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Das alte Herrenhaus (Amazonenlager) # 14
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18.09.2003, 14:01 #26
Die Stadtwache
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Dean legte mit einem Boot im Lager an und stieg aus. Er mochte diesen Auftrag nicht, denn irgendwie waren ihm Amazonen seit jeher unheimlich. Deshalb beeilte er sich besonders, sein Plakat an eine Wand zu schlagen.

Die Garde des Königs hat beschlossen jedem Bewohner der Insel Khorinis die Chance zu geben, sich eine Überfahrt aufs Festland mit dem Schiff der Paladine zu verdienen. Jeder, der über kämpferische Fähigkeiten verfügt soll sich in 2 Tagen ins Minental aufmachen, und sich an der Großen Schlacht gegen die Orks beteiligen. Wir erwarten nicht das sich alle zu einer Armee vereinen, aber jeder, der allein oder in Gruppen die folgenden Bestien erlegt, und als Beweis einen Daumen zur Burg bringt, soll belohnt werden.
Ork
Echsenmensch
Golem
Untoter
Troll
Die erfolgreichsten unter den Teilnehmern, werden mit dem Schiff der Paladine zum Festland übergesetzt werden.

Gez.
Lord Hagen, Kommandant der Paladine auf Khorinis


Als er das erledigt hatte, ging er zurück zum Boot. Er schaute sich noch einmal in dem seltsamen Lager um, dann machte er die Taue los, und ruderte zurück nach Khorinis.

Eorl
18.09.2003, 15:54 #27
Telma
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Müde stand Telma am späten Mittag auf, sie hatte zwar recht lange geschlafen, doch noch immer hatte sie sich nicht wirklich erholen können. Sofort verspürte die junge Kriegerin aber einen großen Hunger, ihr magen knurrte unheimlich, sodass sie sich mit der linken Hand immer wieder auf dem Bauch halten musste.
Die letzten Tage waren nicht wirklich spannend gewesen, eher eintönig. Sie hatte die meiste Zeit nicht wirklich viel getan, meistens übte sie mit ihrem Bogen noch, oder ging in den Wäldern spazieren. Mit Einhandwaffen konnte sie noch immer nicht umgehen, doch mittlerweile interessierte sie sich nicht mehr für solch Stahlwaffen, sie wollte sich lieber auf ihren Bogen verlassen, mit dem sie prima umgehen konnte.
Langsam spazierte sie auf dem Hof des Lagers herum, aß dabei noch einen Apfel, nachdem sie spät gefrühstückt hatte. Im Lager war es auch recht still, oder sie war die einzigste Person, die von nichts mitbekam.
Jedoch gingen ihre Gedanken wieder mal nur an eine Person. Wo steckte diese überhaupt? Nein, es waren sogar eher zwei. Neben ihrem geliebten vermisste sie auch eine gute Freundin, ihre Bogenpartnerin, Fee, lange hatte sie die Amazone nicht mehr gesehen. Doch war diese wohl wieder auf einer Reise, nicht selten tat sie diese..
Reise? Keine schlechte Idee wäre so etwas, vielleicht sollte sie auch mal was unternehmen. Nach neuen Ecken suchen, nach neuen Abenteuern. Es wäre wohl keine schlechte Idee, sich mal auf den Weg in die Stadt zu machen, dort würde sie doch bestimmt was zu hören bekommen. Doch fehlte ihr heute die lust, solch einen großen Weg bis zur Stadt hinter sich zu bringen. Wenn doch nur der Paladin erscheinen würde, er hatte ihr doch versprochen, sie zu besuchen. Doch nirgends war er zu erblicken. Hoffentlich steckte er nicht in Gefahr. Er behielt doch immer sein Wort. Was hinderte ihn nur diesmal daran?
Während sie nachdachte, lief sie weiter in Richtung des Meeres, ein schöner Blick, den sie vor sich sah. Die Sonne, die auf die Wellen strahlte, die Vögel, die hochflogen, ein romantischer gedanke spielte sich in ihrem Kopf ab. Außer einem lauten Seufzen war aber nichts zu hören, wieder einmal war es nichts, wieder ein Tag, wo sie vergebens wartete.
Mit besorgtem Gesicht lief sie zurück zu ihrer Hütte, um sich ihren Bogen zu holen. Sie wollte wieder auf Jagd gehen, dabei könnte sie sich am besten ablenken.
Mit ihrem Bogen auf der Schulter, schritt sie hinaus aus dem Lager, und machte sich auf nach norden..
18.09.2003, 16:17 #28
Enzanie
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Fatalis stand heute Morgen früh auf und bemerkte gar nicht, dass es gerade mal Sonnenaufgang war, eigentlich war ihm das Licht egal, es war eben immer da, bei Nacht durch die Fackeln, aber er wollte auch mal bei völliger Finsternis trainieren, denn da würde er sich nicht auf Lichtquellen verlassen können, sondern müsste schon auf seine Fähigkeiten und seine menschlichen Sinne oder Instinkte zurückgreifen, all das waren Dinge, die er hier versuchte zu verbessern und das gelang von Tag zu Tag mehr, heute stand aber etwas großes für ihn an, denn er wollte endlich mal seine Fähigkeiten an einem menschlichen Gegner ausprobieren, natürlich nicht, um ihn zu töten, sondern um seine eigenen Fähigkeiten zu testen und mal zu sehen, wie weit er war.
Er ging zu dem Trainingsplatz und machte noch ein paar Grundübungen, solange, bis die ersten amazonischen Kriegerinnen zum Platz kamen, er brauchte noch ein bisschen eigenes Training, dann konnte es losgehen, denn warm war er danach.
Er schaute sich die Frauen diesmal genau an, normalerweise mied er ja die Blicke zu ihnen, da er sich nie sicher war, was passieren würde, wenn sie ihn erst mal nicht mochten, oder besser gesagt, wenn sie wussten wer er war, doch er glaubte nicht, dass sie ihn verjagen würden. Zur Sicherheit versuchte er jedoch seine Stimme in so weit zu verstellen, indem er sich gar nicht benutzte, sondern alleine mit Zeichen sprach. Zuerst jedoch schaute er sie die Amazonen näher an, alle schienen recht gut zu sein, er schaute auch nicht danach, wer die schlechteste war, denn das war nicht sein Ziel, außerdem war sein Auge in so weit noch gar nicht geschult genug, um sagen zu können, wer gut war und wer schlecht, es ging ihm nur darum, einmal zu sehen, wie sie kämpften um vielleicht noch was zu lernen, denn ihn hatten sie ja auch lange genug beobachtet, zwar war er da noch ein absoluter Anfänger und konnte niemanden inspirieren, doch wieso sollte er nicht auch das dürfen, was die anderen machten, gut, er war hier als Fremder in ihrem Lager, aber dennoch, die wären wirklich schwach, wenn sie nicht mal Blicke duldeten.
Die Amazonen hatten alle einen seltsamen Kampfstil, er kämpfte vollkommen anders, doch das lag vielleicht auch an ein paar anderen Dingen, nicht nur, dass er keine Amazone war, aber es war schon interessant ihnen zuzuschauen.
Nach einer Weile bemerkte ihn einer der Frauen, was ihm wiederum gar nicht auffiel, doch als sie dann ihr Training unterbrach und auf ihn zuging, bemerkte auch Fatalis, dass man ihn bemerkt hatte, doch anstatt nun zu weichen blieb er stehen. Vielleicht wollte sich die Frau ja duellieren, damit hätte er dann seinen Gegner, mal schauen was sie wollte.

