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Die Siedlung Drakia #5
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19.11.2003, 18:48 #101
Heimdallr
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Am Hafen angekommen war ihm längst klar, dass es schon längst dunkel geworden war, schon auf dem Heimweg nach Drakia hatte er das gemerkt, also war es keine besondere Sache, man konnte sich auch so gut zurecht finden, außerdem konnte man das Meer schon von weitem am Rauschen erkennen und es auch auf der Oberfläche Sternenlicht spiegelte. Es hatte ihn hieher gezogen, fast angelockt, diese beruhigenden Klänge sie waren wundervoll, so sanft und doch hatten sie etwas von unbändiger Kraft, etwas niemals fesselndes, sie waren so stark und gewaltig, so wundervoll eben.

Er suchte sich wieder die Stelle, wo er mit Isabell zum ersten Mal geschwommen war, sie war die schönste an der ganzen drakianischen Küste, zumindest war um die Stadtmauern ging, dort entledigte er sich seiner Sachen, nahm aber einen der Stiefeldolche aus der Scheide und legte ihn an das nahe Ufer, er glaubte nicht daran, dass ihm etwas passierte, aber wenn dann konnte er blitzschnell reagieren, ohne Waffe war er wehrlos, ein guter Faustkämpfer war er auf keinen Fall und Tritte...reden wir nicht drüber, aber mit einem Dolch in der Hand, mit einer so kleinen Waffe, konnte er effektiver töten als mancher Dieb, er war spezialiesiert auf Würfe mit den Dingern, er traf bisher immer sein Ziel, immer tödlich, immer ohne groß rumzufackeln, doch jetzt wollte er sich eigentlich entspannen.

Das Wasser war anfangs eiskalt, doch er ging tiefer hinein, immer tiefer, solange bis er keinen Halt mehr unter den Füßen spürte, bis sein ganzer Körper mit dem Nasse bedeckt war, sicher es war Salzwasser, der einzige Nachteil, denn ansonsten hätte er hier auch getaucht, so blieb ihm das Vergnügen verwährt auch im Gesicht das Nass zu spüren, aber Salz und Augen vertrugen sich nicht so. Dennoch war es wundervoll, er musste lachen und spritzte das Wasser in die Luft, es war wunderbar hier zu sein, das war WAHRE Freiheit, hier war nichts geheuchelt, hier war alles so echt und hautnah, so real, er war unendlich froh sich mit dem Meer wieder versöhnt zu haben, so konnte er sicher sein, dass ihm nichts passierte, es war wirklich genial hier zu sein, wie das Wasser seine Haut umschlung und fesselte, wie es die kleinen Hautporen wahrnahm und in sie eindrang, es war wirklich erfrischen das eiskalte Wasser auf der Haut zu spüren, draußen waren es vielleicht fünf, sechs Grad, hier waren es immer noch zehn, das war zwar kalt, aber was solls, darum gings ja. Doch er wollte nicht nur entspannen, auch schwimmen, er schwamm weit nach draußen, aber nie zuweit, die ersten hundert Meter nur Kraul mit den geschlossenen Augen, dann aber schwamm er noch fünfhundert Meter in Rückenlage, damit er sah, wo Drakia ungefähr war, denn zuweit wollte er auch nicht raus, erstens war es gefährlich, bezüglich der Kraft, zweitens konnten hier draußen Unwetter und hohe Wellen schnell den Gutgläubigen verzehren und drittens gabs hier auch nette Untiere, das musste nicht sein, deswegen kehrte er ungefähr achthundert Meter vor der Küste wieder zurück, er hatte mit seiner Kraft keine Probleme, im Wasser fühlte er sich superwohl und er konnte schwimmen, sogar richtig gut, da brauchte er sich keine Sorgen machen.

Die letzten Meter ging er es extra ein wenig langsamer an und entspannte noch mal vollkommen, das war wirklich super hier draußen, schade nur, dass er so alleine war, zwar war es nicht unbedingt gut sich bei Wellengang und Wasser allgemein zu unterhalten, doch man konnte sich im Wasser ja nicht nur unterhalten...alleine das sehen des anderen war schon was, oder auch die typischen Wettstreite, die die Menschen wohl immer und überall ausfechten mussten, aber naja, noch war es nicht sein letztes Bad hier im Meer, da war er sich sicher...langsam musste er dann mal wieder raus, was ihm sichtlich schwer fiel, nicht nur, weil es so schön war....als er wieder draußen war, stand er schön blöd da, er zitterte wie eine dieser berühmten Pflanzen, man war das kalt und mit dem Wasser, boahhh, grauenhaft, das war ja schlimmer als Schmerz, aber er hatte sich schnell sein Hemd gegriffen und sich im Schutze der Nacht an diesem einsamen Platz abgetrocknet, das Hemd war zwar nass und salzig, aber er würde es eh waschen, genau wie die Hose, die nun ebenfalls den Salzgeruch annehmen würde, aber das war ja nicht so schlimm, Salz roch schließlich nicht unangenehm. Nur...salzig, hehe.

Dann nahm er den Dolch und steckte ihn in die Scheide zurück, zog die Stiefel an und ging rennend zurück, an der Tatsache das er nun fror, daran hatte sich nichts geändert, deswegen war es doppelt gut zu rennen, erstens wurde er warm und zweitens würde er noch schneller warm werden, wenn er schneller zur Taverne kam.

Endlich angekommen machte er keine Anstalten lange zu bleiben, ein kurzes Nicken und dann wusste er, alles war bereit, sofort nahm er den Schlüssel und verabschiedete sich von allen Anwesenden, ob es sie nun interessierte oder nicht, man war ja höflich am Hofe, oder so....

Das Zimmer hatte, bei Beliar, keinen Kamin, doch das machte nichts, es gab nun einen neuen Inventargegenstand, zwar nur heute, doch wenigstens etwas, er schloss hinter sich und ließ sich auf einen Stuhl fallen, ein paar Minuten durchschnaufen, dann ging es schon weiter, zuerst einmal kontrollierte er, Schwert, Gürtel, Rüstung, alles noch da, nichts weg, wie er es erwartet hatte. Dann musste er sich erst mal der nassen Klamotten entledigen, die hing er erst mal nur über einen Stuhl, das war ihm jetzt ehrlich gesagt egal, die würden da schon trocknen, dann aber konnte er endlich den Rest auch ausziehen und sich ohne Umstände in das heiße Wasser begeben, dass das Salz an seiner Kleidung war, dagegen hatte er nicht mal was, aber an seinem Körper, an seiner sanften Haut, niemals, das musste weg, außerdem war so ein angenehmes Bad nicht gerade das schrecklichste, es soll ja Leute geben, die hassen Bäder, verabscheuen heißes Wasser, die konnte er nur verspotten, er liebte es zu baden, auch wenn er es nicht als notwenig ansah, früher gehörte es zur guten Stube, heute gehörte es zur feinen Sitte. So änderten sich die Zeiten...

Während er dann in dem heißen Wasser war, das mindestens zwanzig Grad wärmer war als das Wasser eben, sah er am Tisch das Tablett mit den feinen Köstlichkeiten, aber er kam nicht ran, verdammt....eine ziemlich komische, wenn auch für ihn gar nicht witzige Position bildete sich da, bis er endlich aufstand, doch der Ärger war schnell verflogen, als er im heißen Wasser ein leckeres Käsebrot aß, das ging noch länger weiter, bis das Tablett endlich leer war und sein Magen voll, dann lehnte er sich entspannt zurück und entspannte nur noch, einfach die Augen schließen, die Wärme spüren und versuchen an nichts zu denken, wobei...das gelang nicht, er dachte die ganze Zeit nur an Isabell, nur an sie, tja, das ging schon den ganzen Tag so, doch das war noch kein Grund gleich anzulaufen, er würde den Punkt weise wählen und nicht hysterisch reagieren, sonst hätte er in seinem Leben das ein oder andere Problem mehr gehabt....

Doch so schön dieses Bad auch war, mit der Zeit wurde das Wasser immer kälter, je kälter es wurde, desto unangenehmer fühlte er sich, deswegen sollte er mal langsam wieder rausgehen und so ward es dann auch. Der Wirt war wirklich auf'm Laufenden, oder einfach nur schlau? Naja wenigstens hatte er nen Handtuch bekommen, perfekt, so konnte er sich vom Scheitel bis zum Zeh abtrocknen und danach war ihm schon so gar nicht kalt mehr.

Was gab es schöneres als nach einem wunderbaren Bad samt Essen gleich ins Bett zu gehen? Hm, scharf nachdenken....nun da wäre noch einiges, woran er dabei wieder dachte war ja wohl langsam klar, doch egal, es war trotzdem immer noch wunderbar, weswegen er das auch tat und solange sein Körper noch erwärmt war, glitt er unter die Bettdecke die diese Wärme auffangen sollte, was für ein Tag....
20.11.2003, 06:22 #102
Heimdallr
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Pergamo, nun komm schon, worauf wartest du noch....

Ja, ich komme, lass uns gemeinsam gehen, wo immer uns auch dieser Regenbogen hinführt....


Sie waren auf einem wunderschönen Regenbogen, wahrhaftig sie standen auf diesem seltsamen Gebilde, es war eine Wonne hier zu stehen, die Haut fühlte sich sehr frisch an, ohne aber zu frieren, von unten kam Wärme auf, ganz warme Wärme, die aber nicht heiß war, so ein Gefühl, dass es keine andere Temperatur gäbe, so perfekt. Als ob eine Fee dieses Gefühl ausgesucht hätte. Er war noch ganz unten, so konnte er noch alles sehen, ein Tal mit wunderschönen Wäldern, es war wirklich reichlich und üppig gedeckt, es gab links einen schönen Nadelwald, der andere aber war voller Eichen, Ahornbäumen und Buchen, diese Bäume hatten Blätter, so schön konnten sie nur hier sein, alle Farben des Herbstes waren hier, es war ein feuriges Rot, es war ein dunkles Rot, es war ein weinfarbenes Rot, es war ein helles Rot, es gab ein dunkles Gelb, das mehr an Eiter erinnerte, dann gab es noch ein volles Gelb, das total ausgefüllt war und ein blasses Gelb, dass eher an ein Weiß erinnerte, dann noch grün, prachtvoll grün oder aber matt grün, mehr grau, selbstverständlich durfte Mischfarben nicht fehlen und auch ein paar faule braune Blätter waren da, die Bäume waren alle sehr durchsichtig, hatten nur noch ein Viertel ihrer Kleider, der Rest lag da auf dem Boden und bildete einen ganz schön hohen Berg von Blättern. Dennoch war es richtig kuschlig herbstlich und er war froh hier zu sein, dann gab es da noch Quellen, die wurden alle aus einem großen Berg gespeist, dieser Berg war mehrere hundert Meter hoch und auf der Spitze war Eis, ein Gletscher, die Bachläufe waren wunderbar, er konnte ihr Wasser gerade zu schmecken, obwohl er es nicht gekostet hatte, doch war es wirklich schön.

