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17.07.2003, 18:36 #376
Lehna
Beiträge: 397
Das Amazonenlager #13 -
Schweigend lagen Esteron und Lehna nebeneinander im Bett herum und starrten beide nachdenklich zur Decke hinauf. Ziellos wanderte Lehnas Blick über das Holz, sie kannte die Maserung fast schon auswendig. Vielleicht wurde es ja mal Zeit dass sie umzogen... Wobei es wohl nicht unbedingt selbstverständlich wäre, dass Esteron ins Frauenhaus eingelassen würde.
Aber im Moment interessierte sie das ohnehin kaum...
Ihre Gedanken schwirrten ein wenig wirr um Satura, den Dämon und natürlich auch den Edelstein. Und Esteron...
Sie drehte sich auf die Seite und sah den jungen Wanderer nachdenklich an.
„Esteron... Ich weiß, eine Pause wäre eigentlich verdammt nötig. Mir wäre es auch lieber, wenn wir uns noch etwas erholen könnten... aber... Satura, ich verdanke ihr zu viel, als dass ich einfach hätte hier bleiben können.“
Sie seufzte leise und fuhr mit dem Finger nachdenklich über seine Schulter.
„Immerhin hat Thaleiia doch recht gute Arbeit geleistet...“
Lehna lächelte matt. Ihre Verletzungen waren dank einiger weiterer Mixturen, die Thaleiia ihr noch gestern Abend ausgehändigt hatte, über Nacht praktisch vollständig verheilt. Der lästigen Verbände hatte sie sich heute morgen endlich entledigen können. Und auch einigermaßen ausgeschlafen war sie – Lehna schielte kurz zu der Flasche, die auf dem Tisch herumstand. Voll mit Thaleiias Schlafmittel. Hoffentlich brauchte sie dieses Zeug nicht mehr allzu lange...
17.07.2003, 19:43 #377
Lehna
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Das Amazonenlager #13 -
Ruckartig zog Lehna die Lederriemen fest, die ihre linke Armschiene an ihrem Unterarm fixierte, mit einem schabenden Geräusch glitt die rasiermesserscharfe Erzklinge ihres Schwertes in die hölzerne Scheide an ihrem – nach Jahren der Benutzung bereits ein wenig spröden - Gürtel. Mit einem dünnen Lederriemen band sie ihre Haare zu einem Zopf zusammen, während Esteron bereits auf sie wartete. Zuletzt schnappte sie sich noch die – zu diesem Zeitpunkt noch leeren – Wasserschläuche, dann verließ sie zusammen mit Esteron das Zimmer. Das Klacken des Schlüssels, als er im Schloss herumgedreht wurde, hatte etwas seltsam endgültiges an sich – wann sie wohl wieder hierher zurückkommen würden? Und würden sie überhaupt jemals zurückkommen...?
Lehna verdrängte diese Gedanken und ging langsam hinter Esteron her, hinunter in den Empfangsraum, wo sich die beiden an einem der Tische niederließen.
„Hmm, meinst du, mit unseren Klamotten können wir uns ins Gebirge trauen?“, fragte Lehna, während sie auf Jamira oder Hummelchen warteten. Sie hob ein wenig zweifelnd die Augenbrauen und musterte sich selbst und ihren Begleiter. Falls es dort oben im Gebirge kalt wurde, könnten sie ziemlich alt aussehen...
17.07.2003, 22:23 #378
Lehna
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Das Amazonenlager #13 -
Lehna fuhr sich nachdenklich mit der Hand über ihren Nacken, während sie auf die noch immer leere Theke schielte. Sie selbst war zwar noch nicht ganz so schlimm ausgerüstet wie Esteron, aber falls es da oben auf den Bergen kälter wurde, würde sie trotzdem in die Röhre gucken...
„Ich hab noch das Geld von der Blechtrommel, ich wird mal sehen ob ich hier im Lager was krieg. Falls Jamira oder so auftaucht, bestell mir einen Becher Amazonengebr...“
Sie schwieg kurz.
„Apfelsaft.“
Noch bevor Esteron groß etwas erwidern konnte, erhob sich Lehna und verließ nachdenklich das Gästehaus. In der letzten zeit bestellte sie sich immer öfter die hochprozentigen Sachen. Verdammt, so durfte das nicht weitergehen. Sie wusste zu gut, zu was der Alkohol führte...
Ihre Hände wanderten fast unbewusst zu den Griffen ihrer Dolche, schlossen sich um das Leder, welches den kalten Stahl umwickelte und den Händen Halt gab. Mit einem leisen Schaben glitten die Waffen aus ihren Scheiden, die geschliffenen Klingen schimmerten matt im blassen Mondlicht. Lehna blieb mitten auf dem Hauptplatz des Lagers stehen und schien für einige Sekunden in die Betrachtung der Waffen zu versinken. Vorsichtig fuhr sie mit dem Daumen über die scharfen Schneiden.
Sie hatte mit diesen Waffen ihren Vater getötet. Nein, nicht ihren Vater... eher seine noch lebende Hülle. Er selbst war schon lange vorher getötet worden – durch den Alkohol.
Und bei ihm hatte es auch so angefangen wie bei ihr jetzt...
Mit einem energischen Ruck steckte sie die Waffen wieder weg und setzte ihren Weg fort.
