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Das Kastell des ZuX # 12
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26.07.2002, 04:01 #51
Harald
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Der Priester hatte mehr als genug geschlafen. Die Sonne war längst unter gegangen als er sich aus seinem Bett erhob und in die Richtung Refektorium ging. Hier liess er sich eine leicht bekömmliche Mahlzeit servieren und dachte nach. Seine Gedanken galten den Freunden PropheT und Maximus. Waren die wirklich krank oder von einer anderen Macht besessen? Es wurde sehr dringend Zeit, das der Priester was unternahm, das zur Aufklärung dieses seltsamen Phänomän beitrug. Er musste unbedingt noch einmal mit der Hüterin sprechen, gemeinsam mussten sie sich der Dinge annehmen.

Das hatte aber sicher noch Zeit bis morgen. Jetzt ließ sich der Priester erstmal ein schmackhaftes Abendmahl servieren und seine Gedanken bewegten sich in Richtung seiner Weiterbildung fort. Stabkampf!!! Das sollte sein neues Ziel sein. Es war wichtig, einen Lehrer in der Kolonie zu finden! Der Stab war eine Waffe, die den Priester schon immer sehr faszinierte. Am liebsten wäre es ihm, den Kampf mit dem Stab zu meistern und sich danach kontinuirlich weiterzuentwickeln, bis er selber sein Wissen im Umgang mit dem Stab weitergeben könnte.
26.07.2002, 18:59 #52
Superluemmel
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Zärtlich strich eine beinerne Hand über den Stamm des Baumes. Frost wusste, dass sich die Rinde rauh anfühlen musste, aber er spürte nichts unter seinen Fingern, er wusste nur, dass dort ein Widerstand sein musste. Doch dafür fühlte er etwas anderes, eine unsichtbare Barriere zwischen den Fingerspitzen seiner linken Hand und dem Baumstamm.
Das Leben stieß ihn zurück, versuchte so weit es ging, sich von ihm zu entfernen. Frost glaubte sogar spüren zu können, wie ihm eine Welle aus geballter Abneigung entgegenschlug.
Wut keimte in dem Krieger auf und er ballte die Linke zur Faust. Mit einem Seufzer zog er seine Hand zurück und sah sich in dem kleinen Innenhof um. Außer dem Flüstern des Windes im Baumwipfel und Frosts allgegenwärtigen Begleitern, den Schatten befand sich niemand in dem Hof.
Doch da bemerkte der Gildenlose zwei kleinere Schatten, die sich aus der Masse der anderen lösten und in kreisförmigen Bahnen über den Kastellhof wanderten. Frosts Blick richtete sich gen Himmel. Er erkannte zwei tiefschwarze Raben, die ihre Kreise über dem Hof zogen.
Der Krieger war sich sicher, dass es sich bei den Beiden um genau dieselben Tiere handelte, die er schon einmal zusammen mit dem Don gesehen hatte. Ließ der Hohepriester ihn überwachen? Mit schnellen Schritten verschwand Frost in einem der Gänge, die ins Innere des Gemäuers führten.
26.07.2002, 23:02 #53
olirie
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Olirie hatte ganz in Gedanken den Weg zurück zum Kastell nicht gefunden und desshalb auch einige Zeit für den Weg gebraucht. Doch nun hatte er es geschafft, er war im Kastell angekommen. Zuerst lenkten ihn seine Schritte zur Bibliothek.

In der Bibliothek legte er seine Bücher auf seinen Tisch und ordnete sie etwas. Dann verließ er den Raum in Richtung Refektorium.

Im Refektorium sah er meditate an einem der Tisch sitzen. Möglichst ausserhalb ihres Blickfeldes ging er zu einem Tisch und bestellte sich etwas Moleratbraten mit einem däftigen Salat. Nach einer kurzen Zeit kam das Gewünschte und Olirie konnte beginnen, das Mahl zu verspeisen.
Nach diesem sättigendem Mahl verließ Olirie möglichst ausserhalb meditates blikwinkel das Refektorium in Richtun Bibliothek.

Wieder in der Bibliothek, setzte sich Olirie an seinen Tisch und begann, seine Studien fort zu setzen.
28.07.2002, 21:33 #54
Alaerie
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Zwei Gestalten näherten sich in der Dämmerung dem Tor des Kastells, von denen eine unverkennbar ein Skelett war. Schon von weitem konnte die Magierin die Lichter des Kastells erspähen. Weit war es nicht mehr. Nach ein paar Schritten jedoch, blieb das Wesen aus dem Reich Beliars stehen und zerfiel zu Staub. Alaerie wäre beinahe zur Seite weggekippt, schaffte es aber noch, nur zur Seite zu straucheln.

Diese wurde begleitet von einem Schmerzenslaut und etlichen Flüchen. Mußte das Knochengerüst sie gerade jetzt im Stich lassen? Ärgerlich fixierte sie den kleinen Staubhaufen, soweit wie sie ihn noch erkennen konnte und schnappte dabei ununterbrochen nach Luft. Es war gar nicht angenehm gewesen, den Oberkörper unfreiwillig abrupt zu beugen. Zitternd wischte sie sich den Schweiß von der Stirn und setzte unsicher weiter einen Fuß vor den anderen.

