevor dieser mehr tun konnte als überrascht die Augen aufzureißen, steckte ihm auch schon ein Wurfmesser in der Kehle. Erneut folgte ein kurzer Gang, der vor einer weiteren Tür endete, die sich allerdings problemlos öffnen ließ...
Unter dem Druiden erstreckte sich eine Halle von unerwarteten Ausmaßen, er selbst stand auf einer Art Podest, von dem eine Treppe hinunterführte. Die Halle war gefüllt mit Kisten, Säcken, Waffen und anderen Gütern, der hintere Teil war durch eine Art Kistenwand fast abgeteilt vom vorderen, nur ein Schmaler Durchgang war noch frei. Und er vernahm Stimmen dahinter. Der Durchgang wurde von einem weiteren Posten 'bewacht', der allerdings letzt Nacht zu lange durchgezecht zu haben schien, jedenfalls fand er es im Reich der Träume angenehmer als in der Wirklichkeit...
Tak sprang von dem Podest hinunter und näherte sich lautlos dem Durchgang. Dem Wächter wurde noch schnell die Kehle durchgeschnitten, dann duckte sich Tak hinter eine Kiste und spähte in den hinteren Teil der Halle. Dieser war wesendlich kleiner als der vordere, mindestens zwanzig Leute standen dort herum, die meisten waren schwer bewaffnet und gerüstet, besser als die anderen Kultisten, denen Tak bislang begegnet war. Scheinbar handelte es sich bei ihnen um soetwas wie eine Elite.
wirklich interessant waren allerdings vor allem die beiden männer in der Mitte, die an einem Eichentisch saßen und sich unterhielten. Einer von ihnen musste wohl dieser oberkultist sein, von dem ihm Lehna erzählt hatte, Manfred. Er trug eine plattenrüstung, die seinen Oberkörper schützte, und einen langen schwarzen Mantel darunter. Auf seinem Rücken war ein robuster Zweihänder festgeschnallt, ein langer Dolch steckte in einer Lederscheide an seinem Gürtel.
Wesendlich interessanter war allerdings der andere Mann. Tak hatte ihn vor kurzem schon einmal gesehen - es war der dunkle Magier aus dem Tempel unter dem Blutfliegenmoor...
"Ja, Meister Sarevok, es läuft alles nach Plan. Die Inquisition wird daran nichts ändern, wir sind vorbereitet."
Der dunkle Magus nickte langsam.
"Gut, ich verlass mich auf dich, Manfred. Es ist wichtig für unsere Pläne, dass sie nicht groß gestört werden. Ich habe dir das Buch mitgebracht, in dem die Beschwörung nachzulesen ist... Wir müssen so schnell wie möglich die Tafeln zusammensuchen und zuschlagen."
Der Magier griff unter seine Robe und holte ein dünnes Buch hervor welches er Manfred überreichte. Tak lächelte böse. Glück musste der Mensch haben...
Ein Schatten schoss zwischen den Kisten hervor auf die beiden Redner zu, Stahl blitzte auf. Manfred schrie überrascht auf und zog seinen Arm zurück, als die Klinge in sein Fleisch schnitt und ihm das Buch aus der Hand gerissen wurde. Tak sprang hoch, stieß sich von der Wand ab, landete mit einem Sprung wieder im Durchgang zwischen den Kisten und war eine Sekunde später schon auf dem Podest angekommen. Er drehte sich noch einmal kurz um, dann schlug er die Tür hinter sich zu, das folgende Klopfen wurde von den Pfeilen verursacht, die sich in das Holz bohrten...

Sarevok schmetterte seine eiserne Faust auf die Tischplatte, die nachgab, als wäre sie aus Pappe. Unbändige Wut stand in seinen Augen, als er Manfred anstarrte. Der Kultist wich verunsichert zurück, während er sein verletztes Handgelenk umklammerte.
"Findet ihn!", knurrte Sarevok, "Findet ihn und bringt mir das Buch... UND SEINEN KOPF!" brüllte der finstere Doppelgänger Saturas', Manfred stotterte ein kaum verständliches "Natürlich, Meister..."
"Du hast doch keine Ahnung was das bedeuten kann..." begann Sarevok, unterbrach sich dann aber.
"Findet ihn. Ich muss mich beeilen."
Der Magier dematerialisierte sich in einer Wolke dunkler Magie, während Manfread finster vor sich hin starrte. Ja, sie würden denjenigen finden, der das eben getan hatte. Und er würde sich dann wünschen, niemals geboren worden zu sein...


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Erstellt von Superluemmel on 26.04.2003 00:40:

Der Schankraum war gut gefüllt. Überall drängten die Leiber der Sauf- und Vergnügungssüchtigten aneinander, Krüge klirrten zum gemeinsamen Prost und das Lachen der Besucher erfüllte den Raum.
Feine Rauchfahnen kräuselten sich von den einzelnen Tischen in die Höhe und sammelten sich unter der Zimmerdecke zu einem dichten Nebelteppich. Der Geruch von Tabak, Bier und Schweiß lag in der Luft, vermischte sich mit dem würzigen Duft von Tee.
Die Quelle dieses Dufts war schnell gefunden. Auf einem Tisch in der düstersten Ecke des Raumes stand eine Tasse und dampfte einsam vor sich hin.
Sah man nur beiläufig hinüber, so entging dem ungeschulten Auge mit großer Wahrscheinlichkeit die in der Ecke sitzende Gestalt. Die Kleidung des Schattens verschleierte ihn fast vollständig von ungewollten Blicken. Eine tief ins Gesicht gezogene Kapuze verdeckte den größten Teil des Kopfes und tauchte den wenigen Rest in wogende Schatten.
Der weite, schwarze Mantel verhüllte die Gestalt der Person fast vollständig. Nur die offensichtlich schon etwas ausgelatschten Stiefel waren noch sichtbar.
Ja, er war zurück.
Frost hatte wieder einen seiner unzähligen, berühmt/berüchtigten Mäntel!
Als er diesen Vormittag über den Markt der Hauptstadt schlenderte um Vorräte und Ausrüstung für sein bevorstehendes Unternehmen zu ersteigern, konnte er nicht widerstehen. Zu lange musste er schon ohne seine äußere Seele durch die Lande wandern.
Seitdem sich sein alter Mantel im Feuerodem des alten Drachen in Rauch aufgelöst hatte, fehlte ihm ein Teil seiner Selbst. Nein, er konnte so nicht weiterleben!
Deshalb hatte er einen Teil seiner neu erworbenen Ersparnisse in den Kauf eines neuen Mantels investiert. Doch irgendwo in den tiefsten Abgründen seiner Gedankenwelt flüsterte eine bösartige Stimme dass auch dieser schöne, zutiefst schwarze Mantel nicht allzu lange halten würde.
Glücklicherweise hörte Frost nicht auf diese Stimme. Sonst wäre er noch Gefahr gelaufen, wahnsinnig zu werden. Allein schon die Vorstellung an den Verlust eines weiteren Mantels....
Nein, besser gar nicht dran denken.
Es gab wichtigeres. Zum Beispiel die Gespräche am Nachbartisch.
"Sog a moi, Hubert, host scho vom Eggert g'hört?"
Das Gegenüber des Sprechers, ein etwas dickleibiger, bärtiger Mann setzte gespannt sein Bier ab.
"Na, da bin i jetz aber g'spannt. Lass hör'n!"
Der erste Mann beugte sich weit über die Tischplatte, blickte aufmerksam erst nach links, dann nach rechts und fuhr dann hinter verschwörerisch gehobener Hand fort.
"Der Eggert, der is nimma!"
"A kumm, geh weida, des konnst mia net erzähl'n...."
Doch sein Gesprächspartner schien es durchaus ernst zu meinen. Um seine Wichtigkeit zu betonen, fuchtelte er mit dem Zeigefinger direkt vor dem Gesicht des Dicken herum.
"Des stimmt! Gut, i woa net seibst dabei, aber der Horst hot's mia erzählt."
Erneut sah sich der Mann gehetzt zu beiden Seiten um. Wie gut, dass man nicht in die selbe Richtung schauen musste, aus der man Geräusche empfangen wollte....
"Pass auf, der Eggert war halt wie eig'nlich jed'n Abend in seiner Kneipen, als da dieser Kerl zur Tüar neikimmt. Wenn i er g'wesen wär, i wär glei abg'haut. Und dann hat dieser Kerl, so'n richtig finstrer muss des g'wesen sei, ein riesen G'metzel veranstalt't. Alle tot, host mi!"
Jetzt war der Dicke doch geschockt.
"Na, wer mocht'n sowas?"
Das restliche Gespräch war für Frost nicht mehr sonderlich interessant.
Allerdings musste er zugeben, dass dieses Gerücht sein Interesse geweckt hatte.
Erstaunlich, dass ein einzelner Mann eine komplette Kneipe ausräucherte. Ein Wahnsinniger wäre wahrscheinlich kurz darauf von der Garde geschnappt worden, doch dann hätten die beiden Tratschtanten sicherlich davon geredet.
Der Waffenmeister nahm sich vor, die Augen offenzuhalten....
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Erstellt von Tak on 26.04.2003 01:42:

Die Tür der Taverne quietschte leise, die Bodendielen knarrten beleidigt, als eine dunkle Gestalt eintrat. Die Tür fiel hinter dem Neuankömmling ins Schloss, er blieb ein paar Sekunden lang stehen und musterte die Leute, die in der Kneipe saßen, als würde er etwas oder jemanden suchen. Dabei entging ihm nicht, dass zwei der Gäste irgendwie berunruhigt zu ihm starrten und möglichst unbeteiligt auszusehen versuchten, als sein eiskalter Blick sie streifte. Dennoch schien er niemanden zu finden, den er suchte. Ob er das nun gut oder schlecht fand konnte man nicht sagen, seine Miene war vollkommen ausdruckslos.
Ohne sich zu beeilen ging der Mann zur Theke, legte ein Goldstück auf selbige und verlangte ruhig einen Weißwein. Der Wirt schenkte ein, noch einmal streifte der Blick des dunklen Gesellen über die Anwesenden. Und blieb letztendlich auf den beiden hängen, die so beunruhigt schienen durch seine Anwesenheit. Man konnte meinen, das seine Augen noch ein paar Grad kälter wurden, während er sie betrachtete. Die beiden Gäste hingegen konnte man beinahe schrumpfen sehen...
Schließlich erhoben sich beide gaaaanz unauffällig, ohne den dunklen Besucher an der Theke aus den Augen zu lassen, und gingen beide zur Tür. Betont langsam, um auch ja nicht so zu wirken, als würden sie vor etwas oder jemandem flüchten. Schließlich hatten sie den rettenden Ausgang erreicht und einer von ihnen, ein dicker Kerl mit Bart und Lederhose, griff nach der Klinke. Jedenfalls hatte er das vor, bis plötzlich die Tür zu leben begann. Das Holz formte sich innerhalb von Augenblicken zu einem Wolfskopf, der nach der Hand des Dicken schnappte. Dieser schrie entsetzt auf, als die Tür ihre Fänge in seine Finger schlug und riss seinen Arm zurück. Voller Entsetzen taumelte er nach hinten und drückte dabei seine blutende Hand an seine Brust, der andere Kerl tat es ihm gleich und flüchtete nun in eine dunkle Ecke des Raumes.
Tak lächelte spöttisch und nahm einen weiteren Schluck aus seinem Weinglas...
10.05.2003, 15:50 #18
Engardo
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Erstellt von Die Inquisition on 26.04.2003 20:16:

Ungerührt ging Tannenberg von einem der Opfer zum nächsten. Elf Leute waren es, die das Massaker bei in der Taverne nicht überlebt hatten. Sie alle wiesen nur sehr wenige Verletzungen auf, meist nur eine einzige, die dann tödlich gewesen war. Wer auch immer die Kneipe in ein Schlachthaus verwandelt hatte, der musste sein Handwerk verstehen...
"Also, es steht fest dass mindestens vier der opfer dem Kult angehörten, und bei einem fünften wird dies sehr stark angenommen, auch wenn wir nur vier Amulette gefunden haben."
Tannenberg nickte langsam und wartete darauf, dass der Stadtgardist seine Ausführungen fortsetzte.
"Die restlichen Opfer sind Lothar, der Besitzer der Taverne, Paul, sein Rausschmeißer und Susi, die als ***** 'gearbeitet' hat. Die Tavernenbelegschaft also. Außerdem drei weitere Männer die als Eggert, Sigert und Wulfgert identifiziert werden konnten. Laut ihren Bekannten und Verwandten - so sie welche hatten - war das ihr Stammlokal, in dem sie fast jeden Tag zu finden waren, wir vermuten daher, dass sie eigendlich nur unbeteiligte Gäste waren, die sich zur falschen Zeit am falschen Ort aufgehalten haben. Wahrscheinlich hat der Täter sie umgebracht, um eventuelle Augenzeugen aus dem Weg zu räumen."
Inquisitor Tannenbergs Blick wurde nachdenklich, dann ging er zur Theke und nahm sich eine Flasche Bier.
"Ähm... Inquisitor..." wollte der Gardist ihn darauf aufmerksam machen, dass das jetzt vielleicht etwas unpassend kam, aber ein böser Blick Tannenbergs brachte ihn zum Schweigen.
"Fahrt fort.", forderte der Hexenjäger den Gardisten auf, "Gab es irgendwelche Zeugen?"
Der Gardist fummelte umständlich an einem Zettel herum, den er in den Händen hielt und hatte erst nach ungefähr einer viertel Minute gefunden was er suchte. Die Zeit nutzte Inquisitor Heinrich Tannenberg sinnvoll aus, um die Bierflasche zur Hälfte zu leeren.
"Ja, es gab einen Augenzeugen. Na ja... Sowas ähnliches. Ein alter Fischer der den Hafen entlaggewandert ist hat angeblich eine Gruppe von sechs Leuten in der Taverne verschwinden sehen, unter ihnen war eine Frau. Dann dauerte es nicht lange, höchstens einige Minuten, bis so ein 'unheimlicher Kerl', wie der Fischer Krause sich ausdrückte die Taverne verließ zusammen mit dieser Frau. Er hat dem zunächst keine große Bedeutung beigemessen, erst als dann ein weiterer Gast die Taverne betrat und sofort schreiend wieder rausgerannt kam und die Garde alarmiert hat, hat er kapiert, was er da beobachtet hatte..."
Tannenberg nickte langsam.
"Also eine Frau? Zwei Täter?"
"Tja, Inquisitor, da sind wir uns nicht so ganz sicher. Immerhin kam diese Frau mit der Gruppe in die Taverne, von der wir übrigends vermiuten dass es sich um die Kultisten handelte. Etwas anderes wäre nicht sonderlich wahrscheinlich. Also entweder sie steckt mit dem Täter unter einer Decke oder es gibt irgend einen anderen Grund, warum er sie nicht getötet hat, was ich mir allerdings nicht so recht vorstellen kann..."
"Daran, dass er keine Frauen schlägt, wird's kaum liegen." meinte Tannenberg kühl und warf einen geringschätzigen Blick auf die tote Barnutte.
"Also, ich brauche diese Frau. Und zwar lebend. Egal wo sie ist. Sie ist der Schlüssel zu Täter."
Und der Täter vielleicht der Schlüssel zum Kult, dachte er noch. Wer auch immer hierfür verantwortlich war, er hatte es kaum nur aus Spaß getan. Die Kultisten waren der Grund für das Gemetzel gewesen, die Anderen hatten aus Gründen der Augenzeugenbeseitigung dran glauben müssen. Ja, wenn er erstmeinmal den 'Kneipenkiller' hatte, wie das Volk ihn mittlerweile nannte, dann wäre er wahrscheinlich ein großes Stück weiter...


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Erstellt von manmouse on 27.04.2003 01:37:

Esteron war also dem Mann auf das Boot gefolgt. Das Boot hob und senkte sich. Die Männer ruderten wie wild. Sie ruderten sich aus dem Nebenbecken. Sie ruderten sich an den ersten kleinen Inseln vorbei, wo einige Schiffwracks lagen. Sie ruderten und ruderten.

Krieger klärte den jungen Esteron unterwegs auf, was den letzten Abend passiert war. Das sie sich im Wald unter einer riesigen Birke kennen gelernt hatten. Wie Horaxedus von seinem Ofen erzählt hatte, und das er eine Abzugtrichterhaube aus gehärtetem Schwarzstahl benötigte. Was immer das auch war. Wie die vier Männer sich an den Sumpfkrautstengeln gelabt hatten. Und Esteron tierisch auf die Kacke gehauen hatte, das er diese ominöse Haube in Gorthar besorgen würde. Koste es was es wolle.

Dann erzählte er ihm von dem Weg zur Stadt. Den steppenden Wachen, der Hafenspelunke und schließlich von der Roten Laterne. Davon das Esteron so besoffen und zugekifft war, das er mit den Mädels um die Wette getanzt hatte. Und der hübschen braunhaarigen freiwillig auf das Zimmer gefolgt war.

Esteron hatte nur die Wahl den Worten des Kriegers Glauben zu schenken, da ihm solche Detail der vergangenen Nacht schlichtweg fehlten.

So ruderten die Männer immer weiter auf der offenen See. Das Meerwasser bäumte sich auf und die Wellen schlugen ab und an über die Männer herein. Esteron war die offene See nicht gewohnt, und sein Kreislauf schon gar nicht.

Sein Magen rebellierte, wahrscheinlich war es die Mischung. Kiffen sowie saufen am Vorabend und heute eine Reise in einem Boot auf dem Meer. Es kam wie es kommen musste.

Esteron, beugte sich nach vorne und erbrach seinen ganzen Mageninhalt auf das feuchte Holz. Es wollte gar nicht mehr aufhören. Nein, es wurde immer schlimmer. Der junge Mann kotze grade um sein Leben. Am Horizont glitt derweil das Amazonenlager vorbei. Wie lange würden sie noch brauchen bis sie endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatten? Wann hatte diese Tortour ein Ende?


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Erstellt von Krieger-BP on 27.04.2003 02:00:

„Ähm, das ist nicht nett!“, brachte Krieger hervor. Die kleinen grüngelblichen Kotzteile verbreiteten sich im gesamten Vorderteil des Schiffes. Und wenn man mal eine Welle brauchte, die das Schiff überflutete, kam sie nicht. Ja, wenn’s um Kotze geht, dann ist das Meer scheu. Krieger klopfte dem Bloondi, „ist nicht so schlimm, nach der Nacht“. Kriegers Gesicht verzog sich erst zu einem Grinsen, dann brach er jedoch in schallendes Gelächter aus. „Ja ja, der Tanz mit den Mädels war echt klasse!“, brachte er noch mal hervor. „Vor allem das grüne Zeugs, was du wie nix weggetrunken hattest!“, Kriegers Gesicht lief leicht rot an vor lachen, er konnte kaum noch normal sprechen, „das liegt jetzt vor uns, hahahahaha“

Krieger sprach immer noch im heiteren Ton, „mach dich mal nach hinten! Ich rudern den Rest des Weges! Und kotze jetzt bitte ins Meer.“ Dann schöpfte er mit der Hand etwas Wasser ins Boot und verteilte es auf dem Boden. Mit den Füßen schob er die Kotze in die eine Ecke. Das mussten sie sauber machen, wenn sie in Gothar angelangt sind! So packte er sich beide Ruder und wendete den Bug nun vom Festland weg, genau auf Gothar zu. Das Paddel tauchte ins Wasser ein und traf dabei versehentlich ein paar Fliegenfische, die gerade imposant nach oben springen wollten, um ihr Schuppen im Mondlicht zu zeig, doch aus die Maus. Der nächste Fisch wird sich freuen.

Es dauerte nur noch ein paar Ruderminuten, da trafen sie auch schon im Hafen von Gothar ein. Er war nicht sehr groß, doch es genügte. Der nächst beste Anlegesteg gehörte ihnen. So lenkte Krieger direkt darauf zu, warf dein Seil nach ihm aus und band das Bootchen fest. Sogleich schritt er aus dem Boot und reichte seinem Kameraden die Hand. „Komm ich helfe dir, du wirst jetzt wohl etwas wackelig auf den Beinen sein!“, sprach er und zog ihm aus dem Boot. In der Tat war Esteron etwas wackelig auf den Beinen, weshalb er sich auf den Steg setzte. Krieger hatte eh noch damit zu tun die verursachte Kotze wegzumachen und auch das Heck wieder sauber zu bekommen, denn Esteron hatte ein paar mal verfehlt.

