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Das Kastell des ZuX #20
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11.08.2003, 00:24 #301
olirie
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Verschlafen rieb olirie sich die Augen, erstand auf und sah sich um, dabei staunte er nicht schlecht. Er hatte mitten in einem Übungsraum geschlafen, doch was war passiert? Der Priester konnte sich an nichts erinnern, anscheinend hatte ihn beim Üben die Müdigkeit überrannt und er war eingeschlafen. Wie es auch immer war, es war nicht weiter von Belang, denn olirie beschloss, erstmal weiter zu üben.

Er stellte sich sicher auf den Boden und begann, den Zauber zu wirken. Langsam begannen sich Schuppen zu bilden, die er nur noch richtig zusammen setzen musste. Also, Schuppe A kommt an Schuppe F und Schuppe D bildet mit Schuppe V Falte O oder bildeten doch alle vier Schuppen Falte I? Total verwirrt versuchte olirie einfach, die Schuppen vom Gefühl her anzuornen. Und tatsächlich, es bildete sich eine verkrüppelte Form, die mit etwas Phantasie einem Dämon ähnelte. Allerdings konnte sie sich nicht lange halten und ging schon bald wieder ein in Beliars Reich. Der Zweite versuch begann vielversprechend, doch endete er mit einem Häufchen Asche auf dem Boden. Der Dämon war während seier Beschwörung in Flammen aufgegangen und verbrannt. Doch davon ließ olirie sich nicht beirren. Dem nächsten Dämon fehlten die FLügel, ansonsten war alles dran, doch ohne Flügel konnte er sich nicht länger in der Luft halten und die eiförmige Gestallt fiel zu Boden und rollte gegen die Tür. Dann verschwand er auch wieder und olirie setzte zum nächsten Versuch an. Das Ergebnis war vielversprechend, es sah zweifellos aus, wie ein richtiger Dämon. Doch, anscheinend war er total vertrottelt, den er flog ständig gegen die Wand, als wolle er sie umwerfen oder einfach durchfliegen. Da er mit einiger Wucht gegen die Wand flog, zog er sich auch entsprechende Verletzungen zu. Diese wurde so schlimm, dass auch er wieder einging in Beliars Reich.

Das war ersteinmal genug Übung für den Priester, der nun auch total erschöpft war und es wohl nicht fertig gebrach hätte, noch einen Dämon zu beschwören. Stattdessen verließ er den Übungsraum und ging in die Bibliothek.

In der Bibliothek ging olirie zu dem Reagal für Lehrbücher, dann durchforstete er das Regalbrett für Lehrbücher über die Magie Beliars. Für Horaxedus nahm er das Buch über die Teleportation herraus, auch hierzu fand er eine interessante Schriftrolle, in ihr war der Aufbau eines Pentagramms beschrieben, wie die einzelnen Magieströme verliefen und derartiges. Für seinen neuen Schüler, Less, holte olirie das Buch über das Erschaffen einer Lichtkugel und das Buch über das Wirken einer Schattenflamme. Mit diesen Büchern ging er zu den Plätzen seiner Schüler, wo er sie auf die entsprechenden Tische legte. Hinzu kam jeweil eine Notiz:

Hallo Horaxedus,
ich habe hier ein Buch über die Teleportation rausgesucht, lies es bitte gründlich, da du für diesen Spruch allerdings kaum praktischer Übung benötikst, wirst du für diesen Spruch nicht allzu lange benötigen. Zusätzlich habe ich dir auch noch eine Schriftrolle hingelegt, lies auch sie, ich werde dich ihr Wissen abfragen.
Viel Spaß noch beim lernen,
olirie


Hallo Less,
ich habe dir hier ein Buch über das Beschwören einer Lichtkugel und ein Buch über das Wirken einer Schattenflamme hingelegt. Studiere sie gut, doch teile dir deine Zeit auch mit Bedacht ein, denn du wirst auch praktische Übungen machen müssen. Hierfür stehen dir selbstverständlich die Übungsräume zur Verfügung. In einer Woche lege ich dir dann hier neue Bücher hin. Solltest du noch Fragen haben, kannst du dich gerne an mich wenden.
Viel Spaß noch beim lernen,
olirie


