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Die Siedlung Drakia #5
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23.11.2003, 12:02 #126
Heimdallr
Beiträge: 12.421

Es fiel schwer die richtigen Worte zu finden, sie erst einmal zu suchen, es war wie das Sprechen neu erlernen, doch hatte er nichts davon je verloren, diese ganzen komischen Dinge die hier passierten, er hätte sich nie träumen lassen, sich nie vorstellen können, das sie wirklich mal passieren würden, wieso denn auch, konnte dies ja niemand wissen, so schrieb sich die Geschichte des Lebens, fiel ihm auf einmal ein, doch war dies wirklich so korrekt, war es wirklich nur das Leben, das hier eine Rolle spielte, oder war es vielleicht doch mehr als das, er...wusste es nicht, wie immer....noch immer war seine Stimme zitternd, noch immer war sie nicht die alte und doch erkannte jeder ihren Herrn und Meister.

Wwweißt du nnoch, wwwas gestern gegegeschehen ist?

Ja

Essss war kkein Traum nicht wwwahr, wir haben ddas nicht gettträumt und wachen jetzt eeeinfach wieder auf?

Nein, es war kein Traum

Warum? Was haben wir ggetan?


Auf einmal spürte er ihre Hand nicht mehr an seiner Schulter und auch nicht mehr das Gewicht auf dem Bett, Isabell hatte wieder angefangen zu weinen und war zum Fenster gegangen, er hatte es gehört, wie es aus ihr herausbrach, wie sie jetzt noch immer weinte. Er wusste nicht, warum sie ausgerechnet jetzt weinte, ob er etwas falsches gesagt hatte oder nicht, doch es war für ihn selbstverständlich zu ihr zu gehen, doch das war eine weitere Tortur, er war eigentlich noch viel zu schwach für eine Wandertour, auch wenn diese nur ein paar Meter ging, so schmerzte doch jeder Schritt, er war zu einem Pflegefall verkommen und fast hätte man meinen können, zerbrach er sich die Zähne, als er bei jeder Bewegung einer Muskelfaser auf diese biss, doch er schaffte es, langsam, aber er schaffte es zu ihr zu gehen, vorallem zu stehen, nicht zusammen zu knicken, hier am Fenster, hier war es warm durch das Licht der Sonne und er nahm sie in den Arm, sie sollte nicht traurig sein, sie sollte nicht mehr weinen.

Ist ja gut Sternchen, ich bin ja bei dir, alles ist gut, wir haben es überlebt, soetwas wird nie mehr vorkommen, ganz sicher.

Aber, aber...ich habe uns alle in Gefahr gebracht, nicht nur mich, sondern auch dich, ich war sowas von dumm und diese Reaktion war total unangebracht, aber ich war so traurig, ich dachte, du willst mich nie mehr wiedersehen, weil du dich tagelang nicht mehr gemeldet hast und dann gestern, ich war so erschroken und dann nur noch froh, ich habe nicht daran gedacht, was um uns herum passiert, aber ich bin so verzweifelt gewesen, ach ich bin jetzt sicher total bescheuert für dich, aber...

Psssst, wir haben bbeide Fffehler gemacht, hörst du, sei nicht mehr traurig versprochen, nicht mehr wweinen, kkeine Tränen mehr vergießen. Du hast nnnichts falsch gemmacht, es wwar eine Verkettung vvon unglücklichen Umständen, abber jetzt ssind wir hier, zusammen, nnichts kkann uns mmehr trennen, hhörst du, nichts und niemand. Du bbist nicht ddumm und auch nnnicht bebescheuert, dddu bist das schönste, stärkste und mutigste Mädchen der Welt, ververstanden.


Verdammt, er war wirklich so ein Idiot, schon wieder hatte er es verpasst, es war nur ein Satz, er hätte nur diesen einen Satz sagen müssen, doch wieder blieb er ihm wie ein Stück Fleisch in der Kehle stecken, wieso sagte er es ihr nicht endlich, warum? Ein innerliches Kopfschütteln, er war der Idiot gewesen, nicht sie. Doch Isabell, sie war so süss, so unschuldig, wie ein kleines Mädchen kämpfte sie doch wie eine große Heldin, dieses Mal jedoch nicht mit dem Schwert, sondern mit den Tränen, sie sollte doch nicht mehr weinen, doch diesmals schienen es eher Tränen der Erleichterung zu sein, es schienen ihr Tonnen vom Herzen zu fallen und wie sie sich umdrehte und in den Schatten eintauchte, hielt sie sich tief in dem Fleisch seines Rückens fest, legte ihren Kopf auf sein Herz und er spielte weiter mit ihren Haaren, die definitiv echt sein mussten, wann gelang es ihm endlich mal sie darauf anzusprechen? Er hätte es nur sagen müssen, doch er spürte, dass er es nicht konnte, nicht jetzt, nicht hier, er spürte nur ihre ganze Kraft, wie sie ihm alles schenkte und er doch so wenig für sie getan hatte...

Ewig war nichts gegen das, was sie empfanden und auch die Sonne, die blitzartig verschwand, die wohl hinter einem Wolkenband verborgen wurde, es änderte nichts daran, eben standen sie im Lichte da, nun sahen sie sich kaum mehr, doch sie spürten den anderen, voller Respekt und Liebe füreinander.
23.11.2003, 12:59 #127
Heimdallr
Beiträge: 12.421

Er war froh, dass er jetzt hier war und nirgendwo anders, er war dankbar, dass es jemanden wie Isabell gab, der ihm wieder etwas mehr Kraft gab, die er gut gebrauchen konnte, das Gefühl füreinander da zu sein, wie sie es nicht erst heute und gestern bewiesen hatten, das war ein herrliches Gefühl und er wusste spätestens jetzt, dass es richtig war sie nicht zu töten, sie am Leben zu lassen, denn das war es allemal wert, nein, es war eine Ehre für ihn, dass er sie erlernen durfte. Die Zeit verstrich so langsam, wie in einem Zeitloch, die Erinnerungen, die jeder für sich hatte waren sicher einzigartig, was dachte man schon in so einem Moment der völligen Zweisamkeit, wenn die Körper Haut an Haut sich schmiegen und die Seelen verrückt spielen, nun, da kam schon das erste Problem, denn er besaß ja nicht nur eine Seele, doch zumindest die, die ihn steuerte, sie fühlte dasselbe, wie auch die Seele von Isabell, es war schwer hier zu lachen, mehr aber leichter zu weinen und so spürte er, wie selbst ihm in dieser Situation eine einzelne Träne hinunterkullerte und auf Isabells Wangenknochen landete. Es war wie die Ewigkeit, doch auch die Ewigkeit musste hier ein Ende haben, genauso war es dann auch, denn als er nun sich wieder etwas mehr auf das Leben in diesem Raum und in der nahen Realität konzentrierte, weniger auf sein kaltes Herz und die Lippen des Mädchens auf seinem kalten Fleisch, da bemerkte er, dass Isabell noch immer blaue Flecke auf dem Rücken hatte und das wollte er sich gerne noch mal näher anschauen. Es tat ihm schon beim zuschauen weh, doch dagegen musste man etwas tun.

Als er ihren Kopf vorsichtig zur Seite nahm, bemerkte er, wie sie in einer Art Trancezustand war, sie hatte wohl eine Menge nachgedacht, vielleicht suchte ja auch nur die richtigen Worte für irgendwas, jedenfalls war sie sehr verstört von allem was passiert war und man merkte ihren kleinen Augen an, dass sie in den letzten Stunden viel geweint hatten, sie waren sehr rot und hatten auch nicht den Schlaf, denn sie sonst hatten bekommen.

Legt dich mal bitte hin, ich möchte mir mal deinen Rücken anschauen.

Seine Stimme war wieder in Ordnung, erstaunlich, dass sie nicht mehr zitterte, war ein gutes Zeichen, langsam kehrte wieder Gewohnheit ein, langsam wurde wieder alles gut...Isabell hatte nur genickt, ein gequältes Lächeln später hatte sie ihr Kleid geöffnet und sich hingelegt und der Schatten erschrak, denn das sah wirklich übel aus, er wusste ja nicht, wie es bei ihm am Rücken aussah, doch bestimmt nicht so schlimm wie bei Isabell, erst da zeigte sich das ganze Ausmass von gestern wieder.
23.11.2003, 13:51 #128
Heimdallr
Beiträge: 12.421

Wie sie so da lag, mochte man fast meinen, sie wäre nur ein kleines Kind, fast wie im Schlaf lag sie da und starrte nur nach vorne, wie gezeichnet musste sie gewesen sein, eine gute Frage, jedenfalls nahm er diese grüne Paste zur Hand und legte sie neben sich, dann befühlte er langsam die blauen Punkte und bei jeder Berührung zuckte sie zusammen, weswegen er auch ganz vorsichtig darüber faste, er wollte ihr auf keinen Fall wehtun, sie nicht verletzen, ihr nicht auch noch zu den seelischen Schmerzen körperliche zufügen, doch ihre Haut war hier so spröde und rau, dass es unvermeidbar war, ganz schmerzfrei darüber zu fahren. Manchmal bildeten sich große Platzwunden, wo die Haut aufgerißen war, diese Stellen hatten auch noch zahlreiche Hautsplitter an ihren Seiten und sahen aus wie Krater, es war unglaublich, wie sie diesen Schmerz ertrug und er, wurde von den Amuletten geheilt, er schämte sich dafür, dass er nicht wenigstens auch diesen Schmerz empfand, auch wenn es nicht geholfen, eher verschlechtert hätte, wollte er zumindest denselben Schmerz spüren oder wenigstens ihren Schmerz aufnehmen, denn in diesem Zustand schmerzte sein Herz mehr als ihr Rücken, sie ertrug das alles, ohne mit der Wimper zu zucken, nur das ein oder andere Mal, musste sie zittern, das war das böse Nachspiel dieser ganzen Sache und sie würden noch Wochen daran knabbern, aber in diesem Zustand bestand auch akute Entzündungsgefahr an den Stellen, wo die Haut aufgerießen war, deswegen konnte er sie nicht gleich einreiben, zuerst einmal, musste da Wasser drüber und am besten noch ein bisschen Alkohol, der war zwar sein Todfeindm desinfizierte aber perfekt, andererseits brannte er wie Beliar in seinem Heim, das würde ihr große Schmerzen zufügen, doch es war der einzige Weg, um auf Nummer sicher zu gehen.

Noch immer streichelte er ihr über die Haut und fragte sich, ob er das wirklich tun sollte, doch dann half ihm Isabell mehr oder weniger bei seiner Entscheidung mit.

Tu was du für richtig hältst.

Stehst du das durch?

Ich denke schon...


Er nickte, also gut, dann würde er es tun, er erhob sich und ging wie in Trance die Treppen hinunter, als ob er hier schon seit Jahren wohnen würde ging er zu dem Schrank, wo die Handtücher lagen und holte ein frisches heraus, ging dann zum Herd und fand im Schrank darunter ein paar Krüge und Flaschen, eine davon mit Reisschnaps, der hierfür genau richtig sein sollte und zu guter letzt füllte er noch einen leeren Tonkrug mit Wasser und nahm einen hölzernen Stab, der wohl eher für Pfannen gedacht war mit. Doch bevor er mit der ganzen Prozedur anfing, stellte er alles ab und ging noch einmal hinunter, das alles schien ewig zu dauern, doch was war schon Zeit, wenn man unsterblich sein konnte....Unten suchte er nach Verband, fand aber keinen, aber er bediente sich an einem Tuch, dass er mit seinem Dolch in zwei große Stücke zerrieß, es war nicht gerade schön, Isabell würde es ihm verzeihen, dann hatte er endlich alles, was er brauchte und mit trauriger Mine ging er wieder hoch, denn er wusste, was jetzt kam war nicht wirklich schön...

Zuerst nahm er eines seiner Tücher, eines der sauberen verstand sich und tunkte es in das Wasser, mit dem nassen Tuch wischte er ihr dann vorsichtig über den Rücken, wobei sie kein Wort sagte, überhaupt wirkte das ganze statisch, sie schien so tot zu sein, so aufgegeben, als ob sich da etwas wiederholte und er, er sah sich nicht mehr ähnlich, einerseits taute er langsam auf, doch er war so gespielt, so pantomimisch, er tat etwas, bewegte sich wie ein Mensch, führte Handlungen aus und doch schien er ganz woanders zu sein, das war er auch, nur wusste er das nicht direkt, er war so geteilt, als ob nur die Hälfte da war, seine Gefühle waren weg, entweder konnten sie das nicht ertragen, oder es war so gewollt...

Genau so statisch ging es auch weiter, als er langsam ihren Rücken trocknete, dann das Tuch auswrang und den Alkohol darauf kippte...er bot ihr noch den Stock an, doch sie nahm ihn gar nicht wahr, sie wollte es so......

......danach wollte er das Tuch wieder entfernen, doch er sah, wie seine Hand zitterte, sein ganzer Körper, es war nicht die Kälte, er wusste, was diese Reaktion hervorgehoben hatte und an diesem Punkt wurde er auch wieder er selbst, nun nur noch den improvisierten Verband anlegen, dann war er fertig. Das ganze war eine einstudierte Sache, er kannte diese Züge alle, wusste wie man sie anlegen musste, dennoch war es schrecklich und er war froh, als es wieder vorbei war.

Jetzt nahm er endlich wieder dieses grüne Zeug und legte das Mädchen wieder hin, sie wirkte so zerbrechlich, wie ein dünner Grashalm, wie eine Feder oder aber...wie eine Fee, doch er wusste, dass sie nicht nur das kleine Mädchen war, er kannte ihre Fähigkeiten und genau deshalb war es so unglaublich, wie sie nur so natürlich wirkten konnte, ohne diese Muskelberge, ohne irgendwelchen Hilfen....
Das Zeug roch sehr intensiv und fast etwas nach Kräutern, er konnte zumindest eine Andeutung von Melisse riechen, doch so gut war seine Nase auch nicht, jedenfalls rieb er sie damit an allen Stellen ein, die noch nicht mit dem Verband bedeckt waren, die Stellen waren noch immer blau, was sollten sie sonst sein und noch immer ertrug sie die sicher immer noch vorhandenen Schmerzen, nein Qualen mit eiserner Courage. Er spürte, wie das Zeug einzog, unter die Haut und auch wie es ihr half, schließlich war es das mindeste, was er tun konnte. Auch um den Hals herum, über die Lungen, bis er nichts mehr hatte, bis die Paste leer war, er hatte den ganzen Rest unter ihre Haut gerieben, das alles mit nur zwei Fingern, da jeder andere Druck Schmerzen verursacht hätte, zusätzlich...

Nach der Prozedur reichte er ihr wieder das Kleid und schaute an die Decke, obwohl er meinte den Himmel zu sehen, zumindest aus dem Fenster war es schwarz, wie immer in den letzten Tagen und nun konnte er nur hoffen, dass alles gut gehen würde, doch während sie sich sehr langsam anzog, stand er von der Bettkante auf und senkte sich vor dem Fenster auf die Knie, das schmerzte diesmal nicht, weil er aufpasste, aber es wäre ihm egal gewesen, er wollte nur zu Innos beten, nur...
23.11.2003, 14:42 #129
Heimdallr
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Oh Innos,
wie lange ist es nun schon her, dass ich zu dir gesprochen habe? Tage? Wochen? Monate? Warum tut man mir das an, wer tut mir das überhaupt an, bist du es? Ich lebe hier auf dieser Erde und sehe nur Leid, entweder töte ich, oder ich werde getötet, man nimmt mir alles, mal gibt man etwas, aber das ist doch alles kein Leben, ich weiß echt nicht mehr weiter, sicher, das hast du schon oft von mir gehört, aber was soll ich sagen, soll ich sagen, dass ich fertig bin, nicht mehr kann, ausgebrannt? Es ist nur so, ich habe mich von Khorinis abgewandt, ja das Kastell und seine Bewohner, von nun an werde ich nicht mehr hoffen, dass sie doch besserungsfähig sind, dass sie vielleicht auch nur Mitmenchen sind, du hattest Recht, aber das ist nicht alles, ich habe in letzter Zeit immer wieder das Gefühl, dass etwas nicht mit mir stimmt, keine Besessenheit wie mit dem Dämonen, keine Fragen, aber irgendwas anderes, dann ist da noch dieses Mädchen, du weißt wen ich meine, sie ist das, was ich nie sein werde und sie hat das, was ich nie haben werde, ich denke, dass ich sie liebe und doch weiß ich es nicht, sicher bist du der letzte, den ich in einer solchen Situation um Rat fragen würde, aber es ist nur, irgendetwas stimmt mit ihr nicht, ich weiß nicht, aber ich habe dieses Gefühl nicht nur, wenn ich gerade was gegessen habe oder seit Tagen nichts gegessen habe, du verstehst schon was ich meine, es ist wirklich komisch und das macht mich fertig, denn diese Ungewißheit...außerdem wären wir gestern fast gestorben, auch das hast du gesehen, aber warum, wieso schaffen wir es nicht glücklich zu sein, wir sind wie zwei einzelne Kämpfer gegen eine ganze Armee, wie sollen wir diese Schlacht nur gewinnen? Wir wollen doch nur unseren Frieden. Wenn wir gestorben wären, was wäre dann mit uns passiert?...ach ja was ich dir noch sagen wollte, ich hatte einen Traum, ich weiß nicht genau ob du das auch weißt, aber wir waren auf einem Regenbogen, konnten auf Wolken laufen und waren in einem wunderschönen Tal, ich hörte danach eine Stimme, ich muss die Aufgabe erfüllen, dann bekomme ich den Traum zurück, aber ich bin nicht der einzige....was meinte man damit, ist es vielleicht diese Aufgabe mit den Amuletten, ich habe in letzter Zeit Visionen, dort ist von ihnen die Rede, sind sie wirklich so wichtig? Bestimmung....ja dieses Wort hörte ich auch, aber was ist "die Bestimmung"? Und wer ist die zweite Person, es muss Isabell sein, sie MUSS es einfach sein nicht wahr? Wer sonst? Ich weiß, dass du mir nicht antworten kannst, aber ich hoffe, du lässt mich weiterhin unter deinem Auge, wir möchten doch nur Frieden, siehst du denn nicht, welche Schmerzen wir, aber besonders sie leidet? Wir sind doch bloß Menschen, diese Schmerzen machen mich fertig, es sind nicht nur Gefühle, manchmal glaube ich fast, da gibt es noch was anderes in mir, gestern, ich ahnte nicht zu sterben, aber sie. Verdammt, ich will sie nicht verlieren, ich möchte nur mit ihr zusammen in diesen Traum und ich möchte eine Antwort, ob ich sie wirklich lieben kann, oder ob ich mir das nur einbilde...
Ich hoffe du verstehst mich...


