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Das Kastell des ZuX # 12
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19.08.2002, 23:50 #151
meditate
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"das ist ein langer namen für ein so kurzes leben. wie ich sehe, hast du die erste nacht überstanden und eine robe vorgefunden. das heißt, unser meister ist mit dir einverstanden. sonst hättest du die nacht auch nicht überlebt. ich bin meditate, die hüterin dieses kastells. ich habe große schlüssel und die dämonen hören auf mein kommando. ich empfange die neuen und lass die bösewichte rausschmeißen. ich bin also sone art pförtner. außerdem bin ich heilerin und lehre diese kunst auch. außerdem beherrsche ich noch so einige andere dinge, die ich dir zu gegebener zeit zeigen werden. Leb dich erst mal ein.

so lange du lehrling bist, darfst du die oberen räume nicht betreten. mach dich nützlich, hilf den magiern bei ihrer tätigkeit und lies. du kannst die schätze der bibliothek freimütig nutzen. wenn du die lehrzeit erfolgreich bestehst, dann kannst du magier werden."

meditate nickte dem jungen mann noch einmal zu, der erheblich an ausstrahlung gewonnen hatte, seit er aus seinen klamotten raus war und die magierrobe trug. vielleicht konnte ja doch noch was aus ihm werden.
20.08.2002, 00:02 #152
Scabaeus
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Etwas verlegen strich sich Scabaeus über den weichen Stoff seiner Robe. Merkwürdig waren die Sitten hier im Kastell, fast beängstigend. Und dennoch haftete ihnen etwas ungemein faszinierendes an dessen sich der junge Bauernsohn nicht zu entziehen vermochte.

Nun, ginge es nach mir so würde mein Leben sicherlich länger als mein Name bemessen sein. Doch über derlei Dinge entscheidet allein Beliar, das habe ich bereits gelernt. Und wie ihr es wünscht werde ich mich allsbald in die Bibliothek begeben und mir mehr Wissen über die Mächte der Finsternis aneignen.

Scabaeus räusperte sich und strich sich ein weiteres Mal über die Robe. Ob er ihr die Frage stellen sollte? Konnte sie ihm überhaupt Antwort geben?

Milady, verzeiht meine jugendhafte Unverfrorenheit, doch plagt mich seit jeher die Frage nach dem Sinn meines Sinns, meiner Bestimmung. Oft hörte ich des nachts geheimnisvolle Stimmen aus finsterem Nichts welche mich mit verlockendem Singsang zu sich riefen. Sagt, könnte dies dem Wirken Beliars entsprungen sein? Oder war ich gar Opfer bösartiger Ränke eines niederträchtigen Dämonen?
20.08.2002, 00:27 #153
meditate
Beiträge: 6.868

die magierin war ganz erstaunt. was hatte der junge da gesagt? das könnte ein hinweis auf seine bestimmung sein.

"träume bergen sehr oft wichtige botschaften. leider kann ich dir da nur dürftig helfen. gedulde dich ein wenig. wenn ich wieder mal in den sumpf gehe, werden wir mit den priestern des schläfers über deine träume reden. die verstehen mehr davon. nimm diese träume im moment als zeichen deiner berufung. in deiner berufung wirst du auch den sinn des lebens finden.

und nun folge mir in die bibliothek. wenn du den wunsch nach einem buch aussprichst, wird es dir zugeflogen kommen. sprich das wort zurück und sie werden wieder an ihrem platz stehn. behandle die bücher ordentlich. sie sind unser größter schatz. und sie werden auch dein größter schatz sein. man kann dir geld und gut nehmen, deine freunde und die liebste. das was du im kopf hast, kann dir niemand nehmen."

die magierin setzte sich an ihren platz in der bibliothek und verlangte nach weiteren büchern zu diebstahlen und dieben im kastell. als die bücher ankamen, vertiefte sie sich wieder und hatte den jungen mann bald vergessen.
20.08.2002, 00:39 #154
Scabaeus
Beiträge: 88

Zögerlich näherte sich Scabaeus den gigantischen Bücherregalen die das Wissen ganzer Epochen beherbergen mussten. Welches Werk sollte er sich als erstes zu Gemüte führen? Der angehende Nekromant überlegte eine Weile, legte die Stirn in Falten und bedachte die literarische Schatzkammer mit einem argwöhnischen Blick. Schließlich tat er einen tiefen Atemzug und sprach.