Der Priester schickte einen Dämon los, um Less mitzuteilen, dass er in die Bibliothek kommen sollte. Dort würde er Bücher und Instruktionen für seine anstehende Magieausbildung vorfinden.
11.08.2003, 00:39 #302
The_Nameless
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Müde erwiderte Less sharks starren Blick. Der berserkerhafte Ausdruck in dessen Augen war allmählich wieder vergangen, und so wich nun auch die unerklärbare Furcht wieder aus Less’ Gedanken.
Fast schien es dem Magier so, als habe er sich selbst vor der unausweichlichen Frage gefürchtet, welche ihm sein Gegenüber nun gestellt hatte.
Er konnte sie nicht beantworten.
Ratlosigkeit überschattete seine Gesichtszüge, und abermals versuchte der Magier voller Anstrengung wenigsten ein kleines Bisschen Licht in die Ereignisse der vergangenen Tage zu werfen.
Ohne Erfolg...
“Verzeiht mir, doch ich kann euch keine Antwort geben, welche euch zufrieden stellen könnte. Lediglich die Erinnerung an das sanfte Wispern der alten Esche spukt noch in meinen Gedanken.“
Hilfesuchend forschte er in den verengten Augen sharks, welche ihn nun aufmerksam und recht kritisch musterten. Doch konnte Less keine weitere Reaktion darin erkennen.
Notgedrungen sprach er leise und mit bedachter Wortwahl weiter.
“Die grausamen Träume und Visionen, welche mich vor einigen Stunden aus meinem Schlaf hochschrecken ließen, sind die nächsten Ereignissen, von denen ich euch berichten kann.“
Eine einzige einsame Träne kullerte langsam an seiner kleinen Nase herab.
“Ich hatte mindestens eine Woche lang in schrecklicher Trance vollbracht. Was hat das alles nur zu bedeuten...“
Mit zitternden Bewegungen schritt Less auf die finstere Mauer zwischen den unzähligen Bücherregalen zu. Langsam sank er neben shark auf den harten und kalten Boden...
11.08.2003, 01:12 #303
shark1259
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Als shark jenen Worten seines Freundes lauschte, und dabei im Kastell umsah wurde ihm etwas klar. Sie waren anders, als alle anderen. Man mochte diese erkenntnis nun lachend abtun, da ja sowieso jeder wusste, das Schwarzmagier nunmal anders waren, doch so leicht war es dann auch nicht. Die Entscheidung ein Schwarzmagier zu werden, wer traf sie? Nun, shark konnte nur von sich auf andere schließen. Er wusste nicht, wie es bei seinen Freunden hier im Zirkel war. Doch bei ihm, war nicht shark selbst es gewesen, der entschieden hatte, dass er ab nun ein Anhänger Beliars sein wollte, nein, dass hatte sein Gott höchstpersöhnlich getan und sich in ihm einen neuen Untertan ausgesucht. Doch welche riesigen Konsequenzen sharks Fügung hatte, wurde ihm erst jetzt, genau in diesem Moment klar.
Dies war das Kastell, nicht irgendein Ort von Nichtigkeit und sie, die Schwarzmagier, waren die Herren dieses Kastells. Doch verrückte man diese Vorstellung jetzt ein wenig, dann waren sie nicht viel mehr als Gefangene. Natürlich Gefangene nur im übertragenen Sinne. Sie waren gefangene des Willens Beliars. Dieser Ort war etwas besonderes, kaum hatte man ihn ins Herz geschlossen zog es einem hier immer und immer wieder her. Es war ein Ort der still liegenden Zeit, man merkte nicht, wie sie verging und sie tat es doch. Niemand verließ es je ganz, und niemand würde es jemals tun. Das Los eines Schwarzmagiers war härter als das der meisten anderen. Sie durchlebten Schmerzen und Qualen für ihren Gott. Und wozu das alles?
sharks Blick war irgendwie enttäuscht, es war das erste Mal, seit langem dass er nicht mehr wusste, warum das ganze passierte. Doch keine ganze Sekunde verging, da wurde ihm die Antwort auch schon eingesetzt.
Um am Ende als die Mächtigsten Diener meiner Wenigkeit hervorzugehen und meinen Willen, in eurer Form zu vollbringen. Sei stolz darauf, dass ich dich gewählt habe, dass du es mir wert warst. Du hast noch viel vor dir, genieße den Schmerz, wachse an der Furcht. Bleibe mir treu, und ich bleibe es dir.
Ob dies nun Einbildung war oder nicht, wusste shark nicht mehr, er hatte in den letzten tagen absolut das Gefühl für die Realität verloren und verbrachte seine Tage damit sich zu fragen was passierte. Heute nacht würde er schlaf finden.

Langsam glitt auch er hinter auf den Boden und landete recht hart neben seinem Freund Less.
"Merkst du es nicht mein Freund? Es passiert mit allen einmal. Wir leiden um zu wachsen, an Kräften wie am Willen. Ich sehe viel deresgleichen in dir, du wirst noch ein großer Diener Beliars, glaube mir."