Was er da sagte war schon richtig und wenn es Innos wirklich gab, wovon er fest überzeugt war, dann würde dieser das auch erhört haben, nur hatte er einen Fehler darin, als er von Menschen sprach, denn er war schon lange kein Mensch mehr, seine Bestimmung sah etwas anderes vorraus, doch woher sollte er das auch wissen und noch war nicht sicher, ob er überhaupt fähig war, diese Bestimmung überhaupt anzunehmen, ob er schon bereit war, es waren sicher keine Prüfungen, die ihm da auferlegt wurden. Gestern. Doch eins schafften sie, sie brachten sie nur fester zusammen und stärkten seine Kraft, denn aus sowas lernte er, wissbegieriger als andere Jungen in seinem Alter, er lernte daraus schneller und auch mehr, doch wollte er es dennoch nie wieder, zumindest nicht, wenn Isabell darunter leiden musste...
23.11.2003, 15:21 #130
Heimdallr
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Als er sich wieder erhob und das Gebet beendet hatte, stand er noch etwa zehn Minuten an dem Fenster, wo er hinausschaute, er sah ein paar Menschen auf der Dorfstraße laufen, ein paar schienen zu lachen, warum auch immer, der Himmel war noch klar und ihm war nach einem Spaziergang, außerdem hatte er Hunger, doch er würde sich ganz nach Isabell richten, wenn sie wollte, dann konnten sie auch hier bleiben, aber was essen mussten sie auf jeden Fall, zwar hatten sich seine Energiereserven im Schlaf wieder erfüllt, da dabei wieder ein paar Energiebausteine abgebaut und umgemünzt wurden, aber so richtig gut fühlte er sich dadurch nun auch nicht, außerdem wurde es langsam gefährlich und wenn man so ein Gewitter und eine Unterkühlung überlebt, dann will man nicht an Unterernährung sterben, doch wenigstens waren sie soweit gesund, die Wunden an Isabells Rücken waren alle nur körperlicher Natur, sie würden im Laufe der Zeit heilen, da war er sich sicher, doch ihre Psyche hatte doch mitbekommen, als er dachte, denn sie war immer noch so ruhig, so gelähmt und er machte sich große Sorgen, dass dies jetzt zum Dauerzustand wurde, sicher, ihm ging es auch nicht gut, Grund für Fröhlichkeit hatte er nicht, doch nach dem Gebet ging es ihm besser, es tat gut jemanden seine Sorgen und Probleme zu beichten auch wenn es nur ein Gott war, den man vielleicht nie sehen oder hören würde, aber vielleicht war es so sogar besser, denn wenn er mit einem Menschen darüber geredet hätte, wäre vielleicht nur noch größerer Schmerz die Folge, da man eben nie wusste, wie andere darauf reagierten.

Aber als er sich umdrehte und sah, wie Isabell wieder angezogen aber doch noch ohne alles ins Leere starrte, da bekam er es auch ein wenig zu spüren, diesen Frost, normalerweise passierte monatelang nichts an seinem Rücken, außer die ein oder andere Schlaf-Nackenverspannung, doch seit gestern hatte er da die verschiedensten Temperaturbrüche gespürt. Er wollte ihr so gerne helfen, doch er hatte keine Ahnung wie. Der Fürst ging vorsichtig auf das Bett zu und setzte sich neben das Mädchen, sie war wirklich leicht verletzlich und jetzt verstand er auch eine Sache, die ihn immer beschäftigt hatte, warum konnte Kryliyx sie überhaupt gefangen halten? Sie war eine starke Frau, vielleicht auch stärker als der Dämon, doch er konnte sie nur brechen, weil sie so verletzlich war, das erklärte alles, also war sie nichts weiter, als ein kleines verletzliches Wesen, wie eine Fee, so kam es ihm immer mehr vor, was passte da schon besser? Er nahm ihre Hand und streichelte sie, jeden einzelnen Finger und jeden einzelnen Knochen, jede Faser, innen und außen, er spielte wieder mit ihren Haaren, was er wohl unbewusst gerne tat, warum auch immer, aber das war jetzt sicher das falsche Thema, auch wenn es ihm auf der Zunge brannte. Er wollte, dass sie wieder lachte, doch das ging wohl kaum, wenn er ihr einen Witz erzählen würde, er war darin miserabel, das überließ er den Gauklern dieser Welt, er hätte ihr auch was dichten können, aber er wollte ihr viel mehr etwas sagen.

Ach Sternchen, ich versteh dich und doch kann ich das nicht, ich kann deinen Schmerz nicht empfinden, ich kann deine Trauer und deine Gedanken nicht sehen, überhaupt...aber weißt du, du musst dir keine Gedanken machen, deine körperlichen Wunden, sie werden heilen, du bist eine starke Frau, du hast sicher schon schlimmeres überstanden, bald wirst du sie los sein, ohne Narben, ohne Brandmarkungen, sie sind vergänglich, aber du, du bist ewig, du wirst ewig leben. Und deine seelischen Wunden, nun, ich weiß nicht was du dir vorwürfst, aber ich muss dir wirklich sagen, dass ich dir in keinster Weise etwas vorwerfe, ich habe in der ganzen Zeit nicht ein einziges Mal schlecht über dich gedacht oder an deiner Person gezweifelt, ich habe es nicht mal als Streit empfunden, du musst eines wissen, ich....verdammt du Vollidiot, jetzt sag's ihr endlich - Ja...nein ich kann nicht will dich nie mehr verlieren, ich würde dich nie wegen sowas verlassen, außerdem ist das nicht meine Art, vielleicht hatte ich einfach schlechte Laune, aber du brauchst dir deswegen doch nichts vorwerfen, weißt du, mal gibt es schlechte Zeiten und mal gute, wir hatten in den letzten Monaten eher schlechte, du wahrscheinlich noch etwas schlechtere als ich, aber für mich war das Leben bis dato auch nicht leicht, doch vielleicht kommen jetzt wieder bessere und die werden wir zusammen erleben, aber egal was dich auch bedrückt, ich bin für dich da, das verspreche ich dir. Und jetzt sag mir bitte, wie ich dir helfen kann.

Oh man ich werd irre, wieso hab ich es ihr nicht jetzt gesagt, verdammt, das darf doch nicht wahr sein.
23.11.2003, 16:11 #131
Heimdallr
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Isabell hatte während des Gesprächs ihre Hand enger zusammen gepresst und schien sichtlich berührt von den Worten, doch dazu bestand gar kein Anlass, für ihn war es selbstverständlich, dies gehörte weder zu dem guten Umgang, den man als Adliger lernen musste, obwohl diese meistens sehr kühl und arrogant waren, noch zu der einfachen Höflichkeit und schon gar nicht zur Heuchelei, er war einfach nur froh bei ihr sein zu dürfen und wenn er sah, dass es einem Menschen schlecht ging, der ihm sehr viel bedeutete, dann war es selbstverständlich, dass er da alles versuchte, ihn wieder zum lachen zu bringen. Oder zumindest weg von der Tristesse. Er hätte das auch für andere Menschen getan, doch als einziges Beispiel von Frauen fiel ihm da jetzt nur Alina ein, oder nein da war noch Melyssa aus dem Amazonenlager, aber das war's dann auch schon, wobei er Melyssa nicht so gut kannte, sie aber immer sehr freundlich war, nun für diese hätte er das sicher auch getan, aber für Isabell ein bisschen mehr, bei seinen alten Freunden wie Long natürlich auch, aber sie waren Männer, da reichte es schon, wenn man mit denen was trinken ging (natürlich tat man nur so, als ob man das Bier trank) und sich ihre Probleme anhörte, das mochte bei manchen Frauen auch gut funktionieren, doch so genau wusste er das auch nicht, er hatte noch nicht so oft das zweifelhafte Vergnügen gehabt, worüber er auch ganz froh war, schließlich war es auch egal, denn man konnte das nicht vergleichen, man durfte es vorallem auch nicht mißverstehen, denn schließlich kam das auch immer auf die individuelle Situation an, was er und Isabell in letzter Zeit durchgemacht hatten, zusammen, das konnte man nicht mit anderen Dingen vergleichen, wo es vielleicht nur um Lappalien ging, hier ging es um pure Verzweiflung und hautnaher Schmerz, den Tod und was weiß noch....Er war verdammt froh erst vor Innos und jetzt vor ihr gesprochen zu haben, denn jetzt fühlte er sich wirklich erleichtert, nicht unbedingt besser, aber bestimmt nicht schlechter und es war wichtig das gesagt zu haben, jetzt hoffte er nur würde sie ihm glauben, doch es bestand kein Grund warum nicht, so unglaubwürdig klang er nicht und nun ja...wenn man so wie Isabell und Pergamo war, dann wusste man, welche Gefühle die Personen in ihren Worten anspielten und Isabell musste es einfach wissen, dass er das ernst gemeint hatte, das einzige was er sich vorhalten musste war diese eine verdammte Sache, doch vielleicht war es auch besser es ihr nicht gleich an den Kopf zu werfen, denn bevor er sich nicht sicher war machte es keinen Sinn, das würde wahrscheinlich eher in einer Katastrophe enden, wobei man auch wissen musste, wann man sowas sagte und diese Zeitpunkte hatte er jetzt ein paar Mal verstreichen lassen.

Dann endlich reagierte sie darauf, er ließ ihr alle Zeit der Welt, sie hatten Zeit, er war nicht drängend, warum auch, jedenfalls konnte man es schon Freude nennen als sie wieder ihren Kopf auf seine Schulter legte und auch nach der zweiten Hand von ihm suchend, als sie sich dann gefunden hatte, leise und noch immer geschwächt aber doch stark genug zu den Worten ansetzte.

Diese Zeit bei Kryliyx, sie war die schlimmste in meinem Leben, ich habe dort Qualen erlitten, die sich niemand der dasselbe nicht erlebt hat, nicht nachvollziehen kann, aber weißt du, ohne sie hätte ich dich vielleicht nie getroffen, wahrscheinlich sogar, ich weiß nicht was es ist, aber egal was du tust, egal was du sagst, ich spüre immer die Wahrheit darinne, dass du das alles ernst meinst ist für mich so unglaubwürdig und doch real. Ich hatte früher nie jemanden, dem ich so vertraut habe, vielleicht ist es Schicksal, dass wir uns erst durch Qualen getroffen haben und ich war schon oft am Boden, doch bin ich immer wieder aufgestanden, aber ich weiß nicht, wie lange ich das noch geschafft hätte, weißt du, wenn das hier nicht alles nur ein Traum ist, dann will ich ihn nie mehr hergeben, das alles ist so verrückt, das was wir tun und was uns wiederfährt, das kann doch nicht wirklich passieren. Darf ich dich um etwas bitten?

Natürlich darfst du das, immer und wenn es in meiner Macht steht, dann möchte ich es auch erfüllen.

Dann nimm mich in den Arm, gibt mir einen Kuss und lass uns zur Taverne gehen, denn sonst würde dieser Moment ewig dauern.


Und da sollte noch jemand sagen, es gebe keine klaren Bitten, doch er kam dieser nur zu gerne nach, während er sich früher noch dagegen wehrte sie zu küssen, war es nun kein Problem mehr, vielleicht war dies ja auch ein Zeichen, dass er beachten sollte, doch man sollte es auch nicht überbewerten, auch wenn es schon eine Menge aussagte. Er verstand Isabell, doch die Worte waren wirklich sehr wahr, vielleicht zu wahr für ihn. Er nahm sie lange in den Arm, genau dieselbe Bitte hatte er doch auch gehabt, komisch. Was sie wohl dabei dachte, er dachte nur noch mal daran, was gestern passiert war, sicher hätte er auch an was schöneres denken können, doch ihm war wichtig das nicht zu vergessen und so lief das alles was er noch behalten hatte vor seinem Auge ab, als er dann wieder hier, in diesem Haus war, ließ er los, kurz darauf berührten sich ihre Lippen, nicht so lange wie bei dem ewig dauernden Frostkuss, doch dafür sehr heiß, nichts würde jemals an den Frostkuss heranreichen, da konnte nichts drüber, doch auch dieser Kuss war wunderschön, doch auch wenn es schade war, hielt er sich auch an den letzten Teil, denn sie mussten wirklich was essen, es war nur vernünftig.

Doch bevor sie losgingen, sollten sie sich erst mal anziehen, zumindest er, denn bis auf seine Unterwäsche trug er seit heute Morgen nichts mehr am Körper, seine Sachen waren alle vor dem Kamin, wohin er jetzt auch langsam ging und sich anzog, kurz darauf hatte sich das Bild schon wieder geändert und der Fürst wurde zum Schatten, zum dunklen Geißelritter...

Er wartete und entzündete noch schnell das Feuer, dass es auch ja warm wäre, wenn sie wieder kommen würden, denn das Feuer war logischerweise längst erloschen, man hatte ja nichts nachgelegt. Dann kam sie, lange hatte es gedauert, doch er war so so so froh, dass sie scheinbar wieder in Ordnung war, denn sie hatte sich extra schick herausgeputzt, ein neues Kleid, von der Schulter bis zum Boden, wieder in schwarz, es so perfekt aus, anders konnte man es nicht beschreiben, außerdem lachte sie dabei, als sie nun vor ihm stand.

Und wie sehe ich aus?

Umwerfend, darf ich euch zum dinieren einladen schönes Mädchen?

Ja ihr dürft schöner Bursche.