Doch das war noch nicht alles, denn diese wunderschöne Landschaft wurde von saftigen, grünen Wiesen untermalt, doch war es nicht nur leblos, denn obwohl es hier oben keinen Wind gab, wehten die Bäume und Gräser, aber es herrschte noch anderes Leben, er sah von hier oben zwei Vöglein fliegen, die sich im Flug neckten, zwei weitere bauten gerade ihr Nest in einer Baumkrone, sogar einen Uhu erblickte er, man wie schön war dieser Vogel doch, schade dass es sie so selten gab, aber so ein Uhu war wirklich ein Prachtvogel, er mochte sie lieber als Falken und Adler, diese waren nicht minder imposant, wurden aber von jedem genannt, wobei so ein Uhu doch genau so schön war, nur eben meistens am Tag pennte.
Doch nicht nur Vögel, es gab auch andere Tiere, ein kleines Wolfsrudel tollte auf dem Gras, einer ließ sich auf dem Rücken kraulen, ob das nicht weh tat? Zwei andere jagten einem Schmetterling nach und zwei etwas größere Tiere, wahrscheinlich die Eltern, lagen da und rührten sich kaum, wahrscheinlich pennten sie.

Die Sonne schien immer noch und spendete Licht, doch nicht Wärme, diese kam von dem Regenbogen, die Sonne war kalt, unten waren es vielleicht zehn Grad, trotzdem war diese Idylle wunderschön, wo war er hier nur, er hatte sowas noch nie gesehen, vielleicht war das das Paradies?

Nun komm schon, lass uns gemeinsam weitergehen.

Ja ich komme, ich wollte mir nur noch mal alles anschauen.


Dann gingen sie weiter nach oben, an der Spitze des Regenbogens hatten sie die Wolken überflügelt und waren nun, wörtlich gesagt, im Himmel, hier war nichts mehr, nur noch die unendliche Stille, nur noch er und Isabell....

Diese sprang urplötzlich von dem Bogen auf eine Wolke und sie schien zu halten, aber wie konnte das sein, war sie nicht Materie? Er versuchte es auch und auch ihn hielt die Wolke, waren sie materielos, tatsächlich, sie waren materielos, doch untereinander konnten sie sich nach wie vor berühren, was für eine Welt, er wollte sie nicht mehr hergeben.

So schwebten sie auf der Wolke, in ein neues Leben hinein, voller Glück hatte er den Sinn gefunden, das nachdem alle Menschen suchen, er hatte ihn gefunden, der Sinn des Lebens, gemeinsam würden sie nun für ewig hier bleiben, nie mehr zurück....


Er wachte auf, seine Augen öffneten sich krampfhaft und er sah nur auf eine schwarze Wand, er war wieder im Zimmer der Taverne, er war wieder in der Realität, sein Glück war wieder weg und er konnte es nicht fassen, dabei war er so nah dran, aber hatte er da oben wirklich den Sinn gefunden? Er war sich sicher, dass es der Sinn war, er musste ihn noch einmal finden, vielleicht war es eine Prophezeiung seiner Aufgabe, erfülle die Aufgabe und du bekommst ihn zurück, doch wirst du nicht der einzige sein... Was meinte man damit? Eben noch war er im Glück, jetzt hatten ihn die Fragen wieder, aber es war noch zu früh, am Fenster stehend sah er, dass es erst früher Morgen war, er würde sich noch mal hinlegen, er würde versuchen zu schlafen....
21.11.2003, 13:47 #103
Heimdallr
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Ein großes Marmorgebäude, es war eine Art Halle, es war eine Art Saal, es war eine Art Monument, er stand da und hatte sein Schwert in einer Paradeposition gebracht, vor ihm lag ein weiteres Schwert, dass er aber nicht aufnahm, hinter ihm mehrere tote Menschen, Blut klebte an seinem Körper, Blut klebte an seinem Schwert, Blut klebte in seinen Haaren, an seinen Händen, er spürte die klebrige Masse an seinem Herzen, an seiner Lunge und in seinem Mund, er spürte es an seiner Seele, doch warum war er hier, was sagte ihm diese Halle, was sagte ihm dieses Blut, bald kam ein weiterer Herr, er applaudierte nur, doch der Schatten hatte keine Ahnung was er hier eigentlich machte, es war fast so, als ob er erst in diese Situation eingestiegen war, wie in einem Traum....

Augenblicklich wachte er wieder auf, woahahh, was war das schon wieder für ein Mist, so etwas sollte mein Unterbewusstsein aber wissen, für wie blöd halten die mich eigentlich... . Wen er mit "die" meinte wusste er selber nicht, doch was solls, hauptsache er war wieder weg, aber eigentlich hätte er lieber weitergeschlafen, nur fehlte dazu irgendwie die Motivation, außerdem hatte er noch was vor, nun ja, es half zumindest beim aufstehen, dass er sich einrede noch etwas vor zu haben, in welcher Tätigkeit dies aber bestand, dass wusste er selber nicht, nun er hätte natürlich noch mal sein Jagdglück versuchen können, doch bei dem Sonnenstand hätte er lieber gleich aufgeben können, also war die Frage, was er machen konnte, eigentlich war das doch alles sinnlos, wenn er klug wäre, dann würde er sich ein weiteres Mal in sein Bett legen und bis heute Abend in sein Bett legen, dann würde er morgen in aller Frühe raus gehen, aber irgendwie hatte er dazu keine Lust, irgendwie war er noch immer von dem ersten Traum gefangen, er hatte ihn noch gut im Kopf, er war so schön, dass er ihn behalten hatte, das war bei Träumen ganz selten der Fall, aber dann kam ihm genau bei dieser Sache eine Idee, er würde den ganzen Traum einfach auf ein Stück Pergament schreiben, da dies sowieso total billig war, konnte er sich das ausnahmsweise mal leisten, also nahm er Pergament und Stift zur Hand und fing dann am Holztisch an zu schreiben.
21.11.2003, 14:18 #104
Heimdallr
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Du schöner Regenbogen mit den Farben der Welt
Zeigst mir ein Dasein, das mir gefällt
Bist nicht zu kalt und nicht zu heiß
Bist nicht zu laut und nicht zu leis
Blühend der Frieden und doch herrscht der Tod
Alle gemeinsam, es gibt kein Verbot

Ich hasse, verfluche dich in einem kleinen Tavernenraum
Es war alles so schön, doch warum nur ein Traum?

Erzählst von der Pracht der Natur
Gebietest mir zu leisten 'nen Treueschwur
Das Leben in seiner natürlichsten Form
Das Leben ohne eine lästige Norm
Setzt deinen friedlichen Samen in meine Brust
Auf das die Saat aufgehe und es sprieße die Lust

Ich hasse, verfluche dich in einem kleinen Tavernenraum
Es war alles so schön, doch warum nur ein Traum?

Sah die schönste Seite dieser verdammten Welt
Konnte aus allem schöpfen, was mir gefällt
Egal ob nun Trank oder Speis
Egal ob nun Schwarz oder Weiß
Ich sah das Leben von einer anderen Seit
Es war wie der Beginn einer neuen Zeit

Ich hasse, verfluche dich in einem kleinen Tavernenraum
Es war alles so schön, doch warum nur ein Traum?

Die Idylle eines Lebens an einem einzelnen Ort
Wollte hier leben, wollte nie mehr fort
Nie mehr kämpfen, nie mehr fliehen
Nie mehr von einem Ort zum anderen ziehen
Und wenn die Wolken uns wieder zusammen tragen
Dann will ich dieses Wagniss noch einmal wagen

Ich liebe und danke dir in einem kleinen Tavernenraum
Für diesen unvergesslichen, gar weisenden Traum...

Anm. Erfülle die Aufgabe und du bekommst ihn zurück, doch wirst du nicht der einzige sein...

Undefinierbarer Satz, direkt nach dem aufwachen, eventuell noch nützlich oder wichtig...
21.11.2003, 16:49 #105
Heimdallr
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Nachdem auch dieses Meisterwerk seine Vollendung erhalten hatte wurde noch der Name darunter gekritzelt und das war's dann auch schon, er konnte das als fertig bezeichnen. Langsam wurden die zusammengerollten Pergamentstücke echt viel, er brauchte unbedingt einen Ordner, sonst würden sie auf Dauer nur beschädigt und genau diese Erkenntnis war es, die ihn dann zu Berne treiben würde, so hatte er sogar noch was zu tun, wenigstens etwas, aber bevor er zu dem Händler ging sollte er sich erst mal anziehen, sonst würde das ganz doch eher peinlich als so, wie er es sich vorstellte, das hatte er in seiner Begeisterung ganz vergessen, manchmal war er aber auch verwirrt.

Schnell hatte er seine Klamotten am Leib und auch die Rüstung saß am Körper, eng und stramm, der eben noch so dürre, kindhafte Körper wurde nun imposant ausgeschmückt und ließ der Fantasie der Menschen freie Wege, wenn diese Einfaltspinsel wüssten, was für ein Schwächling darunter steckte, sie würden sich totlachen, obwohl, das würden sie gar nicht wagen, aber die Gedanken hatte er neulich erst, doch er fand es immer wieder lustig sich darüber Gedanken zu machen, es war doch ein lustiges Spiel wie man doch mit sowas täuschen konnte, doch was solls. Seine Haare wurden fein gemacht, eigentlich lohnte sich das ja gar nicht mehr, schließlich war es schon spät geworden, aber das war ihm jetzt egal, man hatte ja sowas wie Stil, aber eigentlich war der wahre Grund nur, dass er Zeit totschlagen wollte, denn so wirklich viel zu tun hatte er heute nicht mehr.

Ihm fiel auf, dass er in letzter Zeit sehr träge war, er hatte ab und an ein Tier erlegt und war auf großer Wanderschaft, mal schwimmen, mal laufen, mal kämpfen, aber doch mehr schlafend als sonst, er schlief inzwischen doppelt so viel wie normal, irgendwie genoss er diese Ruhe, doch wusste er auch, dass dies nicht dauerhaft sein konnte, er musste weiterarbeiten, er durfte jetzt nicht denken, dass schon alles vorbei war, erst dieser Traum, dann diese Prophezeiung und dann die Worte von Mentor Tolban, diese ganze Amulettgeschichte, er hatte Ehrgeiz genug sie zuende zu führen, doch war es mehr als Ehrgeiz, langsam aber sicher verstand er viel mehr von der ganzen Sache, vielleicht hatte er sich das alles nur eingebildet, vielleicht war es nicht nur ein einfaches Spiel nach ein paar Gegenständen, er hatte erlebt was dieser Kryliyx für ein Gegner war, was, wenn die anderen noch viel schlimmer waren, überhaupt, was würde ihn erwarten, was müsste er noch tun?