„Du“; sprach er, während er das Schiff reinigte, „weißt du, woher wir dieses Haubenteil bekommen sollen? Ich hab nämlich nicht den blassesten Schimmer, denn mir ist hier nur die Taverne und ein Teil des endlosen Landes außerhalb der Stadt bekannt!“ Krieger kratzte sich fragend am Po. Hoffentlich hatte Esteron wenigstens davon eine Ahnung, ansonsten blieb ihnen erst einmal nur die Möglichkeit sich in der Taverne um zuhören. Auch so war das Land hier ziemlich erschüttert vom Krieg. Fremde wahren nicht so gern gesehen und vor allem nicht so ein Gauklerduo wie Esteron und Krieger, doch solange sie gut zahlten, dürften sie keine Probleme bekommen...


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Erstellt von manmouse on 27.04.2003 02:23:

Esterons Kreislauf begann sich langsam wieder zu fangen. Dieses verdammte hin und her Geschaukel hatte nun mal seinen Tribut gefordert.
Immer noch den Bauch haltend, sah er zu Krieger rüber, entschuldige sich zum wiederholtem male, für die Sauerei auf dem Schiff. Dann erwiderte er auf Kriegers Frage.

“ Nein Krieger, ich kenne dieses Land ja nicht mal. Geschweige denn wie wir an diese blöde Abzugtrichterhaube, für den Vorsitzenden des Kastell kommen sollen. Da haben wir uns auf etwas eingelassen. Wobei es sicher lustiger wird als nur blöde Steinchen zu sammeln. Ich vertraue da ganz auf deine Fähigkeiten als Fremdenverkehrsführer.“

Esteron begann jetzt laut zu lachen.

“ Ich könnte jetzt was zu rauchen vertragen, hast du noch einen Stengel für mich? “ Immer noch lachend kippte Esteron nach hinten über und hielt sich den Bauch vor Schmerzen.

Was war denn bitte schön so lustig daran, in einem fremden Land, nach einer Haube zu suchen?
Die erste Hürde jedoch hatten die beiden Halunken gemeistert.


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Erstellt von Krieger-BP on 27.04.2003 02:51:

Krieger kratzte sich abermals verwirrt am Hintern. War das jetzt ernst gemeint? Wollte Esteron ihn total verarschen? Erst raucht er wie ein Schlot, dann leugnet er zu rauchen und sagt, dass er Nichtraucher sei und jetzt, jetzt wollte er so einfach einen Stängel haben? Krieger verharrte noch einen Augenblick, „Nun gut, hier hasst du einen“ und lächelte ihn an.

Das Schiff war blitze blank. Wäre es hell gewesen hätte man es bestimmt mit einem Spiegel vergleichen können. Was Ordnung anbelangte, war Krieger einfach nur auf dem höchsten Stand. Wieder kratzte er sich am hinter. Irgendwas juckte da ganz gewaltig. War das wirklich eine Frau, die vorhins in seinem Bett lag. Krieger zuckte mit den Schultern, da solle jemand mal sagen, dass Sumpfkraut die Menschen nicht zusammenbringe.

„Ich würde sagen, dass wir uns jetzt erst einmal zur Taverne aufmachen, dort noch ein bisschen einen Heben gehen und die Leute etwas belauschen! Wir könnten uns natürlich auch nach einem Lusthaus umhören, doch um ehrlich zu sein, kann ich echt nicht mehr. Ich glaube ich brauche mal ne Nacht ein Bett für mich allein.“ Krieger half Esteron wieder auf die Beine und zündete seinen Stängel an. Danach schob er sich auch noch einen in den Mund und zusammen, rauchend, zogen sie zur Taverne.

Die schmale Gasse zeigte kein Leben, nur die beiden Wanderer torkelten hindurch. „Da vorn dann Links, da wieder rechts, und dann eine rechts links Täuschung an der Säule vorbei und an der nächsten Abbiegung gerade aus, und wir sind da!“, erklärte Krieger den Weg. „Willst du nicht schon mal voraus gehen?“, fragte er Esteron. Dieser schüttelte grinsend den Kopf. Dann setzte beide ihren Weg fort und nach zweimal Verlaufen fanden sie auch schon die Schenke. Die Tür prasselte auf und die beiden traten ein...
10.05.2003, 15:51 #19
Engardo
Beiträge: 1.626

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Erstellt von manmouse on 27.04.2003 03:27:

Die beiden Männer betraten, die Taverne. Dichter Rauch sowie der Gestank von verkipptem Bier und Schweiß trat dem
Pärchen entgegen. Die Taverne schien gut besucht zu sein. Die beiden Männer hatten aber das Glück einen leeren Tisch zu finden. Schnell kam eine freundliche aber fette Bedienung an den Tisch und fragte die Wanderer nach dem gewünschten Verlangen.
Esteron bestellte sich eine Hühnersuppe um den Salzgehalt in seinem Magen wieder auszugleichen und Krieger hingegen bestellte sich einen Humpen Bier. Die Bedienung verschwand so schnell wie sie gekommen war und die beiden Männer hatten nun erst mal die Gelegenheit sich in der Taverne umzusehen.

Ob hier einer war der ihnen bei der Suche nach der Haube helfen konnte?
Esteron war sich nicht schlüssig, denn es hatte eher den Anschein, das die anderen Tavernenbesucher die beiden sehr misstrauisch beäugte. Ja das war es, nicht Krieger und Esteron hatten jetzt die Gelegenheit bekommen, sich in der Taverne umzusehen, nein seit dem die fette Vettel die Sicht freigemacht hatte, hatten die anderen Gäste Gelegenheit die beiden Männer zu beobachten. Und es waren nicht gerade wenige Blicke die auf den beiden ruhten.

Wie viel Zeit verging jetzt grade? Fühlte sich Krieger genauso unwohl in seiner Haut? Wo blieb nur die Vettel mit den Speisen.
Dann spielte das Schicksal den beiden in die Hände, denn hinten in der Ecke, begannen sich zwei Kerl zu prügeln. Der eine hatte wohl beim Knobeln beschissen, und das passte dem anderen Kerl überhaupt nicht.
Die Blicke richteten sich wieder von den beiden Männern ab, und da kam auch endlich die Frau mit der ausladenden Theke und brachte die Speisen, mit einem schwitzigem Lächeln. Krieger hatte es der Dame wohl angetan.


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Erstellt von Krieger-BP on 27.04.2003 04:05:

Nur für einen kurzen Augenblick berührten sich die Hände der fetten Vettel mit Kriegers. Ein funke sprühte und ein leichter Gefühlserguss durchdrang den Raum. Blicke trafen sich, ein Lächeln wurde ausgetauscht und eine kurze Kussbewegung wurde gemacht. Kriegers Augen funkelten, als die Wirtin sich wieder umdrehte und zur Theke galoppierte und dabei ihr bestes Teil präsentierte, das elegant von rechts nach links wippte.

Kriegers Gedanken schweiften ab. Er war hier in Gothar, mit einem jungen Blondschopf, in einem eisigkalten Gebiet, voller Räuber und Gefahren und jetzt, da sich ihm hier ein Lichtblick darbot, sollte er so einfach sitzen bleiben? Wer weiß wie lange er keine Frau mehr sehen würde, ja vielleicht war die fette Vettel die letzte, die ihm überhaupt noch vor die Augen kaum. Sollte er es jetzt nicht riskieren, ihre Blick und Gesten, der übertriebene Hüftschwung, das schwitzige Lächeln, das alles sagte doch schon alles. Krieger sollte die Gelegenheit an den Haaren packen und sie zu sich ziehen. Nein, das war zu schwer, besser er ginge zu ihr.

Mit einem eleganten Schwung, stand er auf und sprang über den Tisch, machte zwei Sätze und landete nun direkt vor dem Tressen, hinter dem die dicke Vettel stand. Die Bar war perfekt auf sie zugeschnitten, denn dort wo es zu eng gewesen wäre, hatte der nette Hausmeister einfach ein Stück weggesägt. Die anderen Variante, der Vettel was wegsägen, wäre kostensparender gewesen und hätte viel Aufwand erspart, aber egal. Krieger übernahm das Reden. „Holde Vettel, die fett... ähh... schönste Frau auf Erden, nein sogar in ganz Gothar. Euer Antlitz hat mich fasziniert, wollet ihr unter meine Haube kommen und für ewig an meiner strammen Männerbrust stehen?“ Krieger streckte die Arme nach ihr aus, gestikulierte viel und stark mit den Augen und dem Kopf und beachtete die verächtlichen Buh rufe neben ihm gar nicht.

Die fette Vettel eröttete sogleich, denn sie war es ja nicht gewohnt soviel positive Aufmerksamkeit zu bekommen. Sprachlos stand sie da, ein paar Schweißperlen tropften ihr übers Doppelkinn und die schweißigen Haare klebten am dicken Nielpferdkopf, genau wie das T-Shirt, dass gerade einen Schweißkontest hinter sich hatte und ihre natürlichen, etwas stark ausgeprägten, Rundungen elegant hervorhob. Ihr Mund öffnete sich, brachte die leicht gelblich angehauchten Zähne hervor, und nebenbei streckte auch sie ihre Arme aus um Krieger an sich zu schmiegen, was natürlich sein zur Zeit sehnlichster Wunsch war. Ich meine schweiß ist ja was ganz natürliches, jeder Schwitzt mal, und die Rundungen kann man(n) ja auch noch glätten. „Oh, mein Eretter, ihr wollet mich zur Frau, fürs ganze Leben und wollet mich in eure starken Arme schließen, oh wie gern würde ich, nein, ich will es! Ja ...“, doch weiter konnte sich nicht sprechen, denn Esteron brachte das Massaker zum stoppen. Krieger hatte in den Hauch von Gefühle, der ihn umgab, gar nicht bemerkt, wie er sich ihm genähert hatte. Nun sprang Esteron auf die Theke. „Halt ihr beiden Knutschgeilen! Jetzt ist Schluss, seht ihr nicht, dass da drüben kleine Kinder sitzen?“ Esteron zeigte auf einen Tisch ganz hinten in einer Ecke. Die Kinder hatten sie schon vor Angst unter den Tisch verkrochen. „Gut, wir gehen ins Nebenzimmer!“, sprach Krieger und Esteron nickte ihm daraufhin zu. Das war in Ordnung.

Leider stoppte ein zu tief hängendes Regal Kriegers Marsch. Dabei verlor er das Gleichgewicht; man müsse noch dazu erwähnen, dass er die fette Vettel auf den Armen versuchte ins andere Zimmer zu hiefen; und stürzte zu Boden. Schmerzhaft gaben ein paar Rippen den Geist auf und brachen unter der Last. Erst jetzt wurde Krieger bewusst was er hier machte. Jetzt wieder vollkommen bei Sinnen rollte er die fette Vettel von sich herunter und sprang wieder zu seinem Tisch zurück. Er fühlte sich, als sei er entjungfert worden. Verächtlich schob er den Aschenbecher von sich weg. Er würde kein Sumpfkraut mehr rauchen, zumindestens heute!...


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Erstellt von manmouse on 27.04.2003 04:39:

Man was war das nur für ein Kerl? Hätte Esteron nicht schon seinen Magen auf dem Boot leer gekotzt so würde er es sicher jetzt tun. Was dieser Sumpfkraut vernebelte Kerl da eben abgezogen hatte, konnte man nicht mehr toppen.
Die Schlägerei in der hintertesten Ecke wurde unterbrochen und die Kerle hatten ihre Augäpfel auf Kriegers Balzversuch gerichtet. Sie hatten mit ansehen müssen, wir der Kerl aus dem weit entfernten Pyramidental, der dicken Wirtin den Hof gemacht hatte. Wie er sie nach Esterons Einwurf in die hinterste Kammer schleppen wollte um sie zu beglücken, um seinen Spaß zu haben. Aber nein, er lies sie alleine zurück. Brach der jungen Frau das Herz.

Die Wirtin lief weinend nach hinten ins Kabüfken, und heulte wie ein Schlosshund. Krieger und Esteron bekamen von alledem nicht viel mit. Der junge Wanderer hatte sich wieder seine Brühe zugewandt und Krieger musste dem Spott und Hohn der anderen Kerlen trotzen. Was war nur in den Mann gefahren, lag es an dem Sumpfkraut?

Dann ganz plötzlich schlug die Tür der hinteren Kammer auf. Ein dicker bärtiger Mann von einer verdammt großen Statur trat mit zwei weiteren jüngeren aber ebenso stämmigen Kerlen heraus, schritt zu den beiden jungen Männern und blickte finster drein.
“ Liesellotte, komm sofort her und zeig mir welcher dieser Kerle dir den Hof gemacht hat.“ schrie der Vater der Wirtin. Doch Liesellotte schluchzte nur.
“ Wer von euch beiden Wichten war das? Wer hat meiner hübschen Tochter den Hof gemacht“

Esteron rutsche unruhig auf dem Schemel hin und her, Krieger tat erschrocken, so als wenn er von nichts wusste. Der Wirtsvater wurde immer wütender, langsam traten seine Augen hervor. Er blickte drein wie ein aufgeblasener Ochsfrosch. Doch keiner der beiden antwortete ihm.

Wie würde sich diese Situation klären lassen? Einfach weiter schweigen und warten bis sich der Kerl wieder beruhigen würde? Nein, soweit sollte es nicht kommen.

Der Ochsfrosch drehte sich um, und rief in die Gruppe der Gäste.
„Werte Kundschaft, wer mir sagt, wer von den beiden Wichten meiner Tochter nachgestellt hat, bekommt eine Woche Freibier.“
Bumms, damit hatten sie den Salat, öh Ärger. Denn jetzt ging alles so schnell, das man schon gar nicht mehr mitkam.

Alle Finger in der Taverne zeigten auf Krieger. Der Wirtsvater fackelte nicht lange, packte den Blondschopf am Kragen und zog ihn in die hintere Kammer. Esteron hingegen wurde von nun an von den zwei stämmigen Kerlen bewacht. Hilfe holen war nicht.


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Erstellt von Krieger-BP on 27.04.2003 05:11:

Fuchsteufelswild packte der Wirtsvater Krieger an den Haaren. Die Arme und Beine nach allen Richtungen ausstrampeln riss Krieger jedes in seinem Umkreis stehende Glas mit, doch von dem eisenhartem Griff konnte er sich nicht mehr lösen. Das war und wird sein Ende sein, egal wie es ausging. Entweder er müsse diese dicke Berta heiraten oder ihr Papa dreht ihm den Hals um. Krieger heulte laut los und schloss die Augen.

„Bitte bitte bitte, ich will noch nicht sterben! Ich bin doch schon viel zu verbraucht dafür! Was will der Tod denn mit einer ausgelaugten und zugerauchten Seele? Ich kann doch noch gar nicht sterben, ich bin doch viel zu schön!“, bettelte er. Doch der Lieselottevater antwortete eisern und fest entschlossen, „mit dir hab ich noch was Besonderes vor! Warts nur ab, du wirst dir noch wünschen zu sterben!“ Sein eiserner Griff wurde stärker. „Ok, dann bringt mich um! Meine Seele taugt nichts mehr, sie fällt den Anderen nur zur Last und bringt Unheil über die Welt!“ Doch nichts geschah. Diesmal antwortete der Vater nicht, doch er ging nun schneller auf das Kämmerchen zu. Die Lieselotte blieb draußen. Das sollte ein Konversation zwischen Vater und vielleicht zukünftigen Sohn werden.

Krieger öffnete die Tränen verschmierten Augen. Er befand sich in einem kleine Raum, dessen Beleuchtung ein angenehmes Rot hatte. „Oh Gott, das wir doch wohl nicht! Der wird mich doch jetzt wohl nicht ...“, dachte er sich. Die Faust des Mannes schnellte auf sein Gesicht zu, zuckte jedoch kurz davor zur Seite und schmetterte gegen die Tür. Nun sprach der Mann übertrieben laut, „Ho ho ho, jetzt geht’s dir an den Kragen!“, doch es hatte den Anschein, als würde diese Aussage nicht Krieger betreffen, sondern als Ablenkung dienen. Der Mann ließ sich auf eines der Sofas sinken, die in Kuhfarbenen Mustern, zu dritt in dem Raum standen. Nun deutete er mit einer Handbewegung auf den Sessel neben dem Sofa. Krieger setzte sich brav.

Wieder brachte sich der Mann lauthals hervor, „jetzt bist du fällig, dein letztes Stündlein hat geschlagen!“, doch er machte diesmal keine Anstallten Krieger zu schlagen, ja, er sah nicht mal böse aus. „Muss ich jetzt eure Tochter heiraten?“, stammelte Krieger. Der Mann fing nun an leise zu lachen. „ha, die dicke Kuh? Die würde ja nicht mal mein Esel zu sich in den Stall lassen!“ Krieger schaute etwas desorientiert drein. „Was?“, brachte er nur hervor, „gerade eben..“ „ach vergiss das, ich muss so auftreten, ansonsten bringt die kleine sich noch selber um! Aber nun zu anderen Dingen, zu wichtigeren Dingen!“ Der Wirt schob eine Glastisch vor. „Ich sehe ihr kommt aus dem Sumpflager!“ „Richtig gesehen, aber was hat das..“ der Wirt ließ Krieger wieder nicht ausreden, „Sehr Gut! Hast du was dabei?“ „Was dabei? Was soll ich dabei haben?“ „Na du weißt schon!“ „Nein, weiß ich nicht!“, verneinte Krieger wahrheitsgemäß. „Na was von dem Kraut!“, sprach der Wirt weiter.

Jetzt leuchten die Birnen über Kriegers Kopf. „Ahh, versteh! 10 Gold pro Stängel! Ich verlange aber nur die Hälfte, wenn wir hier für die nächsten Tage eine Unterkunft bekommen!“, handelte er sofort los. „5 Goldstücke und Vollpension! Willst du mich in den Ruin treiben? Ich würde sagen 3!“ „3,5!“ „Ok, abgemacht! Ich will Hundert Stängel, das wären dann..?“ Krieger überlegte scharf mit. „Ach, 100 Goldstücke sind ok!“, er war ja schließlich nicht geizig. „Ok, dann lass uns einen auf das gute Geschäft rauchen!“
Sofort entflammte Feuer und zwei Stängel entzündeten sich. Qualm stieg in dem Raum empor und ein leises kichern war zu vernehmen. Wollte er nicht mit dem rauchen aufhören? Naja, das würde er nie schaffen. So grinsten sie fröhlich vor sich hin, bis die Stängel zu Ende waren. Dann räusperte sich der Wirt und schrie laut, „Ich hoffe du hast deine Lektion gelernt!“, und lächelte Krieger an. Krieger spielte mit, „Oh, ja, großer Herr Wirt“, sprach er in hoher Stimme.

Dann öffnete sich die Tür wieder und zwei sichtlich grinsende Gesichter traten heraus. Doch es störte niemanden, denn die Meisten hatten die Taverne verlassen oder hatten den Streit schon vergessen. Nur Esteron saß noch zwischen seine zwei Freunden und schien sich zu amüsieren. Vor ihnen standen mindesten 8 Hopfen Bier. Leer Hopfen Bier! Krieger lächelte ihn an und schritt zu ihm. „Ich habe uns eine Unterkunft besorgt! Und keine Angst, ich musste mich dafür nicht bücken!“


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Erstellt von manmouse on 28.04.2003 00:19:

Esteron lachte. Die acht Humpen Bier hatten seinen klaren Sinn verdrängt. Der junge Mann saß nun in der Mitte der beiden stämmigen Söhne. Man kann nicht anders behaupten, aber die drei hatten sichtlich Freude aneinander.

Sie lachten und sangen.....


Da wollen wir nit zaghaft sein
Bring noch ein volles Glas
Heda Wirt, vom besten Wein
Dort aus dem größten Faß

Alle meine Lebetag
Und immer Sonne her
Schenk voll ein
Und immer immer mehr

Sauft die Gläser zügig aus
Werft Tisch und Bänke um
Schmeißt den Wirt zum Fenster raus
Heda der schaut sich um

Heda he! Er kann nicht mehr
Sein Bauch ist viel zu klein
Sauf dir einen Ranzen an
Wie ich so sollst du sein

Saufen ist ein gut's Gelag
Das kostet nicht das Geld
Drum trauert keinem Pfennig nach
Das Geld bleibt in der Welt

Wer beim Saufen kläglich ist
Ist nüchtern nicht gescheit
Darum sauft die Gläser leer
Und klagt zur andern Zeit

Da wollen wir nit zaghaft sein
Bring noch ein volles Glas
Heda Wirt, vom besten Wein
Dort aus dem größten Faß



Dann kam plötzlich Krieger wieder. Der Wirtsvater grinsend im Hintergrund. Esteron hingegen war jedoch zu voll, um überhaupt noch was zu merken.

“ Ah, Herr Krrrrrrrrieger mein Freund.“ Unterbrach Esteron den Gesang.
” Seht her. Das ist Kurl Korl mein neuer Freund.“ Und zeigte schielend auf den Mann zu seiner Linken. “ Und das hier ist Korl Kurl“ Jetzt zeigte Esteron auf den rechten.