Der Boden war kalt und nach wenigen Minuten stand shark davon auf. Es war vollkommen still in der Bibliothek, jeder Schritt den der Schwarzmagier tätigte war wie ein großes Pochen in seinem Kopf und ermüdete ihn noch mehr. Trotzdem zog er einen Stuhl an einem kleinen Tisch heraus, schritt um den selben und zog auch den anderen noch heraus.
"Setz dich hierher, der Boden ist kalt. Beliar erlegt uns genug schmerzen und Prüfungen auf, da brauchst du dir nicht auch noch selber schaden."
shark sagte jene Sätze mit einem gespielten Lächeln. Er wollte seinem Freund helfen, obwohl er kaum einen wusste, der mehr Hilfe brauchte als shark selbst, doch dies war nebensächlich im Moment.
11.08.2003, 02:29 #304
The_Nameless
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Abwesend erhob sich nun auch Less von den eisigen Marmorplatten. Zu sehr hatten sich sharks Worte in seine ohnehin noch recht sensiblen Gedanken gebrannt, erfüllt von unzähligen Fragen, Fragen ohne Antworten, ging er leicht wankend auf einen der schwarzen lederüberzogenen Holzstühle zu. Das alte Holz knirschte laut als sich der Magier mit seinem vollen Gewicht plump darauf nieder ließ.
Wir leiden um zu wachsen...
Less Körper schwankte kaum merklich zu beiden Seiten während er nun immer tiefer in die endlosen Weiten seiner Gefühle eindrang.
Unweigerlich musste er wieder einmal an den grausamen Tod seines geliebten Bruders denken.
War etwa auch dies ein schreckliches Spiel des Schicksals gewesen, war dies der Preis den er für seine Macht zu zahlen hatte?
Wilder Zorn und unkontrollierter Hass stieg in großen Wogen langsam in ihm auf.
Blitzartig riss er seine Augenlider auf, die finsteren Pupillen stachen, erfüllt von unheimlichen Glanz scharf aus den groben Augenhöhlen hervor.
Endlich hatte Less sharks Worte verstanden.
Wir leiden um zu wachsen...
Gerade dieser unerträgliche Schmerz, welcher mit Sicherheit nie wieder aus seinen Erinnerungen weichen würde, war es, der ihn stärkte, ihn immer wieder mit neuer Kraft versorgte.
Das war also das Geschenk, welches Beliar einem jeden seiner Anhänger vermachte.
Krankhafte Besessenheit überschattete die ansonsten so freundlichen Züge des jungen Magiers. Langsam drehte er seinen Kopf und blickte in sharks abschätzende Augen.
Ein leises Fauchen drang aus Less’ Mund als dieser zu sprechen begann.
“Ich danke euch, shark. Ihr habt mir wirklich sehr geholfen, auch wenn ihr dies selbst vielleicht gar nicht so wahrgenommen habt. Danke.“
Allmählich normalisierte sich Less’ Zustand wieder, der übermenschliche Pulsschlag sank endlich auf sein gewöhnliches Niveau herab und auch der sonderbare Glanz verschwand letztendlich wieder aus den finsteren Augen des Magiers.
Ein letztes mal wandte er sich an den hohen Schwarzmagier neben ihm, während er sich selbst schon von seinem Stuhl erhoben hatte.
“Nun müsst ihr mich entschuldigen. Ich habe über viele Dinge nachzudenken.“
Nach einem letzten verabschiedenden Kopfnicken drehte sich Less wortlos um und verschwand schließlich in den undurchdringlichen Schatten der riesigen Bücherregale...
11.08.2003, 14:08 #305
The_Nameless
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In Gedanken versunken schritt Less über den harten Steinboden der Bibliothek, bei jedem seiner Schritte schallte ein leises Klacken seiner Stahlbeschlagenen Lederstiefel durch die endlosen Reihen der unzähligen Büchern, bis es letztendlich im nirgendwo verging.
Das sanfte Wispern des Windes, welcher dann und wann durch die finsteren Gänge zwischen den Regalen zog, begleitete den Magier auf seinem Weg zum Ausgang der Bibliothek.
Schon wenige Augenblicke später drang das seltsame elektrische Knistern des blau schimmernden magischen Eingangsportals an Less Ohren.
Festen Schrittes ging er schnell darauf zu.
Er kam nicht weit.
“Ahrg!“
Wie aus dem Nichts erschienen plötzlich wieder die schrecklichen Kopfschmerzen in seinem Schädel. Reflexartig schossen die Hände des Magiers an seine Ohren, verzweifelt versuchte er die grausame Stimme aus seinen Gedanken zu verbannen, ohne Erfolg.
Das leise Flattern der Flügel des Dämonen, welcher sich soeben vor seinen Augen materialisiert hatte, wurde völlig von dessen tosender Stimme übertönt.
Von ungebändigter Macht erzitternd wurden die Worte in Less’ Schädel gerammt.
“Magier mit dem Namen Less, der Priester der Dunklen Mächte, Olirie, wünscht, dass ihr euch sofort zu eurem Leseplatz begebt.“
Ein gequältes Nicken war die einzige Reaktion mit welcher Less der majestätischen Kreatur Antwort leistete, zu sehr war er selbst damit beschäftigt, die migräneartigen Schmerzen unter seine Kontrolle zu bringen.
Sekunden später waren die Qualen vergangen, nicht einmal ein letztes Pochen zeugte davon, dass sie überhaupt einmal existiert hatte.
Während der Magier nun doch wieder in die großen Räume der Bibliothek zurückkehrte, stieg die immer größer werdende Neugierde langsam in ihm auf.
Was hatte er nun zu erwarten...
Erstaunt erreichte Less den kleinen Tisch, welcher unter dem Schein der blauen Lampe in einem faszinierenden magischen Lichtspiel erglänzte.
Die alten und staubigen Bücher, mit deren Hilfe er eine Antwort auf seine Frage nach dem Ursprung seiner grausamen Albträume finden wollte, lagen noch immer weit aufgeschlagen auf der dunklen Ebenholzplatte. Doch voller Verwunderung bemerkte Less nun auch noch die übrigen Lektüren, welche fein säuberlich sortiert in der rechten Oberen Ecke des Tisches gestapelt waren.
Interessiert begutachtete der Magier die zwei Bücher. Trotz ihrer sichtbaren häufigen Verwendung waren beide noch recht gut erhalten, die dunklen Schriftzeichen hoben sich recht deutlich von dem teilweise schon vergilbten Pergament ab.
Neugierig ließ Less eines der Bücher durch seine Hände gleiten, alleine schon der seltsame Titel erweckte seine komplette Aufmerksamkeit.
“lux ex umbra beliaris”
Dies war also der erste Schritt zu wahren Macht...
Das Buch handelte von der Erschaffung eines magischen Lichtes, entstanden aus den Schatten Beliars.
Vorsichtig schlug Less den schweren Buchdeckel auf und begann zu lesen.
Von den Worten gebannt sank er langsam auf das rote Lederpolster seines Stuhles herab, und versank immer weiter in der wundersamen Welt der Magie...
11.08.2003, 14:59 #306
Eiswasser
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Sie spürte, wie das kalte Geschöpf aus ihr entrissen wurde, wie es in ihrem Körper zerstört wurde. Schwarzes, dickflüssiges Dämonenblut ran aus ihrer Nase, anfangs in Topfen und nun schon triefend. Es war zu viel, die Nase zu klein, es kam überall heraus, sogar aus den Ohren und schließlich aus Tränendrüsen. Das heiße Blut brannte in den jungen Augen, es schmerzte und trübte ihren Blick, bis ihr vollends schwarz vor Augen wurde.
Shiva erwachte und fand sich irgendwo in einem kleinem Gästezimmer wieder, vielmehr ein Krankenzimmer, doch so genau konnte sie das nicht beurteilen. Verwirrt und halbwegs ängstlich wagte sie sich auf den Flur vor, wo sie noch einmal nachprüfte, ob sie alles hatte, was sie wollte.
Dann verließ sie das Kastell und zog weiter nach Khorinis.
11.08.2003, 19:08 #307
Sengert
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Der Mann, der den langen Weg hinauf zum Kastell versehentlich zurückgelegt hatte, keuchte wie ein alter Klepper. Sengert hatte gedacht, den Weg zu seinem Hauptmann Longboot mit spielerischer Leichtigkeit zu finden. Doch nicht Garde war es, was er vorfand und auch nicht sportliches Ereignis. Unbefangen jedoch näherte sich der junge Kaufmann müden Schrittes jenem Gemäuer, welches er von kurzer Distanz überhaupt erst hatte erblicken können, trotz dessen stattlicher und düsterer Größe.

Der Fremde verharrte unweit des Eingangs und blickte neugierig umher. Ein Kastell, dunkel und kühl, an diesem Ort? Welch ein faszinierender Anblick! Doch eine Arena, in der sich Klingenkämpfer maßen, gab es die hier wirklich? Oder hatte Sengert sich verlaufen?
Kaum den Gedanken aus den geordneten Windungen seines hitzigen Gehirns entlassen, fuhr der junge Kaufmann jäh zusammen. Wie von einem harten Blitz getroffen, trieb es den Hilflosen auf die Knie. Wimmernd fuhr die gekrümmte Hand des Händlers vor seine nunmehr trüben Augen, sein Herz begann zu beben, der Atem stockte tief in seiner Brust. Kein Funke Leben mehr durchquerte Sengerts Geist, wie gebrochen kniete der Geschundene darnieder, nicht fähig, sich nur einen Deut zu rühren. Nur ein leises Taumeln fuhr durch seinen Leib, ließ ihn vor- und rückwärts zucken, während kalte Tränen über seine Wangen rollten.

