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Das Sumpflager #18
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20.11.2003, 16:12 #76
Cathal
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"Nun, ich schätze die Magie Innos' nicht besonders. Aber wie dem auch sei. Lasst uns fortfahren mit eurem Training."

Mit diesen Worten zog Cathal seinen Runen-Kampfstab vom Rücken und sprach..

"Ihr habt die Ehre gegen mich anzutreten."

sprach er schmunzelnd..

"Da dies jedoch etwas unfair wäre, werde ich lediglich eure Schläge blocken. Damit will ich erreichen das ihr schneller und gezielter zuschlagen lernt."

Mit diesen Worte stützte der Baal sich auf seinen Kampfstab und fügte mit tiefer Stimme an..

"Ihr dürft beginnen."
20.11.2003, 16:22 #77
Rhobar
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rhobar schaute ein bisschen misstrauisch zu?Bloss abblocken...naja ich glaube er ist schon um einiges besser als ich,dann wird es wohl stimmen...
Rhobar zog seinen Kampfstab und positionierte sich in die Angriffstellung,er hielt seinen mittlerweilen ziemlich kaputten Stab in der Mitte mit beiden Händen.Dann mal los! Rhobar rannte auf Cathal zu und begann abwechselnd mit beiden Enden des Stabes auf Cathal einzuschlagen,jedoch blockte er seine Schläge ab.Mist... Rhobar duckte sich und "visierte" seine Beine an und schlug zu...
20.11.2003, 16:34 #78
Cathal
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Mit einem leisen surren durchschnitt Cathals Stab die Luft und mit ungegeheurer Geschwindigkeit blockte er auch diesen Schlag.

"Mehr konzentration."

sprach Cathal und blockte schon den nächsten Schlag von Rhobar. Wie bei einem Tanz vollführte Cathal seine fließenden Blockbewegungen. Während er weiterhin geschwind die Schläge blockte. Mit einer Hechtrolle sprang Cathal zur Seite und Rhobar schlug ins leere.

"Der Stab ist lang. Ich habe einen Schutzkreis. Es gibt nur zwei Wege. Vorbei, oder direkt hindurch!"

sprach Cathal und stützte den Stab auf dem Boden.

"Versuche es erneut."
20.11.2003, 16:57 #79
Rhobar
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Erstaunt schaute Rhobar zu seinem Lehrmeister,er war wirklich gut,mit normalen Angriffen war er nicht zu besiegen.
Mist er ist sehr sher gut,ich muss besser vorgehen,mit blossem unüberlegtem Angriffen kann ich nicht viel machen,ich muss ihn hereinlegen...aber wie?..das wärs!
Rhobar begab sich wieder in die Angriffstellung und griff den selbstbewussten Cathal an,er tat so als würde er auf der rechtn Seite von Cathal angreiffen,lies sich aber bewusst fallen rollte sich hinter seinem Lehrmeister,erhob sich und wollte zuschlagenDamit hättest du nicht gerechnet? ...
20.11.2003, 18:37 #80
Cathal
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Ein leichtes Grinsen zog über Cathal's Gesicht und er drehte sich herum.

"Na, also. Schon besser. Die Täuschung macht 50% des Stabkampfes aus. Das sollte euch immer klar sein."

Mit diesen Worten steckte Cathal den Stab auf den Rücken und fuhr fort..

"Ein Fortschritt ist wahrlich spürbar. Ich denke wir können eure Ausbildung schon bald beenden. Vorher jedoch möchte ich sehen wie ihr im wirklichen, gnadenlosen Kampf reagiert. Aus jenem Grund ist eine Jagd angebracht. Ob Scavenger, oder Goblins.. es soll mir gleich sein. Ich überlasse euch die Wahl."
20.11.2003, 21:27 #81
The_Nameless
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Regungslos lag der junge Schwarzmagier auf dem harten Steinboden am Fuße des kleinen Felsplateaus nahe dem Eingang des Sumpfes, auf welchem er noch vor wenigen Minuten das Schleichen geübt hatte.
Eine kleine Woge dicken Blutes quoll langsam aus seinem Schädel hervor und klebte
seine kurzen, pechschwarzen Haarsträhnen fest an die kleinen, von seinem angeschlagenen Kopf abstehenden Hautfetzen.
Die fremden, rauen Hände zweier Templer rüttelten kräftig an seinen schlaffen Armen, die ebenfalls nur noch leblos von seinen Schultern herabhingen, und versuchten ihn wieder ins rettende Reich der Lebenden zurückzurufen, doch Less’ Geist bewegte sich schon fernab von aller Realität, auf dem Weg in die rückkehrlose Ewigkeit...