Kurzes Zucken, kurzer Schmerz, dann sank er zu Boden, wie vom Blitz getroffen...
21.11.2003, 17:18 #106
Heimdallr
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Folge deinem Weg, die Suche wird dich schon selber führen, du musst nur den Zeichen deiner Gedanken folgen, die Amulette werden dich dabei unterstützen, doch zunächst wird deine Suche kein Amulett umfassen, du musst die Augen offen lassen, schau einfach, was um dich herum geschieht, ein Irren ist nicht möglich, deine Bestimmung wird sich erfüllen Pergamo, ich weiß es, du weißt es, alle wissen es, glaube an dich, die Welt wird dich jagen, alle werden dich jagen, deswegen wirst du auch unterstützt, doch wen wir dir schicken, dass musst du schon selber herausfinden, denk dran, du bist dafür bestimmt, also folge deiner Bestimmung, folge deinem eingebrannten Weg...

Wieder wachte er auf dem Boden seines Zimmer's auf, er hatte diese Worte wie in den Kopf gehämmert bekommen und doch konnte er sich an nichts mehr erinnern, doch hatte sein Unterbewusstsein alles aufgefangen, nie mehr würden sie vergessen und wenn es Zeit war, dann würde man sie ihm auch offenbaren, doch bis dahin musste er damit leben, dass er gerade auf einer Teppichfalte ausgerutscht und auf den Boden gefallen war, dadurch kurzzeitig ohnmächtig und ohne Erinnerung....Teppichfalte, tss.....

Sein Körper erhob sich wieder, er fasste sich an den Kopf, wo er den Schmerz spürte, würde wohl ne kleine Beule geben, nun ja, er würde es überleben, doch nun wollte er erst mal was essen, er hatte sich neuerdings zwei Dinge angewöhnt, erstens länger schlafen und zweitens, noch komischer Essen, wobei komisch meistens für schlecht bzw. zu wenig stand, daran würde der heutige Tag auch nichts ändern, schließlich würde er nur eine Abendmahlzeit zu sich nehmen, doch wenigstens etwas, es gab Tage, in denen er noch nicht in Drakia war, da aß er am Tag nicht mehr als ein paar Beeren, nun ja, konnte man ja alles nicht ändern, was regte er sich über Dinge auf, gegen die er eh nichts machen konnte, es war doch alles längst vergangen, aber vielleicht half es ihm ja, wenn er sich immer wieder daran selbst erinnerte, es eines Tages besser zu machen, ja eines Tages, wann war dieses ominöse Datum, es musste was mit den Amuletten zu tun haben, oder doch nicht? Er wusste es nicht, eigentlich waren es doch nur ein paar Dinger aus Metall, doch er hatte gesehen, was für eine Macht sie hatten, wie sie ihm das Leben gerettet hatten, bei Gefahr würde er gewarnt sein, bei Bedarf würde er sicher seine Schwertkunst verbessern, er wusste es, nur konnte er sich das nicht imaginär vorstellen, Amulette....doch langsam war es an der Zeit, dass er seinen Glauben erweiterte, er hatte Dinge gesehen, die nicht normal sein konnten, er hatte Dinge geträumt, die über Träume hinausgingen, er hatte Dinge gespürt, die kein Mensch spüren konnte, diese Welt war nicht mehr das, was sie einst war, ein riesengroßer Spielplatz, voller Gefahren, diese Welt war eine Gefahr an sich und so eher das akzeptierte, desto eher würde es auch weitergehen.

Doch was machte er sich Sorgen, auch wenn er es nicht wissen konnte, sein Unterbewusstsein wusste es, er würde in der nächsten Zeit den Weg selber finden, er brauchte sich also nicht sorgen, wenn er das nur wüsste....so verließ er sein Zimmer und schloss ab, er wollte was essen, zu Berne, nen Spaziergang machen und dann noch....ach unnötig diese Planung, es kommt wie es kommen soll...
21.11.2003, 18:38 #107
Heimdallr
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Mit guter Laune wenn auch etwas nachdenklich kam er dann die Treppe herunter, es herrschte eine stickige, deswegen auch sehr warme Luft in dem Raum, es roch nach einer sehr würzigen Wurst und nach Bier, vielleicht auch etwas Säurenitrat, er konnte den Geruch nicht genau einordnen, auf jeden Fall war es eine typische Abendstimmung, die meisten hatten sich hier versammelt und aßen zu Abend, genau wie der Rest hier saß, um sich über den sicher spannenden Tag zu unterhalten, meine Güte, was hatten diese Menschen sich doch alles zu erzählen, schönes Wetter und wahnsinnig, wenn man mal in einen Nagel tritt, ach ja, der siebte Apfel von links den ich neulich bei dir gekauft habe hatte einen Wurm...sowas in der Art aber nun ja, so war das nun mal, er war ehrlich gesagt froh darüber, denn auch wenn es manchmal wirklich übertrieben langweilig war, es half ihm doch immer mehr zu vergessen, was er eigentlich sonst immer machte, denken, denken und denken, nebenbei auch mal Fragen stellen, aber eigentlich auch nur denken, jeden Moment der Zerstreuung war ihm da recht, sogar sehr recht, er war dankbar für all das, aber konnte es doch nur die Zeit verlängern, auch verschönern, aber nicht verändern, irgendwann würde es auch wieder aus Drakia gehen, vielleicht nicht lange, vielleicht für ewig, doch damit war nicht gemeint, dass er, oder hoffentlich sie mal wieder jagen gingen, damit war eine Reise gemeint, die ihn nicht dahin führte, wo er jetzt war, sondern weit weg, er hatte schon oft Reisen unternommen und er würde genau so wieder nach Gorthar gehen, wie auch irgendwann in ferner Zukunft auch mal wieder nach Khorinis, all das würde geschehen, doch wann das wusste er nicht, was er aber wusste war die Tatsache, dass er von nun an immer Drakia als seine Heimat sehen würde, zumindest solange, wie er auf dieser Welt leben würde, Khorinis war seine ganze Jugend das einzige was er gesehen hatte und eigentlich hatte es sich verdient gemacht, doch war es durch seine Gestalten in Ungnade gefallen, das Minental, pah, der Ort des Grauens und Gorthar, ja Gorthar hatte die schönsten Wälder der Welt, die schönste Bibliothek und eine wirklich interessante Stadt, doch war es da alles so groß, so unglaublich schmierig und auch voller Gefahr, nicht das er sich fürchtete, nein nein, nur Gefahr bedeutete Streß und genau den wollte er nicht, doch Gorthar würde ihn schon noch schnell genug sehen, ganz sicher....

Guten Abend die Damen und Herren

Abend!

Guten Abend Fürst, was kann ich für euch tun?

Mir sagen, wie ich weniger schlafe? Hehe, nein, ich wünsche ein bekömmliches, aber auch nährreiches Abendmahl und danach könntet ihr den Badezuber aus meinem Zimmer wieder holen, wenn ihr in braucht, ja...das wäre alles, ich wäre euch sehr verbunden.

Kein Problem, ich werde euch ein leckeres Essen zubereiten, setzt euch so lange, wollt ihr was trinken, Bier, Wein, Most?

Wasser, ich trinke Wasser, Alkohol ist mir suspekt...

Natürlich, seltsam....hier euer Wasser, serviert im goldenen Kelch.

Habt Dank.


Der Fürst setzte sich auf den Platz, der scheinbar von allen gemieden wurde, war es Respekt? Ehrfurcht? oder einfach nur die schlechte Lage? Wie auch immer, er und sein Sternchen saßen immer hier, das reichte ihm sich da hin zu setzen und nirgens anders. Der Wirt war manchmal komisch, was war daran seltsam, dass er keinen Alkohol zu sich nahm? Gut, nicht jeder hatte sich schon mal fast damit umgebracht, aber er kannte die Wirkung von Alkohol, er war extrem anfällig dagegen, er wollte sich nicht außer Kontrolle trinken, er wusste wie es war, wenn man besessen in einem Rauschzustand kommt, er war blutgierig, nein er war blutgeil und er war sich nicht sicher, ob er trotz der Orgien die er in der Vergangenheit gefeiert hatte wieder geheilt war, er wusste es nicht, er war sehr labil. Außerdem hatte er es an Isabell gesehen, er wusste nicht, wie er damit umgehen sollte, er hatte sich noch keine Gedanken gemacht, doch das sollte sich ja jetzt ändern, bis das Essen kam, hatte er noch Zeit genug und so nippte er am goldenen Kelch, aus dem das Quellwasser in seine Lunge lief...
21.11.2003, 19:59 #108
Heimdallr
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Einerseits war sie ja nicht wirklich betrunken gewesen, dennoch konnte er die Reaktion bis heute nicht verstehen, er hatte sie nur gebeten zu gehen, weil er schlafen wollte, weil er nicht feiern wollte, keinen Alkohol trinken, doch die Reaktion war ja wohl ein Witz, eigentlich war er absolut im Recht, schließlich musste er sich ja nicht alles gefallen lassen, wenn sie ihn wirklich akzeptierte, dann müsste sie sowas verstehen, er hätte dasselbe auch getan, nur mit dem Unterschied, dass er niemals in eine solche Situation gekommen wäre, er hätte ganz klar die Finger davon gelassen und versucht einfach was zu sagen, aber andererseits war es schon wieder Blödsinn sich darüber Gedanken zu machen, denn es war einfach unlogisch. Vielleicht hatte sie auch nur so reagiert, weil sie eben nicht mehr wusste, was sie tat, andererseits reagierten voll Betrunkene ganz anders, sie neigten zu Überrreaktionen, aber sie musste gewusst haben, was er sagte, was sie tat, vielleicht war sie jetzt total beschämt oder sauer auf ihn, wie er es annahm, ach das ganze war einfach nur bescheuert und Schuld hatte der Alkohol, was sonst, einen anderen Schuldigen konnte es nicht geben, doch er wusste nicht, was er davon halten sollte, einerseits genoss er diese Zeit, genau wie er es sonst auch genossen hätte, doch andererseits sehnte er sich voller Qualen nach ihrem Anblick zurück, ihr Antlitz, ihre Blicke und ihre zarte Haut, ihre Worte und ihre Wärme, wenn sie da war, wie gesagt, er konnte auch ganz gut so leben, er war in keinster Weise abhängig, doch er würde wohl bald zu ihr gehen, wenn sie sich schon nicht meldete, dann würde er eben in diesem kindlichen Spiel den ersten Schritt machen, vielleicht morgen, vielleicht übermorgen, mal schaun, heute jedenfalls nicht, heute wollte er nur noch zu Berne und etwas spazieren gehen...