Nur einen Luftzug später stand der Mann, mit leeren Augen, lächelnd vor dem Tor der schwarzen Magier, wandt sich um und lachte einen toten, keifenden Gesang. Den er suchte, würd' er finden. Und während der dunkle Botschafter sich zum Gehen wandte, ahnte niemand, welch feindliches Verhängnis dem mächtigen Zirkel um Xardas durch diesen schlichten, einfältigen Fremden nunmehr drohte.
12.08.2003, 18:57 #308
The_Nameless
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Noch immer von der zauberhaften Mystik der Magie Beliars gefangen, deren wahre Macht und Stärke sich dem Magier erst während des Lesens offenbarte, saß Less mit verschränkten Beinen auf seinem ledernen Sitzpolster und blickte starr auf das gelbliche Pergamentpapier des alten und verstaubten Buches, mit dessen Hilfe er schon seit einigen Stunden versuchte, die Voraussetzungen und Zusammenhänge der Beschwörung eines magischen Lichtes herauszufinden.
Fasziniert warf Less hin und wieder den Kopf zur Seite, so dass der Wind die kurzen Strähnen seines dunklen Haares sanft über die pechschwarzen Pupillen streifen ließ. Ein schwaches Zittern fuhr durch seinen Körper als der leichte Hauch das Ende seiner schimmernden Robe leicht anhob und kalte Luft zügig die Beine des Magiers umwehte.
Ein abwesendes Kopfschütteln ließ Less wieder in die engen Welten seines Buches zurückkehren.
Erst mehrere Stunden später war er schließlich bei den letzten Sätzen des Bandes angelangt und hatte nun endlich das Gefühl, wenigstens die ersten Ansätze der höchst komplizierten Lektionen verstanden zu haben.
Mit einem leisen Aufstöhnen schlug der Magier den weinroten Buchdeckel zu. Mit der Rückseite der drei Finger seiner linken Hand strich er vorsichtig über den samtartigen Stoff, in welchem der Umband eingefasst war. Eine dichte Staubwolke schoss ruckartig in die Höhe.
Während er das Buch wieder sorgfältig zur Seite legte erhob sich der Magier langsam aus seinem Stuhl.
Die schweren Verspannungen seiner Muskeln, besonders das extrem versteifte Genick, ließen seinen unvorbereiteten Körper unter den schnellen Bewegungen laut aufätzen.
Erst nachdem er mit Hilfe einiger leichter Übungen die schlimmsten Krämpfe gelindert hatte, machte sich Less auf den Weg ins Refektorium, schon zu lange hatte er nichts mehr zu sich genommen. Die enorme Geistige Anstrengung, welcher er sich die letzten Stunden unterzogen hatte, hatte lediglich noch dafür gesorgt, dass seine Hungergefühle nun endlich von ihm bemerkt wurden.
Wenige Minuten später saß der Magier auch schon an einem der vielen Tische des Speisesaals. Flackerndes Kerzenlicht warf zumindest ein klein wenig Licht durch die dunklen Schatten des Kastells, sorgte zugleich aber wieder für die gewohnt schaurige Atmosphäre, welche so typisch für diese alten Mauern war.
Voller Genuss ließ Less den warmen Nudelauflauf, der noch immer heiß dampfend auf einem silbrig glänzenden Teller vor ihm stand, auf seiner Zunge vergehen. Völlig ruhig griff er dann nach dem durchsichtigen Weinglas. Feinster Kristall umgab den süffigen Weißwein, welcher von den Bewegungen des Magiers sachte hin und her schaukelte, das düstere Licht der Kerzen bracht sich in den unzähligen Facetten des Kelches und warf Tausende bunter Prismen auf das ansonsten so trübselige Dunkel der Tischplatte.
Als nun auch der letzte Bissen der wunderbar herzhaften Mahlzeit verschlungen war, stand Less wieder auf und ging auf den Ausgang des Refektoriums zu. Minutenlang stand er nun in Mitten der finsteren Gänge und starrte ziellos in die Luft.
Sein Verstand befahl ihm, endlich sein Zimmer aufzusuchen, und sich wenigstens für einige wenige Stunden auszuruhen, doch sein Körper verspürte noch keine Müdigkeit.
Letztendlich aber gewann sein Verstand den inneren Zwist und gemächlichen Schrittes bewegte sich der Magier seinem Schlafgemach entgegen...
12.08.2003, 23:20 #309
HoraXeduS
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Als Horaxedus sich im Schutze der noch jungen Nacht dem Kastell näherte, war er nicht alleine. "Willst Du nicht noch auf einen Schluck mit reinkommen? Musst auch dem Steinernen Dämonen nichts geben, das regel ich schon." Doch der andere blieb verlegen vor dem Tor stehen und trat besorgt von einem Bein aufs andere. Horxedus blickte sich um. Überall vor dem Tor lagen Knochen. Wenn er Skelett wäre, würde ihn das auch beunruhigen. "Okay, mein Lieber, ich danke Dir." Und weg war der knöcherne, selbstbeschworene Begleiter.

Der Magier ging sogleich in die Bibliothek. Das ungewisse Gefühl, welches ihn von den Khorinischen Spielen fort und hierher in sein Heim getrieben hatte, liess ihm keine Ruhe. Und nur der umwerfende, allwissende Lesesaal war geschaffen, dieser Sorge auf die Spur zu kommen, das war klar.