Ein resignierendes Seufzend drang aus scheinbar unendlich weiter Entfernung ungehört an seine Ohren, er hatte nicht mehr die Absicht, ein Zeichen des Lebens von sich zu geben, zu oft war er dem Tod schon so knapp entronnen, und allmählich schien ihn dieser immer fortwährende Kampf gegen das, dass eigentlich sein einziges Schicksal darstellten sollte, nämlich Beliar, und den unvermeidbaren, schönen Tod, zu ermüden...

Doch nicht alles in ihm, schien den Kampf so einfach aufgeben, und auf den einfachen Weg ausweichen zu wollen, eine kleine, leise Stimme erhielt ihn mit ihrer letzten Energie noch am Leben.
Kämpfe! Alles andere wäre pure Feigheit! Glaubst du, dass ist es, was der Meister der Finsternis von dir erwartet, Feigheit?

Ein kaum merkbares Zittern durchfuhr den Körper des Dämonenbeschwörers, und sogleich begannen die fremden Hände abermals damit, seinen Geist wieder zurück in die Gegenwart holen zu wollen.

Ein einzelner, winziger Hoffnungsschimmer keimte in den dunklen Gedanken des Magiers auf, Beliar hatte ihm die Angst vor dem Tod genommen, doch nicht den Gefallen am Leben...
Ein letztes Mal bäumte sich Less, angetrieben von den letzten, langsam verhallenden Worten seiner inneren Stimme, gegen das scheinbar unvermeidliche Ende auf...

“Ahhh!“
Erschrocken wichen die beiden Templerwachen vom heftig zuckenden Körper des Schwarzmagiers zurück, während dieser erschöpft seine Augen öffnete...
Ein klägliches “Wo bin ich?“, drang plötzlich leise kratzend aus seiner rauen Kehle.
Mit verschwommenen Augen ließ Less seinen Blick durch die Umgebung gleiten, über die hohen Felswände auf der einen, und das bevölkerte Lager mit seinen unzähligen Holzhütten inmitten eines riesigen, feuchten Moorwaldes, auf der anderen Seite.
Das Sumpflager...seine Erinnerungen kehrten langsam, wenn auch nur vereinzelt, wieder zu ihm zurück.
Fragend sah er schließlich in die Augen des Templers, der ihm, noch immer leicht erstaunt, am nächsten stand.
“Wie ist das passiert? Und wie lange liege ich hier schon?“
Etwas ungläubig sah der Sumpfkrieger auf den fast hilflos am Boden liegenden Magus herab, aus dessen Schädel noch immer vereinzelte Bluttropfen herausströmten.
Aber letztendlich gelang es ihm doch, sich von diesem seltsamen Anblick loszureißen, um die Fragen des Jungen so gut wie möglich zu beantworten.
“Tut mir Leid, aber ich habe nicht vieles vom Geschehenen gesehen. Ihr ward gerade dabei, das Schleichen auf diesem Felsen,“ er zeigte mit der freien Hand auf einen kleinen Steinhügel in Less’ Rücken, “zu üben. Das nächste was ich daraufhin gesehen habe, ich wurden von einem, wie besessen aus dem Lager spurtenden Templer, den ich leider nicht erkannt habe, abgelenkt, war, dass ihr, mit blutüberströmtem Schädel auf dem Boden lagt. Das war vor ungefähr einer viertel Stunde. Seither versuchten wir, euch aufzuwecken.“
Ein dankbares Nicken folgte, bevor sich Less, zum großen Erstaunen der beiden Templer, schließlich vom Boden erhob, und langsam, und kräftig hin und her schwankend, zurück zu seiner allabendlichen Lager- und Schlafstätte torkelte.