Hey ihr da, ihr seid jetzt schon ne ganze Weile hier, was wollt ihr?
Fatalis sagte nichts, sondern nahm nur sein Schwert und machte ein paar elegante Drehungen, die hatte er sich schon beigebracht, in der Zeit, wo er mal nicht trainierte, denn er fand es faszinierend, was man mit einem Schwert alles machen konnte, doch mit dem Dolch ging das sicher besser, die Amazone schien verwirrt, doch ließ sie sich nicht abringen.
Hey, wollt ihr nicht meine Frage beantworten.
-…………
-Seid ihr stumm oder was?

Er nickte nur auf die Frage, es war einfach besser so, danach drehte er ihr den Rücken zu und ging ein paar Schritte weg, dann nahm er sein Schwert und sah, dass sie immer noch da stand, er hielt ihr sein Schwert entgegen, was man als klare Kampfaufforderung ansehen konnte.
Ihr wollt kämpfen?
Wieder nickte er auf die Frage.
Gut, dann kämpfen wir und dann werden wir ja sehen.

Dann zog auch die Amazone ihr Schwert und der Kampf konnte beginnen.
18.09.2003, 19:13 #29
Enzanie
Beiträge: 385

Er nickte ein letztes Mal und wartete, bis sie ihr Schwert gezogen hatte, dann griff er auch schon an, bei diesem Kampf würde es keine Rücksicht geben, wieso denn auch, nur weil sie eine Frau war, würde er sicher nicht schlechter kämpfen, das wäre nicht fair, weder für ihn noch für seine Gegnerin, außerdem würde er so nie was lernen und ob er überhaupt den Hauch einer Chance hatte, musste man auch noch sehen.
Sein Schwert ging nach vorne auf ihren Oberkörper vor raus, doch der Block mit ihrer Klinge ließ nicht lange auf sich warten, dann griff sie ihrerseits an, das Schwert war etwas kleiner wie seins und doch hatte er Mühe den Angriff überhaupt zusehen, gerade noch rechtzeitig bemerkte er die Finte und konnte ausweichen, doch der nächste Schlag kam sofort hinterher, doch den konnte er blocken, dann wirbelte sein Schwert durch die Luft und traf wieder auf den kalten Stahl eines Schwertes, doch diesmal ließ er sich nicht so leicht austricksen, er nahm sofort einen zweiten und einen dritten, immer wieder drängte er die Amazone zu einem Block und sie musste immer wieder nach hinten weichen, doch er hatte Glück, dass er nicht auf seiner Robe ausrutschte, diese war nämlich nicht zum kämpfen gedacht und so musste er sich immer wieder bedanken, dass es nicht zu einem Unfall kam, aber bis jetzt hatte er zumindest keine Probleme mit der Geschwindigkeit, er konnte genau so schnell zuschlagen, wie sie, nur war es eben ein Problem zu gehen, wahrscheinlich hätte man hinter so einer Robe eher einen Magier erwartet, wahrscheinlich einen Feuermagier aufgrund der Farbe, doch er war kein Feuermagier, er war einfach nur ein stinknormaler Mann, der versuchte sich im Umgang mit einer Waffe zu verbessern, mit Magie hatte er gar nichts am Hut und würde wahrscheinlich auch nie in der Lage sein diese Art von Kampf zu beherrschen.
Dann noch ein Schlag, der aber ins Leere ging, er war für einen Moment unaufmerksam gewesen und das nutzte die Amazone, die er vielleicht sogar hätte besiegen können, eigentlich wäre das sogar durchaus drin gewesen, aber so konnte er nichts anderes tun, als sich geschlagen geben, er hatte die Klinge bedrohlich nah an seinem Körper und gab sich deswegen geschlagen.
Einerseits ärgerte es ihn, dass er verloren hatte, doch andererseits wusste er, dass er nicht schlechter gewesen war, von daher konnte er durchaus mit einer Niederlage leben. Vielleicht könnte er sich bei Gelegenheit mal revanchieren.

Tja, eindeutig gewonnen wie’s aussieht.

Diese Aussage traf zwar nicht den Punkt aber dem war so und er nickte wieder, danach ließ die Kriegerin von ihm ab, da sie sowieso nichts herausbekommen hätte, er selber setzte sich auf einen Stein und dachte über den Kampf nach, er hatte einige neue Erkenntnisse bekommen und danach wollte er noch etwas trainieren bevor er schlafen gehen wollte.
19.09.2003, 17:00 #30
Melyssa
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Melyssa warf schwungvoll den Schmiedehammer in die Ecke und riß sich die Lederschürze vom Leib. Der Hammer traf krachend auf einen Stapel Holzscheite und brachte diesen zum Einsturz. Die junge Schmiedin verzog verschmitzt den linken Mundwinkel und nahm sich vor, das Chaos gleich morgen früh wieder aufzuräumen. Heute hatte sie noch etwas anderes vor, etwas ganz besonderes.

Der Weg der hohen Amazone führte sie in die Stallungen, von wo schon von Weitem das Krächzen der Reitscavenger herüberschallte. Sie fragte sich wie man ein solches Tier nur ruhig bekam, sie würde sicher nicht viel Geduld mit ihnen haben.
Melyssa trat ein und sogleich stieg ihr ein tierischer Geruch in die Nase. Doch das konnte ihre Freude am heutigen Tage auch nicht trüben.
Sie trat an die Rittmeisterin heran und tippte ihr von hinten auf die Schulter, was diese erschrocken herumfahren ließ.