Doch augenblicklich zerstreute sich die Besorgnis des Schülers der Magie: Erneut lag Lektüre auf seinem Tisch. Teleport? Begeisterung machte sich in Horaxedus' Antlitz breit. Er hatte davon gehört, doch gesehen hatte er solch faszinierendes Schauspiel noch niemals. Zunächst faltete er die Schriftrolle auseinander. Ein Pentagramm also... Und so setzte sich der Schüler neugierig auf seinen Platz, griff sich ein Stück Brot aus seinem Bündel und begann, dankbar und ohne jedes Zeitgefühl sein spannendes Studium fortzusetzen.
13.08.2003, 17:32 #310
The_Nameless
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Nach einer endlich wieder einmal erholsamen Nacht trat der Magier mit gemächlichen Schritten abermals ein in die schier endlos großen Räume der Bibliothek. Voller neuem Tatendrang näherte er sich sogleich wieder dem beruhigenden blauen Lichtschein der magischen Lampe, welche unauffällig über seinem geräumigen Arbeitstisch stand. Die dicken Bücher der dunklen Magie lagen völlig unberührt noch genau so auf der Holzplatte, wie Less sie am Vortag zurückgelassen hatte.
Nachdem er sich mit einigen schnellen Blicken umgesehen, jedoch keinen weiteren Wissensdurstigen entdeckt hatte, machte sich der junge Magier ohne Pause auch schon wieder daran, seine Arbeit mit der Lektüre über das magische Licht Beliars fortzusetzten.
Schon nach wenigen Sätzen wandte sich Less aber wieder von den, mit wundersamer Mystik gestalteten Seiten ab. Er hatte diese Worte alle schon einmal gelesen, doch nun, beim erneuten durcharbeiten der komplizierten und oft schwer verständlichen Lektionen würde gewöhnliches Lernen nicht mehr sehr erfolgversprechend sein.
Kurzentschlossen erhob er sich und ging einige Meter scheinbar ziellos durch die düstere Atmosphäre der Bibliothek. Plötzlich stoppte Less seine Schritte und sprach völlig ruhig einige leise Worte in die Luft, vollkommen gelassen, als sei dies die normalste Sache der Welt.
"Lasset mir bitte Pergament, Tinte und Feder zukommen, damit ich meine Studien sinnvoll fortführen kann."
Mit einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht setzte sich der Magier nun wieder auf seinen Platz und vertiefte sich abermals in den fesselnden Versen seines Buches.
Nur wenige Augenblicke später wurde er schon wieder von seiner Arbeit abgelenkt. Wie von Geisterhand erschienen die von ihm gewünschten Gegenstände vor seinen Augen auf dem Tisch. Lediglich ein sanfter, kaum spürbarer Hauch von dichten, unnatürlich wirkenden Nebelschwaden ließ den erfahrenen Beobachter darauf schließen, dass diese Dinge soeben von einem der höchst majestätischen Kreaturen Beliars, den Dämonen, überbracht wurde.
Freudig machte sich Less sofort daran, die fast unendlich wirkenden Seiten ein zweites mal zu durchforschen, und nebenbei die wichtigsten Informationen auf dem soeben erhaltenen Pergamentpapier festzuhalten. Seine Schrift war zwar nicht gerade schön anzusehen, aber immerhin beherrschte er das Schreiben, was in diesen Zeiten wahrlich keine Selbstverständlichkeit war.
Abermals zog ihn die unglaubliche Menge an gesammeltem Wissen in ihren unzerbrechlichen Bann...

Mit einem polternden Knall schlug Less den weinroten Buchdeckel zu, wie beim letzten mal stieß erneut eine Wolke dichten Staubs in die trockene Luft des riesigen Raumes.
Nur mit größter Anstrengung konnte sich der Magier ein lautes Niesen verkneifen, winzige Tränen schossen ihm daraufhin schnell in die tiefschwarzen Augen.
Während sich Less vorsichtig die glasigen Pupillen mit einem schimmernden Zipfel seiner langen Robe auswusch, beschlich ihn nun endlich der unaufhaltsame Tatendrang. Nach so langer Zeit des rein theoretischen Lernens wollte er jetzt so bald wie möglich die neu erworbenen Kenntnisse auch in der Praxis testen.
Hastig griff er nach den sorgfältig zusammengefalteten Notizzetteln und verstaute sie sicher in einer der vielen verdeckten Taschen seines dunklen Gewandes.
Schließlich trat Less dann voller Eile durch das surrende Portal zurück in die gewöhnlichen Gänge des Kastells.
Ein leises Kratzen ertönte kurzeitig, als der muskulöse Körper des Magiers durch die blaue Sphäre brach, doch zu diesem Zeitpunkt war dieser schon längst in der beruhigenden Finsternis der Gemäuer verschwunden...
13.08.2003, 19:58 #311
shark1259
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Jemand war im Kastell, shark spührte seine Anwesenheit schon bei dem kleinen, fast schon zur Tradition gewordenen, Windstoß der durch das Kastell fuhr, wenn die Türe geöffnet war. Auch war dem Schwarzmagier sofort klar gewesen, dass dies nur sein sumpfischer Freund Angroth sein konnte. Schnellen aber noch sehr ruhigen Schrittes verließ er die Bilbiothek, unendlich gefüllt mit wissen und machte sich auf, über kalte Marmorfließen, in die Eingangshalle. Sein Freund und ehemaliger Lehrmeister war ihm schon entgegen gegangen als er den Hohen Schwarzmagier erblickt hatte.
Neugierig verschnellerten sich seine Schritte noch einmal und alle Ruhe war daraus gewichen. Die Geräusche dieses Ganges hallten an den Wänden wider und erfüllten den gesamten Korridort mit einem dunklen Omen, kein gutes Zeichen wenn man den Schwarzmagier fragte, aber wer tat das schon, was zählte schon die Meinung eines einfachen Schwarzmagiers. Umständlich konzentrierte shark sich wieder auf Angroth, jetzt war wahrlich nicht der richtige Zeitpunktum über Existens und Wichtigkeit von sich selbst zu denken.
Schon als es noch einige Schritte hin waren zu seinem Freund begrüßte er ihn mit einem kurzen "Angroth, schön dich zu sehen."
Als sie endlich beinander waren, blieben beide stehen und sahen sich an. Normalerweise war der dunkle Magier gut darin, Gefühle aus den Augen zu lesen, doch diesmal verließ ihn dieser Sinn vollkommen, er sah gar nichts. Nunja, dies war womöglich falsch ausgedrückt. Er sah schon etwas, doch er wusste nicht was es war, und wenn er sich selbst gegenüber ehrlich war, dann wollte er es auch gar nicht unbedingt wissen.

