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Das Amazonenlager # 6
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09.10.2002, 13:36 #76
Hummelchen
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Saphira und die Amazonen waren zur Abreise bereit.

"Bringt mir auf jeden Fall die Steine möglichst bald. Der Winter kommt näher und ich will das unsere Magier ihr Pentagramm haben, wenn der erste Schnee fällt. Ihr seid gut ausgerüstet, also sollte das Unterfangen auch gelingen. Passt mir auf Saphira auf. Die kann noch nicht reiten. Ihr müsst ihr helfen."

Die Amazonen lachten und verließen dann den Hof auf ihren Scavengern und am Zügel führten sie das Pärchen, dass jetzt den Wagen zog, in dem sich Saphira befand. Später würden dort die Steine liegen, die sie für den Bau des Pentagramms benötigten. Dann musste Saphira entweder laufen, oder das Reiten gelernt haben.
16.10.2002, 18:47 #77
Mykena
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Wieder färbte sich das Himmel rötlich. Die Nacht brach herein, für Mykena ein Zeichen des Aufbruchs. Wie gestern auch hatte sie den Tag in einer versteckten Mulde verbracht, viel zu groß war die Gefahr von Wanderern entdeckt zu werden. Aber jetzt konnte sie sich wieder herauswagen und sich weiter auf die Suche nach diesem mysteriösen Frauenlager machen. Das Neue Lager hatte sie bereits auf ihren nächtlichen Streifzügen entdeckt, reingewagt hatte sie sich jedoch noch nicht. Das Alte Lager genügte ihr vorerst in der Außenansicht, von innen würde sie es noch früh genug sehen falls sie einen Fehler beging und sich erwischen ließ.

Je länger Mykena durch den Wald streifte, desto felsiger wurde der Untergrund. Ein sicheres Zeichen dafür, dass sie sich dem Gebirge näherte. Von hier hatte man sicher wieder eine gute Aussicht. Außerdem konnte sie schon den feinen Salzgeruch in der Luft ausmachen, sie näherte sich der Küste.
Als sie dann endlich den Berggipfel unter heftigem Schnaufen erreichte, bestätigte sich ihre Vorahnung. Vor der jungen Frau erstreckte sich das dunkle dahinschwappende Meer.

Tief zog Mykena die salzige Luft ein, bevor ihre Augen einen Lichtschimmer entdeckten. Eine Siedlung? Unten, in einiger Entfernung, lag eine kleine Insel mitten im ruhigen Wasser und leuchtete einladend herüber. Mykena wurde neugierig. Was war das? Ein neues Lager? Feinde? Freunde?
Sie beschloß sich einfach mal näher heranzuschleichen.

Nicht viel später hatte Mykena den Abhang bezwungen und stand nun vor der hölzernen Brücke, die in diese Ansiedlung führte. Von hier aus konnte die junge Frau jetzt auch erkennen, dass es sich um eine Art kleinere Festung handelte, eine Mauer schützte das Anwesen und kleine Türmchen an den Ecken dienten ebenfalls zum Schutz.

Am anderen Ende der Brücke erspähte Mykena zwei Frauen mit schweren Waffen. Das Frauenlager. Sie hatte es also tatsächlich gefunden. Erfreut drückte sie sich tiefer in die Büsche. Sie mußte einen Weg finden, unentdeckt hineinzukommen. Die Brücke war da der denkbar schlechteste Weg. Also blieb ihr wohl nur der Wasserweg.
Grübelnd suchte Mykena mit den Augen die zu überwindende Strecke ab. Ob sie so lange tauchen konnte?
18.10.2002, 13:14 #78
Hummelchen
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Hummelchen hatte in den letzten Tagen oft am Ufer gestanden und hatte über den Fjord gesehen. In einer der letzten Nächte war am Himmel ein blendender roter Feuerschein zu sehen gewesen.

Hummelchen wusste, dass Blutfeuer irgendwo da drüben war mit einer Handvoll anderer Verrückter. Hoffentlich war ihnen nichts zugestoßen.

