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[GM] Abstieg in die Unterwelt #2
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18.04.2002, 13:28 #201
versuchung
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Die Versuchung ließ die Felsen, die den weiteren Weg versperrten verschwinden. Dann sah sie den Magier an und sagte, gehe nun und halte Augen und Ohren offen. Du wirst merkwürdige Sachen erleben und es liegt ganz bei dir selber, wie du damit umgehst. Mit diesen Worten verschwand die Versuchung und ließ den Magier allein zurück.
18.04.2002, 14:25 #202
Harald
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Harald folgte nun den Weg weiter, der aber scheinbar immer noch tiefer ging. Nach einer Zeit gelangte er an eine Lichtung und es wurde taghell. Wiesen, Wälder und riesige Berge waren zu sehen. Kleine Bäche und Flüsse durchzogen die Landschaft, herrlicher Duft von Gräsern und Pflanzen drang in die Nase des Magiers. Um das ganze Bild abzurunden schien die Sonne strahlend hell und warm vom Himmel. Kein Windhauch war zu spüren. Es war eine beängstigende Ruhe spürbar und der Magier fragte sich, ob es hier keine Lebewesen gab. Denn bisher war nichts auszumachen was an Mensch oder Tier erinnerte.

Harald wanderte weiter auf einen weit entfernten Waldgürtel zu. Je näher er kam desto riesiger schienen ihm die Bäume zu werden. Schließlich war er am Rand des Waldes angekommen und die großen Bäume spendeten erquickenden Schatten. Der Magier stellte fest, dass es sich um einen Eichenwald handelte aus dem kein einziges Geräusch zu hören war. Langsam ging Harald in den Wald hinein.
18.04.2002, 15:00 #203
Harald
Beiträge: 3.557

Obwohl die Eichen allesamt sehr dicht standen, war es nicht besonders dunkel in dem Wald. Außerdem lies es sich auf dem weichen Untergrund, der aus Moos bestand gut laufen. Sobald der Magier den Wald betreten hatte war das Zirpen von Grillen zu hören und in der Ferne sangen Vögel wunderschöne Balzgesänge. Ganz in der Nähe saß eine große Eule auf einem Ast und hielt augenscheinlich ein Schläfchen. Unter ihr am Boden waren Skelettteile eines Tieres zu sehen, welche auf eine erfolgreiche Jagd der Eule in der Nacht schließen lies. Dieser Anblick war ein Anstoß für den Magier. Er hatte Hunger und er war auch ein bisschen müde. Schnell hatte er ein paar Beeren gesammelt und setzte sich in der Nähe der Eule unter einen Baum, um zu rasten und die Beeren zu essen.
18.04.2002, 21:00 #204
Harald
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Der Magier schreckte hoch, er war eingeschlafen, wie lange konnte er nicht sagen. Die Sonne stand nicht mehr am Himmel und auch die Eule war nicht mehr auf ihrem Ast. Harald erhob sich und streckte seine Glieder. Er hatte mittlerweile die Orientierung ein wenig verloren und es blieb ihm nichts anderes übrig, als seinem Instinkt zu folgen. So lief er weiter durch oder in den Wald hinein. Nach einer Weile, er war schon ein ganzes Stück gelaufen, fiel ihm ein besonders riesiger und prachtvoller Baum auf. Harald ging zu dem Baum, der, so schätzte er, mehrere hundert Jahre alt sein mochte. Es war eine uralte Eiche, deren Geäst gut und gern einen Durchmesser von ungefähr 20 Meter hatte. Ein wahrer Riese in diesem Wald. Nichts vergleichbares hatte der Magier jemals in seinem Leben gesehen. Harald trat näher heran um sich dieses Baummonstrum näher zu betrachten.
18.04.2002, 22:31 #205
Harald
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Es war wirklich eine riesengrosse Eiche, die im Durchmesser ihres Stammes die Länge des Magier locker schlagen würde. Sie war sehr knorrig und mit Moos und Schlingpflanzen bewachsen, die bis an ihre Krone heran ragten. Alles in allem ein wundervoller Baum, stark von seinem wuchs und alt wie Metusalem selbst.