"Sprich geschwindt, und berichte mir, was du herausgefunden hast, dann werde ich dir von dem Neuen erzählen. Was gedenkst du zu tun?"

shark deutete auf eine offene Türe hin und Angroth ging auf die Geste ein, wandte sich dem Raum zu und schritt hinein. Hinter sich schloss der Magier die Türe und sah Angroth weiterhin fragend an. Seine Neugier fraß ihn förmlich von innen auf, und trotzdem hatte er Angst davor dies zu erfahren, was sein Freund herausgefunden hatte. Die Ahnung, sobald er dies wusste, absolut mit drinn zu sein, ließ ihn nicht mehr los, doch was blieb ihm jetzt schon noch anderes übrig. So entschied sich shark dafür genau zuzuhören was Angroth sprach und gemeinsam mit seinem Freund eine Lösung zu finden, wie sie diesem grässlichem Spiel entgehen konnten.
13.08.2003, 20:26 #312
Angroth
Beiträge: 2.494

Ein wenig verwundert war Angroth schon, dass er sogleich von seinem Freund shark entdeckt wurde, es stärkte seinen Verdacht nur, die dunklen Magier in diesen Mauern hatten die Gabe Dinge vorauszusehen oder gar Präsenzen zu spüren. Er verwarf seine nur allzu mystischen Gedanken und wandte sich der Realität zu, an shark. In dem kleinen Raum, dem sie nun eingetreten sind, leuchtete eine einzelne kleine Flamme die von weissem Wachs zehrte und lange Schatten erzwang, die vom Lichte vertrieben waren.
Er hob an zu sprechen: "Ich habe mit einem meiner Brüder gesprochen, der im Südland gewesen war. Er erzählte mir etwas, dass mich der Vergangenheit meines Clans erinnerte, von einer Vision, die mir der Schläfer eröffnet hatte. Ein Schwert hatte er gesehen, verwarlost und schartig, seine Klinge hatte am Heft ein Wappen eingraviert, er konnte sich nicht recht daran erinnern. Doch er meinte zu wissen, es war ein Ank. Dies Schwert war im Besitz meiner frühesten Vorfahren, der Legende unserer Sippe nach war es das mächtigste, dass je geschmiedet ward." Ein Windzug ließ die Flamme der Kerze erzittern, jedoch nicht erlöschen, sie hielt sich in der Bedrängnis aufrecht. Der Blick des Templers fiel in die des Schwarzmagiers, und er fragte ruhig: "Was habt ihr herausgefunden, ihr wolltet euch ja um unsere Informationen kümmern."
13.08.2003, 20:48 #313
meditate
Beiträge: 6.868

meditate war den ganzen abend unruhig und mit finsteren gedanken durch die gänge des kastells geschlurft. ein erzdämon hatte ihr erzählt, dass shark eine seltsame bluttat begangen hatteder ein knabe zum opfer gefallen war, der seit einiger zeit mitglied des zirkels war. meditate war ganz entsetzt über die brutalität, mit der das alles geschehen war. hoffentlich ging es dem knaben jetz bei beliar gut und er hatte genug gelitten. das waren ja finstere neuigkeiten.

sie hatte in den vielen gesprächen mit xardas durchaus verstanden, dass es nicht aufgabe der schwarzmagier war, das leben der menschen zu verkürzen. sie sollten ihnen die angst vor dem reich der toten nehmen und die sehnsucht nach ewigem frieden in beliars reich nähren. grausamkeiten gehörten sicher nicht dazu, denn die menschen hatten angst vor dem sterben, nicht so sehr vor dem tod selbst.

meditate würde ein auge auf shark haben müssen, oder besser, gleich alle beiden.

der mond warf seltsame schattenspiele in die dunklen gänge, die durch wolken hervorgerufen wurden, die am himmel wie gehetzt entlang jagten. nach der drückenden hitze der letzten tage fauchte jetzt ein heißer gieriger wind um die ehrwürdigen mauern. fast hatte meditate das gefühl, dass sich gleich der feuerdrache auf dem hof des kastells niederlassen würde.

sie trat ans fenster und musterte sorgenvoll den himmel. der mond hatte einen riesigen hof und das gesicht, das man auf seiner oberfläche zu sehen glaubte, hatte ein besonders bösartiges aussehen.

meditate öffnete das fenster und sogleich knallte der wind es heftig an die inneren mauern. der wind, dem sie auf diese weise einlass ins kastell gewährt hatte brachte einen seltsamen namen mit. es war, als riefen die sturmgeister den namen "daschnavar". das konnte ja aber nicht sein. die magierin schüttelte den kopf und schloss das fenster wieder. so ein unsinn, da hatte ihr die phantasie irgendetwas vorgegaukelt.

langsam ging sie zurück und beschloss, ein wenig auf der orgel zu spielen. das hatte sie lange nicht mehr getan.

aber auch als sie die leisen töne durchs kastell perlen ließ, ging ihr der namen nicht aus dem kopf "daschnavar"
13.08.2003, 21:03 #314
shark1259
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sharks Augen verfinsterten sich, obwohl er noch den zusammenhang mit dem Schwert und Daschnavar nicht verstanden hatte, doch ein Gefühl hatte er, dass dies der Schlüssel war für alles. Doch noch sollte er nicht wissen, welch große Rolle er darin zu spielen hatte, oder ob er nur ein kleiner Statist war, auf dem Weg in sein beinahe sicheres verderben.
Nun senkte er seinen Kopf und wand seine Augen fern vom Lich, stellte sich so, dass jene Kerze hinter ihm war. Das Feuer flackerte immer wieder, obwohl nicht das geringste Lüftchen ging. Die eine Türe war verschlossen und ansonsten war keine Öffnung in diesem Raum.
"Er ist ein Dämon, ein Erzdämon. Seine Macht spührt man, sogar hier im Kastell. Ich habe es zwei der höchsten Magier hier erzählt. Meditate meinte, dass es nur ein Mythos sei, jene Bücher, ein Hirngespinst eiens Lehrlings, doch dies sind sie nicht. Don-Esteban, welcher am Anfang zumindest ähnlich dachte jedoch, ich konnte ihn... ich konnte ihn überzeugen. Er spührte es, genau wie ich es tue. Der Dämon ist... Daschnavar ist.."
Die Kerze erlosch, wiederum ohne Windstoß. shark beachtete sie kaum, die einzige Reaktion darauf war, dass er seine bisher recht durchdringende, wenn auch verängstigte Stimme, zu einem dünnen, kaum greifbaren, aber dennoch allesübertönendem Flüstern.
"Er ist böse... böse Angroth. Ich glaube mit ihm könnte man dieses Wort erst definieren. Don-Esteban weiß es, doch es ist nicht die Furcht die ihn treibt, es ist etwas anderes, dass ihn daran interessiert."