Vorsichtig legte er sich dort auf den weichen Sumpfboden und versuchte die Wunde an seinem Hinterkopf mit etwas Wasser zu reinigen.
Nach einer mehr als notdürftigen Selbstbehandlung, genauer gesagt hatte er lediglich ein weiteres Stück Seidenstoff aus seiner Robe geschnitten und um seinen noch immer leicht verschmierten Schädel gebunden, wurde der Schwarzmagier, in Gedanken noch leicht verwirrt, ein weiteres Mal von einem tiefen, und nun bitter nötigen Schlaf übermannt...
21.11.2003, 14:25 #82
Veilyn
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"Ein neuer Tag und nichts hat sich geändert!" Dachte sich Veilyn, während er faul an einem Baum lag. Nichts Interessantes war in den letzten Tagen passiert. Die Novizen ernteten, stampften, rollten und rauchten das Sumpfkraut, wie jeden Tag. Die Baals predigten und rauchten, wie jeden Tag. Und die Templer bewachten, trainierten und rauchten, wie jeden Tag. Langeweile war es, die von Veilyn Besitz ergriffen hatte. "Hoffentlich passiert mal wieder was. Mein Fleisch wird auch nich alle. Sonst könnt ich es mir ja wenigstens zur Aufgabe machen neues zu besorgen."
So lag Veilyn nun im Sumpflager und schlummerte weiter vor sich hin.
21.11.2003, 16:43 #83
Rhobar
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Nachdem Rhobar seinen Lehrmeister austricksen konnte war er ziemlich glücklich,denn gegen einen wahren Meisters des Stabkampfs gegenzuhalten war gar nicht einfach.Nachdem Gespräch mit seinem Meister hatten sie abgemacht das sie sich vor dem Lager treffen um die Jagd zu beginnen,Rhobar nickte zustimmend und sein Meister lief schon vor.Doch Rhobar selbst wollte noch etwas kleines essen da er Hunger hatt.Kämpfen macht hungrig,ich nehm ein bisschen Brot und Wein,da ich seit neustem Magier bin komme ich ohne weiteres zu unserem Wein. Auf Rhobar's Gesicht war ein Lächeln zu erkennen,das langsam verstummte.Er öffnete seine Tasche und nahm die Sachen raus,er beisste sich ein Stück vom brot ab und ass dieses,danach nahm er noch einen Schluck vom Wein.So,dann mal los.
Rhobar packte seine Sachen zusammen und lief in Richtung Lagereingang,dort wartete er auf seinen Lehrmeister Cathal.
21.11.2003, 17:31 #84
Cathal
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Leise knarrte die Tür der Schmiede, als Cathal jene öffnete. Es war alles noch genau so wie er es zurück gelassen hatte. "Bestens"
So sprach er kurz zu sich selbst und sah sich kurz in der Schmiede um. Mit einer Hand zog er den Runenstab vom Rücken und legte ihn auf den Tisch. Kurz schlenderte der Baal in sein Schlafgemach und zog seinen Kapuzenumhang hervor. Mit einer fließenden Bewegung warf er sich diesen um und schloss ihn so gleich mit der silbernen Schnalle. Kaum war dies getan griff er auch schon nach seinem Erzlangdolch.

"Sehr schön, nun nurnoch meine Waffe."

sprach er erneut zu sich und bewegte sich zum Warentisch, ehe er den mächtigen Doppelklingenstab hervorzog. Einige Male ließ er ihn durch die Luft kreisen und steckte ihn dann auf den Rücken. Gewappnet für die anstehende Jagd, verließ Cathal die Schmiede und schloss ab.

"Bruder Dareon, achtet bitte auf meine Schmiede."

sprach er zu seinem getreuen Novizen und bertrat dann die Stege. Mit dumpfen Schritten passierte der Guru die Pyramide und begab sich in Richtung Klippen, wo er Rhobar vorfand.

"Erwachet! So seid ihr also bereit für meine letzte Prüfung?"

Begrueßte er ihn mit tiefer Stimme und verschränkte die Arme vor seiner Brust..
21.11.2003, 17:46 #85
Rhobar
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Rhobar wartete schon eine Weile und dann kam sein Lehrmeister doch noch,mit einem prächtigen Kampfstab kam er her und er trug einen Kapuzenumhang an den ihn um einiges ernster erschienen liess.Cathal sprch Rhobar an und dieser antowrtete:
Innos zum Grusse,Meister Cathal. Er erhob sich und sprach weiter.Ich bin bereit für die Prüfung,was soll es genausein? Sagte er mit ernster Miene.
21.11.2003, 17:53 #86
Cathal
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Mit tiefer Stimme begann er weiterzusprechen..

"Wir werden uns auf die Jagd begeben. Ich möchte sehen wie ihr im richtigen Kampf reagiert."

Nach diesen Worten wies Cathal kurz an ihm zu folgen und beide verließen das Tal..
21.11.2003, 18:06 #87
Rhobar
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Also eine kleine Jagd,klingt intressant.Da bin ich mal gespannt was auf mich zu kommt. Im Hinterkopf hoffte rhobar das es kein riesenmonster wie ein troll oder schattenläufer begegnen würden,er hat schon mal was über diese Monster gelesen und er wusste das sie kaum bis gar keine Schwächen hatten und ungeheuer stark waren.Dann gingen sie endlich los und Rhobar folgte seinem Lehrmeister.
21.11.2003, 18:44 #88
The_Nameless
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Mit einem schier unaushaltbar brummendem Schädel erwachte der junge Dämonenbeschwörer aus einem völlig traumlosen, doch dafür umso qualvolleren Schlaf. Zahlreiche dicke Beulen zierten seinen blutverkrusteten Hinterkopf und gaben ihm bei jeder Bewegung das dumpfe Gefühl, jeden Moment von Innen zu zerbersten.
Das altbekannte leichte Zittern, welches, als letzte Nachwirkung der gestrigen Schleichtrainingseinheit, zu verspüren war, erschien an diesem Morgen eher als eine unwichtige Nebensächlichkeit.