Nun ja, das war mal wieder etwas übertrieben, denn so toll sah er sicher nicht aus, zumindest nicht heute, er musste sich unbedingt mal wieder neue Kleider kaufen, aber dieses Thema hatte er ja schon hundert Mal hinter sich, er würde sich bald mal drum kümmern...hoffte er zumindest. Und so verließen sie Hand in Hand das Haus um eben zu essen, das war auch bitter nötig, endlich hatten sie es geschafft, endlich...
23.11.2003, 16:51 #132
Heimdallr
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Die Nacht war schön, so richtig harmlos, hätte er gemerkt, dass es wieder ungemütlich geworden wäre, hätte er diesmal anders gehandelt, doch das war zum Glück nicht der Fall, es war eine einfache Nacht, etwas kälter als sonst und auch etwas windiger, aber sonst absolut perfekt, am Horizont sahen sie den Sonnenuntergang bzw. das Rot von eben jenem, bald wäre alles schwarz und irgendwie hatte das ganze was romantisches, aber nein nicht irgendwie, es war so, sie hatten viel auf dem Weg gelacht und er hatte sie immer wieder verträumt angeschaut, Isabell war niemand, der großen Wert darauf legte sich schick zu machen, sie brauchte sowas nicht, sie war schon so schön, einfach natürlich, wie sie so lebte, sie brauchte diesen ganzen Quatsch nicht, wenn er da an die Feiern dachte, die manchmal im Oberen Viertel zwischen der hohen Gesellschaft gefeiert wurden, das war wirklich widerlich, wie sie sich alle verstellten, es gab nur wenige, die sich wirklich so gaben, wie sie wirklich waren, ob das in ein paar Jahrhunderten auch noch so war, dass sich die Menschen so verstellten? Eigentlich müsste es so sein, denn die Gene veränderten sich ja nicht. Wenn er nicht genau wüsste, dass die beiden zusammen perfekt harmonierten und er seinen Stolz und seine Ehre niemals für jemanden verschenken würde, dann hätte er fast gesagt, dass er dankbar sein konnte jemanden wie sie zu kennen, er konnte sich gut vorstellen, was man dazu in den hohen Kreisen gesagt hätte, kein Gold, keine gute Frau, aber er war sich sicher, dass seine Eltern Isabell geliebt hätten, sie waren immer anders gewesen, war seine Mutter doch eine Frau aus der niederen Gesellschaft und doch war es echte Liebe zwischen den beiden, ja seine Eltern, sie waren wirklich in allen Belangen sein Vorbild. Aber er war mittlerweile froh von da oben weg zu sein, was hätte ihm schon bevorgestanden? Ein gradliniger Weg in der Miliz, dann nach ein paar "Banditenfangen" zum Ritter und was hätte er davon, diese dreckige Stadt beschützen, pah, dauernd in die Gesichter dieser Säufer blicken, pah, immer sehen wie die Werte Innos in den Schmutz gezogen wurden? PAH! Ja, er war auf dem richtigen Weg, er entwickelte sich gut, auch wenn es langsam nur um Detailsachen ging, so war es doch wichtig, dass er erkannte, was er genau wollte und Khorinis wollte er nicht mehr, ganz aus dem Leben verbannen könnte er es nicht, das war nicht möglich, doch er konnte es schrittweise abbauen....

Hey, alles in Ordnung, denkst du gerade an was?

Was? Ach so, ja ich dachte gerade über dich nach und dann bin ich irgendwie auf Khorinis gekommen.

Ach so. Und was hast du über mich gedacht, nur Gutes will ich hoffen...

Was denkst du denn, natürlich, aber du könntest mir ja mal ein paar Anregungen geben, wie ich etwas schlechtes über dich denken kann.

Ich werde mich hüten.


Dann kamen sie auch schon an der Taverne an, sie war ziemlich voll, drei Viertel der Plätze waren gefüllt, doch als ob er es geahnt hätte, ihr Platz war leer, fast konnte man meinen sie hätten es geahnt, dass die beiden heute Abend noch vorbeischauen, der Fürst verbeugte sich und wünschte allen Gästen einen guten Abend, die meisten hatte er irgendwie schon gesehen und da wuchs auch was zusammen, was er noch nicht kannte, dann ging er mit Isabell zum Tisch und bot ihr ganz der Kavalier einen Platz an, als sie saß, fragte er noch nach dem Getränk und die Schöne antwortete ganz brav, dass sie nur Wasser wolle, aber alles andere wäre ihm auch egal gewesen, den Rest brauchte er nicht, denn er wusste schon, was er bestellen würde. Der Wirt lächelte, hier waren alle so nett, das war schön.

Seid gegrüßt Fürst, was kann ich euch und eurer wunderschönen Begleiterin denn bringen?

Er grinste, diese Komplimente waren ja schon fast zu wahr um wahr zu sein, aber gut, er hatte halt dieses Glück und er wusste, dass es etwas ganz besonderes war, sicher hätte er auch andere hübsche Mädchen bekommen, das machten einfach seine Beziehungen und leider musste man sagen, war es in dieser Zeit nun mal so, aber das hatte dann nichts mehr mit dem zu tun, was die beiden verband, schließlich ging es nicht nur um äußerliche Schönheit, Isabells Schönheit war vielleicht in ihrer Seele noch größer, als in ihrem Körper. Doch der Wirt holte ihn mit einem Schulterklopfen wieder aus seinen Tagträumen.

Ähm ja, ach so ja, ich nehme ein Wasser und Isabell auch, zudem möchte ich das Beste, was ihr habt, ihr müsst wissen, wir haben Hunger, da weder ich noch Isabell aber eure Gutmütigkeit ausnutzen wollen, werden wir dieses Mahl selbstverständlich bezahlen.

Alles klar, das beste vom besten. Es ist mir eine Ehre.


Dann ging er zurück zum Tisch und setzte sich tief in die Ecke, die durch eine fehlende Kerze sehr dunkel war, doch bis das Essen kam hatten sie noch genug Zeit "sich" zu genießen.
23.11.2003, 19:58 #133
Heimdallr
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Es war köstlich, wirklich köstlich, es gab so viel und vorallem so leckeres, er fragte sich immer mal wieder zwischenzeitlich, wo denn das alles herkommen würde, es war nämlich schon komisch, Drakia wurde nicht gerade so doll von Schiffen angelaufen und naja, alleine von den Jagderzeugnissen konnte man zwar sowas herstellen, aber dann konnten Isabell und Pergamo nicht die einzigen Jäger sein, zwar hatte Drakia nicht gerade viele Einwohner, doch trotzdem verschlang diese Masse eine gute Anzahl an Nahrung und das täglich, denn es gab wohl niemanden, der wie er auch mal ein paar Tage vergass etwas zu essen. Doch diese Gedanken waren genau so schnell weg, wie sie gekommen war, er genoß lieber das Essen, wann gab es schon mal einen Grund für seinen Gaumen sich zu freuen, aber es gab auch leckere Sachen, einmal im Mondjahr konnte man sich das schon leisten, so geizig war er ja auch nicht, aber man musste schon sagen, er hatte wirklich keinen Falschgeiz, denn der Wirt hätte eigentlich zu seinem Wort stehen müssen und das ganze Essen wäre umsonst, das wäre dann wohl aber zu unverschämt geworden und das wusste er auch, es würde schon seinen Goldbeutel nicht übersteigen. Vorallem hatte es ihm die Schafspastete angetan, die hatte wirklich einen sehr würzigen Geschmack, aber auch die Moleratrippchen waren eine leckere Abwechslung gegenüber den sonstigen Keulen, die er von diesem Tier aß, dazu noch Scavengerstücke und zarten Käse, ein frischer Laib Brot, für jeden, eine Schüssel mit Gemüse und dazu noch eine Nusssuppe, das hatte er noch nie probiert aber der Wirt meinte nur, er mache jeden Tag neue Suppen und heute war eben eine Nusssuppe dran gewesen, schmeckte auch sehr interessant. Doch der Wirt war schon lange in der Küche verschwunden und er fragte sich, was er da machte, doch das Geheimnis wurde bald gelüftet, denn er kam mit einem riesigen Kuchen zurück, es durftete nach Zimt und Anis und dann nach Marzipan, diese Gewürze waren sehr kostbar und wurden nur in sehr sehr geringen Mengen verwendet, er hatte davon ein bisschen Ahnung, den sein Vater handelte unter anderem damit, früher, als das Handeln noch möglich war, ja da bekam er Höchstpreise dafür, doch es war gefährlich, eine Ladung weg und man war pleite, doch er hatte immer Glück gehabt, es war einfach zu begehrt und niemand, oder kaum jemand hatte sich dieses Risiko getraut, jetzt, wo keine Schiffe mehr kamen, da kam auch kein Zimt, kein Anis, kein Marzipan mehr, tja, da war's aus und jeder der noch was hatte, der ging sparsam damit um, andere meinten, es wäre eine gute Goldanlage, aber das war ja Blödsinn, niemand würde es kaufen, höchstens als Rezeptzutat, aber Gold verdienen konnte man damit nur in Massen. Der Kuchen schien extra für sie zu sein, aber irgendwie stimmte da was nicht, denn wieso backte man ihnen einen so "wertvollen" Kuchen, da stimmte doch was nicht. Als er den Wirt fragte, was das soll, meinte dieser nur, es sei sowas wie Freundlichkeit und er musste stutzen....

Freundlichkeit, das habe ich schon oft hier erfahren, dafür wäre aber kein Kuchen nötig gewesen, ich weiß doch, was ich an Drakia habe.

Dann zerschnitt er den Kuchen in genau neunzehn Teile, das war kein Problem für ihn als organisatorisches Talent, denn er hatte die Personen in der Taverne abgezählt, jeder sollte ein Stück bekommen, das war das Mindeste, schließlich war es nicht sein Kuchen, es war ihr Kuchen. Außerdem wusste er, wie man sich bei den Leuten beliebt machen konnte, denn er versprach lauthals. Die nächste Runde geht auf mich und der Wirt hatte Mühe beim abfüllen der Bierkrüge, er verzichtete allerdings und Isabell, sie winkte auch ab, nun ja, da sparte er immerhin, zwar würde er auf diesen Wege noch etwas mehr verlieren, doch Bier war zum Glück nicht so teuer und die Menschen würden sehen, dass er es auch verstand sich zu bedanken, Freundlichkeit konnte man sich nie genug wahren.

Als sich dann der Tumult auf das Bier legte und sie wieder alleine waren, nur zu zweit und der Kuchen, schaute er aus seiner finsteren Ecke in ihre Augen, den Kuchen hatte er noch nicht probiert, doch wollte es noch tun, aber ISabell, sie grinste ihn an, total frech und das konnte er natürlich nicht zulassen.

Hey was ist, hab ich ein Brett vorm Kopf?

Du und eine Freibierrunde, das ist wirklich komisch.

Was denn, ich versteh es halt die Menschen zu erfreuen, wenn man die Menschen erfreut, ist man sicher....außerdem wird sowas nicht so oft vorkommen.

Hm...der Kuchen ist ein Traum, nur leider weiß ich nicht was darin ist, außer die Früchte...hm Apfel.

Nun wenn mich mein Geruch nicht täuscht sind da Zimt, Anis, Marzipan und....hm....wirklich köstlich, hm, ja, jaja, Rosinen sind auch noch drin.

Was ist das alles, die Begriffe sagen mir nichts?

Nun das meiste sind Gewürze, kommen per Schiff hierher, jetzt nicht mehr durch den Krieg, die Schiffe kommen nicht mehr und auch diese Gewürze und Früchte kommen nicht mehr. Weißt du was ich jetzt gerne machen würde?

Wie sollte ich? Sag es mir.

Ich würde gerne den Geschmack von Zimt, Anis, Marzipan und all dem anderen kosten.

Dann iss noch ein Stück, noch ist was da.

Nein das meine ich nicht, den Geschmack kosten, von deinen Lippen, aber keine Sorge, ich nehme mit dem Kuchen auch vorlieb.


Der Abend neigte sich dem Ende zu, die heutigen Kerzen brannten aus und die Gäste tranken alle ihr letztes Freibier, auf seine Rechnung wohl gemerkt, die ersten gingen, die zweiten gingen und langsam wurde die Taverne leerer, der Kuchen war ratzfatz alle gegessen und nun erhob er sich auch.

Wirt, was schulde ich euch?

Nun, das Essen, die Freibierrunde, den Kuchen berechne ich natürlich nicht, sagen wir sechzig.

Sechzig? Nun gut, hier bitte, sechzig.


Er kramte an seinem Gürtel und warf dem Wirt dann einen fünfzig Goldstückebeutel zu, doch dann fiel ihm auf, dass er kaum mehr Beutel hatte, also nahm er ihn noch mal und ließ das Gold auf den Tresen regnen, dazu noch zehn aus dem losen Beutel und schon war er sechzig Goldstücke ärmer. Dann viel ihm noch ein, dass er Isabell noch neunzig Goldstücke fehlte, er würde sie ihr gleich geben. War nur die Frage, ob er heute wieder hier schlafen sollte, oder nicht, eigentlich bestand kein Anlass dazu, andererseits war er gerne in ihrer Nähe...eine schwierige Entscheidung.
Zuerst einmal jedoch verließen sie das Tavernengebäude wieder, um an die frische Luft zu kommen.

Die Nacht war kühler geworden, der Wind weniger, doch so machte ihnen die Kälte nichts aus, es war ja alles noch normal, nicht beunruhigend.
23.11.2003, 22:35 #134
Heimdallr
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Sie gingen langsam in den Gassen, bald mussten sie sicher da sein, der Mond kam unter einem Wolkenband hervor und leuchtete auf die Straßen, er war nun schon deutlich magerer als zuvor, dennoch schien das Licht bis auf die Erde, der Fürst blieb stehen und starrte nach oben, ihn faszinierte das Bild, doch schon kurz danach spürte er etwas an seinem Mund, genauer gesagt an seinen Lippen und der Geschmack von Zimt und Anis und natürlich von Marzipan machte sich in ihnen breit, sie hatte es also doch ernst genommen, was mehr aus verträumter Naivität gesagt wurde, verwandelte sich in Ernst und er wusste nicht, ob er lachen oder etwas sagen sollte, er entschied sich dann aber doch für ein Lachen, Isabell, sie war wirklich unglaublich und er wusste nicht, ob sie manchmal nicht zu weit ging, sie war so anders und doch so typisch. Er würde sie wohl nie richtig verstehen, oder doch?

Und so seh ich zur dir herab, hinfort mit dem Mond, nur um dich zu sehen und dein Antlitz in meinem Herzen zu spüren, so groß der Mond auch sei, nichts könnte größer sein als du und deine Wärme, die mich küssen lassen deine Lippen, um die Flamme der Lust erneut und auf alle Zeiten zu entflammen, nur um zu spüren, dass es mehr gibt als nur Leben, verkommen und verraten in vollster Ekstase brennen wir sie hindurch, lassen unser Leben zur Sünde vollkommen und nur für diesen einen Kuss leben, als ob es der letzte in unserem Leben wäre.

Ihre Lippen berührten sich erneut und es war von einer Wärme, die in den letzten Tagen fern der Körper war, so dass es sich auch so anfühlte, so unglaublich intensiv, es war wirklich eine Sünde, denn er tat etwas, was er nicht tun durfte, doch seine Gefühle für die Ewigkeit waren nichts im Vergleich zu seinen Gefühlen im Hier und Jetzt und deswegen konnte er sich auch nicht beherrschen, es waren schon zu viele Fehler, viel zu viele Fehler, dass sie nichts hätten bedeuten können und doch noch zu wenig, um sich sicher zu sein, er lebte sozusagen ein Leben ohne Sinn, obwohl er die schönsten Lippen dieser Erde küssen durfte, denn was war dies schon, wenn man mit der Ungewißheit leben musste, dass alles umsonst war, wo doch nichts dagegen sprechen konnte. Wie so oft sollte es einen Hauch von Ewigkeit mit sich bringen und doch währte es nur kurz.

Was hat dich finden lassen diese Worte und diese Tat zum Vollzug bringend.

Du warst es, die mich inspirierte, mit deinem Beginn hab ich es weitergeführt. Doch nun sollten wir wirklich weitergehen, übrigens solltest du nicht immer alles so ernst nehmen was ich sage oder ich sollte mich besser hüten, was ich sage.


Das Haus war kaum mehr entfernt und er fragte sich noch immer, was er tun sollte, doch er würde das Schicksal entscheiden lassen. Sie öffnete die Tür und sie traten ein in die gute Stube. Er begab sich ohne zu zögern zum Kamin, er legte Holz nach, das langsam zu Neige ging, er würde wohl alsbald wieder mal zum Holzfäller degradieren, doch das war wenigstens eine Aussicht, etwas zu tun, er freute sich fast darauf, doch noch war genug da und es wärmte, ja es war richtig warm geworden. Ansonsten war kein Licht zu sehen und deshalb war das Feuer auch so faszinierend, denn es tanzte das Licht vor und in diesem Feuer wäre ihm jetzt sehr nach Schreiben zumute gewesen, doch zuvor unterbrach ihn die Schöne noch. Diesmal küsste sie ihn bewusst nicht, so wie sie es immer machten, sondern ging nach oben. Ich erwarte dich dann.

Nun konnte er sich natürlich fragen, ob es das richtige wäre, denn seine Seele war voller Zweifel, er wusste nicht, gestern war es noch normal, es war wichtig aber heute, heute zerfrassen ihn die Zweifel, denn es war mehr als eine Sünde, es war ein Vergehen im Bett einer Frau zu schlafen, die nicht die Seine war und für jemanden wie ihn war dies noch viel mehr, ein Verbrechen, doch warum konnte er dann keine klare Entscheidung treffen, warum dachte er nach....

Ein Pergament später, den Stift gespitzt und an einen spärlich beleuchteten Tisch gesetzt, bebte die Spitze, denn seine Gedanken hatten sich genau richtig geformt, er war willig zu schreiben.