Stimmen aus dem Nichts

Mit einem Male fegte ein sogartiger Windstoß durch die abertausenden Regale, wirbelte in atemberaubender Geschwindigkeit jede einzelne Seite eines jeden Buches durch und katapultierte nach genau zweieinhalb Herzschlägen einen dick eingebundenen Wälzer in Richtung Scabaeus. Bevor das Buch mit dem Haupt des Jünglings kollidieren konnte, kam es wie von Geisterhand gebremst zum Stillstand und schwebte auf einen der zahllosen Studiertische nieder. Dieses Mal war Scabaeus nicht wirklich erstaunt, zu viele Wunder waren ihm bereits untergekommen. So trat er an das Werk heran und begutachtete es vorsichtig. Der Titel weckte Hoffnungen.

Der Pfad des Nekromanten

Scabaeus schlug die erste Seite auf und begann zu lesen.

Interessant. Höchst interessant.
20.08.2002, 14:04 #155
stressi
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Stressi nutzte die Wartezeit auf den Einhandlehrer abwechselnd mit Studieren der Bücher in der Bibliothek und mit dem Trainieren seiner Peitschenfähigkeit. Inzwischen konnte er die Peitsche völlig lautlos nach vorn schnellen lassen, Gegenstände damit heranziehen und Fesselungen anlegen.
Die lautlose Arbeit mit der Peitsche war ohnehin wesentlich interessanter als das laute Knallen und sehr viel praktischer. Aber der Mensch brauche natürlich beides. Ein lauter Peitschenknall erschreckte und erregte Aufmerksamkeit. Das konnte man in manchen Situationen gut gebrauchen, aber die lautlose Arbeit mit der Peitsche hatte sicher auch so seinen Nutzen. Wenn er da an seine Begegnung mit den Dieben dachte! Immer wenn es gegen eine Übermacht ging, war es schon besser, nicht gleich bemerkt zu werden.
Stressi machte ein Pause und holte sich aus dem Refektorium eine Kleinigkeit zum Essen, die er mit auf den Hof nahm. Da seine Neugier stärker war als sein Respekt vor Gefahren, setzte er sich auf den Brunnenrand und starrte beim Essen in die Tiefe,
Wenn da etwas drin war was lebte, sollte man der Sache doch mal auf den Grund gehen. War es nicht so, dass jedes Lebenwesen essen musste? Man könnte doch mal ein bisschen was von dem fettigen Moleratbraten hinunter werfen. Mal sehn, ob das Ding da unten sich bedanken würde.
20.08.2002, 19:54 #156
stressi
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Stressi warf ein Bröckchen nach dem anderen hinunter und beobachtete die Wasseroberfläche dabei. Das Wasser verhielt sich wie jedes Wasser. Es schluckte die Brocken, formte kleine Ringe um die Aufschlagstelle, die sich am Brunnenrand brachen und damit hatte es sich.
Stressi überlegte. Das deutete nicht gerade auf etwas besonderes hin. Er musste etwas anderes hineinwerfen.
Ein Blumenbeet mit Sommerastern fiel ihm ins Auge und er pflückte einige Blütenköpfe ab. Mit harten Dingen wie Pflastersteinen wollte er vorerst ein bisschen vorsichtig sein.
Auch die Blütenköpfe warf er nach und nach hinein. Erwartungsgemäßt trieben sie auf der Wasseroberfläche. Alles war so wie es sein sollte. Aber dann plötzlich zuckte die Wasseroberfläche und die erst Blüte verschwand. Danach tauchten in kurzer Folge auch die anderen Blüten ab und kamen nicht mehr hervor.
Stressi blieb vor Staunen der Mund offen stehen. Das war doch nicht möglich! Sollten in dem Brunnen Fische nach Blumenköpfen schnappen?
Schnell liefg er zum Beet zurück und rupfte sich einen ganzen Armvoll Blüten heraus, rannte zurück an den Brunnen und ließ das ganze Bündel in die Tiefe fallen.
Diesmal griff das Wasser förmlich nach den Blumen und riss sie mit einem Ruck in die Tiefe.
Stressi sah sich um. Was könnte man jetzt noch hineinwerfen? Es sammelte kleine Holzstückchen und kleine Steinchen. Zuerst warf er das Holz in die Tiefe, das ungerührt an der Oberfläche blieb. Diesmal regte sich nichts in der Tiefe.
Dann griff Stressi zu den kleinen Steinen und ließ sie einzeln in den Brunnen fallen. Erst regte sich nichts aber dann brauste es auf einmal in der Tiefe und im nächsten Moment flogen Stressi die Holzstückchen und kleinen Steine um die Ohren. Der Novice warf sich hinter die große Esche und beobachtete dann, wie der Brunnen sich jedes einzeln Stücks Unrats entledigte.
21.08.2002, 06:50 #157
meditate
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meditate wartete. das tat sie schon seit einigen tagen. sie wusste schon, dass es eine suche nach einem blauen smaragden gegeben hatte, an der einige magier des kastells beteiligt waren, aber maximus und prophet waren noch nicht zurück.

