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Rund um Khorinis # 6
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01.05.2003, 15:33 #251
Melyssa
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Etwas Blut lief ihr über die Stirn. Dieser verdammte Kerl. Seine Ohrfeige hatte sie mit dem Kopf gegen einen Stein schlagen lassen, der sich unangenehm in die Haut gebohrt hatte.
Melyssa pustete sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und funkelte die beiden Männer böse an. Sie sollten es wagen, ihr auch nur ein Haar zu krümmen mit ihren dreckigen Fantasien, wehrlos würde sie sich sicher nicht geben. Erzürnt ballte sie die Hände zu Fäusten. Die Fesseln schnitten unsanft in ihre Gelenke, der Stamm im Rücken war auch nicht gerade weich. Wenn sie hier jemals lebend wieder herauskam, würde sie noch einige Dellen davontragen. Aber das war nun auch nebensächlich. Erstmal mußte sie hier rauskommen.

Der Blick der jungen Frau schweifte umher. Irgendwas mußte es hier doch zum Befreien geben. Die beiden Entführer schauten angestrengt in die Ferne, erwarteten wohl jemanden. Aber was hatten sie da gesagt? Saturas kalt machen? Was hatte Saturas damit zutun...
Im Hirn der jungen Schmiedin wurden alle Räder in Bewegung gesetzt. Saturas, sie, zwei Entführer. Wie paßte das zusammen? Reichlich merkwürdig. Was schleppten sie sie hierher, wenn sie doch eigentlich Saturas wollten? Wieso hatten sie da nicht einfach den Magier aus seinem Kämmerlein geholt und nun an ihrer Stelle hier angebunden? Das ergab doch alles keinen Sinn..

Melyssa seufzte und versuchte die eingeschlafenen Beine auszustrecken.
"Hey, ihr da. Ich hab hunger", verkündete sie trotzig.
01.05.2003, 16:51 #252
Claw
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Lord Shark arbeitete weiter an den Brettern. Seitdem Gjaron verschwunden war, hatte er schon wieder 5 neue Bretter gemacht. Der Holzfäller dachte daran, eine Pause zu machen. Also ging er zum Lager zurück und nahm sich eine Flasche Wasser und ein Stück Brot und legte sich ins Gras. Nach der Stärkung wollte er die beiden Wegelagerer suchen gehen. Sie hatte er schon länger nicht mehr gesehen. Er nahm ein paar Fackeln und seine Axt und ging tiefer in den Wald.
01.05.2003, 17:05 #253
Saturas
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Klappe zu. Kadmos drückte seine Schwertspitze fest gegen ihr Kinn, das war sehr unangenehm für sie, den Kopf so steil nach hinten zu halten. Nun rann auch schon der eine oder andere Tropfen Blut über ihren Hals. Darum kümmern wir uns später, dachte Kadmos, wenn es überhaupt noch nötig ist.
Alle waren angespannt, wenn auch Melyssa nicht das Geringste von ihren Befreiern hören oder sehen konnte. Sie konnte es kaum fassen, da senkte sich doch tatsächlich blitzschnell ein Pfeilgeschoss in die Sträucher und ein
Aaau! ertönte, ein weiterer Pfeil folgte und erzwang einen richtigen Aufschrei. Kurz darauf glaubte Melyssa, das Zu-Boden-Sinken eines Menschen vernommen zu haben. Doch lange konnte sie darüber nicht nachdenken, es sprang einer ihrer Kollegen aus dem Gebüsch. Ein Mann in roter Rüstung, der musste sich kurz orientieren und warf dann gleich mehrere Feuerpfeile auf Kadmos. Dieser wollte eigentlich, dass die Geisel ihren Zweck als solche auch wirklich erfüllte, die Angreifer nämlich zurückzuhalten, aber in seinen Augen war es nun schon zu spät dafür. Endlich war die tödliche Bedrohung duch die Klinge an Melyssas Kehle beendet, Kadmos raste auf den Novizen zu. Jener war auch schon vorbereitet, um sich mit seinem Kampfstab zu verteidigen. Ein hektischer Kampf mit schnellen, gezielten Schlägen beider Kontrahenten entbrannte.
Doch wo war Saturas? Kamen überhaupt noch mehr Helfer? Bisher hatte sich keiner von ihnen gezeigt.
Im Zweikampf, den die Gefesselte immer wieder mit
Ah, Uh und Ja, gib's ihm! kommentierte, nahm der Retter Überhand. Er verpasste Kadmos einige deftige Schläge hintereinander (u.a. auch ins Gesicht), bescherte ihm damit mehrere Prellungen und Beulen und drängte ihn zurück. Doch da passierte die nächste Überraschung, dem hohen Novizen wurde schwarz vor Augen und er fiel auf den Waldboden wie ein Sack. Denn Baldur sass nicht tatenlos herum auf seinem Baum, er hatte dem Klosterbruder ein verzeitiges Ende mit seiner Keule gemacht. So wird das gemacht, und jetzt stich ihn ab, aber schnell.
Verdammte Magier, ich sag's doch immer wieder...der beinahe Besiegte krümmte sich vor Schmerzen, die Schläge mit dem Holzstab taten saumässig weh und die Brandwunden, die er während dem Kampf ausgehalten/ überdauert hatte, erst recht. Er kapitulierte erst einmal und warf das Schwert seinem Bruder zu. Der versenkte es ohne Wimpernzucken im Rücken des rot gekleideten Mannes. Kadmos unterdessen musste sich an einem Baum abstützen.
Aber dann beantwortete sich Melyssas Frage, tatsächlich wurde auch Baldur überrascht, von wem wohl? Auf einmal stand er bewegungsunfähig in einem riesigen Eisklotz, was eine tiefe Erleichterung in der jungen Frau auslöste, die noch immer kritisch zuschaute. Da war er. Saturas tauchte wie aus dem Nichts aus und stellte sich vor Baldur; Kadmos im Hintergrund schaute auf, regte sich ansonsten aber nicht gross. Der Wassermagier liess jede Begrüssung aus.