An den Feuern sitzend, sehe ich die Flamme der Wahrheit, doch es ist nicht nur die Wahrheit, die in meinem Herzen entflammt, auch die stechenden Blicke der Ungewissheit, sie zerschneiden mich wie ein Messer, ein Dolch in meinem Fleisch, es brennt sich tief in meine Wunden, die ich noch nicht habe, doch an einem Tag wie diesem wird klar, wie wechselhaft doch alles ist, wie der Schatten das Licht verschlingt und dieses zurückschlägt, dieser Tag vergeht wie Sonne und Mond, doch meine Gefühle sind gesplittert, lassen mich nicht klar denken und machen mich trunken, all das nur wegen einer Seele, die ich nicht kenne, nie kennen werde, doch immer wieder wiedersehen werde, wenn sie zusammen wachsen, eins werden, dann nennt man das doch Liebe oder nicht? Ich weiß nicht, was würde man tun, wenn es nicht anders geht und einem doch verwährt bleibt, lasst mich doch die Vision endlich spüren, ich will sehen, wie sich mein Herz ergibt und in den Schoss der Wonne fällt, ich will fühlen, wie es ist, wenn man grenzenlose Liebe erfährt und auch will ich Antworten, die nur das Leben schreiben, so dies, an diesem Tag nach dem Untergang der Welt, ist mein Bitten, mein Begehr und alles was sich mir erfreut an tiefsten Herzensgrunde.

Er nahm das Pergamentstück und rollte es zusammen, bis es wieder unter den anderen verschwand, morgen, morgen wollte er es einordnen, schon wieder war er nicht dazu gekommen, doch man war nachsichtig, denn heute war der Tag des Übergangs, die Normalität verlangte nun mal ihren Preis, doch sie wartete auf ihn, oben, ein Wort so unglaubwürdig und doch war es da. Das Zeichen der Bedeutsamkeit, der Feind von Gleichgut, so eilte er die Treppen hinauf, wie den Regenbogen zum Himmel.

Sie stand da, es war wie erwartet, doch wiedererwarten war sie schöner als die Nacht es preisgab, als er sich erträumen ließ und es war eine Farce zu glauben, dass es nicht noch schöner ging, doch war sie immer schön und doch wurde sie jedes Mal schöner.

Da bist du ja endlich. Ich habe auf dich gewartet. Hast du dein Werk vollbracht?

Ja, es ist mir gelungen einen klitzkleinen Teil dieses Tages festzuhalten und in erbärmlichen Worten niederzuschreiben, ich hasse sie, denn sie können nicht im ungefähren beschreiben, was mein Innerstes doch fühlt. Sie können deine Schönheit nicht sehen, deswegen bleiben sie auch für immer gestraft, doch damit auch meine Worte zu Pergament.

Ihr Dichter seid doch alle gleich. Doch mit Stiefeln wirst auch du dieses Bett nicht betreten.

Aber nein, ich bin kein Dichter, kann nicht von diesem Handwerk leben, kann nicht das Volk erfreuen, das überlasse ich den Gauklern, kann nicht am Hofe singen, bin nicht fähig ein Instrument zu spielen, kann niemandes erfreuen, bin kein Pierrot und kein Harlekin, ich bin nur das, was ich hier bin, ein Schreiber der losen Worte, die durch Zeit und Raum fliegen, ich fange sie ein und halte sie fest, Nachweltarbeit, vielleicht Historiker mit einem Zug zum Unerklärlichen, genau und doch nichtssagend.
Und es wird nicht vorkommen, dass ich euer Bett betrete werte Dame, nicht mit Stiefeln, so pflege ich nicht zu Bett zu gehen.

Nun, Schreiberling, dann sei es euch gewährt.


Als sie dann gemeinsam im Bett lagen, selbstverständlich ohne Stiefel, konnten sie nicht direkt schlafen, es gab noch viel zu viel zu klären und er wollte noch so viel sagen, doch das wollte er nicht übertreiben, denn sonst würden sie die Nacht nicht schlafen. Es machte ihm wirklich Spaß mit ihren Haaren zu spielen, irgendwie tat er das nun ständig, es zog ihn magisch an. Vielleicht wollte er deshalb nicht danach fragen, dabei hatte er es sich fest vorgenommen. Doch da er selber noch überlegte, erzählte ihm Isabell eine Geschichte, die ihn doch sehr erstaunte....

Ich hatte neulich einen Traum. Willst du ihn hören?

Ja bitte erzähl...

Ich war in einem Tal, es war wunderschön, überall blühte es und Vögel zwitscherten, der Herbst hatte Einzug gehalten und ich sah einen großen Gletscher, es war sehr friedlich und mir hatte es gefallen, doch das größte war ja, dass ich auf einem Regenbogen stand, ich konnte auf ihm laufen verstehst du, laufen und später dann war ich auf den Wolken schwebend, ganz an der Spitze, die Wolken hielten mich. Komisch oder?

Nein. Find ich nicht. Weißt du warum? Ich hatte denselben Traum...nur etwas anders, ein ganz kleines bisschen, aber eben habe ich mich sehr erschroken, denn wie kann man denselben Traum haben?

Du hattest wirklich denselben Traum?

Ja.

Verrückte Welt oder doch kein Zufall...

Ich weiß es nicht...

Wir sollten schlafen, was meinst du?

Du hast Recht, lass uns schlafen, aber eines noch.


Er gab ihr noch einen leichten Kuss auf die angedeuteten Lippen, da sie ja seitlich lagen und lehnte sich dann wieder zurück.

Gute Nacht.

Dir auch


Sie hielten sich die Hände und schliefen ein, zumindest versuchten sie es, es war eine ganze Menge passiert und er war sich nicht sicher, ob das alles richtig war, was hier passierte und überhaupt, doch solange seine Selbstzweifel noch nicht obsiegten und er die Gelegenheit hatte, würde er es genießen, nur endlos genießen.

Diesmal hatten sie sich nicht weggedreht, sie lag links, er rechts, beide blickten auf die Mitte des Bettes und ihre Hand war dort vereint, wie den ewigen Schlaf der Träume sie schliefen, niemals wieder erwachen in dieser vollendeten Form des Glücks, mit der Hoffnung auf noch bessere Tage, der Verschonung von Unglückseligkeit und der endlosen Träume, ein Bild, wie es ein Maler zeichnet, ein Dichter reimt und ein Herold verkündet, auf das es niemals ende, niemals....
24.11.2003, 16:44 #135
Heimdallr
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Schatten der Zeit

Sie waren am Morgen fast zeitgleich aufgewacht, es war vielleicht früher Morgen gewesen, doch sie sahen es nicht als nötig an aufzustehen, lieber blieben sie unter der warmen Decke und unterhielten sich, dabei kam wirklich alles zur Sprache, nur nicht so bestimmte Sachen, die man eigentlich hätte erwarten können, er hatte noch immer nicht gefragt, was mit ihren Haaren war und sie vermieden es über unangenehme Dinge zu sprechen, denn davon hatten sie echt genug gehabt, so verlängerte sich das ganze noch um mehrere Stunden, denn sie waren schlichtweg zu faul um aufzustehen, vielleicht war es auch einfach nur zu schön, dass sie es nicht aufgeben wollten, wenn sie schon aufwachten, dann wollten sie wenigstens diese Gefühle nicht verlieren, sie hatten beide Angst, das es wieder alles weg wäre, wenn sie aufstanden, doch war dies natürlich Blödsinn, denn die Gefühle konnten nicht aufhören...noch nicht. Isabell war so anmutig, dass er nie genau wusste, wo er lieber hinsah, doch er musste auf jeden Fall sein kleines Stück umschreiben, denn da war ja noch von etwas anderem die Rede, aber das hatte keine Eile, vielleicht würde er auch ein vollkommen neues Stück schreiben, wer weiß. Jedenfalls war er in letzter Zeit so inspiriert, dass es kein Problem sein sollte, doch das war nicht so einfach, denn sie brauchten vorallem eines, Zeit, doch diese hatten sie nicht. Die Zeit, sie zerrann so schnell und er wusste, dass es bald wieder losgehen würde, er spürte dies, das alles jetzige keine Ewigkeit hätte, dass es irgendwann enden musste, es war Schicksal, doch vielleicht irrte sich sein Gefühl ja auch, er wollte den Weg nicht alleine gehen, er wollte ihn mit Isabell gehen, nur in welcher Beziehung, das wusste er nicht, er war sich in der letzten Zeit ziemlich sicher gewesen, dass er sie wirklich liebte, er spürte dies, doch andererseits konnte das alles auch nur eine Gefühlsschwankung zwischen den ganzen Ereignissen sein, vielleicht war es auch nur Einbildung, aber ging das, nur das alles einbilden? Ging das, dass er sie küsste und nichts dabei empfand, dass er Fantasien hatte, die nicht aus reiner Freunschaft entstehen konnten, ging das, dass er jemanden so verehrte, vielleicht auch bewunderte ohne Liebe? Durchaus denkbar, er wusste nichts davon, er konnte sowas nicht nachlesen, nicht ergründen, doch das wäre auch sicher der falsche Weg gewesen, aber war das alles nicht nur eine Momentaufnahme? Was war morgen? Was war übermorgen, in einer Woche, einem Mondjahr, einem Zyklus? Verdammt er konnte es nicht wissen, er wollte nichts überstürtzen, nichts falsches tun und außerdem hatte Isabell da auch noch ein gewichtiges Wort mitzureden, nicht nur, dass sie niemand war, der sich kaufen ließ, gar befehligen, nein nein, sie war viel zu kostbar das er dazu fähig gewesen wäre, er achtete das, er hatte in seiner frühen Jugend oft ein paar schmutzige Sachen mitbekommen, wo Frauen gegen ihren Willen verheiratet wurden und früher war er geteilter Ansicht, sah es aus naiven Augen, doch inzwischen wusste er wie die Sachen waren, diese Frauen litten grausamste Qualen, nur für irgendwelche faulen Säcke, nein, er hatte seinen eigenen Weg gewählt, er würde es nie soweit kommen lassen und vorallem hatte er das perfekte Vorbild, seine Eltern hätten ihn in Beliars Reich gejagt, wenn er sich anders entschieden hätte, doch mal abgesehen davon, dass er es nie tun würde, nie tun könnte und Isabell es auch nie zulassen würde, vielleicht waren ihre Küsse und ihre Leidenschaft auch nur aus reiner Freundschaft, vielleicht sah sie das alles vollkommen anders, wer konnte schon in ein Mädchen hineinschauen, sie hatte nie von Liebe gesprochen, vielleicht bewusst, oder aber auch ganz unbewusst, außerdem kannte er sie immer noch sehr schlecht, zwar lernte er von ihr jeden Tag mehr und sie von ihm, doch eigentlich waren sie sich noch ziemlich fremd, nein nein, bevor er sich nicht sicher war, dass das alles nur Zeitmomente waren, konnte er sich ihr nicht anvertrauen, aber eigentlich...war er sich sicher....

Dann waren sie irgendwann gegen Mittag aufgestanden, es war schon tiefer Sonnenstand, oder nein, es wäre tiefer Sonnenstand, wenn die Sonne dagewesen wäre, es war dunkel und grau, zur Mittagszeit, nun ihn erfreute das eher, Isabell schien es gar nicht zu bemerken, sie waren in die Taverne gegangen und hatten etwas gegessen, hatten sich noch einmal für den Kuchen bedankt und dann hatten sie sich getrennt, er war froh darüber, nicht weil er sie loswerden wollte, schon ein paar Minuten nach ihrem Weggang hatte er Sehnsucht nach ihr (das konnte wohl nicht mehr normal sein) doch musste er ein paar Dinge erledigen, zum Beispiel sein Foliant, das war mehr Arbeit, als er dachte, später wollten sie sich zum Abendmahl wiedertreffen und das war's auch schon

...Schatten der Zeit
24.11.2003, 17:50 #136
Heimdallr
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Es war eine Heidenarbeit, zuerst einmal musste er seine ganzen Werke finden und da hatte sich seit seinem Aufenthalt im Minental ganz schön was zusammen geschrieben, war er wirklich so aktiv mit dem Stift? Er konnte es gar nicht glauben, aber die Werke trugen alle seine Handschrift und zu jedem konnte er eine kleine Geschichte erzählen.

"Die Schlacht der Helden gegen den Wurm", ja er erinnerte sich gut daran, er war mit ein paar Leuten zusammen gewesen, darunter war ein Söldner, damals war er noch Schürfer gewesen, oder Wegelagerer, oder Bandit? Wie auch immer, er war noch "Angestellter" und eine Frau, es war Satura wenn er sich nicht irrte, ja Satura musste das gewesen sein, er würde sie nie vergessen....bei der Gelegenheit nahm er die Heilsalbe raus, ja sie war eine Heilerin oder ähnliches gewesen, aber keine Hexe oder so, diese Salbe gab sie ihm zum Abschied, er würde sie wenn möglich nie einsetzen, denn sie hatte diese Erinnerung, dennoch würde er sie nie vergessen, vielleicht würde er sie noch mal treffen, vielleicht. Dann war da noch Gardiff, dieser komische Vogel, ja mit ihm hatte er sich mehr schlecht als Recht verstanden, er war einfach komisch, nun ja, um genau zu sein hatte er mit ihm nie geredet, nur beobachtet, er war ganz gut mit dem Schwert, nun ja, er war sehr gut...und dann, dann war da noch dieser große Mann, dieser wahrliche große Mann, er war der Anführer, er war der Mann für Alles, schwarze Rüstung, groß gewachsen, gigantische Klingen, dennoch kannte er den Namen nicht, er hatte eben nie gefragt, schon seltsam, wirklich seltsam, was wohl aus dem Mann geworden war?

Was gabs denn da noch so feines....ah ja

"Die Orkballade", dieses Stück, es war eine Hommage an den Orkkrieg mit den Menschen und eine Erinnerung an den Aufenthalt im Minental, nicht leicht und es war auch voller Versfehler, doch er mochte es, er hatte es geschrieben, oben auf der Banditenburg, hatte dort auf seinem Lieblingsstein gesessen, den er immer mitnehmen wollte und ja, es war eine Erinnerung an die alten Zeiten, er und Schürfer....er hatte sich nie vorstellen können, dass er, ein Fürst mit Gold einmal in einer Mine schürfen würde, die niedersten Arbeiten verrichten und doch war es damals eine schöne Zeit, eine lehrreiche Zeit, doch heute, nein niemals würde er noch einmal sowas machen, er hatte es nicht mehr nötig und er wollte es auch nicht mehr tun, er war dieser Arbeiten nicht würdig und nie würdig gewesen, doch wer weiß, vielleicht sollten sie ihm noch mal nützlich sein, sie hatten wenigstens ein paar Muskeln aufgebaut, doch ihn nie zu dem gemacht, was er nie sein wollte, er bereute die Zeit nicht, doch er bereute die Zeit danach....

Und dann war da noch...ah genau

"Die Hommage an das Meer", was sollte er dazu noch sagen, es war die Versöhnung mit dem Meer, was wollte er da noch sagen, er hatte sich einen Fehler geleistet und mit diesem Werk hatte er um Verzeihung gebeten und er wurde anscheinend auch erhöhrt, der Gott der Meere war gnädig mit ihm.

Dann war da noch...

"Der Abschied der einstigen Heimat", "Ewiger Aufstieg ins Kastell" und "Drakia - Stadt des Glückes?", sie alle waren mehr oder weniger Momenteindrücke, doch waren das nicht alle? Er war stolz darauf, dass er sie geschrieben hatte, dennoch waren sie schlecht.

Diese ganzen Gedichte und Verse sind Müll, dieser ganze Mist mag ja für eine Schänke gut genug sein, aber nicht mal bis dahin hat man sie getragen, ich will ein guter Schreiber sein? Was schreibe ich dann diesen ganzen Müll. Mir fehlt ein wahres Meisterwerk, eine Ehrung, mir fehlt alles, mir fehlt die Zeit, mir fehlt die Fantasie, mir fehlt eine Muse und mir fehlt wohl auch das Talent, dieser ganze Dreck gehört verbrand.

Er war nah dran das alles zu zerreißen, so wütend war er über die Worte, die er da las, in seiner Kammer, so allein und so poesielos, es war alles schlecht, alles Müll, hatte keine Daseinsberechtigung, doch er hielt an sich, wer weiß, wenn sie doch jemanden gefallen würden, wäre es vielleicht besser sie aufzuheben, dafür hatte er ja auch den Folianten, doch er war wirklich nicht davon überzeugt, sie hatten was, aber sie hatten nicht DAS, vielleicht war er auch einfach zu selbstkritisch, verlangte zu viel, doch das war nicht das, was er konnte. Das dachte er, doch nur bis er...

"Isabell" in die Hände bekam, er vertiefte sich rasch in das Stück, dass auf diesem neuen Pergamentblatt war, jedes seiner Worte sog er auf, es war wie ein Lebenselixier, es war wundervoll, das waren nicht seine Finger die das schrieben, er musste vollkommen inspiriert sein, natürlich...er las und las und las, dreimal, viermals, immer wieder und wieder, bis er dem Gedicht den ersten Platz in dem Folianten gab und tief durchatmete, so schlecht war das andere vielleicht doch nicht...und so bekamen auch

"Mondfinsternis" und "Ohnmacht" ihre Würdigung, die sie verdienten und dann war da noch...