Der Magier beäugte den Baum genauer, sah an seinem Stamm empor, sein Blick glitt über das herrliche Blattwerk, um schließlich an der Krone anzugelangen. Ihm war, als wenn er dort oben ein helles glitzern oder blitzen ausmachen würde. Richtig, ganz oben in der Krone der Eiche blinkte tatsächlich irgend etwas, das die ganze Aufmerksamkeit des Magiers in Anspruch nahm. Seine Augen strengten sich besonders an, um zu erkennen was dort oben war. Mit einem mal gab es ein rauschen und die Versuchung stand wieder vor dem Magier.
18.04.2002, 23:40 #206
versuchung
Beiträge: 169

Magier, du bist an einem mystischen Ort angelangt sagte die Versuchung zu Harald. Klettere hinauf und sehe was dort oben leuchtet. Du wirst erkennen, das dieser Fund dein Leben verändern wird. Hole dir, was du in deinem innersten schon immer wolltest. Du brauchst nur noch zu zugreifen und deine Welt wird sich für immer verändern. Dies ist der Baum des Lebens, seine Kraft und seine unsterblichkeit kannst du auf dich übertragen. Hole dir die Antwort aus dem Wipfel des Baumes. Die Versuchung verschwand wieder.
19.04.2002, 18:20 #207
Harald
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Harald sah etwas skeptisch nach oben. Hm, Baum des Lebens, Unsterblichkeit auf mich übertragen murmelte er zu sich selber. Aber sein Interesse war geweckt. Das wollte er sich jetzt doch anschauen. Harald schwang sich zum ersten Ast empor und mit einem Klimmzug stand er augenblicke später auf dem Baum. Nun begann ein etwas schwieriger Teil, denn der Magier musste sich von Ast zu Ast weiter in die Höhe ziehen. Das war sehr kräftezerrend, denn der Baum war wirklich sehr hoch. Nach einer weile war der Magier oben angelangt und in der Tat, direkt vor seiner Nase hing ein sehr schöner Ring an einem dünnen Ast. Einen augenblick zögerte Harald noch, aber dann nahm er ihn an sich.

Es handelte sich um einen sehr massiven Ring, dessen Bestandteile der Magier nicht zu deuten mochte. Der Ring besaß keine Steine, keine Verzierungen, einfach nichts. Seine Oberfläche war glatt. Aber das wichtigste, er schien wie für den Ringfinger des Magier geschaffen zu sein. Vorsichtig schob Harald ihn über seinen Finger.

Genau in diesem Augenblick begannen die ersten Blätter vom Baum zu fallen, erst vereinzelt und dann immer mehr. Plötzlich ein lautes knacken und Harald sauste jeh in die Tiefe. Der Ast auf dem er gestanden hatte war ganz plötzlich morsch geworden und brach unter dem Gewicht des Magier.

Harald schlug sehr hart auf den Boden auf und blieb ein wenig benommen liegen. Verdammt, er hätte sich den Hals brechen können. Einen Sturz aus dieser Höhe, unfassbar das er nicht im geringsten verletzt war. Sollte die Versuchung tatsächlich recht haben und der Ring wirkte bereits? Das Herz des Magier klopfte schneller bei diesem Gedanken, war er jetzt wirklich unsterblich? Dafür konnte man es schon mal in Kauf nehmen das ein Baum starb. Ein gefühl breitete sich in dem Magier aus, das er bisher noch nie gekannt hatte....
19.04.2002, 21:11 #208
Harald
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Bisher war es dem Magier noch nicht aufgefallen, aber jetzt, nachdem er den ersten Schrecken des Sturzes und die Freude über den Ring verdaut hatte, merkte er, das sich der Wald verändert hatte. Das fröhliche zwitschern der Vögel, das Zirpen der Grillen, alles war einem jämmerlichen wehklagen gewichen, das tief und schmerzhaft in Haralds Ohren klang und immer stärker und lauter wurde. Er hielt sich die Ohren zu und hatte nur noch einen Gedanken. Raus, raus hier aus dem Wald, so schnell es nur ging.