Besorgt sah sie auch nach Saphira und den Amazonen aus, die die Steine für das Pentagramm holen sollten. Die waren auch noch nicht wieder eingetroffen.
18.10.2002, 13:30 #79
Mykena
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Mykena hatte stundenlang im Gebüsch gelauert und war in Gedanken jeden möglichen dieser Wege durchgegangen. Schließlich kam sie zu dem Schluss, dass der Wasserweg immer noch der einfachste und sicherste war. Wenn sie dorthinten an der Bucht ins Wasser ging und das Stückchen übers freie Meer schwamm, konnte sie sich prima hinter den großen Felsen verstecken. Sie hatte auch schon überlegt die Brückenwachen abzulenken, indem sie ein Feuerchen in der entgegengesetzten Richtung legte. Ihr kam auch die Idee einfach in das Lager hineinzuspazieren. Aber sie wollte ersteinmal schauen was das überhaupt für ein Lager war, bevor sie mitten in die Höhle des Löwen tapste.

Geschmeidig bewegte sich die junge Frau durch das dichte Unterholz, bis sie schließlich den Waldrand und die Bucht erreichte. Hoffentlich gab es hier keine Haie und anderes Getier. Das könnte unbequeme Folgen haben.
Langsam stapfte Mykena jetzt ins Meer hinaus, immer noch verdeckt von einer Klippe. Kalt war das Wasser, die Herbstsonne hatte nicht mehr genug Kraft um die große Wasseransammlung zu erwärmen. Zögerlich schwamm sie weiter hinaus und biß die Zähne zusammen. Solange sie in Bewegung blieb war es erträglich.

Bald hatte sie das Ende der Klippen erreicht. Wenn sie nicht von den Brückenwachen entdeckt werden wollte, mußte Mykena tauchen.
Sie holte tief Luft und blickte nochmal hinüber ans rettende Ufer. Ein paar Minuten würde es sicher dauern. Hoffentlich ging ihr unterwegs nicht die Luft aus.
Sie biß noch kräftiger die Zähne zusammen und tauchte. Bedrohlich gluckste das Wasser in ihren Ohren, vor ihren Augen verschwamm alles.
Mit kräftigen Zügen schwamm Mykena vorwärts, möglichst gerade um nicht die Orientierung zu verlieren. Die Zeit um sie herum schien stehenzubleiben. Ein kleiner Fischschwarm hielt in seiner wanderung inne und beäugte skeptisch den exotischen Wasserbewohner.

Doch Mykena hatte gar keine augen für die Schönheit der Unterwasserwelt. Ihr ging langsam die Luft aus. In ihrem Kopf hämmerte schon der Puls und sie mußte konzentriert gegen den Reflex ankämpfen, einfach einzuatmen.
Schließlich ging es nicht mehr. sie brauchte Luft. Unter sich sah Mykena schon die Felsen, weit konnte es nicht mehr sein.
Fast schon panisch arbeitete sich die junge Frau an die wasseroberfläche und kam prustend aus dem Wasser geschossen. Sie hoffte inständig dass sie bereits die rettenden felsen erreicht hatte...
18.10.2002, 17:36 #80
Hummelchen
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Hummelchen hörte ein Geräusch. Es klang als würde ein sehr großer Fisch nach einer Beute schnappen oder nach ....

Vorsichtig verbarg sie sich hinter einem Gebüsch und beobachtete das Ufer. Sie befand sich jetzt auf der landzugewandten Seite der Insel, die natürlich besonders gefährdet war. Sollte es etwa jemand wagen...?
18.10.2002, 19:42 #81
Mykena
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Welch ein Wunder. Sie war genau an der richtigen Stelle empor gekommen, noch ein Stückchen weiter und sie wäre wohl unweigerlich gegen einen Felsen geprallt. Und Mykena wollte nicht wissen wie es ihr ergangen wäre wenn sie bewußtlos im Meer getrieben wäre...

Jetzt wischte sich die kräftige Frau erstmal das nasse Haar aus dem Gesicht und schaute sich um. Kein Mensch war zu sehen, scheinbar war ihre Aktion unbemerkt geblieben.
Also watete sie aus dem Nass bis sie auf dem feinen Sand stand und wrang sich das Wasser aus der Kleidung. Unangenehm kühl war es jetzt. Wohl doch keine so gute Idee diese Schwimmaktion. Bibbernd schlang sich Mykena die Arme um den Körper und überlegte wie sie weiter vorging.
18.10.2002, 22:09 #82
Hummelchen
Beiträge: 399

Das war eine Frau! Warum machte die denn so seltsame Sachen?