Dir zu helfen, gebe ich gleich auf, da dein Hass auf mich sozusagen natürlich ist. Dich am Leben zu lassen, halte ich allerdings für fahrlässig, unter Sarevok könntest du mir noch viele Sorgen bereiten. Nimm’s mir nicht übel, aber so zu leben, hast du nicht verdient.
Er wollte gerade nach seinem Schwert greifen, als sich Baldur mit aller Kraft auf ihn stürzte- der Eisblock mit den eingeschlossenen Beinen kippte, Sat wurde hinuntergerissen. Sein ältester Bruder schüttelte ihn und packte ihn am Hals. Das war wohl die bestmögliche Art, ihn in dieser Lage umzubringen, ihn einfach zu erwürgen. Doch der jüngere hielt den starken Händen Baldurs recht lange stand und schaffte es schliesslich, einen befreienden Schwerthieb auszuführen. Er raffte sich auf, schwitzte nun schon ziemlich und drehte den Spiess um. Nun hatte der Jäger die Klinge an der Kehle, sein Leben lag praktisch in der Hand des Priesters. Das Eis begann, sich aufzulösen, und bekanntlich passierte das ja sehr schnell. Dennoch lag Baldur am Boden, schwebte in Todesgefahr. Allerdings geschah dann das Unerwartete, das, was niemals hätte passieren dürfen: Kadmos nahm sich zusammen, schnappte sich sein Schwert, das noch immer senkrecht im Rücken steckte, begleitet von einem schmerzerfüllten Schrei und einem Zucken des hohen Novizen (ja, er lebte noch!) und führte es erneut zu Melyssa.
Nun, Brüderchen- Sat hasste diese Bezeichnung- es liegt jetzt an dir. Es genügt ein Schlag, ein Stich, ein Schlitzer, und dieses süsse Fräulein war für die längste Zeit deine Angebetete. Ebenfalls wird wohl leider unser beider Bruder mit derselben Leichtigkeit ermordet, und mich dann noch zu schaffen, das dürfte dir nicht schwer fallen. Viel einfacher zumindest, als mit einem solchen Verlust zu leben. Ich frage dich, Bruder, was tust du, hä? WAS TUST DU JETZT?
Leider war die Situation tatsächlich sehr knifflig. Wie Kadmos beschrieben hatte, es gab die eine und die andere Möglichkeit, die Anspannung aufzuheben. Um Melyssa von ihrem Angreifer zu befreien, musste er schnell sein, extrem schnell. Und dann würde er wieder beide am Halse haben, vor allem Baldur. Der hatte immerhin noch seinen Bogen. Zugegeben, der hohe Magier studierte noch, aber dann doch nicht allzu lange, die Sache war klar für ihn, er musste es riskieren...
01.05.2003, 17:20 #254
Claw
Beiträge: 3.452

Lord Shark kam in unbekannte Gefilde. Er suchte allerdings weiter nach den Wegelagerern. Vielleicht brauchten sie Hilfe! Einge Blutfliegen musste er ausweichen. Doch plötzlich kam ein Wolf hinter einem Baum hervor gesprungen. Doch er war nicht allein. 10 Meter weiter kamen noch 2 von ihnen. Der nächste spürte die Klinge der Axt. Doch gegen 2 weitere hätte der Holzfäller keine Chance. Doch da kamen plötzlich 3 Männer von einem Hügel gesprungen und droschen auf die Wölfe ein. Lord Shark war erstaunt, wo die plötzlich hergekommen waren.
01.05.2003, 17:34 #255
Gjaron
Beiträge: 1.380

Gjaron schritt aus dem Osttor und hatte keine Ahnung von den Problemen von Shark. Er machte sich nur über das Wetter Sorgen, denn kurz nachdem er ein paar Schritte gegangen war, tröpfelte ihm schon wieder das Wasser der Wolken aufs Gesicht. Er hoffte, dass das Holz nicht aufquoll und sich nicht verbog. Hätte er doch nur eine Plane gehabt, welche er über den Karren gespannt hätte.
01.05.2003, 17:44 #256
Melyssa
Beiträge: 742

Melyssa saß an ihrem Stamm gebunden und rollte die Augäpfel von einem zum anderen. Weiter wagte sie sich nicht zu bewegen, diese Klinge saß ziemlich scharf an ihrem Unterkiefer und sie hatte nicht die geringsten Zweifel, dass dieser Kadmos zustechen würde.
So langsam wurde der jungen Novizin klar, wo sie da eigentlich reingeraten war. Ein Streit unter Brüdern, ein ziemlich ungewöhnlich heftiger Streit. Es schien um Leben und Tod zu gehen, so verfeindet waren beide Seiten. Was auch immer sie in diese Situation getrieben hatte, nun war Melyssa unweigerlich mit hineingezogen worden. So ein Mist aber auch. Aber wenigstens ergab das Ganze langsam einen Sinn.

Ihre Finger tasteten suchend den Stamm ab, soweit es ihnen in der Fesselung möglich war. Schließlich faßte sie einen spitzen Stein. Fest umklammerte sie das rettende Stück Fels und begann unauffällig damit an der Kordel zu reiben. Etliche Male schnitt sie sich an die Hand, ihre Miene jedoch blieb starr und unbewegt.
Wirklich keine schöne Situation. Nun saß Saturas da, den einen Fremden das Messer an die Kehle haltend, während sich das Schwert seines Kompanion langsam weiter in ihren Hals bohrte. Sie spürte bereits etwas Blut heruntersickern.
Verdammt, Saturas sollte sich mal entscheiden. Wenn sie doch endlich mal die Fesseln durch hatte, dann konnte sie ihm zur Hilfe kommen. Aber solang sie dieses Schwert an der Kehle hatte brachte das alles nichts...
Flehend schaute sie zu dem Magier hinüber.
01.05.2003, 18:40 #257
Ardas
Beiträge: 122