Der Magier begann zu laufen, schnell und schneller wurden seine Schritte, bis er endlich eine Lichtung erreichte und der Wald ihn freigab. Das Wehklagen hatte ein Ende und der Magier sank erschöpft zu Boden...
19.04.2002, 23:15 #209
Harald
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Langsam hatte sich der Magier wieder erhohlt. Nun ja, das Wehklagen war nicht gerade angenehm zu hören, aber für die Unsterblichkeit konnte er das schon in Kauf nehmen. Schließlich tat es ja nicht weh. Harald erhob sich, sah noch einmal auf den Wald und machte sich dann auf und ging weiter. In der Ferne vernahm er das Rauschen eines Flusses. Das war jetzt bestimmt die Beste Erhohlung, ein kühles Bad in einem Fluss. Der Magier folgte dem Geräusch und war bald an einem wild dahinströmendem Fluss angelangt.
20.04.2002, 16:49 #210
Harald
Beiträge: 3.557

Es war ein nicht sehr breiter Strom, der eingebettet in Kies dahinfloss. Das Wasser war ganz klar und der Magier konnte bis auf den Grund hinabsehen. Schwärme von Forellen zogen vorbei, was deutlich machte, das das Wasser sehr rein war. Harald folgte dem Fluss eine Zeitlang und als die Strömung nicht mehr stark war, entschloss er sich ein Bad zu nehmen. Gerade als er dabei war sich zu entkleiden, stand zu seiner Verwunderung wieder die Versuchung vor ihm....
21.04.2002, 21:16 #211
versuchung
Beiträge: 169

Dieser Fluss nennt sich "Strom der ewigen Jugend" sagte die Versuchung zu dem Magier. Wenn du deine Augen aufhälst, wirst du auch hier ein Artefakt finden und somit die Eigenschaften des Flusses auf dich übertragen können. Überlege was du dann für ein mächtiger Magier bist. Damit verschwand die Versuchung wieder.
21.04.2002, 22:01 #212
Harald
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Der Mager legte nun seine Robe ab und stieg in das Wasser. Was hatte die Versuchung ihm da erzäht, ewige Jugend, Artefakt? Das war ja eine tolle Sache. Er beschloss, die Augen aufzuhalten und nach diesem Artefakt zu suchen.

Er schwamm ein bischen Stromabwärts. Das Wasser war angenehm erfrischend und überhaupt nicht kalt. Der Magier entdeckte nach einer kurzen Zeit einen Felsen in der Mitte des Flusses, auf den er zuschwamm. Dort angekommen kletterte er auf den Felsen und schaute sich um. Und richtig, von hier oben aus bemerkte er auf dem Grund des Stromes ein glitzern. Sofort sprang er wieder ins Wasser und tauchte hinunter zum Grund. Der Strom war hier nicht sehr tief und sein Wasser sehr klar. Haralds Hand ergriff das Glitzern und dann tauchte er wieder auf. Er hielt einen weiteren Ring in der Hand, mit dem er wieder zu der Stelle schwamm, wo er seine Robe abgelegt hatte. Dort stieg er aus dem Wasser und zog die Robe wieder an.

Nun betrachtete er den Ring etwas genauer. Ähnlich wie der andere Ring, war auch dieser schlicht und aus einem Material, das der Magier nicht kannte. Und wieder schien er genau an seinen Finger zu passen. Der Magier schob ihn vorsichtig über seinen Finger.