"Traum vom Paradies" und das Ding, das war wirklich gut, das war wirklich so gut, das er laut schwärmte und es laut vorlas, was er sonst nie machte, es war nicht gut wegen den Worten, sondern wegen dem Sinn, wegen der Sache, die dahinter stand, ja, es war vielleicht eines seiner besten Stücke, doch nicht das beste, dieses würde erst noch geschrieben, da war er fest davon überzeugt und das machte ihm schon wieder Mut für die Zukunft.

Und dann, dann entdeckte er noch ein Gedicht, dass er noch gar nicht kannte, oder er hatte vergessen es geschrieben zu haben, doch es war eindeutig seine Handschrift, es trug den Titel:

"Die Nacht" und da er es nicht kannte, las er auch dieses Stück noch einmal vor...

Nach dem Schwarz der Nacht
Ward er am Morgen erwacht

Durch das Schwarz der Nacht
Wurde er von Mächten erdacht

Nur im Schwarz der Nacht
Hat er ein Fünkchen Macht

Schwarz ist nicht Rot
Blut ist nicht Tod

Doch zusammen sind alle
Eine tödliche Falle

Vereine Tod und Blut
Und bald geht es dir gut

Denn für mich die Macht
Liegt im Schwarz der Nacht

Und ich werde dich wiedersehen
Darum bitten, darum beten, darum sehnen

Denn du allein bist für mich die Macht
Du allein bist das Schwarz der Nacht


Ein blödes Stück, er mochte es nicht, hatte er es für sich, oder vielleicht jemand anderes geschrieben? Er wollte es nicht zerstören, doch fand er es einfach nicht gut...

Das war's dann und er war mit dem einordnen fertig, nicht schlecht, das war wirklich eine Menge Pergament, doch es würde hoffentlich noch mehr werden und hoffentlich noch besser, er wusste nicht, wann er wieder eines schreiben konnte, das konnte man nie sagen, doch seine Inspiration und sein Hunger danach waren groß...
24.11.2003, 18:22 #137
Heimdallr
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Er hatte gerade alles weggelegt und den Folianten an einem schönen Ort in seinem Zimmer - unter seinem Bett - hingestellt und wollte sich jetzt noch ein wenig ausruhen, wofür er sich schon das Bett angelächelt hatte und nur noch die Stiefel ausziehen wollte, da klopfte es an der Tür und da er wusste, dass er nicht abgeschlossen hatte, machte er einen Sprung in das weiche Bett und bat den Klopfenden herein.

Es war Isabell, die da geklopft hatte und scheinbar hatte sie gerade das vor, was er jetzt am wenigsten gebrauchen konnte, egal was es war, er würde wohl aufstehen müssen, dabei hatte er sich gerade hingelegt, so ein Mist aber auch.

Na was willst du?

Wollten wir nicht essen?

Ja stimmt, aber...

Hm?

Nichts, lass uns gehen, Hunger hat man doch immer, vorallem wenn man kaum was isst.

Du bist sowieso viel zu dünn, wenn du so weiter machst, dann stirbst du mir noch weg, außerdem gehört es sich nicht, dünner als die weiblichen Wesen zu sein, hörst du!

Nun, wenn ich dir lieber als runde Kugel bin, mit einem netten Säufer-, auch Bierbauch genannt, fetten Schenkeln und Armen, die sich kaum bewegen können und auch sonst nicht wirklich toll aussehen, nun, dann werde ich wohl essen müssen, außerdem übertreibst du mal wieder vollkommen, du wiegst doch mindestens noch ein Pfund weniger.

Du bist ein Idiot.

Hehe


Dann ging sie runter und er zog sich noch schnell die Stiefel an, wobei es ganz schön schwer war aus diesem weichen Bett herauszukommen, denn was war das schon im Vergleich zu einem harten Holzstuhl, aber sein Magen würde es ihm danken, mal wieder zwei Mahlzeiten am Tag zu essen.

Er schloss noch schnell ab und dann, dann war er auch schon auf dem Gang, dann auf den Stufen und stand unmittelbar danach am Tresen, wo er sich aber nicht lange aufhielt, nur zu seinem schon angestammten Platz ging, wo Isabell sich gerade einen Schluck gönnte, schnell war er auf den Platz gehuscht und hatte sich gesetzt. Er wollte gerade wieder anfangen zu reden, da kam der Wirt und nahm die Bestellungen auf, doch da war er diesmal ganz bescheiden, sagte nämlich nur, ich nehme dasselbe wie sie und ein Wasser, würde schon stimmten, sie wollten schließlich nicht gleich schon wieder so dinieren wie gestern, dafür reichte das Gold dann doch nicht, doch diese einfachen Essen waren eh umsonst und langsam sollten sie mal wieder was holen, es war Zeit.

Isabell...

Ja?

Hier sind neunzig Goldstücke, nicht das ich es wieder vergesse...

Neunzig Goldstücke? Was soll ich damit, ich meine, wieso?

Das ist das Gold von einem Jagdzug, den ich getätigt hatte, als naja du weißt schon, ich war alleine draußen, da kam dann die Summe hundertachzig heraus, das ist dein Anteil. Fünfzig Prozent. Und sag nichts, ich weiß, dass du daran keinen Anteil hattest, aber wir sind Partner, ich teile es mit meiner Partnerin, so war es ausgemacht.

Nun dann,...danke.

Nicht für schnöden Mammon.


Der Wirt kam und brachte das Wasser, serviert im goldenen Kelch, nur war es ein einfacher, früher trank er aus ganz anderen Kelchen, doch er wollte sich nicht beschweren, ihm war jedes Material und jede Form recht, hauptsache man konnte daraus genießbares Wasser trinken, ob das Trinkgefäß jetzt aus Silber oder Gold war, interessierte ihn nicht.
24.11.2003, 19:50 #138
Heimdallr
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Das Essen war lecker, aber eher ein einfaches Essen, es gab eine Suppe, nichts besonderes diesmal, nur eine einfache Suppe aus Rüben mit ein bisschen Zucker versüßt, aber vielleicht sogar etwas zu süß, doch egal, ihm schmeckte es, es war warm, es war sättigend, mehr brauchte er nicht unbedingt, dazu gab es ein Brot zum auftunken und als letztes ein Stück Käse, denn Käse schließt ja den Magen, alles im Allen war es ein leckeres Abendessen und es würde den Wirt schon nicht ins Grab bringen, sie hatten ganz normal gespeist und auf der Suppe wäre er wohl sonst eh sitzen geblieben, Nahrung für die Ratten. Aber das er dünn wäre, das war ja nichts neues, es war schon immer so gewesen und er konnte essen soviel er wollte, er nahm kaum merklich zu, es zog sich durch sein ganzes Leben, schon als Säugling hatte er sehr wenig zugenommen und seine Mutter, Innos hab sie seelig, erzählte ihm einst, dass irgendwelche Pfuscher ihm kein langes Leben vorausgesagt hatten, im Klartext, dass er kaum die ersten Wochen überleben würde, doch er lebte noch immer und das war sicher nicht zufällig so, das war alles genau wie mit seiner Haut, sie wurde auch nie dunkler, oder heller, oder sonstwas, sie blieb immer so bleich, was ihm schon den ein oder anderen Witz eingebracht hatte, doch meistens hatte er diese Aussprüche mit Humor gesehen, denn sie waren nur zum Spaß gemeint und diese Totenvergleiche waren selbst für ihn meist erheiternd, leider verstanden die Leute nicht immer ihre Grenzen, doch Ausnahmen bestätigten die Regel.

Er hätte jetzt wieder gerne mit Isabells Haaren gespielt, die ihn wirklich nicht mehr losließen, doch das wäre sicher nicht so leicht gewesen, denn er saß eine ganze Weite von ihr weg, der Tisch war nämlich so angelegt, dass er an dem einen Ende saß, an einer der Tavernenwende, direkt an einer Ecke zu einer viereckigen Säule, auf einer Sitzbank sitzend, die an die Wand gehämmert war, Isabell saß auf einem einfach Holzstuhl, allerdings mit Lehne, gut einen Meter fünfzig von ihm entfernt und da war sowas schon schwer, vorallem wenn noch Essen auf dem Tisch stehen würde, was aber nicht mehr der Fall war, sie hatten alles brav aufgegessen, außerdem wusste er sich ja zu benehmen, was hätten denn die Leute gesagt, leider waren sie nicht alleine, doch eigentlich war es ihm egal, sollten sie doch sagen was sie wollen, solange er mit Isabell zusammen sein konnte, egal in welcher Beziehung, waren ihm die anderen nicht so wichtig, natürlich galt es sie zu respektieren, doch das tat er sowieso, er war schon immer in Respekt und Achtung aufgewachsen, nur gab es Sachen, die ihm einfach nicht passten, die nervten ihn einfach und das waren zum Beispiele Blicke voller Neid, Mißgunst und Häme. Aber was kümmerte ihn schon die Masse, so ein individuelles Geschöpft wie sie es war, sein Sternchen, das stand über allen anderen, sie war wirklich eine Fee, schon alleine wie sie ihn jetzt anschaute, mit ihren glitzernden Augen, die mal blau, mal grün und dann wieder typisch rot waren, mal auch ganz was anderes, das hatte alles eine tiefere Beziehung als Andere es je haben könnten.

Doch als sie so da saßen, zurückgelehnt und zufrieden, schien er zu meinen, dass sie das Essen verdauten und trotz seiner heutigen Faulheit quälte er sich hoch und zog Isabell sanft am Arm, eine Aufforderung zum gehen, die sie auch Folge leistete, dann gingen sie lächelnd hinaus aus der Taverne, wobei er den Wirt mit einem Grinsen noch einmal dankte, einfach für alles, oder für nichts, der Mann war die Wucht in Tüten...
24.11.2003, 20:35 #139
Heimdallr
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Draußen war es frisch, so konnte man es ganz gut sagen, sie waren ja schon ne ganze Zeit nicht mehr draußen gewesen, bzw., was hieß sie, er, er war ja die ganze Zeit in seinem Zimmer gewesen, was Isabell gemacht hatte, das wusste er ja nicht, aber er wollte das auch gar nicht wissen, man brauchte ja nicht immer nachfragen, was der andere tat, sowas konnte auf Dauer ganz schön penetrant sein, auch wenn dies vielleicht ein bisschen übertrieben war, was soll's.

Und warum hast du mich jetzt raus gelockt, an diese kalte Luft?

Nun ich hab mir gedacht uns beiden tuen ein paar Schritte gut, wir sind doch nicht so faul oder? Außerdem wollte ich nicht da drinnen die ganze Zeit herumhocken, ich meine irgendwie ist das zwar sehr schön, nur irgendwie auch wieder nicht, du verstehst? Ich bin lieber mit dir alleine, es ist einfach noch ein bisschen schöner, als unter all den Menschen. Ich wollte ein bisschen zum Hafen und dann entweder hierher zurück, oder zurück zu deiner Bude.

Hm in Ordnung, gehen wir ein paar Schritte, ist nur das beste, du hast vollkommen Recht, manchmal bin ich wirklich zu faul und dann will ich einfach nichts mehr machen, aber ich genieße diese Zeit, weißt du, in der Zeit bei Kryliyx da war sowas undenkbar, einfach nur faul sein, manchmal konnte ich in meinen Kämmerlein alleine sein, doch wenn Kryliyx Spaß daran hatte, quälte er mich so weiter, obwohl er nicht da war, ich...

Ruhig Isabell, ruhig. Du brauchst darüber nicht reden, das wichtigste ist, dass du so wenig darüber nachdenkst, wie es nur irgendwie geht, denn lass es mich so sagen, wir Menschen können bestimmte Dinge nicht vergessen, wenn wir uns daran erinnern, dann werden diese Dinge wieder hochkommen und wenn es negative Dinge sind, nun ja, sie quälen uns weiter, ich weiß, dass dein Schmerz groß ist, aber auch ich habe bestimmte Dinge erlebt, die ich nicht vergessen kann und dabei ist meine Schuld größer, die ich auf mich geladen habe, dennoch, wenn du darüber reden willst, einverstanden, ansonsten lass es, aber versuch nicht es zu verdrängen, das macht es nur schlimmer.

Hm...ja, aber ich denke es hilft, wenn man das ein oder andere Mal ein Wort darüber verliert, weißt du, normalerweise fällt es mir sehr schwer darüber zu reden, nun ja, so viele Leute kenne ich auch noch nicht nach diesem schrecklichen Schicksal, aber dennoch, ich würde es niemanden anderem anvertrauen außer dir, weil ich weiß, dass du dieses Wissen nicht ausnutzt oder ins Lächerliche ziehst.

Ach Sternchen...du weißt doch, ich könnte dir nie weh tun und bei sowas schon gar nicht, man muss sich doch nur vorstellen was wäre, wenn man mal selber in eine solche Situation kommt, schließlich hätte jeder von diesem Kryliyx besessen sein können, ich habe ja selber erlebt, wie er harmlose Bauern zu seinen Opfern gemacht hat und ich fühle mich auch schuldig, denn ich kann dieses Leid nicht nachvollziehen, vielleicht hätte ich es ja früher merken können und dir weitere Stunden ersparen können.

Du weißt, dass das Blödsinn ist, niemand konnte etwas dafür, niemand außer dieses Scheusal. Du konntest nichts dafür und Vorwürfe sind das letzte, die du dir machen solltest, Fehler hat keiner begangen, es war Schicksal.

Genau wie das Schicksal, dass wir uns trafen?

Vielleicht? Ja vielleicht war es das, eine Bestimmung das wir uns trafen...

Bestimmung? Was weißt du....nein, schon in Ordnung.

Was?

Nur ein Gedanke.


Inzwischen waren sie an den Hafenbecken angekommen und blickten auf das Wasser, das heute keine Ähnlichkeit mehr mit dem hatte, wie es vor ein paar Tagen aussah, es war so richtig romantisch und das Meer hatte sich wieder beruhigt, er wäre gerne der Herr der Meere, doch er wusste, dass das Meer keinen Herr akzeptierte, niemand konnte es bändigen und vielleicht machte auch nur das die Besonderheit aus. Sie schauten etwa zehn Minuten in die Ferne, bis er seine Hand von ihrer löste und seinen Arm um ihre Schulter legte, nur um sich kurz verträumt an ihr zu legen, bis er leise sagte: Lass uns wieder gehen, was ein Nicken zur Folge hatte.
24.11.2003, 21:53 #140
Heimdallr
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Was würdest du sagen, wenn wir morgen mal wieder rausgehen, eine kleine Jagd, ich meine, diese Ablenkung würde uns vielleicht beiden gut tun, nach der letzten Zeit...außerdem kehrt langsam der Schlendrian ein, da wäre eine kleine Betätigung nicht schlecht und der Wirt würde sich sicher auch freuen, er ist immer so nett, lässt uns umsonst essen und trinken, mich noch schlafen, ich meine wer macht das schon und da wäre es ganz gut unseren Teil wieder mal zu erfüllen, wir sind schließlich Jäger oder?

Du sagst es, unsere Arbeit, das ganze kommt ein bisschen plötzlich, jetzt morgen früh wieder aufzustehen und los zu gehen, raus in die Wildnis, doch ich denke du hast Recht, wir sollten es wirklich tun, aber bis morgen ist ja noch ein wenig Zeit.

Hm...

Sag mal, ach....hm....findest du meine Haare schön? Oder stören sie dich, ich meine, weil...

Weil ich die ganze Zeit mit ihnen spiele? Ich weiß nicht, aber ich finde deine Haare nun noch schöner als vorher, sie ziehen mich magisch an und ich finde auch, dass sie dir ausgezeichnet stehen, vielleicht sogar besser als die alten, nur musst du mir dann auch eine Frage gewähren, ich bin dankbar, dass du das Thema angesprochen hast, so ersparst du mir einiges. Wie hast du das gemacht und sag nicht, Zufall, dass du sie gefärbt hast, dass kann ich ja noch verstehen auch wenn es mir ein Rätsel ist wie, aber wie konnten sie binnen drei Tagen dreimal so lang werden?

Ja natürlich, es war nicht normal du hast Recht. Ach was soll's ich habe dir nichts zu verschweigen, es war ein Trank.

Ein Trank?

Ja wie soll ich sagen, er hat mein Haar schneller wachsen lassen, sozusagen ein Haarwuchsmittel, aber es ist anders, es ist von einer Hexe, nicht hier, ich trage ihn seit Jahren bei mir, ich habe mich nie getraut ihn zu trinken, aber jetzt, ich hatte es im Traum gesehen, auf dem Regenbogen, ich hatte diese Haare, da war mir klar, dass es Zeit war...

Und das soll ich dir glauben ja?

Hihihi, nun ja, es bleibt dir nichts anderes übrig, aber es ist fast die Wahrheit.

Nun dann, dann kann ich nicht klagen. Übrigens, wir sind da.