würden sie überhaupt zurückkehren?

sie sah noch kurz zu dem neuen, der sich gerade anschickte, sich in sein zimmer zurückzuziehen. auf die frage, wie er sich fühle, anttwortete der mit großer begeisterung. er freute sich über die magie des kastells wie ein kind. meditate kannte das. vielen neuen ging es am anfang so. es war ja auch etwas besonders schönes, wenn man die vielen dinge beobachtete, die sich scheinbar unsichtbar vollzogen.

meditate seufzte. leider legte sich diese begeisterung oft zu schnell. aber das ist wohl menschlich. der sumpfgast war noch auf dem hof und guckte schon wieder in den brunnen.

aber die magierin war zu müde, noch einmal nach ihm zu sehen. sie hing in ihr zimmer und schlief schnell ein.
21.08.2002, 11:19 #158
stressi
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Stressi war nach dem Bombardement wieder zum Brunnen zurückgekehrt - ganz vorsichtig und immer fluchtbereit.
Jetzt war die Sache völlig klar. Da drin war etwas und das waren keine kleinen Fische. Er beugte den Kopf über den Brunnenrand und rief:


Hallo? Ist da wer? Haben dir die Blumen gefallen? ... Hat der Braten geschmeckt?

Nichts regte sich in der Tiefe. Der Brunnen lag wieder ruhig und unschuldig da. Wie jeder normale Brunnen. Der antwortete einfach nicht!
Stressi lief zurück ins Refektorium. Er würde einfach Mittag essen und dabei etwas abzweigen, womit er den Brunnen füttern konnte.
In dem hohen, düsteren Speisesaal wünschte er sich etwas Scavengerschinken und dann ein bisschen Tafelwein. Unauffällig ließ er von dem Schinken etwas in seinem Beutel verschwinden. Dann nahm er den gefüllten Becher und ging wieder auf den Hof.
Diesmal ließ er das ganze Schinkenstück mit einem Mal ins Wasser plumpsen und starrte angestrengt hinterher. Und wirklich, ihm schien, dass aus der Wasseroberfläche so etwas wie ein Tentakel oder eine hand herauskam und sich den Schinken griff.
Das war ja sehr interessant. Stressi nahm jetzt den Becher mit dem Wein und kippte den Inhalt mit Schwung der Keule hinterher.
Der Wein platschte auf die Wasseroberfläche und färbte sie für einen Moment rot, aber dann begann die Wasseroberfläche wieder zu brausen.
Schneller als Stressi zurückweichen konnte, sauste die Wasseroberfläche nach oben und spie ihm den Wein ins Gesicht!
Dann war wieder Ruhe.


Danke. Jetzt weiß ich, dass du keinen Alkohol trinkst. Aber das hättest du ja auch sagen können. Man spuckt nicht einfach alles aus, was einem nicht schmeckt. Kannst du eigentlich auch reden? Ich kann das jedenfalls. Wenn du stumm bist, dann kannst du ja vielleicht hören. Ich erzähl dir was über mich. Ich bin...............