Dann kam das Essen, geliefert in edler Aufmachung, zwar wusste er nicht, warum, aber recht war es ihm auf jeden Fall, entweder hatte sich langsam rumgesprochen, dass er adlig war, oder sie waren einfach zuvorkommend, nur komisch, dass das jetzt erst kam, er legte keinen Wert auf solchen Prunk, doch war er ihm durchaus angenehm. Andererseits sah man da mal, wie gut die Menschen, zumindest der Wirt waren, denn an dem ganzen Prunk verdiente er keinen müden Kupfertaler, seit er hier umsonst nächtigen und speisen durfte. Nun ja, er würde wohl bald mal wieder was besorgen, wenn man annahm, dass die Menschen hier so ein halbes Vieh pro Tag verspeisten und im Winter nicht wirklich viel zu jagen war, so musste er bald mal wieder was bringen, vorallem war das schwierig, denn direkt vor der Stadt war ein miserables Jagdgebiet, da musste man schon weiter raus, aber wenn er erst mal wieder Isabell bei sich hatte, bzw. sie ihn, schließlich war sie hier die Jägerin, dann würde das ganze auch wieder ergiebiger, oder anders gesagt sie konnten mehr Erlegtes mitschleppen, von daher hatte das ganze auch noch etwas nützliches, wenn sie sich wieder vertragen würden, vorausgesetzt Isabell empfand hier irgendwo einen Streit, für ihn war das nach wie vor lächerlich, dennoch hätte er das ganze nie als geschäftliche Beziehung gesehen, es war viel viel mehr...doch bevor er zu Berne gehen wollte, wollte er sich erst mal stärken.
21.11.2003, 21:40 #109
Heimdallr
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Nach dem ausgezeichneten Mahl verließ er die Taverne, natürlich nicht ohne sich bei dem Wirt zu bedanken und sich noch mal ordentlich umzusehen, aber es gab wirklich niemanden, den er kannte, außerdem würde die Zeit auch nicht anhalten, er tat gut daran, dass er jetzt zu Berne ging, damit dieser nicht zu sehr gestört wird, obwohl ja nach der letzten Begegnung sowieso alles anders zu sein schien, dieser Mann schien Öffnungszeiten zu haben, da konnten sich andere Mal ne Scheibe von abschneiden, andererseits würde ihn mal interessieren, ob Berne auch in seinem Laden wohnte, vielleicht stand ja irgendwo ein Bett hinter dem Tresen, die Vorstellung war zumindest nicht ganz abwegig.

Als er draußen war nahm er einen tiefen Zug Luft in seine Nasenlöcher, die sofort die Frische der Luft spürten und durch das hochsensible Fühlorgan, der Haut, wurde dies nur noch verstärkt, ja es war kühl, es war bestimmt nicht wärmer als sieben Grad, vielleicht auch nur zwei, jedenfalls war es kühl, doch er genoss das, Wärme und vorallem drückende Hitze konnte er noch nie ab, im Gegenteil, er verabscheute sie, Kälte hingegen war sein Freund, wenn sich die Haut verengte und sich die berüchtigte Gänsehaut bildete, dann fühlte er sich richtig wohl in seiner Haut, die ganz nebenbei in dieser Form viel sensibler und damit auch für Streicheleinheiten viel intensiver wurde, doch darum ging es jetzt sowieso nicht, er war schließlich ausnahmsweise mal nicht zum Vergnügen an der frischen Luft (jaja, wann war es das schon mal...) sondern mal wieder in äußerst wichtiger Mission, er wollte was kaufen und nebenbei auch noch was verkaufen, ein ultra spannendes Abenteuer von unglaublicher Wichtigkeit, nun um mal wieder normal zu werden, das ganz war einfach nur ein unwichtiger Gang, doch wenigstens war es eine schöne Nacht, eine wirkliche schöne Nacht, eigentlich schade drum, dass er sie gleich wieder verlassen würde, doch das war ihm jetzt egal, überhaupt war ihm ne Menge egal, gerade in letzter Zeit versank er in eine Art Gleichgültigkeit, aber sie war wenigstens besser zu ertragen als die ganzen Fragen. So betrat er den Laden von Berne....

Abend Berne, jemand zuhause?

Wer stört? Hm ich kenne euch, ihr wart doch dieser Graf....

Fürst, ich bin Fürst Pergamo, merkt euch das verdammt noch mal, wir hatten vor kurzem einen Handelspakt geschlossen, ich kann euch alles verkaufen was ich den Viechern so abnehme, klingelts?

Ah ja ich erinnere mich Fürst, hehe, habt ihr wieder was neues?

Ja, zwanzig hochwertige Zähne von so genannten Beissern, macht dann dreissig Goldstücke und kein Kupferstück weniger.

Hm, hier.

Gut und sagt, habt ihr sowas wie einen Folianten? ich brauche etwas um lose Pergamentblätter aufzubewahren.

Hab ich, hab ich, der würde zwanzig Goldstücke kosten aber weil ich großzügig gegenüber Geschäftspartnern bin, fünfzehn.

Jaja von mir aus, wird nicht oft vorkommen, dass ich mal was kaufe, es sei denn ich schreibe in nächster Zeit mehr, allerdings vergesst nicht, ich hab noch Schattenläuferfelle hier, nun denn, bis zum nächsten Mal, ich hoffe dann hab ich mal etwas mehr.

Hm, tschüss.


Der Fürst verschwand und musste jetzt erst mal rechnen, zum Glück tat ihm die klare Luft hier gut, also fünfundsiebzig musste er für die Beisser an Isabell abdrücken, plus die Hälfte von dreissig also fünfzehn machte neunzig Goldmünzen, genau, eigentlich hätte er auch alles für sich behalten können, aber das hatte er ja schon oft durchgekaut, er würde ihr selbstverständlich den Gewinn geben, zumindest die Hälfte, schließlich waren sie Partner was das anging.
Eigentlich wollte er ja jetzt noch ein bisschen spazieren gehen, doch das war sowieso unnötig, Drakia kannte er mittlerweile in und auswendig und die frische Luft wurde auch nicht besser, wenn er sie länger einatmen würde, also konnte er sich gleich schlafen legen, vielleicht würde er ja morgens früher wach, obwohl das nie so sicher war, irgendwie konnte man das doch eh nicht steuern, also ließ er es einfach auf sich zu kommen.

Als er die Taverne betrat waren nur noch vier Gäste da, darunter aber keine Isabell, erstaunlich diese geringe Anzahl für eine solche Zeit, andererseits wusste er gar nicht so genau, wie spät es war, nun ja, jedenfalls verabschiedete er sich noch mit einem winkenden Handwurf und verschwand dann im ersten Stockwerk, wo er sich auch alsbald in seinem Zimmer eingeschlossen hatte.

Nachdem alles erledigt war und er dann im Bett lag nahm er sich noch mal den Folianten zur Hand, er hatte Glück, die Sterne und der Mond schienen durch das Fenster und genau auf sein Bett, von daher konnte er was erkennen, der Foliant war aus dickem Leder, sehr stabil, er würde ihn gut gebrauchen, morgen wollte er mal alle Gedichte, Verse, Reime und Geschichten hineinlegen, da würde bestimmt Nostalgie aufkommen, doch morgen wollte er auf jeden Fall früher aufstehen, deswegen legte er ihn jetzt weg und schlief rasch ein, das war ein Vorteil den man ihm gegeben hatte, Schlaflosigkeit war für ihn ein Fremdwort.
22.11.2003, 10:20 #110
Heimdallr
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Er hatte heute einen relativ unspektakulären Traum gehabt, er handelte nämlich von der unglaublichen Finsternis, kurz gesagt, er sah nur ein schwarzes Loch vor seinem inneren Auge, sozusagen ein Traum ohne Bilder, ohne Geräusche, einfach ohne alles, sowas gab es gelengentlich und war gar nicht mal so schlecht, denn so konnte er sich sicher sein, dass er nicht aufwachte, weil irgendwas seine Gedanken so mitnahm, dass es sein Körper auch erwachte, doch andererseits wäre er gerne noch einmal in diese Paradieslandschaft eingetaucht, dort war es wirklich so schön, dass er unendlich entspannte, dass er für immer dageblieben wäre, er wäre nicht fort gegangen, niemals, niemals würde er aus dem Paradies verschwinden, doch noch war es nur ein Traum, doch es zeigte ja nur, dass es möglich war, man musste es sich nur verdienen, er würde alles dafür tun. Seine schwarze Wand löste sich allmählich, wurde der Körper doch zunehmend erhitzt, denn ein intensiver Sonnenstrahl schien durch das Fenster hinein, direkt auf seinen Kopf, nun das war ja schon mal nicht schlecht, denn so wärmer er wurde, desto eher würde er aufstehen, denn bei solchen Unregelmäßigkeiten konnte man nur aufwachen und genau so war es dann auch, seine Augen wurden wieder aktiv und seine Wimpern fingen langsam an zu vibrieren, der Zeitpunkt war nah....

Zusammengekniffen und dann doch in die Höhe empor, seine Augen befanden sich wieder da wo sie hingehörten, unter den Wachenden, jetzt bewegte sich auch sein Kopf und dann sein Bein, sein Arm und drei von fünf Fingern der rechten Hand, es ging binnen Sekunden, da war er dann auch gedanklich auf der Höhe und kraulte sich etwas am Rücken, bis er sich dann endlich aufgerichtet hatte, dann aber ging es ganz schnell, da er wieder mal keine Ahnung hatte, wie spät es war, konnte er sich nicht noch ne halbe Stunde gönnen, da musste er jetzt aufstehen, auch wenn es noch früh war, er kannte sich selber nur zu gut, bis er mal ausm Bett kam dauerte es Stunden, also glitt er wie ein Aal aus dem kuschlig, molligen Bett und gab dem kalten Holzboden die Chance, doch nur kurz, dann war er auf dem Teppich der ihn wärmte, leider war das Dinge mehr Untersetzer für eine Tischkante aber naja, was solls, zur Not hätte er hier auch mal ein Fell auslegen können, doch wozu diesen Umstand.