"Entschuldigung, ich wollte dich nicht erschrecken", sagte sie zu Shaela, "Ich hab ein Anliegen."
Die Rittmeisterin hatte den ersten Schrecken überwunden und schaute sie fragend an.
"Ich würde gerne reiten lernen. Kannst du mir das beibringen? Vor allem brauch ich erstmal einen Scavenger, vielleicht hast du ja noch einen übrig für mich, wenn möglich einen eher ruhigen und friedliebenden..."
Nun war Shaela aber erstaunt. Dass die sonst so standhafte Schmiedin nun auf einem Scavenger reiten lernen wollte, was ja was ganz was neues.
"Ich kann es dir beibringen", erwiderte sie, "aber du musst dich anstrengen. Normal gewöhnen wir die Tiere von klein auf an ihre neuen Besitzer. Später ist die Zusammenführung von Amazone und Scavenger sehr schwer, die Tiere brauchen lange um die neue Führerin zu akzeptieren."
Melyssa schaute skeptisch drein. Sie würde doch wohl noch einem Scavenger zeigen können wo es lang ging, oder?
"Das ist egal, gib mir einen und dann fangen wir an zu üben."
Die Rittmeisterin musste lachen. Melyssa würde ja noch sehen was sie von ihrem Übermut hatte. "Gut, ich habe noch einen übrig. Eigentlich war er der Königin versprochen worden, doch sie hat sich kurzfristig für einen anderen entschieden. Einen Namen hatte er mal, aber ich weiß ihn leider nicht mehr. Du kannst ihm einen neuen geben."
Melyssa schaute mißtrauisch in die dunklen Augen des Laufvogels. Ein Tier der Königin. Was mochte sie dazu bewogen haben ihn doch nicht zu nehmen? Bestimmt war an dem Tier irgendwas faul...
"Ok, wenn das der einzige ist dann nehm ich den. Zeigst du mir wie es geht?"
"Komm mit, wir gehen vor auf die Wiese."

Shaela führte den Scavenger durch den Hof und Melyssa folgte ihr nach draußen. Auf der Wiese neben dem kleinen Tempel Donnras machten sie Halt. Der Scavenger begann das saftige Gras zu zupfen und gierig zu verschlingen.
"So, erste Lektion, Aufsitzen."
Die Rittmeisterin reichte Melyssa ihre Hand und bedeutete ihr auf den Rücken des Tieres zu steigen. Die junge Frau nahm die gebotene Hand gerne an und hievte sich hinauf. Sogleich machte der grasende Scavenger empört einige Schritte rückwärts, zog den Kopf ein und Melyssa flog geradewegs vornüber ins feuchte Gras. Shaela unterdrückte ein Grinsen.
Melyssa richtete sich wieder auf und starrte das Tier böse an. Kein Wunder dass die Königin ihn nicht gewollt hatte.
"Doofes Viech!", fluchte sie.
Die Rittmeisterin lachte nun doch. "Wie gesagt, wenn man sie im fortgeschrittenen Alter an neue Reiterinnen gewöhnen muss sind sie immer etwas störrisch. Das wird schon noch, nur Geduld. Versuch es noch einmal, ich halte ihn fest."
Melyssa warf einen bösen Blick zu der Rittmeisterin und stieg erneut auf. Wieder wollte der Scavenger ausweichen, wurde jedoch von Shaela festgehalten. Artig blieb er stehen angesichts der respekteinflößenden Rittmeisterin.
Melyssa grinste schon wieder. Sie thronte oben auf dem Rücken des Scavengers und hielt sich am Sattel fest.
"Ich habs geschafft!", rief sie triumphierend.
"Sehr schön!", erwiderte Shaela. "Dann nimm mal die Zügel in die Hand. Ich werde dir zeigen wie er zu steuern ist."
Sie faßte das Tier vorn an den Zügeln und erklärte Melyssa wie sie sich zu verhalten hatte. Unterdessen trippelte der Scavenger unruhig auf der Stelle herum und die Amazone auf seinem Rücken hatte das leichte Gefühl einer aufkommenden Seekrankheit.
19.09.2003, 20:37 #31
Enzanie
Beiträge: 385

Heute stand er schon seid Stunden auf dem Platz, wieder hatte er trainiert und versucht seine Fähigkeiten zu verbessern inzwischen war er soweit, dass er schon mit einigen Frauen trainieren konnte, zwar schwieg er weiter, doch er lernte beim Training ein paar Amazonen näher kennen und diese waren auch ungefähr auf dem selben Wissenstand wie er, von den Fähigkeiten waren sie sowieso alle anders, doch er lernte viel von diesem besonderen weiblichen Kampfstil, er versuchte davon die Vorteile zu übernehmen und die Nachteile, die sich für ihn auftaten heraus zu lassen, komischerweise klappte das ziemlich gut, was ihn schon etwas wunderte, fast kam es ihm vor, als ob es leichter wäre diesen Stil zu lernen, als den neuen individuell zu gestalten, aber das war sicher wieder einer dieser Einbildungen, die er ja bekommen musste, wenn er als einziger Mann weit und breit hier war, diese männliche Stimme neulich bei Avril war da schon ne Ausnahme, aber er hatte die Gestalt hinter der Stimme ja auch nicht gesehen.

Einen Vorteil hatte sein Aufenthalt hier auf jeden Fall, er kannte sich jetzt schon richtig gut im Lager aus, dafür dass er neu war, sowohl auf Khorinis als auch hier, war das richtig gut, man mochte fast sagen er kannte von allen Gebieten das Amazonenlager am besten, obwohl er ja hauptsächlich im Sumpf wohnte, aber selbst da kannte er nicht alles, zum Beispiel diese Pyramide und so ein langer Aufenthalt in einem Fleckchen, das konnte schon prägend sein.

Inzwischen ward es Abend geworden, es wurde finster und die Nacht ergriff wieder die Übermacht über das Land, der Vermumte wurde wieder unsichtbar, zumindest für unaufmerksame Augen. Er huschte vom Trainingsplatz zu der Küche, wo er sich noch ein Abendessen abholte, kräftiger Eintopf mit selbst gesammelten Kräutern, köstlich und wohltuend, so dass er mit vollem Magen und zufriedenem Tagesablauf ins Bett gehen konnte, wo er dann auch landete, war wieder ein guter Tag, fast fühlte er sich hier wohler als im Sumpf, aber nur fast....
19.09.2003, 22:32 #32
Dark-Druid
Beiträge: 2.190