Genau in diesem Moment begann sich der Fluss zu verfärben. Langsam aber stetig wurde das Wasser immer dunkler um endlich in eine stinkende, dunkle Brühe verwandelt zu sein. Tote Fische trieben an der Oberfläche und der Gestank wurde unerträglich. Es war alles so, wie er es schon bei dem Baum erlebt hatte. Der Magier hatte ein ungutes Gefühl. Er musste weg hier...
22.04.2002, 12:33 #213
Harald
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Der Magier hatte, nachdem er sich entfernte, unter einer Buschgruppe einen Schlafplatz gesucht. Seiner Einschätzung nach konnte er hier in aller Ruhe schlafen, da er bisher wilde Tiere die zur Gefahr für ihn werden konnten, noch nicht entdeckt. Außerdem war er ja Dank des Ringes unsterblich.

Als er am Morgen erwachte, die Sonne stand schon am Himmel, stand er auf und wanderte weiter. Sein Weg führte ihn diesmal auf ein entferntes Gebirge zu, das friedlich vor ihm lag. Die Bergspitzen waren wolkenverhangen. Nach einer ganzen Weile und einem langen Fußmarsch, gelangte er an den Fuß des ersten Berges. Unschwer erkannte der Magier, das ein schmaler Pfad in die Höhe führte. Gerade als er im Begriff war dem Pfad zu folgen, stand wieder die Versuchung vor ihm.
22.04.2002, 13:40 #214
versuchung
Beiträge: 169

Dieser Berg wird auch der „Berg der Macht“ genannt sagte die Versuchung zu dem Magier. Hier wirst du ein weiteres und letztes Artefakt finden. Du weist ja, auch die Eigenschaften des Berges kannst du auf dich übertragen. Ich werde hier unten auf dich warten. Damit schenkte sie dem Magier keine Beachtung mehr und setzte sich auf einen Stein.
22.04.2002, 15:57 #215
Harald
Beiträge: 3.557

Der Magier begann nun mit dem Aufstieg. Er erwies sich jedoch schwieriger als es zunächst ausgesehen hatte. Überall lag Geröll herum und Harald rutschte immer wieder aus, zumal der Pfad auch ziemlich steil in die Höhe führte. Er musste immer wieder eine Rast einlegen um etwas Kraft zu sammeln. Aber auf diese weise kam er jedenfalls langsam voran.

Er hatte ungefähr die Hälfte seines Weges erreicht, als er eine Bewegung wahrnahm. Links vor ihm auf einem Felsen entdeckte er einen Ziegenbock, der gewaltige Hörner hatte. Das hatte ihm jetzt noch gefehlt. Er war erschöpft und auf einen Kampf wollte er sich jetzt überhaupt nicht einlassen. Und dieser Bock sah ganz so aus, als würde er ihn ohne Kampf hier nicht durchlassen. Harald war zwar durch seine Ringe geschützt, aber zumindestens konnten ihm diese gewaltigen Hörner tiefe Wunden und die damit verbundenen Schmerzen zufügen. Der Magier wollte diese bedrohliche Situation anders lösen.

Vorsichtig und ohne eine hektische Bewegung, die konnte einen Angriff provozieren, ging Harald rückwärts, bis er eine Felswand in seinem Rücken spürte. Einen Moment konzentrierte sich der Magier und dann sprach er die Formel Skelett beschwören. Augenblicklich stand ein Skelett vor ihm....
22.04.2002, 16:16 #216
Skelett
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" Mein Herr und Meister, du hast mich zu dir gerufen, was soll ich für dich tun? Du weist du kannst alles von mir verlangen. Ich führe jeden deiner Befehle aus." Das Skelett sah seinen Meister an.