Stressi begann zu erzählen. Froh, einen Zuhörer gefunden zu haben, der ihn nicht unterbrechen konnte, klagte er dem Brunnen sein ganzes Leid. Die Geschichte seiner Kindheit, erklärte seinen Stammbaum und wann wer wen geheiratet hatte und warum, danach beklagte er sich, dass sein weniger talentierter großer Bruder der Familienmagier werden sollte, sprach über sein Doppelleben als heimlicher magieschüler, erzählte dem Brunnen von gelungenen und weniger gelungenen magischen Experimenten. Dann erzählte er über den Sumpf und die eigenartigen Riten und Gebräuchen der Eingeborenen und hatte gar nicht bemerkt, dass der Brunnen sich immer weiter zurückgezogen hatte.
Als er mal eine Pause machte, um sich die Kehle für weitere zwei Stunden Erzählen anzufeuchten, sah er, dass der Brunnen leer war. Das Wasser hatte sich zurückgezogen, ohne sich zu verabschieden.
Stressi starrte in einen tiefen,dunklen,wasserlosen Brunnenschacht.


Wo bist du denn hin? Jetzt wirds doch erst richtig spannend!

Stressi war tief enttäuscht.
21.08.2002, 19:38 #159
{-NaThAnO-}
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Die letzten beiden Tage wurden von Nathano für den Praktischen Teil seines Studiums der 2. Stufe Magie Beliars genutzt. Er war noch nicht perfekt, doch die meisten Zauber wurden schon einigermaßen gut beherrscht. Einzig die zweite Stufe des Beschwörens gelang dem hohen Schwarzmagier nur mit Schwierigkeiten. Aber es blieb immernoch genug Zeit die Zauber zu üben, denn von Don-Esteban war seit dem letzten Treffen der Beiden nicht mehr von Nathano gesehen worden; auch eine Nachricht über einen Prüfungstermin suchte man vergeblich. Also ließ es der Einhandlehrmeister erst einmal etwas gemütlicher angehen, um sich auch vollständig von den Strapazen des letzten Abenteuers zu erholen.

Und das tat er wirklich! Vor einiger Zeit hatte Nathano in den Kellergewölben einen großen und beheizten Baderaum entdeckt. Auch wenn dort vielleicht schon lange Zeit niemand mehr war, war der Raum unheimlich sauber und gepflegt. Die Dämonen leisteten auch hier in den Kellergewölben sehr gute Arbeit und hielten alles im Kastell instant.
Nathano ging also an diesem Abend in diesen Baderaum. Angekommen legte er seine Robe ab, welche sofort von einem Dämonen zum Reinigen mitgenommen wurde. Nur mit einem Handtuch bedeckt setzte sich Nathano auf einen der angenehm warmen Bänken und ließ es sich einfach nur gut gehen. Die heiße Luft machte die Haut geschmeidig und entspannte die Muskeln. Ein niederer Dämon materialisierte sich und fing an, Nathano fon Kopf bis Fuß zu massieren.

Nach dieser langen und ausgiebigen Massage begab sich Nathano in das lauwarme Wasser. Es war einfach ein Genuss hier unten, doch schienen wirklich nicht sehr viele diesen Luxus für sich zu beanspruchen. Die Gedanken kreisten um alles Mögliche und der geschundene Körper des Einhandmeisters erholte sich sichtlich. Nathano hatte nicht vor, in den nächsten Stunden hier heraus zu gehen.
22.08.2002, 00:09 #160
Scabaeus
Beiträge: 88

Scabaeus hatte die letzten Tage überwiegend damit zugebracht, sein Wissen über das Wirken Beliars und die Mächte der Finsternis im Allgemeinen mit Hilfe der literarischen Schatzkammer des Zirkels zu erweitern. Einige Male hatte er sich dabei ertappt bei der Lektüre eines besonders schwer im Magen liegenden Brockens namens Atrus Hyronimus Payakanailla und seine Ahnen: Die Autobiographie fast eingenickt zu sein. Glücklicherweise hatte ihn das Gewusel einiger Dämonenkreaturen, die scheinbar einige Gliedmaße auf dem Boden verloren hatten, wieder in die Welt der Wachenden gerissen.