Während sich Less langsam von dem Moosbewachsenen, weichen Sumpfboden erhob – nach unzähligen darauf verbrachten Nächten hatte er sich mittlerweile schon recht gut daran gewöhnt – blickte er mit scharfem, aufmerksamem Blick vorsichtig um sich.
Hier im Lager der Bruderschaft schien eigentlich alles wie immer zu sein, geschäftige Novizen gingen ihren alltäglichen Arbeiten nach, einige ihrer Brüder standen entspannt zwischen den Bäumen und genossen einen Sumpfkrautstängel nach dem anderen, und wieder andere wanderten einfach, leise vor sich hin pfeifend über die schmalen Holzstege neben den vielen kleinen Hütten hin und her, und genossen die letzten Sonnenstrahlen des allmählich vergehenden Tages.
Kopfschüttelnd blickte nun auch Less in die Höhe.
Der blutrote Schein der Sonne sank in diesem Augenblick langsam hinter den majestätischen Gebirgsketten am entfernten Horizont herab und gab den sternenbedeckten Himmel frei für das beruhigende Silberleuchten der ästhetischen Mondsichel, die ihrerseits nun zwischen den dunklen Wipfeln eines riesigen Tannenwaldes emporstieg.

Etwas niedergeschlagen senkte der Schwarzmagier seinen Blick wieder auf in die grünliche Landschaft des Sumpflagers, die sich ebenfalls in eine düstere Welt der ewigen Schatten verwandelte.
Die Sehnsucht nach den dunklen Hallen des Kastells, nach dem beschwörerischen Rauschen der alten Esche oder einfach nur nach den unvergleichlichen Speisen der meisterhaften Kastellküche machte sich immer mehr in seinen Gedanken breit, und schien langsam sogar seinem Handeln Besitz zu ergreifen. Zu lange war es her, seit er das letzte Mal in den finsteren Gängen der dunklen Gemäuer Beliars umhergegangen war...
Vielleicht war all das, was nun geschehen ist, auch nur eine Aufforderung, endlich wieder zurückzukehren?
Die philosophierenden Worte seiner inneren Stimmt trieben ein schüchternes Lächeln auf die Lippen des Magiers, doch erkannte er sogleich auch die Wahrheit, die hinter dieser Aussage steckte. Es wurde allmählich Zeit, wieder nach Hause zu gehen...