Schließlich hatte sie das Tor mit den überaus vorlauten Skeletten erreicht. Sie hielt inne und wartete darauf, dass es sich öffnete, aber anscheinend wollten die beiden Zeitgenossen sich erstmal beraten.
"Schau mal, eine anscheinend verletzte Magierin. Lassen wir sie eintreten?", "Och, wir könnten sie doch hier noch ein Weilchen stehenlassen, meinst nich? Schaut doch nett aus, wie sie sich quält.", "Na, ich weiß nicht. Immerhin ist sie eine Kastellbewohnerin und braucht anscheinend Hilfe. Aber wo du Recht hast, hast du Recht. Der Anblick ist wirklich zu niedlich."

Alaerie platzte der Kragen. Ihr Gesicht lief rot an und sie mußte sich echt beherrschen, nicht das auszusprechen, was sie gerade dachte. "Entweder ihr öffnet mir jetzt oder ich rupfe jeden eurer Knochen einzeln vom Tor und werfe sie den Wölfen vor. Die würden sich sicherlich gerne die Zähne an euch schärfen." Das Gesagte war kaum mehr als ein Zischen, zeigte aber Wirkung, oder vielleicht auch nicht. Jedenfalls schwang das Tor knarrend zur Seite, begleitet vom höhnischen Gelächter der Knochengerippe.

Alaerie kämpfte sich die Stufen hoch und betrat die Eingangshalle. Vertraut strahlte ihr die Statue mit der Opferschale entgegen, doch die junge Frau verschwendete kaum einen Blick daran. Sie mühte sich zur Treppe ab und wollte hinaufsteigen, setzte sich dann aber erstmal ächzend nieder. Mittlerweile liefen ihr wieder die Tränen über die Wange. Hier gab es ja niemanden, vor dem es ihr peinlich sein müßte.
29.07.2002, 10:51 #55
Engardo
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...Zombiebreaker hatte genug vom Kastell gesehen er wollte wieder zurück ins neue Lager.Er stand spät auf und schnallte seine Rüstung um.Er packte seine Sachen und verließ das Zimmer.Auf dem Weg hinab steiß er ausversehen mit seinem Fuß eine junge Frau an die auf der Treppe saß."Pass doch auf!!, schnauzte sie Zombiebreaker an.Entschuldigung ich hab dich nicht gesehen ich bin noch nicht so ausgeschlafen und wie ich sehe du auch ncoh nicht.sagte Zombiebreaker.Hättest du lust auf ein portrait?Ich kann ziemlich gut zeichnen und ich glaube du hast gerade auch nichts zu tun? Ja gerne antwortete die junge Frau. Aber bevor wir uns auf den Weg machen wie heist du eigentlich?Man nent mich Zombiebreaker und du? Ich heiße Alaerie, erwiderte die junge Frau.Zusammen machten sie sich auf den weg zu einem Zimmer...
29.07.2002, 11:00 #56
Alaerie
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Alaerie stieß die Tür zur Bibliothek auf und die beiden Gestalten befanden sich in einem Raum, der das gesamte Untergeschoß einzunehmen schien. Sie deutete Zombiebreaker in eine der hinteren Ecken, wo es still war. Nachdem er an ihr vorbeigeschritten war, kniff Alaerie schmerzerfüllt die Augen zusammen. Der Tritt, auch wenn er nicht allzu heftig war, hatte ihr die Tränen in die Augen getrieben. Sie würde sich schleunigst mal in die Hände eines Heilers begeben müssen.

Alaerie folgte dem Mann an den Tisch und setzte sich ihm gegenüber hin. Klang ja ganz nett so ein Portrait. Vielleicht war er ja wirklich gut?
"Habt Ihr vielleicht ein Beispiel zur Ansicht da?" Konnte ja schließlich sein und eine Kostprobe, bevor sie hier stundenlang saß und es nichts brachte, war doch sicher nicht zuviel verlangt. "Leider nicht, ich zeichne eigentlich nur Karten." Karten, hm ... auch nicht zu verachten. So eine Karte war sicherlich praktisch.

Alaerie wandte wieder das Wort an Zombiebreaker.
"Sagt, wäre es möglich, dass ich als Gegenleistung eine Eurer Karten der Kolonie erhalte? Dafür dürft Ihr das Bild dann Euer Eigen nennen und es anderen potentiellen Kunden als Referenz vorweisen. Ich finde, dass wäre ein fairer Handel." Alaerie verschränkte die Arme und lehnte sich so gut es eben ging in dem Sessel zurück.
29.07.2002, 11:20 #57
Engardo
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...Das mit der Karte geht in Ordnung, dachte Zombiebreaker und fing an sie zu zeichnen.Er fing zuerst mit der Umrandung an. Dann versuchte er die Haare zu zeichnen. Gar nicht so einfach wie Zombiebreaker sich das vorgestellt hatte. Viele Papierblätter zerknüllte er und schmiss sie neben sich auf den Boden.An der Stirn von Alaerie entdeckte er eine Narbe. Er stellte sie sich ohne Narbe vor und malte nach seinen Vorstellungen.An den Augen verbrachte er viel Zeit denn das war auschlaggebend für den Ausdruck des Gesichtes. Die Lippen statte er mit fülle aus...
... Das Portrait war war fertig. Nach vielen Versuchen war es Zombiebreaker endlich gelungen ein schönes Bild von Alaerie zu zeichnen, auch ihr gefiel das Portrait sehr.Er verstaute das Bild in seiner Seitentasche. Er verabschiedete sich von Alaerie und hinterließ ihr eine Karte der Kolonie.Er machte sich auf den Weg ins Erdgeschoss des Kastells...
...Unten angekommen legte er das erz für das Gästezimmer in die Opferschale der Statue. Das Erz verschwand und sogleich auch Zombiebreaker aus dem Kastell. Er machte sich auf den Weg ins neue Lager...
29.07.2002, 13:43 #58
Alaerie
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Alaerie wäre am liebsten auf der Stelle hier in diesem Sessel eingeschlafen. Nur leider hatte sie schon die ganze Nacht auf den Treppenstufen verbracht und es würde ihrem Rücken sicherlich nicht so unheimlich gut tun, wenn sie nun auch noch den halben Tag im Sessel schlafen würde, bis die ersten Magier sich hier in der Bibliothek einfinden würden.