“ Die sind janz lustisch. Ihr müsst wisse Herr Krrrrrrrrrrrrieger, dat sin eschte Zwillinge.“
Lallte der junge Wanderer hervor. “ isch bin de glücklischtse Jung uff Erden. Willste ned auch mit uns enen hinger de Wampe kippe?“
Esteron stand auf, kletterte auf den Tisch und begann zu tanzen.
“ Loooooos Freunde singe wir dat Lieeed nochma.“

Kurl Korl und Korl Kurl ließen sich das nicht zweimal sagen und begannen das Lied zum zehnten Mal zu trällern.


Da wollen wir nit zaghaft sein
Bring noch ein volles Glas
Heda Wirt, vom besten Wein.............

Heda Wirt, vom besten Wein
Dort aus dem größten ............


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Erstellt von Krieger-BP on 28.04.2003 00:32:

Komisch, und Krieger dachte schon ihm würde es gut gehen, aber der hatte ja gleich zwei junge Spunde für sich, während er sich mit dem Alten abgeben musste, dessen müde Knochen auch nichts anderes außer chillen können.

Neidisch schaute Krieger auf die drei, doch als Esteron aufsprang und wieder anfing zu singen, sang er auch ganz unaufällig mit. „Dort aus dem größten Faß ... Holla hi, Holla ha..“
Doch Esteron durchschaute seine Absichten nicht, noch nicht. Leicht in die Hände klatschend und mit einem aufgesetzten Grinsen, als ob nichts wäre, näherte er sich den beiden jungen Männer. Sogleich setzte er zum Sprung an und landete neben ihnen.

„Na, ja mei, wie heißts ihr noachma?“, sprach er in übertriebenem Dialekt, „ao ne, soagt nichts, i rad mal! Also i woad soagen, du doa bioast der Ditoar und du der Hoeinrich, oda?“ Die beiden überraschten Männer schauten ihn komisch an und nickten nur mit dem Kopf, um jedem weiteren Gespräch zu entgehen, doc Krieger hatte seinen Platz, da sollte Esteron erst mal wieder ran kommen. „HAHAHA“


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Erstellt von manmouse on 28.04.2003 00:47:

Ja aber was machte denn der Krieger da?
Der konnte doch nicht einfach hingehen und Esteron den Platz zwischen den beiden verdammt gut aussehenden Kerlen wegschnappen.

Traurig über den Umstand das sich seine Freunde von ihm abwandten, wollte sich Esteron umdrehen und langsam vom Tisch klettern.
Nur leider forderte der Alkohol seinen Tribut. Esteron geriet ins straucheln. Ruderte schreiend mit den Armen und viel rücklings vom Tisch.

Der junge Mann viel so unglücklich das er mit den Kopf gegen die Tresenkante knallte und in einer blutigen Lake aus dunkelrotem Blut, bewusstlos liegen blieb.


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Erstellt von Krieger-BP on 28.04.2003 00:57:

Krieger konnte es gar nicht fassen. Alles ging so unglaublich schnell. Er hätte nicht einmal im entferntesten damit gerechnet, dass Esteron wegen dieser kleinen Kuschelaktion gleich Selbstmord begeht. Was sollte er jetzt nur tun? Was zum Henker.. ach ja, einfach Hilfe holen!

„Ohh, Holde Vettel, so kommt herbeigeilt! Ein Mann ist in Not! Vergesst unsere Streitigkeit und rettet das Leben meines Freundes, oh ihr Schönste aller Schönsten!“ Der Wirt sah Krieger verdutzt an. Eigentlich wollte der sich ja gerade auf Esteron stürzen und ihm einen Verband um den Kopf legen, doch es ging nicht.

Der Boden vibrierte, Gläser klapperten aneinander und Schmerzenschrei ertönten. Die Vettel war wieder unterwegs! Schnurstracks lief sie auf den Verletzten zu, würdigte Krieger dabei aber keinen Blick. In Krieger brach eine kleine Welt zusammen, aber egal, denn das was jetzt zählte war das Leben des Mannes zu retten.

Selbstlos sprang er von der Bank, zur Vettel, brachte ihr Blicke gewaltsam zu den seinen. „Bitte, rettet ihn“, sprach er überzeugungsstark. Die Vettel packte Esteron auf den einen Arm und Krieger af den anderen und hüpfte in die obere Etage...


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Erstellt von manmouse on 28.04.2003 01:08:

Die junge Frau schleppte die beiden schmächtigen Kerle hoch in die Küche. Oben angekommen lies sie Krieger unsanft auf den Boden fallen. Mit dem nun freigewordenen Arm räumte sie die Arbeitsplatte ab, wo noch die verklebten Schüsseln mit dem gammeligen Hammel Hack standen. Dann bettete sie den armen Esteron darauf.

“ Los lauf, scher dich zum Kamin und hol mir eine Schüssel mit heißem Wasser. Dort findest du auch frische Leinentücher.“
Krieger schluckte, nickte aber und lief los.
“ Was hat die Vettel denn jetzt vor? Esteron muss doch nicht gebären. Gleich wenn ich wieder zurück bin werde ich sie drauf ansprechen“ dachte sich der verschüchterte Krieger.

Die holde Maid indes machte sich daran Esteron das leichte Kettenhemd abzustreifen, sein Hemd aufzuknöpfen und dann legte sie den Kopf mit ihren schmiereigen haaren auf die Brust des Wanderers.
“ Hm, sein Herz schlägt noch. Glück gehabt“ In dem Moment kam Krieger zurück.
“Hey! schrie er.“ Du wirst doch wohl nicht....“


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Erstellt von Krieger-BP on 28.04.2003 01:16:

„Der gehört mir!“, sprach Krieger und zog sein Schwert, „Wenn du auch nur auf den Gedanken kommst mit ihm was anzufangen, gibt’s Schweinebraten!“
Die fette Vettel ließ sich das nicht zweimal sagen und stürzte sofort auf den armen Esteron.
„Nein, ich meinte du bist derjenige, der gebraten wird! Du bekommst kein Schwein, bist sowieso schon zu dick!“, schrie Krieger, der Vettel zu, die seine vorherige aussage nicht ganz verstanden hatte.
„Achso..“, sichtlich gekränkt entriss sie nun Krieger das heiße Wasser und den Lappen.
Leise fügte Krieger noch hinzu, „vielleicht bekommst du ja doch einen Schweinebraten, wenn du ihn wieder ganz machst!“ Daraufhin sah ihn die Vettel mit gierigen Augen an.
Ihr fettigen Wurstfinger näherten sich nun immer mehr dem Gesicht Esteron, der, so blutverschmiert und bewusstlos obendrein, sich nicht einmal wehren konnte ...


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Erstellt von manmouse on 28.04.2003 01:34:

Die junge Frau, machte sich daran dem jungen Esteron das Gesicht und die Wunde auszuwaschen. Dann Verband sie ihm den Kopf.
Männer. Warum mussten die sich immer so besaufen? Was das genetische Veranlagung? Liesellotte schüttelte verächtlich den Kopf.

Nach einigen Momenten war Esteron versorgt und lag wie eine zugebundene Leiche auf dem Arbeitstisch.
Liesellotte drehte sich um. Sah Krieger tief in die Augen. “ Los hilf mir deinen Freund ins Bett zu bringen. Wir beide können gleich danach auch das Bett teilen. Das schuldest du mir. Und hier oben ist nicht mein Profitgeiler Vater. Er glaubt ich kenne ihn nicht. Aber er macht das mit jedem meiner Verehrer.“

Der Blick der Vettel lies keinen Widerspruch zu.
Das Pärchen schaffte also den verletzten Esteron in sein Zimmer, und gleich darauf schritten die beiden in die Kinderstube von Liesellotte. Es gab kein zurück.


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Erstellt von Krieger-BP on 28.04.2003 01:58:

„Wa..“, Krieger stand mit offener Kinnlade. Das konnte nur ein Traum sein! Diese ganze Aktion, war ja der reinste Horror. Das werden wohl die schrecklichsten Stunden seines Lebens! Mit zarten Schritten hüpfte die Lisse zur Kerze, sog tief Luft ein und ließ sie dann in Begleitung von einem Schwall Sabber wieder heraus und ertränkte die arme Kerze so mit ihrer Spucke. Oh, wie gerne wäre er jetzt Esteron. Der konnte im Nebenzimmer in ruhe am Daumen nuckeln und er, er musste .. ja er müsst es anpacken. „Augen zu und durch“, sagte er sich und schlich sich an die Vettel, die gerade ihr Kleidchen auszog. Zum Glück war es Dunkel!

Er packte es an, und zwar kräftig. „Jetzt zeig ich dir mal wozu meine Arme fähig sind Vettel!“, sprach er in seiner tiefsten und erotischten Stimme. „Bitte nenne mich nicht Vettel! Ich heiße Lisellotte!“ „Ganz wie du willst, meine wunderschöne Moostulpenrose.“ Krieger schupste die Vettel aufs Bett, das sich mit einem lauten Knarren und einem anschließenden Knacken bedankte. Ein Latte war gebrochen, doch es hielt noch. Krieger durchzuckte der Eckel noch mal. An seinem Rücken kroch eine riesige Gänsehaut hoch. „Du schaffst das! Du schaffst das!“, sprach er.

Er wollte gerade aus seiner lange grünen Unterhose fahren, doch er stolperte über den Teppich, riss sich am Schrank noch einen Splitter in den Fuß und viel letztenendes auf den Bauch der Vettel. Dieser gab mit einem wabernden Ton nach, schoss jedoch gleich wieder nach oben. Es dauerte eine Weile bis er sich wieder beruhigt hatte. „Irgendwie wie ein Wasserbett“, dachte sich Krieger und freute sich, denn ein Wasserbett war ja auch nicht unbequem. So voll in Gedanken versunken drohte er schon auf dem Bauch einzuschlafen , doch die Vettel stieß ihn an, „Hey, was ist nun?“

„Roach, ja meine Tiegerin, es geht gleich los!“ Krieger ließ den Blick zur Tür schweifen. Er konnte noch davon laufen. Und er wollte es auch, doch der Würgegriff, in dem er sich befand ließ es nicht zu. Jetzt musste Krieger anfangen, ihm blieb keine andere Wahl, „aber mein Splitter! Der tut so weh!“, versuchte er sich noch zu retten, doch die Vettel umklammerte ihn immer fester. Krieger drückte die Augen zusammen und packte zu. Weiche Polster umschlang er. Polster? Krieger riss sie ab. Das waren nur Polster! Das war kein fett! Krieger riss alles ab. Bis unter diesen Plüschpolstern eine wunderschöne Frau auftauchte. Elben gleich. „Überraschung sprach sie in einer hohen eregenden Stimme.

Krieger kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Glück war wieder bei ihm. Oh ja, die Qualen hatten sich gelohnt. Diese wunderschöne Frau sagte ihm noch, dass sie sich mit dieser Tarnung lässtige Besucher vom Hals halten wolle, doch Krieger hörte dies nicht mehr. Er war schon mittendrin, in seinem Traum. Er war vor Glück, ja man konnte es kaum glauben, eingeschlafen. Wütend drehte sich die schöne Frau auf die Seite, doch zu ihrem Ärgerniss zog Krieger ihr auch noch die Decke weg. Naja, selbst schuld, wäre sie dick, hätte sie nicht gefroren...
10.05.2003, 15:53 #20
Engardo
Beiträge: 1.626

Erstellt von Tak on 29.04.2003 20:00:

Tak saß inzwischen an dem zweiten dunklen Tisch in der Taverne (der wirt hatte wohl vorgesorgt für den fall, dass eines Tages mal ein Haufen Gildenloser bei ihm einkehren würde...). Der Matrose neben ihm schien zu schlafen, sehr fest sogar. so fest, dass er schon seit geraumer Zeit das Atmen vergessen hatte. Lag wohl an den Kräutern, mit denen der Druide die Suppe des Matrosen gewürzt hatte, als dieser zu geschwätzig wurde...
Jetzt saß Tak also herum, mit einem Teller vor sich, auf dem nur noch einige abgenagte Knochen von einer Scavengerkeule kündeten, und einem halb vollen Becher Rotwein. Nicht gerade der beste, den er kannte, aber trinkbar...
Neben ihm lag das Buch, dass er Sarevok, wie der dunkle Magier zu heißen schien, geklaut hatte. Die Lektüre des nicht allzu umfangreichen Werkes hatte ihm einige Einblicke verschafft in die Pläne des Kultes. Hinter all den irreführenden, fanatischen Formulierungen schien letztendlich die Beschwörung eines Erzdämonen beschrieben zu sein, der von den Kultisten als großer Erretter und sonstwas verehrt wurde. Zur Beschwörung benötigte man laut dem Text die 'Heiligen Worte', die über die 'Mutter allen Lebens verstreut' waren, dort, wo 'selbst der Geist nicht mehr sicher ist'. Tak hatte schon eine ziemlich konkrete Vermutung, was das bedeuten könnte...

Er würde wohl bald wieder auf die Jagd gehen müssen. Wobei er eigendlich schon auf der Jagd war. Er wusste, dass die Kultisten längst hinter ihm her waren, alles was er noch tun musste um seine Beute zu bekommen war warten...
Es war Tak nicht entgangen, dass sich Frost ebenfalls in der Taverne aufhielt. Eigendlich hatte er gedacht, der Waffenmeister sein tot...wobei, das hatte er schon ziemlich oft gedacht bei Frost. Hoffendlich war Arson nicht auch so ein Stehaufmännchen, und wenigstens den Paladin hatte es entschärft beim Absturz ihres Fluggerätes, als sie vom Herzen des Feuers gekommen waren. Und diesen Schwarzmagier am besten gleich mit...
Bevor Tak seine Gedanken weiterführen konnte flog die Tür auf, der Blick des Gildenlosen wanderte zu dem Neuankömmling. Dieser trug einen langen, hellgrauen Umhang und sah sich aufmerksam in der Taverne um. Tak umfasste den Griff seines Schwertes, es war soweit...
Einige weitere Leute traten ein, keiner von ihnen war offensichtlich bewaffnet, aber Tak wusste, das der Teufel im Detail stecken würde. Jedenfalls bezweifelte, dass der Kult ihm Anfänger schicken würde...
Plötzlich blieb der Blick des Mannes in dem grauen Mantel auf Tak hängen, allerdings nur kurz, unauffällig, und wanderte dann weiter. Dem Druiden war jedoch klar, dass der Kultist nun wusste, dass er gefunden hatte, wonach er suchte...
Plötzlich schoss die Hand des grau bemäntelten Mannes vor, Stahl blitzte auf und schnitt durch die Luft, direkt auf Taks Hals zu. Mit einer blitzartigen Bewegung riss der Druide sein Schwert aus der Scheide, klirrend prallte das Wurfmesser an der Klinge von Taks Waffe ab. Fast im selben Moment sprang Tak hoch, durch seine Magie war es ihm ein leichtes, die Meter zwischen sich und dem Oberkultisten mit einigen Saltos zu überbrücken. Er landete vor dem Mann, seine Klinge zog eine halbkreisförmige Bahn durch die Luft, doch der Kultist musste damit gerechnet haben. Er riss ein Kurzschwert aus seinem Gürtel und wehrte den Schlag des Gildenlosen ab. Im selben Moment löste er seinen Umhang, der ihn beim Kämpfen nur behindert hätte, und auch die versteckten Waffen der anderen Kultisten kamen zum Vorschein...


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Erstellt von Superluemmel on 29.04.2003 20:51:

Chaos brach in der Taverne aus.
Polternd fielen Tische und Stühle um, als die Besucher beim ersten Anzeichen des Kampfes erschrocken aufsprangen und in wilder Panik zur Tür oder einem der Fenster hetzten.
Der Wirt verkroch sich ängstlich hinter seiner Theke, knallend wurden Türen zugeschlagen und die Schlüssel herumgedreht. Die merkwürdigen Angreifer schienen es jedoch auf eine einzelne Gestalt abgesehen zu haben - Tak.
Der Druide ging auch sogleich mit wilden Attacken auf die Männer los, zischend zerschnitt seine Klinge durch die Luft. Doch gegen diese Übermacht hatte er schlechte Chancen. Und die Angreifer schienen ihr Handwerk zu verstehen.
Plötzlich löste sich ein Stuhl von seinem angestammten Platz, schoss wirbelnd durch die Luft und riss einen der Kultisten von den Beinen.
Kurz darauf huschte ein Schatten knapp unter der Zimmerdecke entlang. Zwei Klingen blitzten auf, dann brach einer der Tische ein, als eine schwarzgepanzerte Gestalt ihren Sprung auf ihm beendete.
Drei der nahen Angreifer wichen erschrocken zurück.
"Tragt euren Streit anderswo aus. Oder es könnte passieren, dass euch jemand in die Suppe spuckt."
Die Augen des Waffenmeisters funkelten wie Eiskristalle in einem Schneesturm.
Ruhig kniete er auf der Platte des zusammengebrochenen Tischs, die Schwerter kampfbereit in den Händen. Zutiefst schwarze Hornplatten schienen das schwache Licht der Kerzen fressen zu wollen.
In weiser Voraussicht hatte der Krieger seinen Mantel in der Ecke abgeworfen. Sonst konnte er sich wohlmöglich gleich wieder einen neuen kaufen. Als ob er so viel Geld hätte....
Die Angreifer tauschten einen kurzen Blick, dann machte einer von ihnen eine schnelle Bewegung mit der Hand. Kerzenlicht brach sich blitzend auf geschliffenem Stahl.
Mit einem dumpfen Zittern blieben zwei Wurfdolche in der Tischplatte stecken.
Frost senkte die Schulter und verwandelte sein Ausweichmanöver in einen wütenden Sturmangriff. Die drei Männer waren augenblicklich auseinandergestoben, doch hatte einer von ihnen den Fehler begangen, dabei Frosts Weg zu kreuzen.
Seine Rippen zahlten den Preis für diesen Fehler, als sich das Horn auf Frosts Schulterpanzerung krachend in seine Brust bohrte und den Kultisten zu Boden schleuderte.
Blitzschnell ließ sich Frost zu Boden fallen, als er eine Bewegung in seinem Augenwinkel bemerkte. Sirrend zerschnitten scharfe Klingen die Luft über seinem Kopf, schwenkten in einem weiten Kreis herum und fanden auf geradezu gespenstische Weise in die Hand ihres Besitzers zurück.
Dieser fackelte nicht lange und griff sofort erneut an. Der Waffenmeister hatte derartige Waffen noch nie zuvor gesehen. Es waren zwei kurze Stäbe, die beiden Enden jeweils mit gefährlich blitzenden Klingen versehen. Rasend schnell rotierten sie um die eigene Achse und schnitten mit einem hellen Sirrton durch die Luft. Mit Hilfe dünner Ketten versuchte der Kultist ihre Flugbahn zu beeinflussen und sie rechtzeitig zu sich zurückzuziehen, bevor sie in einem der unzähligen Hindernisse einschlagen konnten.
Allerdings war er nicht schnell genug.
Frosts Beine knickten ein, dann segelte er mit einer eleganten Rolle über die rotierende Gefahr hinweg. Eine der Klingen bohrte sich mit einem deutlichen Tschak! in die hölzernen Dielen und blieb stecken.
Der Eisbrecher blitzte auf. Im buchstäblich letzten Moment sprang der Angreifer zurück und entging der tödlichen Schneide, musste dabei jedoch seine feststeckende Waffe loslassen. Doch Frost hatte keine Zeit, um erneut zuzuschlagen.
Mit beachtlicher Geschicklichkeit ließ der Kultist seine verbleibende Klinge von ihrem fehlgeleiteten Kurs zurückkehren und in einem weiten Kreis auf Frost zurasen.
Der Krieger wollte sich instinktiv nach hinten werfen.
"Kontrolliere deinen Körper. Vertraue nicht deinen Instinken."
Die Stimme des Alten hallte in seinem Gedächtnis wider.
Statt der heranrasenden Klinge auszuweichen, sprang Frost direkt auf den Angreifer zu. Die Schwerter funkelten im Kerzenschein, als sie dicht nebeneinander auf den Kultisten zuschossen. Seltsam, Frost glaubte zu spüren, wie sich die Klingen gegenseitig anzogen....
Ruckartig riss er sie auseinander. Während die Flammenschneide den Unterleib des Angreifers durchbohrte, blieb der Eisbrecher ein gutes Stück über seiner Schwesternklinge stecken.
Mit einem Aufschrei riss Frost die Schwerter nach oben. Ein erschrockenes Keuchen entwich dem Kultisten, als er den Boden unter den Füßen verlor und in hohem Bogen über den Krieger hinwegsegelte.
Ein kräftiger Ruck befreite Frosts Klingen und schleuderte den Kultisten mitten in eine Ansammlung aus Tischen.
Doch der Kampf war noch nicht vorbei....