Ein letztes Mal kam Less an dem schmalen Eingang des Lagers zum stehen. Träumerisch blickte noch einmal zurück zu den immer kleiner werdenden Bäumen und Sträuchern.
Über Artis Aufenthaltsort hatte er im Sumpf keinen Hinweis mehr finden können, und auch von den Novizen, die er, ganz zu deren Unbehagen, befragt hatte, vermochte ihm keiner zu sagen, wo dieser abgeblieben sein könnte.
Zwar beunruhigte ihn diese Aussage ein wenig, doch nach den seltsamen Wandlungen, die sich seit einiger Zeit im Verhalten seines Lehrmeisters abgespielt hatten, war so etwas abzusehen gewesen. Sonderbarerweise verspürte er keinen Drang, der Sache weiter nachzugehen, und so startete Less abermals seine Schritte und ließ das Lager entgültig hinter sich...
21.11.2003, 22:39 #89
Lei|a
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Da waren sie also im Pyramiedental. Doch Leila staunte nicht schlecht, denn so hatte sie sich das Pyramiedental ganz bestimmt nicht vorgestellt. Es lagen mehrere Holzstege vor ihr, die über eine sumpfige Landschaft führten, auf Bäumen waren ebenfalls Hütten zu sehen.
Leila klappte der Mund auf und blieb es auch für eine Weile, soetwas hatte sie noch nie gesehen und sie würde diesen Anblick auch nie vergessen. Nicht nur das Aussehen, des lagers selbst, sondern auch die Leute und der Gestank, der von ihnen ausging hatten ihre eigenheit.
Ein wenig benebelt, von dem plötzlichen sumpfkrautschwall, konnte sie erst wieder klar denken, als sie von Gardiff gestupst wurde und er meinte "Wirklich erstaunlich was es so gibt" "Jaha, das kann man wohl sagen!" war Leilas Kommentar dazu "Suchen wir nun deinen Freund auf?" fragte sie dann gardiff, der sich darauf nickend in Bewegung setze. Leila schlenderte ihm nach, sie musste sich erst noch an das Klima hier gewöhnen.
22.11.2003, 11:46 #90
knörx
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Leise plätscherten die kleinen Regentropfen, die das brackige Sumpfwasser mit kleinen Wellen übersäten. Leicht trommelte der Regen an den Holzhütten des Lagers. Heute saß Knörx in seiner Hütte auf einem Schemel und beobachtete die kleinen Tropfen, wie sie auf den Bohlen und Stegen aufschlugen und diese in eine nicht zu verachtende Gefahr für den achtlosen Wanderer machte. Aber heute waren nicht viele Sumpfler auf den Beinen. Über dem Lager lag eine gespenstische Ruhe. Nur das Prasseln der Regentropfen war zu hören, ein sanftes Rauschen, wie ein kleiner Wildbach.
Knörx hatte seine Hütte schon allmälich nach seinen Wünschen ausgestattet: ein Tisch und ein Schemel sind ja schon da gewesen, das Bett war sowieso nur eine leichte Matratze, die mit Gras und Blättern gefüllt war. An einer Ecke des Raumes lehnte sein neu erworbenes Schwert, ein grober Einhänder. Für Knörx stellte es jedoch nur ein nutzloses Stück Metall dar, da er es weder führen noch verarbeiten konnte. In der anderen Ecke stand sein kupferner Kochtopf. Auch dieser lehnte unangetastet an der Wand. Knörx kam in letzter Zeit einfach zu selten zum Kochen.
Schließlich stand Knörx auf und spähte hinaus in den Regen. Vielleicht sollte er mal wieder einen Spaziergang machen. Ein bisschen Regen würde bestimmt nicht schaden. Als Knörx aus der Hütte schritt, spührte er nur beiläufig der Schauder durch seinen Körper, als die kalten Tropfen seine trockene Haut berührten. Aber seine Füße verlangten nach Bewegung und Knörx wollte ihnen diese Bitte nicht abschlagen. Also machte er sich auf den Weg, jedoch immer wachsam, damit er nicht auf den schlüprigen Stegen ausrutschen könnte und ein ungewolltes Bad in dem überlaufenden Sumpf zu nehmen.
22.11.2003, 14:55 #91
Veilyn
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"Boahh! Wasser das vom Himmel fällt, und dann auch noch in so grosser Menge! Wo bin ich denn nur hier gelandet? Zu Hause in der Wüste gab's das nicht. So eine einmalige Situation muss man ausnutzen." Also rannte Veilyn erstmal durch den Regen, um sich an seiner allumfassenden Schönheit zu erfreuen (Veilyn freute sich wie ein Kleinkind vor dem Geschenkeauspacken.) und zog dann bis auf eine Unterhose all seine Kleidung aus, da er sich und und die Lumpen, in die er gehüllt war, seit langer Zeit nicht mehr gewaschen hatte.
"Oh Mann! Das is so toll. Falls ich irgendwann nach Hause zurückkehren sollte, wird mir das bestimmt keiner glauben." Murmelte Veilyn und sprang voller Freude durch den Regen.
"Der Himmel er dröhnte voller Kraft... aus den Wolken tröpfelte Wasser wie Saft. Das Wunder welches den Himmel bespannte, war das was man einfach nur Regen nannte..." Und so sprang Veilyn, weiter singend, durch den verschwommenen Schleier aus Wasser.
22.11.2003, 17:09 #92
knörx
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Mit hochgezogenen Schultern stapfte Knörx durch den Regen. Er hatte nur seinen Novizenrock an, so dass der Regen auf seine nasse Haut prasselte. Er hatte sich kangsam an das Gefühl gewöhnt und empfand es sogar schon etwas angenhm. Trotzdem würde er jetzt viel lieber in der Taverne am warmen Kamin sitzen und sich bei einen ordentlichen Schluck Schnaps etwas aufzuwärmen. Aber Knörx war sehr mit der Natur verbunden, er mochte es, draußen zu sitzen und der Natur zu lauschen. Aber er wollte trotzdem nicht im Regen stehen. Nach einer Weile fand er einen Baumstumpf, der wenigstens einigermaßen von der Blätterkrone eines Baumes überdacht war. Nachdem sich Knörx auf den Baumstumpf gesetzt hatte legte er seine Beine in den Schneidersitz, ließ die Hände auf seinen Knien liegen und schloss die Augen um sich zu entspannen. Er vernahm immer noch das Prasseln des Regens, aber dadurch war noch etwas anderes zu hören. Irgentein Sumpfler, der nach Knörx Meinung wohl etwas zu viel Sumpfkraut gezogen hatte, sprang laut kreischend und johlend durch den Sumpf. Knörx öffnete die Augen und sah die Gestalt direkt vor ihm vorbei hüpfen. Wie ein Scavenger sprang er durch den Regen, der ihm anscheinend überhaupt nichts ausmachte. Ganz im Gegenteil, er schien richtig Freude daran zu haben. Kritisch hob Knörx eine Augenbraue und musterte den hysterischen Sumpfler. Er schien ein Bruder genau wie er zu sein, denn er trug den den gleichen Novizenrock wie Knörx. Schließlich sprach Knörx den Mann an:
"Ich wusste gar nicht, das Regen ein solcher Segen ist. Oder irre ich mich?"
22.11.2003, 18:05 #93
Veilyn
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"Uh? Ähm... ach so, na ja... Es ist ähm... Das ist das erste Mal, dass ich Regen erlebe und ähm..." Veilyn kam sein Verhalten nun irgendwie peinlich vor. "Ich hab mich halt sehr darüber gefreut. Ihr müsst wissen, in einem Wüstengebiet erlebt man so etwas nicht gerade jeden Tag." Veilyn stand nun, durchnässt wie er, war vor dem anderen Bruder und hoffte, dass er Veilyn nicht für verrückt hielt. "Was hab ich mir nur dabei gedacht?" Ging es Veilyn durch den Kopf, während er in das Gesicht des Sumpfbruders blickte
22.11.2003, 18:19 #94
knörx
Beiträge: 440