Sachte strichen die Fingerspitzen über die Robe an der Stelle entlang, wo die gebrochene Rippe sitzen mußte. Fühlte sich merkwürdig an, beinahe so, als wäre es ein ungerader Bruch. Das gefiel der jungen Frau ganz und gar nicht. Ächzend erhob sie sich aus dem Sessel und schritt auf die doppelte Flügeltür der Bibliothek zu. Mal schauen, ob sie mit der Verletzung die Treppe emporkam. Die Tür schloß sich leise hinter ihr.

Alaerie stand am Fuße der Treppe und blickte sehnsüchtig hinauf. Bis dort oben sollte sie hoch? Sie erklomm die ersten beiden Stufen und drehte sofort um. Es war zwar so gesehen nicht anders, als wenn sie sich hinsetzte, aber da blieb sie dann eine Weile sitzen und stand nicht ständig auf und setzte sich wieder. Sie schlug lieber die Richtung zu den Krankenzimmern ein. Dort würde sie erstmal herrlich flach auf weichen Laken gebettet ausruhen.
29.07.2002, 22:14 #59
PropheT
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.........nachdem die erhoffte Folter inklusive Peitschenhiebe ausblieb, wurde es dem Priester in der kalten und feuchten Kerkerzelle etwas langweilig. Nicht, daß man dem Spinnenwettrennen keine Unterhaltungswert zuschreiben konnte, aber nach drei Tagen waren die kleinen Tierchen an Muskelübersäuerung qualvoll zu Grunde gegangen.
Ein genialer Fluchtplan mußte her, falls er seine Wasserpfeife noch diesen Monat, in seiner neuen Behausung einweihen wollte.

Nach kurzem Überlegen, packte Prophet seinen Bindfaden aus, verknüpfte diese mit einigen Spinnenbeinen und konnte mit dem so entstandenen Wurfhacken, seine Zelle über das Belüftungssystem verlassen.
29.07.2002, 22:15 #60
olirie
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Olirie schaute auf, er hatte schon fast alle Bücher über den Zauber durch, doch nun überwältigte ihn der Drang, etwas zu essen. Und so stand er auf und verließ die Bibliothek in richtung Refektorium.

Im Refektorium setzte e sich an einen etwas abgelegenen Tisch in der Nähe der Fenster. Durch den Mondschein wurde die Landschaft erhellt und gut sichtbar. Der Magier ließ sich ein Moleratsteak mit Bohnen, Kartoffeln und Gemüsen, bestehend aus Brokkoli und Blumnkohl bringen. Und dazu ein Glas Weißwein. Zuerst kam der Wein, den Olirie schonmal kostete. Doch schon nach kurzer Zeit kam auch der Rest der Mahlzeit und Der Magier konnte seinen leeren Magen nun füllen.

Nachdem dies getan war, ließ er sich noch einen kleinen Nachtisch kommen. Heidelbeeren, dazu trank er einen einfachen naturtrüben Apfelsaft.

Nachdem auch der Nachtisch verspeist war, ließ Olirie abdecken und stand auf, um das Refektorium in Richtung Innenhof zu verlassen.
30.07.2002, 00:00 #61
meditate
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meditate hatte keinen der dämonen mehr gefragt, wo sie den propheten hingebracht hatten, aber die frage des merkwürdigen benehmens ihrer einst so treuen freunde war wirklich noch nicht geklärt. sie musste mit prophet noch mal in aller ruhe reden. die tage im kerker sollten ihn eigentlich geläutert haben. meditate befragte einen der schattendämonen, erhielt aber nur die antwort, dass der magier bereits seine zelle verlassen hätte und ob sie ihn suchen sollten.

meditate wollte gerade ungehalten reagieren als ihr einfiel, dass die dämonen sicher nichts dafür konnten, wenn er entkommen war. dämonen befolgen jeden befehl auf das genaueste. also hatte meditate nicht richtig formuliert.

aber eigentlich hatte sie andere probleme, die ihr im moment mehr auf der seele brannten. wo war ahram?
30.07.2002, 17:54 #62
meditate
Beiträge: 6.868

meditate lief durch die leeren gänge des kastells und suchte, was sie seit ihrer rückkehr am meisten vermisst hatte, ihren freund ahram. er war doch immer für sie dagewesen!

wo war er jetzt? sie war nun schon zwei wochen wieder hier und hatte ihn nicht zu gesicht bekommen. irgendetwas hielt sie davon ab, die dämonen auszufragen, denn immer wenn sie versuchte - etwa nur den namen erwähnte – zogen sich die dämonen in ein nebeldasein zurück und die schemen überließen ihr eine nachricht wie "er wird sich schon melden. wir haben zum wächter keine informationen".

meditate war auch mehrmals an seinem zimmer gewesen, aber es hatte niemand geöffnet.

sie ging in die küche und ihr blieb vor freude fast das herz stehen. da saß er endlich! "ahram, mein treuer freund! ich kann es kaum glauben! ich hatte schon den eindruck, euch sei etwas zugestoßen!"