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Erstellt von Krieger-BP on 29.04.2003 22:04:

Krieger wachte durch ein lautes schepperndes Geräusch auf. Er wollte den Kopf eigentlich erst unters Kopfkissen stecken, um dem Lärm zu entringen, doch als er eindeutig den Klang von aneinanderklirrenden Waffen erkannte, sprang er auf. Das Weib an seiner Seite war immer noch da und sah ihn ängstlich an. „Was geht da vor?“, fragte sie mit zitternder Stimme, wobei sich ihre Augen fragend in Kriegers Gesicht bohrten. „Ich werde nachsehen gehen! Bleib du hier oben und schließ am besten die Türe hinter mir zu!“
Im nächsten Moment packte er seine Sachen und warf sie sich über. Vor allem seine Rüstung schnürte er jetzt besonders fest, wer weiß was ihn im nächsten Moment erwarten würde. Krieger warf der holden Schönheit auf dem Bett noch ein kleinen Blick zu und schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln, dann war er durch die Tür verschwunden. Er hörte hinter sich ein kleines Klack. Die Frau hatte die Tür zugeschlossen. Doch Kriegers erster Weg führte nicht die Treppe hinab, sondern erst in das Zimmer von Esteron, der immer noch friedlich schlief. Als er sich von der gesundheitlichen Verfassung seines Freundes, welche nicht schlecht zu seien schien, überzeugt hatte, verließ er auch diesen Raum und wandte sich der Treppe zu, die hinab in die Schenke führte. Vorsichtshalber zog Krieger sein Schwert. „Lieber sicher gehen, als sterben!“
Als er das Ende der Treppe erreicht hatte sirrte sogleich ein kleines Messer neben ihn in die hölzerne Wand. Vor Schreck nahm er eine geduckte Haltung ein und lugte kurz in den großen Raum. Alle Gäste waren verschwunden, denn ein Kampf tobte zwischen mehreren Personen. Manche davon waren in Kutten, andere lagen bereits verletzt oder tot am Boden. Einer von ihnen sirrte wie ein Blitz durch die Luft und schlug nicht nur mit den zwei sonderbaren Schwertern, wovon er in jeder Hand eins hielt und sie gekonnt im Rhythmus durch die Gegner schmettern lies, um sich, sondern benutze auch gehörigen Körpereinsatz, um sich zu verteidigen. Der andere war mit einem Schwert bewaffnet und setze seinen Gegnern ebenfalls damit heftg zu. Die anscheinenden Gegner waren eindeutig in der überzahl und schossen mit sonderbaren Waffen um sich, wovon eine Krieger fast getroffen hätte. Doch schien diese nur ungezielt durch den Raum geflogen zu sein.
Krieger wartete eine günstige Gelegenheit ab und rollte sich dann zur Bar, hinter der der Wirt ängstlich kauerte und sich den Kopf hielt vor dem Glas, dass auf ihn herabprasselte. Krieger versuchte seine Blicke zu fangen und sprach in flüsterndem Ton, „Was ist passiert? Ist das im Preis mit inbegriffen?“ Der Wirt schaute ängstlich auf ihn und sprach, „helft mir, bringt diese Kuttenmenschen hier raus! Sie bringen verderben!“ „Wer sind die anderen beiden Kämpfer?“, fragte Krieger noch, doch der Wirt antwortete nicht mehr, sondern nahm die kauernde Stellung wieder ein um sich von herumfliegenden Gegenständen zu schützen.
Gerde huschte eine Gestallt am Tressen entlang und Krieger fackelte nicht lang und nahm ihn in den Würgegriff, um ihn über den Tressen zu ziehen. Den Typen zu Boden werfend stürzte er sich auch gleich auf ihn und ließ seine Fäuste sprechen, die dem Gesicht des Fremden heftig zusetzte. „Was wollt ihr hier? Sprich!“, sprach er in befehlerischer Stimme und ließ wieder eine Fausthieb geschehen. Der Andere antwortete mit einem Fußtritt gegen Kriegers Magen und beförderte Krieger so von sich herunter und ehe sich Krieger versah schoss abermals einkleiner Dolch auf ihn, denn der Gegner noch im liegen geworfen hatte. Im letzten Moment ließ er sich noch auf den Rücken fallen und entging dem Todeswerkzeug so. Wieder retteten Kriegers Reflexe ihm das Leben, denn durch seine schnelle Seitwärtsrolle entging er einem mörderischem Schwerthieb. Krieger trat so gleich zur Seite und ließ dadurch den Kontrahenten gegen die Wand prallen, was er mit einem lauten Uff bestätigte. Ein paar Augenblicke waren Zeit sich zu erholen und Krieger nutze auch die Gelegenheit sich aufzurichten. Sekunden später schoss seine Klinge nach dem Gegner, der aber auch im letzen Moment entfleuchte und Kriegers einfaches Schwert so an der Wand entlang glitt und helle Funken von sich gab. Krieger wollte gerade ein Stück zurückspringen um dem Hieb des Gegners zu entgehen, doch der konnte ihn nicht zuende bringen, denn der Wirt hatte ihn von hinten mit eine Flasche auf den Kopf gehauen und ihn so bewusstlos geschlagen.
Krieger nickte dem Wirt zu und wendete sich nun dem Raum zu...



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Erstellt von manmouse on 30.04.2003 00:07:

Esteron wurde ruppig geweckt. Was war denn hier los? Das konnte ja nicht angehen. Wütend schwang sich Esteron aus dem Bett, bemerkte erst jetzt das er sich zum wiederholtem male in einem fremden Bett vorfand, und nicht wusste wie er da rein gekommen war. Komischerweise, geschah so etwas erst seit dem er mit Krieger durch die Gegend stapfte.

Esteron schwang also wütend und irritiert die Beine aus dem Bett. Wurde aufgrund seiner derben Kopfverletzung so derbe überrascht das sein Kreislauf erst mal in den Keller ging.

Dem Wanderer wurde spei übel. Der Kopf dröhnte, schien gar zu zerplatzen. Was in Innos Namen war nur geschehen.
Unten im Schankraum schien der Krach immer lauter zu werden. Eine Invasion? Oder prügelten sich wieder die beiden ollen Kartenspieler?
Esteron musste dieser Sache auf den Grund gehen. Wackelnd kroch er zu seinem stumpfen Einhänder und seinen Kleidern. Dort angekommen legte er die Sachen auf dem Boden liegend an. Fasste noch einem Moment der Ruhe und stand dann vorsichtig auf.
Ah, schon besser. Der Kreislauf schien sich gefangen zu haben und Esteron konnte jetzt halbwegs grade auf die Tür zuschreiten und den Raum nach unten in die Schenke verlassen.

Vorsichtig schlich der Wanderer die Treppe herunter und lugte um die Ecke. Nichts ahnend was er gleich zu Gesicht bekommen würde.

Er sah Männer in komischen Kutten. Eigenartigen Waffen. Zwei Parteien die sich gegenseitig an die Unterwäsche wollten. Und mittendrin, sein Freund Krieger. Der junge Sumpfler lies wohl keine Party aus.

Esteron hatte genug gesehen schnell zog er seinen Kopf wieder zurück.
Was sollte der Wanderer jetzt tun? Er konnte ja nicht mal mit seinem Einhänder umgehen. Der Blondschopf grübelte und dabei kam ihm eine Idee.

Esteron zog seine Kleidung enger an den Körper. Richtete sein leichtes Kettenhemd und lies den Einhänder stecken.
Dann bückte er sich, lugte noch einmal vorsichtig um die Ecke und kroch dann vorsichtig von Tisch zu Tisch in Richtung Tresen.
Alles flog hier rum. Waffenstahl schlug aufeinander. Schreie. Blut Tote und verletzte. Es schien einem Wunder gleich zu kommen das Esteron die Rückseite des Tresen lebend erreichte.

Dort angekommen, sah er den dicken Wirt verstört in einer Ecke hocken. Der Mann war den Tränen nahe. Sein Laden wurde gerade auseinander genommen und er konnte nicht dagegen tun.
Wo waren eigentlich die beiden Zwillinge Korl Kurl und Kurl Korl?
Esteron, schluckte. Er hatte seinen beiden Freunde noch nicht gesehen. Lebten sie noch? Esteron fasste den Entschluss, eben nach den beiden zu sehen. Kühn strecke er den Kopf hervor und lies seinen Blick durch die Schenke gleiten. Dies hätte er besser nicht getan. Korl Kurl lag aufgeschlitzt hinten an der Tür und sein Bruder Kurl Korl lag in der anderen Ecke und regte sich nicht mehr. Sie waren beide Tot.

Esterons Kopf suchte wieder Schutz hinter dem Tresen. Tränen liefen an seinem Gesicht herunter, jaja der junge Mann war schon immer nahe am Wasser gebaut. Wut stieg mit dem Schmerz in ihm auf. Er hatte das Gefühl den Tot seiner beiden neuen Freunde rächen zu müssen.

Wütend robbte er zu den Stapeln dreckiger Zinnteller, packte sich ein paar davon und stand dann auf.

“ Hier her!” rief er. Die Kämpfe stoppten für einige Sekunden, jeder Blick ruhte nun auf dem Blondschopf. Wer würde ihn zuerst angreifen? Oder besser gefragt wer war denn hier der böse?
Esteron blickt kurz zu Krieger und sah das er mit einem Kuttenkerl tanzte. Das waren also die Bösewichte.

Schnell griff sich Esteron einen Teller mit Speiseresten und warf ihn wie eine Frisbee © dem Mann mit der Kutte entgegen.
Leider ohne zu treffen. Der Teller landete scheppernd an der Wand. Doch Esteron hatte ja noch genug Teller. Und so warf der junge Held einen Teller nach dem anderen durch die Schenke. Einer würde bestimmt sein Ziel finden.


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Erstellt von Tak on 30.04.2003 00:23:

Klirrend traf Stahl auf Stahl, der Mann, der scheinbar der Anführer der Kultisten war, führte sein Kurzschwert mit ziemlicher Geschwindigkeit. Plötzlich riss er einen Dolch aus dem Gürtel und stieß zu, Tak sprang nach hinten, die Waffe des Kultisten kratzte nur noch oberflächlich über die schwarzen Platten seiner Rüstung. Augenblicklich griff Tak wieder an, erneut trafen die Klingen aufeinander...
Frost hatte in den Kampf eingegriffen, so wie Tak es erwartet hatte. Tja, die Kultheinis hatten einen schweren Fehler begangen...

Wurfmesser flogen durch die Luft, die Kultisten verteilten sich in der mittlerweile praktisch besucherleeren Taverne, einer von ihnen öffnete einen großen Lederbeutel, den er umgehängt hatte, und holte eine Armbrust heraus. Er warf einen Tisch um, kniete sich hinter selbigem nieder und lud die Waffe. Etwas später zielte er auf Tak, der noch immer mit dem Oberkulisten focht, ohne dass einer von ihnen bisher einen Vorteil hatte erlangen können. Seine Finger krümmten sich um den Abzug der Waffe...
Tak sprang hoch, keinen Augenblick zu früh, er spürte nur noch einen scharfen Luftzug, als der Bolzen dort vorbeipfiff, wo soeben noch ein Kopf gewesen war. Der Druide veranstaltete einige Rückwärtssaltos und landete dann auf der Theke, hinter der sich der Wirt verkrochen hatte und bei der der Templer, der schon seit längerem in dieser Taverne Gast war, sich in den Kampf einzubringen suchte...
Der Gildenlose riss ein Wurfmesser, welchen im Holz der Theke steckte, heraus, und schleuderte es auf seinen wieder angreifenden Gegner. Der Kultist aber war nicht gerade von der langsamen Sorte, ruckartig brachte er seinen Hals aus der Gefahrenzone. Hmm, hier musste man wohl größere Geschütze auffahren als Schwert und Wurfmesser...
Tak konzentrierte sich kurz, einen Moment später schien die Luft um ihn herum leicht zu flimmern. Ein weiterer Bolzen schoss genau auf ihn zu – doch es gab nut einen kleinen Blitz und einen leisen Knall, als er kurz vor Tak von irgend etwas abprallte. Der Kultist hieb mit seinem Schwert zu, doch auch diesen prallte einfach ab, als hätte er einen Fels geschlagen. Tak steckte ruhig sein Schwert weg und löste den Speer aus seinen Halterungen. Er fasste die Harpyenfeder und stieg ruhig von der Theke...
Der Schutzschild verschwand, Tak wirbelte die Klingen seiner Waffe gekonnt durch die Luft, mit einem Sprung griff er den Oberkultisten an, dieser wehrte den ersten Schlag mit seinem Kurzschwert ab. Tak stieß sich vom Boden ab, wirbelte in der Luft herum und trat nach dem Unterkiefer des Anführers, dieser aber packte den Fuß des Druiden und wollte ihn nach hinten ziehen, um Tak zu Fall zu bringen. Schwerer Fehler. Die Harpyenfeder stieß vor, die scharfe Klinge bohrte sich tief in den Hals des Kultisten, während das Knie des Gildenlosen gegen seine Schulter krachte. Der Mann wurde umgerissen, Tak rollte sich nach vorn ab und stand im nächsten Moment wieder auf den Füßen...


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Erstellt von Superluemmel on 30.04.2003 00:37:

Wütende Schwerthiebe zwangen Frost dazu, sich mit einer geschickten Rolle unter einem Tisch hindurch und in Sicherheit zu bringen.
Mehrere dumpfe Aufschläge auf dem Holz in seinem Rücken kündigten davon, dass er gerade noch rechzeitig reagiert hatte. Ja, das Leben eines Kriegers war hart. Selbst ein winziger Augenblick der Unachtsamkeit konnte ausreichen, um den Kopf für immer zu verlieren.
Heißes Adrenalin brannte durch Frosts Adern, als er sich mit einem Salto in die Höhe und über einen weiteren Tisch katapultierte und zu seinen Gegnern herumfuhr. Das leise Rauschen in seinen Ohren vermischte sich mit dem rasenden Takt seines Herzschlages zu einem Chorus aus hörbar gewordener Kampflust.
Seine beiden Gegner näherten sich vorsichtig in einer stetig weiter auseinanderklappenden Zangenbewegung. Doch anstatt zurückzuweichen, verharrte Frost ruhig und mit gehobenen Schwertern auf seiner Position.
Ab und zu ließ sich im Kampf ein nicht zu verachtender Vorteil herausschlagen, indem man den Gegner durch absolute Unnachgiebigkeit einzuschüchtern versuchte. Eiskalte Ruhe konnte genauso tödlich sein wie geschliffener Stahl.
Der Tod ihres Kameraden hatte die anderen beiden Meuchler zur Vorsicht gemahnt. Im Gegensatz zu dem missglückten Einkesselungsversuch der Straßenräuber, ging von den Kultisten jedoch eine ernsthafte Bedrohung aus. Diese Männer waren Profis, geschult zum effektiven Töten.
Frost entschied sich, seine Gegner nicht noch näher herankommen zu lassen. Urplötzlich schnellte sein Stiefel hoch, schleuderte einen nahestehenden Stuhl in die Luft.
In einer blitzschnellen Rotation schraubte sich der Waffenmeister ebenfalls in die Höhe, klappte das Bein aus und trat den Schwung der Bewegung nutzend gegen den Stuhl.
Eines der Stuhlbeine gab berstend nach, als sein Stiefel gegen das Holz krachte und den Stuhl mit brutaler Wucht auf seinen Gegner zuwuchtete. Dieser hatte mit einer derartigen Reaktion nicht gerechnet und wurde von dem improvisierten Geschoss am Kopf getroffen und zu Boden gerissen.
Den Schmerz in seinem Fuß ignorierend, landete der Krieger sanft wie eine Feder auf dem Tavernenboden und wandte sich dem zweiten Meuchler zu. Der Kultist hatte die Gunst der Stunde ausgenutzt, mit einem weiten Satz über einen der Tische hinweggesetzt und holte mit seinen beiden, sichelartig geformten Klingen aus.
Ein Funkenschauer tanzte durch die Luft, als vier Schwertklingen stakattohaft aufeinanderklirrten. Scharrend glitten die Waffen aneinander ab, als die beiden Kontrahenten gleichzeitig versuchten, den Arm des Gegners zur Seite zu drücken.
Begleitet von stechenden Schmerzen kollidierte die Faust des Kultisten mit Frosts Nase. Zeitgleich trieb ein harter Tritt den Angreifer zurück.
Ein Rumpeln in Frosts Rücken kündigte vom Wiedereintritt des zweiten Meuchlers. Es war besser, wenn er diesen verdammten Mörder so schnell wie möglich loswurde.
Erneut prallten die Schwerter wuchtig aufeinander, hinterließen ein unangenehmes Klingeln in Frosts Ohren. Doch dieses Mal würde er seinen Gegner nicht genug Zeit geben, um sich wieder zu sammeln.
Mit einem Ruck zog er die Flammenschneide nach oben, drehte sie schnell zur Seite und klemmte die feindliche Klinge zwischen den Parierdornen und der eigenen Schneide ein.
Ein herumfliegender Zinnteller ließ die beiden Duellanten zusammenzucken. Haarscharf verfehlte das Wurfgeschoss den Meuchler, lenkte ihn jedoch für den Bruchteil einer Sekunde ab.
Dieser Moment reichte Frost.
Krachend fuhr der Eisbrecher auf die festgeklemmte Schwertklinge nieder und ließ sie mit einem ohrenbetäubenden Knallen auseinanderbersten. Brüllend vor Schmerz taumelte der Meuchler zurück und ließ die nutzlos gewordene Waffe fallen.
Doch damit nicht genug.
Der Stiefel des Waffenmeisters löste sich abermals vom Boden, kam in einem Halbkreis hoch und kollidierte schwungvoll mit dem Kopf des Kultisten. Sein Aufschrei verwandelte sich in ein qualvolles Röcheln, als die Flammenschneide in ihrer tödlichen Liebkosung seine Kehle streichelte.
In diesem Moment spürte Frost eine Bewegung in seinem Rücken.
Noch während er die Schwerter hochriss, merkte er dass seine Reaktion zu spät kam. Die Waffe seines Gegners, ein kurzer Speer mit mehreren, in alle Richtungen abstehenden Stacheln, zuckte direkt auf seinen Kopf zu.
Der Krieger versuchte sich zu retten, indem er seinen Fuß in der Drehbewegung wegrutschen ließ und somit zwar das Gleichgewicht verlor, aber gleichzeitig seinen Kopf aus der Gefahrenzone brachte.
Der Speer schrammte über seine Schulterpanzerung und glitt ab. Keuchend schlug der Waffenmeister mit dem Rücken auf dem Boden auf. Doch sein Gegner bewies einmal mehr, dass er sein Handwerk verstand.
Elegant wendete er den Speer und ließ ihn gerade nach unten herabfahren. Einer der Stacheln hinterließ eine blutige Schramme an Frosts Hals, als sich der Gildenlose geschmeidig wie ein Aal zur Seite rollte und mit zusammengebissenen Zähnen auf die Beine kam.
Ein Rückwärtssalto brachte ihn aus der Reichweite der gegnerischen Waffe. Knieend landete der Krieger auf dem einem Ende eines langgestreckten Tisches.
Sein Gegner setzte sofort nach und sprang ebenfalls auf den Tisch. Jedoch landete er dabei auf der gegenüberliegenden Seite und drückte durch die Wucht des Landens Frosts Seite kräftig nach oben.
Frost vollendete das Desaster, indem er sich erneut vom wackeligen Untergrund abstieß und geradewegs auf den Meuchler zusegelte. Des Gegengewichts beraubt, fungierte der wegklappende Tisch als improvisiertes Katapult. Gleichzeitig verlor der Kultist die Balance, fiel vom Tisch und krachte schwer auf den Boden.
Ein Wirbel aus purer Schwärze, wehendem silbdergrauen Haar und blitzenden Klingen sirrte durch die Luft auf den gestürzten Mann zu.
Kurz bevor er auf dem Boden aufkam, rollte sich Frost auseinander und ließ die Schwerter fahren. Dem Beil eines Henkers gleich schossen die Klingen herab und schnitten auf ihrem Weg durch Fleisch und Knochen bis sie im Holzboden stecken blieben.