Als Ardas vor der Banditenburg stand wurde es aus auch schon wieder hell, mist ohne zu schlafen wieder an die Arbeit hoffentlich würde er es aushalten, und nicht zwischen zeitlich in tiefschlaf fallen.
01.05.2003, 19:03 #258
Saturas
Beiträge: 3.217

Beinahe hätte Saturas seine magischen Fähigkeiten vergessen, und wahrscheinlich hätte ihn das entweder sein Leben oder das von Melyssa gekostet. Aber nicht dieser Mann, er bewahrte einen kühlen Kopf. Es kam ihm eine so einfache Lösung in den Sinn. Ein einziger Zauber und der Spuk wäre schon fast vorbei gewesen. Nur brauchte jedes Wirken von Magie eine gewisse Vorbereitung, die man dem magus meistens ansah. Das konnte Sat eigentlich nicht riskieren, er musste aber. Ganz rasch überlegte er noch einmal- nein, es schwebte ihm nur dieser Plan vor.
Na, kräftig am Überlegen? Am Abwägen? , stichelte Kadmos, dessen eigenes Leben ihm offenbar ebenso egal war wie Baldurs, denn wenn sich sein Bruder dafür entschieden hätte, die junge Frau ihrem Schicksal zu überlassen, wäre er relativ arm dran gewesen. Und plötzlich war er gar nicht mehr er selbst. Er drehte den Kopf zu Melyssa.
Das Wunderkind wird sowieso gewinnen, also werde ich die letzten Augenblicke meines Lebens noch geniessen, ob’s dir passt oder nicht. Er war entweder völlig übergeschnappt und hatte wirklich allen Glauben verloren oder aber er wollte den Priester ordentlich provozieren. Noch einmal packte er ihren Kiefer und küsste sie, wobei sie so viel Gegenwehr leistete wie nur möglich- genügend war das leider nicht. Mmmh...herrlich. Ich sollte doch noch etwas mehr bekommen. Seine Hand wanderte zu den nackten Beinen und fuhr am ganzen Körper entlang, der sich sichtlich davor sträubte. Leider klebte die Klinge noch immer am selben gefährlichen Ort, doch Saturas sah das nicht gerne mit an, es reichte ihm. Ein farblich kaum auszumachender Schimmer umgab seine rechte Hand (mit der linken hielt er das Schwert), mit der er, unaufhörlich Kadmos anblickend, einmal zünftig schnippte. Sogleich entsprangen den Fingern wirklich fast unsichtbare winzige Sternchen, Kristalle und Kugeln, ein paar davon schwirrten hinüber zum Ziel, die Wirkung jedoch trat schlagartig ein (noch bevor sie dort angekommen waren). Kadmos liess endlich von Melyssa ab und wirbelte umher. Er brüllte irgendeinen Kauderwelsch und sprang auf und ab. Der Gefesselten war sofort klar, ihr Meister hatte einen Wahnsinnszauber angewandt. Während der jüngere der beiden älteren Brüder ziellos umher rannte und hopste, war die Gefahr durch den älteren noch nicht gebannt. Entschlossen griff er mit beiden brutalen Händen nach der Klinge des Langschwerts und es gelang ihm, es seinem Bruder zu entreissen. Die Novizin ekelte sich, diese Hände waren innert kürzester Zeit voll von dunkelrotem Blut, sie wunderte sich, wie man mit solchen Wunden noch ein Schwert halten konnte. Das tat Baldur nämlich im nächsten Moment, um sie gegen ihren Besitzer zu führen. Vorher aber befreite der seine Geliebte aus den Fesseln mit seinem Dolch, das ging recht flott. Leider hatte sie keine Gelegenheit, sich dafür zu bedanken, denn der kraftvolle Hüne rauschte an mit erhobener Waffe. Saturas gab Melyssa den Langdolch und sprang im letzten Moment zur Seite, ein gewaltiger Seitwärtshieb hätte ihm wohl ziemlich geschadet. Baldur hatte eigentlich nicht vor, auf das Weib loszugehen, stets hatte er sein einziges Ziel vor Augen, doch in dem Dolch sah er eine ernste Bedrohung. Es war ihm trotz seiner Erschöpfung ein relativ Leichtes, die Mordwaffe aus der Hand der Schmiedin zu schlagen, die war zwar sauer, aber überrascht. Nun hatte er die Wahl: auf der einen Seite Saturas, den es zu erledigen galt, das war sein Auftrag; auf der anderen Seite seine Liebe, deren Tod ihn sehr schwächen würde.
NEIN!! Unglaublich, er entschied sich für die Frau, die wie ungewurzelt dastand. Unaufhaltsam stapfte er auf sie zu und holte aus...hinter ihm ein verzweifelter Ruf seines Bruders...
01.05.2003, 19:21 #259
Melyssa
Beiträge: 742

Melyssa hielt sie angewurzelt den Dolch in ihren Händen. Für einen Augenblick konnte sie nicht mehr klar denken, alles in ihr erstarrte. Doch dann faßte sie sich zum Glück wieder, ihre Finger umklammerten den Dolch fester. Viel würde sie nicht erreichen gegen ein großes Langschwert, aber sie würde sich mit Sicherheit nicht wehrlos ergeben. Es galt noch einiges zu rächen, nun war der Zeitpunkt gekommen.
"Na komm schon her, wenn du dich traust! Schau, hier steht eine Frau mit einem Dolch vor dir, und du bist tatsächlich zu feige und rennst mit einem Langschwert auf sie zu! Wie schwach muss man sein, um sich derart herabzulassen?"
Die Worte waren gewagt, aber andererseits hatte sie nicht viel zu verlieren. Immerhin geriet der Bruder nun ins Grübeln. Was hatte die Frau damit gemeint? Feige, er? Niemals.
Schließlich siegte leider doch die Wut, der Kerl stürmte weiter auf sie zu, die scharfe Klinge in den Händen. Im letzten Moment konnte sie ausweichen und sich gegen Saturas drücken, der bereits einen Feuersturm auf den Angreifer losgelassen hatte. Vom Feuer überwältigt, stach sie dem Verbrannten nun den Dolch in die Brust, woraufhin dieser leblos zusammenzuckte. Nur war da ja noch der andere..
01.05.2003, 19:33 #260
shark1259
Beiträge: 1.033

shark rieb sich den Kopf, wenn er geschlafen hatte, dann aber sehr sehr unbequem. Zunächst versagte sein Gedächtnis mal ein paar Sekunden, doch als er den jungen Lehrling antraben sah, kehrte es plötzlich zu ihm zurück. Er sah sich um, und er war immernoch auf der Lichtung auf welcher am gestrigen abend so viel seltsames passiert war.