meditate setzte sich zu ihm und ergriff seine beiden hände. sie sah ihm lange in die augen und entdeckte neue farben in ihnen: neuen schmerz und eine neue entschlossenheit. die hände wiesen ebenfalls neue narben auf und auch die arme wirkten zerschunden. was konnte diesem unglaublich starken wesen denn zugestoßen sein, was solche spuren hinterlassen konnte?

meditate sah ihn fragend an.
30.07.2002, 17:56 #63
Ahram
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Fassungslos starrte Ahram seine Freundin an. Seine Gedanken schienen in einem zähflüssigen brei zu schwimmen, unendlich langsam dämmerte die Erkenntnis durch das dichte Netz aus Unglauben. Meditate war zurück! Von einer Sekunde zur Anderen ging eine seltsame Veränderung in dem Dämonenmenschen vor. Die klamme Hand der Angst fiel endlich von ihm ab, neue Freude konnte den dunklen Körper durchfließen, zum ersten Mal seit Wochen blitzte in den blauen Pupillen etwas anderes als bittere Gleichgültigkeit. Ohne sein Zutun schlossen sich die ledrigen Pranken um die zierlichen Finger der Magierin. Die verschlossene Härte wich aus dem schwarzen Antlitz, der menschliche Mund verzog sich zu einem glücklichen Lächeln.

-Ahhh, Meditate, meine Gefährtin. Es tut gut euch wiederzusehen.
Die dunkle Stimme des Dämonenmenschen war ruhig, der bedrohlich wirkende grollende Unterton war fast gänzlich verschwunden. Selbstverständlich hatte Ahram den fragenden Blick seiner Freundin bemerkt, ließ sich jedoch Zeit mit der Antwort. Noch einige Momente ließ er die beruhigende Gegenwart der Hüterin auf sich wirken, genoss die Berührung ihrer Hände, den sanften Klang ihrer Stimme. Er hatte es vermisst, dieses Gefühl des Menschseins. Erst jetzt spürte er, wie öd und leer die letzten Wochen gewesen waren. Sein Training veränderte ihn. Doch war diese Veränderung gut? Einen Augenblick zweifelte der junge Wächter an seiner Entscheidung, den Dämonen ein Schüler zu sein. Wie immer siegte der Beschützerinstinkt. Nie wieder würden seine Freunde durch seine Schuld leiden müssen. Er würde das Training beenden. Das Lächeln auf den Lippen des Dämonenmenschen wurde etwas dünner, als er auf seine zerfurchten Arme blickte.

- Die Dämonen leisten ganze Arbeit darin, mich zu hetzen wie ein Tier. Sie wollen dass ich meine Körperbeherrschung perfektioniere. Ihre Methoden sind…nun… etwas hart, aber nichtsdestotrotz äußerst effizient. Mach dir keine Sorgen, es geht mir sehr gut – jetzt, wo ich dich in Sicherheit weiß. Doch erzähle, wie ist es dir ergangen? Ich sehe, du bist diese schrecklichen Male der Herrin los. Hat Beliar zu dir gesprochen? Was hast du erlebt? Hast du… sie… wiedergesehen?

Für eine Sekunde hatte Ahram das Bild der schwarzen Engel vor Augen, blickte noch einmal in ihr überirdisch schönes Antlitz, bevor sein Hirn die Notbremse zog und ihn zurück in die Gegenwart holte. Gespannt blickte der junge Wächter seiner Freundin in die Augen.
30.07.2002, 17:59 #64
meditate
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"nein, ich habe sie nicht gesehen,

keine sorge. aber ich habe beliars reich gesehen, seine macht und seine demütigungen. ich habe erfahren, was unsere aufgabe ist und wie seine pläne aussehen, hoffe ich jedenfalls.

wie sind auserkoren, für ihn den weg zu bereiten, damit er seinen angestammten platz zwi-zwischen seinen brüdern einnehmen kann. die anderen götter sollen nicht mehr die macht allein an sich gerissen haben.

ahram, wir haben ihn missverstanden bisher. wir müssen andere seiten aufschlagen. wenn wir helfen oder heilen muss der gedanke an beliars macht unseren arm führen. wir sind seine krieger, wir sind seine helfenden hände, wir sind seine gedanken und seine werkzeuge.

wenn er dich auserkoren hat, wächter des kastells zu werden, dann hat das schon seinen sinn. dann sieht er die gefahr einer bedrohung für dieses kastell. dann wird er der überzeugung sein, dass deine fähigkeiten uns einmal von nutzen sein werden.

ahram, mein liebster, ich hoffe, wir können seinen ansprüchen gerecht werden. als dank hat er uns die dienstbaren dämonen gegeben, damit wir mehr zeit und kraft haben, uns auf unsere eigentliche aufgabe vorzubereiten.

es wird sicher schwer, hier mit allen kastellbewohnern zu einer einheitlichen auffassung zu kommen, aber wir müssen es versuchen. wir müssen eine geschworene gemeinschaft werden. wir gegen den rest der welt. und wer hier den sieg davon tragen wird, sollte eigentlich klar sein."

meditate überlegte. sicher hatte sie nur einen teil der welt beliars kennengelernt und sie wusste von den besuchen der anderen magier, dass beliars reich so vielfältig war, wie es gedanken in den köpfen gab. trotzdem hatten alle die frage der macht zu beantworten gehabt. und alle, die wieder hier waren, hatten sich der unumschränkten macht des herrschers gebeugt und seine größe anerkannt. wohin würde sie das schicksal führen?
30.07.2002, 18:24 #65
Ahram
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Mit jedem Wort der Magierin war Ahrams Miene nachdenklicher geworden. Sie hatten ihren Gott missverstanden? Natürlich, es war offensichtlich, jetzt, wo meditate es aussprach, erkannte auch der junge Wächter ihren Irrtum. Bis jetzt hatten sich die Magier immer von ihren eigenen, nichtigen Interessen führen lassen. Sie hatten geholfen wen sie bemitleidet hatten, geheilt wer ihrer Meinung nach der geheilt werden musste. Bei allen ihren Taten war ihr Herr, der Herrscher der Unterwelt, mehr und mehr in den Hintergrund geraten. Wie hatten sie nur so frevelhaft sein können?