18.07.2003, 12:46 #379
Lehna
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[GM] Drachenfeuer -
Der Kies knirschte unter den Füßen der Wanderer, während sich die kleine Gruppe langsam in höhergelegene Gebiete vorkämpfte. Ein kleiner Stein löste sich, als Lehns auf ihn trat, geriet ins Rollen und fiel Klackend in die Tiefe. Lehna riskierte einen kurzen Blick den Abhang neben ihr hinunter, sah aber sofort wieder weg. Himmel, das schien ja, als würde der Abgrund einen anspringen...
Schweigend stapfte sie neben Esteron her, der scharfe Wind ließ ihre Haare und ihren schwarzen Mantel, den sie gestern noch von Hummelchen erhalten hatte, launisch durch die Gegend flattern. Fast unbewusst hatte sie ihre Hand auf dem Griff ihres Schwertes ruhen, ihr Blick streifte prüfend über die felsige Landschaft vor ihnen. Jeden Moment erwartete sie irgendwelche Harpyien, auch wenn sie sich wohl noch nicht ganz in diesen Jagdgebiet befanden...
Schließlich blieb ihr Blick auf der Amazone hängen, die ziemlich selbstbewusst die Führung der Gruppe übernommen hatte. Blutfeuer... Seltsamer Name. Vielleicht ein Name, den sie zu Ehren dieser Amazonengöttin angenommen hatte? Lehna zog ein wenig misstrauisch die Augenbrauen zusammen. Hoffentlich stellten sich die Amazonen am Ende nicht doch noch als ein Haufen Fanatikerinnen heraus...
Aber das war jetzt so ziemlich ihre kleinste Sorge. Was Blutfeuer betraf, hatte sie andere Bedenken. Die junge Frau schien eine ziemliche Abenteurernatur zu sein. Lehna mochte Abenteurer nicht sonderlich, Menschen, die die Gefahr suchten, nur um etwas ‚zu erleben’. Solche Leute hatten für gewöhnlich keine Ahnung, wie das Leben außerhalb ihrer Traumwelten voller Schätze und Abenteuer sein konnte. Es waren die Leute, welche diejenigen, die einfach nur ein friedliches Leben führten, belächelten, ja ihnen in manchen Fällen sogar mit Überheblichkeit begegneten. Und doch bewiesen sie damit immer nur ihre mangelnde Lebenserfahrung...
Lehna seufzte leise. Wenn nur nicht ständig etwas dazwischenkommen würde, wie gern würde sie einfach zusammen mit Esteron ein ganz normales, unauffälliges, ‚langweiliges’ Leben führen. Eine kleine Hütte und ein friedlicher Alltag... mehr wollte sie doch gar nicht...
Ihr Blick wanderte von Blutfeuer weiter zum Bergmassiv, das noch vor ihnen lag. Immerhin könnte sich die Anwesenheit der Abenteurerin noch als recht nützlich erweisen, sie schien sich wenigstens hier auszukennen. Und vermutlich war sie auch eine recht gute Kämpferin, ansonsten hätte sie ihren ‚Beruf’ wohl nicht lange überlebt.
Ein schriller, auf bizarre Art menschlich klingender Schrei riss sie aus ihren Gedanken. Reflexartig riss sie ihr Schwert aus der Scheide, das Licht der Sonne spiegelte sich hell in der bläulichen Erzklinge. Mit zusammengekniffenen Augen suchte sie den Himmel ab.
Und da war er auch schon, ein dunkler Schatten, der sich auf die Gruppe zu bewegte. Dann ein weiterer. Immer mehr kamen hinter den Felsen hervor, das Rauschen des Windes vermischte sich mit dem Gezeter der grotesken Vogelfrauen und den aufgeregten Rufen der Gruppenmitglieder, die sich auf den unausweichlichen Kampf vorbereiteten...
18.07.2003, 22:15 #380
Lehna
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[GM] Drachenfeuer -
Mit einem dumpfen Aufprall landete die Tür auf den Holzdienen der Hütte, kleine Splitter flogen durch die Luft. Ein kalter Windstoß ging durch die Hütte, ließ das Feuer im Herd flackern und bizarre Schatten an die Wand werfen. Augenblicklich drang der regen in die Hütte ein, peitschte den Insassen in die angespannten Gesichter.
Sie alle standen mit gezogenen Schwertern und gespannten Bögen da.
Warteten.
Nichts...
Verunsichert sah Lehna zuerst zu Esteron, dann wieder zur Tür. Der graue Regenschleier, der gnadenlos die Wiese nieder stampfte, war alles, was es dort draußen zu sehen gab. Fragend sahen sich die Gruppenmitglieder an, Saturas Amulett glühte noch immer, fast noch stärker als vorhin schien es zu leuchten, aber das konnte auch Einbildung sein.
Doch sie waren nicht mehr allein...
Vorsichtig, mit kampfbereit erhobenem Schwert, näherte sich Lehna der Tür, zog mit der Linken einen ihrer Dolche aus dem Gürtel. Der kalte Regen peitschte ihr ins Gesicht, sie kniff die Augen zusammen, spähte nach draußen. Esteron, Satura, Leon und der Stadtgardist Jori waren hinter ihr.
Nichts.
So schien es.
Denn niemand warf einen Blick nach oben...