Schaukelnd schälte sich ein kleines Boot aus dem dichten Nebel, der über dem Wasser lag, die Nacht hatte Einzug gehalten, umschloss alles mit ihrem wohltuenden, verbergenden Dunkel. Kühl war es geworden, doch störte dies den, aus dem Norden stammenden, Mann nicht, der in dem kleinen Boot, das nun langsam am Holzsteg des Amazonenlagers anlegte, saß. Er liebte die Kälte. Sie schuf einen klaren Kopf. Kaum etwas war quälender für ihn, als die drückende Hitze, die einem die Sinne vernebelte, schläfrig und faul machte.
Hier an der Küste wehte ein frischer Wind, jagte Druid die Kapuze vom Kopf, zerrte mit unsichtbaren Fingern an ihm, seine langen, schwarzen Haare flatterten wild in den sich bewegenden Luftmassen.
Erschöpft stieg er aus dem Holzboot, setzte seinen Fuß auf die festen Balken der Anlegestelle.
Mit strengen Blicken beobachtete ihn eine Amazone, achtete darauf, dass er nichts tat, was den Frieden im Lager gefähren könnte.
"Mach keinen Ärger!", wies sie den Banditen an, doch der winkte nur ab und setzte seinen Weg fort.
An einer Feuerstelle ließ er sich nieder, trank noch einen Schluck Wasser und verzehrte einige Streifen des Dörrfleisches, welches er noch bei sich trug.
19.09.2003, 22:46 #33
Erend
Beiträge: 4.703

Nun war er also wieder an diesem Ort. Lange Zeit war es her, dass Fisk diesen Ort zuvor erblickt hatte. Es hatte sich nichts verändert. Die Dunkelheit wurde von flackernden Fackeln durchbrochen. Doch bis auf das Lodern der Flammen war es recht ruhig. "Da sind wir also." sprach Fisk im flüsterndem Ton und blickte sich um.
Nachdem sie einige Schritte getätigt und den Innenhof des Lagers erreicht hatten, hielt Fisk ruckartig an. "Was ist?" fragte Sly, Verwunderung spiegelte sich in seiner stimme. Fisk wartete einen Moment, bis er antwortete: "Ich bin müde. Aylen und Salladin, hier habt ihr Hundert Goldstücke, sucht euch einen vernünftigen Platz zum Schlafen!". Er reichte seinen Schülern das Geld, welche kurz darauf förhlich verschwanden. Fisk und Sly blieben zurück. "Ich gehe vor das Lager an den Strand. Kommste mit?" murmelte Fisk, immer wieder gähnend. Sly nickte nur stumm, und die beiden machten sich auf den Weg.
19.09.2003, 23:32 #34
Jamira
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es war ein wundervoller abend. jamira saß am ufer und starrte in den mond, der sich auf der wasseroberfläche spiegelte. hin und wieder sah man einen fisch springen, dessen silberkleid im mondlicht aufblitzte.

nicht weit von ihr hatten sich zwei männer niedergelassen. sie unterhielten sich leise und starrten wie sie in den mond. ob die beiden noch ein nachtquartier haben wollten? jamira ging zu ihnen und als die beiden herumfuhren und ihre waffen leise klirrten rief sie ihnen zu:

"keine sorge, ich bins nur, die herbergsmutter der amazonen. ich habe das gefühl, ihr seid gerade gekommen. wollt ihr noch ein quartier? die tage sind zwar noch mild, aber die nächte künden schon vom nahenden herbst. ich würde nicht draußen schlafen, wenn ich nicht muss."
19.09.2003, 23:37 #35
Erend
Beiträge: 4.703

Langsam wandte Fisk den Kopf. Die Frau schien eine Amazone zu sein. Und sie hatte Recht. Es war fühlbar kalt geworden, und irgendeine niederschlagende Krankheit war das letzte, was der Drachenjäger nun brauchte. "Gerne!" erwiderte er und stützte seine Arme in den Sand, sodass er es vermochte, sich aufzurichten, "Führet uns zu einem Platz, an dem wir übernachten können. Ich kann euch bezahlen."
20.09.2003, 00:32 #36
Jamira
Beiträge: 160

während die amazone ihre gäste zum gästehaus geleitete, fragte sie sie nach dem grund ihres besuches aus. dabei erfuhr sie, dass die beiden ausgerechnet nach der speerlehrmeisterin suchten.

"soso, ihr wollt euch also ausgerechnet in die hände dieser frau begeben? wisst ihr eigentlich, was ihr euch da aufladet? sie ist ungewöhnlich streng und wird euch sehr zusetzen. wenn die beiden wochen der ausbildung um sind, werdet ihr denken, ihr habt keine arme mehr!"

die beiden lachten und meinten, sie hätten schon ein bisschen kraft entwickelt bei den schwertkämpfen und am bogen. und außerdem würden sie sich von einer frau nicht unterkriegen lassen. immerhin wären sie männer und würden es mit so einem zarten geschöpf alle male aufnehmen.

"na dann wollen wir doch mal sehen, was ihr so draufhabt."

jamira hatte an der tür des gästehauses übuingsstangen zu stehen, die sie in einer wirblenden bewegung den beiden männern zuwarf. diese hatten die stäbe kaum gepackt, da hatte jamira sie ihnen mit ihrem eigenen stab schon aus der hand geschlagen. der nächste schlag galt den beinen der beiden und diese fanden sich umgehend auf dem boden wieder.

"so kann es gehen, wenn man den mund zu voll nimmt, meine herren. ich bin jamira die speerlehrmeisterin der amazonen. das war eine kostenlose vorübung. na? wollt ihr immer noch?"

die beiden sahen erst sich selbst gegenseitig an, dann reichen sie sich die hand und zogen sich auf diese weise wieder in die höhe.

dann grinsten sie und meinten, das wäre nur der überraschungseffekt gewesen und das würde unter normalen umständen nicht passieren.

"ich habe euch eben jedem eine stange zugeworfen. mit diesen stangen übe ich in den ersten tagen. wir nehmen noch keinen speer in die hand. zuerst werdet ihr ein gefühl für die länge der waffe entwickeln müssen. ihr müsst mit der langen stange genaus präzise treffen lernen wie mit dem schwert. und ihr müsst die spezifischen gewichts- und schwungverhältnisse dieser waffe studieren. wenn ihr lernen wollt, dann kostet es jeden von euch 1000 goldstücke. dafür bekommt ihr für den zeitraum eurer ausbildung auch kostenlos logis. seid ihr einverstanden?"

die beiden nickten und betrachete die zierliche amazone inzwischen mit ganz anderen augen.