22.04.2002, 16:38 #217
Harald
Beiträge: 3.557

Der Magier sah das Skelett verwundert an. Es hatte ja die richtige Ausrüstung dabei. So als wenn es vorher seine Gedanken hätte lesen können. Ich bin ein wenig erschöpft sagte er zum Skelett. Ich möchte das du dich um den wilden Bock dort kümmerst. Schaff ihn mir ganz einfach aus dem Weg. Gespannt wartete der Magier auf das Szenario, das sich gleich vor seinen Augen abspielen würde.
23.04.2002, 08:48 #218
Skelett
Beiträge: 31

Das Skelett wandte sich vom Magier ab und stakste auf den Bock zu. Der hatte den Kopf schon gesenkt und wollte seine Hörner zur abschreckung zeigen. Das war dem Skelett so ziemlich egal, schliesslich hatte sein Meister ihm befohlen zu kämpfen. Plötzlich stellte der Bock sich auf seine Hinterbeine und wie von einem Katapult geschossen stürmte er auf das Skelett los. Das Skelett parierte diesen Angriff mit seinem Schild und lies seine schwere Axt niedersausen. Der Bock fiel, er war kein echter Gegner für das Skelett. Ein 2 Streich und der Kampf war beendet. Augenblicke später zerfiel das Skelett zu Staub und der Wind wehte seine Asche fort.
24.04.2002, 07:17 #219
Harald
Beiträge: 3.557

Der Magier hatte mit einem gewissen Stolz diesen Kampf beobachtet. Ein von ihm beschworenes Skelett hatte mal so eben einen Gegner aus dem Weg geräumt. Harald war jetzt ein sehr mächtiger Magier. Vielleicht schon der mächtigste in der Kolonie. Er musste niemanden mehr fürchten.

Der Magier ging nun weiter, immer dem Pfad folgend, der ihn weiter nach oben führte. Die Wolken waren schon sehr nahe als er eine Plattform erreichte, auf der ein paar Bäume wuchsen. Inmitten dieser Bäume entdeckte der Magier eine Hütte. Harald trat näher an die Hütte heran. Irgendwie erinnerte sie ihn an die Behausungen der Buddler im Alten Lager. Hinter der Hütte war ein Stück Weide eingezäunt, auf der Ziegen grasten. Also musste hier irgend jemand wohnen.
24.04.2002, 07:56 #220
versuchung
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Die Versuchung war in die Gestalt eines alten Mannes geschlüpft

Ich grüße dich Söhnchen sagte die Versuchung zu dem Magier. Was führt dich hierher, ich habe hier noch nie Besuch gehabt. Du bist der erste der diesen Weg gefunden hat. Und glaube mir, ich lebe hier schon mehrere hundert Jahre. Mein kleiner Garten und die Ziegen geben mir alles, was ich so brauche zum Leben.Sei willkommen und trinke eine Tasse Kräutertee mit mir.
24.04.2002, 08:36 #221
Harald
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Der Magier war erschrocken zusammen gezuckt. Da stand mit einmal ein uralter Mann vor ihm, den er gerade noch gar nicht bemerkt hatte. Sein Gesicht war über und über mit Falten bedeckt, das Haar hing schneeweiß bis an seine Schultern. Dazu trug er einen schlohweißen Bart, der bis fast an seine Knie reichte. Der Mann trug eine Robe und aus den Ärmeln hingen spindeldürre Hände mit noch spindeldürreren Fingern. Er stützte sich auf einen Krummstab und seine Stimme krächste wie die eines Raben.

"Wer seid ihr und was macht ihr denn hier fragte der Magier den alten Mann."Ja, einen Kräutertee werde ich gerne mit euch trinken. Harald setzte sich auf eine kleine Bank, auf die der Alte zeigte.
24.04.2002, 14:09 #222
versuchung
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Der alte Mann erzählte dem Magier, das er einem uralten Geschlecht von Schwarzmagiern abstammte, die vor vielen hundert Jahren zu seiner Jugendzeit das alte Kastell errichtet hatten. Nachdem diese Schwarzmagier und Priester gestorben waren, war der alte Mann der Hüter des Kastell gewesen und lebte völlig alleine in den Gemäuern Beliars. Um es schützen zu können hatte er von einem Dämonen Beliars ein Amulett erhalten, das ihm ermöglichte die ganze Macht der Magie Beliars zu beherrschen. Der Alte hob seinen Bart und zeigte diesem jungen Magier das Artefakt, das er um seinen Hals trug.
24.04.2002, 14:53 #223
Harald
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Der Magus starrte gebannt und faszeniert auf das Amulett. Das war es was die Versuchung gemeint hatte. Die Macht Beliars für den, der es besitz.Unsterblichkeit, ewige Jugend und die Macht Beliars. Dann wäre er mit Sicherheit der mächtigste Mann der Kolonie. Er bräuchte keinen Schattendämon mehr und die die langen Studien in den Büchern der Bibliothek würden einfach entfallen. Was würden seine Freunde im Kastell sagen, wenn er plötzlich mit solch Attributen zurückkehrte.