- Meine Liebste, du hast Recht. Wir waren blind, doch dank dir können wir unsere Fehler nun erkennen. Ich schwöre dir, dass ich mein Training nach besten Kräften fortsetzen werde. Die Dämonen werden mich für würdig erachten. Ich bin sicher, ein großer Teil der Magier wird dir Gehör schenken, du bist die Hüterin des Kastells. In diesen stümischen Zeiten müssen wir alle stark sein. Denn wenn die Zeit gekommen ist, werden die Schwachen zwischen den Fronten der Mächte zerrieben wie Treibholz vom Bug einer mächtigen Kriegsfregatte. Sei dir meiner Hilfe gewiss, meine Freundin. Was auch immer unsere Aufgabe sein wird, wir werden sie erfüllen.

Ahram sprach diese Sätze mit höchster Entschlossenheit, eine jede Silbe zeugte von völliger Überzeugung. Der Dämonenmensch glaubte an seine Worte.
30.07.2002, 18:31 #66
meditate
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meditate ergriff die hände des dämonenmenschen

"wir haben schon so viel durchgestanden. wir werden uns jetzt wappnen. aber erst musst du mir helfen zu erkunden, was mit prophet und maximus los ist. die benehmen sich merkwürdig und haben eigentum des kastells an fremde verkauft. kannst du dir denken, was mit ihnen passiert ist?"
30.07.2002, 18:35 #67
Ahram
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Ahram überlegte einige Sekunden. Die beiden Magier hatte er längere Zeit nicht mehr gesehen. Das letzte Mal war er zusammen mit ihnen auf die Jagd nach dem Rattendämon gegangen. Was mochte sich in der Zwischenzeit ereignet haben?

-Es tut mir Leid, mir ist in der Hinsicht leider nichts bekannt. Zuletzt brachten wir gemeinsam dieses bösartige Geschöpf der Finsternis zur Strecke, welches sich an Kastellbesuchern und einem Dämon vergriffen hatte. Dort waren sie zumindest noch völlig normal. Doch erzähl, was tun sie denn so merkwürdiges?
30.07.2002, 18:43 #68
meditate
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meditate überlegte, was für ein bösartiges geschöpf? davon wusste sie ja gar nichts. aber erst beantwortete sie ahram seine fragen und erzählte, was sie beobachtet, von den dämonen erfahren und was sie danach getan hatte. dass sie erz des kastells hergeben musste, um das eigene eigentum zurückzukaufen und warum es ihr wichtig war, die ganze sache geheim zu halten.

auch von dem angriff des propheten auf ihre person sprach sie.

"und was war das für ein bösartiges geschöpf?"
30.07.2002, 18:55 #69
Ahram
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- Nun, es handelte sich um eine Art Dämon, groß und sehr kräftig, mit scharfen Klauen und langen Zähnen. Dieses Geschöpf hatte sich in den Katakoben des Kastell eingenistet, und mordete eine ganze Zeit ungeschoren die Besucher des unseres Heimes. Glücklicherweise gelang es Alaerie, Harald, Prophet, Maximus und mir diese Bestie mit vereinigten Kräften zu bezwingen. Nun sollte wieder Ruhe herrschen...