18.07.2003, 23:03 #381
Lehna
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[GM] Drachenfeuer -
Lehna seufzte leise und sah zu Esteron. Vielleicht hatte er ja wirklich recht. Aber Saturas Amulett...
Ach, egal. Es war nicht das geringste zu sehen. Sie ließ ihren Blick noch einmal über die Landschaft vor der Hütte streifen, aber es war noch immer nichts anderes zu sehen als der Regen. Da war wohl wirklich nichts.
Lehna ließ ihr Schwert sinken, zuckte mit den Schultern und wandte sich zum Gehen – doch dabei blieb es auch...
Eine bleiche Hand schoss von oben herunter, blutrote Augen blitzten kurz im Regen auf. Lehna stieß einen erschrockenen Schrei aus, als sich klauenartige Finger in ihre Haare gruben, sie festhielten und ruckartig nach oben rissen. Heißer Schmerz durchfuhr sie, es schien, als wollte ihr jemand die Kopfhaut abreißen. Völlig überrascht ließ sie ihre Waffen fallen und griff nach oben, ihre Hände umfassten einen muskulösen Arm. Im selben Moment verlor sie den Boden unter den Füßen, der Schmerz trieb ihr die Tränen in die Augen, sie wusste nicht mehr, was nun überhaupt passierte...
Eine Sekunde Später wurde sie an ihren Haaren über das Stroh des Daches gezerrt, eine Hand packte sie mit schraubstockartigem Griff am Oberarm, und dann ging es auch schon wieder runter vom Dach. Stechender Schmerz durchfuhr ihre Schulter, als sie unangenehm verrenkt wurde, sie schrie. Doch das... was auch immer es war... interessierte das nicht.
Wenig später war sie vom Grau des Regens verschluckt worden...
19.07.2003, 11:52 #382
Lehna
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[GM] Drachenfeuer -
Undeutlich konnte Lehna Saturas Schemen vor sich ausmachen. Dennoch wollte nicht so recht neue Hoffnung in ihr aufkeimen, ihr Widersacher hielt ihr Genick schraubstockartig fest, scharfe, abgebrochene Fingernägel gruben sich schmerzhaft in ihre Haut, das Regenwasser vermischte sich mit dem Blut, das aus ihren Verletzungen sickerte...
Plötzlich wurde sie brutal zur Seite gerissen, die Welt schien einen Sprung zu machen. Im nächsten Moment fuhr schneidender Schmerz durch ihre Schulter, die schrie gequält auf und realisierte noch, dass eines von Saturas Wurfmessern in ihrer Schulter steckte – kurz unterhalb des Halses...
Die Kreatur hinter ihr stieß ein glucksendes, fast schon schadenfroh klingendes Lachen aus und begann, sich tiefer in den Sumpf zurückzuziehen. Mit schlafwandlerischer Sicherheit fand sie ihren Weg, bewegte sich mit katzenhafter Anmut über die Felsen und Bäume.
Satura blieb zurück...
„Nicht jetzt...“, murmelte Lehna plötzlich. Ihre rechte Hand schloss sich um den Griff des Wurfmessers, das aus ihrer Schulter ragte, riss es rücksichtslos heraus. Auf die neuerlichen Schmerzen, die dadurch verursacht wurden, achtete Lehna gar nicht. Die kurze Klinge beschrieb einen Halbkreis durch die Luft, um sich dann gnadenlos in den Unterarm der Bestie zu bohren. Die geschliffene Klinge bahnte sich ihren Weg durch Fleisch und Muskeln wie durch Butter, das Wesen stieß einen erschreckend menschlich klingenden Schmerzensschrei aus und ließ Lehna fallen...
Die Amazone versuchte sofort, etwas Abstand zwischen sich und dieses Wesen zu bringen, kroch rücklings durch den sumpfigen Boden. Sie zog ihren letzten Dolch aus dem Gürtel und versuchte, auf die Beine zu kommen, als sich erneut der Umriss ihres Gegners aus dem Dunkel schälte.
Sie erstarrte fast mitten in der Bewegung.
Es war ein Mensch...
Ein mittelgroßer, älterer Mann stand in gebeugter Haltung vor ihr und musterte sie gehässig aus blutroten Augen, in denen der blanke Wahnsinn geschrieben stand. Seine schmutzige Haut war unter der Dreckschicht so weiß wie Schnee, auch sein langes, verfilztes Haar war völlig farblos.
Verängstigt wich Lehna einen Schritt zurück und hielt dabei ihren Dolch schützend vor sich, ihre Hand zitterte stark. Sie stolperte und fiel rückwärts in den Schlamm, was ihrem Versuch, weiter von ihrem Gegner wegzukommen, jedoch kein Ende setzte. Verzweifelt versuchte sie, sich mit den Beinen weiter weg zu schieben.
Der Mann vor ihr kniff die Augen zusammen und zog die Lippen zurück, wobei er eine Reihe großer, gelber Zähne entblößte. Ein bestialisches Knurren entrang sich seiner Kehle, wie ein Raubtier duckte er sich zum Sprung...