Knörx musste ein bisschen schmunzeln, als er den anderen Bruder sah, wie er beschämt zu Boden starrte. Ein Wüstenbewohner also. Knörx gestand sich ein, dass er selbst noch nie eine Wüste gesehen hatte. Was würde er wohl machen, wenn er über ein scheinbar endlos langes Meer aus Sand blicken würde, wie ein Strand ohne Wasser, so zumindest hatte es ein reisender Händler erzählt. Mit einem Lächeln sprach er den Bruder wieder an:
"Ihr stammt also aus der Wüste? Das hatte ich nicht erwartet. Setzt euch doch zu mir und erzählt mir davon. Aber nein...wo hab ich denn meine Manieren? Ich sollte mich wohl erst mal vorstellen. Man nennt mich Knörx, ich bin neu im Sumpflager. "
Schließlich fügte er noch hinzu:
"Und wer seid ihr?"
22.11.2003, 19:36 #95
Veilyn
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"Ich danke euch, dass ihr mich nicht für verrückt haltet. Ich wusste gar nicht, dass es ausser mir auch noch andere Neuzugänge im Sumpf gibt. Na ja, ich will mich noch einmal bei euch entschuldigen, so stark die Ruhe des Sumpfes gestört zu haben. Ich hoffe, ihr habt nicht geschlafen." Nachdem sich die Lage für Veilyn entspannt hatte, setzte er sich mit zu dem jungen Mann, der in etwa die gleiche Größe wie Veilyn hatte.
Der Baumstumpf, auf den er sich setzte, war schon stark durchnässt, so dass Veilyn durch die Kälte einen Moment lang zusammen zuckte, sich dann aber auch setzte. Interessant in dieser Situation war, dass Knörx, wie er sich vorgestellt hatte, genauso wie Veilyn eine leicht gebräunte Haut und schwarzes Haar hatte. Aus einer Wüste kam er allerdings nicht, wie er ja selbst gesagt hatte.
Veilyn seufzte kurz auf und begann nun, von seiner Heimat zu erzählen, da Knörx ihn immer noch interessiert anblickte.
"Wisst ihr, ihr müsst euch die Wüste wie einen großen Haufen aus Sand vorstellen, der stellenweise etwas gleichmäßiger und teils auch auf einen Punkt verteilt ist. Viele Abschnitte sehen aus wie das Meer, bloss ohne Wasser und mit riesigen Wellen aus Sand, man nennt sie Dünen. Ab und zu gibt es auch ein paar größere Felsformationen, welche Anlaufpunkte der meisten Karawanen sind, da man dort Schatten und Schutz, vor der alles versengenden Sonne finden kann. Ausserdem schützen sie vor den gefährlichen Sandstürmen. Ich kann euch sagen, so einen Sandsturm überlebt man nur, wenn man etwas größeres in der Nähe hat. Ich selbst lebte in einem Teil der Wüste, an dem es sehr felsig war, weswegen wir in näherer Umgebung nicht so viel Sand, wie der Rest der Wüste, hatten. Meine Eltern hatten eine Taverne in der Nähe von einigen Gold- und Silberminen eröffnet, die sehr beliebt bei vorbei reisenden Händlern und den Minenarbeitern war. Kein Wunder dass sie gut lief, etwas zu trinken zwischendurch ist nichts schlechtes, wenn man den ganzen Tag über Temperaturen ausgesetzt ist, die alles verdörren lassen oder schweistreibender Minenarbeit. Diese extreme Hitze hält allerdings nur tagsüber an, denn bei Nacht, wird es eisig kalt, so dass sogar viele Flüssigkeiten einfrieren. Wasser, übrigens, ist in der Wüste eine Kostbarkeit, kostbarer als Gold oder Platin. Aber wir hatten Glück, da mehrere hundert Meter unter der Erde ein Fluss lag, der eine der Minen durchfloss. Ich musste es andauernd hoch holen. Hehe, zum Glück gab es Lastenaufzüge, die mit Gewichten herauf und hinunter bewegt werden konnten. Nun aber genug von mir und meiner Wasserträgerei. Aus welcher Gegend kommt ihr? Aus Khorinis oder von woanders?"
Der Regen prasselte weiter auf das dichte Laubwerk, und überall bogen sich die Blätter nach unten, da sie dem Gewicht des Wassers nicht mehr standhalten konnten.
22.11.2003, 20:41 #96
Carras
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Carras und Claw kamen endlich im Sumpflager an.
"Ich hab noch zu tun , könnte den ganzen Tag dauern, kannst solange in meiner Hütte wohnen."
Claw nickte und verschwand.