Arctus erzählte in schnellen, fast unverständlichen Worten, was er gerade gesehen hatte, und dass sie vielleicht erneut von einem Stinktier Rudel angeriffen werden würden. Für Arctus war es sehr ungewöhnlich, so meinte zumindest shark, also war es besser mal vorsichtig zu sein, und den Worten genügend Gewichtung zu geben.

Schnell war shark auf den Beinen, etwas wacklig, zugegeben, aber er konnte laufen. Sie liefen wieder dem Bächlein nach, auf wessen Wege sie auch gekommen waren. Und plötzlich passierte wieder etwas seltsames. Sie kamen an dem kleinen See an, der etwas entfernt von dem Kastell stand. Doch, konnten sie beide weder das Bächlein, noch den Ort wo sie gerade gewesen waren wiederentdecken.

Beide sahen sich verwundert an.
01.05.2003, 19:55 #261
Saturas
Beiträge: 3.217

Wow, super gemacht. Saturas war überwältigt. Soeben hatte er seinen Bruder umgebracht. Oder zumindest einen grossen Teil dazu beigetragen...ob er ihm auch hätte den Dolch so reinrammen können ins Herz (ja, ein gezielter Stich war das), das war unklar, aber auch unwichtig. Über diese Endgültigkeit war er letzten Endes froh. Ein potentieller Gefahrenherd und Scherge Sarevoks weniger. Und sonderlich nahe stand er Baldur ja ganz und gar nicht. Dennoch war er sein Bruder- gewesen.
Er bzw. seine Kleidung brannte noch eine ganze Weile und räuchnete dann vor sich hin. Da kam auch Kadmos „zurück“, er kam angesprintet und machte einen Salto, der eher zu einem Purzelbaum wurde. Das musste ganz schön weh tun, so eine Landung. Der Priester erkannte, dass der Zauber vorbei war und packte den verbleibenden Bruder am Kragen, ja, er lupfte ihn hinauf.

Muss ich dich auch noch für immer aus dieser Welt schaffen, oder...
Der (ehemalige) Bürger war etwas nervös, aber wieder ganz der Alte. Hektisch erklärte er: Saturas, ich gebe auf, hörst du? Entweder du tötest mich auf der Stelle oder du überlässt mich meinem Schicksal, das Sarevok heisst. Er wird mir ein langes, schmerzvolles Ende machen, wenn er mich kriegt, verstehst du? Ich habe versagt.
Kadmos, schau mich an. Schau mir ganz tief in die Augen und versprich mir mit einer ruhigen Stimme, dass ich dir noch einmal vertrauen kann. Da und dort liegt ein verwundeter bzw. schwer verwunderter Novize. Du wirst sie zurück ins Kloster begleiten und dem hohen Rat sagen, dass ich das angeordnet habe und ihm die Entscheidung überlassen, was mit dir zu tun ist. Versprichst du es mir? Kadmos schluckte, befreite sich aus dem festen Griff und schaute dem Magier in die Augen. Bestimmt sagte er, dass er es verspreche.
Sat vergewisserte sich der Lage, half den Verletzten auf, der eine konnte recht gut, der andere gerade noch so humpeln (sie verliessen den Ort mit Kadmos), und sammelte seine Waffen ein. Das daran klebende Blut wischte er am Toten ab. Dann ging er zu Melyssa, die noch immer nur ihrem Unterkleid (dieser Umhang hatte ja so gestunken) und wie ihr Lehrer sehr geschafft dastand.

Nun...
01.05.2003, 20:06 #262
Arctus
Beiträge: 531

Arctus atmete tief durch. Die Luft beim See hier war so traumhaft angenehm und vor allem frisch, er hätte am liebste in ihr gebadet. Tut er das nicht? Die Sterne übervölkerten bereits wieder den Himmel und der dicke Mond suchte sich auch schon seinen Sessel am Himmel. Und das tut er jeden Tag, immer wieder aufs neue. Kein wunder, dass er so oft abnimmt und zu nimmt. Durchs viel sitzen nimmt er zu und durchs viele Sitzsuchen nimmt er ab. Arctus lächelte entzückt über seine wirren Gedankengänge, doch irgendetwas unruhiges war in ihm. Irgendetwas drang ihn wieder zu der Höhle zurück zu kehren. Ihn würde es brennend interessieren, wem die Blutspur gehörte und warum diese sonst so friedlichen Stinktiere so aggressiv waren. Doch alleine konnte er das nicht, denn er hatte keine Chance sich gegen diese Übermacht zu wehren. Doch da war ja noch der andere Magier.