Schnell hatte er sich dann auch angezogen, alles sitzte, Rüstung und Haare, Schwert und Hose, gut, dann konnte er ja los, ach nein, er bemerkte sein Bett, das musste er noch schnell richten, würde er doch erst wieder Abends zum schlafen zurückkehren, also machte er auch noch diese blöde Aufgabe, dann aber war er fertig, den Foliant ließ er erst mal hier, darum konnte er sich später noch kümmern, jetzt wollte er erst mal frühstücken, danach konnte er sich noch überlegen, was er nun machen wollte, auf jeden Fall nicht wieder die Zeit verschenken, darin war er wirklich nicht gut.
22.11.2003, 10:41 #111
Heimdallr
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Die Treppen knarzten unter den schweren Stiefeln des Fürsten, denn sie hatten ja nicht nur sein läppisches Gewicht zu tragen, sondern auch noch ne ganze Menge mehr, aber so stabil waren sie zum Glück schon, wäre allerdings mal ne interessante Sache zu wissen, wieviel der Schatten in voller Kampfmonitur wog, er würde mal siebzig Kilo schätzen und soviel wog manche Rüstung oder mancher Mann schon so, aber mehr als achtzig waren das nie im Leben, schon Wahnsinn, wenn man sich das mal so vorstellt, ja seine Rüstung, sein Schwert und sein Körper, sie waren schon ein unschlagbares Trio, doch bald sollte das noch ausgebaut werden, wenn er nur endlich mal herausbekommen würde, wo gute Dinge verkauft werden, andererseits würde er sich wohl eher eine Maßanfertigung machen lassen, nun ja, zuerst musste er sich erst mal um andere Dinge kümmern, aber das stand auf seiner Liste ganz oben, neue Stiefel und neue Hose, seine Hose vorallem, sie war eine dünne Samthose, zwar kam sie aus der oberen Gesellschaftsschicht, doch hatte er sie nun schon seit zwei Jahren, verdammt das Dinge war total ausgetragen und außerdem auch schon längst nicht mehr so ganz, wie sie es eins war und seine Stiefel, nun sie waren sicher noch gut in Schuss, aber ein Paar Neue wäre sicher nicht schlecht, er war nicht unzufrieden, doch es war nun nicht ganz so ganz, nicht ganz so bequem, wahrscheinlich wuchs er noch raus, wie gesagt, die zwei Dinge wollte er sich auf jeden Fall noch besorgen, am besten noch vor dem Tag....nun jetzt wollte er trotzdem erst mal essen.

Morgen allerseits, Morgen Wirt, ich hätte gerne was zu essen, aber sagt mir erst, habe ich es heute geschafft mal früher aufzustehen?

Später Morgen Fürst, später Morgen, was wünscht ihr zu speisen?

Ach naja dann esse ich gleich für den Mittag mit, ne Suppe, nen Brot und nen Eintopf, dazu noch Käse und Wasser. Ja und zwei Äpfel bitte.

Kommt sofort, nehmt doch Platz.


Das tat er dann auch, wie immer auf dem Platz, während er das Wasser gleich serviert bekam, verschwand der Wirt dann im Hintergrund seiner Küche und schien die verschiedenen Wünsche erfüllen zu wollen, da es ihm aber relativ egal war, welche Suppe und welchen Eintopf, würde das Essen wohl bald kommen, später Morgen, dass war doch gar nicht so schlecht, hatte er also den ganzen Tag noch vor sich, nun was konnte er den machen....Er überlegte und überlegte, doch ihm viel nichts ein, er würde erst mal zum Hafen runtergehen und dann ein bisschen trainieren, dann würde man weitersehen, der Tag war noch jung. Es gab allerdings noch viel zu tun, der Schlendrian sollte keinen Einzug kehren, da war ein Schwerttraining schon mal der richtige Weg, doch konnte er nicht den ganzen Tag trainieren, da musste noch was anderes her, aber vielleicht würde ihm auch spontan ein Einfall kommen, schwimmen würde er auf jeden Fall nicht, das hatte er erst neulich und dafür hatte er partout keine Zeit.
22.11.2003, 11:24 #112
Heimdallr
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Das Essen schmeckte sehr gut, alle paar Minuten kam eine neue Speise, erst reichte man ihm die Suppe und etwas Brot, dann kam kurz darauf der Eintopf und zum Schluss Käse, dazwischen ließ er sich noch einmal eingießen, denn das Wasser war schon sehr schnell aufgebraucht, jedenfalls waren die Speisen warm und das war auch schon außergewöhnlich, denn das er mal was warmes Essen konnte, das war schon erstaunlich, meistens aß er nur kalte Brote mit Beilage, doch egal, hauptsache es schmeckte und er war schon recht schnell satt, er nahm noch den letzten Schluck aus dem Kelch und brachte die einzelnen Geschirrstücke dann zum Tresen, kurz darauf war er auch schon verschwunden, er hatte sich aus dem Staub gemacht, denn er wollte nun einen kleinen Verdauungsspaziergang machen, wozu er sich direkt auf dem Weg zum Pier machte, er fragte sich, warum er manchmal das Wort Hafen gebrauchte, schließlich war das genau so wenig Hafen wie was anderes, es waren nur ein paar hölzerne Anlegestege, schon seltsam.

Wenigstens hatte er Glück, die Sonne war verschwunden, dicke Wolken hatten sich gebildet und verdunkelten Drakia so sehr, dass er Mühe hatte etwas zu sehen, es war fast wie bei Nacht, doch konnte er noch gut sehen, komisch, seine Augen hatten sich seit dem Abenteuer, das keines war, in dem Berg echt verändert, was war da bloß los, nebenbei herrschte auch noch Nebel und es war saumässig kalt, was war hier bloß los, heute Morgen hatte doch noch ganz klar die Sonne geschienen, so ein Mist aber auch. Diese Wetteränderung schlug ihm auf's Gemüt, zwar begrüßte er das Wetter, doch seine Mißtrauensfühler streckten sich schon in alle Richtungen, eine stinknormale Wetteränderung? Vielleicht, doch nicht unbedingt, er konnte es nicht richtig verstehen, musste sich aber wohl oder übel damit abfinden.

Als er durch das Dorf schlenderte, bemerkte er, wie grau die Häuser doch im Nebel waren, aber das waren ja alle, wenigstens war das Wasser aus dem Brunnen nicht grau, wenigstens schmeckte dieses noch ausgezeichnet, ja gar köstlich, Wasser konnte er fast immer trinken und da fiel ihm auf, dass seine Wasserkrüge, die fast nur noch zur Reinigung von blutigen Schwertern benutzt wurde, fast leer war, also füllte er alle drei an dem Brunnen auf, so dass er zwar mehr zu tragen hatte, aber die drei Wasserkrüge würde er auch noch überleben.

Weiter ging sein Gang, bis er endlich an dem Meer war, an dem großen, ehrfürchtigen Meer, er hatte wirklich Respekt davor, doch wusste er auch, dass das Meer eine Menge bot, er musste es nur nutzen. Das Wetter könnte auch von hier kommen, denn er spürte jetzt auch den starren Wind, der genau vom Meer heran kam, sein Umhang flatterte schon die ganze Zeit wie wild und er hatte es nie bemerkt, so ein Mistwetter, jetzt fehlte zu Kälte, Wind, Nebel und Dunkelheit nur noch Regen und es war perfekt, momentan war es das sogar, denn dieses Wetter war sein Lieblingswetter, nur Regen passte da nicht rein, Regen konnte er auf den Tod nicht ausstehen, doch er gehörte genauso dazu wie alles andere.
Durch den Wind wurden die Wellen extrem vorranngetrieben und erreichten beachtliche Reichweiten, immer wenn sie gegen die felsigen Klippen krachten, bildeten sich ganz schön große Fontänen, durch den Wind kamen die Regentropfen bis zu ihm und fielen ihm ins Gesicht, er genoss diese unfreiwillige Erfrischung und blieb lange stehen, eigentlich wollte er ja jetzt etwas trainieren, doch er entschied sich anders und wanderte lieber etwas an den Ufern entlang, er war momentan durch all das Äußere sehr verträumt und konnte sich nicht mehr konzentrieren, er war wieder mal Gefangener seiner größten Schwäche, der Träumereien, dann, wenn er in einer anderen Welt verschwand.
22.11.2003, 12:21 #113
Heimdallr
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Unendliches Glück konnte nur empfinden, wenn man es sich verdient hatte, oder wenn man das geschafft hatte, was nur wenige Menschen schafften, sich den Respekt eines anderen erarbeiten, egal wie man es hatte, es war der einzig mögliche Daseinsweg, nur schafften ihn nicht viele Menschen, da sie nicht lange genug lebten, es gab mutige Menschen, die diesen Weg nun im Himmel erfuhren, doch ihnen blieb das Glück auf Erden verwehrt, diese Menschen waren seine Vorbilder, dann für sie lohnte es sich weiterzulämpften, für vollkommen fremde Menschen, die aber einen selbstlosen Hintergrund hatten, aber auch nur darum, man wollte dies weiterführen, wofür sie standen, doch er wollte das nicht, früher einmal wollte er es, doch inzwischen hat er einen Mittelweg gefunden, das heißt, dass er weder ihren Einstellungen voll und ganz folgte, noch ganz von ihnen abwich, doch eigentlich....war doch eh alles egal, man hatte ihm diese Entscheidung nicht wählen lassen, er bekam ein unglaubliches Geschenk und doch einen großen Fluch, er bekam die Chance und doch nichts, es war die schwerste Aufgabe eines Menschen und doch lohnte es sich sie anzunehmen, es hätte sicher auch Ersatz gegeben, doch wollte er es auch, dieses unendliche Glück, er würde es auf der Erde bekommen können, doch würde er sich alle Möglichkeiten nehmen, sie auch in den weiten des Himmels, auch nach dem Tod der sterblichen Hülle zu behalten, er wusste schon genau, wie er es machen würde, zumindest war dieser Plan schon längst gereift, nur hatte er noch nicht davon kosten dürfen, denn das hätte die Zukunft verändert, es musste alles scheinbar zufällig kommen, es durfte nicht bekannt sein, wenn dies geschehe, dann war es eine vorgesehene Bestimmung, waren es nur Stücke in der großen Geschichte, alles wissen durfte er nicht, das alles nur für den Weg des unendlichen Glücks, doch war es nicht sicher, zwar hatte man ihm die Bestimmung vermacht, doch bis er nicht ein gewißes Pensum erfüllt hatte, konnte man nicht sagen, ob er wirklich dazu fähig war, zwar kannte man seine Gedanken, seine Fähigkeiten und seine Denkweise, doch hatte sich diese schon mal zerstört, nichts sagte, dass es nicht wieder so passieren würde, man hatte nicht damit gerechnet, dass er so labil war, man konnte ihn nicht mehr zurücknehmen, nicht mehr stoppen, doch konnte man sich genau so wenig sicher sein, dass er immer noch auf der richtigen Seite stand und bei all dem durfte man nie vergessen, es war ein hochbrisantes Spiel, sehr gefährlich und es könnte in einer Katastrophe enden, denn niemand konnte wirklich sagen, was ein Mensch zu leisten im Stande war, feststand nur eins, dass wenn eine bestimmte Stufe erreicht war, man nichts mehr daran ändern konnte, dann musste man schon eine Entscheidung treffen, die vielen nicht leicht fallen würde, doch es wäre unmöglich anders zu machen und dann würde es Tote geben, Blut regnen und Qualen schreien, das wäre eine Entscheidung,....die man nicht fallen wollte und nicht durfte, das alles nur für das unendliche Glück eines Menschen und dem Verlangen von höheren Mächten...verrückte Welt...
22.11.2003, 12:41 #114
Heimdallr
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Dieser Himmel, er ist so schwarz als ob er etwas verbergen will, dieser Himmel, er ist so schnell, als ob er nie Zeit zum ausatmen hat, dieses Meer, es ist so wild und tobend, als ob es wütend wäre, es ist so schwarz, als ob es das Blau verloren hätte, der Wind, er weht mir um die Nase und ich atme eine kalte, tiefe, aber auch reine Luft ein, es ist alles so leicht und doch kann ich nicht schweben, doch kann ich nicht auf den Wolken gehen, es ist so, als ob man es mir verwähren würde, doch ich werde alles dafür tun, dass dieser Regenbogen zurück kehrt, ich werde durch eine heiße, trockene Wüste rennen, die sich Entbehrung nennt, ich werde dann das Tal erreichen, dass sich Hoffnung nennt, dann werde ich den Regen spüren, der sich Reinigung getauft hat und dann, dann wird der Regenbogen kommen, der auf den Namen Erlösung hört, doch ich werde diese Wüste erst durchqueren müssen, sie ist so lang, dass sie auf dieser Welt keinen Platz hätte, doch wenn ich jeden Tag einen Schritt mache, kann ich es schaffen, ich muss nur fest dran glauben, während sich meine Haut zusammenschnürt in dieser Kälte, während ich darüber nachdenke, gibt es doch warme Herzen, die nur darauf warten, es gibt sicher auch eine Seele, die diesen Weg mit mir gehen wird und es gibt hundert Mal soviele, die mich daran hindern wollen, sei es aus Befehl, sei es aus Gier oder einfach nur aus einer Unerfahrenheit, die ihnen das Leben nicht mehr nehmen wird, sie alle werden unter meiner Hand fallen, doch sollen nur die fallen, die es auch verdient haben, ansonsten möchte ich diese Welt nicht als Tyrann verlassen, nicht als Gehasster, nicht als Verachteter, nicht als Toter, ich möchte nicht den Unmut auf mich ziehen, möchte nur meinen Frieden finden, ich kann für die anderen nichts tun, ich kann mich weder um sie kümmern, noch ihnen helfen, ich bin egoistisch und doch kein Egoman, ich möchte nicht gierig erscheinen, doch bin ich nicht der, der sie erlösen soll, ich bin ein anderer, ich bin genau genommen ein Nichts, deswegen muss ich meinen Weg gehen...
Am Horizont, da werden sie schon auf mich warten, dort in dieser Nebelmasse, dort in der ewigen Finsternis, dort, wo nie ein Stern, nie eine Fackel hinscheinen wird, dort werde ich ganz sicher irgendwo sein, doch nur als Übergang, nicht für ewig, es wird nur ein kleiner Schritt sein, doch erst wenn die Wüste der Entbehrungen und der Taten hinter mir liegt, erst dann wird mich der Horizont anerkennen, mich als einen der Würdigen akzeptieren, erst dann....unbedingt muss weitergemacht werden, auch wenn die Kräfte längst versiegen, wenn die Augen müde werden und man der Taten überdrüssig ist, jetzt erst beginnt der wahre Kampf, jetzt erst kann der Wirt verstehen lernen, erst jetzt ist er bereit gegen die verdammte Welt anzutreten, erst jetzt beginnt es....
22.11.2003, 12:59 #115
Heimdallr
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Hahaha, ein klasse Wetter, so stelle ich mir das auch vor, wenn ich erst mal wieder draußen bin, so könnte es den ganzen Tag aussehen, aber wahrscheinlich findet es dieser Vollidiot zum fürchten, andererseits würde das nicht erklären, warum er dann nicht einfach mal wieder rein geht, nun ja, es regnet leider nicht, schade, denn wenn es erst mal wieder regnen würde, dann wäre das ganze Trauerbild perfekt, ja im Regen werde ich meinen Durst stillen, auf das dann das tropfende Rot auf den Boden fällt und sofort vom Regen verwischt wird, so dass es unvergesslich wird, die Unvergänglichkeit ist nichts, nur ich werde es sein, nur ich allein, es ist wirklich ein Jammer, dass ich in diesem Zustand bin, jetzt wo ich soviel weiß, würde ich mein Wissen am liebsten freien Lauf lassen und dann, nun wer weiß, vielleicht würde ich dann erst mal entspannen, vielleicht aber auch gleich wieder einer Stadt einen Besuch abstatten, doch erst mal muss ich hier raus, zwar hat das ganze keine Eile, aber immer wenn ich diese dummen Geschöpfe sehe werde ich fast wahnsinnig, das Schicksal lässt sich außerdem ganz schön Zeit, vorallem aber habe ich die Vermutung, dass mich tatsächlich keiner hört, sonst hätten sie doch schon längst jemanden geschickt oder etwa nicht? Wahrscheinlich schon, doch irgendwann würden sie sicher kommen und genau auf diesen Moment warte ich, genau darauf, ich werde nur eine Chance brauchen, nur eine einzige Chance, ich werde so schnell herauskommen, wie sie es nicht mal sehen können und dann wird dieser Körper noch wiederbelebt, bevor er ganz kalt ist, das ganze wird genau geplant passieren und wenn diese fremde Seele dann erst mal vernichtet ist, dann werde ich ihn wieder beherrschen, doch durch das Wissen wird es ein leichtes sein schnell und effizient zu arbeiten, es wird eine ganz einfach Sache werden, nichts kompliziertes, das komplizierte kommt erst noch, dann, wenn ich mich räche, denn diese Rache ist nicht ganz so einfach....