Tja, dann wollen wir mal reingehen.

Isabell, bist du sicher, dass du das willst? Ich meine, ich kann auch in der Taverne schlafen, so unbequem sind die Betten da auch nicht, also wenn du denkst, dass du irgendwie verpflichtet bist, dann sag ich dir ganz ehrlich nein, ich schlafe gerne bei dir, sogar sehr, doch bitte tu dir selbst einen Gefallen und sei ehrlich mit dir selbst.

Ach Mondschein, du machst dir unnötig Sorgen um mich, glaub mir, ich mache das nicht aus Verantwortung, Verpflichtung oder sonst was, ich will etwas herausfinden, ich will etwas bewahren. Wie könnte ich mir sowas nicht wünschen, glaub mir, ich bin sehr gerne mit dir zusammen...


Sie lächelte ihn dabei an und verschaffte sich damit noch mehr Glaubwürdigkeit, doch ihre Worte schienen sich seiner zu gleichen, was meinte sie mit herausfinden und was mit bewahren? Meinte sie vielleicht das gleiche wie er oder bildete er sich das nur ein? Jedenfalls war er dankbar dafür, obwohl es immer schlimmer wurde, denn trotz dieser Erlaubnis, so konnte man es wohl nennen, fühlte er sich unwohl, denn er hatte immer das Gefühl etwas schlechtes zu tun, er konnte es nicht genau beschreiben, doch innerlich zerriß es ihn fast, einerseits wollte er am liebsten gehen, ablehnen und gehen, denn so konnte er diese Gefühle ablegen und sich erleichtert fühlen, aber andererseits war es auch zu schön bei ihr zu sein, sie gab ihm etwas, was noch nie jemand imstande war, nicht mal seine Eltern, das war etwas anderes. Er musste dieses innere Zerwürfnis endlich ablegen und so atmete er tief durch und ließ all seine Bedenken draußen, denn er würde schon aufpassen, dass er nichts tat, was er später einmal bereuen würde, dabei wusste er nicht mal, wieso er sich so Sorgen machte, aber er wollte sie einfach nicht verletzen, das könnte er sich nicht verzeihen, dieses zarte, zerbrechliche Wesen zu brechen, das wäre mehr als nur eine Untat, vorallem aber würde er sich damit von den Pfaden Innos abwenden, nein, sie vertraute ihm, er vertraute ihr und sie war wahrscheinlich der wichtigste Mensch in seinem Leben, er würde nicht zu lassen, dass man ihr weh tat, weder von anderen, noch von sich selbst.

Du bist ein Vollidiot, erst traust du dich nicht, ihr es zu sagen, was du wirklich empfindest und jetzt machst du dir auch noch Vorwürfe wegen Dingen, die lächerlich sind, wieso solltest ausgerechnet du ihr weh tun, ist es nicht eher so, dass du Angst hast, dass sie dir weh tut? Hör auf dir etwas vorzumachen, hör auf dich Dinge zu fragen, die nicht sein werden. Du wirst noch genug Probleme bekommen, glaube mir, lass es einfach so wie es kommt, Isabell, sie ist das beste was dir passieren kann, also, hör auf mit dem Mist.

Wer bist du eigentlich hm?

Dein Gewissen, was sonst?


Hm, so komisch das auch war, sein Gewissen hatte Recht, er sollte sich mal keine Sorgen machen, denn auch wenn er oft am Rad drehte, er könnte nicht mal dran denken ihr etwas anzutun, ihr weh zu tun oder sie zu enttäuschen, erst recht nicht in die Tat umsetzen, also vollkommen unnötige Panik, er war übernervös was das anging.

Als sie dann drinne waren, hatte er sich noch um den Kamin gekümmert, auf jeden Fall würde er morgen oder spätestens übermorgen neues Holz anschaffen. Dann aber waren sie müde nach oben gegangen und während er das Feuer entzündete, hatte sich Isabell umgezogen, genau wie er es dann auch tat, schade, dass sie nicht hier auch einen Kamin hatten, wäre viel schöner...aber sie hörten das Knistern von unten kommen.

Isabell's Bett war viel größer und bequemer als das in der Taverne, doch eigentlich war es ja gar nicht ihres, doch was spielte das schon für eine Rolle. Jedenfalls stimmte es schon, er war ein Vollidiot, da hatte sein Gewissen vollkommen Recht, wie konnte er nur daran gedacht haben auf so was schönes zu verzichten. Es war nicht mal Isabell allein, die das ganze so schön machte, diese ganze Situation, sie war perfekt, alleine ihre Handfläche an seiner und diese zarte Haut zu spüren war wunderbar, er liebte sie, nur wollte er das noch nicht eingestehen. Vielleicht bald, vielleicht....

Gute Nacht Sternchen, träum was schönes...

Ja ein Regenbogen, lass uns gemeinsam dorthin gehen, ich will dieses Mal auch von dir dort träumen...

Ja, der Regenbogen...
25.11.2003, 06:22 #141
Heimdallr
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Ein Sonnenstrahl riss ihn aus den Träumen, es war nur ein ganz kleiner einzelner, der da durch das Fenster hereinschielte, doch er war da und er hatte ihn geweckt, warum ausgerechnet ihn, das wusste er nicht, doch wenigstens wusste er, dass er bei Isabell war, er spürte sie sofort neben sich und es war ein schönes Gefühl nicht alleine aufzuwachen, am liebsten wäre er noch mal eingenickt, doch das ging nicht, sie mussten heute früh raus und das wollte er auch langsam angehen.
Isabell hatte sich im Schlaf so gedreht, dass ihre Hand über seiner Brust lag, doch wer konnte schon den Schlaf beeinflussen, das war halt so, war ja auch nicht schlimm. Sie lag so friedlich da, als ob sie gerade wieder einen wunderschönen Traum hatte, den er leider nicht hatte, er wusste schon wieder nicht, was er eigentlich geträumt hatte, oder ob er überhaupt geträumt hatte, doch man konnte eben nicht immer alles bekommen, aber es half nichts, er musste sie wecken, aber er wollte ihr noch die Minuten gönnen, soviel wie möglich, was hatte er davon sie jetzt gleich aufzuwecken? Eben nichts, er konnte sie einfach nicht aufwecken, wie sie wirklich da lag, ihre Haare wirr im Gesicht und doch immer noch schön...er kaufte ihr die Geschichte nicht wirklich ab, was sollte das für ein Trank sein? Andererseits konnte man nie wissen, es gab eine Menge komischer Sachen auf dieser Welt...
Vorsichtig nahm er ihre zarte Hand und legte sie behutsam zur Seite, fuhr dann noch einmal über ihre Haare und stieg dann vorsichtig aus seinem Bett, um sich anzuziehen.
Er wollte ihr die paar Minuten noch gönnen, mit einem Frühstück versüßen und dann sollten sie soweit sein, dass sie gehen konnten.

Fürwahr, draußen war es ganz schön kalt am Morgen, doch er musste sich auch erst wieder daran gewöhnen, schnell war er in die Taverne gerannt, um mal wieder seine Knochen auf Betriebstemperatur zu bringen und dann auch schon den Wirt gebeten doch schnell ein Frühstück zu richten, nichts großes, ein paar Brötchen, etwas süßes Eingemachtes, vielleicht Apfelmus, so wurstlastiges Zeug wollte er heute Morgen nicht haben, doch zum Glück war dieses Eingemachte Zeug reichlich vorhanden, davon schienen sie echt ne Menge zu haben, nun, der Sommer hatte wohl reiche Ernte gebracht. Einen frischen Krug Wasser später und er war wieder auf dem Weg zurück, wobei das ganze allerdings zum Balanceakt wurde, da er wirklich sehr vorsichtig gehen musste, doch alles ging gut und er konnte das Tablett heil absetzen, nur um kurz danach noch einmal draußen zu verschwinden, dort stand eine Regentonne und die verhieß frisches Wasser. Sie war sogar etwas gefrostet, Tau hatte sich gebildet, doch er schlug einfach nur seinen Kopf herein und tauchte ihn ein paar Sekunden unter, bis er wieder triefend hervor kam, ein geniales Gefühl, wirklich sehr erfrischend.

Dann aber wollte er endlich zu Isabell hoch, die sicher schon auf das Frühstück wartete, obwohl sie sicher auch nicht traurig gewesen wäre, wenn sie noch hätte weiterschlafen können, doch das konnten sie nicht. Sie lag noch immer da, hatte sich mittlerweile wieder einmal zur Seite gewälzt und was sollte man noch sagen außer das es einem Bild der Engel* gleichkam. Er setzte sich vorsichtig auf die Bettkante und gab ihr dann einen kurzen Wangenkuss, wobei er leise flüsterte...

Hey Sternchen, aufwachen, wir müssen langsam los in Ordnung? Hey die Langschläferin, aufwachen...

Hm? Pergamo? Bist du es?

Wer soll es denn sonst sein? Natürlich bin ich es...aufstehen, ich hab uns was zu essen von der Taverne besorgt, willst du im Bett essen, oder soll ich unten auf dich warten?

Warum denn unten?

Na wir wollten heute zur Jagd gehen, schon vergessen du kleine Träumerin?

Ach verdammt, das hab ich ganz vergessen, lieber würde ich zwar mit dir hier im Bett frühstücken, doch da führt kein Weg dran vorbei, geh schon mal runter, ich komme gleich...

Keine Hektik, keine Hektik, wir haben alle Zeit der Welt, einverstanden?

Hihi, ja einverstanden.


So, den Teil hatte er schon mal geschafft und während sie sich nun langsam anzog, richtete er schon mal das Geschirr an dem einzigen Tisch hier unten und stellte alles passend bereit, danach widmete er sich noch mal dem Kamin, zwar nicht um ihn anzuzünden, aber um die Asche zu verteilen, da sich da in letzter Zeit eine Menge angesammelt hatte, oh ja, sie brauchten wieder Holz, aber das würde er schon hinkriegen. Dann kam Isabell die Treppen hinunter, stolz und riesig erscheinend, anmutig und heroisch, was hatte er erwartet? Nun, so etwas in der Art, sie hatte ihre gehasste Rüstung an, an den Seiten prangte ein dicker Waffengürtel mit zwei goldenen Krummsäbeln und eben noch die Stiefel, ihre Haare waren nun wieder ordentlich gekämmt und da wurschtelte er sich auch noch etwas rum, damit die Strähnen wenigstens einen Hauch von Ordentlichkeit hatten.

Für wen machst du dich eigentlich immer so schön, die Viecher werden es dir nicht danken...

Du Spinner...


Nach dem leckeren Frühstück, dass sehr bekömmlich war, packten sie alles zusammen, machten noch einen kleinen Umweg zur Taverne und gaben dort den Rest des Frühstücks ab und dann gingen sie auch schon zum Tor in Drakia, wo sie sich noch kurz mit den müden Wachen unterhielte, Bredir schien mehr geschlafen als gewacht, aber was soll's, was sollte man erwarten...

Dann verließen die beiden das Dörfchen, ihr Ziel war fette Beute, beide hochgepanzert, bis an die Zähne bewaffnet und verdammt eng und verträumt zusammen, hoffentlich ging das gut...

*Jaja….
25.11.2003, 16:20 #142
Heimdallr
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Grausige Zeiten, dunkle Monde, sie ziehen heran, nichts und niemand kann sie mehr stoppen, doch da gibt es tatsächlich noch etwas, etwas? Nein, eher jemand, doch auch nicht nur einen, es sind mehrere. Doch sind sie schwach in ihrer Art, sie sind Menschen, sie sind verletzlich, sie sind dumm, naiv und töricht, doch haben sie alle eines zusammen, sie kämpfen für ein Ziel. Sie kämpfen für die Menschen. Jeder von ihnen ist so geboren, dass er einen guten und einen schlechten Teil in sich tragen muss, jeder von ihnen muss Leid erfahren, dass andere Menschen nicht erfahren, nur um sich ihrer Seiten zu messen, jeder wird seinen Weg selbst finden müssen, ob er nun den Weg des Lichts, oder den Weg der Schatten geht, es ist jedem selbst überlassen, doch eines können sie nicht verhindern, ihrer aller Tod, nur um die Menschen zu retten. Es wird sich wiederholen, doch in einem anderen Bild, es wird wiederkommen und doch neu erscheinen. Das Böse wurde damals besiegt, doch konnte man es nicht vernichten, das Böse hat sich geflüchtet und hat die Gegenstände infiziert, die dazu da waren das Gute herrschen zu lassen, seit Jahrhunderten leben die Menschen nun in Frieden, die Menschen sind dumm, denn anstatt sich auf die Gefahr vorzubereiten, führen sie sinnlose Kriege gegen die Orks und vorallem toben die Bürgerkriege unter ihnen selbst, die Orks sind so beschränkt, wenn sie glauben, ihnen droht dieses Unglück nicht, es ist zwar primär für die Menschen bestimmt, doch davor würde es auch alles andere vernichten, unschuldige Tiere, wehrlose Pflanzen und auch die Dienerkreaturen aus den Tiefen von Beliars Reich, auch die Orks.
Es ist alles so unglaublich alt und es gibt nur noch eine Anzahl von lebenden Menschen, die man an zwei Händen abzählen kann, die überhaupt wissen, dass es sie gibt, genau wie die gleiche Anzahl von orkischen Schamanen. Genau wie die Verkörperung der Tiere und der Rat der Pflanzen. Alle wissen es, doch niemand tut etwas dagegen, sie sehen es alle nicht als notwendig an, glauben nicht an die alten Prophezeiungen oder sind zu gutgläubig. Keiner hat die Machtverschiebung gespürt, nicht einmal den Dämonen aus Torolothan ist etwas aufgefallen, gerade sie müssen beunruhigt sein, dass sie nun ohne Schutz dastehen, vertrauen sie auf ihre uralte Macht? Wie dem auch sei, diese Machtverschiebung sollte ihnen zu denken geben und hat zu nichts geführt, scheinbar ist ihnen das Schicksal ihrer egal, wenn sie so gleichgültig sind, dann haben sie es verdient zu sterben, zu verrotten. Wenn es nicht bald ein Umdenken gibt, in den Mächten dieser Welt, dann könnte diese bald nicht mehr so existieren, wie sie war, die einzige Möglichkeit dies abzuwenden wäre ein frontaler Angriff, die einzige Möglichkeit wäre, dass sie eine große Anzahl von Menschen dem Bösen entgegen stellt. Wenn es erst einmal so weit ist, dann wird kein Mensch, egal in welcher Masse die Macht haben es zu stoppen. Diese Urverkörperung aus längst vergangenen Zeiten ist kein Krieger, kein Zauberer, kein Ork, kein Tier, keine Pflanze und erst recht kein Mensch, ein Dämon, der sich an keine dämonischen Gesetze und Regeln hält, nicht von ihnen abstammt, nein, er hat sie geschaffen, dieses Böse darf einfach nicht auferstehen und von der Zukunft zu sprechen ist genauso wiedersprüchlich, wie auch von der Hoffnung, die Zukunft mag alles ändern, doch wenn es zu spät ist, dann wird die Zukunft nicht mehr existieren, nicht mehr auf dieser Erde, nicht mehr für diese Lebewesen. Und das schlimmste ist, es könnte jede Sekunde so weit sein, wenn die Verstecke und Aufenthaltsorte der Sieben bekannt werden und die Wesen die sie beschützen oder besitzen nicht in der Lage sind ihn zu stoppen, dann könnte uns schon in ein paar Wochen das Ende drohen, das muss verhindert werden, so war ich hier stehe.
25.11.2003, 16:31 #143
Heimdallr
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Ich spüre diese Macht, ich spüre sie ganz deutlich, wenn sie auf meinem Halse liegt, wenn ich sie in den Armen spüre, sie sind ganz nah, ich weiß es, ich weiß es nun endlich, sie sind die Boten meiner Macht, die Objekte, die es gilt zu finden und ihre Kraft zu kanalisieren, ich muss sie einfach wiederhaben, dieser Idiot weiß doch gar nichts damit anzufangen, er hat doch keine Ahnung, was er mit ihnen alles machen könnte, diese läppischen Dinge, er verschwendet meine Zeit und die Zeit der Bestimmung, wann begibt er sich endlich auf die Suche nach dem nächsten, oh man...Wenn sie erst mal wieder unter der Herrschaft von mir stehen, ich, der sie weiß wirklich zu benutzen, dann werden sie endlich dazu eingesetzt, wozu sie bestimmt sind, Leid, Tod, Verderben. Dieser Idiot weiß noch nicht mal, dass es sie gibt, er hat keine Ahnung, er denkt es wären ein paar Schmuckstücke aus alter Zeit, die man sammeln müsste, sammeln wie Münzen, aber da irrt er sich, sammeln ja, nur sind es keine Münzen, man muss diese Macht einsetzen und vorallem muss man das schon machen, bevor man alle Sieben hat, wieso sich das Leben unnötig erschweren, wieso nicht einfach den Weg ebnen? Wenn dieser olltrottel nur wüsste, dass er sich damit das Leben deutlich angenehmer machen könnte, dann wäre er wenigstens ein wenig zu fürchten, aber so...in seiner unendlichen Blödheit wird der die Dinger nie einsetzen und dann ist es zu spät, denn irgendwann wird es soweit sein.