Nun lag der angehende Nekromant auf seinem Bett und starrte mit relativ ausdrucksloser Miene an die Decke. Eine seltsamse innere Unruhe überschattete die perfekt scheinende Glückseligkeit ob seines wahr gewordenenes Traumes von einem Dasein als Schwarzmagier. Scabaeus vermochte jenes unappetitliche Gebräu aus allerlei merkwürdigen Emotionen nicht zu deuten, war es doch verschwommen und undurchdringlich wie die krautgeschwängerten Nebel, die behende durch das Sumpflager waberten.
22.08.2002, 21:24 #161
TheRock
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Als Rock über einem Buch über diverse Anwendungen von Runen erwachte und feststellte dass er in der Bibliothek war, machte sich sein Kater wieder bemerkbar. da kam ihm die Idee sich zu betrinken um dieses etwas zu vergessen.

In der Bibliothek angekommen bestellte er sich einen Tisch voll Wein.
Wie um alles in der Welt kommt es dass ich mich besaufen will nur weil ich n Karter habe??
Rock stand auf, entschuldigte sich bei den Dämonen die schon eifrig damit beschäftigt waren den tisch mit Wein vollzustellen und verschwand in sein Zimmer.

Dort machte er alle erdenklichen Körperertüchtigungs Übungen die er kannte und bat einen Dämonen ihm eine härtere Unterlage zum schlafen zu beschaffen. Da er dachte dadurch sein Problem beheben zu können.

Gerade als er ein paar Minuten mit seinen Übungen zugange war klopfte es an seiner Tür. Als er öffnete sah er zwei Dämonen die ihm seine Bestellung brachten. Er ließ sie ein und ließ sie alles herrichten.

Als sie gegangen waren Trainierte er noch ein wenig, legte seine Robe ab und legte sich dann schlafen...
23.08.2002, 01:24 #162
Scabaeus
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Von der Hüterin höchstselbst war Scabaeus dazu aufgefordert worden, sein Wissen über die Kolonie im Rahmen einer Wanderung durch die verschiedenen Lager zu erweitern. So hatte er sich einen kleinen Reisesack zurechtgelegt und ihn mit allerhand nützlichen Utensilien wie Büchern, Büchern, ein paar Büchern sowie diversen Büchern gefüllt. Schließlich benötigte er als angehender Nekromant ausreichend Reiselektüre, wollte er seine Studien der schwarzen Kunst nicht vernachlässigen. Rasch bat er noch einen umherstreunenden Dämonen die Hüterin von seiner Abreise zu unterrichten und hielt dann auf das Tor zu, dessen Bekanntschaft er ja bereits gemacht hatte. Er wollte es gerade durchschreiten als ihm plötzlich einfiel, dass es ihm an einem essentiellen Gegenstand mangelte. Etwas, das für eine solche Reise wohl unabdingbar war. Eine Karte.

Nur wo sollte er eine solche herbekommen? Vielleicht in der Bibliothek? Schnell machte Scabaeus kehrt und eilte flinken Fußes in die gigantische Bücherkammer.

Karte der Kolonie, rief er etwas außer Atem.

Sogleich wurde ein vergilbtes Blatt Papier aus den haushohen Regalen geschleudert und segelte langsam zu Boden wo es vor Scabaeus Füßen liegen blieb. Wunderbar, genau was er suchte. Gerade wollte er sich davonmachen, als ihn das aufgebrachte Grunzen eines wachhabenden Dämonen daran erinnerte, dass er Literatur aus der Bibliothek nicht mitgehen lassen durfte. Er seufzte und bewegte sich auf einen der hölzernen Schreibtische zu, wo er sich niederließ und ein blankes Blatt sowie eine Feder zur Hand nahm. Er breitete die Karte ordentlich vor sich aus, stieß noch ein Ächzen ob der anstehenden mühseligen Kopierarbeit aus und machte sich dann ans Werk.
23.08.2002, 05:36 #163
meditate
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die hüterin wollte schlafen gehn. ihre studien führten sie einfach nicht weiter. bein hinausgehen bemerkte sie den jungen scabaeus, der sich mit dem kopieren einer karte beschäftigte.