Ahram erzählte seiner Freundin noch einige Einzelheiten, auch die seltsamen Kristalle erwähnte er in einem Satz, maß ihnen jedoch keine sonderliche Bedeutung bei. Noch immer war dem jungen Wächter die Freude, seine Gefährtin wiederzusehen, deutlich anzumerken. Noch lange unterhielt er sich mit Meditate, zusammen berichteten sie sich ihre Erfahrungen während ihrer Gefangenschaft im Schloss der herrin, schwelgten in Erinnerungen an frühere Abenteuer oder saßen einfach nur da und kosteten einige der Speisen des Küchendämons. Es war das erste mal seit langem, dass Ahram überhaupt wieder mit einer Menschenseele sprach. Bisher waren die gefühllosen Dämonen seine einzigen Begleiter in den dunklen Korridoren des Kastells gewesen. Vielleicht würde sich das jetzt nun wieder ändern...
30.07.2002, 20:10 #70
Superluemmel
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Dunkel hob sich die Silhouette eines Mannes vor dem Kastelltor ab. Die Kapuze des weiten, schwarzen Mantels war hochgeschlagen, die Linke ruhte auf dem Schwertgriff, welcher unter dem Mantel hervorlugte.
Frost legte den Kopf in den Nacken und atmete deutlich hörbar ein. Dann stieß er die leicht feuchte Luft zwischen den Zähnen aus und drehte sich herum. Der Blick des Kriegers zerteilte das Zwielicht des Kastellinneren, suchte nach irgendetwas Lebendigem. Doch auch als er nichts erkennen konnte, wusste Frost dass die Dämonen ihn hören würden.
"Richtet dem Don eine Nachricht von Frost aus!", sprach er in die trügerische Leere des Kastells hinein.
"Sagt ihm....dass ich keine andere Wahl hatte. Niemals werde ich mich dem Willen Beliars beugen." Frosts Worte waren gegen Ende hin immer leiser geworden. Als er geendet hatte, wandte sich Frost wieder dem Kastelltor zu.
Mit einem leisen Klacken glitten die beiden gewaltigen Torflügel auseinander, das glühend rote Licht der Abendsonne brach durch den breiter werdenden Spalt und wurde von den Schatten von Frosts Kapuze fast vollständig aufgesogen. Das Licht brannte in der Netzhaut des Gildenlosen, in den letzten Tagen hatte er sich an das schwache Licht welches im Kastell vorherrschte gewöhnt. Doch der Krieger schloß genießerisch das Auge, er genoß die Wärme die sich auf seiner linken Gesichtshälfte ausbreitete und ihm zeigte, dass zumindest ein Teil von ihm noch am Leben war.
Ruckartig öffnete sich Frosts verbleibendes Auge und starrte dem gleißenden Feuerball der Sonne entgegen. Dann trat der Krieger entschlossen nach vorne und verließ das düstere Gemäuer.
Sein Weg führte Frost zu einem etwas abseits gelegenen Hügel, auf dessen Kuppe ein schwarzer Monolith stand welcher von einem wahren Meer aus Blumen umgeben war. Ein paar Schritt vor dem schwarzen Stein kniete Frost nieder und zog sein Schwert, welches er vor sich in den Boden steckte.
Mit der Rechten zog er die Kapuze zurück, dann legten sich seine beiden Hände um den Griff des Eisbrechers. Frost schloß das Auge und senkte den Kopf.
"Grundlos seid ihr damals gestorben Orphelia. Gestorben im Glauben an einen Gott, der den Tod mehr schätzt als das Leben. Doch was ist das für ein Gott, wenn er Menschen eine Existenz aufzuzwingen versucht, mit der sie nicht weiterleben können? Wie kann es Beliar wagen, seine Hand nach der Welt der Lebenden auszustrecken?"
Frosts Stimme war kaum zu hören, nur die Stille lauschte seinen Worten. Langsam öffnete er wieder sein Auge. In Frosts Blick lag eisiger Zorn, welcher selbst die Sonne zum Erstarren hätte bringen können. Mit einem Ruck war der Krieger auf den Beinen, sein Schwert fest in der Rechten. Voller Haß richtete er die Klinge auf den Boden.
"Doch ich schwöre euch Beliar, so lange ich lebe werde ich mein eigener Herr bleiben! Bevor ihr euer unheiliges Werk vollenden könnt, werde ich handeln! Niemals werde ich euch dienen, und wenn ich dafür selbst dem Tod trotzen muss!"
Wütend fuhr Frost herum und schritt den Hügel hinab. Doch nach ein paar Schritten blieb er stehen und drehte noch einmal seinen Kopf in Richtung Grab.
"Bald....Vieleicht werden wir uns bald wiedersehen, Hüterin des Kastells...."
Mit diesen Worten marschierte Frost der untergehenden Sonne und damit einer zweifelhaften Zukunft entgegen....
31.07.2002, 00:09 #71
Don-Esteban
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Frost hatte Recht behalten. Die Dämonen überbrachten die Nachricht an den hohepriester. "Was weiß dieser Krieger schon vom Willen Beliars. Was erahnen wir überhaupt von seinem Willen? Wo nichteinmal ich genau sagen kann, was der Wille des dunklen Gottes ist", murmelte der Don zu sich selbst. Die Dämonen hatten sich schon wieder zurückgezogen und an Konversation war ihnen sowieso nicht gelegen. "Ob Beliar den Krieger zu sich holen will, ist nicht erwiesen. Immwerhin gibt er uns bescheidene Mittel, dies zu unterbinden.

Vielleicht sollte ich ihn zurückholen." Womit er natürlich "zurückholen lassen" meinte. Ein Hohepriester der dunklen Mächte rannte sicher nicht mit wehender Kutte hinter einem scheidenden Gast hinterher. "Ich habe in langen, düsteren und aus gutem Grund geheimen Ritualen Rat gesucht bei unserem Herrscher. Auch, wenn er nie selbst zu mir gesprochen hat, so haben sich mir doch wertvolle Erkenntnisse offenbart. Und ebendiese Erkenntnisse werde ich einsetzen, um den Verfall Frosts aufzuhalten, so gut es geht.

Niemand erhebt seine Faust ungestraft gegen Beliar. Er hat Glück, daß er ein Freund des Kastells ist. Sein körperlicher Zustand ist wohl eher auf die Unzulänglichkeit der damaligen Mittel zurückzuführen, nicht auf Beliars Willen. Selbst ich bin klug genug, um zu erkennen, daß ein lebender Frost Beliar mehr nützt, als ein toter." All diese Worte sprach er zu sich selbst, während er mit eiligen Schritten in den Eingangsbereich des Kastells ging, um dort den Botschafter zu erschaffen, den er Frost hinterherschicken wollte.

Mit einer leichten, fast zärtlichen Berührung der entsprechenden Rune, die alle an einem speziellen Gürtel befestigt waren und so jederzeit schnell erreicht weerden konnten, began die Luft zu flimmern und verdichtete sich imemr mehr, bis Nebel entstand. Der Nebel wiederum verdichtete sich zu Strukturen, Knochen, ein Brustkorb entstand, die Wirbelsäule und Gliedmaßen, zuletzt aus dem Rest ein weißer Schädel. Der Don schrieb ein Blatt Pergament mit einer kurzen Botschaft.