Nun sah shark wieder hoch und vertiefte sich in den Augen seines Gegenübers obwohl er kaum etwas erkennen konnte.

"Was sollen wir jetzt nur tun?"
13.08.2003, 21:11 #315
Angroth
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Angroth dachte kurz nach und war ein wenig verwirrt ob der erloschenen Kerze, hielt sich aber besser nicht mit derlei Magie auf. Seine Probleme erschienen ihm weitaus größer, wenn er an diesen Dämonen dachte, jener Dämon der ihn hatte laufenlassen um ihn am Hass und an anderen Gegnern wachsen zu sehen. Wenn der Templer ehrlich war, hatte ihn in jedem Moment seines Lebens seit seinem Zusammentreffen mit der Kreatur ein dunkler Schatten begleitet, der ihn an .... Daschnavar .... erinnerte.
Auch er hatte den Zusammenhang noch nicht ganz verstanden, zwischen Schwert und Dämon, doch hatte er das Gefühl, es gehörte zusammen. Es konnte einfach kein Zufall sein, dass er gerade jetzt Scatty mit seiner Geschichte über die Waffe getroffen hatte. Er ballte eine Faust, ratlos ob der Frage seines dunklen Freundes.
"Sind jene, mit denen du gesprochen hast noch hier? Ich denke, es wäre wichtig, wenn ich ein Wort mit einem von ihnen wechseln würde. Da sie mächtige Magier sind, gehe ich davon aus, dass sie ebensolche Weisheit besitzen."
Der Raum war vollkommen dunkel, man konnte den dünnen Rauchfaden schmecken, der von dem noch glühenden Docht aufging.
13.08.2003, 21:27 #316
meditate
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ganz von allein liefen die finger die tasten entlang und malten die alten melodien aus der heimat meditates. bis ein plötzlicher misston die harmonie unterbrach.

erstaunt blickte meditate auf ihre finger. was war das denn? sie hatte doch die richtigen tasten angeschlagen und eben hatte doch noch alles gestimmt!?

vorsichtig schlug sie die tasten eine nach der anderen an und jede intonierte den gleichen schrillen ganz und gar unpassenden ton. die magierin probierte alles aus, nichts ging mehr.... immer der selbe falsche ton.

"he, schattendämon, kümmere dich darum, hier stimmt was nicht. wahrscheinlich ist irgendwas zwischen die saiten gekommen."

meditate erhob sich und verließ den saal. auf dem weg zur treppe hörte sie plötzlich aus einem raum zwei stimmen. das war doch ... das war er, dieser shark. meditate schritt zur tür und da kamen die beiden auch schon heraus.

"haben wir besuch?"
13.08.2003, 21:40 #317
Angroth
Beiträge: 2.494

Shark hatte ihn aufgefordert, ihm zu folgen, sogleich danach schloss er die Tür auf und trat hinaus in die Eingangshalle, wobei der Templer ihm direkt folgte. Hier brannten einige Kerzen mehr als in dem kleinen Kämmerchen, und obendrein war ein leichter Luftzug zu spüren. Als sie gerade in einen der samtrot beteppichten Korridore getreten waren, stand auf einmal eine imposant wirkende Frau vor ihnen, die nur eine Frage auszustoßen wusste: "haben wir besuch?"
Der Schwarzmagier wollte sogleich voll Demut das Wort ergreifen und Angroth vorstellen, jener jedoch übernahm die Initiative und wollte es sich nicht nehmen lassen, seinen Namen selbst in den Mund zu nehmen. Mit einer kurzen Geste hatte er seinem Freund klargemacht, er wolle selber sprechen, und trat dann vor: "Seid mir gegrüßt! Mein Name ist Angroth, vom Clan der Ruchká. Eurem Auftreten nach zu urteilen seid ihr eine der führenden Persönlichkeiten hier, darf ich fragen wer ihr seid?" Sein Blick war aufmerksam und frisch, keineswegs von der doch so ernsten Thematik getrübt.
13.08.2003, 21:59 #318
meditate
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ich bin meditate, ich bin sicher, du hast schon von mir gehört. bist du dann der sumpfler, dessen verstand ich untersuchen wollte?"

meditate war das lachen schon vergangen, hatte doch der heiße wind vorhin ihr ein bisschen zu denken gegeben. vielleicht war ja doch was dran an der geschichte und der sumpfler gar nicht verrückt.

"du vertraust also diesem manuskript und willst der sache auf den grund gehen? warum machst du das? lass diese alten schriften doch ruhen. vielleicht hast du ja durch deine forschungen etwas geweckt, dass gar nicht geweckt werden wollte?"
13.08.2003, 22:15 #319
Angroth
Beiträge: 2.494

Ein in gewisser Weise vergnügtes Grinsen schlich sich unmerklich auf die Lippen des jetzt verbitterten Templers, und er suchte einige Momente nach den rechten Worten, wobei shark sich nun voll und ganz im Hintergrund hielt und gespannt an der Wand lehnte. Hatte er einen Grund, den Texten die sie da gefunden hatten nicht zu vertrauen? Nein. Und so begann er: "Ich denke, ich habe nichts geweckt.
Vielmehr bin ich aufgerappelt worden, meine Vergangenheit ans Licht gebracht, die Vergangenheit meines Clans. Ich hatte die Legenden um meine Familie schon vergessen, doch mit Hilfe des Schläfers ist sie mir wiedergekehrt.
Ich glaube diesen Schriften, und denke, ich habe diesen Dämon, von dem die Rede ist, schon gesehen. Vor einigen Monden war ich im Südland wandern, hatte mein Wolfskind dabei. Auf einer von Rauchsäulen übersäten Ebene, die vollkommen verwüstet in die Landschaft schnitt als wolle sie der Erde selbst schaden, ist dann ein Wesen erschienen, mächtiger als alles was ich je gesehen habe. Mit einer Geste lag ich geschlagen am Boden und meine kleine Begleitung ihres jungen Lebens beraubt. Doch statt mich auf der Stelle zu vernichten, hatte es etwas angedeutet. Etwas ... das meine Familie betraf. Und er ließ mich gehen, meinte ich solle wiederkehren wenn ich die Macht und den Mut mitbringen würde.
Es klang so überheblich, aber doch wissend um seine Überlegenheit. Ich denke, dies Wesen ist Daschnavar!"
Er schauderte, als er den Namen ausgesprochen hatte, und ihm war, als wenn hunderte Stimmen von nah und Fern sogleich den Namen nachsprachen, ein Echo des Grauens, jedoch nur in seinen Gedanken. Nur in seinen Gedanken ...
13.08.2003, 22:26 #320
meditate
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meditate spürte, wie sich die kleinen härchen auf ihren armen aufrichteten, als der namen erklang. hatte sie sich getäuscht oder erklang aus dem konzertsaal ein leiser ton und der wind um das kastell seufzte wieder den namen und warf ihn wie ein echo gegen die hohen mauern?