"kann ich dir vielleicht helfen? wie ich sehe, willst du eine karte kopieren? hast du vor, meinem rat zu folgen und dich ein wenig umzusehn? das ist eine gute idee."

während sie dem jungen erklärte, wie die barriere aufgebaut sein und welche wege sie ihm empfehlen würde, winkte sie einen dämonen herbei, den sie mit dem kopieren der karte beauftragte. in weniger als der dauer eines durchschnittlichen trinkliedes hatte der dämon die aufgabe bewältigt und dematerialisierte sich wieder. jetzt lagen beide karten nebeneinander, die halbfertige des scabaeus und die perfekte dämonenkarte. trotzdem guckte der junge nicht gerade glücklich.

meditate musste lachen,

"du wirst noch lernen, dass wir sterblichen viele sachen können, von denen dämonen nicht einmal den sinn erfassen könnte. aber solch einfache sachen machen sie ganz ordentlich. man darf ihnen nur keine phantasie abverlangen. dämonen machen immer nur, was du ihnen aufträgst, und zwar ohne ein bisschen mehr zu machen. wenn du erst magier bist, werden die dämonen auch deine wünsche erfüllen.

übrigens freue ich mich, dass beliar dir den zutritt zu unserem zirkel gestattet hat. du wirst lernen, die mächtigsten magien zu beherrschen und du wirst lernen, deine macht zu gebrauchen. ich denke mal, su wirst dich wohl fühlen."

damit verließ die magierin die bibliothek und wollte gerade in ihr schlafgemach gehen, als sie auf dem hof den novicen sah, der sich doch schon wieder an dem brunnen zu schaffen machte. dieser junge schien wirklich extrem gefährdet zu leben. aber da er dieses mal keinen lärm veranstaltete, sah sie auch keinen grund einzuschreiten. sie beauftragte aber sicherheitshalber einen schattendämon, den jungen nicht aus den augen zu lassen und im falle einer gefahr einzuschreiten.

dann begab sie sich zur ruhe.
23.08.2002, 06:19 #164
stressi
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Stressi hatte auch den neuen Morgen wieder mit Peitschenübungen begonnen und war überzeugt, dass ihn dieses Mal wirklich niemand gehört haben konnte. Er beherrschte inzwischen seine Peitsche perfekt.
Nach einem kleinen Frühstück setzte er sich wieder auf den Brunnenrand und als er sah, dass der Wasserspiegel wieder an seiner alten Stelle war, erzählt er weiter. Zwischendurch zerbröselte er häppchenweise ein Brot und fütterte damit den Brunnen, der die Happen lautlos verschlang.
Nach einer Weile beugte er sich wieder weit über den Brunnenrand und spähte intensiv in die Tiefe. Es musste doch wohl rauszufinden sein, was das für ein Wesen in der Tiefe war. Eine Nixe vielleicht? So eine Schöne mit bloßen Brüsten und langen Haaren?
Als das Wasser diesmal den Brunnen emporstieg, war Stressi so in seinen Träumen gefangen, dass er es viel zu spät bemerkte. Erst als sich zwei nasse Arme um seinen Hals schlossen, registrierte er überhaupt, dass etwas passiert war. Und da war es viel zu spät,
23.08.2002, 18:09 #165
Schattendämon
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Der Schattendämon hatte die Hände gesehn und hatte gesehn, dass der Novize in den Brunnen gezogen wurde. Auf Befehl der Hüterin sollte er auf den Sterblichen aufpassen. Also materialisierte er sich am Brunnenrand und bekam den Jüngling gerade noch am Bein zu fassen. Doch aus dem Brunnen wurde an ihm mit einer Gewalt gezogen, der der Schattendämon kaum etwas entgegensetzen konnte.
Natürlich konnte er den Sterblichen festhalten, aber diese Menschen waren so leicht zu zerstören. Was wenn das Ding aus dem Brunnen nicht losließ?
Der Schattendämon verfügte über keine Information über das Ding im Brunnen. Was sollte er tun. Der Befehl der Hüterin war eindeutig. Er sollte den Menschen schützen. Und ein Schattendämon hatte den Befehlen der Hüterin zu folgen. Das hatte Beliar ihnen aufgetragen.
Was sollte er tun?
23.08.2002, 18:51 #166
versuchung
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"Lass ihn los! Er gehört mir!"

Knurrte es aus dem Dunkel plötzlich hervor. Die Brunnennixe hielt Stressi mit all ihren vielen Gliedmaßen umklammert.