"Kehrt um!

Seid gewiss, Beliars Wille ist nicht Euer Tod, ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um die gegenwärtigen Unzulänglichkeiten eures Zustandes zu mildern. Trefft mich morgen im Kastell."
Ein schwungvolles Don-Esteban beschloß die Botschaft.

"Geh nach Süden und finde Frost, gib ihm die Nachricht hier. Damit sei dein Auftrag erledigt. Jetzt eile." Das Skelett nahm die Rolle entgegen und klapperte mit dem Gebiss. Danach stakste es davon. Sein Ziel war Frost. Magie lenkte es dorthin, bis es sein Zeil fand. Etwas anderes war nicht vorgesehen. entweder die Aufgabe erfüllen oder vorher scheitern und zerfallen.
31.07.2002, 02:14 #72
Skelett
Beiträge: 31

Gehorsam machte sich das Skelett an die Ausführung der Aufgabe. Magie zwang seine Knochen zusammen, Magie steuerte seine Bewegungen. Uneingeweihte mochten glauben, daß ein eigener Wille diese Kreatur lenkte, doch dem war nicht so. Kraft seines Geistes und der ihm von Beliar verliehenen Fähigkeiten steuerte die Magie des Hohepriesters den knochigen Gesellen, um ihn zur Erfüllung seiner Aufgabe zu treiben. Danach war der Knochenkrieger wertlos und würde zerfallen und sich auflösen.

Die Suche nach Frost dauerte nicht lang. Unweit vom Kastell fand das Skelett den Gildenlosen einsam seinen Gedanken nachhängend. Frost zog instinktiv sein Schwert, um die vermeintliche Gefahr abzuwenden, doch reagierte das Skelett nicht darauf, was den Krieger schon stutzig machte. Als er dann sah, daß ihm eine Schriftrolle entgegengehalten wurde, verstand er, daß es sich um einen Boten handelte und ließ den Eisbrecher wieder dorthin gleiten, wo er für gewöhnlich saß.

Sobald Frost das ihm entgegengehaltene Pergament berührte, löste sich der Knochenmann auf und zerfiel augenblicklich zu Staub, der von einem leichten Wind über den Boden in alle Richtungen verteilt wurde und so die tote Materie weiter bereicherte. Der Auftrag war erfüllt, das Skelett spurlos verschwunden, wie eine geisterhafte Erscheinung, die es in gewisser Weise auch war. Die Kraft, die Magie, die es zusammengehalten hatte, kehrte über geheimnisvolle Pfade zu ihrem Ursprung, zum Erschaffer des Zaubers zurück.
31.07.2002, 08:22 #73
Superluemmel
Beiträge: 3.057

Ein Sturzbach aus Eis stürzte Frosts Rücken hinunter als er hinter sich ein leises Klappern hörte. Waren die Diener Beliars gekommen, ihn zu holen?
Blitzartig fuhr Frost herum, der Eisbrecher sprang aus seiner Scheide und schmiegte sich in die Hand des Kriegers. Doch dann hielt Frost inne, die Hand schon zum Schlag erhoben. Vor ihm stand ein Skelett, doch machte dieses weder Anstalten ihn zu attackieren, noch sonst irgendwie zu verletzen. Es stand einfach nur mit ausgestreckter Hand da und hielt ihm eine Pergamentrolle entgegen.
Verwirrt griff Frost nach dem Schriftstück und als er es berührte, zerfiel das Skelett zu Staub und seine Überreste wurden vom Wind davongetragen. Als Frost die Nachricht las, wurde seine Miene zunehmend nachdenklicher. Hatte er zu voreilig gehandelt? Doch wenn nicht Beliar nach ihm griff, wer dann?
Der Don wollte ihn morgen treffen. Nun, Frost würde da sein. Und so öffneten sich die Tore des Kastells ein weiteres Mal, um einen in einen schwarzen Mantel gehüllten Fremden in das alte Gemäuer zu lassen....
31.07.2002, 17:06 #74
olirie
Beiträge: 1.642

Im Innenhof machte Olirie einen kleinen Verdauungsspaziergang. Doch bald trieb es ihn wieder zurück in die Bibliothek.

In der Bibliothek wanderte er zu seinen Tisch und setzte sich auf den dazu gehörigen Stuhl. Einem Dämonen trug er auf, ihm einen Becher Meet zu bringen, der Dämon verschwand aus der Bibliothek. Dann nahm Olirie sich das nächste Buch vor und begann darin zu lesen und seine Studien fort zu führen.

Nach einiger Zeit erschien der Dämon neben ihm, stellte einen hlabvollen Becher Meet auf den Tisch des Magier und ließ die Worte Das war der Rest Meet, mehr haben wir nicht. in Olirie's Kopf ertönen. etwas traurig sah er in den Becher und dachte sich dann, Schade, aber wenn alle, dann alle. Da kann man nichts machen. muss ich micht halt mit einem halben Becher begnügen. Nach diesen Gedanken nahm er einen Schluck aus dem Becher und wandte sich wieder seinen Studien zu.
31.07.2002, 18:48 #75
Ahram
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Langsam schritt Ahram durch die stillen Korridore des Kastells. Der weite Stoffumhang des jungen Wächters schien das spärliche Licht der unruhig tanzenden Fackelzungen zu verschlucken, die Bewegungen des Exmagiers waren von katzenhafter Eleganz, jede Muskelfaser schien gespannt. Blaue Augen blitzten unter der schwarzen Kapuze, behielten ihre Umgebung wachsam im Blick.