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Erstellt von Tak on 30.04.2003 15:45:

Unerwartet traf ein harter Schlag den Wangenknochen des Druiden und ließ ihn einen Schritt zur Seite taumeln, ein Teller segelte durch die Luft und zerschellte neben Tak auf dem Boden. Der Gildenlose ging in die Hocke und schlug mit seinem Speer nach seinem neuen Gegner, Klingenstahl traf auf das Holz eines Kampfstabes, den der Kultist durch die Luft wirbelte. Tak katapultierte sich in die Höhe, drehte sich in der Luft um die eigene Achse und trat nach dem Gesicht des Kultisten, dieser jedoch warf sich nach hinten und stieß gleichzeitig seinen mit Stahlkuppen versehenen Kampfstab gegen Taks Hüfte, allerdings glitt die Waffe an den Schwarzholz - Panzerplatten ab. Als Tak landete, griff sich der Kultist eine Stuhl und schleuderte ihn auf den Druiden, die Harpyenfeder wirbelte herum und wehrte das Möbelstück ab. Tak vernahm ein leises Sirren hinter sich, instinktiv warf er sich zur Seite - keine Sekunde zu früh, das Wurfmesser streifte noch seine Schulterpanzerung, wurde aus der Bahn geworfen und fiel etwas später auf den Boden der Taverne...
Der Kultist mit dem Stab hatte diesen kurzen Augenblick allerdings genutzt, um sich in die richtige Position zu bringen, und im nächsten Augenblick krachte schon wieder das Holz seiner Waffe gegen Taks wangenknochen. Der Gildenlose sprang einen Schritt zurück, in seiner Hand sammelte sich magische Energie, ein hellgrüner Flammenball entstand und schoss einen Herzschlag später auf den Kultisten zu. Dieser warf sich zur Seite, dennoch erwischte das magische Geschoss seine linken Hüfte, was er mit einem überraschten Schmerzensschrei kundtat. Er strauchelte und ging polternd zu Boden, Tak wollte ihm gerade den Rest geben, als hinter ihm etwas die Luft zerschnitt...
Der Druide sah hinter sich, und er bemerkte gerade noch, wie ein Kultist ein langes Seil über seinem Kopf rotieren ließ. Das Ende des Seils war mit einer stacheligen Stahlkugel beschwert. dann ließ der Mann das Seil auch schon los, Tak stieß sich reflexartig vom Boden ab, doch zu spät. Der Strick umschlag unnachgiebig seine Füße, der Kultist zog augenblicklich an, Tak wurde aus der Bahn gerissen und knallte rücklings auf den Tavernenboden...
Ein schwerer Lederstiefel kollidierte mit seinem Unterkiefer, der Kultist mit dem Stab hatte sich inzwischen wieder aufgerappelt und schien trotz seiner Verletzung ziemlich sauer zu sein. Leise Schabend glitt ein Dolch aus der Scheide, ein Teller zerschellte auf den Tavernenboden, aus der anderen Ecke war ebenfalls Kampfeslärm zu vernehmen, und auch hinter der Theke wurde kräftig geprügelt. Ein Bolzen zischte durch die Luft und zerschmetterte über dem Kopf des Templers, der sich im letzten Augenblick duckte, einige Flaschen...
Der Kultist mit dem Stab stieß inzwischen Mit seinem Dolch nach Taks Hals, doch er hatte die Schnelligkeit des Gildenlosen unterschätzt. Blitzartig packte Tak den Fuß, der ihn eben getreten hatte, drehte sich zur Seite und riss das Bein des Kultisten mit. Dieser stieß erneut einen überraschten Schrei aus, dann landete er unsanft auf dem Hinterteil...
Dummerweise hatte der Typ mit dem Seil inzwischen ein Kurzschwert gezogen und sprang auf Tak zu, im nächsten Moment landete er mit beiden Beinen auf dem Bauch des Gildenlosen. Tak krümmte sich fast automatisch zusammen, als die Luft aus seinen Lungen gepresst wurde, doch im selben Moment zerschnitt kalter Stahl die Luft. Der Kultist gab einen grunzenden Laut von sich, mit einem Ruck drehte Tak das Schwert noch einmal in der Wunde herum und stieß es noch ein Stückchen tiefer in den Bauch des Meuchlers. Der Kultist röchelte und kippte etwas später um, die Hände auf die Wunde gepresst...
10.05.2003, 15:55 #21
Engardo
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Erstellt von Krieger-BP on 30.04.2003 17:41:

Krieger ließ einen wutendbrandten Schrei von sich, riss den Bolzen aus der Wand, der gerade an seinem Kopf vorbeigezischt war, und schleuderte ihn seinem Verursacher entgegen, wartete jedoch gar nicht erst den Aufprall ab, sondern rann gleich in dessen Richtung. Der Bolzen streifte die Wange des Kultisten und hinterließ eine hauchdünne rot Spur. Verwundert schaute der in Richtung des Hochgewachsenen Templers und konnte nur im letzen Moment dessen von unten nach oben geführten Schlag abblocken,
doch nicht dem Tritt in die Magengegend, der darauf folgte. Polternd flog der Kultist zu Boden, rollte sich nach hinten ab und stand schon wieder auf den Beinen. Krieger hatte keines Wegs inne gehalten, sondern war weiten auf ihn zugelaufen und ließ einen weiteren Tritt geschehen, der auf das Knie des Kultisten prallte, dass sich mit einem Knacken bedankte. Die Knieschreibe war bestimmt in tausend kleine Stücke zerbrochen, doch Krieger war das Egal, er Schlug dem winselnden Gegner mit dem Schwertknauf nieder. Dieser krümmte sich vor Schmerzen auf dem Boden, doch bekam nicht das Glück bewusstlos zu werden oder gar getötet zu werden. Krieger packte ihn kurzerhand und warf ihn zu Esteron, der seine totbringenden Geschosse immer noch durch den Raum warf. Sollte er über das Leben dieses Arsches entscheiden.
Im nächsten Moment riss Krieger ein Schwerthieb herum, der glücklicherweise an seiner Rüstung abglitt, jedoch ein heftiges Kribbeln in seinem Rücken verursachte. Der andere Kuttenträger ließ wieder das Schwert nach ihm ausfahren, welches in Richtung seiner Kele züngelte, doch Krieger warf sich nach hinten fallen. Nahm sich den Stuhl rechts neben ihm und warf ihn auf den Gegner, was ihn ein paar kostbare Sekunden einbrachte um sich aufzurichten. Wieder schoss ein Bolzen durch den Raum und diesmal traf er. Kriegers Schulter brannte vom Schmerz des heftigen Einschlages und der bewaffnete Gegner warf sich auch wieder auf ihn und verpasste ihn einen heftigen Fausthieb in den Magen. Krieger erkrümmt, packte den Typen jedoch mit letzer Kraft an den Eiern. Der Kulti schrie auf, flennte und wagte es nicht sich zu bewegen. Aus den Augenwinkeln erkannte Krieger, das abermals jemand eine Armbrust auf ihn richtete. Geistesgegenwärtig riss er seine Geisel herum, so dass der nächste Bolzen den mit hoher Stimme schreienden traf. Krieger benutze ihn noch eine Weile als Schutzschild und warf ihn schließlich auf den Schützen, der hinter einem umgekippten Tisch kauerte. Dieser fing seinen toten Kameraden auf und hatte danach keine Chance mehr den Teller abzuwehren, der direkt auf seinen Kopf zuflog. Ein dankender Blick Kriegers ereichte Esterons.
Doch nun wurde es Krieger schwarz vor Augen. Er kämpfte gegen die drohende Bewusstlosigkeit an, die sich in ihm breit machte. Taumelte umher, ließ sich auf einen Tisch fallen. Für ein paar Sekunden war er weggetreten und das wohltuende Hier und Jetzt empfing ihn mal wieder mit beisenden Schmerz. Hätte er nicht wieder neben der Frau aufwachen können? Mit einem gewaltigen Krafthieb zog er den Bolzen aus seiner Schulter, woraufhin sich frisches Blut über seine Rüstung ergoss. Ein von Schmerzen kündender Schrei verließ seine Kehle und ließ die Umliegenden kurz erstarren.
Doch nun waren einige wieder auf ihn aufmerksam Geworden. Und ein komisches Wurfgeschoß prallte neben seinem Kopf in das Holz. Krieger rollte sich hinter den Tisch und hielt sich dort die Schulter. Plötzlich bohrte sich eine Klinge neben ihm durch das Holz. Zum Glück hatte sie verfehlt. Krieger drehte sich Blitzschnell um und stieß mit den Füßen gegen den Tisch, welcher gegen den Kultisten prallte. Dieser bekam jedoch sein Schwert nicht mehr aus dem Tisch und lag sowieso durch die Kollision auf dem Hintern. Sogleich sprang Krieger hervor und ließ sei Knie sprechen, welches sich in den Kiefer des Gegners rammte und ihm um etliche Zähne leichter machte. Das Blut des Gegner, sowie einiger Speichel klebten an Kriegers Knie, doch der Gegner war nicht mehr bei Bewusstsein. Mit der letzen ihm verbliebenden Kraft rettete sich Krieger wieder hinter die Theke, um dort seine wohlverdiente Pause einzunehmen. „Mach weiter so!“, sprach er aufmunternd zu Esteron, der die Teller hatte sprechen lassen. Ein musternder Blick Kriegers in den Raum ließ ihn kurz die Lage überschauen. Die Zahl der Angreifer hatte sich stark gelichtet und die anderen Kämpfer, die, so wie es aussah mit auf ihrer Seite kämpften, waren Meister ihres Faches. Wie anmutig schnell und Geschickt sie sich bewegten war unglaublich und deren Umgang mit ihren Waffen war meisterhaft. Davon war Krieger noch weit entfernt, denn er kämpfte mehr mit dem Körper, als mit dem Schwert und war noch viel zu plump in seinen Bewegungen, was das Malör mit dem Bolzen verursachte. Was ihn wieder zu seinen Schmerzen brachte. Er schnappte sich eine Flasche Schnaps, die unter dem Tressen stand und schüttete den Inhalt über die Wunde. Es brannte höllisch, doch es musste sein. Ein Gestank machte sich Krieger jetzt auch stark bemerkbar. Es war der Gestank des Wirtes, der sich vor Angst selbst besudelt hatte. Wie sollte Krieger und auch sein Freund nur wieder lebend herauskommen? Und die viel wichtigere Frage, wie sollten sie diese komische Haube für den Offen finden?
All diese Fragen schwirrten Krieger durch den Kopf und ließen ihn gar nicht bemerken, wie der Mann vor ihm wieder zu Bewusstsein kam, doch der Wirt ließ abermals seine vernichtende Faust walten und brachte den Grufti wieder ins Reich der Träume....


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Erstellt von Superluemmel on 01.05.2003 00:06:

Krachend zerbarst die Tischplatte, die eine Sekunde zuvor noch Frost als Deckung gedient hatte.
Ein Rad rückwärts brachte den Waffenmeister aus der unmittelbaren Gefahrenzone und einige Schritt Distanz zu seinem Gegner. Der befreite gerade seinen gewaltigen Kriegshammer mit wütenden Fußtritten aus den Trümmern des Tisches.
Ein kehliges Knurren kündigte von dem Zorn des Kultisten über sein gerade noch entwischtes Opfer. Offensichtlich hatte er schon fest damit gerechnet, den Gildenlosen in den Fängen zu haben.
Allerdings hatte er nicht mit der Beweglichkeit Frosts sowie sich unverhofft in Hindernisse verwandelnde Holztische gerechnet. In geduckter Haltung wich Frost vor seinem Widersacher zurück, die Schwerter locker in den Händen pendelnd. Der überdimensionierte Hammer bremste den Kultisten beträchtlich ab, wenn er sich geschickt anstellte, würde er ihm vorerst aus dem Weg gehen können.
Denn momentan hatte er noch ganz andere Probleme.
Eines davon rappelte sich gerade vom Boden hoch, schüttelte benommen den Kopf, fixierte dann jedoch mit eisigem Blick den Waffenmeister. Diese Zinnteller konnten ganz schön Kopfschmerzen bereiten....
Wäre dieser Verrückte mit dem Riesenhammer nicht dazwischen gekommen, gäbe es inzwischen noch einen Kultisten weniger in der Taverne.
Ein Aufblitzen in der Hand des zu neuem Leben erwachten Kultisten riss Frost aus seinen Gedanken und zurück in die harte Realität des Kampfes. Durch eine schnelle Seitwärtsdrehung entging er dem heranschießenden Wurfdolch.
Doch der Kultist war ein wahrer Meister seines Fachs. Weitere Stahlklingen funkelten in seinen Händen, als er herumwirbelte und die tödlichen Geschosse in schimmernde Bahnen entließ. Das Splittern von Holz und das Scheppern der vorbeisausenden Klingen begleitete Frost, als er mit einer rasend schnellen Folge aus Radschlägen, Schulterrollen und Saltos dem Hagel von Wurfdolchen zu entkommen suchte.
Eine einzelne Haarsträhne segelte zu Boden, als einer der Dolche seinen Kopf um Haaresbreite verfehlte und zitternd im Holzbeschlag der Wand steckenblieb. Mit einer Hand stützte sich der Krieger auf der Lehne eines Stuhls ab und schwang sich mit einem Überschlag über das Hindernis.
Ein Luftzug striff seine Finger.
Der Stuhl erbebte unter dem Einschlag einer scharfen Klinge. Ein schmales Rinnsal aus Blut lief über Frosts Zeigefinger. Der Klingenhagel stoppte abrupt.
Beim Aufsetzen auf dem Boden wirbelte Frost um die eigene Achse, holte Schwung und sprang gleichzeitig auf einen nahen Tisch. Kaum berührten seine Stiefel das Holz, da verließen die beiden Schwerter seine Hände.
Sirrend schnitten sie durch die Luft - geradewegs auf den Messerwerfer zu.
Und bohrten sich mit brutaler Wucht in seine Schultern.
Einen lauten Schrei ausstoßend taumelte der Kultist rückwärts. Von dem Schwung der Schwerter aus dem Gleichgewicht gebracht, krachte er gegen die Wand. Die Wucht der Geschwisterklingen reichte noch immer aus, um sie tief in das Holz zu treiben und den Meuchler festzunageln.
Ein Schatten fiel auf Frost.
Nur seine blitzschnelle Reaktion bewahrte ihn vor einer äußerst schmerzhaften Bekanntschaft mit dem gewaltigen Hammer des anderen Kultisten.
Verdammt, den hatte er für einen Augenblick aus den Augen verloren....
Doch jetzt konnte er seinen vorigen Fehler relativieren und den Kerl ein für alle Mal ganz ausschalten. Bevor der Kultist den Schwung des Angriffes ausgleichen konnte, sprang Frost auf.
Seine Faust schnellte nach vorne und grub sich mit brachialer Gewalt in die Magengrube des Gegners. Keuchend ließ der Meuchler seine Waffe fallen und wich zurück.
Unnachgiebig setzte der Waffenmeister nach, zwang seinen Ellenbogen zu einer kurzzeitigen Symbiose mit dem Schädelknochen des Kultisten und verteilte mit einem weiten Schwinger den Nachschlag.
Ohne seinem Gegner eine Chance zur Gegenwehr zu lassen, fuhr Frost herum. Sein Bein hob sich. Der Kopf seines Widersachers wurde zur Seite geschleudert. Eine weitere Drehung schraubte den Krieger höher in die Luft. Das zweite Bein folgte dem Beispiel seines Vorgängers und krachte gegen die Brust des Meuchlers.
Noch bevor der Kultist auf dem Boden aufkommen konnte, stürzte Frost auch schon mit einem zornigen Brüllen nach vorne, packte den Kerl am Kragen und riss ihn in die Höhe. Berstend gaben die hölzernen Fensterdielen nach, als der Kultist gegen sie prallte und in einem Trümmerregen auf der Straße aufschlug.


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Erstellt von Tak on 01.05.2003 02:08:

Tak rappelte sich schnellstmöglich auf, genau wie der Kultist mit dem Kampfstab. Fast gleichzeitig standen sie wieder auf den Füßen, der Stab wirbelte durch die Luft. Tak wehrte den ersten Schlag mit dem Schwert ab, als der Kultist nachsetzen wollte sprang der druide hoch und landete einen Rückwärtssalto später hinter der Theke. Der hölzerne Stab fuhr nur durch leere Luft, im nächsten Augenblick allerdings hatte sich Tak einn Bierkrug gegriffen. holte kurz aus und schleuderte ihn in Richtung des Kultisten. Dieser konnte nur noch überrascht die Augen aufreißen und einen Schrei ausstoßen, als der Krug seine Stirn traf...
Ein Bolzen zischte mal wieder durch die Luft, plötzlich war über dem eigendlichen Kampfplatz ein Klirren zu vernehmen, begleitet von einem Aufschrei, als das Geschoss Esteron einen Teller noch in dessen Hand zerschmetterte. Wütend warf dieser nun seine Teller auf den Armbrustschützen, der ab und zu zurückballerte und auch mal Geschirr im Fluge erwischte.
Tak bekam von dieser Gegebenheit allerdings nicht allzu viel mit, er war damit beschäftigt, sich ein Duell mit einem Kultisten zu liefern, der ein Langschwert führte und damit auch verdammt gut umgehen konnte. Im Sekundentakt prallten die Klingen klirrend aufeinander, Tak sprang hoch und trat nach dem Kopf des Kultisten, dieser jedoch duckte sich und stach nach dem Bauch des Druiden. Einmal mehr bewahrten die Schwarzholzplatten den Gildenlosen vor einer ernsthaften Verletzung. Tak landete hinter seinem Gegner, dieser wirbelte sofort um die eigene Achse und führte seine Klinge gegen den Oberkörper des Gildenlosen. Tak konterte mit einem unerwarteten Zug, er riss seinen Arm hoch, die Waffe des Kultisten traf kurz die Brust des Druiden. Tak ignorierte die Schmerzen, die der Aufprall verursachte und klemmte das Schwert mit seinem Unterarm ein. Er packte die Klinge, warf sich nach hinten und trat gleichzeitig nach dem Kinn des Kultisten...
Der Mörder ließ im letzten Augenblick sein Schwert los und wich zurück, so dass er gerade so dem Tritt entgehen konnte. Allerdings dachte er nicht daran, jetzt aufzugeben und riss eine Flasche aus dem Regal. Plötzlich warf er sich nach vorn, schwang die Flasche in hohem Bogen auf Taks Kopf zu. Reflexartig riss der Druide sein Schwert hoch, der Kultist allerdings ließ die Flasvhe an selbigem vorbeischlagen und packte stattdessen die Hand seines Gegners. Er drehte sich um die eigene Achse, riss Tak damit nach vorn und drückte die Schwerthand des Gildenlosen auf die Theke, im nächten Augenblick krachte die Flasche brutal auf Taks Finger. Zischend entwich die Luft zwischen Taks zusammengebissen Zähnen hindurch, er stieß den Kultisten von sich und riss seine Hand zurück, das Schwert rutschte von der Theke...
Der Meuchler allerdings ließ Tak keine Zeit, er wirbelte herum und im nächsten Moment krachte die Flasche gegen den Unterkiefer des Gildenlosen. Schmerz bahnte sich seinen Weg in Taks Gehirn, bunte Flecken explodierten vor seinen Augen...
Der Druide ignorierte dies alles. Schmerz, ein Gefühl. Wer andere besiegen wollte, der musste zuerst sich selbst besiegen - und damit seine Gefühle...
Tak taumelte einen Schritt zurück, fing sich dann aber sofort wieder und packe ebenfalls den Hals einer Flasche aus dem Regal, mit der er sofort zuschlug, fast zeitgleich mit seinem Gegner. Es klirrte, Splitter schossen durch die Luft...
Der Kultist starrte einen kurzen Moment auf den abgebrochenen Flaschenhals in seiner Hand. Einen Moment zu lange. Brutal rammte Tak ihm seine eigene Flasche, die ebenfalls abgebrochen war, ins Gesicht. Der Kultist schrie auf, ließ seine Waffe fallen und schlug die Hände vor die Augen, Blut quoll zwischen den Fingern hindurch, als er zurücktaumelte. Tak war allerdings noch nicht zufrieden, seine Faust schoss vor und schmetterte mit voller Wucht gegen den Kehlkopf des Kultisten...
Gurgelnd ging der Auftragsmörder zu Boden und krümmte sich, als Tak ihm noch seinen schweren Kampfstiefel in den Magen trat. Der Gildenlose wollte gerade hämisch grinsen, als er plötzlich von hinten gepackt wurde. Zwei Arme umschlangen unnachgiebig seinen Oberkörper, drückten ihm die Luft aus den Lungen und hoben ihn scheibar ohne Mühe hoch. Im nächsten Augenblick segelte er auch schon über die Theke und krachte hinter selbiger unsanft auf den Boden. Tak wälzte sich herum und versuchte aufzustehen, doch sein Angreifer - ein mindestens zwei Meter großer Muskelprotz, der seines Gleichen suchte - schwang sich über die Theke hinüber und packte ihn am Kragen, um ihn hochzureissen und sofort wieder durch den Raum zu werfen. Es war nicht gerade angenehm, als Tak gegen die Wand geschmettert wurde, wahrscheinlich waren inzwischen schon so einige Knochen in die Brüche gegangen...
Der Riese griff erneut an, Tak schlug mit der Faust zu, doch selbst als diese den Unterkiefer des Mannes traf, schien das den Kultisten nicht zu interessieren. Der packte Taks Handgelenk, wirbelte herum, beugte sich vor und warf den Druiden über seine Schulter. Tak jedoch riss plötzlich die Füße hoch und einen Moment später krachten die Kampfstiefel des Gildenlosen in den Nacken des Schlägers...
Dieser quittierte die Aktion mit einem "Uff!" - artigen Laut, dann packte er Tak und zog ihn hoch, um ihn schon wieder von hinten zu umklammern, von den Füßen zu heben und gegen eine Wand zu rennen, Tak dabei als Puffer benutzend...
Zumindest hatte er vor, gegen eine Wand zu rennen, doch kurz bevor er selbige erreicht hatte riss Tak die Beine hoch und stieß sich von selbiger ab. Normalerweise hätte das den Riesen auch nicht weiter gestört, höchstens Taks Beine wären hinterher im Arsch gewesen, aber Druiden waren halt nicht normal. Der ungeheuren Kraft der Magie hatte der Kultist nichts entgegenzusetzten, egal wie Muskelbepackt er sein mochte, es riss ihn von den Füßen. Einen kurzen Flug später kollidierte er unsanft mit einem im Weg stehenden Stützbalken, der Griff um Taks Oberkörper lockerte sich. Tak nutzte diesen kurzen Augenblick aus, um seinen Dolch aus dem Gürtel zu reißen und ihn dem Kultisten in die Hüfte zu stoßen...
Der Meuchler grunzte und schubte Tak von sich, dieser sprang nach vorn und landete einen Salto später sicher auf dem Boden. Der Kultist rupfte ungerührt den Dolch aus seinem Körper und griff schon wieder an...
Tak reagierte blitzschnell. An der gegenüberliegenden Wand war als Deko das Horn eines Schattenläufers angebracht. Der Gildenlose sprang zur Seite, dann huschte er geduckte zu dem Kultisten. Dieser packte Tak an den Oberarmen, doch den Druiden interessierte das nicht weiter. Er umklammerte die Hüfte des Meuchlers und rammte ihm sein Knie in die Weichteile. Der Riese jaulte auf, im selben Augenblick stieß sich Tak vom Boden ab und riss den Meuchler mit. Es musste etwas seltsam aussehen, wie plötzlich zwei aneinandergeklammerte Typen durch die Luft segelten, doch spätestens als sie gegen die Wand krachten war es vorbei mit der Komik...
Tak stieß sich sofort von der Wand ab und landete sicher auf einem Tisch, der Kultist hingegen blieb an der Wand hängen. Blut lief in dünnen Fäden aus seinen zuckenden Mundwinkeln, er verdrehte die Augen und röchelte gequält. Etwas später knackte es, einige Nägel wurden aus der hölzernen Wand gerissen und der Riese, mittlerweile fast tot, stürzte polternd zu Boden. Das Schattenläuferhorn hatte sich fast vollständig in seinen Rücken gebohrt.
Tak lächelte kurz, dann zog er sein Zweitschwert aus der Scheide und katapultierte sich erneut in die Höhe, um sein nächstes Opfer anzugehen...