"ich kenne das feld. es ist das schlachtfeld zwischen gorthar und dem gletscher. kann es sein, dass du das meinst? ich hab davon gehört. eine sehr gute freundin hat mir davon einiges erzählt.

du denkst, es war einer deiner vorfahren, der diesen dashnavar gesucht hat und ihn wohl nicht besiegen konnte, sonst würde er ja wohl nicht leben. ich kann mal unsere dämonen nach ihm fragen. mal sehn, ob sie etwas wissen."

meditate rief einen der schattendämonen und als dieser sich materialisierte fragte sie ihn

"ist dir ein deshnavar bekannt? sagt dir der namen etwas?"
13.08.2003, 22:32 #321
Schattendämon
Beiträge: 190

"Dieser Namen darf nicht genannt werden. Es ist verboten."

Der Schattendämon wollte sich grad wieder in Luft auflösen aber diese Magierin zwang ihn, hierzubleiben. Dem Dämon war das Thema sichtlich unangenehm.

"Ich darf den Namen nicht einmal in den Mund nehmen. Es ist verboten."
13.08.2003, 22:38 #322
meditate
Beiträge: 6.868

die magierin sah die schmerzen förmlich, die der dämon zu haben schien. er wand sich regelrecht.

"verschwinde, ich weiß genug."

meditate entließ den dämonen und wandte sich wieder an die beiden männer, die sich beide die ohren zugehalten hatten, als würde das gegen die schmerzen helfen, die der dämon in ihren köpfen verursachte.

"ich weiß jetzt genug. was willst du tun. wie können wir helfen. ich denke, es ist einer dieser dämonen, die immer wieder versuchen, der macht unseres herrn zu entkommen. ich kenne diese brut schon, ich hatte mit solcherlei dämonen schon zu tun."

ein schmerzlicher ausdruck erschien auf meditates gesicht.

"und wenn es das letzte ist, was ich mache, diesen dämonen werden wir von der erde fegen."
13.08.2003, 22:53 #323
Angroth
Beiträge: 2.494

Das plötzliche Erscheinen sowie verschwinden einer dieser Kreaturen hatte Angroth schon etwas verschreckt, doch in keinster Weise so stark wie es je einer seiner wahren Feinde getan hatte. Der Templer war sich nun sicher, die Macht des Zirkels mit auf seinen Weg nehmen zu können, genau wie der Schläfer es ihm verheißen hatte.
Die Worte der dunklen Frau hatten ihn von ihrem ehrlichen Willen und auf ihre Weise reinem Hass überzeugt, und sogar imponiert. Er hätte nie damit gerechnet, die Leidenschaft eines wahren Kriegers und diese Entschlossenheit in einer Frau zu finden, auch wenn er seit jeher an die Kraft des weiblichen Geschlechts geglaubt hatte.
Sein Vater hatte ihm dies gelehrt, Frauen zu respektieren.
Sein Vater. Er senkte das Haupt in andächtiger Trauer. Für ihn würde er ebenfalls losziehen, seinen Namen zu rächen, den Clan der Ruchká vor seinem Aussterben durch den letzten, Angroth selbst, zu retten. Der Name würde in den Herzen leben, so sollte es sein.
Mit Tränen in den Augen, derer er nicht Herr werden konnte, sah er wieder auf, in die Augen der Schwarzmagierin.
"Ich danke euch, ich rechne nun mit eurer Hilfe.
Wäre es in Ordnung, wenn ihr innerhalb der nächsten zwei Tage versuchtet, einige eurer Ordensgenossen zu sammeln, um mit mir in den Kampf gegen dies Wesen zu ziehen? Unser Treffpunkt würde der Hafen von Khorinis sein, ein Schiff wird sich dort sicher finden."
Aus seiner gerührtheit vermischt mit der Trauer um seinen Vater machte er keinen Hehl mehr, auch wenn keine einzige Träne den Weg aus seinen Lidern fand.
13.08.2003, 22:59 #324
meditate
Beiträge: 6.868

"ich werde mitstreiter finden, sei dir da ganz sicher. wir sehn uns in gorthar. finde du nur ein paar leute, die uns unterstützen. auch magier haben nämlich so ihre schwachstellen. ich werd dir jetzt zwar nicht sagen, welche, aber es ist gut, ein paar krieger mitzunehmen, die das schwert zu führen verstehen. und der sumpf ist damit ja nicht schlecht ausgestattet.

und noch etwas: das ist nicht mehr nur deine angelegenheit. ich habe eine ganz persönliche rechnung mit jeder dieser kreaturen abzumachen. und ich geb niemals auf. da sei dir sicher."

meditate nickte den beiden noch einmal zu und stieg dann in ihr zimmer empor, der spiegel musste her und zwar schnell.
14.08.2003, 00:38 #325
Angroth
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Angroth schüttelte nur noch einmal kurz den Kopf, sprach dann zu shark, da die Frau schon fort war: "Nein, wir werden zusammen nach Gorthar gehen, ich möchte, dass jeder einzelne von uns von Anfang an den anderen kennenlernt, der Zusammenhalt der Gruppe ist unabdingbar. Aber ich danke euch für euer Angebot, ich hoffe wir sehen uns dann in Khorinis am Hafen, in zwei Tagen." Hoffnungsvoll nickte er ihm noch einmal zu, dann ging er an ihm vorbei und die Treppen hinab, auf die Torflügel zu. Noch ein letztes mal drehte er sich um, sah den an der Wand lehnenden Freund und hob die Hand zum Abschied, öffnete dann die Flügel und entschwand in die Dunkelheit der Nacht. Er musste Krieger finden, die ihm folgen würden. Der volle Mond schien auf sein Gesicht, und er machte sich auf zum Tal der Bruderschaft.
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