"dann werdet ihr morgen mit diesen stangen üben. ihr werdet lernen, wie ihr die ganze distanz ausnutzen könnt, ihr werdet lernen, wie ihr diese stangen als hebel benutzen könnt, um dem gegner seine waffe aus der hand zu schlagen, sei es schwert oder auch speer. ihr werdet mit den drei meter langen stangen üben und mit den kürzeren. und so lange ihr noch die arme heben könnt, sollt ihr nicht aufhören. wenn ihr einverstanden seid, dann fangen wir morgen früh an. dann könnt ihr mir auch eure waffen zeigen und mir erzählen, welche art speer ihr für euch ausgewählt habt. wir werden im verlauf der ausbildung darüber reden, ob ihr die richtige wahl getroffen habt. ihr müßt wissen, der speerkämpfer muss sich seinen speer erst aussuchen."

jamira zeigte den männern ein hübsches zimmer, in das die sonne schon am frühen morgen schien. das sollte die motivation wecken und die männer früh aus dem bett treiben. zwei wochen waren verdammt knapp und die wollten genutzt sein.
20.09.2003, 09:55 #37
Jamira
Beiträge: 160

Jamira hatte ihre Schüler in den Speisesaal geführt und erklärte ihnen die wichtigsten Regeln, die es bei den Amazonen zu beachten gab.

"Hier im Speisesaal bekommt ihr alles, was die Küche hergibt. Zur Nacht könnt ihr im Bedarfsfall auch noch einen kleinen Imbiss im Gästehaus haben, aber eigentlich ist dies hier der Ort des Speisens im Amazonenlager.

Zu den von euch gewählten Waffen. Vorerst werdet ihr mit den Stäben trainieren, bis ihr euch an die Länge und das ungefähre Gewicht des Speeres gewöhnt habt. Hinter dem Haus findet ihr Zeilscheiben und Bretterwände mit verschiedenen Aussparungen. Diese gilt es erst mal zu treffen. Bitte auch mit beiden Enden des Stabes, falls jemand von euch mit einer Doppelklinge kämpfen will.

Benutzt heute erst mal die kurzen Stangen, die etwa 2,5 Meter lang sind. Zum Trainieren sind die sehr geeignet. Über die Art der von euch gewählten Waffe unterhalten wir uns, wenn ihr nicht mehr weiter könnt. Es gibt verschiedene Arten von Speeren.

Jetzt aber, auf zum Training."
20.09.2003, 10:24 #38
Corie
Beiträge: 169

Verschlafen wachte die Sumpflerin auf und stapfte zuerst einmal zu einem Wasserfass wo sie sich den Kopf abspülte. Als sie sich dann allen schlaf aus dem Gesicht gewaschen hatte, ging sie ins Gasthaus Frühstücken. Einige Amazonen waren schon hier, andere kamen aus den Gästezimmern von oben oder nach Corie durch die Tür.
" Morgen, ich möchte gern ein Laib Brot, ein bisschen Wurst und einen Krug Milch." sagte sie langsam zu der Amazone hinter dem Tresen. Mit einem kurzen nicken bestätigte sie Cories Bestellung und legte ein Tablett vor sie wo sie nacheinander das Frühstück draufpackte. "15 Gold macht das dann" sagte sie hektisch da schon der nächste da stand und etwas haben wollte.
Die Novizin gab ihr das Gold, nahm ihr Essen und setzte sich dann an einen großen Tisch wo auch einige andere Amazonen dran saßen.
Beim essen hörte sie viele Geschichten, das die Wolfe jetzt wieder vermehrt vor dem Lager auftauchen, oder das viele Krieger ins Minental gezogen sind um die Orks dort zu töten.
" Was für Krieger sind den ins Minental aufgebrochen? Die Paladine?" fragte Corie neugierig nach, und bekam als Antwort einen Zettel unter die Nase gehalten wo die Paladine alle auffordern an dieser Jagt teilzunehmen. Aber die Sumpflerin schüttelte nur den Kopf und streichelte Casper, der sich an ihren Platz Rangeschlichen hatte über den Kopf, " Vom Festland habe ich erstmal genug. Ich bleibe vorerst auf dieser verdammten Insel hier, und so es der Schläfer will werde ich auch hier sterben."
Die Amazonen staunten schon nicht schlecht als sie das hörten den viele wollten runter von der Insel. Aber bevor sie die Novizin weiter ausfragen konnten hatte sie ihr Frühstück schon beendet und war zur Tür raus verschwunden um weiter zu Trainieren, den sie hoffte das Avril sie bald prüfen würde....
20.09.2003, 10:35 #39
Erend
Beiträge: 4.703

"Na dann mal frohes schaffen!" grinste Fisk und begab sich hinter das Haus, um die Zielscheiben zu betrachten.
In Reih' und Glied standen sie dort, gut plaziert und ausreichend voneinander entfernt.

Lange und eindringlich musterte Fisk die Scheiben, bis er sich für eine entschieden hatte. "Ich fange mit der hier an!" rief er Jamira zu, welche nur ein Nicken erwiderte.

"Also dann" sprach der Drachenjäger in leisem Ton. Dann ging er einige Schritte zurück, um die richtige Entfernung anzupeilen und platzierte sich Schlussendlich an einer recht kahlen Erdstelle. "Diese Entfernung sollte vorerst reichen!" rief Jamira ihm zu und musterte den Drachenjäger aufs Korn. Fisk nickte nur, dann begab er sich in die Wurfpose, welche er des öfteren bei anderen Kämpfern betrachtet hatte.

Zwar stand er sicherlich nicht korrekt, doch er fühlte sich sicher. Also bohrte er seine Stiefel tief in den erdigen Boden. Dann hob er den Speer über den Kopf, setzte an, spuretete zwei Schritte nach vorne und warf den Speer mit aller Kraft, die er aufbringen konnte. Weit flog die Waffe, und mit einer rasenden Geschwindigkeit. Doch er hatte sich verschätzt. Die holzwaffe flog an der scheibe vorbei und bohrte sich erst dutzende Meter weiter in den kahlen boden. "naja, immerhin!" grinste Jamira, dann blickte sie zu Sly. fisk jedoch trainierte eifrig weiter.
20.09.2003, 12:00 #40
Sly
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Sly wog den stab in seiner Hand hin und her. Die Stange kam ihm sehr lang vor. Irgendwie zu lang um geworfen zu werden, er würde sie nicht werfen sondern mit ihr kämpfen. Er ging auf eine der bretterwänd zu und versuchte sich daran zu erinnern wie Tak kämpfte. Tak hatte oft mals sehr viele Drehungen in seine Schläge eingebaut das würde Sly auch probieren. Sly drehte sich einmal um seine eigene Achse und schlug mit dem Speer und versuchte dabei so gut es ging den Speer halten zu können doch er war nicht für die Drehungen geschaffen und so blieb Sly mit dem Stab im Boden hängen und blieb so ruckartig stehen. Sly zog seinen Stab aus der Erde und gab sich erneut in position. Diesemal schlug er mit der rechen seite auf die Brettwand ein der schlag war unpräzise und nichtgerade mit äußerster schnelligkeit gemacht und traf auch nicht dorthin wo er hingehen sollte aber immerhin traf er die Bretterwand. Sly schüttelte seinen Kopf und schlug dann weiter auf die Bretterwand ein.
20.09.2003, 13:28 #41
Enzanie
Beiträge: 385