„Herr Shark, wüsstet ihr nicht auch gerne, was der Ursprung des ganzen Übels ist? Ich meine, wieso gehen diese Tiere auf uns los?“ Den nächsten Satz murmelte er nur so für sich selbst dahin „An unserem Gestank kann es ja nicht liegen.“ Wieder konnte er sich ein zartes kindliches Grinsen nicht verkneifen und nahm die Hand vor den Mund. Sich dann wieder fassend sprach er wieder zu Shark. „Könnt ihr diese Tiere nicht mit eurer Magie aus der Höhle vertreiben?“
01.05.2003, 20:10 #263
Melyssa
Beiträge: 742

Melyssa hatte noch eine ganze Weile auf den Toten geschaut. Sie hatte ihn doch tatsächlich getötet, mit ihren eigenen Händen. Das war die Rache für all die ekelhafte Behandlung und die ganze Entführung. Um den anderen sollte sich der hohe Rat des Klosters kümmern, der Tod war viel zu gnädig für den Mann.
Aber sie war gerettet, es war wie ein Wunder. Sie konnte es selbst kaum glauben, endlich die Hände frei und keinen harten Baumstamm mehr im Rücken. Wie ein Wunder..
"Du hast mich befreit! Du hast mich doch tatsächlich gerettet...", unvermittelt fiel sie Saturas um den Hals und gab ihm einen Kuss auf die weichen Lippen. Sie war total fertig, wußte nicht mehr wo oben und unten war. Die Gefangenschaft war anstrengend gewesen. Nun hing sie also am Hals des Magiers, sowohl zum Stützen als auch aus Dankbarkeit, und lehnte sich an ihn. Der ganze Stolz war aus ihr gewichen, so schwach war sie.
"Es war grauenhaft! Diese ekelhaften Kerle, mit ihren Fantasien, ihren stinkenden Klamotten und ihren scharfen Klingen..."
Doch dann lächelte sie den Magier an.
"Aber du hast mich gerettet."
01.05.2003, 20:23 #264
shark1259
Beiträge: 1.033

Nachdenklich furh shark mit seiner rechten Hand über sein Kinn. Ein leichter, kaum spürbarer Bart war ihm gewachsen. Er musste sich wiedereinmal rasieren.
Aber gut, dass hatte eigentlich nichts mit der Situation zu tun.

"Wahrscheinlich könnte ich es schon, natürlich nur wenn ich darauf vorbereitet wäre, aber wir wissen ja nun, was auf uns zukommen würde. Ich könnte sie, wahrscheinlich problemlos mit einer Schattenflamme und einer untoten Blutfliege daraus locken, oder einfach vertreiben."

shark nickte Arctus zu, und untermauerte somit sein gesagtes. Doch gleich wurde er wieder ernster.

"Womit wir aber beim nächsten Problem wären. Wie sind wir hierhergekommen und wo ist der Weg zurück in diesen Wald. Entweder ich habe ein sehr, sehr kurzes Gedächtnis oder es hat etwas magisches an sich. Ich würde mehr auf das zweitere tippen, denn das Gehirn sollte eigentlich noch tadellos funkionieren.
Also wie kommen wir zurück auf die Lichtung?"
01.05.2003, 20:23 #265
Saturas
Beiträge: 3.217

Sie hatte ihn geküsst. Melyssa hatte tatsächlich Saturas geküsst! Nicht er sie. Er konnte es gar nicht fassen, war absolut überwältigt. War das nun eine Erwiderung seiner Liebe oder nur eine Reaktion nach diesem langen, ungemütlichen Nachmittag (ok, mittlerweile war es Abend)? In dem Moment war es dem Magier egal, er liess sich einfach von Glücksgefühlen überschwemmen und genoss es. Und schon war der unendlich lange andauernde Moment vorbei.
Was hätte ich denn tun sollen? Dir da die Pulsadern durchschneiden lassen und dich einfach so verbluten sehen? Melyssa, meine Liebe, das hätte ich nicht verkraftet, ich schwöre bei Innos und Adanos. (Ich konnte nicht anders, hätte jedes Risiko auf mich genommen, um dein Leben ausser Gefahr zu bringen)...sag mal, frierst du nicht? Deine Haare sind ja immernoch feucht.
01.05.2003, 20:30 #266
Melyssa
Beiträge: 742

Immernoch trunken vom letzten Erlebnis hatte sie gar nicht bemerkt, wie kalt es doch eigentlich geworden war. Ihre Rüstung lag schließlich immer noch am See, wo sie sie zuvor zurücklassen mußte. Und das dünne Unterkleidchen war nicht wirklich ein Schutz gegen die Kälte. Nun aber machte sich die frische Abendluft über ihren leichtbekleideten Körper her, kühlte unbarmherzig jedes einzelne Fleckchen aus.
Melyssa begann zu zittern.
"Du hast recht.. es ist bitterkalt, nass auch noch dazu. In all der Aufregung hab ich das gar nicht bemerkt, aber jetzt..."
Ihr Zähne klapperte schon bedenklich, ein Glück dass sie noch alle echt waren und nicht herausfallen konnten.
"Gehen wir schnell zurück ins Kloster, da müssen auch noch irgendwo meine Sachen herumliegen."
01.05.2003, 20:42 #267
Arctus
Beiträge: 531

Das stimmte natürlich. Wo waren sie eigentlich her gekommen? Arctus hatte die ganze Zeit mit dem schweren Bündel auf seinem Rücken zu kämpfen. So ein Stinktier war ja auch nicht das leichteste, wenn es unter den besten Lebensumständen lebte. Arctus legte das Bündel ab und sah in alle Richtungen. Wo waren sie nur her gekommen?

Irgendwie sieht ja auch fast alles gleich aus. Gelangweilt nahm er sich einen Stein und ließ ihn auf dem See schnipsen. „Los, wer die meisten Hüpfer schafft!“, sprach er zu dem Magus. Er musste sich mal wieder messen! Seine Blicke suchten den Boden ab und fanden auch einen äußerst flachen Stein. Er griff danach und bemerkt, dass der Boden sonderbar nass war. Es hatte doch gar nicht geregnet! Aber egal, er hatte einen Wettkampf zu gewinnen. Er legte den Oberkörper leicht seitlich nach hinten. Nahm das eine Bein nach vorn, streckte den Arm nach hinten und ließ ihn vorschnellen. Der Stein entglitt seinen Finger, prallte auf die Wasseroberfläche und sprang ungewöhnlich weit, bis er wieder aufsetzte. Abermals hob er sich ab und er schien kaum an Tempo verloren zu haben! Erst nach achtzehn Hüpfer gab der Stein auf und versank im See. Das war sein Rekord. So viele hatte er noch nie geschafft, doch wieso flog der Stein so weit?