Aber was mache ich mir eigentlich Gedanken, nicht ich bin es, der sich Sorgen machen muss, ich bin hier in Sicherheit, doch das kann man nicht unbedingt von einem gewissen anderen hier behaupten, hehe, selbst wenn niemand kommt, das Leben da draußen ist auch so gefährlich genug, man muss dafür nicht unbedingt jemanden schicken, dennoch wäre es besser, ich muss nur geduldig sein, arrghhh ich hasse Geduld, ich bin voller Elan endlich loszuschlagen, hoffentlich dauert es nicht mehr zu lange.....
22.11.2003, 13:49 #116
Heimdallr
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Der Fürst hatte gar nicht gemerkt, dass es leicht angefangen hatte zu regnen, denn er ging schon längst nicht mehr auf dieser Welt, sondern hatte seine Priritäten in seine Träume gelegt, außerdem fühlte er sich für zwei Momente auch nicht ganz wohl, als ob da etwas gewesen wäre, aber wahrscheinlich waren es nur Bauchschmerzen von dem Essen, was sollte es auch sonst gewesen sein, dennoch ging er weiter an der Küste entlang und das auch ziemlich genau, obwohl er nur noch auf die Umgebung und das Um-ihn-herum achtete, es war schon seltsam, aber dieser Tag verlief so ganz anders, wie die anderen Tage und doch war er doch nichts anderes, als das, was er hier jeden Tag erlebte, er hatte es aufgegeben sich dauernd Fragen zu stellen, das würde ihn nur kaputt machen, doch diese Erkenntnis war nicht neu und doch machte er immer wieder denselben Fehler, sicher würde bald auch mal wieder eine Zeit heranbrechen, dann würde der ganze Mist in seinen Kopf zurück kehren und er würde wieder sonstwas denken und sich sonstwie benehmen, doch das konnte er ja noch nicht wissen, er konnte nicht wissen, dass man dagegen bald etwas tun wollte, momentan war es ja gut und so schnell sollten sie nicht zurückkehren, doch egal. Es war nun mehr ein Gefühlsspiel, zwar war dies nichts neues, denn er lebte schon immer sehr gefühlvoll, was man auch als schwächlich bezeichnen konnte, denn er war nie so hart oder kühl, dass ihn bestimmte Sachen kalt ließen, das hatte er oft gemerkt, er war eigentlich zu weich für diese harte Welt, vorallem ohne feste Gruppe, doch zeichneten ihn andere Dinge aus, denn während er bei der einen Situation noch eher schwach war, konnte er doch grausam in einer anderen sein, er verstand sich manchmal ja selber nicht, es gelang ihm nie eine klare Linie zu finden, er war mal so, dann wieder so, wieso gelang ihm das nicht sich selbst einzuordnen, mal wusste er nicht mal, ob er gut oder böse war, denn wer sagte ihm schon, dass seine Taten gut waren, er konnte nichts tun, als auf Verdacht weiterleben, er konnte sowieso nichts tun, er war sozusagen ein mächtiger Mann ohne Macht, ein unbedeutendes Nichts, voller Gleichgültigkeit und doch fasselten bestimmte Leute von denen er nur einen einzigen wirklich näher kannte etwas von Bestimmung und Aufgabe und unglaublicher Wichtigkeit, er verstand das alles nicht, sicher, er war anders, doch konnte es sei, dass er wirklich zu irgendetwas bestimmt war, wer war er denn schon? Man hätte ihn gerne als Verrückten bezeichnet, doch traute man sich das nicht, da er kämpfen konnte, da er an den richtigen Gott glaubte, zumindest wenn es um die Stadtbewohner und die grobe Masse ging, da er reich war und da war Beziehungen hatte, das alles war doch Quatsch, er hatte keine Macht, er war erst vor ein paar Monaten mit dem Schwertkampf fertig geworden, andere kämpften seit Jahren, seit Jahrzehnten, sicher, er war schon immer begabt, hatte Veranlagungen, Talent, aber außergewöhnlich? Das glaubte er nicht, genau wie die anderen Argumente nur eingeredete Scheinargumente waren, es war alles so kompliziert, dabei ging es bestimmt nur um eine Lappalie, etwas unnötig aufgebauschtes, das man groß präsentieren wollte, oder aber es ging wirklich um mehr....er wusste es nicht, verdammte Welt, warum war es so kompliziert, warum konnte er nicht weiterschlafen, nicht weiterträumen....
22.11.2003, 14:23 #117
Heimdallr
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Langsam aber sicher wurde die Kälte chronisch, doch auch der Regen nahm zu, langsam wurde es nicht mehr Nieselregen, sondern Tröpfchenregen, noch kein Grund sich voller Panik in irgendwelche Häuser zu retten, obwohl die Taverne heute sicher rammelvoll war, doch man konnte sich sicher was besseres vorstellen als hier draußen spazieren zu gehen, doch scheinbar war er nicht alleine hier, denn nun wurde er nicht nur von der Natur aus seinen Halbträumen gerissen, er hörte auch ein Schluchzen, das fast wie ein Mensch klang.
Doch bevor er sich darum kümmern konnte, musste er erst mal wieder richtig wach werden, nicht, dass er sich das alles nur einbildete, er schüttelte seinen Kopf und gab sich selber zwei Backpfeifen, so, das musste reichen, jetzt konnte er wieder einigermaßen klar denken.
Er war hier an einer sehr wichtigen Stelle gelandet, bis eben war ihm das gar nicht bewusst geworden, doch jetzt, wo er sich zum Dorf umblickte und auch ein paar Merkmale sah, wie den großen runden Stein, da war es unverkennbar, er war mehr oder weniger unfreiwillig an der Stelle gelandet, wo er neulich erst baden war, kein Zweifel und von hier kam auch das Schluchzen, zuerst dachte er nur, er hätte sich das eingebildet und es war nichts anderes als ein Säuseln des Windes in seinem Ohr, doch das war es nicht, es war ganz klar zu hören, jetzt wo er auch wieder reale Geräusche hörte. Es war ganz leise und ging oft in den anderen Geräuschen unter, die Wellen, die gegen die Steine und die Klippen am Ufer krachten, der Wind, der hier alles mitrieß, was nicht niet- und nagelfest war, ja selbst ein Grollen in den Wolken war zu hören, aber er war sich sicher, irgendjemand war an der Stelle, wo er und Isabell einst waren, die Stelle, die er egoistisch wie er war, am liebsten nur für sich und sein Sternchen gehabt hätte, wie so vieles andere auch. Wer war hier? Er wollte sich nicht gleich offenbaren und ging deshalb einen kleinen Umweg an den Steinen vorbei, gut getarnt verwehte der Wind seine Geräusche und die Wellen taten ihr übriges dazu, er konnte die Person nun sehen, er befand sich in ihrem Rücken und war in perfekter Angriffsposition, hätte er jetzt lautlos nach seinem Dolch gezogen, dann wäre hier bald einer weniger, aber er war ja nicht durchgedreht, zum Glück war dies nur ein Gedankengang, den er nicht angestrebt hatte, es ging ihm hier nicht um Mord, was er eh nicht gemacht hätte, es ging viel mehr darum herauszubekommen, wer die Person war, er erkannte nur ihren Rücken und ihre langen, schwarzen oder eher brauen Haare, hm so genau war das nicht, aber mehr erkannte er auch nicht, er hätte schwören können, dass er diese Stimme kannte, doch sie weinte ja nur...das es eine Sie war, da war er sich sicher, das helle Schluchzen und die langen Haare reichten ihm, aber irgendwie verwirrten sie ihn nur, er musste sie näher sehen, ohne sich ihr zu zeigen, doch das war kein Problem, denn egal wer sie auch war, sie war vollkommen aufgelöst.
Als er sich dann ein paar Meter weiter gestohlen hatte, konnte er es sehen und ihm traf fast der Schlag, nun, wenn ihn jetzt ein Blitz getroffen hätte, dann wäre das wohl dasselbe Gefühl, wie das eines Handschlages, dieser Schlag musste hundert Mal intensiver gewesen sein, er blickte da auf jemanden, der dieselben Gesichtszüge wie Isabell hatte, der das selbe Kleid trug und auch einer dieser unglaublich fremden Waffen trug, verdammt, was sollte der Mist, war das eine Prüfung oder wie? Er verstand das nicht, sollte das etwa Isabell sein? Er konnte es nicht glauben, aus verschiedensten Gründen nicht, es war ihm nicht möglich, noch nicht, er schlich sich wieder in den Rücken der Weinenden und haarte da gut getarnt aus, nur falls er sich geirrt hatte und das wirklich eine Probe war oder was auch immer, eigentlich passte er gar nicht auf, er ließ sich nur an der Steinwand fallen und lehnte dort, versteckt und verhüllt, vom Wind lautlos gemacht, war er voller Fragen, als ob er es geahnt hatte, die Fragen kamen zurück, das konnte doch alles nur ein böser Alptraum sein, es war doch gar nicht üblich, dass er so früh aufstand, dann dieses Wetter und jetzt das, er würde schlafen, ganz sicher wachte er gleich auf......gleich.....auf.....verdammt, das klappt nicht.....aber wenn das kein Traum war....oh man was redete er da eigentlich....wie verhielt er sich eigentlich.....aber das war alles so....unglaubwürdig.....so mißtrauend.....ach verdammt....
22.11.2003, 14:49 #118
Heimdallr
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Sein Atem wurde schwerer doch ging das vollkommen unter, noch immer hatte ihn die Natur fest in ihrem Bann, doch da er nur so wenige Meter von der Frau entfernt war hörte er ihre herzerweichenden Klänge noch immer, doch er war nur noch verwirrt, sie war es, kein Zweifel, sie musste es sein, denn niemand anderes konnte diese Merkmale haben, schließlich war Drakia auch nicht ganz so groß und alleine dieses Schwert gab es sicher nur einmal auf der Welt, er war dennoch schwer gezeichnet, denn es war nicht nur das plötzliche Erscheinen, schließlich hatte er nicht damit gerechnet hier bei diesem Spaziergang auf sie zu treffen, es war schon mal ein Schlag, doch was ihn noch mehr verwirrte, was hatte es mit ihren Haaren auf sich, als er sie das letzte Mal sah, hatte sie noch kurzes, dunkelrotes Haar und jetzt langes, braun-schwarzes? Also man konnte ihm ja viel erzählen, aber Haare wuchsen nicht binnen drei Tagen um mehr als zehn Zentimeter und auch veränderten sie nicht ihre Farbe, das war völlig unmöglich, alleine diese Tatsache ließ ihn mißtrauisch werden und eine innere Spaltung erfolgte, seine Gedanken redeten wieder auf ihn ein, als ob er irgendein Spielzeug wäre...