"Wo zur Hölle sind meine Schüler?!" murmelte Carras verärgert.
"Wenn die nicht bald auftauchen nehme ich andere Lehrlinge" , dessen war er sich sicher.
Sie konnten ihn doch nicht einfach warten lassen.
Aber vielleicht würde er sie ja am Trainingsplatz treffen?
22.11.2003, 22:12 #97
knörx
Beiträge: 440

Die Wüste klang für Knörx sehr faszinierend. Aber ebenso gefährlich. Sandstürme, so etwas konnte Knörx sich beim besten Willen nicht vorstellen. Wieviel Sand müsste in so einem Sturm sein, damit man überhaupt so nennen konnte? Und wie es sich für Knörx anhörte, war das Leben dort hart und unberechenbar, wenn Wasser dort mehr wert ist als Gold. Jetzt konnte er den Mitbruder auch verstehen: Er muss sich fühlen, als würde er sich in einem Regen aus Gold befinden. Eine interessante Vorstellung. Fast schon in Gedanken versunken erinnerte sich Knörx jedoch wieder an die Frage von dem Bruder und er antwortete schnell darauf:
"Ich komme aus einer Gegend weit, weit enfernt von hier. Ich glaube, es liegt im Osten, aber ich weiss es nicht genau. Mein Orientierungssinn ist nicht gerade der beste, weist du? Ich lebte dort in einem Dorf und..."
Mit diesen Worten stockte Knörx schluckte. Nun kam es wieder, dass er zwangsweise wieder an das erinnert wurde, was er schon seit Jahren versuchte zu vergessen.
"Und was?" satchelte der Bruder nach.
Knörx kam wieder aus seinen Gedanken zurück, schüttelte kurz den Kopf und fuhr fort.
"Es ist weit weg von der Reichshauptstadt. Sehr weit. Das Land dort ist wild und schön. Unendlich weite Steppen mit Gras, das mannshoch ist und in der Ferne kannst du immer ein riesiges Gebirge sehen. Im Westen liegt das Meer. Zuerst ist es relativ flach, man kann dort tauchen und fischen und der Meeresboden ist überall mit seltsamen, fast steinernen Pflanzen übersäht. Die Fische sind bunt und hübsch. Aber dann wird das Meer urplötzlich ganz tief und die See ist stürmisch und aufgewühlt.
Oh...Ich schweife ab, Entschuldigung.Wie heisst du überhaupt?"
22.11.2003, 22:58 #98
Veilyn
Beiträge: 644