Hummelchen trat hinter ihrem Gebüsch hervor und näherte sich der Fremden.

"Warum wählst du denn diesen ungewöhnlichen Weg, auf die Insel zu gelangen? Das geht doch ganz einfach. Nur über die Brücke. Du bist ja jetzt ganz nass, Kindchen. Komm doch mal mit. Dur holst dir doch sonst den Tod."
18.10.2002, 22:38 #83
Mykena
Beiträge: 568

Mykena war erschrocken zusammengezuckt als plötzlich diese Frau vor ihr stand. Sie war entdeckt worden. Ertappt schaute sie sich um. War das jetzt gut oder schlecht?

Aber die Frau schien sie freundlich aufzunehmen. Sie erinnerte Mykena fast an diese Alte, bei der sie aufgewachsen war. Auch wenn diese Amazone längst nicht als Alte zu bezeichnen war, so hatte sie doch etwas Hausmütterliches an sich. Mykena fühlte sich sofort in ihrer Anwesenheit wohl.

"Ich...ich weiß nicht...", selten waren ihr mal die Worte weggeblieben. Mykena war selbst ganz erstaunt.
Die Amazone zögerte jedoch nicht lange und zog Mykena kurzerhand hinter sich her, hinein ins Innere des Lagers. Jetzt gab es kein Zurück mehr.
Ohne Umschweife wurde die bibbernde Mykena ins Nebengebäude geschleppt und dann in dicken Decken eingewickelt in ein Bett gesteckt. Sie war so erschöpft, dass sie nach einem heißen ihr unbekannten Getränk sofort einschlief...
19.10.2002, 07:51 #84
Die Amazonen
Beiträge: 151

Die Amazonen erreichten die Brücke des Lagers leider erst einen Tag später als beabsichtigt, aber das Gewicht des Wagens hatte eine Achse brechen lassen auf dem beschwertlichen Weg über das Hochgebirge. Zum Glück waren sie aber endlich angekommen.
Die wertvolle Fracht der magischen Steine wurde vorsichtig auf den Hof gefahren und von dort begannen andere Amazonen die Sachen endlich zu entladen. Bis zum Tempel wollten sie mit den Steinen nicht fahren, denn dazu hätten sie den kleinen verträumten Waldpfad zerstören müssen, der sich durch dichtes Buschwerk wand.
Da aber alle mit anpackten, war die kostbare Ladung der roten Steine in kurzer Zeit vor dem Tempel aufgestapelt.
19.10.2002, 07:53 #85
Thaleiia
Beiträge: 112

Die Magierin hatte erfreut auf die Lieferung reagiert, nach der sie nun schon so viele Tage Ausschau gehalten hatte. Jetzt konnte sie endlich das Pentagramm errichten und dann würden sich zumindest die Magierinnen des Lagers etwas ungehinderter und ungefährdeter durch die Barriere bewegen können.
19.10.2002, 07:56 #86
Hummelchen
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Hummelchen hatte etwas länger geschlafen, hatte sie sich doch gestern erst noch um die verschmutzten und nassen Sachen der jungen Frau gekümmert, die gestern auf so ungewöhnlichem Wege zu ihnen gekommen war. Ob sie bleiben würde? Oder ob sie auch in eines der anderen Lager weiter ziehen würde?

Hummelchen hatte schon mitbekommen, dass es auch in anderen Lagern Frauen gab, die freiwillig dort lebten, aber eigentlich konnte sie sich das nicht wirklich vorstellen. Sie musste unbedingt mal mit Jamira reden. Die hatte das ja auch jahrelang getan. Mal sehn, was Frauen bewog, so zu leben.

Sie stellte sich in die Küche und machte sich an ihre täglichen Pflichten. So weit sie gehört hatte, waren die Mädchen aus der Gruppe von Saphira am frühen Morgen endlich wieder eingetroffen und hatten sich gleich ans Ausladen irgendwelcher magischen Steinen für den Tempel gemacht.