Er ging näher zum Ufer des Sees und fasste ins Wasser. Da war ein leichter Strom, der aber vom Ufer kam! Arctus griff weiter herunter und da wurde der Strom noch schneller. Das war vielleicht der Bach. Nein nicht vielleicht! Das war der Bach! Er verlief unterirdisch zum See und deshalb war der Boden auch so feucht. Arctus sprang auf. „Ich habe die Lösung des Problem gefunden!“ Schnell schnappte er sich einen dicken herumliegenden Ast und stocherte damit im Boden herum. Was trat aus dem Loch das er gerade gemacht hatte. Er ging weiter und machte ein paar Schritte weiter hinten wieder ein Loch. Auch hier unten war das Geräusch fließenden Wassers zu vernehmen. Sie mussten einfach nur dem Bach folgen! Der Magier folgte dem aufgebrachten Arctus wortlos und nach dem sie ein Stück in den Wald gegangen waren, sahen sie auch den Bach wieder aus dem Boden kommen. „Da, wir müssen ihm nur folgen!“
01.05.2003, 20:47 #268
Saturas
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Mein Gott, Mädchen, du bist ja auch halbnackt.
Der junge Mann entledigte sich seiner roten Robe und überreichte sie ganz gentleman-like der Novizin. Hier, jetzt aber schnell.
Nun stand Sat fast ohne nichts da. Aber das war im Moment irrelevant. Melyssa grinste und zog die Robe über. Sofort wurde ihr so richtig wohlig warm. Fast ununterbrochen schaute sie den Priester an, der im Moment so eine Art Kavalier war und noch seine Stiefel trug. Das sah seltsam aus, aber die Schmiedin konnte nur darüber lachen, und es wäre ihr niemals übel genommen worden. So marschierten die beiden nebeneinander her, zurück zum Kloster, in der schieren Dunkelheit, das Mondlicht war auch schon viel stärker...bis plötzlich das nächste Malheur passierte.
Melyssa trat auf irgendetwas Spitziges und hielt sofort an.

Au, so ein Mist. Eigentlich war alles vorbei, aber jetzt blutete sie schon wieder. Sie hatte sich die halbe Ferse aufgeschnitten.
Kannst du weitergehen?
Hmm...mmhaau auauauau!
So, also nicht. Dann können wir nur eins machen.
Viele andere Möglichkeiten hatte er ja nicht, aber Saturas entschied sich natürlich für die eleganteste.
Huch, kreischte Melyssa, als sie hochgehoben wurde. Der Wassermagier trug sie also retour.
01.05.2003, 21:06 #269
shark1259
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Und plötzlich war da wieder dieser Wald. Irgendwie eigenartig, als sie noch bei dem See gewesen waren, war da nix von nem Wald zu sehen und schon gar nicht von dem, in welchem sie sich nun wieder befanden. Erst als Arctus das Bächlein wieder gefunden hatte waren sie in den Wald gelangt, von einer Sekunde auf die andere. Und sofort war der Wald extrem dicht gewesen. Also war das Bächlein das Geheimnis und der Schlüssel. Wenn man dem Bächlein, im Boden versteckt folgte, kam man in den Wald, und hinaus auf dem gleichen Weg, nur dass das Bächlein im Wald nicht versteckt war, sondern offen.
Irgendwie erinnerte ihn diese Magie seltsamereweise an das Kastell, da war auch immer alles drei oder viermal versteckt. Doch war es sicherlich nicht unnütz dieses versteck hier zu kennen, vielleicht würde es shark noch viel Freude bringen.

Doch im Moment dachte er erstmal an etwas anderes: Die Höhle. Arctus führte ihn zu ihr. Und schon von weiten konnte man den Geruch vernehmen, der durch den Wald drang.

Bei der Höhle angekommen, war sofort ein Stinktier zur Stelle um ihnen den Weg zu versperren, allerdings war dies schnell beseitigt, mit Hilfe von sharks Schwert. Zum Glück hatte es noch keine Zeit gehabt seinen Kampfduft ins Spiel zu bringen.
Dann erschuf shark eine untote Blutfliege, welche er dann in das innere der Höhle fliegen ließ, mit dem Auftrag, den Rest rauszujagen.

Dann musste alles schnell gehen und shark hatte genau zu zielen. Denn als die Stinktiere die Höhle verließen, stand er schon mit einer Schattenflamme bereit. Noch war die Blutfliege hinter den Tieren her.

Dann kam die Schattenflamme und schier in dem Moment zerfiel die Blutflieg.

shark hatte zum Glück auf das hinterste der Tiere gezielt, sodass es nun den anderen den Rückzug in die Höhle verwerte und ihnen nur noch die Flucht blieb. Schnell waren sie, doch einen erwischte shark noch mit einer Schattenflamme und einen mit dem Schwert. Der Rest flüchtete.

Arctus und shark betraten die Höhle.
01.05.2003, 21:34 #270
Arctus
Beiträge: 531

Ein leicht modriger Geruch stieß ihnen entgegen, in Form eines hauchdünnen Schleiers, der in der Luft lag. Arctus konnte Problemlos durch den steinernen Gang gehen, doch sein Magierkollege an seiner Seite musste in geduckter Pose gehen. Das geht bestimmt aufs Kreuz. Doch diese Höhle wirkte viel zu interessant, als einfach so umzudrehen. So was konnte die Natur doch nicht schaffen! Das musste jemand vor ihnen erbaut haben und nun nutzen die Stinktiere diese Höhle als ihr Heim.