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Erstellt von manmouse on 01.05.2003 04:39:

Esteron sah wie Krieger hinter der Theke zusammenbrach. Wie Tak mit dem Riesen einen richtig heftigen Tanz auf den Holzdielen hinlegte. Und wie der andere Mann den Kerl in dem Umhang aus dem Schaufenster warf.
Esteron blickte dem Kerl nach. Umhang?
Mensch das war es. Schnell suchte Esteron wieder Deckung hinter dem Tresen. Die Kerle in den Kutten würden sich umsehen müssen. Der Wanderer lies seinen Blick schweifen und fand schnell was er suchte.
Vorsichtig robbte er zum Regal, schnappte sich ein paar Zinnbecher, eine Tischdecke aus weißen Leinen und robbte dann weiter zur Ofenstelle.
Dort angekommen, füllte er die Becher mit ranzigem Moleratmelkfett. Als nächstes riss die Leinen auseinander, zog diese ebenfalls durch das Fett, umwickelte die Zinnbecher mit den „Brandtücher“ und stellte sie auf ein Tablett welches er am Boden liegend vorfand.

Esteron grinste. Der junge Mann hatte soeben ein paar Brandcocktails geschaffen. Schnell robbte er mit den gefüllten Bechern zurück zu Theke und Krieger dem es anscheinend wieder etwas besser ging.

“ Meine Tellerwurfaktion, konnte die ungebetenen Gäste nicht vertreiben. Mal sehen ob es die Cocktails schaffen.“ Zwinkerte Esteron Krieger zu. Der Wirt schien zu ahnen, was dies bedeutete. War aber nicht in der Lage was dagegen zu unternehmen.

Schnell stand Esteron auf schnappte sich eine noch brennende Kerze und entzündete den ersten Becher.
“ Aua, das brennt ja wie Zunder“ schimpfte der junge Mann als er sich die Finger selbst ansenkte. Jetzt aber nichts wie wech mit dem Zeugs.

Esteron huschte aus seiner Deckung hervor. Und bewarf den nächstbesten Kuttenbruder mit dem Brandsatz.

“ Treffer und versenkt“

Dann schaute er Krieger an. “ Na? Willst nicht mit werfen?“
Dann warf Esteron den zweiten Brandsatz, traf diesmal aber nur den Vorhang, der sogleich in Rauch aufging.


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Erstellt von Krieger-BP on 01.05.2003 05:13:

Krieger schaute verdutzt auf Esteron, dann auf den Wirt, der immer noch Pipi machte. Wem wollte er wohl eher helfen? Na ja, natürlich Esteron, weshalb er sich mit an die Wurfbude stellte und sich einen Cocktail zur Hand nahm. Einmal kurz über die Kerze auf dem Tressen gehalten und das Ding leuchtet lichterloh, nur darauf wartend einen armen wehrlosen Angreifer in die Arme zu fallen.

„Hey du da!“, rief Krieger, woraufhin aber keiner reagierte. „Ja du, mit den arschlangen Haaren, der Kutte und der Kartoffelnase!“ Plötzlich drehte sich einer um und zeigte mit dem Zeigefinger auf sich „Ich?“. „Na klar! Ich hab hier was für dich!“, sprach Krieger und warf ihm den lecker in alle Richtung züngelnden Cocktail entgegen. Der Dummkopf fing diesen natürlich fröhlich, da er wohl noch nie ein Geschenk bekommen hatte, flammte jedoch sofort auf und entzündete weitere Einrichtungsgegenstände, so dass der Raum sich bald in ein Inferno aus Feuer verwandelte.

Doch die Ballermänner an der Theke hörten nicht auf zu werfen. Es machte ja so viel Spaß, wie über ein armes wehrloses Rehkitz Benzin zu schütten und es dann anzuzünden (OT: bitte nicht aufregen, es ist ein von harald Schmidt geklauter satz und ist nicht ernst gemeint!)
, oder alte hilflose Leute zu Boden zu stoßen und die Hunde auf sie los zu lassen.
Was hatte sich den da in Krieger entfesselt. Er war selbst erschrocken über seine Gedankengänge, sprach jedoch zu Esteron: „Das war die beste Idee, die du jemals hattest!“ und warf weiter fröhlich um sich.

Doch da passierte was passieren musste. Ein unkontrolliert umherlaufendes Brandopfer, welches immer noch lichterloh brannte, rannte direkt auf die Beiden Brandtstifter zu. Was sollten sie tun und wie sollten sie sich wehren? Sollten sie noch mehr Alkohol über es schütten?


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Erstellt von Der Inquisitor on 01.05.2003 15:31:

Ein kleines Fischerboot machte am Hafen der Stadt fest. Jedoch nicht lange, nachdem Leon und Dorrien ausgestiegen waren und der Fischer Karl sein Geld kassiert hatte, machte er wieder los und segelte zurück nach Khorinis.
Dorrien stand erst einmal da und betrachtete die Stadt. Scheinbar war sie größer als Khorinis, auch wenn sich die restlichen Unterschiede in Grenzen hielten.
Am auffälligsten war die riesige Feste, die auf einem Fels über der Stadt thronte, die Häuser schienen sich in ihrem Schatten zu ducken. Diese Feste war der Ort, zu dem sie hin mussten...

Sie wanderten ein wenig durch die Stadt, bis sie den Weg fanden, den sie brauchten. Den Weg, der zur Festung führte. Etwas später standen sie dann vor dem massiven Tor der Anlage...
"Halt! Was wollt ihr?" fragte einer der beiden Wachpposten barsch und musterte zuerst Dorrien, dann Leon.
"Zu Inquisitor Tannenberg wollen wir."
Der Wachposten kniff die Augen zusammen.
"Warum das denn?" fragte er misstrauisch, Dorrien grinste ein wenig.
"Mein Name ist Gregor Dorrien, ich bin Inquisitor des Ordo Haereticus. Ich bin hier um den Kult zu untersuchen. Er hier..."
Dorrien deutete mit dem Daumen hinter sich auf Leon.
"...wird mir dabei helfen."
Der Wachposten schien noch lange nicht überzeugt, doch Dorrien ließ sich nicht beirren und kramte in seiner Tasche herum, schließlich förderte er ein matt glänzendes, silbernes Metallplättchen hervor. Eine Sonne war darauf eingraviert, in ihrer Mitte ein Totenkopf und auf der anderen Seite war ein kurzer Text zu lesen, eine Widmung. Das Siegel der Inquisition.
"Gib das hier Tannenberg."
Dorrien reichte dem wachposten das Siegel, welches dieser erst von allen Seiten betrachtete, dann nickte er kurz und verschwand in der Burg. Einige Augenblicke später kam er wieder heraus.
"Ein Diener wird eure Botschaft überbringen.", richtete er noch aus, dann starrte er über Dorriens Schulter hinweg in die Leere.

Die kleine Tür, die Personen den unkomplizierten Durchlass durch das Tor der Burg gewährte, öffnete sich. Ein älterer Mann in einer prunkvollen Rüstung kam heraus, ein langes Breitschwert hing an seinem Gürtel, sein dunkelroter Umhang flatterte leicht im Wind. Sein Blick sprang zwischen Leon und Dorrien hin und her, schließlich blieb er auf dem breit grinsenden Dorrien hängen. Tannenberg verzog die Lippen zu einem dünnen Lächeln, und es war ihm anzusehen, dass er krampfhaft versuchte, seine Freude einigermaßen unter Kontrolle zu halten.
"Sieh an, Dorrien, du lebst noch? Wer hätte das gedacht."
Der alte Hexenjäger ging zu seinem ehemaligen Schüler und schüttelte ihm erst einmal ausgiebig die Hand.
"Unkraut vergeht nicht. Du bist doch selbst das beste Beispiel dafür..." antwortete Dorrien mit einem fetten Grinsen. Währen nicht die Ohren dazwischen gewesen, hätte er im Kreis grinsen können.
Tannenberg nickte nur und reichte Leon die Hand, nachdem Dorrien die beiden miteinander bekannt gemacht hatte...

Einige Kerzen erhellten das kleine Zimmer des Inquisitors zusätzlich zu dem Licht, das durchs Fenster fiel. Tanneberg stand an selbigem und sah nachdenklich nach draußen. Staubkörner tanzen in der Luft, Dorrien und Leon hatten es sich auf den beiden Sesseln des Zimmer bequem gemacht.
"Der Kult. Tja... Er existiert noch nicht lange, entwickelte sich aber sehr schnell zu einer Bedrohung. Er ist inzwischen schon ziemlich einflussreich, einflussreicher als es mir lieb ist. Ich glaube, er sitzt sogar schon im Rat der Stadt... Nun ja, über die Ziele des Kultes wissen wir nicht viel. Aus ein paar Verhören, die ich durchführen konnte, habe ich erfahren, dass die Kultisten wohl an irgend eine Gottheit glauben, die sie auf die Welt beschwören können und die dann das Unrecht beseitigt. Was das für eine Gottheit sein soll, das weiß ich noch nicht. Und ich glabe auch nicht, dass das alles ist. Doch um mehr zu erfahren, müsste ich einige der Anführer in die Finger kriegen."
Tannenberg nickte, als wollte er sich selbst bestätigen, und fuhr dann fort.
"Es gibt etwas, dass sich vielleicht zu einer Spur entwickeln könnte. Der Kult hat Feinde. Und zwar nicht gerade ungefährliche Feinde, wie es scheint. Fünf Kultisten wurden vor kurzer Zeit in einer Taverne am Hafen getötet... Und sechs andere Leute auch, ber die sind eigendlich uninteressant. Angeblich wurde diese Tat von einem einzelnen Mann verübt oder von diesem Mann sowie einer jungen Frau. Das ganze dauerte laut Augenzeugenberichten nur wenige Minuten. Wenn wir denjenigen finden, der diese elf Leute in der Taverne getötet hat, könnte uns das schon weiterbringen. Seine Hauptziele waren eindeutig die Kultsiten, die anderen wurden wohl nur aus Gründen der Augenzeugenbeseitigung mit getötet."
10.05.2003, 15:57 #22
Engardo
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Erstellt von Skeleon on 01.05.2003 17:27:

Leon hatte während dem ganzen Treffen kein Wort gesprochen und auch bei der Begrüßung des Inquisitors keine allzu große Teilnahme gezeigt.
Nachdem Tannenberg seinen Bericht geschlossen hatte, stand er noch einen Moment Dorrien und Leon gegenüber. Schließlich nickte er erneut, wie um seine Ratschläge und Erzählungen zu bekräftigen.
"Passt auf euch auf." sagte er noch, bevor er sich ohne ein weiteres Wort umwandte und Dorrien und Leon allein in der großen Vorhalle stehen ließ.
Dorrien wandte sich ab und verließ die Festung ... Leon trottete ihm schweigend hinterher und folgte ihm den Bergweg hinunter, zurück zur Stadt Gorthar.
Doch etwas außerhalb blieb Dorrien stehen und wandte sich zu Leon um.
Der sah ihn fragend an.
"Was nun zu tun?"
Er grinste ein wenig ob seines Stabreimes.
Dorrien sah ihn einen Augenblick nur zweifelnd an, dann antwortete er:
"Wir müssen mehr über den Kult herausfinden ... und das ist der Punkt, an dem du zum Einsatz kommst. Du hast es geschafft dich bei den Amazonen so weit einzuschmeicheln, um für unsere Zwecke genug über ihre Religion herauszufinden. Nun wirst du das Ganze bei dem Kult hier in Gorthar wiederholen, und zwar auf schnellen Sohlen." veralberte Dorrien Leon's Reimkünste.
Leon blickte ihn völlig perplex an.
"Ich soll mich diesen Kultisten anschließen ... nachdem, was ich eben gehört habe? Nachdem irgendwelche Verrückten regelrecht Jagd auf sie machen?"
"Gerade deswegen! Wir müssen mehr über den Kult und seine Feinde in Erfahrung bringen."
Leon blickte einen Moment unschlüssig zu Boden. Dann sah er zu Dorrien auf.
"Also gut. Ich tu's. Aber wie nehme ich Kontakt mit den Kultisten auf, ohne dass sie unsere Absichten herausfinden? Ich glaube kaum, dass du als Inquisitor mich mit ihnen bekannt machen kannst, ohne ihren Argwohn zu erregen."
Er grinste schief.


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Erstellt von Der Inquisitor on 01.05.2003 17:48:

"Kennen wir uns?" fragte Dorrien trocken, Leon schien im ersten Moment etwas überrascht, dann antwortete er allerdings vollkommen selbstverständlich "Nein..."
Der Hexenjäger nickte zufrieden.
"Der Kult gedeiht vor allem dort, wo die Leute unzufrieden sind - er verspricht ihnen ein besseres Leben. Ich denke du solltest in den Armenvierteln anfangen. Wahrscheinlich wird sich das dann so ziemlich von selbst entwickeln, wenn du nur dran bleibst. Versuche, so weit wie möglich in ihre Organisation einzudringen. Kontaktiere mich oder Tannenberg nur dann, wenn es absolut nicht mehr anders geht. Von jetzt an bist du auf dich allein gestellt. Viel Glück..."
"Was tust du jetzt?" fragte Leon, Dorriens Blick strich über die Häuser der Stadt.
"Auf die Jagd nach dem Jäger gehen. Ich werde denjenigen finden, der die Kultisten getötet hat. Vielleicht ist er uns noch nützlich."


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Erstellt von Skeleon on 01.05.2003 18:46:

Leon nickte nachdenklich.
Dann hob er die Hand zum Abschied und wandte sich ab, Richtung Gorthar.
Nach nur wenigen Minuten erreichte er die Stadt und begann recht ziellos durch die Straßen und Gassen zu schlendern.
Er sah sich interessiert um, denn in der ganzen Stadt herrschte ein reges Treiben.
Die Bürger und all die andren Menschen, die sich in Gorthar aufhielten, hetzten die Straßen auf und ab, kauften oder rafften Waren zusammen und schienen sich auf weitaus schlimmere Zeiten einzurichten.
Die Geschichte vom Tavernenmassaker hatte wohl alle in Aufregung versetzt - eigentlich eine perfekte Gelegenheit, die Taschen der Armen noch ein wenig zu erleichtern.
Doch dann besann sich Leon und konzentrierte sich auf seine Aufgabe.
Er folgte den Menschenmassen, die in Strömen in Richtung Hafen weiterzogen.
Und das erinnerte ihn an Khorinis. Bestimmt sammelte sich hier der Abschaum und das Elend der Stadt genauso im Hafenviertel an, wie in Leon's Heimatstadt.
Zuversichtlicher als zuvor bahnte Leon sich seinen Weg durch die Menschenmenge, den Bauch einziehend und die Ellenbogen einsetzend. Und dann bog er in eine der düsteren Seitengassen ein und fand sich in den Slums von Gorthar wieder.
Leon folgte der vor Schmutz und Schlamm triefenden Gasse und schmeckte bereits wieder die salzige Meeresluft auf der Zunge, als die Häuser ein wenig zurücktraten und er ins Freie hinaustrat.
Der Gehweg war noch immer gepflastert, doch Sand und Staub wehten hier von der sanften Meeresbrise getrieben immer wieder in kleinen Wolken auf. Leon verschloss einen Moment die Augen, als ihm feinkörniger Sand und einen Augenblick später eine Träne ins Auge stieg.
Er wischte sich mit dem Handrücken übers Gesicht und betrachtete die Ansammlung von kleinen, meist eingeschossigen Holzhütten vor ihm.
Dann warf Leon einen Blick über die Schulter - die eng aneinander gebauten, steinernen Häuser hatten abrupt den kleinernen Fischerhütten Platz gemacht. Auch hier sah es nach Armut und Elend aus, die Menschen saßen hilflos auf den Straßen und irgendwo quietschte das rostige Scharnier eines losen Fensterladens.
Leon folgte dem Weg mit gesenktem Kopf.
Nur wenige Dutzen Meter hinter ihm waren die reichgeschmückten Häuser von wohlhabenden Händlern oder Reedern gestanden, abgelöst von stinkenden Dreckslöchern und schließlich von windschiefen Holzbarracken.
Und plötzlich vernahm Leon freudige Rufe, ganz in der Nähe und hier so völlig fehl am Platz. Er sah auf und erblickte vor sich eine Gruppe von Menschen, die sich um ein hölzernes Podest drängte.
Darauf standen einige Männer und Frauen in weiten, dunkelgrauen Roben und warfen Brotlaiber, Schinkenkeulen und andere, gut haltbare Fressalien wie Honig oder alten Käse in die Meute.
Sieht weniger nach einem Kult als nach überhilfsbereiten Spinnern aus ...
Leon näherte sich noch ein Stück und erblickte dann etwas, was seinen ersten Eindruck wieder zunichte machte.
Nicht weit weg von der Meute hatte sich einer der Kuttenträger auf eine Bank sinken lassen und redete auf einige der armen Fischer und ihre Frauen und Kinder ein.
Da hab ich mich wohl geirrt. Die versuchen einfach neue Anhänger zu ködern ... mit den einfachsten Grundbedürfnissen der Menschen.
Einen Moment lang zögerte Leon, dann sah er an sich hinunter - verstaubte und verdreckte Robe und eine abgewetzte Lederjacke, man könnte ihn für einen der Penner hier halten -, legte einen mitleiderregenden 'Ich-habe-Hunger'-Gesichtsausdruck auf und mischte sich unter die Menge.
Mit einem sanften Schlag mit dem Ellenbogen sicherte Leon sich einen Laib Brot und wurde sogleich von denen, die noch nichts bekommen hatten, aus der Menge gedrängt.
"Jeder kriegt nur eins!" rief ihm eine Kuttenträgerin zu. "Und vergesst nicht, euch einzuschreiben!"
Und plötzlich wurde Leon dezent auf den Werber zugeschoben.
Der hatte gerade die letzte Fischersfamilie 'abgefertig', machte sich ein, zwei Notizen und sah dann zu Leon auf.
"Ich grüße dich, mein Freund. Wie ich sehe hast du unsere Gabe erhalten." Dabei blickte er auf den Laib Brot in Leon's Händen. "Der Orden der aufgehenden Sonne arbeitet darauf hin, die Armut zu lindern und den klaffenden Spalt zwischen Arm und Reich zu schließen. Und du kannst dabei mitwirken!" Bei diesen Worten deutete er mit dem rechten Zeigefinger provozierend auf Leon. Wieso fiel dem ausgerechnet jetzt der Name Samuel ein?!
Einen Augenblick sah Leon den Mann verwirrt an, dann raffte er sich auf zu sprechen:
"Und ... wie, kann ich euch helfen?"
Sein Gegenüber lächelte.
Ja, da haste noch ein Opfer, wie? dachte Leon unvermittelt. Nach außenhin blickte er ihn unverändert mit verwirrtem Interesse an.
"Ich bin froh, dass du fragst." antwortete der Mann schließlich. "Denn jeder, der willens ist, auf unsere Ziele hinzuarbeiten kann helfen! Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und wenn du deiner Überzeugung bewußt bist ..." Hör endlich auf mit der Propaganda und komm auf den Punkt! "... wirst du sehen, dass unser Orden nur das Beste für uns alle will."
"Und wie - genau - kann ich helfen?" zischte Leon, nun schon ein wenig gereizt.
Das Lächeln des Mannes erstarb für einen Moment und er musterte den Jungen aus misstrauischen Augen. Doch der Eindruck verschwand sogleich wieder und sein geschäftsmännisches Lächeln wurde von einem nur noch breiteren abgelöst.
"Du bist wohl ein ganz eifriger, wie?"
"Ich habe gesehen, was ihr für mich und meinesgleichen tut." Bei diesen Worten deutete Leon mit dem Daumen auf die Meute, die immer noch mit Brot und Schinken beschmissen wurde. "Und ich sehe, dass ihr Gutes bewirken wollt ... und ich will euch helfen."
Der Mann sah regelrecht entzückt aus.
"Du bist seit langem der gläubigste Bewerber, der mir untergekommen ist. Nimm dies als Zeichen meiner Wertschätzung."
Der Kuttenträger reichte Leon eine feingliedrige Kette aus Eisen, an der eine dünne, ebenfalls eiserne Plakette mit dem Symbol einer aufgehenden Sonne befestigt war.
"Trage dies nicht offen, bis wir dich kontaktiert haben. Wo hälst du dich die nächste Zeit auf?"
Leon überlegte einen Moment.
"Ich bin erst seit kurzem hier." antwortete er dann. "Ich wollte in einer Taverne einkehren."
Der Mann sah ihn prüfend an und erwiderte schließlich:
"Gut, dann nimm dir ein Zimmer in der Taverne 'Zum Hecht im Karpfenteich'. Dort geht es recht ruhig zu. Wir werden dich dort treffen und bereden, inwiefern du dem Orden dienstbar sein kannst."
Er lächelte und klopfte Leon freundschaftlich auf die Schulter.
Der wandte sich schließlich ab und verschwand mit sehr gemischten Gefühlen aus den Fischerslums und lenkte seine Schritte zu den Docks, wo er nach einigem Suchen die Taverne vorfand.
Er warf einen letzten Blick auf den Anhänger bevor er die Schwelle zur Taverne übertrat.