Das erste Mal seit er hier in der Unterwelt war, musste er an seine Freunde und das alte Kastell denken. Und das erste mal seit er hier war bemerkte er Zweifel in sich. Würden meditate, Don-Esteban, maximus, propheT und die anderen Magier sich wirklich für ihn freuen? Oder hätten sie nicht plötzlich Angst vor ihm, denn er würde nicht mehr der Harald sein, den sie kannten.Seine Zweifel wurden immer stärker.

Und dann war da noch ein Problem.Wie würde er an das Amulett herankommen? Der alte Mann würde es ihm bestimmt nicht einfach so geben.Und was würde mit dem alten Mann geschehen wenn Harald das Artefakt hatte. Der Magier hatte doch gesehen, was mit dem Baum und dem Fluss geschehen war. Und er war sich sicher, das selbe Schicksal würde auch den Alten treffen. Plötzlich sah der Magier die Entwicklung hier in der Unterwelt mit ganz anderen Augen. Konnte das von Beliar gewollt sein, das einer seiner Diener die Natur zerstörte, das er sogar bereit war einen Menschen zu opfern, nur um selber mächtig zu werden...
24.04.2002, 15:10 #224
versuchung
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Die Versuchung merkte, das etwas in dem Magier vor sich ging. Er schien einen innerlichen Kampf auszutragen. Sie musste handeln, rasch.

Wenn du möchtest, schenke ich dir das Amulett sagte der Alte.Es kann dir bestimmt nützlicher sein als mir. Ich habe es noch nie gebraucht und werde es wohl auch nie mehr brauchen.Du bist der erste Besucher seit vielen, vielen hundert Jahren. Die Wahrscheinlichkeit eines nächsten Besucher ist sehr ungewiss.Damit nahm der Alte das Amulett ab und hielt es dem jungen Magier hin.
25.04.2002, 10:51 #225
Harald
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[i]In seinem Inneren tobte mittlerweile der schwerste Kampf seines Lebens. Der Magier war nicht in der Lage auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Er vergrub sein schweissnasses Gesicht in seinen Händen und sog immer wieder ganz tief die Luft ein.Das schlimmste aber war, es war niemand da, der ihm jetzt helfen konnte.

Schauer von Gefühlen durchströmten seinen Körper.Stimmen dröhnten in seinem Kopf. Sein Herz raste fast bis zum zerspringen, seine Kehle war wie zugeschnürt.Immer wieder sah er in Gedanken seine Freunde im Kastell und Augenblicke später sah er sich auf einem Thron sitzen.Dann führten ihn seine Gedanken zu dem alten Mann. Er sah ihn sterben in dem Augenblick, als er das Artefakt nahm.

Nein, nein hörte Harald sich plötzlich schreien.Ganz langsam nahm der Magier seine Hände vom Gesicht und schaute den Alten an.Nein er würde das Artefakt nicht nehmen und den Tod des Alten herbeiführen.Ganz klar waren jetzt seine Gedanken, der innerliche Kampf hatte aufgehört.Er würde keinen Menschen töten.Und wenn das der Wunsch Beliars war, dann wollte er kein Magier Beliars mehr sein.Nie war ihm das so klar und bewusst wie jetzt.Der Druck in seinem Kopf,die Beklemmung in der Brust hatten endgültig aufgehört.Die Entscheidung des Magier war gefallen.
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