Die Blutspur am Boden war immer noch zu vernehmen und nach der nächsten Gangbiegung sahen sie auch schon den Ursprung des Ganzen. Eine stark verletzte Stinktiermutter kauerte um ihre kleinen Babys, immer noch in schützender Position, doch viel zu schwach um sich aufzurichten. Diesen Handstand schaffte sie einfach nicht mehr, weshalb ihnen auch ein weiterer Stinkangriff verwehrt blieb. Zum Glück!
Arctus ging ein paar hastige Schritte vor. Die Mutter fauchte ihn heftig an, versuchte sie ja ihre Jungen zu verteidigen. „Hey, ganz ruhig, ich will dir nichts tun!“, sprach Arctus und streckte besänftigend die Hand nach ihr aus. Fasst hätte ihn das zuschnappende Maul des Stinktiermutter getroffen, doch er hatte im letzten Moment seine Hand zurückgezogen. Nun kramte er wild in seiner Tasche und brachte ein saftiges grünes Blatt hervor, dass er draußen gepflückt hatte. Misstrauisch tastete die Nase des Stinktier nach dem Blatt, das Arctus vor sie gelegt hatte. Behutsam zog sie es an sich heran. Selbst diese Bewegung schien für die Mutter eine Qual zu sein. Vorsichtig näherte Arctus sich weiter dem Tier. „Ich will dir nichts tun. Komm wehr dich nicht, ich will dir helfen“ Arctus streckte wieder die Hand nach ihr aus. Diesmal noch langsamer und noch behutsamer. Die Mutter wehrte sich nicht und er konnte sie leicht am Kopf kraulen. „Feines Mädchen!“ Arctus kam nun noch näher heran, doch die Mutter tat keine abwehrende Bewegung mehr. Sie ließ es einfach geschehen. Arctus hörte ein leichtes Röcheln. Es drang aus dem Maul der Mutter. Sie schien starke Schmerzen zu haben. Jetzt griff Arctus sie und legte sich auf seinen Schoß. Die großen Augen des Stinktiers starten ihn ängstlich und traurig und so verdammt durchdringend an, dass es kaum zu ertragen war. Doch Arctus hielt dem Blich stand, brachte sogar noch ein kleines beruigendes Lächeln hervor. Nun streichelte er sie von oben bis unten. Er spürte, wie sich das Fell schneller hob und wieder sank, doch dann wurde es mit jedem Herzschlag langsamer. Immer langsamer. Immer langsamer. Arctus lief eine Träne aus dem Auge. Er wusste was passieren würde. Die Mutter sank den Kopf auf sein Knie und hörte auf zu atmen. Dann war es still.
01.05.2003, 21:36 #271
meditate
Beiträge: 6.868

die magierin hatte in der dunkelheit das kastell verlassen und stieg den steilen berg hinunter. sie machte nicht den eindruck, als könnte sie irgend etwas ängstigen. sie stützte sich auf einen stab, der all ihre runen barg und damit der katalysator für die mächtige magie der dämonenbeschwörer war. nur manchmal und nur kurz schuf die magierin einen lichtzauber, der sich an der spitze des stabes materialisierte.

die magierin betrachtete kurz das hindernis und ließ das licht dann wieder erlöschen. als sie den abstieg beendet hatte und den breiten weg am sumpflager vorbei in richtung der taverne betrat, gesellte sich wie selbstverständlich ein großer wolf zu ihr.

meditate legte ihm die hand auf den kopf und bückte sich um ihn sehr herzlich zu umarmen. dann gingen die beiden schweigend weiter.

sie hielten sich nicht am sumpflager auf und nicht an der durch fackeln erleuchteten baustelle der taverne, sie gingen ohne zu zögern weiter in richtung onars hof.
01.05.2003, 22:03 #272
shark1259
Beiträge: 1.033

sharks Augen waren etwas feuchter geworden, als sie es normalerweise waren. Es war so, dass er nicht wirklich der Typ war, der gerne Emotionen offen zeigt, vielmehr versucht er sie normalerweise zu verstecken. Auch diemal versuchte er immer wieder alles zu verdrängen doch es gelang nicht, er hatte die Stinktiere vor der Höhle getötet, zwar ohne wirklich nachzudenken, doch wie sollte dies als entschuldigung gelten? Er hatte getötet ohne einen Grund zu kennen, arme fast wehrlose Tiere. Warum nur? Er hätte sie auch einfach entkommen lassen können, aber nein, er musste ja unbedingt alles und jeden töten.

Er rieb sich kurz die Augen und sah dann die zwei kleinen Stinktierkinder an. Was sollten sie nun tun? Ganz alleine ohne Mutter? Auf sich allein gestellt ohne essen ohne große Brüder, ohne jegliche Erfahrung. Und als er sie so ansah kam ihm ein Gedanke. Zuerst dachte er sich, es wäre einfach zu absurd, doch als er näher darüber nachdachte, empfand er es als richtig und eigentlich auch als notwendig.
shark sah Arctus so tief in die Augen, wie er es noch nie getan hatte.

"Nun lausche meinen Worten: Ich denke, das einzig richtige ist, wenn wir uns um diese Tiere kümmern. Es ist unsere Schuld, dass sie nun ohne jegliche Familie aufwachsen müssen, dann sollten wir auch unseren Teil dazu beitragen, dass dieses Aufwachsen gut verläuft.
Dieser Ort könnte ein Rückziehungsort werden, wenn wir ihn mal nötig haben. Und dann kümmern wir uns um diese kleinen Tierchen da. Diesen Platz kennt niemand, es ist sozusagen unserer. Lass ihn uns geheim halten und ihn benützen wann immer wir es nötig haben uns zu entspannen, und wann immer wir denken, die Stinktiere könnten unsere Hilfe brauchen. "


Dann sah er sich in der Höhle um und entdeckte Pilze, zwei an der Zahl. Sie waren fast so geformt wie Sessel und nach kurzem überlegen setzte sich shark auf einen davon. Ein glitzernder Staub stieg in der Luft auf. Er erfüllte den Raum mit tausenden von kleinen Lichtern, die alles erhellten, aber nicht im geringsten störten. Noch dazu verbreitete er einen sehr angenehmen Geruch der auch die zwei kleinen zu beruhigen schien.
Einen davon nahm shark nun auf seinen Arm und streichelte ihn. Er wehrte sich nicht im geringsten, wirkte nur ein bisschen verängstlicht, aber der Staub schien ihn zu beruhigen.