Fatalis stand heute nicht ganz so früh auf, er war gestern auch etwas später als sonst zu Bette gegangen und heute war es schon strahlender Mittag, als er sich aus seinem Kämmerchen quälte, seine ganzen Muskeln wirkten noch sehr verspannt und eine schöne Nackenmassage hätte jetzt gut getan, doch woher die Hände nehmen, wenn nicht stehlen, also musste er wohl auf seine Massage verzichten, doch das machte jetzt auch nichts mehr, denn er würde schon wieder warm werden, zuerst jedoch hatte er Hunger, weswegen er erst wieder Richtung Küche marschierte.
Dort angekommen, wurde ihm ein leckerer Eintopf serviert und ein dankendes Verbeugen war seine Reaktion, nach dem essen gesellte er sich dann wieder in die Natur hinaus und ging aber nicht gleich zum Trainingsplatz, sondern erst machte er noch einen kleinen Spaziergang durch die Gärten, er hatte in letzter Zeit auch vor der ersten Prüfung viel trainiert und an manchen Stunden dachte er wirklich dran, er würde es nicht schaffen, doch nun fühlte er sich sicher, sein großer Traum würde in Erfüllung gehen, zwar lag es noch in den Sternen, wann dieser Zeitpunkt war, doch er würde es schaffen, dieser Glaube hatte sich fest in seine Gedanken gebrannt und das machte ihn auch glücklich.
Als er das Sumpflager verlassen hatte, da war er ein nichts, er hatte zwar eine Hütte und einen Freund gefunden und auch ein bisschen Gold und ein kleines Sumpfkrautgeschäft aufgebaut, doch das war alles kein Leben, er fühlte sich irgendwie immer noch schwach und hilflos, so als ob er nichts konnte, seine einzige Kraft waren seine Worte, doch das bedeutete nicht viel, es gab in diesem Teil der Welt viele raue Gesellen und die Gewaltbereitschaft war hoch, er fühlte sich deshalb immer wieder unwohl und war nun froh, dass er eine Waffe besaß und etwas damit machen konnte, zwar gab es auch viele Raubeine von dem Fleck, wo er herkam, doch war er nunmal jetzt hier und so schnell kam er von hier auch nicht mehr weg, ergo.....

Nach dem Spaziergang landete er wieder am Trainingsplatz, dort beendete er seinen Gedankengang und zog sein Schwert, es gab noch viel zu tun....
20.09.2003, 15:32 #42
Enzanie
Beiträge: 385

Das Schwert glitt elegant durch die Luft, langsam hatte er sich zum Ziel gemacht, nicht nur effektiv zu kämpfen, sondern auch schön und der Kampfstil der Amazonen war dafür genau richtig, immer wieder dieser elegante Schwingen mit einer Hand, fast konnte man denken, er hielt die Hand nur mit einem Finger, seine Hand war erst so starr und zittrig, dass er das Schwert nie halten konnte, dann mit der Zeit wurde es besser doch er hielt den Griff dann immer so fest, dass er manchmal Hämatome an den Handballen bekam, doch nun hatte er für sich ganz persönlich die passende Griffart gefunden und manchmal ließ er ihn mit der Handfläche auch mal los und hielt dann das Schwert nur mit den Fingerspitzen, das klappte ganz gut, ging aber im Kampf nur zum ausschnaufen.
Er forderte heute auch wieder eine Amazone heraus, er kannte sie mittlerweile etwas näher, sie war ihm sozusagen vom Kampfstil bekannt, doch auch bei ihr hatte er noch kein Wort gewechselt, er hielt das auch nicht für nötig, aber wie auch immer, jedenfalls war es kein Duell was er ausfechten wollte, sondern einfach nur simples Schlagtraining, einer machte den einen Schlag, der andere den anderen, nur im Gegensatz zu Duellen ging es nicht darum, den Körper zu treffen, sondern nur das Schwert, damit wollte man die passenden Schläge für solche Situation besser einüben und auch den passenden Griff herausfinden, sowie seine Fähigkeiten im Abwehren von Schlägen, Körpertreffer waren da nicht nur verboten, sondern hätten ja auch schlimme Folgen gehabt, da man ja mit scharfen Waffen trainierte, allerdings konnte man Unfälle natürlich nie vermeiden.
Doch dieses Training zwischen ihm und der Amazone ging ohne Probleme, er versuchte immer mehr von diesem Stil zu lernen und doch seinen eigenen zu behalten, so würde er viel flexibler werden als sonst und das war ja Avrils Aufgabe....

Apropos Avril, seine Lehrmeisterrin wollte ja morgen wieder vorbeischauen, das hieß er sollte ihr schon einiges zeigen können, was hieß, dass er sich auf Morgen vorbereitete, doch das war nun erstmal egal, noch war der Kampf nicht vorbei.
20.09.2003, 20:51 #43
Aylen
Beiträge: 527

Aylen war am folgenden Morgen verwirrt aufgewacht und hatte sich erst wieder erinnern müssen, dass sie mit ihrem Einhandmeister zum Lager der legendären Amazonen aufgebrochen war, und nun dort genächtigt hatte. Ein leises Zwitschern drang zum halb geöffneten Fenster herein und verkündete einen fröhlichen sonnigen Tag.

Aylen hatte die schönen Stunden genutzt um sich im Lager dieser Frauen etwas eingehender umzuschauen. Der Ort gefiel ihr. Eine idyllische Insel, ruhig und dennoch nicht einsam. Die Häuser der Frauen strahlten hell im Licht der Sonne und verliehen dem gesamten Anwesen eine vollkommene Schönheit. Der Strand war fast so schön wie der kleine See zu Füssen des Kastells, aber nur fast. Der Wind schmeckte salzig, etwas sehr ungewohntes auf ihrer Zunge. Das Lager gefiel ihr und auch seine Bewohner stellten sich als sehr gastfreundlich und hilfsbereit heraus.