Irgendwann sollte eigentlich auch die Gruppe wieder auftauchen, die mit den Schänken verhandeln sollte.

Hummelchen gab den Mädchen, die heute in der Küche arbeiteten letzte Anweisungen und ging dann an die frische Luft.

Es war ein herrlicher Morgen. Der beginnende Herbst hatte die Blätter in die schönsten Farben getaucht. Von allen Seiten leutete es golden und rot. Im Laub versteckten sich die Kobolde des Waldes, die Pilze in ihren vielfältigen Verkleidungen. Eine sletsame Stille hatte sich über die Natur gelegt und nur wenn ein Windstoß die Bäume berührte, dann taumelten immer mehr Blätter durch die Luft und tanzten ihren mehr oder minder fantastischen Todestanz.

Morgens allerdings woben sich immer öfter sanfte Nebelschleier über den Boden und gaben der ganzen Kulisse etwas gespenstiges und unwirkliches.

Hummelchen schlenderte über den Platz und ging in Richtung Gästehaus, das von außen schon völlig fertiggestellt aussah.

Die Mädels und auch die männlichen Helfer hatten ganze Arbeit geleistet. Das Haus schmiegte sich perfekt in die Landschaft und war zwischen den Bäumen kaum auszumachen. Es sah aus, als hätte es schon immer dort gestanden - ganz wunderbar.
19.10.2002, 09:20 #87
Jamira
Beiträge: 160

Jamira stand vor der Tür des Gästehauses und schaute sich die seltsamen Formen an, die der Nebel aus den Niederungen entstehen ließ. Der Nebel war heute nicht hoch gestiegen, sondern lag wie ein seltsamer Teppich über dem Boden und verwischte alle festen Formen. Irgendwie sah es aus, als würde alles schweben. Als lebte das Amazonenlager auf einer Wolke.

Jamira schüttelte den Kopf. Solche Träumereien konnte sie sich für später sparen. Heute würde sie ihre Wohnung hier in diesem Haus beziehen und mit den allerersten Gästen dieses Hauses würde sie ein Willkommensfest feiern. Das hatte sie sich jedenfalls fest vorgenommen.

Im Haus duftete es immer noch nach frisch gesägtem Holz, aber sie war froh, dass das Haus rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit fertig geworden war. Den Webstuhl hatte sie schon gestern herüberbringen lassen und auch die Zimmmer für Freya und ihr eigenes waren bereits geheizt. In den Kaminen knisterte ein kleines Feuer und Freya schien sogar schon begriffen zu haben, dass so ein Kamin kein Spielzeug ist. Trotzdem musste sie natürlich sehr vorsichtig sein. Dieses Kind war einfach zu unternehmungslustig.

Jetzt sah sie durch den Nebel eine Gestalt näher kommen, die man schon nach kurzer Zeit als Hummelchen identifizieren konnte. Auch sie schien durch den Nebel zu schweben, was die Stille über der Landschaft nur noch unterstrich.
19.10.2002, 09:24 #88
Die Amazonen
Beiträge: 151

Die Amazonen machten sich an die letzten Arbeiten im Gästehaus. Eigentlich waren nur noch die Zimmer von den Spuren der Bauarbeiten zu säubern und dann konnten die Gäste kommen.

Heute stand nur noch der Einzug der neuen Hausherrin an und dann war alles geschafft. Vorsichtshalber war im Gästehaus auch noch ein kleines Zimmer für die Brückenwächter vorgesehen, falls die Brücke einmal besonders starker Bewachung bedurfte.

Im Moment war zwar alles ruhig innerhalb der Barriere und es hatte sich irgend etwas wie ein Gleichgewicht der Kräfte herausgebildet, aber das alles war durchaus zerbrechlich und konnte auch schnell umkippen. Es war immer besser, man war auf der Hut.
19.10.2002, 09:35 #89
Ronya
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Freya stand ganz aufgeregt zwischen den umherwuselnden Amazonen und freute sich über ihr neues Heim. Sie hatte den Absatz der großen Treppe gewählt, wo sie allen wunderbar im Weg stand.