Vorhin habe ich schon gehofft, dass ihn vielleicht einer der Snapper zufällig erwischt und er dann später seinen Wunden erliegt, doch da habe ich ihn wohl unterschätzt, er ist doch nicht so schwach, wie ich dachte, doch war dies noch lange nicht das ganze Ausmass, spätestens bei seiner nächsten Aufgabe, zu dem es ihn magisch hinziehen wird, wird er viel größeren Gefahren ausgesetzt und dann soll er endlich sterben, den Wirt verlassen und Platz machen, Platz für mich, denn dann wird die Macht der Amulette auf mich übergehen, den einzig wahren Träger und dann wird der Mörder dieser kümmerlichen Seele bezahlen, zuerst er, dann der Rest der Welt, es ist die Bestimmung und nichts wird sich dem wiedersetzen, aber die Zeit, sie macht mir zu schaffen, dem einzig wahren Herrscher...
25.11.2003, 16:48 #144
Heimdallr
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Ich spüre es, zwar bin ich mir nicht sicher, doch es sieht fast so aus, neulich, da hatte ich diesen seltsamen Traum mit der Frau, sie und ihre Bestimmung, sie machen mir schwer zu schaffen, denn ich weiß noch immer nicht, was sie eigentlich von mir wollte, vielleicht ist das ja auch ein Irrtum, vielleicht bin ich gar nicht der, den sie meint, aber ich war mir so sicher, dass ich in ihr...nein das konnte nicht sein, ich habe mich bestimmt geirrt, doch ihre Worte waren echt und in letzter Zeit spüre ich diese Veränderungen am eigenen Leib, ich fürchte mich nicht mehr vor dem Tod, obwohl ich nicht weiß wer mir diese Angst nimmt, so habe ich doch ein schlechtes Gefühl dabei, ich weiß nicht, aber es scheint fast etwas mit den Amuletten zu tun haben, seit Priester Tolban mir einst dieses Amulett gab, hat sich mein Leben auf drastische Art verändert, ich wurde von einem einfachen Anhänger Innos zu einem seiner Männer, die in seinem Namen kämpften, ohne auch nur einmal von einem Magier gesegnet worden zu sein, auch wurde meine Haltung gegenüber anderen zu dem Zeitpunkt anders, ich sah alles kritischer und beschloss das Leben in der Einsamkeit, Einsamkeit nicht nur für mich, sondern auch für meine Seele, es hat sich alles verändert, bis ich Isabell traf, nur warum trug ihr Peiniger eines der Amulette bei sich? Ich verstehe dies nicht, weil ich es nicht verstehen kann, vielleicht liegt das daran, dass ich noch nicht sehr erfahren bin, vielleicht aber auch, weil ich ein Mensch bin....

Ich spüre, dass etwas anderes sich auch verändert hat, als ob man mir etwas genommen hat und dann wieder eingesetzt, doch was könnte dies sein? Ich spüre, dass man mir Erinnerungen vorenthält, doch welche könnten das sein? Ich sehe auch Veränderungen in der Zukunft, alles um meine Person herum, doch wer war ich?

Hatte es wirklich etwas mit diesen Dingern zu tun? Bis jetzt habe ich es nur als meine Aufgabe gegenüber Innos angesehen sie wieder zu finden, man sagte mir, ich bin bestimmt sie zu tragen, hatte diese Bestimmung vielleicht etwas mit der, von der die Frau sprach, zu tun? Ich komme mir so getäuscht vor, vielleicht sind sie ja wirklich mehr als nur Amulette, ich habe ihre Geschichte gelesen, in jedem Amulett ist eine Seele verband, oder sollte ich eher eingesperrt sagen? Was ist, wenn diese Seelen doch mehr tun, als man mir sagte, wenn sie mich verändern? Und wer sagte diese Bestimmung hervor.

Du bist bestimmt diese Amulette zu tragen...

Das war alles doch anders, jetzt wo er drüber nachdachte, es war fast so, als ob das alles einen Sinn hätte, das diese Amulette mehr waren, als nur der Schlüssel zu einem Gral, oder war der Gral etwa mehr, als ein Heiliges Artefakt Innos? Irgendetwas war hier doch oberfaul und stank zum Himmel und das waren ausnahmsweise nicht die Stengel der Sumpfler...aber was wenn....


......................................

Hey schläfst du Mondschein? Wieso gehst du nicht weiter?

Isabell...sie...
25.11.2003, 17:48 #145
Heimdallr
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Richtig, sie waren ja schon wieder in Drakia, hatte er die ganze Zeit nur nachgedacht? Standen da vor der Taverne und er stand vor der Türe zu dem guten Haus, doch warum ging er nicht weiter, eine gute Frage die er sich selbst stellte aber ohne eine Antwort zu finden, er war wohl so überrascht gewesen, dass sie sich wieder einmal gemeldet hatte, doch andererseits hatte er doch eben noch mit den Stadtwachen geredet, was war denn bloß los, hatte er einen kurzen Amnesieanfall oder was war los?

Ähm, ich weiß es nicht, ich musste gerade an etwas denken und da hab ich dich gar nicht gesehen...

Du meinst gehört?

Ja oder so, entschuldige, ich bin gerade ziemlich durch den Wind. Was hattest du doch gleich gesagt?

Ja scheinbar hast du Recht, ich habe nämlich nichts gesagt. Wir waren auf dem Weg in die Taverne, hier, wir haben vier tote Snapper dabei, wir waren jagen...

Jaja das weiß ich doch alles, glaubst du ich bin so senil? Ich meinte die Zeit zwischen dem Tor und hier...

Da war nichts.

Ach so,....nun dann habe ich mich wohl geirrt, ist ja auch egal jetzt, wollen wir rein gehen, ich habe Hunger und du?

Hunger, du sagst es, aber zuerst sollten wir noch das ganze Viehzeugs abgeben.


Sie betraten die Taverne nun und zuerst kam nur er herein, doch hinter ihm zwei Snapper und da leuchteten die Augen des Wirtes voller Freude auf, nicht nur, dass es frisches Essen war, es war auch Leder, wofür er auch immer das brauchte, er hätte es wohl geschafft auch dieses zu entfernen, aber mei, er war schließlich nicht hinter jedem Kupferstück her und was sollte er mit dem Anblick von enthäuteten Snappern, ne das musste echt nicht sein...der Wirt hingegen der würde seine helle Freude dran haben, aber das war nicht mehr sein Bier, er trug nur noch die Snappern herunter, löste die Äste aus ihren Schultern und ging sie dann an den Haken, wo sie ihr tristes Dasein fristen sollten, weiß Beliar was der Wirt mit ihnen machte, aber das war nicht seine Aufgabe, er war nur Lieferant, ein Lieferant, der jetzt hundertfünfzig Goldstücke bekam, genau wie seine Partnerin. Aber die Krallen und Zähne wollte er noch schnell loswerden. Aber da fiel ihm ein, er hatte noch gar nicht die Spreu vom Weizen getrennt, sprich die guten und die weniger guten, zwar wurde er immer besser, doch perfekt war er noch lange nicht, es würde noch lange dauern, bis er alles im Schlaf konnte, also würde er noch mal durchschauen müssen. Doch das konnte er auch nach dem Essen machen, das würde Isabell gefallen, mit den Werkzeugen ihrer Feinde spielen, aber naja...

Sie setzen sich an ihren Tisch und dann gaben sie auch schon die Bestellung auf, er nahm wie immer das, was Isabell auch nahm, warum auch nicht, so unglaublich viele Extrawünsche hatte er eh nicht, was sollte an so nem Abendessen schon groß dran sein und ob er jetzt Käse oder Wurst aß, wen kümmerte es, das überließ er ihr, außerdem hatte er so weniger Mühe, man war ja faul vom Grundgedanken her nicht wahr, da überließ man lieber den Frauen die Auswahl, das hatte er schon früh gelernt, er hatte eine ausgezeichnete Lehrmeisterin.
25.11.2003, 18:57 #146
Heimdallr
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Er spielte noch ein wenig mit ein paar Goldstücken, in dem er mal eines in die Luft warf, auffing und dann scheinbar verschwinden ließ, wie von Zauberhand? Nein, einfache Taschenspielertricks die er sich früher in seiner Jugend abgeschaut hatte, aber scheinbar schien es Isabell zu gefallen, so führte er noch ein paar weitere Verschwindtricks auf, doch das war alles nur kleine Unterhaltung, die man schon mit einer Goldmünze und etwas Geschick hinbekam, doch wem’s gefiel, warum nicht? Jedenfalls war es nur eine kleine Zeitüberbrückung, bis dann der Wirt mit dem Essen kam, dass sie wie immer sehr langsam genossen, wenigstens da hatte er mit Isabell eine genau abgestimmte Partnerin gefunden, denn er aß wirklich sehr langsam und da schien sie aber noch drunter zu kommen, nun gerade beim Essen sollte man sich eben Zeit lassen, es half niemanden sich zu beeilen. Das Essen war heute wie gestern, nur gab es keine Rübensuppe, sondern Gemüsesuppe, war zwar kaum ein Unterschied, doch es hatte Abwechslung und das war in Ordnung, überhaupt war der Wirt schwer in Ordnung, versuchte er doch seinen Gästen jeden Tag Abwechslung zu bieten, auch wenn es nur ein kleines Stück war, er kannte da noch Wirte, die servierten Wochen lang das gleiche und machten auch nur dann mal ne Abwechslung, wenn ihnen die Zutaten ausgingen, doch das war nun mal Alltag, hier gewöhnte man sich wohl auch durch die Taverne sehr schnell an die Stadt und an die Leute, die Taverne war der Treffpunkt für alle, für jung und alt, für groß und klein. Die Taverne war sozusagen ein sozialer Treffpunkt, aber so vertiefen wollte er es auch nicht, die psychologische Wirkung war auf jeden Fall vorhanden.

Nach dem Abendmahl ließ er noch schnell abräumen und bestellte Wasser nach, komischerweise schien er jetzt standartmässig den goldenen Kelch zu bekommen, also entweder versprachen sie sich was davon, oder der Wirt empfand es als besser, wenn ein Fürst aus einem goldenen Kelch trank, er würde ja wohl kaum denken, dass er das verlange, hatte er ja nie geäußert, das so eben ein bisschen komisch aus, wenn er mit Isabell anstieß, doch sie würden es überleben. Nachdem sie dann eine leere Tischfläche hatten, holte er das Säckchen mit den Krallen und Zähnen heraus und streute sie vorsichtig auf dem Tisch aus. Die Krallen flogen in alle Richtungen aber nur so, dass sie auch auf dem Tisch blieben und Isabell schaute mit großen Augen den Gegenständen entgegen.

Hm, alles von diesen Tieren? Sieht ja wirklich ganz schön anders aus, wenn man sie sich mal aus der Nähe betrachtet. Und du kannst die so einfach abnehmen…

Ach das ist wirklich total einfach, aber es gibt Dinge, die sind viel schwieriger und brauchen auch ne Menge Zeit. Aber weißt du was, so gut sind die nicht, es gibt da ein paar, die nicht so gut sind, wie die anderen, haben Kerben vom Messer oder sind von grund auf kaputt, würdest du mir helfen die Spreu vom Weizen zu trennen?

Hm, gerne, wenn du mir sagst wie?

Es ist ganz einfach, nimm einfach…diese hier als Grundlage, das ist eine perfekte Kralle, versuch mal…diese hier zu vergleichen.

Hm, die eine ist ziemlich dunkel und hat ein Loch.

Genau und die muss weg, kann ich nicht gebrauchen.

In Ordnung, hab’s kapiert, dann wollen wir mal….
25.11.2003, 20:19 #147
Heimdallr
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Die Arbeit ging schneller vorrann als er gedacht hatte, immerhin mussten sie sechsundneunzig Krallen und sechsunddreissig Zähne durchforsten, mal fiel auch noch einer runter und naja, aber trotzdem ging es schnell, sein Auge hatte sich schon längst daran gewöhnt, was gut und was schlecht war und so machte er das nur noch im Vorbeischauen, Isabell war aber auch recht schnell und hatte sich auch gut in die Materie eingefunden, so ging die Arbeit effektiv und schnell zu Ende und auch die Krüge wurden nicht voller, also entschieden sie sich dafür langsam zu gehen, der Tag war eigentlich ganz in Ordnung, es war nichts außergewöhnliches passiert aber irgendwie fehlte heute das gewisse Etwas, aber vielleicht lag das auch daran, dass sie einfach mal wieder einen langweiligen Tag brauchten und so langweilig konnte es nicht sein, da sie unfreiwillig zu früher Morgenstund aufgestanden waren, aber nun gut, es war Zeit zu gehen. Hier gab es nichts mehr zu tun und er wüsste auch nicht, warum sie noch hätten länger bleiben sollen, die Taverne war schließlich schon oft nur zum essen dagewesen, also gegessen hatten sie ja.

Nun ich glaube wir sind fertig, du hast das ganz gut gemacht, kaum Fehler, man merkt, dass du Jägerin bist, auch wenn das ja eigentlich nicht mal so ganz stimmt, aber wie kann man schon den Begriff "Jäger" definieren, das geht ja gar nicht, da nie gesagt ist, ob es die einfachen Wildjäger sind, oder doch mal ein Menschenjäger, oder ein Antiquitätenjäger, was auch immer, wollen wir gehen?

Gibts noch etwas, was wir hier wollen?

Nein.

Dann gehen wir.

Sollen wir die Krallen gleich verhökern, oder noch bis morgen warten?

Ach das können wir doch gleich machen und bei der Gelegenheit noch gleich zum Hafen runter gehen, ich würde gerne noch mal das Meer hören, wenn du willst....

Tssss. Sag bloß du bist jetzt auf den Geschmack gekommen? Das Meer ist eine faszinierende Sache nicht wahr? Es ist wirklich genial dort einfach nur zu sitzen und zu lauschen, dort zu arbeiten oder dem Müßiggang frönen, aber auch in ihm zu schwimmen, sich bewegen oder einfach nur auf ihm reisen.

Tja, irgendwie hast du mich wirklich auf den Geschmackk gebracht, vorallem diese merkwürdigen Dinge aus einem ganz anderen Licht zu sehen, früher habe ich nie auf sowas geachtet, manchmal habe ich mich in den Wind geflüchtet, in die Berge, aber nie so direkt über die Beziehung zwischen Gefühlen und Natur nachgedacht. Sei stolz darauf.

Nö, diese Gabe sollte jedem freistehen, wer sie nicht will, auch gut, niemand brauch das Meer zu lieben, doch mir hilft es, mir hilft das Meer wirklich bei der Überwindung der Probleme und davon gibt es wirklich genug, ich hab nicht zu wenige.

Immer....


Sie standen auf und gingen, heute ließ er mal seine freundlichen Blicke da wo sie hingehörten und ging nur raus, denn irgendwie war ihm heute nicht auf ein Gespräch mit anderen, aber bei Berne würde er wohl kaum dabei herumkommen. Draußen war es ganz nett, irgendwie nicht kalt und nicht warm, irgendwie komisch aber egal. Da fiel ihm schlagartig ein, er wollte heute noch Holz schlagen...ach verdammt, das hatte er vergessen, nun gut, würde er morgen machen, musste er nur fest dran denken. Gemeinsam gingen sie dann in den Laden des Händlers, der scheinbar gerade schlief, an einem Stuhl gelehnt, kippelnd....nun ja, durch das Zufallen der Tür durch einen ganz zufälligen Windstoß (natürlich waren seine Hände nicht dran beteiligt...) schreckte er hoch und verlor das Gleichgewicht, nun das Ergebniss war überaus tragisch wie auch komisch, zuerst war es still und er dachte, dass ihm hoffentlich nichts passiert sei, doch dann kam er schon grantelnd und leise Flüche aussprechend hoch am Tresen.

Ja was ist? Ach ihr seits, lasst mich raten, neue Ware oder wer wart ihr noch mal?

Ja ich bin der, von dem ihr meint zu meinen Berne, euer Lieferant für Tierzeugs. So schaut euch den schönen Lederbeutel an, hier drinne sind wohl abgezählt fünfundsiebzig der ursprünglichen sechsundneunzig Snapperkrallen und dreissig der ursprünglichen sechsunddreissig Snapperzähne. Kontrolliert ruhig nach, wie schon beiläufig erwähnt sind die schlechten raus. Nach unserer Abmachung wären das für jeden Zahn und jede Kralle eineinhalb Goldmünzen, also hundertsiebenundfünfzig und eine halbe, aber wir können auch auf hundertfünfzig runden, wenn ihr mir noch einen zusätzlichen Lederbeutel gebt so wie dem, ich kann es mir auch nicht leisten euch den Beutel zu geben, ich habe zu wenige von dem, ich muss dringend mal wieder meine Goldstücke umschichten, nun ja, ihr seid einverstanden oder?