Verdammt noch mal, was soll ich nur tun. Ich bin total fertig, erst diese ganze Träumerei, dann der Regen und jetzt sie, ich fühle mich so schlecht und doch weiß ich nichts, vollkommene Leere, das ist doch feige nicht wahr, aber das ganze macht mich wirklich fertig, ich würde am liebsten zu ihr gehen und sie umarmen, aber was, wenn sie es gar nicht ist, vorallem aber, was, wenn sie es ist?

Gehe lieber, bevor du noch einen Fehler begehst, denk daran, da stimmt was nicht, du hast es selbst gesehen, das könnte eine Falle sein.

Aber...

Hör nicht auf den Trottel, mensch siehst du denn nicht, dass sie total fertig ist, wie kannst du da nur zögern, ist das etwa edel? Nein das ist feige, was wartest du denn noch?

Tja ich...

Und dann rennst du in den Unglück, ich würd mir das noch mal überlegen, wer weiß, am Ende bereuen es doch alle, doch dann ist es zu spät, für mich stinkt das nach einer Falle, zumindest nach Schwierigkeiten.

Ja hm...

Jetzt hör aber mal auf, du musst dich mal zusammenreißen, du weißt, was auf dem Spiel steht oder, das heißt, eigentlich steht ja nichts da, aber du könntest es entscheiden, du musst nur engagiert zugreifen, dann hast du's.

Verdammt noch mal lasst mich in Ruhe ihr Pfeifen, ihr habt doch alle keine Ahnung, los, verschwindet aus meinem Kopf, kusch kusch.....jetzt bin ich so schlau wie zuvor, ich rede schon in Gedanken mit mir selbst, ich bin total verrückt. Argghhh, schluss jetzt, dieses Spiel erinnert mich mehr an die Puppenspieler in meiner Kindheit, als an die Realität, ich bin doch ein blinder Idiot, ich hätte niemals nachdenken dürfen, zum Glück ist noch nichts verloren, man bin ich blöd....


Der Fürst erhob sich langsam aber sicher aus seinem Versteck und stand dann für jeden gut sichtbar da, die Frau jedoch schaute nicht auf ihn, sie weinte noch immer, wie lange sie das wohl schon tat fragte er sich, sie war ein Bild des Elends, doch er war auch nicht gerade besser, aber nachdem er sie lange beobachtet hatte und dabei eine Menge sinnlose Sätze formuliert hatte, wagte er es dann doch, er hatte ein paar aufmunternde Worte in Versform auf dem Mund, doch seine Kehle war trocken und er bekam nichts heraus, auch sonst war er mehr stumm als redegewand, irgendetwas schnürte alle seine Organe zusammen, nur sein Herz, das pochte wie wild und sein Puls überstieg alle meßbaren Werte, er war ohne Zweifel aufgeregt, doch nicht nur das, er hatte Angst, wahre Angst, im Kampf gab es sowas nicht, er hatte noch fast nie Angst gehabt, das war alles nur Schein, doch hier hatte er nun wirkliche Angst, denn hier ging es nicht nur um ihn und innerlich zerrieß es ihn, mit jedem Schritt den er machte.....
22.11.2003, 15:29 #119
Heimdallr
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Der Regen war jetzt noch stärker geworden, fast konnte man meinen, dass er mit jedem Schritt stärker wurde, er selber hatte keine Ahnung, er war absolut am Boden zerstört, wobei er sich das eher nicht äußerlich anmerken ließ, nur seine Haare waren nun vollgesogen mit Wasser und lagen dick und schwarz im Gesicht, dabei waren sie eigentlich gar nicht schwarz, der Boden hier war schön felsig, wenigstens kein Schlamm an den Füßen, doch das Wasser kam mit unglaublicher Schnelligkeit auf den Boden und man hörte nun das Plitschern, dass sogar das Schluchzen übertönte, dazu kam noch, dass die Wellen jetzt so groß wurden, dass man von einem richtigen Sturm sprechen konnte, doch das war ihm egal, Regen, Fluten, Böen, was machte das schon aus, wenn man keine Gefühle mehr dafür hatte, wenn man nur noch an eine Sache denken konnte, sich nicht sicher war, wie man reagieren sollte, nein, wie man zuerst einmal agieren sollte, wenn man keine Ahnung hatte, ob man das richtige Tat, wenn man eine zugeschnürte Kehle hatte, wenn man sich fürchtete und selbst die eiskalten Schweißperlen noch da waren, wenn man wusste, dass man etwas tat, was man nie tun wollte und doch prägten sie, wenn man einfach nur einen Wunsch hatte und dieser nicht in Erfüllung ging, wenn man der Verzweiflung nahe war und doch nicht aufgeben durfte, ja es war wirklich nicht so schwer, vorallem wenn man unter einer solchen Bestimmung litt, wie er es tat, denn er war nicht normal, nicht nur heute, sondern auch morgen und in einem Jahr, das alles spielte hier mit rein, doch was, wenn einem das alles egal ist, wenn man nichts mehr hört, nur noch eine festgelegte Sache macht, nur noch handelt, als ob man nur das könnte und doch mehr Gefühle darin sind, als man vermuten würde, was dann?

Er war ganz langsam gegangen, einen Schritt pro Minute vielleicht, doch nun war er an seinem Ziel und nun konnte ihn die Natur auch nichts mehr, denn so nah hörte er nun dieses Geräusch, dieses Geräusch, das er nicht lange überleben würde, dieses Weinen, dieses Schluchzen...hhmmpfff, hum, Phhfmm....er konnte das nicht mit anhören, niemand konnte das, doch er ganz besonders nicht, Isabell...sie musste es sein, sie war total wahnsinnig, sie hatte ein dünnes, schwarzes Kleid an, sie war blau an den Schultern und dem Hals, sie zitterte so sehr, als ob es ihre letzten Minuten wären, sie strahlte die pure Verzweiflung aus, ihr Körper war gezeichnet von dieser, ihre Seele schrie nach Hilfe, das alles nur wegen...er wagte nicht weiterzudenken, denn es war unmöglich dies zu tun. Sie war in ihrer vollsten Form verletzt, sie war ein Sinnesbeispiel für die komplette Zerstörung, für vollendeten Schmerz und er, er war eine Parodie für Verzweiflung und für Schwäche in Perfektion. Die beiden waren beide scheintot, eigentlich konnten sie aufgrund dessen gar nicht mehr existieren, denn es war mehr als das übliche Leid von Sterblichen...