Als Aylen ihren Rundgang beendet hatte traf sie auf einem Übungsplatz auf Fisk, der in die Bewegungen seines Speeres vertieft war. Sie wollte ihren Meister nicht erschrecken, daher trat sie nur langsam an ihn heran und bemühte sich auch möglichst viele altes Laub zu erwischen, damit ihre Schritte gehört wurden. Und tatsächlich drehte sich der Meister gleich darauf herum und begrüßte sie.
"Ich möchte gerne weiterlernen, wenn Ihr Zeit dazu habt", brachte sie ihren Wunsch vor.
20.09.2003, 20:55 #44
Enzanie
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Mittlerweile hatten sie die Übung beendet und widmeten sich wieder ihrem ganz persönlichen Training, er wiederholte noch einmal alles, was er in den drei Wochen kennen gelernt hatte, mal schauen was er morgen gesagt bekam, er wollte ja nicht ganz dumm da stehen und da war es gut, wenn er nochmal alles wiederholte.
Alle Schläge und Drehungen, alle Abwehrattacken und Positionen, Ausfallschritte und sonstigem Kram, alles nochmal wiederholt, bis tief in den späten Abend hinein, er kannte das Wort Erholung schon lang nicht mehr, Pause starb auch langsam aus, denn wenn er einmal in sein Training vertieft war, dann riss es ihn so mit, dass er gar nicht mehr aufhören konnte, es war einfach so spannend und doch fesselnd, Segen und Fluch zugleich, es war wirklich schwer einfach so aufzuhören, meistens ging das nur, wenn seine Kräfte zuende waren oder er total müde wurde.
Doch nun am späten Abend, da fand auch er ein Ende, heute wollte er nicht wieder ganz so spät Schluss machen, morgen war wieder ein wichtiger Tag, normalerweise konnte er seine Tage hier im Lager frei gestalten, das hieß es war egal was er machte, nur war es natürlich besser, wenn er sich den Stunden für's Training widmen würde und nicht für's faulenzen, was er dann ja auch tat. Nur an angekündigten Tagen, wo die Meisterin zu ihm sprechen wollte, da war für ihn auch klar, dass er fit sein sollte, fit und konzentriert und vorallem zu allem bereit.
Deswegen ging er heute Abend auch aus dem Lager hinaus, er ging zu dem Bootssteg, wo sein Boot noch immer lag, obwohl es gar nicht seins, sondern dass der Amazonen war, doch das störte ihn als Dieb herzlich wenig, er hatte es sich schonmal für mehrere Wochen ausgeborgt, aber wieder zurückgebracht, außerdem wurde es ja anscheinend nicht gebraucht, wenn es nach drei Wochen immer noch da war, wo er es abgestellt hatte.
Er starrte lange in den Horizont, in das Schwarz und manchmal auch auf den Mond, der schon wieder richtig voll war, es würde nicht mehr lange dauern, dann sollte Vollmond herrschen, deswegen war es in dieser wolkenlosen Nacht auch sternenklar und der Mond konnte leuchten, all dies war wunderschön und vorallem die Ruhe schenkte ihm die Kraft, die er brauchte, eher gar nicht für dieses Training, sondern für seine kommenden Wege, denn er wusste, dass sich bald einiges ändern würde, ein Leben nur im Lager des Sumpfes, wo er Tag ein, Tag aus nur rumstand und Sumpfkraut vertickte, der war längst vorbei, er würde zwar wieder zurückkehren, doch nicht um dort ewig zu bleiben, er wollte Doooom dort treffen, wenn er nicht da war, drei Tage warten, aber dann würde er wieder weiterziehen, er musste vieles tun, eine Reise nach Drakia würde sich sicher lohnen, aber das musste man noch abwarten, richtige Pläne für die Vergangenheit hatte er nicht, er wusste nur eines, er hatte sich hier verändert, positiv verändert, doch mussten das nun auch die anderen spüren, sowohl im negativen wie im positiven und nicht alle würden mit diesen Veränderungen klar kommen, denn seine zurückhaltende Art, die er als Neuling in diesem Land hatte, die gab es nur nach begrenzt, denn auch dies hatte er hier gelernt, Respekt und dennoch Überlegenheit, doch eines würde er immer bleiben, ein Schatten, ein Schatten von dem die Welt nicht viel sehen wird, er würde effektiv aber unspektakulär arbeiten, lautlos und gewinnbringend, was dazwischen lag, das würde man sehen müssen....

Müde wurde er dann doch, aber es tat gut, einmal etwas Zeit für sich zu haben, mit einem klaren Kopf und einem guten Gefühl, wie er es die letzten Tage immer wieder verspürte, ging er wieder zurück zu Avrils Haus und betrat dann sein Kämmerchen, um kurz darauf einzuschlafen.
20.09.2003, 21:07 #45
Erend
Beiträge: 4.703

"Aylen, schön dich zu sehen!" lächelte Fisk, "Du kannst mich ruhig dutzen.". Der Wind schoss wie ein eisiger Adler durch das Lager und erfrischte Fisks rote Backen mit jedem Zug, in den er aufbrach. "Ein schöner Tag, nicht?" sprach er ein wenig verträumt, während er in den Himmel starrte. Die zwitschernden Vögel zogen seinen Blick wie einen Magnet hinter sich her, lange folgte er den Schlägen ihres Gefieders. Dann jedoch riss ihn etwas aus den Gedanken.

Er hatte es versäumt, seiner Schülerin zu antworten. "Natürlich. Komm mit." sprach er in verständlcihem Ton, dann drehte er sich um und folgte dem kleinen, abgetrampelten Weg, welcher zum Innenhof des Lagers führte. Wie ein Schmetterlingsschwarm glitzerten die Blätter der Blumen im Schein der Mittagssonne.

Fisk führte Aylen durch das vordere Tor hinaus, an einem weiteren, duftenden Blumenbeet vorbei, hin zum Sandstrand. Salzgeruch stach nun stark hervor und die Wogen des Meeres waren klar zu vernehmen. Möwen krächzten und kreisten über das Ufer, während Fisk und seine Schülerin inmitten des sandigen Strandes stoppten.

"Hier ists gut. Hier haben wir viel Platz und stören niemanden." sprach Fisk, worauf Aylen mit einer nickenden Kopfbewegung zustimmte. Der Drachenjäger ließ seine Waffe aus dem Heft fahren und betrachtete, wie üblich, zuerst die Klinge der violett schimmernden Waffe. Dann schwang er sie in der Hand und richtete sich zu Aylen.

"Heute lernen wir eine Verteidigungspose. Da du den Angriff nun gut beherrschst, müssen wir an den Verteidigungsmaßnahmen arbeiten. Pass auf." erläuterte Fisk sein Vorhaben, ging einige Schritte zurück und legte den Helm seiner Rüstung in den Sand. Dann hob er seine Waffe, blickte um sich, und begab sich dann in Kampfstellung.

"Stelle dir einfach vor, mich würde jemand mit dem gleichen Schlag angreifen, den du bereits gelernt hast." sprach Fisk, während er zu Aylen blickte. Die Schwarzmagierin nickte stumm und zeigte Fisk an, er könne anfangen.