19.07.2003, 13:25 #383
Lehna
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[GM] Drachenfeuer -
„Satura...“
Widerliches, schlammiges Wasser drang Lehna in den Mund, gelangte in ihre Luftröhre, was einen unangenehmen Hustenanfall zur Folge hatte. Suchend tastete ihre Linke im Schlamm herum, während die mit der Rechten ihren Dolch fast krampfartig umklammerte. Satura ging langsam auf die Kreatur zu, die ein tiefes, drohendes Knurren hören ließ – wobei die Stimme erschreckend menschlich und doch gleichzeitig bestialisch klang...
Lehna bekam eine alte, morsche Wurzel zu fassen und zog sich an selbiger etwas weiter weg von der rotäugigen Kreatur, die jetzt langsam Satura umkreiste, dabei aber auch immer ihre eigentliche Beute im Auge behielt. Lehna versuchte sich aufzurappeln, doch es schien fast, als hätten der Sumpf und der Regen selbst etwas dagegen. Immer wieder rutschte sie aus und landete platschend im Schlamm, um es gleich darauf noch einmal zu versuchen. Schließlich gelang es ihr, sich an einem aus dem Schlamm ragenden Baumstamm hochzuziehen...
Was das rotäugige Wesen aber nicht ganz so toll zu finden schien. Blitzartig wirbelte es herum und sprang auf Lehna zu, die reflexartig ihren Dolch nach vorn stieß. Die Klinge bohrte sich tief in den weißen, muskulösen Körper, doch die Kreatur...der Mann...schien es gar nicht zu spüren. Einmal mehr krallte er sich in Lehnas Haaren fest und riss sie mit einem brutalen Ruck herum, wieder landete sie platschend im Schlamm – und schlug verzweifelt um sich, als ihr Kopf gnadenlos unter Wasser gedrückt wurde...
20.07.2003, 00:50 #384
Lehna
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[GM] Drachenfeuer -
Röchelnd schnappte Lehna nach Luft, versuchte das schlammige Wasser auszuwürgen. Die Welt verschwamm vor ihren Augen, in Verbindung mit dem Regen und der Dunkelheit konnte sie fast gar nichts mehr sehen. Dafür drangen die Geräusche des tobenden Kampfes um so intensiver an ihre Ohren, schienen noch verstärkt zu werden. Der Wind jaulte wie ein Rudel hungriger Wölfe, sie hörte auch das hektische Pochen ihres eigenen Herzens...
Ein neuerlicher Hustenanfall schien ihren Hals von Innen heraus zerreißen zu wollen, ihr Magen schlug bereits Purzelbäume, einen Moment später erbrach sie mit Schlamm vermischte Magensäure auf den sumpfigen Boden...
Keuchend versuchte sie sich hochzustemmen, realisierte erst jetzt, dass sie noch immer krampfhaft den Griff ihres Dolches umklammert hielt. Doch sie versuchte nicht die Waffe wegzustecken, die Gefahr, dass sie dabei danebentraf und sich am Ende noch selbst aufschlitzte, erschien ihr doch etwas zu groß.
Es bereitete ihr einige Mühe, ihre kraftlosen Glieder dazu zu bewegen, ihr wenigstens teilweise wieder zu gehorchen. Sie stützte sich an einem modrigen Baumstamm ab, presste die andere Hand auf ihre schmerzende Schulter und suchte mit glasigen Augen die Umgebung ab. Sie beobachtete den tobenden Kampf, ohne jedoch wirklich etwas erkennen zu können, da die Welt vor ihren Augen noch immer verrückt spielte. Dünnes Blut sickerte zwischen ihren Fingern hervor und vermischte sich mit dem Regenwasser.
Was war überhaupt genau passiert? Lehna versuchte, die wirr durch ihren Kopf schwirrenden Gedanken einigermaßen zu ordnen. Esteron... Satura... Sara… diese Kreatur jetzt...
Plötzlich legte sich von hinten ein Arm über ihre Schulter, Lehna schrie erschrocken auf und riss sich los, sie stolperte jedoch über ihre eigenen Füße und landete mit einem lauten Platschen wieder im Sumpf. Prustend stemmte sie sich wieder hoc, und als sich erneut ein paar Hände um ihre Schultern legten, realisierte sie endlich, dass es sich um Esteron handelte. Der junge Wanderer half ihr behutsam auf die Beine, sie versuchte das ganze mit einem dankbaren Lächeln zu quittieren, was aber gründlich danebenging und in einem neuerlichen, würgenden Hustenanfall endete. Zitternd drückte sie sich schutzsuchend an Esteron, ihr Blick wanderte zu den anderen, die inzwischen diese seltsame Kreatur in die Enge getrieben hatten.
Langsam näherte sich Esteron dem Kreis, wobei er weiterhin Lehna stützte, die unsicher neben im her tappte. Das Wesen krümmte sich auf dem schlammigen Boden, zwei Pfeile steckten in seinem Körper, die es jedoch genauso wenig wahrzunehmen schien wie die zahlreichen Schnitt – und Stichwunden. Etwas anderes machte ihm Angst...
„Was... was machen wir jetzt mit ihm?“, fragte Lehna unsicher und sah vorsichtig auf die Kreatur hinunter, als fürchtete sie, dass das Wesen im nächsten Moment aufspringen und sie mit bloßen Händen zerfleischen könnte...
20.07.2003, 21:47 #385
Lehna
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[GM] Drachenfeuer -
Verwirrt starrte Lehna zu Satura, dann wieder auf den Wald hinter der Hütte. Der Wald in dem Esteron eben verschwunden war. Verdammt, was sollte das werden..?