"Dieser Ort ist magisch. Vielleicht ist es unsere bestimmung hier zu sein. "
01.05.2003, 22:19 #273
blutfeuer
Beiträge: 5.016

die amazone und der baal stiegen den weg hinauf in richtung see, über dem sich auf einem steilen felsen das kastell erhob. der wald war sehr dunkel, denn heute bedeckten wolken den mond und er blitzte nur hin und wieder durch wolkenlücken. diese lichtblitze waren aber so selten, dass sie zur dunkelheit eigentlich nur mehr beitrugen.

schweigend gingen die beiden, ohne sich licht zu zaubern, aber dennoch aufmerksam und vorsichtig.
01.05.2003, 22:29 #274
Arctus
Beiträge: 531

Wieso empfand Arctus so verdammt viel für dieses Stinktier, was geradewegs auf seinem Schoß ins Jenseits glitt? Eine weitere Träne kullerte im aus dem anderen Auge. Noch lange saß er so in der Hocke da und schaute auf das tote Tier. „Es ist tot!“, sprach er zu sich. Leider waren das nicht die Gedanken, die ihn beschäftigen! Er ist mit dem Tode im Bunde und trotzdem machte er ihm Angst, sogar schrecklich. Es ist nicht direkt der Tod, der ihm Angst macht. Viel mehr kümmert es ihn alleine zu sterben. Vielleicht würde er alleine in so einer kalten Höhle sterben. Ohne jemanden, der ihn in den Arme nimmt. Hatte ihn überhaupt schon mal jemand in den Arm genommen. Wieder trat eine Träne aus. Wieso musst ihm dieses Leben überhaupt treffen. Wieso konnte er es sich nicht aussuchen, ob er leben will. Wieso nur? Arctus schluchzte. In ihm gingen schreckliche Gefühle vor. Dieses Ereignis hatte ihm Angst gemacht.

Doch er musste diese Angst herunterschlucken. Sie in sich hereinschlucken und wegsperren. Er fuhr sich mit dem Ärmel übers Gesicht, um die verbleibenden Tränen wegzuwischen. Danach warf er den Kadaver in die Ecke. Was hatte das Tier nur mit ihm angerichtet. Es machte ihn weich. Zu weich. Er musste sich zusammenreisen! Er war schließlich ein Diener Beliars und durfte nicht auf diese lächerlichen menschlichen Gefühle achten. Nein, für so etwas war er nicht bestimmt. „Eine leise Stimme in ihm sagte, dass es nicht so seie, doch er überhörte sie einfach.“

Das erste mal sah Arctus auf. Er hatte die paar Worte die der Magier gesprochen hatte gar nicht gehört. „Lass ihn uns geheim halten und ihn benützen wann immer wir es nötig haben uns zu entspannen, und wann immer wir denken, die Stinktiere könnten unsere Hilfe brauchen.“ , War das, was er gerade vernahm.
„Ja Meister, ähh, Herr Shark, ich werde ihn geheim halten. Sorgt euch da keinesfalls, ich kann schweigen wie ein Grab!“

Arctus musterte den Raum nun genauer. Diese zwei sonderlich großen Pilze nahmen fasst die gesamte eine Seite ein. Auf der anderen Seite waren komische, in sich geschlungene lila Pflanzen und bedeckten die ganze Wand. Arctus trat näher und griff nach ihnen und, sie schienen sich von seiner Hand zu entfernen. Wie ein Vorhang schwangen sie zur Seite und legten einen anderen Gang frei. Sollte sie denn entlang gehen. Jetzt erst einmal nicht, denn er brauchte eine kleine Pause. Er wandte sich wieder den Pflanzen ab und sie fielen zu. Danach setzte er sich auf das weiche Moospolster, auf dem das andere kleine Stinktierbaby lag. Grob packte er es am Genick, beäugte es und legte es wieder neben sich. Solle es doch tun was es wolle. Er legte behutsam die Hand auf das Kleine Ding um es zu wärmen, doch auf den Schoß kommt ihm so was nicht mehr. Als sich der Magus setzte brachte er diesen silbernen Staub hervor, der Wilde Tänze vor Arctus Gesicht spielte und kleine Bilder ergaben. Er sah einen dunklen Raum, rote Blitze. Was sollte das? Schnell fuchtelte er den Staub von seiner Nase und wendete sich an den Magier. „Was machen wir jetzt?“, doch als er hinter den Magier sah, konnte er wieder den Bach sehen. Er floss am Stein entlang, fiel jedoch nicht zu Boden. Ja, der Bach schlängelte sich sogar die kuppelförmige Decke hoch und trat oben heraus. „Dieser Ort ist wirklich Magisch, werter Magier! Ich hoffe, wir finden zu dem etwas in der Bibliothek!“
01.05.2003, 22:42 #275
shark1259
Beiträge: 1.033

"Erwarte es nicht, Arctus. Ich denke nicht, dass dieser Ort vielen bekannt ist, wenn überhaupt.
Vielleicht sollten wir auch gar nicht zu viel davon erfahren, vielleicht sollten wir ihn einfach so nehmen, wie er ist, die Magie spüren und neue Kräfte sammeln."


Mit der rechten Hand kraulte shark immernoch das kleine Vieh Vorsichtig und es klang fast so als würde es schnurren, ähnlich einer Katze. Man merkte es war irgendwie zufrieden.

"Jedoch müssen wir, oder zumindest ich, wieder ans heimkehren ins Kastell denken. Ich sollte noch Bücher lesen und ich habe einem Bürger versprochen mit ihm auf eine Insel vor Khorinis zu gehen, und zuvor würde ich noch gerne mal ins Kloster gehen, und sehen obs was neues gibt.
Lass uns noch hier übernachten und es den kleinen Recht machen, ihnen Futter geben und ein bisschen ein zuhause herrichten, wo wir sie wiederfinden.
Dann sollten wir zurückkehren. Und wir kommen einfach hierher, wenn uns danach ist, es muss nicht immer gemeinsam sein, man kann auch mal alleine an diesen Ort, doch sollten wir es wenigstens hin und wieder gemeinsam machen, denke ich. "
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