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Rund um Khorinis # 3
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01.03.2003, 18:54 #401
Kano
Beiträge: 2.622

Flach atmend lehnte Kano noch immer an dem Stamm, der Schmerz hatte etwas nachgelassen und ein wenig Kraft war in den Körper des Soldaten zurückgekehrt. Er musste weiter, hier konnte er nicht bleiben. Irgendwohin, Hilfe finden. Aber wo war er hier eigentlich, nachdem er den Weg verlassen hatte, war er ein gutes Stück durch den Wald gegangen und nun konnte er nicht mal mehr genau sagen, aus welcher Richtung er gekommen war. Mit Mühe zog sich Kano an dem Baumstamm hoch, bis er stand, so halb. Der Schmerz kehrte wieder in seine Brust zurück, aber er musste weiter, er musste.

Langsam wankte er hinüber zu dem Schattenläufer und zog unter großer Anstrengung sein Schwert hinaus. Sich darauf stützend schleppte sich der Milizionär zu dem Höllenbogen und Köcher und hängte sich beides um. Aber wohin nun? Zwar stand die Sonne am Himmel, aber viel half ihm das nicht, da er keine Ahnung hatte, wie spät es ungefähr war.
Da er aber auch nicht bleiben konnte, lief Kano einfach los, in die Richtung, die ihm am Ehesten die Richtige schien. Eine sehr gewagte Art der Entscheidung, aber was sollte er auch sonst tun. Zu allem Überfluss waren inzwischen auch Wolken am Himmel aufgezogen und sicherlich würde es bald zu regnen beginnen, was für ein Tag, er hätte in der Stadt bleiben sollen, im Bett am Besten.

Und wie sich der Soldat nun so durch den Wald mühte, dauerte es auch nicht lang, bis die ersten Tropfen den erwarteten Regen ankündigten. Innerlich fluchte Kano, aber er vermied es irgendwas auszusprechen, weil das sofort wieder einen stechenden Schmerz in der Brust verursacht hätte. Der leichte Trank, den er dabei hatte, war inzwischen auch schon leer und begann nur mäßig zu wirken, aber besser als gar nichts. Dann aber schien wenigstens etwas positiv zu verlaufen. Nachdem er auf etwas unwegsameres bergigeres Gelände geraten war, erblickte der Milizionär eine Höhle. Zwar kam ihm sogleich der Gedanken an mögliche Gefahren, die darin verborgen waren.

Langsam, weniger aus Vorsicht, als mehr wegen der Verletzungen, schritt Kano auf den Eingang zu, hielt aber das Schwert bereit, um sich im Notfall heilwegs verteidigen zu können. Nur einen Schattenläufer konnte er jetzt gar nicht gebrauchen, die wohnten auch gern in Höhlen…oder ein Rudel Wölfe…
Und so tauchte der Soldat mit einem flauen Gefühl ihm Magen in das Dunkel der Höhle ein und ging Schritt um Schritt weiter, tiefer in den berg hinein. Das Licht der Fackel, welche er entfacht hatte, erleuchtete den Gang nur spärlich und ein schwacher Luftzug machte es nicht besser, schien die Flamme manchmal sogar auszublasen.

Aber anders als erwartet, fand der Verletzte kein Tier sondern einen Höhlraum, der ganz danach aussah, als ob jemand da gewohnt hätte. Sehr seltsam, wer verirrte sich schon so weit in die Berge und lebte dann hier? Aber vielleicht auch nur einer, der notgedrungen da landete und keine Wahl hatte. Erschöpft ließ sich Kano auf der provisorischen Sitzgelegenheit nieder und verschnaufte. In dem Hohlraum war eigentlich nicht viel, nur zwei selbst gebaute Schemel, etwas, was wohl der Tisch sein sollte und eine aus Ästen gebaute Holzkiste ohne Deckel. Als er etwas genauer hinüber blickte und der Schein einer der Fackeln gerade etwas heller hinein leuchtete, sah er, dass etwas darin lag. Neugierig ging er also hinüber und fand ein kleines Buch darin vor, schon etwas verstaubt, aber kaum beschädigt. Er nahm es heraus und ging zurück an den Tisch. Vorsichtig schlug er die erste Seite auf, es war von Hand geschrieben, ein Mann vermutlich, nicht ungebildet, wenn er sie sich so ansah….

'Wer immer das liest, der hat meine Höhle gefunden. Ich weiß nicht, ob ich dann noch sein werde, auch nicht, ob es je einer finden wird. Aber die Einsamkeit und die Sorge um meine Liebste treiben mich so langsam in den Wahnsinn, dieses Buch ist ein Versuch, meinen Gedanken Freiheit zu verschaffen und mit ihnen klar zu kommen. Ich bin hier, weil ich meine Geliebte und unser gemeinsames Kind suche, irgendwann, ich weiß schon nicht mehr genau, wie lange es her ist, es war in einer stürmischen verschneiten Nacht des letzten Winters, die Barriere war gefallen. Wir waren unterwegs, in den Bergen. Das Unwetter hatte uns überrascht und es wurde schnell dunkel. Zu allem Unglück, wurden wir von zwei Snappern überrascht. Während ich mich zwischen sie und die Tiere stellte und den Kampf aufnahm, bemerkte ich, leider zu spät, dass da noch ein Dritter war. Urplötzlich sprang er aus seinem Versteck und sprengte auf meine Familie zu. Zwar flüchteten sie, aber seit dem sind sie verschwunden. Blut oder Leichen habe ich nie gefunden, nur den Körper des Snappers, der von einem Fels abgerutscht sein musste und in den Tod stürzte.