Langsam ließ Fisk seinen Blick über die Klinge seiner Waffe wandern, dann setzte er ruckartig einen Schritt zurück, riss die Waffe im Bruchteil einer Sekunde von Hüfthöhe vor sein Gesicht und tat so, als hätte ein gegnerisches Schwert seine Klinge gekreuzt. Dann zog er sein Schwert ruckartig weg, schlug aus und ließ die Klinge sinken.

"So in etwa sollte die Abwehr eines feindlichen Streichschlagen aussehen. Ich hoffe du hast alles mitbekommen, denn nun bist du dran." meinte Fisk, dann ließ er seine Waffe wieder in die entsprechende Halterung fahren. Er hob seinen Helm auf, klemmte jenigen unter seinen linken Arm und setzte sich anschließend in den Sand. Dann blickte er erwartungsvoll zu Aylen.
20.09.2003, 21:17 #46
Aylen
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Aylen hatte genau zugeschaut und nahm jetzt ihre eigene Waffe in die Hand. Etwas unwohl war ihr schon, sie spürte den Blick ihres Meisters ganz deutlich auf sich haften. Es war ein ungewohntes Gefühl so beobachtete zu werden, aber wenn sie die Prüfung bestehen wollte dann sollte sie sich jetzt schon daran gewöhnen. Da stand sie bestimmt noch unter einem viel größeren Druck, jetzt nahm ihr noch keiner übel wenn sie etwas falsch machte.

Sie schob ihre Füße fest in den weichen Sand. Kurz wurde ihre Konzentratin abgelenkt von der Schönheit des roten Sonnenunterganges. Die letzten Strahlen des glühenden Himmelskörpers spiegelten sich auf der unruhigen Wasseroberfläche und verliehen ihr einen schimmernden Glanz, der sie nachdenklich stimmte.
Schnell schob sie die sentimentalen Gedanken weg. Das konnte sie sich nicht leisten, nicht hier und nicht jetzt. Entschlossenheit legte sich in ihr Gesicht, der Blick konzentrierte sich auf das Schwert in ihren Händen.
Versuchsweise machte sie einen Schritt zurück und legte das Schwert quer vor ihre Brust. Es war eine ungewohnte Haltung, gerade wenn man keinen wirklichen Angriff abwehren musste. Doch die Bewegungen waren dieselben. Immer wieder fuhr sie zurück und kreuzte ihr Schwert in den Weg seines imaginären Gegners. Die Bewegung wurde bald sicherer.
20.09.2003, 21:23 #47
Erend
Beiträge: 4.703

"Gut so. Und jetzt pass auf." sprach Fisk in leisem, beinahe myteriösen Ton und richtete sich auf. Er klopfte den Sand von seinem Waffenrock ab, dann ging er auf Aylen zu und blieb kurz vor ihr stehen. "Jetzt bin ich der Trainingsgegner. Den Block scheinst du gut zu beherrschen, aber du sollst ihn auch gegen einen imensen Druck aushalten können." meinte er, nun klar und laut.

Dann ging er einige Schritte zurück und zog seine Waffe. "Mach dich bereit" rief er Aylen zu, dann hob er die Waffe und stürmte los. Wie ein kleiner Wirbel hob sich der Sand unter seinen Füßen vom Boden ab und verteilte sich hinter ihm in der Luft. Doch durch die Kunst der Akrobatik vermochte er es, schneller zu laufen als ein gewöhnlicher Kämpfer. Und so hatte er Aylen bald erreicht.
20.09.2003, 21:29 #48
Aylen
Beiträge: 527

Ihr erster Impuls war ausweichen und den Meister ins Leere laufen lassen. Sie hätte ihm auch ein Bein stellen können, damit er neben sie in den Sand plumpste. Doch sein Angriff sollte zur Übung dienen, das sah Aylen ein. Auch wenn es schwer war einem herannahenden Drachenjäger mit gezücktem Schwert standhaft entgegenzutreten, ohne mit der Wimper zu zucken.

Nicht mehr lange, da war Fisk schon da. Fast hätte Aylen im Angesicht des Angreifers vergessen was sie machen sollte, doch dann fiel ihr gerade noch rechtzeitig ein dass sie ja das blocken lernte. Also hob sie schnell das Schwert in die Höhe und fing den Schlag des Lehrmeisters mit ihrer schräg gehaltenen Klinge ab. Metall klirrte aufeinander und die junge Schwarzmagierin wurde durch die Wucht des Angriffes zurückgedrängt. Ihr hinteres Bein bohrte sich tiefer in den Sand, hielt dem Druck aber stand. Das Schwert hatte kurz gezittert, doch Aylen war unversehrt.
20.09.2003, 21:36 #49
Erend
Beiträge: 4.703

"Gut so. Und jetzt, kontere. Nutze den Schwung, den du bekommst, wenn du deine Waffe wegziehst" sprach Fisk. Aylen gab keine Antwort, doch sie schien verstanden zu haben. Den kurz nachdem Fisk seinen Satz beendet hatte, zog sie ihr Schwert ruckartig weg und ließ Fisks Waffe ins Leere sausen. Dann richtete sie sich rasch auf und versuchte, Fisk mit dem gelernten Schlag zu treffen. Dieser jedoch wehrte mit einem raschen Schlag von rechts ab, drehte sein Schwert in der Kreuzung und schleuderte Aylen so ihre Waffe aus der Hand. "Gar nicht schlecht!" grinste der Lehrmeister, "Doch achte darauf, das du auch beim Gegenangriff deine Deckung nicht vernachlässigst.". "Okay" erwiderte Aylen ein wenig verunsichert und betrachtete ihr Übungsschwert. Eine kleine Kerbe hatte sich an der Seite abgebildet, an sonsten war es aber unversehrt. Fisks Waffe war dank dem Erz, aus welchem es bestand, heil geblieben. "Willst du weiter trainieren oder sollen wir für Heute Schluss machen?"
20.09.2003, 21:40 #50
Aylen
Beiträge: 527

Aylen war durch den kleinen Kampf und die Übungen davor ganz schön ins Schwitzen geraten. In den letzten Tagen hatten sich ihre Muskeln zwar schon an die ungewohnten Bewegungen gewöhnt, doch noch ganz ohne Nebenwirkungen gingen die zusätzlichen Übungen nicht an ihr vorüber. Außerdem brach die Nacht auch schon herein und es wurde zunehmend dunkler am Strand.

"Machen wir Schluß für heute? Viel sieht man eh nicht mehr. Ich würde gerne morgen wieder kommen und weiterüben."
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