"Ich lass ihn sowieso nicht los!"

Die Nixe schlang ihre Fangarme noch fester um den sprachlosen Stressi.
23.08.2002, 19:25 #167
Schattendämon
Beiträge: 190

Doch der Schattendämon hielt mit seinen Pranken an Stressi fest. Dabei wurde er groß und größer. Immer mächtiger baute er sich vor der Nixe, die Stressi umklammert hielt, auf.

"Laß los, du unwürdiger Abklatsch eines Dämonen."

Kalter Atem drang wie ein Eissturm aus seinem Maul und tragf die Nixe, die vor Schreck erstarrte.

Wenn stressi nicht so schon total starr vor Angst gewesen wäre, dann wäre er es spätestens jetzt zu einem unbeweglichen etwas zusammengeschrumpft. Hier stritten Wesen aus einer anderen Welt miteinander, da war er nur ein Krümel unter dem Fingernagel.

Der Dämon zerrte weiter an dem Sumpfler, der sich nichtmal traute, seinem Schmerz Ausdruck zu verleihen und bearbeitete dabei die Brunnennixe mit seinem Atem und dann auch mit der einen Pranke. Die Nixe ließ nur sehr ungern los, mußte sich dann aber ins Unvermeidliche bequemen und ließ ihren heiß begehrten Fang los. Stressi war halb tot, aber das bemerkte der dämon erst später. Jetzt kam es nur darauf an, das Wort der Hüterin zu befolgen.
23.08.2002, 22:02 #168
Scabaeus
Beiträge: 88

Verdutzt besah Scabaeus die perfekt kopierte Karte und verglich sie mit den ungeschickten Kritzeleinen seines eigenen Unvermögens. Diese Dämonen überraschten ihn immer wieder. Er freute sich auf den Tag, an dem es ihm gestattet sein würde die Schattenkreaturen selbst zu befehligen.

Nun war es allerdings ersteinmal an der Zeit aufzubrechen und die Reise anzutreten. Aufmerksam hatte er den Worten der Hüterin gelauscht und sich die verschiedenen Routen, die sie ihm beschrieben hatte, genau eingeprägt. So sollte die Tour durch die Kolonie keine allzu großen Probleme bereiten. Von einem achtfüßigen, zwölfbeinigen, vierzehnhändigen, dreizehnfingrigen, zweiköpfigen und äußerst sorgsamen Dämon erhielt er noch ein kleines, kunstvoll geschmiedetes und mit einigen Ornamenten verziertes Ritenschwert. Scabaeus wollte sich gerade bedanken als ihm einfiel dass der Dämon jene Worte, die er jüngst aussprechen wollte, soeben durch die Synapsen seiner Hirnwulste empfangen hatte. Auch so eine Sache an die es sich erst zu gewöhnen galt.

Eiligen Schrittes trat der angehende Nekromant durch das Tor und spazierte in die Finsternis.
23.08.2002, 22:23 #169
TheRock
Beiträge: 611

Als Rock aufwachte verspürte er den Drang eine fette Scavanger Keule zu sich zu nehmen, also zog er seine Robe an, steckte sich den kleinen Dolch hinen und verließ sein Zimmer in Richtung des Refektoriums.
Auf dem Weg dorthin sah er ein ihm unbekanntes Gesicht, die Neugier ließ ihn ihm folgen.
Seine Verfolgung endete am Tor des Kastells.
Puh... man der rennt vielleicht..
Mit diesen Worten ließ er sich von einem Dämonen ebenfalls ein Schwert bringen, und verließ das Kastell....
23.08.2002, 22:27 #170
meditate
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die hüterin schritt die treppe hinunter um sich für eine neue nacht in der bibliothek zu rüsten. durch die offen stehende tür zum hof sah sie, dass der schattendämon den novicen am bein kopfüber in einem ziemlich schlechten zustand hochhielt.

sie beschleunigte ihre schritte und ging auf den hof um sich diese seltsame sache näher anzusehn.

"meinst du, so erfüllst du die von mir angeordnete überwachung und behütung des novicen pflichtgemäß? indem du ihn kopfüber am bein festhältst? ich muss mich schon sehr wundern."
23.08.2002, 22:37 #171
Schattendämon
Beiträge: 190

"Dieser unnütze Sumpfler wurde durch seine eigene Unachtsamkeit fast in den Brunnen gezogen. Ich habe ihm gerade sein kleines Leben gerettet."