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Erstellt von Sarevok [NPC] on 01.05.2003 20:13:

Als eine der wenigen Tavernen der 'Hecht im Karpfenteich' auch nach dem Massaker praktisch zu jeder Stunde gut besucht, obwohl in den meisten anderen Gasthäusern meist nur noch die hartgesottenen Stammgäste ein und aus gingen. Viele potentielle Kunden hatten Angst davor, eines Tages zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, was ja schon mindestens sechs Menschen das Leben gekostet hatte.
Doch wie schon gesagt, im 'Hecht im Karpfenteich' war davon nichts zu spüren. Der Schankraum war gut gefüllt, der leicht untersetzte Wirt schenkte mit einem Dauergrinsen im faltigen Gesicht aus und war immer zu Späßchen bereit. Die Taverne war gut gepflegt und sah ziemlich sauber aus, trotz der Leute, die sich stets hier befanden. Es schien so, als ob sie alle zusammen darauf achten würden, dass das Gasthaus seinen guten Zustand behielt.
Als Leon das Haus betrat, richteten sich erst einmal fast alle Blicke auf ihn, musterten ihn abschätzend und auch ein wenig misstrauisch, aber nicht unfreundlich.
"Setz dich doch!" rief der Wirt dem Neuankömmling zu und deutete auf einen leeren Tisch in der Ecke. Leon war zunächst etwas überrascht, tat dann aber was der Wirt gesagt hatte. Etwas später kam der Mann mit einem gefüllten Bierkrug an den Tisch und stellte ihn vor Leon ab.
"Auf Kosten des Hauses." meinte er noch und zwinkerte.
Was danach kam, war etwas beunruhingender - ein kleinerer Mann, der jedoch bullig gebaut, muskelbepackt und mit einem Langdolch bewaffnet war, der in einer Lederscheide an seinem Gürtel hing, setzte sich zu Leon. Er trug einen hellgrauen, fleckigen Mantel und versuchte, freundlich zu lächeln, was allerdings gründlich misslang und eher nach einem 'Und jetzt polier ich dir die Fresse' - Grinsen aussah.
"Hast du das Amulett?" fragte der Mann leise, Leon verstand sofort was er meinte und zog die Halskette hervor, die er von dem Missionar im Hafen erhalten hatte.
Der Mann drehte es ein paar mal prüfend herum und nickte dann, bevor er es Leon zurückgab.
"Gut. Ich nehme an, du bist neu hier, Bruder?"
Leon nickte.
"Im Slumviertel hat mich jemand von eurem Orden angesprochen und mir gesagt, ich solle diese Taverne aufsuchen." erzählte er, der Mann vor ihm lächelte zufrieden, und diesmal wirkte es sogar so.
"Gut, sehr gut. Pass auf, diese Taverne hier gehört unserem Orden. Fast jeder hier ist Mitglied unserer Organisation. Wir helfen uns gegenseitig, jedes Mitglied des Ordens kann umsonst in diesem Gasthaus speisen. Dafür achten wir auch alle darauf, dass hier alles in Ordung bleibt. Keine unnötige Verschmutzung, kein Streit, keine Schlägereien oder sonstwas. Wir sind eine Einheit, und wer von uns den Orden schädigt, der schädigt sich selbst. Wir sind immer bereit, unseren Mitgliedern zu helfen, sollten diese in Schwierigkeiten geraten, und genauso muss jeder von uns bereit sein, dem Orden nach Kräften zu dienen, wenn seine Dienste vom Orden benötigt werden. Gemeinsam bereiten wir den großen Tag vor..."
"Den großen Tag?" fragte Leon, doch der andere Lächelte nur verschmitzt.
"Wenn du dich uns anschließen willst, kann ich dich zu demjenigen bringen, der all dies organisiert. Bist du bereit?"
Leon nickte, zufrieden erhob sich daraufhin der Kultist und bedeutete dem Dieb mit einer Handbewegung, dass er ihm folgen solle. Mit Leon im Schlepptau stieg er eine Treppe hoch und ging im zweiten Stock zielstrebig zu dem Zimmer, welches am Ende eines langen Ganges lag. Er öffnete die Tür und ließ Leon eintreten, anschließend schloß er die Tür wieder und wartete außerhalb des Zimmers.
Der Raum war nicht besonders groß und mit einer zwar nicht luxuriösen, aber dennoch geschmackvollen Einrichtung versehen. Den Mittelpunkt bildete ein massiver Eichentisch, einige Papiere lagen auf selbigem verstreut, hinter ihm saß ein junger Mann in einem Sessel. Auf der anderen Seite des Tisches stand ein weiterer Sessel, er schien zwar nicht gerade neu zu sein, sah aber dennoch bequem aus.
"Setz dich doch bitte."
Der junge Mann deutete auf den Sessel und Leon ließ sich nicht lange bitten. Der Kultist hinter dem Tisch trug eine lange, schwarze Kutte, seine Augen waren Stahlblau, seine glatten Wangen ein wenig blass und sein gepflegtes Haar dunkelbraun, fast schwarz. Er strahlte Ruhe und Intelligenz aus, aber auch eine gewisse Autorität, während er Leon musterte.
"Mein Name ist Manfred. Und deiner?"
"Leon."
"Schön. Ich freue mich, dich kennen zu lernen. Du willst dem Orden beitreten?"
Leon nickte, Manfred sah daraufhin irgendwie zufrieden aus.
"Also, der Orden versucht den Menschen zu helfen und bereitet die Ankunft des Erlösers vor. Der Erlöser wird bald erscheinen, der Auserwählte führt uns an und es wird nicht mehr lange dauern, bis wir den Erlöser befreien und er das Unrecht von dieser Welt tilgt."
Manfred lächelte ein wenig und sah Leon an.
"Ich weiß, das mag etwas sonderbar klingen, aber du wirst es bald verstehen, wenn du mitmachst. Vielleicht wirst du eines Tages sogar den Auserwählten kennenlernen, der uns anführt. Er ist kein gewöhnlicher Mensch, er ist fast schon ein göttliches Wesen."
"Aber wenn dies stimmt, warum hat der Orden dann Feinde?" fragte Leon, Manfred nickte langsam.
"Ja, diese Frage hatte ich erwartet. Unsere Feinde sind diejenigen, die vom Unrecht profitieren. Und sie sind der beste Beweis dafür, dass wir im Recht sind. der rat hat einen Inquisitor aus Torin angeheuert, um uns zu bekämpfen. Dieser Inquisitor ist das beste Beispiel. Sein Name ist Heinrich Tannenberg. Er gehört zu den eifrigsten Mitgliedern des Ordo Haereticus... Und damit meine ich, dass sein Lebenslauf getränkt ist vom Blut der zahllosen Unschuldigen, die er auf dem Gewissen hat. Eines Tages erwischte Tannenberg einmal einen jungen Knecht dabei, wie er aus Langweile ein Pentagramm in den Sand zeichnete. Der Inquisitor ließ den Knecht pfählen. Und nicht nur das - das gesamte Heimatdort des jungen Mannes ließ er auslöschen. Mit der Begründung, der Ketzer, der gar keiner war, hätte sie alle mit seinen Lügen vergiftet. Ich denke, du weißt, was ich meine?"
Manfred schwieg, um seine Worte wirken zu lassen.
"Wir bekämpfen all dies Unrecht. Und wir werden Erfolg haben. Willst du ein Teil dieses Erfolges sein?"
10.05.2003, 15:58 #23
Engardo
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Erstellt von Skeleon on 01.05.2003 21:21:

Leon lauschte den Worten dieses Kultisten mit einer Mischung aus Verwunderung und Begeisterung. Er spürte, dass, was er sagte wahr war - oder zumindest nicht völlig gelogen. Es war erstaunlich, was für eine Überzeugungskraft und Charisma dieser Mensch besaß.
Leon nickte bei jeder seiner Ausführungen und pflichtete ihm stumm bei.
Und als der Kultist ihm schließlich die Frage nach seiner Loyalität stellte lieferte Leon eine außerordentlich überzeugende Antwort ab. Fast so überzeugend, dass er sich mit Schrecken fragte, ob er das ganze nicht ernst gemeint hatte.
"Auf jeden Fall, ich möchte, nein ich hoffe der aufgehenden Sonne dienen zu können!!" Leon war aufgesprungen und hatte sich, auf beide Hände gestützt, über den Tisch zu dem Mann hingebeugt.
Einen Augenblick später blickte er etwas wirr im Raum umher, bis er sich schließlich zurück in den Sessel sinken ließ.
Der Kultist ihm gegenüber lächelte nur wissend und nickte zufrieden.
"Sehr gut. Es freut mich, das zu hören, Bruder Leon."


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Erstellt von Tak on 02.05.2003 01:02:

Taks Klinge beschrieb einen eleganten Halbkreis durch die Luft, ein Kultist, der bis eben noch brennend durch die Gegend gerannt war, röchelte und ging zu Boden. Geschrei drang von draußen in die Taverne, die überlebenden Kultisten versuchten aus dem brennenden Gebäude zu entkommen. Die Flammen breiteten sich schnell aus und schlugen immer höher, züngelten nach Taks Umhang. Der Druide verfluchte diese Idioten, die die Taverne angezündet hatten, eigendlich sollte er sie gleich mit aufschlitzen...
Die Hitze wurde unerträglich, der dichte Qualm machte das Atmen zur Qual. Krachend barst ein Balken und stürzte zu Boden, Asche und Funken aufwirbelnd. Tak versuchte die Flammen zu umgehen, lange konnte er nicht mehr bleiben, aber seine Waffen musste er noch zusammensammeln, koste es was es wolle. Dummerweise lagen die in der gesamten Taverne verstreut...
Irgendwo huschte auch Frost durch die Gegend, prügelte sich mit einem der letzten Kultisten und versuchte seinen Mantel zu retten. Tak wich einem brennenden Stuhl aus, in einem Haufen Asche blitzte sein Dolch. schnell hin und einstecken...
Plötzlich ein wütender Aufschrei, Holz splitterte, Tak wirbelte herum. Da kam doch tatsächlich so ein Wahnsinniger zwischen zwei brennenden Balken hervor, mit einem Lederpanzer gerüstet und zwei riesige Haken schwingend. Mit wütenden Schlägen bahnte er sich seinen Weg und tobte genau auf den Druiden zu. Tak riss seine Waffe reflexartig hoch, klirrend traf Stahl auf Stahl. Im selben Augenblick aber hieb der Kultist mit dem zweiten Haken nach Taks Hüfte, der Gildenlose konnte noch gerade so zurückweichen. Sein Gegner jedoch ließ nicht locker, stieß sich vom Boden ab, wirbelte durch die Luft und schlug nach Tak, der sich mit einem Rückwärtssalto aus der unmittelbaren Gefahrenzone brachte...
Der Kultist ließ allerdings gönnte Tak keine Pause, mit einem seiner Haken riss er einen brennenden Stuhl an der Lehne in die Höhe und schleuderte ihn gegen den Druiden. Tak allerdings sah dies als den geeignete Augenblick zum Angriff, er sprang mit Hilfe seiner Magie in die Höhe, über den noch immer durch die Luft fliegenden Stuhl hinweg. Im Sprung drehte er sich um die eine Achse und streckte sein Bein, der Kultist schrie überrascht auf, als der schwere Kampfstiefel des Druiden ihn traf und zur Seite schleuderte...
Der Hakenkiller überschlug sich beinahe und landete der Länge nach auf den Bodendielen, die so langam auch Feuer zu fangen begannen. Tak hingegen spprang zur Theke und sammelte sein Schwert auf, das er soeben dort geortet hatte. Fehlte nur noch die Harpyenfeder. Aber die war nirgendwo zu sehen. Verdammt...
Tak stieß einen leisen Fluch aus, der Kultist grunzte und rappelte sich auf. Schreie drangen von außerhalb der Taverne an das Ohr des Gildenlosen, Wasser wurde ins Feuer geschüttet, Waffen klirrten. Wahrscheinlich waren die Stadtgarde und die Feuerwache endlich eingetroffen. Um so schneller sollte er mal sein Zeug packen und verschwinden...
Doch der Hakenpsychopath hatte andere Pläne. Mit einem wütenden Aufschrei stürzte er sich wieder auf Tak, sprang hoch kurz bevor er den Druiden erreicht hatte und schlug nach unten zu, was den Haken eine unglaubliche Wucht verlieh. Tak ließ sich zur Seite fallen und versuchte gleichzeitig, einen der Haken mit dem Schwert abzulenken. Doch er hatte die Kraft unterschätzt, die der Kultist aufbringen konnte...
Dumpfer Schmerz machte sich in seiner Hand breit und kletterte schnell zu seinem Unterarm hinauf, als die Waffe Tak aus der Hand geprellt wurde. Der Kultist schmetterte das Schwert auf die Theke, die Klinge zersprang unter dem gewaltigen Hieb in zwei Teile...
Tak starrte kurz auf die zerstörte Waffe. Na toll. So viel zum Schlitzer...
Ein lautes Knarren riss ihn sofort wieder ins Geschehen zurück, das Haus drohte so langsam einzustürzen. Verdammt, er musste den Kultisten loswerden, die Harpyenfeder finden und dann nichts wie raus hier...
Der Druide sprang über sdie Theke und griff sich zwei Weinflaschen, er wirbelte herum und schleuderte die beiden Flaschen dem überraschten Kultisten entgegen. Dieser ließ seine Haken sprechen, laut klirrend zerbarsten die Gefäße, überschütteten den Psychopathen mit Splittern und vor allem ihrem Inhalt. Tak grinste böse, als der Kultist seinen Fehler erkannte und seine Augen sich vor Schreck weiteten. Doch es war zu spät für Einsicht...
Tak sprang erneut hoch, auf den Meuchler zu und stieß sein Bein vor. Der Kultist schlug mit seinen Haken zu, doch er beging den Fehler, die Waffen von zwei Seiten gleichzeitig gegen Taks Bein zu schmettern. Dadurch hob sich ihre Wirkung praktisch gegenseitig auf, zumal die Schwarzholz - Panzerung sich nicht weiter davon beeindrucken ließ.
Die eisenbeschlagene Sohle von Taks Stiefel krachte gegen die Brust den Kultisten, der von dem Tritt umgerissen wurde, Tak hingegen setzte mit einem Salto über ihn hinüber. Kaum landete er auf dem Boden, da schnappte er sich auch schon ein brennendes Holzstück, wirbelte herum und schleuderte das Holz gegen den Meuchler. Der Kultist schrie entsetzt auf, als der Alkohol an seinem Körper Feuer fing...

Krachend stürzte ein weiterer Balken von der Decke herunter, Tak ließ sein blutbesudeltes Schwert wieder in der Scheide verschwinden, nachdem er dem sich windenden Kultisten den Todesstoß gegeben hatte. Er hörte, wie die Leute draußen versuchten, dem Feuer Einhalt zu gebieten und zu verhindern, dass es auf die benachbarten Häuser und von dort aus auf die restliche Stadt übergriff. Ob sie das schafften oder nicht war Tak ziemlich egal, er entdeckte endlich seinen Speer. Die Waffe lag unter einem Haufen verkohlten Holzes - und auch direkt unter einem Dachbalken, der jeden Moment hinunterzustürzen drohte...
Taks Blick fiel auf den Balken, dann wieder auf die Waffe. Scheiß auf den Balken, er musste wenigstens den Speer retten, wenn er schon eines seiner Schwerter verlohren hatte in dieser Flammenhölle. Der Druide rannte los, sprang nach vorn und segelte fast durch die Luft auf seine Waffe zu...
Es krachte, der Balken löste sich und stürzte hinunter. Die Zeit schien zu kriechen, als würde die Luft dickflüssiges Gelee sein. Takkam mit einer Hand auf dem Boden auf, seine Finger schlossen sich um den Schaft der Harpyenfeder. Der brennende Balken raste inzwischen ungebremst auf den Druiden zu, der sich genau unter ihm befand - doch nicht schnell genug um Tak zu erwischen, bevor er sein Rad beenden und sich aus der Gefahrenzone bringen konnte...
Funken stoben, Asche wurde aufgewirbelt, ein trockenes, unangenehmes Husten kam aus Taks Kehle. Er fuhr sich mit der Zunge über die aufgeplatzten Lippen, seine Augen tränten. Verdammter Rauch. Er musste hier raus. Und zwar genau jetzt...
Der Gildenlose sah sich hektisch um. Die Tür war versperrt. Die Fenster waren auch versperrt, verdammt. Er könnte zwar versuchen, den Schild der Schwerkraft zu aktivieren und dann zu warten, bis das Feuer endete, doch er bezweifelte, dass er die Magie so lange aufrecht erhalten könnte. Der Kampf hatte ihn viel Kraft gekostet, körperlich wie auch geistig...
Plötzlich fiel Taks Blich auf die dünne, instabile Decke. Sie bestand in diesem Teil der Taverne nur aus einigen Brettern und war durch das Feuer brüchig. Es gab für Tak nur noch einen Weg aus der Taverne. Und der führte nach oben...
Der Druide duckte sich und konzentrierte sich, um genügend magische Kraft zu sammeln für sein Vorhaben. Dann katapultierte er sich schräg in die Höhe, zog den Kopf ein und reckte die Sulter nech vorn. Das verkohlte Holz krachte, als der Gildenlose mit unglaublicher Kraft auf es traf, berennende Splitter, Funken und Asche wurden in die Luft geschleudert...