Schließlich kam eine der Amazonen auf die Idee der jungen Dame die frische Morgenluft schmackhaft zu machen und sie sanft aus der Baustelle zu schieben. Die Gästezimmer waren soweit schon fertig, ebenso wie die Räme von Jamira und ihrer Tochter. Im Eingangsbereich fehlten noch ein paar Kleinigkeiten und auch der Aufenthaltsraum sah noch etwas kahl aus.

Als Freya hinaus in den Nebel trat fröstelte sie erstmal gehörig. Es war ziemlich frisch, weil die Sonnestrahlen noch keinen Weg durch die dicken Wassertröpfchen in der Luft gefunden hatten. So waberte alles gespenstisch um Freya herum und die Kleine lief eilig zum Rock ihrer Mutter, um sich dahinter vor den bösen Monstern zu verkriechen.
19.10.2002, 09:37 #90
Hummelchen
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Hummelchen schwamm durch den Nebel und sah schon von Weitem die neue Herbergswirtin in der Tür stehen.

"Huuuhuuu! Ach Kindchen, das ist ja schön, dass du schon auf bist. ich wollt mal sehn wie weit du bist und mir das fertige Haus ansehen. Ich habe gehört, dass du heute hier einziehen willst? Da hab ich doch das Gefühl gehabt, ich muss dir was vorbei bringen."

Hummelchen fasste in einen Weidenkorb, den sie unter dem Arm truf und brachte einen großen duftenden Napfkuchen zum Vorschein.

"Ich kann mir gut vorstellen, dass du und deine Kleine das ein bisschen feiern willst. Tante Hummelchen spendiert dazu den dicken Kuchen. Sieht er nicht ein bisschen aus wie ich?"

Der Kuchen war aus hellem und dunklem Teig in Streifen gemustert und hatte tatsächlich eine entfernte Ähnlichkeit mit dem Aussehen einer Hummel.

"Das ist Hummelchen-Kuchen. Außerdem habe ich dir einen kleinen Glücksbringer angefertigt. Der ist mir in meiner Schmiede so aus der Form gesprungen."

Hummelchen holte aus ihrem Korb ein weiteres Geschenk, ein wunderschönes tönernes Einhorn, dass als Talisman in der Empfangshalle seinen Platz finden sollte.

"Vieleicht kann Freya das Ganze ja noch anmalen. Wie ich weiß, sind Einhörner schneeweiß, haben ein goldenes Horn und blaue Augen. Bin ja mal gespannt, ob Freya das hinbekommt.
Aßerdem lass ich dir heute ein bisschen was für dei Speisekammer und aus dem Weinkeller zukommen, damit du immer einen kleinen Vorrat für späte Gäste hast.
Zum richtigen Essen solltest du sie allerdings lieber zu mir schicken. Da bekommen sie alles heiß auf den Tisch."
19.10.2002, 09:52 #91
Thaleiia
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Die Magierin stand vor dem Berg der seltenen roten Kristalle und schickte alle Amazonen weg. Das, was jetzt kam, musste sie ganz allein tun. Und am besten völlig ungestört.

Sie nahm Stein um Stein und bat mit jedem neuen Kristall Donnra um Beistand und Unterstützung. Geheimnisvolle Gesänge und Bewegungen begleiteten ihre Arbeit. Wie bei einem Puzzle fügte sie Stein an Stein, suchte immer die genau passenden, die nahtlos aneinander passten. Das war sehr wichtig für den reibungslosen Energiefluss, der das gesamt Pentagramm ohne Störungen druchfließen musste.

Das dauerte sehr lange und war eine komplizierte Prozedur, aber die Magierin hatte sich Kraft und Beistand ihrer Göttin erfleht und so konnte sie durchhalten.
19.10.2002, 10:13 #92
Hummelchen
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Hummelchen verabschiedete sich dann von der neuen Hausherrin und ging zurück zu den Zimmern im Innenhof. Dort hatte sie die Schwimmerin der letzten Nacht untergebracht und nach der wollte sie jetzt mal sehen.

Sie öffnete die Tür erst einen Spalt um das mädchen nicht zu wecken, falls sie noch schlafen sollte. Erstaunt sah sie, dass das Bett schon leer war und von dem Mädchen keine Spur ... oh, wohl doch!