Die übrigen Gruppenmitglieder begaben sich zum Altar hinunter, nur sie blieb verunsichert wie angewurzelt stehen. Überlegte. Bis sie nach einer Weile auch losrannte – in den Wald...
Gehetzt sah sie sich um, spürte nicht, wie ihr einige Äste ins Gesicht peitschten.
„Esteron!“
Eine Spur von Panik lag in ihrer Stimme, doch nur ein kleiner Vogel beantwortete ihren Ruf. Verflucht wo war er?
Wer war er...?
Irgendwann, sie wusste nicht wie lange sie jetzt schon gesucht hatte, blieb sie erschöpft auf einer kleinen Lichtung stehen. Ihr Puls raste, sie spürte ihr Herz schon fast bis zum Hals schlagen. Auch ihre Schulter schmerzte ein wenig, obwohl Saturas Salben bis eben noch eine betäubende Wirkung gehabt hatten.
Gehetzt sah sie sich um. Keine Spur von Esteron, nur der Wald um sie herum, die Bäume, die Sträucher.
Lehnas Hand wanderte zum Griff ihres Schwertes, sie atmete tief durch. Jetzt bloß nicht ausflippen. Ansonsten würde wieder so etwas passieren wie in Gorthar. Esteron musste hier irgendwo sein, es handelte sich um ein kleines Tal, nicht um einen riesigen Wald. Und er würde auch nicht einfach so verschwinden, ohne sie...
Plötzlich hörte sie ein leises Knurren hinter sich, mit einem kaum vernehmbaren Knacken brach ein Ästchen. Reflexartig riss Lehna ihr Schwert aus der Scheide, drehte sich jedoch noch nicht um. Sie wusste, wer da hinter ihr war... Wusste, dass er sie langsam umkreiste...
Ein Lichtstrahl brach sich in der bläulichen Erzklinge, ein leises Rascheln hinter Lehna. Blitzartig wirbelte sie herum, pfeifend schnitt die rasiermesserscharfe Waffe die Luft, traf auf blasse Haut und zerschnitt fast widerstandslos Fleisch und Muskeln...
Das Wesen sprang überrascht einen Schritt zurück, dunkles Blut sickerte aus der frischen Wunde an seinem Oberarm. Lehna hob ihre Waffe hinter ihren Kopf, so dass die Spitze nach vorn zeigte, ihre Augen verengten sich zu schlitzen, sie behielt jede Bewegung ihres Gegners im Auge. Dieser umkreiste sie wie eine Raubkatze, seine blutroten, vom Wahnsinn gezeichneten Augen schienen ihren Blick geradezu durch sie hindurch bohren zu wollen.
Doch unter dem Wahnsinn und der Mordgier bemerkte Lehna etwas ganz anderes.
Verzweiflung. Einsamkeit.
Einen stummen Hilferuf...
Töte mich doch endlich!
Plötzlich musste sie ein wenig Lachen, doch es klang verbittert, nicht belustigt.
„Weißt du...“, sprach sie plötzlich und verzog die Lippen zu einem seltsamen, undefinierbaren Lächeln.
„Wir sind uns gar nicht so unähnlich.“
20.07.2003, 23:38 #386
Lehna
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[GM] Drachenfeuer -
Die sonderbare Kreatur knurrte erbost, versuchte Esteron zu umkreisen. Der junge Wanderer allerdings blieb zwischen ihr und Lehna, die noch immer mit erhobener Waffe dastand und ihren Gegner nicht aus den Augen ließ...
Wenn nur Esteron jetzt nicht aufgekreuzt wäre! Immer, aber doch nicht jetzt... wenn die Bestie angriff, hätte er keine Chance zu überleben. Und...
...genau deswegen stand er jetzt hier...
„Verdammt, Esteron, bau keinen Scheiß!“, zischte sie und stockte. Das war wahrscheinlich genau das gewesen, was sie jetzt besser nicht hätte sagen sollen...
Kurzerhand drückte sie ihm vorsichtig ihr Schwert in die Hand. Die Kreatur vor ihnen knurrte erneut und duckte sich zum Sprung, Lehna zog ihre beiden Dolche.
„Esteron... Tu ihm einen Gefallen... Manchmal ist der Tod die besser Alternative.“
Sie schwieg kurz, ein fast mitleidiger Blick streifte den blassen Mann mit den roten Augen, der mehr Tier als Mensch war, der langsam zurückwich, seine Muskeln spannte, sich auf den Angriff vorbereitete.
„Du schaffst das.“, fügte Lehna flüsternd hinzu.
„Ich vertraue dir...“
21.07.2003, 03:06 #387
Lehna
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[GM] Drachenfeuer -
Lehna blieb noch einen Moment lang wie angewurzelt stehen, starrte aus die Szene, die sich ihr bot, als würde ihr Gehirn das gesehene erst langsam verarbeiten. Und irgendwie kam es ihr auch genau so vor, als würden ihre Gedanken in einem Strom zähflüssigen Honigs dahintreiben...
Irgendwann, es erschien ihr fast eine Ewigkeit gedauert zu haben, ließ sie ihre beiden Dolche einfach in die Wiese fallen und stakste ungelenk zu Esteron, ließ sich neben ihm auf die Knie sinken. Vorsichtig beugte sie sich über ihn, fasste ihn behutsam an der noch unverletzten Schulter, drückte den jungen Wanderer an sich.