Die Stimme des Dämons grollte im Kopf der Hüterin. Ohne Hast drehte der Schattendämon den Hohen Novizen herum und stellte ihn auf die Füße. Stressi schlotterten die Knie. Seine Kleidung war ziemlich zerfetzt. Unbeeindruckt entfernte sich der Schattendämon ein paar Schritte von ihm und wartete ab, welche Befehle ihm die Hüterin jetzt erteilen würde.
23.08.2002, 23:10 #172
meditate
Beiträge: 6.868

"es ist gut, du kannst dich entfernen. wirf trotzdem ein wachsames auge auf den burschen. ich möchte nicht, dass ihm was passiert.

und nun zu dir, was hast du dir dabei gedacht? wenn du meinst, der brunnen ist gefährlich, dann müssen wir uns die sache ansehn. auf keinen fall will ich unsre gäste gefährden. wie ich sehe, bist du ganz schön mitgenommen. leg dich erst mal in dein zimmer. ich werde am morgen nach dir sehn, wenn ich zur ruhe geh."

der novice schlich etwas bedrückt in sein zimmer und schaute nicht mehr zur magierin zurück. irgendwie hatte er wohl ein donnerwetter erwartet. andererseits hatte er etwas wunderschönes gesehn, dass er durchaus irgendwie wiedersehen wollte.

meditate ging ins refektorium, um sich für die nacht zu stärken.
24.08.2002, 09:15 #173
meditate
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meditate hatte in dieser nacht die zeit in ihrem labor verbracht und mal die bestände geordnet. einige sachen waren noch aus den zeiten ihrer vorgängerin, der legendären orphelia. alles sah etwas verstaubt aus und brauchte dringend einen frühlingsputz.

diese aufräumarbeiten würden sicher einige nächte beansruchen, vor allem das prüfen des zubehörs. und dann musste dringend nachschub beschafft werden. die zum trocknen aufgehängten kräuter konnte man allesamt wegwerfen, sie hatten viel zu lange im freien gehangen und all ihre wirkstoffe verloren. die heilerin musste ins gebirge und das bald.

wirklich nennenswerte vorräte gab es nur noch an schmerzmitteln und an liebestränken. sie wusste nur nicht, ob die noch wirkung entfachten. aber das konnte man demnächst ja mal an einem besucher testen.

bevor sie schlafen ging, suchte sie noch einmal den novicen in seinem zimmer auf.

"guten morgen, wie geht es dir heute? hast du den schreck überwunden?"
24.08.2002, 09:41 #174
stressi
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Der Novice rappelte sich aus seinem Bett auf, die Magierin hatte ihn aus einem wunderschönen Traum gerissen. Er fühlte sich von tausend Fangarmen umstrickt, die eine wunderschönen Nixe gehörten. Sie sah schon ungewöhnlich aus, aber die vielen Fangarme hatten auch ganz ungewöhnliche Emotionen auslösen können. Stressi war traurig, dass die Magierin ihn aus diesem Traum gerissen hatte.
Es konnte sein, dass er gestern durch diesen blöden Schattendämon, der ihn am Bein aus dem Brunnen gezogen hatte, die Liebe seines Lebens verloren hatte. Aber es war ja noch nicht zu spät. Er könnte sich immer noch in den Brunnen stürzen.


"Danke der Nachfrage, ich habe gut geschlafen. Und einen Schreck hat mir nur der Schattendämon zugefügt, weil er mich unbedingt festhalten musste. Ich wollte mich im Brunnen nur ein wenig erfrischen. Das hatte keine tiefere Bedeutung."
24.08.2002, 09:50 #175
meditate
Beiträge: 6.868

die magierin wunderte sich ein bisschen. dr sumpfler log offensichtlich. aber warum? sie sollte sich den brunnen doch einmal näher ansehen und den schattendämon befragen.

jetzt sollte man aber erst mal schlafen. wenn die sonne den himmel wieder verließ, war dazu immer noch zeit. meditate verabschiedete sich und ließ stressi mit seinen leibesträumen allein.
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