Hm....hm.....hmmmm, nun scheint in Ordnung zu sein die Ware, von welchem Tier waren die doch gleich?

Snapper mein Herr, Snapper, aber das sagte er bereits.

Ähm ja genau, ihr wisst schon...

Jaja, also hundertfünfzig und nen Lederbeutel. Hier habt ihr das Gold und hier den Beutel.

Dankeschön, also bis zum nächsten Mal und versucht mal mehr von denen zu bekommen, die stehen gerade hoch im Kurs bei mir. Schönen Abend noch.


Er nickte und nahm die beiden Dinge an, mit denen er dann gleich herausging.

Macht es dir was aus, wenn ich dir deinen Teil später gebe?

Nein nein.


Wieder nickte er zustimmend und dann gingen sie hinunter zum Pier, wo sie schon früh das Rauschen des Wassers hörten, die Wellen waren sanft und sehr klar und es war eine Wonne zu sehen, wie sie immer wieder regelmäßig gegen die Steine klatschten, doch da er noch etwas machen wollte, ging er langsam wieder zurück, Isabell blieb noch ein wenig, doch er wartete ein paar Meter entfernt, bis sie sich auch losreißen konnte und sie dann zusammen wieder zurück gingen, bis sie dann wieder in der warmen Stube waren, dabei war die gar nicht so warm...und sie hatten nur noch ein paar Stücke Holz, naja, für heute würde es wohl noch reichen aber morgen würde er das ändern, da war er sich sicher...
25.11.2003, 21:28 #148
Heimdallr
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Das Feuer brannte unten im Kamin und wärmte das Haus schön, während sie beide oben sich aufhielten, allerdings diesmal richtig tüchtig. Eine Kerze brannte auf dem kleinen Tisch, der hier oben stand und der Fürst saß auf einem hölzernen Schemel, der gar nicht mal so unbequem für diese Aufgabe war. Auf dem Tisch waren alle Münzen die bei sich trug und das waren eine ganze Menge, wenn er immer nur diese paar Lederbeutel sah, dann merkte man nie, wie viel das eigentlich wirklich war, denn bei seiner Zählung, die nun schon geschlagene dreissig Minuten dauerte, kam er auf gute eintausendachthundert Goldstücke, das war zwar nicht ein Vermögen, mit dem man sich hätte zur Ruhe setzen können, aber wenigstens bestand es zu drei Vierteln aus selbst verdientem Geld und das war doch schon was. Außerdem war es so wenig auch nicht, zusammen mit seinem Notgroschen in der Höhle in Khorinis, in die sicher kein Vollidiot hineingehen würde, da es für ihn mit dem Tod enden würde, war das schon eine ganz beachtliche Summe, aber Gold konnte man nie genug haben, auch wenn das gelbe Metall nicht alles war und man es nicht über bestimmte andere Dinge stellen sollte, die ansonsten viel wichtiger waren. Isabell hatte kurzzeitlich als diese Summe ermittelt wurde nur gestaunt und den Kopf geschüttelt, sie konnte sich gar nicht vorstellen, dass man so viel Gold besitzen konnte, dabei gab es Menschen, die über diese Summen lachen konnten, nun ja, nicht wirklich viele aber das war schon so in nem gehobenen Händlerjargon. Dabei hatte er keine Goldmünze durch handeln bekommen, das musste man auch dazu sagen. Der ganze Goldberg vor ihnen, der glänzte jetzt vor sich hin und er fragte sich, ob sie ihn nicht noch ein wenig glänzen lassen sollten, aber das wäre auch nicht gut, denn Gold an der Luft, nene, außerdem wollte er ja nicht, dass das Gold so offen da lag, Diebe konnten es vielleicht riechen, obwohl da wären sie schon mal doppelt falsch, erstens wegen Drakia, das passte da nicht zu und zweitens wegen ihm, denn noch einmal würde er dasselbe nicht zu lassen. Der Dien musste noch gebohren werden.

Dann zählte er seine Beutel ab, er hatte vierzehn Lederbeutel, in die er diese Anzahl von Goldstücken jetzt verteilen musste, wobei er zugleich mal fünfhundert Münzen abzählte, das sollte sein schwerer fünfhunderter werden, dann noch drei Zweihunderter, dann gabs noch fünf Einhunderter, drei Fünfziger und zwei Beutel zu Fünfundzwanzig Goldstücke. Das sollte soweit stimmen. Einen Beutel mit zweihundert Goldstücken ließ er aber bewusst auf dem Tisch stehen, die anderen dreizehn befestigte er wieder an seinem normalen Gürtel. Danach war der bis vor wenigen Minuten gelbe Tisch wieder ganz normal und man merkte ihm nichts an, außerdem war er durch das ganze rechnen müde, schon komisch, dass war so einfach und doch konnten es so viele Menschen nicht, wirklich komisch...

Er zog sich noch kurz um, die Rüstung hatte ihn heute ganz schön zu schaffen gemacht, es war ziemlich stickig gewesen, gerade beim Kampf aber in Ordnung, die Stiefel, die sich mal nach Ruhe sehnten und doch jeden Tag angezogen wurden, er würde sie hoffentlich bald los werden, auch wenn das etwas abschätzig klang, so wie es nicht klingen sollte. Sein Waffengürtel und das Hemd, für das er unbedingt mal wieder ein Zwei oder Drittstück kaufen musste, ja so war das Leben, er hatte genug Gold, aber niemanden, der sich Schneider schimpfte, oder er war nur zu blind das Schild zu erkennen.

Im Schein der tanzenden Kerzensflamme waren sie dann endlich wieder zur Ruhe gekommen, an diesem doch sehr anstrengenden Tag, das hatte eine Menge Kraft gekostet, aber andererseits war es ein stinknormaler Tag gewesen, so hätte jeder aussehen können, morgens sehr früh raus aus dem Bett, kurz frühstücken, dann raus zur Jagd, am Nachmittag wieder kehrend, noch kurz etwas anderes tun und dann zu Abend essen, wieder etwas anderes tun und dann wieder ins Bett hauen, nun ja, natürlich war das nicht das Wahre, nicht auf Dauer, außerdem sah so kein Jägerleben aus, denn ein Jägerleben war voller Freiheit, doch es war eine schöne Abwechslung und es war immer schön am Abend im Bett zu liegen und gewusst zu haben, das man etwas geleistet hatte, so einen Hauch von Arbeit, der ja auch einer war, nur eben nicht so, wie das Tischlern, das Handeln, das schrauben, hämmern oder sägen, das malen oder das bewirten, es war...anders.

Isabell schien genau so fertig wie er, hatte ihre Augen schon geschlossen, war aber noch nicht eingeschlafen und ehrlich gesagt war er ja auch schon im Halbschlaf, aber der morgige Tag sollte wieder etwas entspannter ablaufen, erst mal nur um die Holzsache kümmern, das durfte er nicht vergessen. Ja auf jeden Fall ausschlafen.

Und spürst du schon die Kälte?

Welche Kälte?

Aus dem Kamin, es ist kein Holz mehr da, die letzten Stücke brennen gerade.

Ach wirklich? Ist mir gar nicht aufgefallen...

Ich werde mich mal morgen darum kümmern, das einzige was ich brauche ist ne gepflegte Axt, ich hab früher auch mal Bäume gefällt und das auf Zeit, weil man schnell Holz für einen Wall brauchte, ja das war noch ne Zeit, mal sehen ob ich das verlernt hab, aber ich höre mich erst mal um, wer weiß.

Ja tu das....es tut mir leid wegen der Jagd heute, ich war wohl etwas zu euphorisch, kommt nicht wieder vor, versprochen.

ch bin nicht sauer wenn du das meinst, ich meine klar war es nicht ganz richtig, aber das ganz ja nur, weil es gefährlich war und ich mir nun mal Sorgen mache, aber ich meine, das ist Vergangenheit, es ist nichts passiert und damit ist das für mich gegessen, warum noch weiter darauf eingehen.

Schön, das ist gut. Und sonst? War der Tag sonst in Ordnung?

Ach naja, was soll ich auf sowas schon antworten. Es war ein normaler Tag wie er nun mal war, mir hat's gefallen, vorallem dich zu wecken, hehe.

Ah du Schuft, darum gings dir also.


Sofort entbrannte eine wilde Kissenschlacht und fast wären die Nähte gerißen und der ganze weiche Inhalt wäre hinausgeflogen, aber das konnte er ja wohl kaum auf sich sitzen lassen, doch der Kampf war bald vorbei und es gab irgendwie keinen Sieger, nur ein paar zersauste Haare mehr. Nach dieser Aufregung war es schwer sich wieder normal hinzulegen, doch irgendwie schafften sie es dann doch und langsam neigten sich ihre Kräfte dann wirklich dem Ende und eher dem Schlafe zu. Hand in Hand schliefen sie dann wirklich ein, aber zuvor hörte man ihn noch ein morgen schlafen wir aber mal aus, schlaf gut Sternchen murmeln.
26.11.2003, 13:43 #149
Heimdallr
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Müde waren sie gewesen, oder nein, sie waren es noch immer, doch diesmal wollte keiner der beiden aus dem weichen, warmen und kuschligen Bett aufstehen, sie hatten heute nicht vor irgendwie raus aus Drakia zu gehen, wollten eigentlich nur hier bleiben, warum auch nicht, das war in diesem Falle wirklich mal verdient, sie hatten zwar gestern nicht soooo viel getan, doch gegen sechs Snapper zu kämpfen war ja nicht ganz ohne und auch der Transport war sehr sehr anstregend, also was konnte man da noch groß verlangen? Außerdem hatten sie mal eben an einem Tag vierhundertfünfzig Goldstücke verdient, damit konnte man zwei Mondjahre gut leben, wirklich viel Gold. Eines hatte er aber immer noch nicht geklärt, woher nahm der Wirt soviel Gold? Sie hatten schon mindestens eintausend Goldstücke verdient, das war schon eine ganze Menge und Isabell musste davor noch ein paar hundert, vielleicht auch mehr mitgenommen haben, woher kam das Gold? Gut, die beiden waren wohl die einzigen, die ihre Mahlzeiten nicht bezahlen mussten, wenn es sich um ein normales Essen handelte, doch auch sonst konnte man doch nicht so viel nehmen, obwohl....wenn da täglich circa hundert Menschen aßen und tranken, dann konnte da pro Person zwanzig Goldstücke zusammen kommen und das waren dann ja schon zweitausend Goldstücke, so gesehen war das vielleicht doch nicht viel, was sie da bekamen, nun ja wie auch immer, ihm war es jedenfalls mehr als genug, auch wenn er sowas ja nie sagte, denn das gab es nicht. Genug hatte man nie, man war immer gierig, doch war die Frage, wie sich diese Gier auszeichnete, mal war sie gewalttätig, mal nur durch Worte und mal war sie so klein, dass man sie kaum Gier nennen konnte, so ungefähr war das bei ihm, naja...

Nun war es schon lange hell geworden, als er heute Morgen erwachte fing die Sonne gerade an erste Strahlen durch das Fenster zu schicken, doch das hatte er ignoriert und war wieder eingeschlafen, es kam ihm jetzt nicht so darauf an und wecken wollte er Isabell auch nicht, denn er hatte ja noch am Abend gesagt, dass sie ausschlafen wollten, da wäre er ja kaum scheinheilig gewesen...ob sie noch einmal wach wurde, das konnte er nicht wissen, aber als er dann das zweite Mal aufwachte, fühlte er sich schon ziemlich munter, er konnte da nicht mehr einschlafen und blieb einfach wach, doch da Isabell zumindest zu dem Zeitpunkt noch schlief wollte er sie nicht wecken, also blieb er einfach im Bett liegen und schaute ein bisschen durch den Raum, er hatte sich noch nie angeschaut, wie der eigentlich aussah...

Es war nicht gerade klein, aber auch nicht gerade groß, es war nur ein Zimmer doch das war ja schon fast klar, es gab zwei große Schränke, in einem hatte sie ihre Kleider, das hatte er schon mal gesehen, dann noch einen mittelgroßen Tisch, auf dem er ja gestern sein Gold zählte und einen Schemel aus Holz, auf dem es sich gut sitzen ließ, zusätzlich fiel ihm erst jetzt auf, dass im hinteren Teil des Zimmers ein Kamin stand, er konnte es nicht fassen und war kurz erschreckt, oder aufgesprungen, wie auch immer, war sie deshalb so ruhig geblieben, als er gestern sagte, dass es kein Holz mehr gab? Hm, das wollte er sich doch mal näher anschauen, am Ende sah er nur irgendwas anderes. Desweiteren gab es hier nen Wolfsfell das vor dem vermeintlichen Kamin lag und auch ein großes Bild, das Bild zeigte einen alten Mann, weißer Bart und so, naja er musste sich das ganze Mal näher anschauen, aber erst, wenn er aufstand.

Nach ein paar Minuten, vielleicht zwanzig, wachte Isabell dann auch auf und er hatte sie beim Guten Morgengleich mal gefragt, ob das wirklich ein Kamin wäre und sie nickte nur grinsend und da wusste er wirklich nicht, was er denken sollte, er war auch ein bisschen wütend aber eigentlich nur froh, er stellte sich das Bild schon genau vor, das musste genial aussehen, außerdem liebte er Feuer...
26.11.2003, 14:26 #150
Heimdallr
Beiträge: 12.421

Ewig nun schon lagen sie da und er wusste nicht wirklich, ob es noch Sinn hatte irgendetwas zu machen, sie konnten auch einfach hier liegen bleiben und den ganzen Tag nur schweben lassen, vor ihrem Auge musste sich eine Menge abspielen, er sah in die Vergangenheit zurück, sah die Frau mit der Prophezeiung über seine Bestimmung, sah den gestrigen Kampf und dann sah er die Bilder in der Taverne, die Bilder der Wirte, er sah eine Menge, doch am meisten sah er zu Isabell, die wohl auch noch nicht aufstehen wollte, hatte sich eng an ihn gekuschelt und schaute mal zur Decke, mal hatte sie die Augen auch geschlossen, aber man hatte nie das Gefühl, dass sie noch mal eingeschlafen war, theoretisch war dieser Tag jetzt schon Katastrophe und Geschenk in einem, einerseits war es uneffektiv was sie hier machten, es war wirklich kein Sinn dahinter, aber überhaupt keiner, zumindest kein erklärbarer, es war nur eine Sache von Gefühlen und er war froh, dass er diese noch hatte, denn so fühlte er sich menschlicher, manchmal hatte er wirklich das Gefühl, dass er kein Mensch war, das er alles war, nur kein menschliches, fühlendes Wesen, verrückt diese Idee....andererseits, warum sollten sie nicht mal was sinnloses tun, dazu hatten sie ja wohl das Recht, niemand konnte sie zwingen etwas zu tun...Er hatte wieder die Hand in ihren Haaren und irgendwie war das schon komisch, obwohl er ihr nicht wirklich glaubte, dass das alles durch einen Trank passiert war, konnte er es nicht lassen, ihre Haare waren nun noch viel schöner und anziehender als je zuvor und auch wenn er eigentlich nichts davon hatte in ihnen zu fühlen, fühlte er sich beruhigter, wenn er es tat, es war so ähnlich wie ein Kuss, nicht direkt zu vergleichen, aber doch mit Ähnlichkeiten.

Isabell?

Hm?

Hast du eine Ahnung, wie spät es denn sein könnte?

Keine Ahnung, vielleicht Mittag?

Hm vielleicht. Ich glaub ich werde mal kurz zum Wirt gehen, willst du mitkommen oder soll ich dir irgendwas mitbringen?

Hmmm ich weiß nicht, ich glaube ich bin zu faul um aufzustehen. Würdest du mir irgendwas zu essen mitbringen, ist egal was.

Ja kann ich machen.


Er ließ langsam die Finger von den Haaren ab und nahm die Decke von seinem warmen Körper, der dadurch natürlich jetzt erst mal gegen die Kälte immun war, doch das würde schnell wieder verfliegen und deshalb zog er sich auch rasch an, seinen Waffengürtel, die Rüstung und die Waffen ließ er da, nur die leichte Samthose, das Samthemd und die Stiefel und natürlich der Gürtel mit dem Gold zierten ihn, als er die Treppen runter ging, wozu sollte er das andere schon mitnehmen, hatte doch eh keinen Sinn...

Den Sinn entdeckte er aber recht schnell, denn draußen war es angenehm mild und er spürte das ganze erst dadurch, dass er die Rüstung nicht angezogen hatte, seinen Umhang hatte er auch vergessen, na toll....zum Glück war Drakia nicht allzu groß.
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