„Esteron... Du... du warst nie ein Versager...“, flüsterte sie heiser, während sie besorgt seine zahlreichen Verletzungen betrachtete. Er blutete stark, viel zu stark...
Warum habe ich nicht eingegriffen?
Im nächsten Moment verfluchte sie sich selbst wieder für diesen Gedanken. Sie wusste es. Weil sie Esteron hatte helfen wollen...
„Du... bist verletzt.“, stellte sie stockend fest. Himmel, was für eine großartige Erkenntnis. Da wäre ja glatt ein Nobelpreis fällig...
Sie brachte ein unsicheres Lächeln zu Stande, beugte sich hinunter und gab Esteron einen sanften Kuss auf die blutverschmierte Wange. Sie schmeckte seinen Schweiß und sein Blut auf ihren Lippen, doch es störte sie nicht. Er hatte es für sie getan... Wie schon so vieles...
Einmal mehr drängte sich ihr beinahe der Gedanke auf, warum Esteron das alles tat. Ob sie das überhaupt wert war. Und hinzu kam die Feststellung, dass sie selbst alles für ihn tun würde – und so blieb es wieder bei dem selstsamen Verstehen und gleichzeitig Nichtverstehen...
„Wir müssen zu den anderen. Vielleicht hat...“
Lehna stockte, schluckte kurz.
„Hat Satura ja ein paar Salben für dich.“, beendete sie zögerlich ihren Satz. Satura...
21.07.2003, 20:45 #388
Lehna
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[GM] Drachenfeuer -
Lehna saß neben Esteron auf dem niedrigen Bett, der junge Wanderer lag hinter ihr und starrte mit leeren Augen zur Decke. Gestern Abend hatte die junge Amazone seine Wunden so gut sie es eben konnte mit ausgefransten Stoffstreifen verbunden, aber sonderlich professionell war es nicht gerade.
Wo wohl die anderen sich herumtrieben?
Leise seufzend sah sie zur Tür, doch noch immer ließ sich niemand blicken. Waren die anderen etwa schon weg? Nein, sicher nicht... Das meiste Gepäck befand sich noch in der Hütte. Vielleicht war irgend etwas unvorhergesehenes passiert. Oder sie waren alle unten bei diesem seltsamen Steinkreis.
Sie überlegte kurz, ob sie nicht einmal nachsehen sollte, entschied sich aber nach einem Blick auf Esteron dagegen. Warum auch immer, sie wollte ihn jetzt nicht alleine lassen. Behutsam legte sie ihre Hand auf die seine, lächelte ihn aufmunternd an. Der junge Wanderer versuchte zurückzulächeln, was jedoch gründlich danebenging und in einem stummen Schmerzensschrei endete.
Leise seufzend wandte sich Lehna wieder ab und starrte weiterhin sinnlos auf den Boden oder ab und zu mal zur Tür hinaus, auf das saftige, grüne Tal, eine scheinbare Idylle, wie sie tödlicher kaum hätte sein können...
22.07.2003, 16:45 #389
Lehna
Beiträge: 397
[GM] Drachenfeuer -
Die Flamme der Fackel, die Lehna in den Händen hielt, flackerte unruhig in dem leichten, aber stetigen Luftzug in der kleinen Höhle. Gierig wand sich das Feuer um den mit ölgetränkten Tüchern umwickelten Ast, warf zuckende, verzerrte Schatten an die trockene, staubige Höhlenwand, während Lehna langsam weiterging. In ihrer Hand hielt sie locker ihr Schwert, Esteron ging ein kurzes Stück hinter ihr. Die Höhle hatte sich als größer erwiesen als ursprünglich angenommen, nachdem Saria einen durch Pflanzen fast verdeckten Gang bemerkt hatte. Die Höhle wirkte sonderbar sauber...
Bewohnt...
Nach kurzer Zeit machte der Gang einen Knick und mündete in eine weitere Höhle – und Lehnas Vermutung, dass hier jemand wohnte, bestätigte sich. Allerdings schienen die Hausherren gerade nicht anwesend zu sein, wenn auch nur zeitweise.
Einige Betten und Strohsäcke standen in dieser Höhle herum, zusammen mit ein paar Truhen und einem großen Kessel, unter dem ein Häufchen frischer Asche herumlag.
„Was es nicht alles gibt...“, grinste Lehna und steckte ihr Schwert weg, um wieder zurück zu den anderen zu gehen.
„Wie’s scheint, wohnt hier jemand...“, meldete sie ihre Entdeckung, doch sofort hob Blutfeuer die Hand und lugte nach draußen. Lehna hob fragend die Augenbrauen, bevor sich die Amazone wieder umwandte.
„Da kommt jemand...“, stellte sie nüchtern fest.
Fast automatisch wanderte Lehnas Hand zum Griff ihrer Waffe...
24.07.2003, 00:34 #390
Lehna
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[GM] Drachenfeuer -
Schweigend trottete Lehna neben Esteron her, ihre Gedanken waren bei Satura und Leon. Sie hatte von Anfang an gewusst, dass hinter dieser Suche wesendlich mehr steckte als nur ein Schwert. Und sie wusste, dass auch diesmal mehr hinter der Krise steckte als ein dummer streich... oder wie auch immer man das nennen mochte... von Saria.