Tak kam auf dem Dach eines benachbarten Hauses auf und ließ sich schwer atmend auf die Knie sinken, wobei er sich auf seinen Speer stützte. Seine Kehle brannte, ebenso wie seine Augen. Schmerz machte sich in seinem Körper breit, Schmerz, für den er während des Kampfes keine Zeit gehabt hatte und der nun um so heftiger Beachtung forderte. Grob geschätzt hatte er sich zumindest einige Rippen gebrochen...
Sein Blick wanderte zur Taverne. Die Feuerwache hatte eine Kette zum nächsten Brunnen gebildet und die Männer schütteten Eimer um Eimer in die Flammen. Die Stadtgarde drängte unterdessen aufgebrachte und schaulustige Bürger zurück und hatte, wie es schien, einige Leute in Gewahrsam genommen.
Tak grinste kurz, was allerdings in einem trockenen, schmerhaften Hustenanfall endete. Verdammter Rauch. Er brauchte erst einmal Ruhe...
Der Druide erhob sich langsam und hüpfte auf das Dach eines weiteren Hauses. Er musste raus aus dieser Stadt, und dann irgend einen Ort suchen, an dem er sich ausruhen konnte, bevor er erneut zuschlug...


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Erstellt von manmouse on 02.05.2003 05:23:

Es ging alles schnell. Verdammt schnell. Das Feuer hatte sich ausgebreitet. Und die Taverne war schneller abgebrannt, als sie wohl damals erbaut worden war. Esteron stand vor dem Gebäude, Ruß verschmiert und musste mit ansehen wie Krieger wie in die Taverne gelaufen war um seine Geliebte zu retten.

Mittlerweile waren die Bewohner von Gorthar aus allen Winkeln der Stadt eingetroffen. Die Feuerwache in Form der Bürgerwehr, bildete mit Eimern und Pinkelpötten eine Wasserkette zum nächsten Brunnen. Doch so sehr sie sich auch bemühten, die Taverne war nicht mehr zu retten. Wohl aber das übergreifen auf die umstehenden Gebäude.
Esteron stand sprachlos vor dem Gebäude. Ein aufmerksamer Bürger hatte wohl die Stadtgarde informiert, die sich auch schnell dem Verdächtigen zugewandt hatte.

Der einzigste Verdächtige den sie ausmachen konnten, war der Fremde Wanderer, den toten Kultisten konnte man schlecht befragen.
Esteron wurde also in Ketten gelegt, und abgeführt.
Abgeführt, in einen Teil der großen Stadt den er nicht kannte. Der Weg führte durch die dunklen Gassen. Abseits gelegenen Wegen. So lang das sich Esteron den Weg nicht merken konnte.

Was war mit Krieger, würde Esteron seinen Freund und Fremdenführer wieder sehen? Lebte er überhaupt noch?

Esteron grübelte den ganzen Weg über. Dann erreichte der Gardetrupp mit dem Verdächtigen die Festung. Esteron wurde mit einem wütendem Grummeln durch das riesige Tor geführt, und dann in einen Nebentrakt der riesigen Anlage gebracht. In das Verlies.

Dunkel und modrig war es hier unten. Ein paar Fackeln säumten den Weg zum Zellentrakt, und in der Ferne konnte man die Schreie der Folterkammern ausmachen. Esteron lief ein eisiger Schauer über den Rücken. In welche Lage hatte sich der junge Held da nur gebracht?

Der Weg führte weiter. Tiefer in die Anlage hinein.

Unten angekommen, erblickte Esteron einen Tisch an dem eine schmierige Wache ihren Dienst verrichtete. Als er die Gruppe Männer mit dem Verdächtigem erblickte, stand er schnell auf salutierte vor dem Höherrangigem Mann und blickte mit einem bösen Blick auf den Blondschopf.

“ Ich bringe euch einen Verdächtigen. Sorgt dafür das er gut untergebracht wird.“ Dann drehte sich der Kerl um und verschwand mit der Truppe.

Esteron hingegen wurde unsanft an dem Ellenbogen gepackt und in eine Zelle gestoßen.
“ Viel Spaß mit unseren Ratten und Kakerlaken.“ lachte der schmierige Wachhabende und schloss dann die massive Zellentür mit einem Knall.

Esteron tapste ein Stück in den Zellenraum und ließ sich erschöpft auf den dreckigen Boden nieder. In der Ecke huschte eine Ratte durch das spärliche Licht. Und hinterlies ein schäbiges Kratzendes Echo.

Hoffentlich würde sich der Irrtum aufklären lassen. Oder zumindest hoffte Esteron, das wenn Krieger das Flammeninferno überlebt hatte, das er ihn hier rausholen würde.

Ob das mit der Abzugtrichterhaube für den Vorsitzenden des Kastells noch was werden würde? Der Magier hatte seine Steine sicher schon beisammen.
10.05.2003, 16:00 #24
Engardo
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Erstellt von Sarevok [NPC] on 02.05.2003 15:37:

Manfred strich sich nachdenklich mit der Hand über das Kinn und blickte durch das kleine Fenster seines Zimmers auf die Stadt hinaus. Eine schwarze Rauchwolke stieg unheilverkündend in den Himmel, der Kultist wusste schon längst woher sie kam. Seine Leute hatten den 'Tavernenkiller', wie er vom gewöhnlichen Volk genannt wurde, aufgespürt. Und was folgte, das war laut dem einzigen der Meuchler, der noch lebend bei Manfred angekommen war, ein einziges Gemetzel.
Vor allem aber war der Feind nicht allein gewesen. Ein weiterer dunkel gerüsteter Mann sollte ihm zur Seite gestanden haben, ein Mann, der mit zwei ziemlich gefährlichen Schwertern gleichzeitig kämpfte. Dazu noch jemanden, der nach seiner Rüstung nach zu urteilen aus Khorinis kam, aus dem Lager der Sumpfsekte, die das Kraut herstellte. Und zuletzt noch ein junger Mann, der ausgesehen hatte wie ein Wanderer und Landstreicher und nichts besseres zu tun gehabt hatte, als mit Tellern auf die Kultisten zu werfen...
Und das eigendliche Ziel der Aktion war natürlich entkommen. Angeblich einfach durch die Decke gehüpft. Sonderbar, dieser Mann musste irgend eine Magie verwenden, aber es war keine die Manfred irgendwie einordnen konnte.
Ein Gefühl, dass der Kultist nicht leiden konnte, machte sich in seiner Magengegend breit. Das Gefühl der ratlosigkeit. Was sollte er jetzt tun? Seine besten Leute waren fast ausnahmslos tot, zwei befanden sich in den Klauen der Inquisition, nachdem sie beim Versuch zu fliehen von der Stadtgarde ergriffen worden waren, und nur ein einziger hatte es wieder hier her geschafft. Manfread fragte sich so langsam, was die Rolle des Kultes bei diesem 'Spiel' überhaupt war - die der Jäger, oder etwa die der Gejagten...?


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Erstellt von manmouse on 02.05.2003 16:30:

Die vergangene Nacht war kalt und verdammt lang gewesen. Esteron hatte nicht geschlafen. Allein die Vorstellung, eine Ratte würde über ihn drüber laufen oder gar an seinen Händen oder Ohren knabbern, machte ihm Angst.

Der Wanderer überlegte. Es musste eine Möglichkeit geben wieder aus diesem Loch zu kommen. Er war unschuldig. Esteron hatte sich doch nur seiner Haut zu wehren versucht.
Zwei neu gewonnene Freunde hatte verloren. Wenn er Pech hatte sogar den dritten im Bunde.
Der junge Mann dachte nach. Er hatte Krieger gemocht. Sicher, sie hatten nur eine kurze Zeit miteinander verbracht, aber es war eine verdammt lustige Zeit gewesen.
Esteron kannte nur die Schwarzmagier aus dem Kastell und eben diesen Krieger. An dessen Tode Esteron wohl einen großen Anteil hatte.

Der Blondschopf rief sich den Tag nach der Begegnung ins Gedächtnis. Krieger war sorglos. Aber trotzdem eine Treue Seele gewesen. Er liebte das Kraut, den Alkohol, große Feste und vor allen Dingen Frauen. Egal ob dick oder dünn. Blond oder Braun.

Esteron lächelte bitter. Nun saß er hier. Und wartete auf die Dinge die noch kommen würden.


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Erstellt von Skeleon on 02.05.2003 19:30:

Nachdem Leon (selbst für sich) so überraschend überzeugt dem Orden seine Dienste angeboten hatte, hatte der Kultist ihn über sein Leben und seine Fähigkeiten ausgefragt.
Fast zu offen leistete Leon dem Mann Rede und Antwort und musste sich sehr konzentrieren, um nicht die gefährlicheren Dinge auszuplaudern. Nach außen hin behielt er eine recht kühle Fassade und versuchte seine Anspannung mit der Vorfreude auf seine Dienste für den Orden zu überspielen.
Wohlweislich ließ Leon seinen letzten Auftrag - das Ausspionieren der Amazonen - unerwähnt. Wer könnte wissen, was Manfred sich daraus zusammenreimen würde?
Doch die letzten zwei Jahre, die er als Taschendieb, Fassadenkletterer und Taugenichts zugebracht hatte konnte Leon kaum verheimlichen. Es schien ihm sogar so, dass Manfred dieser Teil von Leon's Vergangenheit nicht störte sondern eher noch gefiel.
"Du hast die letzte Zeit deines jungen Lebens mit eigensinnigem Handeln vergeudet ... doch du hast letztlich zur Räson gefunden. Und der Zufall will es, dass der Orden deine Talente wirklich gebrauchen kann. Ich denke, ich habe bereits einen ersten Auftrag für dich, Bruder Leon."
Er lächelte freundlich - Leon lief ein Schauer den Rücken hinunter.


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Erstellt von Sarevok [NPC] on 02.05.2003 19:44:

"Pass auf, wir haben in nicht allzu langer Zeit etwas vor, das uns dem Erlöser näherbringen wird..."
Manfred lächelte noch immer freundlich und gleichzeitig distanziert, doch in seinen stahlblauen Augen blitzte Fanatismus auf. Er drehte sich um und ging langsam wieder zum Fenster.
"Es gibt da etwas, das wir voeher benötigen. Und deine Diebestalente sind es, die uns behilflich sein könnten, es zu bekommen. Es handelt sich um ein Buch, welches einem Magier gehört, der hier in der Stadt lebt. Er ist kein allzu mächtiger Magus, aber sehr reich...
Doch das tut eigendlich nichts zur Sache. Sein Haus liegt im Virtel der Reichen. Bruder Pertus wird es dir zeigen, frag einfach den Wirt wo der Kerl gerade steckt...
Nun ja, in seinem Haus hat er eine kleine Bibliothek. Größtenteils Schrott, aber ein sehr wertvolles Buch ist auch darunter. Es trägt den Tietel 'Das gläserne Reich'. Es enthält einige sehr wichtige Informationen, die wir benötigen. Der Besitzer hält das Buch glücklicherweise für nutzlos, es ist also nicht extra gesichert."
Manfred schwieg kurz und sah Leon tief in die Augen. Der falsche Kultist hatte Mühe, dem Blick standzuhalten.
"All meine anderen Leute mit Diebestalenten sind vor kurzer Zeit von diesem Wahnsinnigen getötet worden, der da draußen rumläuft und sich durch die Tavernen schlachtet. Du bist der Einzige, der diesen Job erledigen kann - erledige ihn gut..."
10.05.2003, 16:01 #25
Engardo
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Erstellt von Der Inquisitor on 02.05.2003 20:03:

Das Schloss der Zellentür knackte deutisch hörbar, als es geöffnet wurde. Der Soldat stieß die Tür auf und ging dann direkt zu Esteron, der verängstigt zurückwich. Ohne Erfolg...
Der Kerkermeister befestigte mit wenigen schnellen, hunderte Mal geübten Handgriffen eine lange Kette an den Handgelenken des Gefangenen und zerrte ihn dann rücksichtslos hinterher, als er die Zelle verließ. Ein anderer Soldat verschloss die Tür wieder.
Der Kerkermeister zog Esteron durch den langen Hauptzellentrakt bis zu einer schmalen Wendeltreppe, die steil nach unten führte. Schreie drangen von unten herauf, Esteron zerrte an seinen Ketten, hatte der Kraft des Soldaten allerdings nichts entgegenzusetzen.
Die Treppe endete in einem schmalen, klaten Gang, links und rechts waren einige Türen zu finden. Das schmerzvolle Geschrei hatte seinen Ursprung hinter diesen Türen. Dies war der Folterkeller der Burg...
Der Kerkermeister brachte brachte Esteron zu einem raum im hinteren Ende des Ganges und stieß ihn grob hinein. Krachend flog die Tür hinter dem Gefangenen zu.
Der Raum war klein, zwei Fackeln beleuchteten ihn spärlich, ein Fenster gab es nicht. Die Einrichtung bestand ausschließlich aus einem massiven hölzernen Tisch, einem Stuhl und einem kleinen Schemel.
Die Tür wurde einmal mehr geöffnet, ein junger Mann trat ein. Er trug die Robe eines Klosternovizen, allerdings war diese schon ziemlich abgetragen und staubig. An seinem breiten Gürtel hing ein Langschwert. Wirklich beunruhigend war allerdings vor allem die Tatsache, dass er gerade damit geschäftigt war, sich mit einem Lappen seine blutigen Finger zu säubern...

"Guten Morgen!" begrüßte Dorrien den Gefangenen mit einem nahezu spöttischen Unterton. Er ging ohne Eile zu dem Tisch in der Mitte der Zelle und ließ sich auf den Stuhl fallen, noch immer das Blut des Kultisten, der er gerade verhört hatte, von seinen Fingern wischend.
"Setz dich doch bitte!" meinte er ruhig und deutete auf den Schemel, Esteron gehorchte notgedrungen.
"Mein Name ist Dorrien, ich bin Inquisitor des Ordo Haereticus. Du heißt Esteron, soviel ich weiß?"
Der Gefangene nickte.
"Gut. Ich werde dir einige Fragen stellen zu der Angelegenheit in der Taverne. Wenn du gut mit mir zusammenarbeitest geschieht dir nichts."
Der Inquisitor sah Esteron kalt an.
"Solltest du dich weigern, werde ich ungemütlich. Ich hoffe du weißt, was ich damit meine?"
Dorrien wartete nicht auf eine Antwort Esterons sondern lehnte sich zurück und stellte sogleich seine erste Frage.
"So, was genau ist in der Taverne passiert?"


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Erstellt von Krieger-BP on 02.05.2003 20:04:

Die Lisellotte war noch in dem Haus; Krieger nannte sie zwar nur Vettel, aber egal; und Krieger stand hier draußen, obwohl sie da drinne verbrennen könnte, ja sogar verbrennen wird, wenn ihr nicht geholfen wird.

Mit ein paar gewaltigen Sätzen war er bei der Leiter angelangt, die einer der Feuerwehrsmänner nutze um den Brand auf dem Haus zu löschen. Auf der sich schon leicht biegenden Leite standen zwei Männer, die sich immer die Eimer reichten und der oberste kippte das Wasser im Behälter aufs Dach. Krieger fackelte nicht lang und trat gegen die Leiter, worauf hin die Leute auf ihr wie Äpfel vom Baum fielen. Doch sie hatten nicht viel Zeit sich bei Krieger zu beschweren, denn er war bereits samt Leiter hinter der nächsten Ecke verschwunden. Dort, in Sicherheit, ließ er die Leiter fallen, stütze die Arme auf die Knie und verschnaufte erst mal. Wann hatte er das letzte mal einen derartigen Sprint hingelegt?

Ein Schrei ertönte. Hell und sich ins Ohr beißend verbreitet er sich über die Hälfte der Stadt. Die Glasscheiben, die in der Taverne noch ganz geblieben waren zersprangen nun entgültig. Krieger wusste sofort wem der Schrei gehörte. Es war die Vettel. Sofort richtete er sich wieder auf, nahm die Leiter in die Hand und richtete sie unter dem Schlafzimmerfenster der Vettel auf. „Oh Vettel, dein Retter naht!“, schrie er, während er die Sprossen erklomm.
Oben angekommen viel er erst mal wieder von der Leiter. Die Vettel war ja wieder fett! Hatte er das nur geträumt? Sollte er sie jetzt hier lassen? Nein, so einer war er nicht.

„Schnell Vettel, komm hier rüber, ich trage dich hinab!“, autsch, da hatte er genau das falsche gesagt. Die Vettel kam, tränenüberströmt zu ihm und versuchte sich durch den Fensterrahmen zu quetsche. „Ich komme nicht durch!“, rief sie verzweifelt. Das Blöde war nur, sie kam auch nicht mehr da raus. Mit ein paar verzweifelten Fußtritten gegen den Hintern der Vettel, brachte er sie wieder aus der Zwickmühle, fiel jedoch wieder von der Leiter. Mühsam kraxelte er wieder hinauf und brach den Fensterrahmen aus dem Gemäuer, doch auch diesmal viel er mit samt Fensterrahmen in der Hand von der Leiter. Egal, für die Vettel würde er alle Schmerzen der Welt auf sich nehmen. Zumindestens fast alle.

Wieder, und dies mal sichtlich geschwächter, kroch er die Leiter empor, die Arme nach der Vettel ausstrecken, damit sie sich auf diese setzten konnte. Sogleich kam sie angepollter und streckte ihren Hintern aus dem Fenster. „Lasst mich bloß nicht fallen!“, schluchzte sie verzweifelt. Den gleichen Wunsch hatte Krieger auch, denn er wäre bei einem Sturz der, der unten liegen würde. Langsam betteten sich die Pobacken in Kriegers starke arme und stetig nahm der Druck auf diese zu, bis sie schließlich vollends, wie auf einem Thron, auf diesen saß. Kriegers Arme zitterten vor Anstrengung, genau wie seine Beine, doch er würde es schaffen, er würde es durchhalten! Doch irgendwas Knackte unter ihm so komisch. Nicht nur irgendwas, es war die Spross auf der er stand.

Krieger kamen die nächsten paar Sekunden, wie ganze Züge von Stängeln vor. Die Spross unter ihm gab, unendlich langsam, nach. Sein einer Fuß brach durch, fand auf der unteren Spross halt, der andere taumelte in der Luft. So versuchte er einigermaßen, mit dem dicken Koloss auf dem Arm, die Balance zu halten. Er hätte es auch geschafft, wäre nicht abermals die Spross gebrochen und wieder und wieder und wieder. So polterte unaufhaltsam durch die Leiter, auf seinem Armen dieser Elefant von Frau und unter ihm der knallharte Boden. Noch ein paar Sekunden schrecken. Krieger war jetzt schon halb bewusstlos, von dem Schmerz, der ihm erwarten würde. Noch ein Stoßgebet zum Schläfer und es passierte.

Sein Körper berührte den Boden, prallte immer mehr dagegen und schließlich landete die Vettel auf ihm. Irgendwas in seinem Brustkorb knackte und die Luft schoss aus allen Öffnungen aus seinem Körper. Er konnte nicht einmal Schreien. Noch lange blieb die Vettel star auf ihm sitzen und seine Hände und Füße liefen bereits, auf Grund des Blutmangels, blau an. „Mir geht’s gut und dir?“, die Vettel drehte sich auf ihm um und sah in nun ins Gesicht, wobei sie immer noch auf ihm lag, „irgendwie erregend diese Stellung also ich hätte jetzt Lust!“ Krieger schlug bereits mit dem einem Arm auf den Boden. Ihm ging die Luft aus und wenn dieses Vieh nicht bald wich, würde er zum Schläfer gesant werden.

„Hey was macht ihr hier?“, sprach eine vorbeikommende Stadtwache, der gerade das Bild der Zerstörung sah. „Ah, ich sehe schon, Fräulein wird gewalttätig!“ Ein Fußtritt gegen die Vettel folgte und beförderte sie von Krieger herunter. „Tut mir Leid Herr, DIE wird konfesziert!“
Krieger wollte was sagen, doch sein Körper rang noch nach Luft. Verzweifelt versuchte er zu sprechen, doch der Wachmann ging, mit der Vettel an seiner Seite in Richtung Burg.
Endlich hatte er seine Stimme wieder: „Haltet ein! Wartete einen Moment!“, Krieger ran den beiden hinter her. „Sagt, wo werdet ihr sie hinbringen?“, fragte er. Er durfte den Mann nicht einfach niederschlagen, denn sonst wären seinen Kollegen herbeigeeilt und hätten wohl auch Krieger verhaftet. „Wir haben bei uns in der Zelle so einen Blondschopf. Ziemlich schmächtiger Kerl! Ich glaube er wird sie gut mit der Fetten hier verstehen!“, der Wachmann lachte laut auf. Seine Schadenfreude wuchs buchstäblich bis ins Unermessliche.

Krieger konnte nur hinterher sehen. Ihm wurden zwei seiner liebsten Menschen genommen und jetzt war er alleine. So alleine. Er musste sie retten, doch wie? Krieger stand ratlos da und wartete auf Antwort...
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