"Oh, ich habe mich noch nicht vorgestellt? Verzeiht. Veilyn nennt man mich, jedenfalls bis heute," Veilyn beugte sich nun zu Knörx und fing an zu flüsterten, "eigentlich hatte meine Familie mal einen Familiennamen, Odeseron, aber weil sich meine Vorfahren nicht dem Glauben an die drei Götter unterwerfen wollten und gegen das damalige politische System waren, wurden sie dazu gezwungen zu flüchten und ihren Nachnamen abzulegen. Erzählt das aber bitte keinem Angehörigen Miliz, am Ende bekomm ich noch Ärger mit denen." Veilyn beugte sich wieder zurück und sah sich noch einmal um, ob auch wirklich niemand in der Nähe war. "Nun aber genug von diesen alten Geschichten, kommen wir wieder zu euch. Eure Heimat scheint ein schöner Ort zu sein. Wieso, seit ihr hier her gekommen? Ich zum Beispiel bin eigentlich nur hier, weil ich einen königlichen Boten mit einem Knüppel niedergeschlagen habe. Ich kann aber auch kaum etwas dafür, mit seinem Gestank konnte man ihn in der Dunkelheit wirklich mit einem Untoten verwechseln. Na ja, ich wurde schließlich mit einem Gefangenschiff nach Khorinis gebracht, um in den Minen zu schuften. Aber ein paar Tage bevor ich zur Barriere transportiert werden sollte, fiel das Ding einfach in sich zusammen. Nun, da ich und die anderen Gefangenen nicht im Gefängnis versauern wollten, nutzten wir die Gunst der Stunde und schafften es zu fliehen. Bitte erzählt der Miliz auch davon nichts." Plötzlich stand Veilyn auf und putzte sich seinen Novizenrock ab, der an der Rückseite teilweise verdreckt war. "Wisst ihr, es wird mir langsam kalt am Hintern. Vielleicht sollten wir in die hiesige Taverne gehen, dort ist es bestimmt wärmer. Ausserdem redet es sich mit etwas im Magen sehr viel besser." Veilyn dachte nun darüber nach, ob er den Bruder einladen sollte oder ob er sich seinen Essen von ihm bezahlen lassen sollte. Natürlich könnten sie auch nur ihren Teil bezahlen oder Halbe Halbe machen. "Da gibt es wirklich viele Möglichkeiten. Aber was befass mich überhaupt mit solchen Sachen, es wird sich schon ergeben." Dachte sich Veilyn und hielt Knörx nun die Hand entgegen, um ihm von seinem Baumstumpf auf zu helfen.
23.11.2003, 11:30 #99
knörx
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Langsam enfaltete Knörx seine Beine und nahm dankbar die Hand von dem Bruder, der sich also Veilyn nannte, entgegen. Als er aufgestanden war putzte er kurz seinen Rock ab und schritt zusammen mit Veilyn durch den Regen zur Taverne.
In der Taverne war es stickig und voll, aber es war wenigstens warm. Nach einiger Zeit fanden Knörx und Veilyn einen Tisch in einer Ecke der Taverne und sie setzten sich. Knörx bestellte sich ein Bier lehnte sich entspannt zurück.
"Nun, wo waren wir stehen geblieben?" fragte Knörx zufrieden in Veilyns Richtung.
23.11.2003, 12:36 #100
Veilyn
Beiträge: 644

"Ähm?" Veilyn bestellte sich etwas Wasser. "Ich glaube, ich erzählte gerade davon, warum es mich überhaupt auf diese Insel verschlagen hat. Und ich fragte euch, weshalb ihr hier seit. Eure Heimat, wie ihr sie beschrieben habt, scheint ein schöner Ort zu sein. Trieb euch Abentauerlust hierher oder wart ihr auf der Suche nach Glück und Reichtum, wie so viele Menschen?" Die Bedienung kam nun mit dem bestellten Bier und dem Wasser. "Danke." sagte Veilyn und nahm sein Wasser in empfang. "Ah, das ist doch schon viel besser, als dieses schlammige Wasser in der "Toten Harpye"! Wart ihr schon mal in der "Toten Harpy"? Als ich das erste und bisher auch letzte mal dort war, wäre ich beinahe an dem Zeug, was die Typen da verkaufen eingegangen. Deshalb empfehle ich, haltet euch besser fern von dem Teil, wenn euch euer Leben lieb ist." Knörx blickte ihn einen Moment lang ungläubig an, fing sich aber gleich wieder. "Hehe, das war nur'n Scherz, eingehen tut man daran nicht, höchstens wenn man krank ist. Ich musste mich zwar bemühen, nicht alles wieder raus zu würgen und bin danach betäubt wurden. Aber um einen gestandenen Mann umzubringen reicht es nicht."
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