Sie seufzte leise.
Wenn sie doch nur wüsste, was...
Das alles musste etwas mit dem Ritual zu tun haben. Mit dem, was Satura dabei entfesselt hatte, um sie zu retten. Oder mit dem Preis, den Satura scheinbar dafür bezahlt hatte. Wobei die Geschichte sicherlich noch um einiges länger war...
Lehna fluchte innerlich. Sie konnte nichts tun... nur beobachten...
Sie war hilflos, wie schon so oft. Weil sie nichts wusste, nicht einmal Ansatzweise wusste sie bescheid über Saturas... Problem...
Lehna warf einen kurzen, entschuldigenden Blick zu Esteron und löste sich dann von ihm, um sich ein Stück zurückfallen zu lassen.
Schweigend trottete sie jetzt neben Leon her, musterte den jungen Dieb abschätzend, versuchte herauszufinden, wie er zur Zeit ihr gegenüber eingestellt war. Es war schon manchmal kompliziert mit Leon...
„Leon... Was ist los mit Satura? Da ist doch...etwas...“, brach sie endlich das Schweigen und sah den Dieb bittend an.
„Ich will nicht hilflos zusehen müssen... Aber wenn ich nichts weiß... kann ich auch nichts tun.“
27.07.2003, 01:49 #391
Lehna
Beiträge: 397
[GM] Drachenfeuer -
Schweigend lief Lehna neben Esteron her, die kleine Gruppe folgte Satura, die voller Sorge versuchte, so schnell wie möglich Saria einzuholen. Was in der letzten Zeit passiert war, war nicht gerade ermutigend. Was auch immer genau mit Satura los war... sie war nicht mehr sie selbst. Vertraute Saria, über die sie garantiert weniger wusste als über Leon, weitaus mehr als ihrem Freund. Und wahrscheinlich vertraute sie nicht nur Saria...sondern auch noch etwas anderem...etwas, von dem Lehna wusste, dass man ihm nicht trauen konnte.
„Sariiiia!“
Saturas Ruf riss Lehna aus ihren Gedanken, die hohe Amazone rannte plötzlich los. Scheinbar hatte die das Mädchen entdeckt. Die anderen folgten Satura nach kurzem Zögern, und wenig später hatten sie Saria erreicht.
Satura musterte die junge Erzamazone besorgt.
„Saria... Geht es dir gut?“
Ein giftiger Blick zu Leon folgte, den dieser jedoch scheinbar ignorierte.
„Die Karte.“, forderte der junge Dieb plötzlich kühl und trat an Saria heran, wartend die Hand ausstreckend. Sofort fuhr allerdings Satura dazwischen.
„Wage es nicht, ihr zu nahe zu kommen!“, fauchte sie den Jungen an, ihre Hand schloss sich um den Griff ihres Schwertes.
Lehna seufzte leise. Satura war... besessen. Anders zwar als sie selbst es gewesen war, trotzdem war sie nicht mehr Herrin ihrer selbst. Diese Expedition war zum Scheitern verurteilt.
Blutfeuer ergriff jetzt für Leon Partei, doch von dem folgenden Streit bekam Lehna nicht mehr viel mit. Sie wollte einfach nicht mehr zusehen. Schutzsuchend drückte sie sich an Esteron, sah den jungen Wanderer bittend an, während Leon endgültig aufgab und davonrannte. Warum genau er das tat, wusste Lehna nicht.
„Esteron... Wir müssen Satura irgendwie helfen.“, flüsterte sie leise.
„Sie selbst kann es nicht mehr... Wir... müssen irgend einen Weg finden ihr zu helfen...“
27.07.2003, 03:47 #392
Lehna
Beiträge: 397
Die Küstenebene -
Nicht nur ihre Gefährten, auch das Gebirge und das Minental hatten Esteron und Lehna schon lange hinter sich gelassen. Nachdenklich gingen sie nebeneinander her durch den Wald, hatten keine Augen für die düsteren, fast bedrohlichen Silhouetten der Bäume und hörten nicht das Zirpen der Grillen. Es war unwichtig...
Auf einer kleinen Lichtung blieb Lehna unvermittelt stehen und setzte sich einfach auf den Erdboden, unter einen dicken Baumstamm. Leise schabend glitt ihr Schwert aus der Scheide, beinahe fasziniert betrachtete sie die bläuliche Schneide im matten, weißen Licht des Mondes.
„Warum gibt es nicht auch eine Waffe, mit der man einfach.... Dämonen töten kann?“, murmelte sie nachdenklich vor sich hin, während sie den Edelstein hervorholte, in den ihr eigener ‚Gast’ eingekerkert worden war – um den Preis, dass nun Satura nicht mehr sie selbst war. Ein seltsames Gefühl der Taubheit breitete sich in ihrem Unterarm aus, das zwiespältige Emotionen in ihr hervorrief – zum einen empfand sie es als widerlich, zum anderen als angenehm. Es war bedrohlich und schützend zugleich.
Ein sonderbares, mattes Lächeln huschte kurz über ihr Gesicht.
„Warum eigentlich nicht...“
Ihr Blick wanderte fragend zu Esteron.