Seit dem bin ich auf der Suche nach ihnen, vielleicht hätte ich doch mit ihnen im Alten Lager der Minenkolonie von Khorinis bleiben sollen, aber die denkbar schlechten Umstände für eine Familie, ich musste einfach mit ihnen in die Berge… Leider kenne ich mich in dieser Gegend, außerhalb der Barriere, nicht aus, mir ist noch nicht eine einzige Menschenseele begegnet, keiner der mir hätte helfen können, mit dem ich hätte reden können. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, vor kurzem habe ich ihr Halsband, das Botenamulett der Wassermagier gefunden und solange ich nicht ihre Körper finde, lebendig oder tut, werde ich nicht ruhen…
'

Kano sah auf und vor sich hin an die kalte nackte Wand, ohne einen bestimmten Punkt zu fixieren. Seltsam, war er schon so weit ab der Zivilisation? Das wäre schlecht. Und wo war dieser Fremde, vielleicht würde er wiederkehren, der letzte Winter, so wie das Buch erhalten war wohl auch aus Kanos Sicht der Vergangene. Vielleicht kam doch bald Hilfe……
01.03.2003, 20:09 #402
Der Inquisitor
Beiträge: 526

Verdrossen kickte Dorrien einen Stein zur Seite, der auf dem Weg herumlag. Der Stein beschrieb einen flachen Bogen durch die Luft, prallte an einem Baumstamm ab und blieb am Wegrand liegen. Am Wegrand? Kurzerhand verwandelte sich Dorrien in Ronaldo, sprintete zu dem Stein und versetzte ihm einen Tritt, dass dieser endgültig im Wald verschwand.
Ein Geräusch, dass sich anhörte wie ein "Autsch!" drang aus dem Unterholz, Dorrien zog die Stirn kraus und kniff die Augen zusammen. Nichts zu sehen, ein paar Bäume, ein kleines Rudel Wölfe in einiger Entfernung, ein an einem Ast baumelnder toter Paladin, etwas Nebel, Regentropfen, Blätter, Holz...
Ein toter Paladin? Der Inquisitor sprang einen Schritt zurück und riss den Bogen von seiner Schulter, einen Herzschlag später hatte er auch schon einen Pfeil aufgelegt. Keine Sekunde zu spät, neben dem Palladin erhob sich grummelnd ein Ork aus dem Unterholz und rieb sich den Kopf. Der Ork trug eine ziemlich schwere Rüstung, hielt den stein in der Hand, den Dorrien zuvor in den wald gekickt hatte, und funkelte die beiden Menschen böse mit seinen kleinen Augen an...
Pete flüsterte nur "Scheiße..." und machte sein Bootshaken, den er noch immer nicht aus der Hand gelegt hatte, bereit für den Kampf. Dorrien überlegte nicht mehr, der Bogen ruckte ein kleines stück nach oben und zielte nun auf den ungepanzerten Kopf des Elitekriegers der Orks. Der Hexenjäger ließ die Sehne los, der Pfeil surrte kurz durch den Regen - und prallte mit einem klackenden Geräusch von einer der dicken Panzerplatten der Orkrüstung ab...
Der elitekrieger guckte jetzt noch etwas wütender, um genau zu sein schien er stinksauer. Er warf den Stein zur Seite und riss sein grobes, aber tödliches Schwert aus dem Gürtel. Etwas später setzte er sich in Bewegung, mit weit ausholenden Hiebben räumte er sich das Gestrüpp aus dem weg und kam schnell näher. Zu schnell...
Der inquisitor schoss noch einmal, schon wieder traf er nur die Rüstung. Pete drehte sich kurzerhand um und begann zu rennen, irgendwohin, nur weg vom Ork, und nach einer kurzen Periode des Nachdenkens kam Dorrien auf das ergebnis, dass sein Kumpel recht hatte und sprintete ihm kurzerhand hinterher...
01.03.2003, 20:19 #403
Sir Scorpion
Beiträge: 1.195

Diesmal war es kein Schatten der über die felder und wiesen huschte, es war eine gross Gestalt die mit einer zweiten Gestalt normal dem Weg entlang ging. Es geschah nichts, sie sahen nur ein paar schlafende Scavenger, keine zwischenfälle nichts, Scorp und Long marschierten schweigend nebeneinander her. Jeder ging seinen eigenen Gedanken nach. Scorpion überlegte wie er wohl unbemerkt an den beiden wachen ins obere Viertel kahm. Es würde schon gehen munterte er sich auf. Und Long, so dachte er, wird wohl am überlegen sein, wer besser war, die Lee`s oder die Garde. Scorpion hoffte nur, dass Long seine Entscheidung dann nicht bereuen wird.

Endlich standen sie vor Khorinis. Die Wachen machten keine Probleme und liessen sie passieren.
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