Ahram war auf dem Weg zu seinem Training, er war entschlossener denn je die harten Prüfungen hinter sich zu bringen. Das Gespräch mit seiner Freundin meditate hatte die letzten Zweifel an der Richtigkeit seines Tuns beseitigt. Für ihn gab es nur noch ein Ziel - dem dunklen Fürst der Unterwelt zu Diensten zu sein. Um diese Aufgabe möglichst perfekt ausführen zu können, wollte er jeden Trick, jede Finte, jede Taktik und jeden Technik erlernen, die sich hierfür als nützlich erweisen könnte.

Karzend schwang die schwere Holztür in den alten Angeln, gab den Weg in eine mittelgroße Steinhalle frei. Der Dämonenmensch wusste nicht, wie oft er bereits in diesem Raum gestanden hatte, doch es mussten mehrere dutzend Male gewesen sein. Die zahlreichen Narben und Abschürfungen am schwarzen Jägerkörper schienen dies auf sehr eindeutige Weise zu bestätigen. Mit einer schnellen Bewegung entledigte sich der dunkle Schüler seines Überwurfs, stellte sich kampfbereit in die Mitte des Raumes und wartete. Sämtöloiche SInne des Exmagiers waren geschäft, aufmerksam lauschte er nach Geräuschen, jeder Windstoß, jedes kleine Knirschen konnte die Anwesenheit des Feindes verkünden. Sekunden verstrichen, wurden zu Minuten. Nichts geschah, kein heimzückischer Angriff, keine hinterhältige Finte, keine schmerzhafte Belehrung. Langsam entspannte sich der finstere Körper, Ahram atmete aus, drehte sich auf dem Absatz herum und schickte sich an den Raum zu verlassen. Abrupt blieb er stehen, seine Augen hafteten auf der hageren Gestalt, welche sich vor der massigen Ausgangstür aufgebaut hatte. Es handelte sich um einen großgewachsenen, älteren Mann, Mitte Fünfzig, wie der junge Wächter vermutete. Das graue Haar war streng zurückgekämmt, die aufmerksamen Augen verbargen sich unter buschigen Brauen. Wer bei Beliar war dieser Mann? Noch eine Sekunde standen die beiden ungleichen Wesen stillschweigend im Raum, dann verbeugte sich Ahram vorsichtig.


- Seit gegrüßt. Sucht ihr etwas Bestimmtes. Ich fürchte, ihr habt euch verlaufen. Zur Bibliothek geht es...

- Ich weiß, wie ich zur Bibliothelk komme, du Narr.

Verblüfft schaute Ahram den Mann an. Was glaubte dieses Väterchen, wer er war?

-...und was kriechst du vor mir herum? Was bist du, ein Dienstbote?
Der Alte lächte schallend, die dunklen Pupillen blitzten kalt in den zu Schlitzen verengten Augenlidern.
- Und ich hatte gehofft hier einen angehenden Wächter vorzutreffen. Lächerlich.

Langsam trat der Dämonenmensch einen Schritt näher an den Mann heran. Die finsteren Lippen wurden leicht zurückgeschoben, lange Reißzähne blitzten im tanzenden Fackellicht.

-Ich rate euch, hütet eure Zunge. Wer seid ihr, dass ihr einen Bewohner des kastells zu beleidigen wagt? Noch ein unverschämtes Wort und ich zeige euch, ob ich ein angehender Wächter bin oder nicht!

Das gefühllose Lächeln des hageren Menschen verbreiterte sich noch zusätzlich. Was nahm sich diese Person heraus?! Ahram riss der Geduldsfaden. Mit einer energischen Bewegung griff der Exmagier nach dem Störenfried, wollte ihn aus dem Kastell schleifen, doch seine Hand fuhr ins Leere. Der Alte war verschwunden.
Bevor der Dämonenmensch sich wundern konnte, hallte verhaltenes Gelächter durch den Raum. Die Stimme schien körperlos, Ahram konnte niemanden ausmachen, so sehr er seine Augen auch anstrengte. Plötzlich fühlte der junge Wächter sich gepackt, seine Füße verloren den Halt, die dunkle Kehle schnürte sich zu, der sehnige Körper konnte nicht länger mit Sauerstoff versorgt werden. Hilflos zappelte Ahram inmitten des Raumes, eisern hielt die unsichtbare Hand den verwandelten Menschen umklammert. Obwohl ihm langsam die Luft ausging, konnte Ahram die finstere Gestalt durch den nebligen Schleier seiner eigenen Netzhäute ausmachen. Obwohl die Umrisse die Kreatur deutlich als den älteren Mann identivizierten, war der Gesamteindruck diesmal doch völlig anders. Für den jungen Wächter war sofort klar, dass er sich eben mit keinem Menschen unterhalten hatte. Dieses Wesen strahle eine beeindruckende Macht aus, finster und bedrohlich, doch makellos gebündelt. Doch was wollte dieses Geschöpf von ihm? Kaum hatte der Dämonenmensch diese Frage auch nur gedacht, als auch schon das vertraut dröhnende Gefühl zwischen den Schädelknochen einsetzte.


-Genug der Maskerade. Mein Name ist Morgoth, und ich werde ab heute dein Training überwachen. Vergiss die Dämonen, ab jetzt bin ich dein Meister. Ich werde dafür sorgen dass du deinen Platz einnimmst.... als mein Nachfolger.
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