Hummelchen spürte plötzlich ein Messer an ihrer Kehle und irgendwer stand hinter ihr.
19.10.2002, 10:21 #93
Mykena
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Als Mykena erwachte, mußte es bereits Morgen sein. Von draußen drang ein schwacher Lichtschein in das kleine Zimmerchen und die Sicht aus dem Fenster war eine einzige graue Masse. Wo war sie?

Verwirrt stützte sich Mykena auf die Ellenbogen und schaute sich um. Ach natürlich, sie war in diesem Frauenlager. War das hier die Gefängniszelle? Ziemlich komfortabel für ein Gefängnis. Wohl ein wohlhabendes Lager. Aber sie mußte hier raus. Was hatten sie ihr gestern bloß eingeflöst dass sie die ganze Nacht bewußtlos gewesen war?

Von draußen waren Schritte zu hören. Flink sprang die junge Frau aus dem Bett und stellte sich hinter die Tür. Das Messer, das immer an ihrem Knöchel steckte, ruhte jetzt fest in ihrer rechten Hand. Dies war der erste und letzte Tag an dem man sie, Mykena, als Gefangene betrachten konnte. Sie ließ sich doch bestimmt nicht von so einer Horde Frauen ins Bockshorn jagen.

Sobald die tür sich öffnete und die Frau von gestern abend eintrat, war Mykena vorgesprungen und hielt ihr jetzt von hinten das Messer an die Kehle.

"Wo bin ich hier? Was habt ihr mit mir vor?", zischte sie, "ich warne euch, so leicht lasse ich mich nicht fangen. Du wirst mir jetzt schön einen Weg nach draußen zeigen!"
19.10.2002, 10:39 #94
Hummelchen
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"Ach Kindchen, nimm doch das Messer weg! Du könntest ja jemanden verletzen! Du kannst doch gehen wohin du willst! Du bist hier bei den Amazonen. Wir sind eine Heimstatt für alle Frauen, die es hier in die Barriere verschlagen hat. Hier tut dir sicher niemand was.
Aber wenn du willst, zeig ich dir auch den Weg nach draußen. Nur kannst du das Messer dabei wirklich wegnehmen."

Nachdem die zornige junge Frau ein bisschen Unsicherheit erkennen ließ, und den Dolch ein wenig von ihrer Kehle entfernt hatte, drehte sich Hummelchen ganz langsam um und lächelte der Fremden so freundlich es ging zu.

"Ach Mäuschen, hier wird keiner Frau etwas zu Leide getan. Wir wohnen hier in diesem Lager doch, weil wir die Frauen der Barriere hier sammeln und sie vor Leid und Schmerz bewahren wollen. Du bist sicher neu bei uns, sonst hättest du sicher schon vom Amazonenlager und seiner Königin Kitiara gehört.
Steck erst mal das Messer weg und lass dir von mir erzählen, wie man bei uns lebt. Ich kann dich auch gern mal überall rumführen und dir alles zeigen. Vielleich bekommst du ja sogar Lust, bei uns zu bleiben."
19.10.2002, 11:31 #95
Mykena
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Mykena war wirklich etwas verwirrt. Solch ein Verhalten hatte sie nicht erwartet. War die Frau lebensmüde? Hatte ihre Stimme nicht ernst genug geklungen?
Der nächste Schock fuhr Mykena dann aber in die Knochen, als sie das Wort 'Amazonen' hörte. Ein Amazonenlager? Rebellische Frauen, männermordende Furien? Wieviele Kerle hatten sie schon auf dem Gewissen? Und wurde ihr jetzt am Ende auch noch eine Brust amputiert?

Verstohlen musterte sie die Amazone. Aber sie schien noch alles zu haben, so wie es gewachsen war. Also doch keine richtigen Amazonen. Dieses Frauenlager war seltsam.
Mykenas Blick fiel wieder auf Hummelchen. Wahrscheinlich hätte sie die Frau eh nicht töten können, sie hatte so etwas warmherziges und mütterliches an sich, dass Mykena einfach nicht widersprechen konnte. Sie steckte das Messer wieder an ihren Knöchel, ließ dabei aber Hummelchen nicht aus den Augen.