Dennoch, sie waren nunmal hier auf dieser Erde, hier in diesem Dorf, hier an dieser Stelle...der Regen hatte seine Haare aufgeweicht, doch er an dem wasserabweisenden Umhang nicht durchgekommen, seine Rüstung hielt ihn warm, zittern musste er nicht, was hatten sie bisher, Flut, Regen, Böen, Dunkelheit...nun kam Grollen und Blitzen dazu, ja Blitze zuckten über dem Himmel, gewaltiges Donnergrollen krachte über sie, brachten Angst und Schrecken mit, doch war dies alles unwichtig, wie er schon gesagt oder besser gedacht hatte, manchmal konnten selbst Blitze nicht töten, manchmal war dies alles egal, da waren sie einfach nicht mehr da. Er stand nun schon seit mindestens zehn Minuten hinter ihrem Rücken und man hätte sich fragen können, warum Isabell nicht mal aufstand, sie saß nun schon seit mindestens fünfundvierzig Minuten auf dem kalten Boden und ertrug alles, alles ging unter in ihrem Weinen, als ob sie nie mehr aufhören wollte, wie ein vergeblicher Hilferuf, den niemand mehr gehört hatte, natürlich hätte er auch schon seit zwanzig Minuten bei ihr sein können, hätte etwas sagen können, doch es ging nicht, er war absolut gebannt, er musste das alles verstehen, ehe er handeln konnte, dennoch liefen die Tränen aus seinem Gesicht, ohne es zu verstehen liefen sie, ohne seinen Mund zu öffnen weinte er, keine einzige Träne, ein ganzer Fluss von ihnen war es, der sich hier ergoss, sie fielen mit den Regentropfen zu Boden, hunderte, tausende....

Dann aber war ein Punkt erreicht, wo er es nicht mehr aushielt, es war vielleicht nur ein bisschen verzweifelter, vielleicht nur ein bisschen intensiver, doch nach dem letzten Geräusch zersplitterte sein Herz endgültig, er hielt das nicht mehr aus, er starb tausend Tode in dieser einen Sekunde, es zerriss ihn und die Tränen, sie hörten auf zu fließen, denn in dieser Form war er nicht mal fähig Tränen zu vergießen, selbst sie waren noch zu fröhlich für diese Verzweiflung.

Doch während er innerlich stirbte und sein Körper bebte, blieb er äußerlich vollkommen kühl, keine Regung, kein nichts....

Aber er hielt es nicht mehr aus, er konnte nicht mehr, das war zuviel, es war längst größer geworden, als es jemals hätte werden dürfen, aus einer Lappalie wurde etwas größeres, viel größer, unvorstellbar, er hätte es niemals so weit kommen lassen dürfen, Wahnsinn, blanker Wahnsinn.

Als ob irgedetwas gebrochen wäre, als ob sein Herz nicht mehr schlagen würde, nahm er dann wieder Leben auf, zuerst konnte sich sein Finger bewegen, dann seine ganze Hand, er löste seinen Umhang und legte ihn auf die Schulter von Isabell, beide Hände spürten dabei ein sofortiges Aufzucken, erst wollte sie sich erheben, dann aber ließ der Wiederstand nach und die Muskeln wurden lockerer, er hielt sich nur kurz fest, dann fiel er auf die Knie, dabei landete er unsanft auf einem Stein, doch was machte das schon, Schmerzem konnte er nur noch innerlich spüren, wie von einem Schwert, Pfeil, Dolch oder sonstwas getroffen fiel er da hin, direkt hinter Isabell, er legte nur seine Arme um sie und presste ihren Körper eng an seinen, auch legte er seinen Kopf auf auf ihre linke Schulter, so dass sich ihre Schädel berührten und sie ganz eng beisammen waren, er spürte sie, an seinem ganzen Körper, überall, jeden Partikel, jede Faser, aber vorallem spürte er, wie kalt sie doch war, wie keine Wärme von ihr ausging, wie sie so tot wirkte, dann kamen doch noch Töne aus seiner Kehle, doch sie klangen nur wie die Worte eines Sterbenden.

Halt mich fest, bitte....
22.11.2003, 20:44 #120
Heimdallr
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Isabell hatte kurz aufgezuckt, als ob sie mit ihren Muskeln fragen würde, doch dann hatte sie seine Hände genommen und an ihr Herz geführt, ganz fest, als ob sie ihn nie wieder los lassen würde, genau wie er, er wollte sie nie wieder los lassen, er war nicht mehr im Stande zu reden, nicht mal seine Augen konnte er offen lassen, er fühlte sich so befreit und doch ging es ihm dreckig, er fühlte sich so unendlich gequält, als ob es ihn zerreißen würde, dieses Gefühl hörte nicht auf, es hörte nicht auf....vor seinen geschlossenen Augen sah er nichts, er konnte nur fühlen, nicht mal mehr denken, nur fühlen und selbst da nahm er kaum was war, er spürte nur ihre eiskalten Hände, ihre frostigen Hände um seine, doch ihr Herz, es war total warm, ihre Haut war genauso kalt, doch er konnte ihr Herz spüren, wie es ganz langsam schlug, ganz heiß, ganz brennend heiß.

Anfangs wollte er weinen, seinen Tränen freien Lauf lassen, doch er schaffte es nicht und als er es konnte, tat er es nicht mehr, nichts war mehr normal, überhaupt nichts, selbst das Wetter war nicht mehr normal, doch das war es schon den ganzen Tag nicht, der Regen, er ließ nicht ab, er ließ einfach nicht ab, es regnete, es regnete und die Erde wurde nasser und nasser, die Welt schien unterzugehen, das Meer krachte bedrohlich an die Küste und der Wind läutete ein Fanfarenstück zum jüngsten Tag ein, das alles wurde von einem Grollen untermalt, dass dem Zorn der Götter gleichkam und sie schickten Blitze, bedrohlich nah schlugen diese ein, doch es kümmerte ihn nicht, er war nur froh wieder bei Isabell zu sein, das er zitterte und seine Temperatur Stunde um Stunde abnahm, dass interessierte ihn nicht, hauptsache Isabell ging es gut, sie hatte aufgehört zu weinen, doch nicht zu wimmern, vorallem aber zitterte sie am ganzen Leib, anfangs hatte er es ganz deutlich gespürt, doch mit der Zeit wurde es weniger, ihre Temperatur stieg und stieg, während seine sank, verdrehtes Bild also...

Dies alles in Worte zu fassen, das war zu schwer, auch wenn es versucht wird, war dies unbeschreiblich, es war absolut unmöglich diesen Gefühlsausbruch zu beschreiben, alleine das was er sah war unglaublich, das da vor seinem Auge, doch auch was um sie herum passierte war nicht in Worte zu fassen, vorallem aber das was er fühlte, sonst war sowas schon schwer zu beschreiben, aber das sprengte wohl alles je dagewesene, zumindest er hatte soetwas noch nie erlebt, nicht mal unter all seinen Fragen und den Exzessen war sowas je vorgekommen, er war sowas von leer, als ob ihn jemand komplett ausgesaugt hätte, doch andererseits würde er nun am liebsten gehen.

Überhaupt waren die beiden schon tot, wenn sie jetzt gestorben wären, wäre es keine Überraschung gewesen, doch irgendwas hielt sie am Leben, in dieser kalten Vorwinternacht. War es vielleicht ihr Gefühl? Oder ihre Wärme? Oder einfach nur die menschlichen Abwehrkräfte? Er fühlte sich nicht mehr am leben, er war nur noch da, um sie zu wärmen, er verstand das alles nicht.

Wieviele Stunden waren sie jetzt schon da, wieviele Stunden quälten sie sich stillschweigend, wie lange schon verzichteten sie auf ein Wort, wie lange lauschten sie dem Wind, ach ja, wie lange lebten sie schon hier in dieser engen, kümmerlichen Daseinsform? Er wusste es nicht, er hatte jegliches Zeitgefühl verloren, genau wie auch andere wichtige Dinge, aber er hatte eines gefunden, Isabell...

Die Zeit verrann, der Regen hörte einfach nicht auf und er spürte nun langsam, wie etwas in ihn eindrang, es war die gnadenlose Kälte, sie durchbrach langsam seine Haut und langsam wurde es gefährlich, denn in dieser reglosen Haltung gefror er schneller als sonst, jetzt fühlte er es, doch nicht er fühlte es, denn er war schon längst tot, sein Amulett spürte es, dass Amulett von der Gütigen, das an seinem Hals hing, es brannte sich wieder auf seine Haut, hinterließ dort einen Schmerz, als ob man ihm mit einem glühenden Stab etwas einbrennen, ihn brandmarken würde....Da wachte er aus dieser Nichts-Phase auf, doch war nicht alles vorbei, er musste nur hier weg und vorallem Isabell musste hier weg, denn auch wenn sie sich langsam erwärmte, vielleicht war das nur der Anfang vom Ende, er hatte wahnsinnige Angst um sie, er war nicht so wichtig, an sich dachte er gar nicht, doch ihr musste es gutgehen.

Als er sich versuchte zu bewegen, da knarzte seine Haut, eine ein Milimeter dünne Eisschicht musste gebrochen werden, so schlimm war es also schon gekommen...er nahm langsam seine Arme von ihrem Herzen und versuchte aufzustehen, doch dies gelang nicht, also nahm er die Hände und hielt sie an ihre Wangen, die man schon als gefroren bezeichnen konnte, doch gelang es ihm, ihr Gesicht zu ihm zu drehen, doch was musste er da erblicken, er hatte erhofft mit ihr zu reden, in ihrem Gesicht Hoffnung zu sehen, nicht für diese Nacht, sondern Hoffnung für das nächste Leben, doch ihr Gesicht war tot, ihre Augen bewegten sich nicht mehr und auch die Falten waren erstarrt, verdammt, sofort fasste er noch einmal auf ihr Herz, das schlug wie eh und jeh, verdammt, sie war absolut unterfroren, warum nur, warum heute, warum sie?

Er wusste, dass es kein Spiel war, es ging ihn wirklich um eine Menge und deswegen musste sie unbedingt nach Hause in ein Haus, er versuchte noch einmal aufzustehen, doch seine Knie waren am Boden festgewachsen, wie bei Teer, doch das hätte den Tod bedeutet, verdammt, binnen Sekunden wurde hier alles zu einer Katastrophe, dann endlich riss er sich hoch, dabei musste er seine Haut aufgerissen haben, jeden