„Meinst du nicht, da lässt sich... irgend etwas machen?“
28.07.2003, 03:13 #393
Lehna
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Die Küstenebene -
Lehna legte ließ ihre Waffe sinken, legte das Schwert schließlich neben sich ins Gras und drückte sich ein wenig enger an Esteron. Ihr Blick wanderte ziellos über die düsteren, fast bedrohlichen Silhouetten der Bäume. Ein paar Grillen zirpten im hohen, trockenen Gras, während das silbrige Mondlicht düstere Schatten auf den durch die Hitze der letzten Tage ausgedörrten Boden warf.
„Ja, eine Bibliothek... warum nicht...“, murmelte Lehna nachdenklich und sammelte mehr zufällig ein kleines Steinchen auf, dass sie anschließend fast schon unbewusst gegen einen dicken Baumstamm warf. Leise klackend prallte der Kiesel ab und fiel mit einem kaum vernehmbaren Aufprall auf die harte, ausgetrocknete Erde.
„Ich hoffe, wenigstens du kannst lesen?“, fragte sie plötzlich und grinste Esteron mit einer seltsamen Mischung aus Herausforderung und Unsicherheit an, bevor sie ihm einen kurzen Kuss auf den Mund gab, ehe er antworten konnte.
Leise seufzend legte sie ihren Kopf auf die Schulter des Wanderers.
„Wo... gibt es hier denn eine Bibliothek?“
28.07.2003, 03:30 #394
Lehna
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Die Küstenebene -
Ins Kloster der Feuermagier. Zu einem Haufen verrückter Fanatiker. Lehna konnte nicht gerade behaupten, begeistert zu sein von diesem Gedanken. Dennoch – er gefiel auch ihr noch immer besser als die Aussicht auf ein paar durchgeknallte Beliarsjünger...
Sie tastete nach ihrem Schwert, dass noch immer neben ihr im Gras lag, und bekam selbiges bald zu fassen. Vorsichtig steckte sie die Waffe in die hölzerne Scheide zurück und sah Esteron noch einmal fragend an, dieser nickte nur.
Ohne Eile erhoben sich die beiden wieder, wenig später waren sie dann auch schon wieder unterwegs, nur der Mond erhellte den vor ihnen liegenden Weg. Lediglich wenige Meter weit konnte man sehen, alles was dahinter lag, wurde von der undurchdringlichen Dunkelheit des nächtlichen Waldes verschluckt.
Genau wie es auch im Leben war...
05.08.2003, 19:12 #395
Lehna
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Die Siedlung Drakia #4 -
Lehna wischte sich mit einer nebensächlichen Bewegung den Schweiß von der stirn und grummelte irgend etwas unverständliches von wegen 'Verfluchter Sommer!' vor sich hin, während sie ihren Blick über das kleine Städtchen streifen ließ. Es war kaum etwas los, die Leute hockten wohl in den Häusern, nicht einmal die Schafe grasten auf der Wiese, sondern drängelten sich blökend im Schatten einiger Bäume herum.
Nur am Kai etwas weiter entfernt herrschte lebhafterer Betrieb, ein kleines Handelsschiff war wohl gerade dabei, abzulegen. Allerdings war das nichts, was ihnen weiterhelfen würde, und so interessierte es Lehna auch nich weiter.
"Hmm, das Haus da drüben vielleicht?", wandte sie sich fragend an Esteron und deutete dabei auf ein recht großes Gebäude, über dessen Eingangstür ein hölzernes Schild mit einem aufgemalten Bierkrug darauf hing. Obwohl Lehna den Schriftzug unter dem Bierkrug nicht lesen konnte, war das Zeichen doch recht eindeutig.
Esteron nickte nur, und wenig später waren die beiden in besagtem Gebäude verschwunden. Immerhin hatten sie noch etwas Geld dabei... Geld, das Esteron eines Morgens in seiner Tasche gefunden hatte, als sie mit Satura und den anderen unterwegs gewesen waren. Wahrscheinlich hatte es irgendwer dem jungen Wanderer zugesteckt, während er geschlafen hatte - auch wenn sich Lehna fragte, wer einem denn bitteschön einfach so Geld zusteckte.
Nun ja, letztendlich war der Grund des 'edlen Spenders' jedoch ziemlich egal - hauptsache, es reichte für ein paar kühle Getränke...
05.08.2003, 20:20 #396
Lehna
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Spinnstube der Amazonen # 1 -
Ich melde mich für unbestimmte Zeit inaktiv.

Meine Anmeldung für den Posten der Speerkampflehrerin zieh' ich zurück.
05.08.2003, 21:10 #397
Lehna
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Die Siedlung Drakia #4 -
2Ja und? Ich sah früher manchmal um einiges schlimmer aus...", erwiderte Lehna gleichgültig und wollte sich gerade wieder dem Gasthaus zuwenden, als sie plötzlich zögerte.
"Moment mal... Das..."
Sie kniff die Augen zusammen, um sie gegen das Licht der untergehenden Sonne zu schützen und musterte die Gestalt noch einmal genau.
"Das ist tatsächlich Satura!"
Die junge Amazone warf einen kurzen Blick zu Esteron, dann rannte sie auch schon los, auf die abgerissene Frau zu, die da gen Hafen torkelte.
"Satura! Warte! Was... Was tust du hier?"
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