"Ihr nennt euch Amazonen?", erwiderte sie etwas freundlicher, aber immer noch mit Bedacht. Wer weiß, vielleicht war das alles nur eine Falle. "Ich bin Mykena. Gerade frisch hier angekommen. Ich dachte mir ich schau mir euer Lager mal etwas genauer an, dummerweise habt ihr mich entdeckt."
19.10.2002, 11:53 #96
Hummelchen
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"Naja, das mit den Amazonen musst du nicht so sehen, wie es landläufig oft erzählt wird. Wir amputieren uns weder die Brüste, noch ermorden wir die Männer der Barriere. Wir sind einfach wehrhafte Frauen, die ihr Schicksal in ihre eigenen Hände genommen haben.

Und jetzt komm erst mal mit. Ich zeig dir als erstes unsere Küche. Ich glaube, du brauchst zuerst etwas zu essen und dann gehn wir mal in der Kleiderkammer nach etwas Wärmerem zum Anziehen gucken. so kannst du jetzt im herbst nun wirklich nicht mehr rumrennen.

Danach sieh dich in Ruhe um. Ich würd mich freuen, wenn du bei uns bleiben würdest. Du kannst bei uns eine gute Ausbildung zur Kriegerin erhalten oder auch eine Magierin werden. Ganz wie du möchtest und wozu du dich eher hingezogen fühlst. Auf jeden Fall bist du bei uns nicht mehr allein. Du hast dann hier deine Schwestern, die dich immer unterstützen werden."
19.10.2002, 12:23 #97
Mykena
Beiträge: 568

Oh wie klang das verlockend. Wehrhafte Frauen, wenn das nicht die rechte Heimat für Mykena war. Sie wurde zunehmend wärmer. Hier schien ihr wirklich niemand schaden zu wollen. Im Gegenteil.

Also ließ sich Mykena gerne von der Frau herumführen. Inzwischen hatte sie schon erfahren dass sie auf den Namen Hummelchen hörte. Das amüsierte sie etwas, woher der Name wohl stammte?

Hummelchen führte sie hinunter in den großen Innenhof. Die herbstlich gefärbten Blätter tanzten verspielt in den eisigen Windböen, die vom Meer her wehten. Die feinen Nebenbänke fingen bereits an sich zu lichten, aber trotz allem war es wirklich kein Tag an dem man gerne draußen herumstapfte. Mykena fror ziemlich in ihrem dünnen Sommerkleidchen.

Zum Glück hielten sie sich auch nicht lange draußen auf, denn Hummelchen steuerte schon die große treppe zum Haupthaus hinauf, wo es links nach unten zur Küche ging. Mykena folgte staunend. Die prächtige Eingangshalle imponierte ihr. Wie mochte es dann erst im Thronsaal aussehen? In Gedanken wandelte Mykena schon dort umher, als Königin eines mächtigen Frauenvolkes...

Verwirrt schüttelte Mykena ihre seltsamen Geisteswanderungen ab. Ein bisschen Träumen war schon erlaubt, aber nicht jetzt. Die Königin hier mußte es wirklich gut haben, sie wollte sie unbedingt kennelernen.

Jetzt aber wurde sie ersteinmal in die Küche geführt, wo man ihr sogleich ein köstliches Mahl vorsetzte. Dankbar setzte sich Mykena an den kleinen Holztisch und begann den Eintopf in sich hineinzulöffeln. Wie lange hatte sie nichts mehr gegessen...
21.10.2002, 08:52 #98
Jamira
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Bepackt mit Stoffwaren holperte der kleine Karren über das Pflaster des Innenhofes und schlug dann den kleinen Pfand zum neuen Gästehaus ein. Jamira zog das Gefährt unbeirrt hinter sich her und stoppte erst, als Karren und Inhalt direkt vor der Eingangstür des neuen Gebäudes standen. Schnaufend hielt Jamira inne, wischte sich über die Stirn und atmete tief die herbstliche Nachmittagsluft ein.

"Ach Schätzchen, hättest du was gesagt...", Alexia kam aus der Seitentür und begann Jamira beim Ausladen der Stoffe zu helfen, "den ganzen schweren Karren alleine hierherschleppen, tz."
Die Amazone schüttelte den Kopf über solche Dickköpfigkeit und trug die Ladung hinein.

Jamira folgte, ebenfalls mit einem Berg Stoffe im Arm.
"Achwas, so schwer war das gar nicht. Aber hier, schau mal. Das ist für die Gästebetten, und hier sind gewebte Teppiche, damit die Dielen nicht so hallen."
Sie breitete den Stoff aus, während die Amazone Alexia sie bewundernd bestaunte. Sie war von jetzt an Jamiras rechte Hand, sie wollte sich ebenfalls um das Wohlergehen der Gäste kümmern.
"Hier, die ist für dich", Jamira schob ihr eine dicke Decke hin, "der Winter wird sicher wieder kalt. Und hier zieht es durch alle Ritzen habe ich festgestellt. Sobald das Feuer in den Kaminen aus ist wird es bitter kalt. Ich muss die Königin noch nach mehr Holz fragen, erinner mich nachher dran, bitte."
Jamira begann bereits geschäftig umherzuwuseln und der Innenausstattung des Gästehauses etwas Wärme zu verleihen mit ihren bunten Stoffen.
22.10.2002, 13:04 #99
Thaleiia
Beiträge: 112

Das Riesenpuzzle war fertig. Perfekt passte Stein an Stein. Schade war nur, dass ein einziger zu fehlen schien. Hatten die Amazonen ihn unterwegs verloren oder war er schon vorher geraubt worden? Auf jeden Fall musste ein Stein gefunden werden. Nur war das Problem, diese Steine gab es nur im Orkgebiet. Wen konnte man dorthin entsenden, um das fehlende Stück zu beschaffen? Dort war es wirklich lebensgefährlich.
Die Magierin beschloss, das einmal mit der Königin oder Blutfeuer zu besprechen. Es musste schon eine sehr gewitzte und kriegerische Amazone sein, die den Orks entgehen könnte.
22.10.2002, 13:24 #100
Hummelchen
Beiträge: 399

Hummelchen stand seit dem Mittag in der Schmiede und fertigte Schwertscheiden an. Wie sie feststellen konnte, hatte hier innerhalb der Barriere noch niemand die besondere Kunst der Schwerscheiden begriffen. Sie hatte nun schon durchaus wertvolle Schwerter in läppichen Scheiden gesehen, dabei waren diese Dinger doch das Haus für die jeweiligen Schwerter. Und das Haus sollte doch wohl ddr Bedeutung des jeweiligen Bewohners angemessen sein. Da jedes Schwert eine eigene Größe und Form besaß, konnte man diese Schutzbehälter nicht auf Vorrat anfertigen, durchaus aber den Gold- und Silberschmuck, den man hinterher auf dem Metall oder dem Leder anbringen konnte.
Hummelchen hatte inzwischen etliches an Schmuckornamenten entworfen und die Karkassen hergestellt. diese mussten jetzt im Bedarfsfall nur noch mit Gold oder Silber gefüllt werden, auf dem Rohling der Schwertscheide wurde der Schmuck dann nur noch fest angebracht.

Sie hatte inzwischen auch einige wunderschöne Halsschützer hergestellt, die man nur noch am oberen Teil der Rüstung anbringen musste, um auch hier nicht nur einen optimalen Schutz zu erreichen sondern auch einen prachtvollen Schmuck.

Einige Visire lagen auch schon zur Montage bereit, nur hatte Hummelchen im Amazonenlager noch nie jemanden mit einer Metallrüstung gesehen. Es sollte die aber gehen und damals, als sie in der Barriere ankam, meinte sie auch, Leute in Rüstungen gesehen zu haben.

Ganz genau wusste sie es aber nicht mehr. Immerhin stand sie damals unter Schock über die schreckliche Missachtung, die sie erfahren musste.

Wütend ließ Hummelchen bei dem Gedanken ihren Hammer springen. Nur leider vertrug die Schwertscheide diesen Zornesausbruch nicht und so landete sie im Abfallkorb, in dem die missglückten Teile auf das Einschmelzen warteten.
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